Die alte Schmiede auf Japanisch, haben doch beiden Autoren, deren Bücher Donnerstags vorgestellt wurden, in Japan gelebt bzw. leben sie noch dort.
Und Martin Kubaczeks Roman “Sorge – Ein Traum”, das ist der, der auf der Independent Liste steht, hat ein spannendes Thema, handelt es doch von dem deutsch-russischen Agenten, Richard Sorge, der 1895 in Baku geboren, 1944 in Japan hingerichtet wurde, einem Kommunisten, der während des zweiten Weltkrieges, als Journalist und Spion in Japan tätig war.
Daraus läßt sich ein klassischer Spionagethriller machen, der 1954 geborene Martin Kubaczek, der fünfzehn Jahre in Japan an verschiedenen Universitäten Deutschlektor war, macht etwas sehr Poetisches daraus, versucht die japanische Kultur, das fremde Alltagsleben und die Kunst der Sprache darin einzubeziehen.
Martin Kubaczek, beziehungsweise seine Bücher kenne ich auch von der Literatur im März.
“Somei” und “Hotel Fantasie” habe ich mir von dort mitgenommen und dann war er auch in der alten Schmiede öfter Veranstalter und so war die Alte Schmiede heute auch gut besucht. Gustav Ernst war da, den ich nach dem Elfriede Gerstl Kolik Sonderheft gefragt habe und Martina Sinowatz von der grauenfuppe, die ich mit Astrid Poier-Bernhard verwechselte.
Dabei hat es ein prominentes Alternativprogramm gegeben, nämlich die Festveranstaltung zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen, der Theodor Kramer Gesellschaft im Palais Epstein, da ich Veranstaltungen, wo ich mich kontrollieren lassen muß, aber nicht so gern habe, habe ich auf das Buffet verzichtet.
Außerdem ist Alfreds Cousine Hannelore auf Österreich-Besuch, so habe ich sie vorher bei Heiner auf der Kärntner Straße getroffen und nachher waren wir noch im Wieden Bräu und Leopold Federmairs Erzählband “Ein Büro in La Boca”, eingeleitet von Evelyne Polt-Heinzl war auch sehr interessant.
Der 1957 in Wels geborene, war in Italien, Frankreich und Ungarn Lektor, lebt jetzt in Hiroshima und sich in den sechs Erzählungen, sowohl auf Japan, als auch Argentinien, das er ebenfalls gut zu kennen scheint, bezogen.
Er las aber aus einer zum Teil autobiografischen Geschichte, die vom eigenen Sterben am 17. April handelt, in der sich der zu Weihnachten geborene Ich-Erzähler wundert, daß Ostern immer auf ein anderes Datum fällt, obwohl Jesus doch am Karfreitag gestorben ist und an seinem elften Geburtstag seinen Großvater verliert, der ihm immer so schöne Stöcke geschnitzt hat, während sonst sein Geburtstag unter dem Christbaum untergegangen ist und aus einem entstehenden Roman, der von einer Tanzveranstaltung in Argentinien handelt, woran sich die Diskussion entwickelte, ob es leichter ist, einen Roman oder eine Erzählung zu schreiben?
Aber das ist, denke ich, eine komplett andere Form, die einen liegen kann oder nicht.
Mir liegt sie nicht so sehr, bin ich ja für ganz dicke Romane und schreibe auch eher solche. Als ich mich noch an Ausschreibungen beteiligt habe, habe ich zwar Erzählungen geschrieben. Aber ich lese sie nicht sehr gern. Denn sie sind mir zu kurz und die Aussparungen, von denen sie leben, mag ich ebenfalls nicht und so liegen Erzählungen bei mir eher ungelesen herum.
Cornelia Travniceks “Fütter mich” ist aber ein Erzählband und das Buch ist heute gekommen, so werde ich mich an die Kurzform machen, wenn ich mit “Schau heimwärts Engel” fertig bin.
Elke Heidenreich, hat diesmal auch ein interessantes Buch der Woche vorgestellt, nämlich Peter Hennings “Die Ängstlichen”, eine Art deutscher “Korrekturen” und sich darüber mokiert, daß es nicht auf der Liste des deutschen Buchpreises steht.
Author: jancak
Filmpremiere
Heute wollte ich in die alte Schmiede und mir endlich Martin Prinz “Doppelte Buchführung” – Leben und Schreiben in der Konkurrenzgesellschaft mit Margit Schreiner und Ernst Molden, anhören was ja ein interessantes Thema ist, zu dem mir viel einfällt. Und Ernst Molden hat bei seinem Musikauftritt bei “Rund um die Burg”, auch mehrfach betont, daß er nicht mehr schreibt, bzw. einmal Schriftsteller war.
Aber es gibt das angeblich beste Gratismagazin “Wien live” mit seinen Gewinnspielen, bzw. gratis Kulturangeboten und da konnte man sich für die Filmpremiere von “Die Welt ist groß und Rettung lauert überall”, im Filmcasino, nach dem Buch von Ilija Trojanow, anmelden und ich habe zwei Karten dafür bekommen und das war eine interessante Alternative.
Ein Großvater fährt mit seinem Enkel, der als Kind mit seinen Eltern von Bulgarien nach Deutschland flüchtete und dort zwanzig Jahre später, bei einem Autounfall, bei dem seine Eltern ums Leben kommen, sein Gedächtnis verliert, mit dem Tandem über Italien, wo die Familie in einem Flüchtlingslager Zwischenstation machte, nach Bulgarien zur Großmutter und er findet sein Gedächtnis wieder und eine schöne Ungarin, die in Deutschland Salsa Kurse gibt.
Ilija Trojanow, den Literaturstar, Bestsellerautor und Weltensammler kenne ich schon lang und zwar habe ich ihn kennengelernt, als im Museumsquartier, das letzte Mal, die Literatur im März mit dem Thema Südafrika stattfand, hat er doch dort moderiert. 2006 muß das gewesen sein.
Er ist dann auch nach Wien übersiedelt und mit seinem “Weltensammler” berühmt geworden, so daß ich in mehreren Interviews über sein interessantes Leben hörte.
1965 in Sofia geboren, 1971 mit seiner Familie über Jugoslawien und Italien nach Deutschland ausgewandert, darüber handelt auch der 1996 erschienene Roman.
Danach ist er mit der Familie nach Kenia gezogen, weil der Vater dort als Ingenieur arbeitete, hat in Indien und in Kapstadt gelebt, bevor er nach Österreich gekommen ist.
Voriges Jahr hat er die “Buch Wien” eröffnet und diese Saison, die alte Schmiede mit einem Buch über den Überwachungsstaat “Angriff auf die Freiheit”, das er mit Julie Zeh geschrieben hat.
Zu dieser Lesung wollte ich, wurde aber durch die “Wilden Worte” daran gehindert und den “Weltensammler” hat mir der Alfred vorletzte Weihnachten geschenkt.
Das Buch liegt immer noch beim meinem Harlander SUB über dem Bett. Nach dem Stephan Alfare will ich es lesen, habe ich mir vorgenommen und der Film war sehr interessant.
Es gab eine Diskussion mit dem Autor, der einen weissen Kasak trug und launig daher plauderte. Er ist nicht so apathisch, wie der jugendliche Held in dem Film und die Hauptrolle, den Großvater, spielt ein berühmter serbischer Schauspieler namens Miki Manojlovic, der dafür extra Bulgarisch lernte. Und der Autor hat bei Film und Drehbuchgestaltung nur wenig Mitspracherecht.
Nachher gabs bulgarischen Wein und Knabberstangen. Josef Haslinger und Walter Famler habe ich gesehen und den Autor über den Film ausgefragt.
Außerdem hat Ruth Aspöck angerufen, die von ihrer Donaureise wieder zurück ist.
Wir treffen uns am Mittwoch im Literaturhaus beim Lesefest für Rolf Schwendter, dem ich die Artikel zum Volksstimmefest und Poet Night samt Kommentare als Geschenk mitbringen werde.
Buchpräsentation
Heute also die zweite Buchpräsentation der neuen Bücher “Die Radiosonate oder das einsame Jahr” und “Das Haus” im Read!!!ing room, in der Anzengrubergasse 19/1.
Ich habe in dem Artikel, in dem ich meine neuen Bücher vorstellte, geschrieben, ich plane keine eigene Buchpräsentation, es sei denn, es lädt mich jemand dazu ein und das ist schon am 12. Mai bei der Margareten Art geschehen, als ich dort aus “Novembernebel” las, da hat mich Gabi Rökl eingeladen, daß ich im Read!!!ingroom jederzeit nach dem pay as you wish Prinzip, das dort herrscht, meine Bücher vorstellen kann.
Ich habe mir nicht gleich etwas ausgemacht, erst im Juli, als ich zu den “Frauengeschichten” von Manuela Kurt, Helga Pegesbauer und Günter Vallaster hingekommen bin und dann habe ich die Bücher auch vorige Woche im Amerlinghaus bei den “Wilden Worten” vorgestellt.
Dazu habe ich mich angemeldet, bzw. bei meiner kleinen Bücheraussendung, je ein Buch an Richard Weihs und Franz Hütterer geschickt. Denn ein bißchen Werbung soll man machen.
Ansonsten leben meine Bücher von den “Work on progress”-Vorstellungen. Bei meinem Geburtstagsfest im November lese ich meistens aus dem gerade entstehenden. Das waren im Vorjahr zwei Szenen aus der “Radiosonate”. Bei der Frauenlesung war es der Prolog aus dem “Haus” und am “Tag der Freiheit des Wortes”, habe ich eine stark gekürzte Fassung des Kapitels “Die roten Schuhe” vorgestellt.
Aber diesmal haben sich zwei Buchpräsentationen innerhalb einer Woche ergeben und interessant, ich habe meine Bücher meistens in kleinen Veranstaltungslokalen im 5. Bezirk präsentiert.
“Wie süß Schmeckt Schokolade?”, 2007, im Uhudla, als El Awadalla dieses Gassenlokal in der Phorusgasse noch betrieb und den “Novembernebel” im vorigen Mai, im “Rotpunkt” in der Reinprechtsdorfer Straße, eingeladen von Roman Gutsch, der mich im Mai zu der Margareten Art vermittelt hat.
Bei beiden Lesungen waren nur wenige Zuhörerer, fast alle habe ich gekannt und da habe ich auch intensiv Werbung dafür gemacht.
Diesmal habe ich die Werbung den Veranstaltern überlassen. Ich habe mir zwar ein paar Programmzettel ausgedruckt und in der alten Schmiede, bzw. der Gesellschaft für Literatur ausgelegt, als ich dort bei Lesungen war und sie auch ein paar Leuten übergeben und so hatte ich heute Zuhörerinnen. Nämlich Christa Kern mit einer Freundin, Elfriede Haslehner und Alfred war zum Fotografieren da.
Der Read!!!ing Room ist ein interessantes kleines Veranstaltungslokal, das 2002, als Raum für Alltagskultur mit dem Schwerpunkt Margareten gegründet wurde und jedem zur Verfügung steht, der etwas ausprobieren will.
Das Lesetheater hält dort öfter Veranstaltungen ab und mir ist er durch dem Margareten Spaziergang bekannt, den Anni Bürkl im August vor einem Jahr in ihrem Blog beschrieb.

Frauenansicht
Daraus hat sich die Idee zum Osterspaziergang entwickelt und dort waren wir auch am Ostermontag und so habe ich den Read!!!ingroom und seine Veranstalter Gabi Rökl und Thierry Elsen kennengelernt.
Gabi Rökl hat auch die Margareten Art moderiert und mich zum Ausprobieren meines Freiraums eingeladen und so gab es heute eine kleine feine Veranstaltung und ich war überhaupt nicht aufgeregt. Obwohl ich mir schon gedacht habe, daß nicht viele Leute kommen werden. Haben mir ja alle, denen ich das Programm hingehalten habe, versichert, daß sie schon etwas vorhaben und Thierry Elsen hat gemeint, jetzt wäre es zu spät, im Sommer, als es in Wien nichts anderes gab, sind sie voll gewesen. Aber jetzt, wo es soviel anderes gibt, bei Peter Campa am Freitag waren auch keine Leute da. Es war trotzdem eine gute Stimmung, bei Kaffee und zwei Gläsern Wein.
Ich habe meine Bücher ausgelegt und je eines zur Ansicht beziehungsweise zum Verkaufen dortgelassen und nachher gab es eine hitzige Diskussion.
Elfriede Haslehner hat mich nach der Autobiografie der Elsa Eisenstein Geschichte gefragt, die ja am Silvesterabend beleidigt ist, weil sie bei der Frauenlesegruppe und im Literaturhaus nicht lesen darf.
Na ja, das weiß man schon, das alles autobiografisch ist und alles gleichzeitig nicht, denn ich heiße ja nicht Elsa Eisenstein, werde aber höchstwahrscheinlich nicht mehr im Literaturhaus lesen und glaube auch, daß es legitim ist, vor mich hinzujammern, zumindest nehme ich mir die Freiheit heraus, das zu tun. Andere praktizieren das ja auch sehr eifrig.
So hat der Falter Chefredakteur Armin Thurnher einen Roman über einen Politjournalisten, der glaube ich, sogar Armin Thurnher heißt und dessen Liebe zu dem Pianisten Alfred Bendel mit dem Titel “Der Übergänger” oder “Die Verfehlungen des Alfed Brendel”, geschrieben und bei “Rund um die Burg” daraus gelesen, bzw. ihn gestern bei Ex Libris vorgestellt.
Und es gibt eine Rezension vom “Haus”. Elisabeth Pratscher hat es schon gelesen und bei leselustfrust.wordpress.com vorgestellt.
Rund um die Burg
Zum achtzehnten Mal fand nun schon dieses Festival zwischen dem Cafe Landtmann und dem Burgtheater statt und ist, wie die Veranstalter betonten, ein großer Erfolg geworden, das vom literarischen Leben Wiens nicht mehr wegzudenken ist.
Wie Frau Heidegger mag man sich nun fragen, was es bringt, da Nonstop zuzuhören?
Die Veranstalter hatten beim Opening auch die Antwort.
“Rund um die Burg”, soll das Buch und das Leseverhalten fördern. Es gibt ein großes Bücherzelt, das ebenfalls rund um die Uhr geöffnet ist und wenn man das Programm betrachtet, war es, wie die Poet Night, nur auf einem viel höheren Mainstreamniveau und das Honorar wird auch höher sein.
Gelesen haben die große Namen. Erika Pluhar hat eröffnet, dann kam Hugo Portisch, dem es in seiner Pension in die Toskana zog, wo er nun Oliven pflanzt, gefolgt von den Lebensansichten Peter Michael Lingens, der auch Siebzigjährig, seine Meinungen über Sex, Politik, ect, für seinen jüngsten Sohn Erich niederschrieb, damit aber sicher einen Verkaufserfolg hat, denn Biografien bekannter Männer lesen sich ja gern.
Natürlich gab es auch Literatur und weil ich irgendwie ehrgeizig bin, leiste ich mir diesen Spleen, am Freitagabend mit einer großen Tasche, mit Broten, Kaffee und einem Pullover hinzugehen und als Einzige, außer dem Fotografen und vielleicht der Veranstalterin, die Nacht durchzuhalten.
Das ist interessant, leicht ist es nicht und so ist es mir am Anfang auch nicht gleich gelungen und ich bin einige Male, um halb zwei oder drei am frühen Morgen, wenn es kalt und die Erotik-Nacht nicht besonders aufregend war, gegangen und habe mich dann jedesmal geärgert. Vier, fünf oder sechs Mal habe ich es inzwischen geschafft, auch wenn es immer noch ein wenig peinlich ist, wenn mich dabei jemand sieht.
Der Fotograf weiß es inzwischen, aber bei Rolf Schwendter habe ich vor ein paar Jahren sehr herumgestottert und heute ging es mir mit Zdenka Becker, die bis Mitternacht da war und um acht Uhr Morgen gelesen hat, ähnlich.
Begonnen hat es mit Erika Pluhar, dann kam die Eröffnung mit den Herren von Raiffeisen und der Wien Holding, die das Ganze sponsern, dem Wissenschaftsminister und einem Vertreter des Bürgermeisters und Marie-Christine Giuliani, die den Abend moderieren sollte, hat die Herren damit genervt, als sie fragte, was sie gerade lesen?
Sachbücher der Minister und die Sponsoren, der Herr Gemeinderat hat Julya Rabinowichs “Spaltkopf” aus der Jackentasche gezogen.
Dann kam Peter Henisch mit seinem neuen Roman “Der verwirrte Messias”, den ich sehr mag und Andre Kurkov aus der Ukraine mit “Der Milchmann in der Nacht”, wo sich eine stillende Frau, die Milch abpumpen läßt, in der dann die Politiker baden. Kurkow mag ich auch sehr gern.
Die Bücher der Kurier- oder Profil-Redakteure interessieren mich weniger. Ausnahme war Susanne Scholl, die Russland Expertin des ORF mit ihrem Portraitbuch “Rußland mit und ohne Seele”.
Antonio Fians Buch habe ich schon gekannt. So ging es bis Mitternacht, Peter Rosei hat da noch gelesen und der Verleger Jochen Jung aus seinem Beziehungsroman “Das süße Messer”.
Um Mitternacht gibts die Kriminacht, da war ich vorige Woche auch zu übereifrig und habe sowohl Eva Rossmann, als auch Thomas Raab schon gehört, Alfred Komarik mit seinem neuen “Polt” aber nicht. Simon Polt bekommt ein Kind von seiner Freundin Karin, genauso, wie der Lemming, Serien Held von Stephan Slupetzky “Lemmings Zorn”, ob das ein Zufall ist, weiß ich nicht.
Es gab noch einen Krimi von einer Elisabeth Herrmann “Die letzte Instanz”, der in Berlin spielt, mehr weiß ich nicht, denn da bin ich weggeschlafen.
Es gab im Vorjahr eine Diskussion mit Otto Lambauer, ob man bei “Rund um die Burg” schlafen darf?
Ich darf natürlich, kann es aber erfahrungsgemäß immer nur sehr kurz, jeweils für ein paar Minuten und meistens in der Nacht am wenigstens, das geht zu Mittag besser. Aber gestern war es nicht so kalt und jetzt sind auch die Erotik-Nächte interessanter. Da gibt es inzwischen ein paar junge Autoren, die sehr interessant schreiben. Am Anfang wurde eher Herzmanovsky-Orlando gelesen, das habe ich, als fad in Erinnerung.
Diesmal begann Karin Rick in einem glänzend schwarzen Kleid und die ist ja sehr engagiert und hat früher ihre Bücher im Milena Verlag gehabt. Da kam dann gleich die Enttäuschung, nämlich Jan Kossdorffs “Sunnyboys”, denn Milena ist ja kein Frauenverlag mehr.
Jan Kossdorff steht mit seinem Buch, wie er betonte, auf der Independent Liste und das ist mir ein Rätsel, denn so toll habe ich das Reihenvögeln nicht gefunden, aber ich habe eine eher konservative Sexualität.
Es folgte Ingrid Schramm mit “Die Liebespriesterin”, die hat Anni Bürkl schon in ihrem Blog vorgestellt, das hat mich auch nicht vom Sessel gerissen, dafür waren aber Doris Lerches erotische Gedichte sehr originell.
Dann kam Peter Gruber und hat mit seinem “Sommerschnee” ein Almtagebuch vorgelesen, weil er seit vierzehn Jahren im Dachsteingebiet Senner ist.
Um halb sechs kamen Mieze Medusa und Markus Köhle und die haben mir leid getan, daß sie in einem leeren Zelt ihren Poetry Slam bzw. das ebenfalls bei Milena erschienene Buch “Doppelter Textpresso” vorstellen mußten.
Nachher war es auch sehr interessant und leer, nämlich die Literaturwerkstatt Holunder mit ihrem Theodor Kramer Gedichtprogramm.
Dann habe ich Zdenka Becker im Bücherzelt erklärt, daß ich ein bißchen verrückt mit meinem Literaturmarathon bin, die ihr Buch “Taubenflug” über eine Tochter, die nach dem Begräbnis ihrer Mutter in die Bratislaver Wohnung kommt und dort eine Taube und im Kasten Briefe findet, die ihr ihr Jugendfreund zwischen 1960 und 1980 schrieb, die ihr die Mutter nie gegeben hat und daran knüpft sich dann die Handlung, vorstellte.
Um neun kam Julya Rabinowitsch, da bin ich auch weggeschlafen, aber ihr Buch habe ich schon bei einigen Lesungen gehört.
Dann kam mit Ina Wißgott, eine pensionierte Ärztin, die sich bei Ärzte ohne Grenzen engagiert und nicht nur von dem Elend schrieb, das die Frauen in Afrika durch die Beschneidungen erleben, sondern auch davon erzählte, wie sie in die Pension gemobbt wurde. Etwas Berührendes habe ich vergessen. Nämlich Uschi Fellner von der Zeitung News bzw. Woman, die hat eine junge Lehrerin vorgestellt, die voriges Jahr durch einen Unfall ihren Mann und ihre zwei kleinen Kinder verlor und das in sehr beeindruckenden Mails verarbeitet hat.
Samstag Mittag kommt immer eine Stunde die Schule für Dichtung, dann wirds wieder voll.
Julian Schutting war da und Vladimier Vertlieb und wieder ein paar Autoren für den Mainstream- und den Sachbuchgeschmack. Werner Schneyder, Harald Schume, Armin Thurnher.
Am Schluß gibts immer ein musikalisches Programm des Volkstheaters. Diesmal hat Maria Bill sehr gekonnt Edith Piaf vorgestellt.
Wenn man im Zelt sitzt, versäumt man zwar den Smalltalk draußen. Ich habe aber ein paar interessante Gespäche geführt und mich mit einigen Autorenkollegen unterhalten. Es gab wieder die “Edlen Tropfen” zu verkosten und ich habe viel gelernt. Die Bücher muß ich mir dann gar nicht mehr kaufen. Außerdem habe ich beim Nach-Hause-Gehen zwei gefunden, nämlich einen alten Simmel und Manuela Stefanis “Das Haus am Olivenhain”, was sehr gut zum Hugo Portisch passt.
Alte Schmiede und kurze Listen
Der Abend in der alten Schmiede knüpft perfekt an die Sonntagsdiskussion mit meiner Lieblingskommentiererin über die reichhaltige Wiener Literaturszene an, hat doch Ilse Kilic, als Vorvorletzte bei der Poet-Night gelesen und heute ihren bei Ritter erschienenen Prosaband “Das Wort als schöne Kunst betrachtet” vorgestellt.
Astrid Poier-Bernhard von der Uni-Graz, das ist die mit dem Sonderzahlband “Viel Spaß mit Haas” über den Sprachstil von Wolf Haas, hat sie mit den Worten eingeleitet “Nicht jeder wird Ilse Kilic kennen, aber jedem, der sich in Wien für die zeitgenössischen Literatur interessiert, ist sie bekannt und von einem Lottogewinner gesprochen, der nach Wien kommt, in die alte Schmiede geht und zu ihrer Lesung gerät und in dem Kilic Buch geht es, um genau diesen Lottogewinner. Er oder sie kommt nach Wien und wundert sich über die Werner Herbststraße, die Anita oder Rainer Pichlergasse, die Heimrad Bäckerstraße, die Petra Ganglbauergasse u.u.u., der sehr naive Ich-Erzähler, von dem nicht sicher ist, ob er männnlich oder weiblich ist.
Er oder sie will etwas über die Wiener Literatur erfahren, spricht also die Passanten an und trifft auch gleich auf eine Schriftstellerin, die dem Ich ihr Märchen von einem Mondscheinchen, genannt Mo auf der Parkbank vorliest und eine andere Passantin beim Bücher Crossing.
Das Ich wird dann selber Dichter oder Dichterin und ich habe mich bei dieser Buchvorstellung köstlich amüsiert.
Ein Buch, das ganz besonders beeindruckend ist, geht es dabei doch über mein Lieblingsthema, dem Schreiben in seiner vielfältigen Form, in den vielfältigsten Sprachstilen dargestellt.
Kurz eine Einführung zu Ilse Kilic, für die, die sie doch nicht kennen.
Mir ist sie solang bekannt, wie ich in der GAV bin, nämlich seit 1987, war sie damals dort Sekretärin und hat eine Vielzahl Bücher in ihrem sehr individuellen Sprachstil und Themen, die sich immer wieder mit sehr realistischen Inhalten, nämlich ihrer Kindheit, ihrer Krankheit, ihrer Beziehung zu Fritz Widhalm, der Wiener Literaturszene mit ihren experimentellen Dichtern, die sich im fröhlichen Wohnzimmer und im Glücksschweinmuseum treffen, geschrieben.
Sie zeichnet, singt und hat mehrere Bücher im Ritter-Verlag herausgebracht. Ich habe einiges von ihr gelesen “Monikas Chaospotokoll” oder “Die Rückkehr der heimlichen Zwei” zum Beispiel und war auch schon bei vielen ihrer Lesungen. Sie veranstaltet seit einigen Jahren auch die xxxxxxx-small Kleinverlagmesse vor Weihnachten im Amerlinghaus.
Die zweite Leserin war Margret Kreidl, ebenfalls eine eher experimentelle Schreiberin, die mit der Sprache und den Lauten spielt und die Sprachformen mischt, Gedichte, Kinderreime, Dialoge, Prosastücke ect kommen in der Geschichten von den zwei Schwestern Judith und Edith vor, in der es um ihre Krankheiten, ihre Beziehung und um die Vogelkunde geht und das alles distanziert und nicht festgelegt.
So hat sie ihren bei Korrespondenzen erschienenen Band “Eine Schwalbe Falten” in etwa eingeleitet und das führt zum zweiten Teil meines heutigen Blog-Eintrags, ist sie damit nämlich auf die Hotlist der Independentverlage gelangt, dem Gegenstück zur Lang-bzw. Kurzliste des deutschen Buchpreises.
Von dieser Liste kenne ich zwar nicht wirklich viele Bücher, eigentlich ist mir außer dem Kreidl Buch nur noch Martin Kubaczek bekannt, dessen bei Folio erschienener Roman “Sorge” demnächst ebenfalls in der alten Schmiede vorgestellt werden wird.
Aber mit der Longlist habe ich mich in den letzten Wochen intensiv beschäftigt, meine Kurzlistenschätzung abgegeben und mich dabei total verschätzt!
Bei meiner Mainstreamschätzung, man merkt, ich brauche die Struktur und die bekannten Namen, das war auch bei meinen Jurytätigkeiten so, bin ich nur bei Herta Müller richtig gelegen und glaube noch immer, daß sie die Preisträgerin wird, bzw. habe ich bereits für sie gestimmt.
Bei allen anderen hatte die Jury andere Ideen und so ist aus Österreich Clemens J. Setz mit seinen “Frequenzen” auf der Liste und dann noch Bücher und Autoren, die mir nicht viel sagen.
Kathrin Schmidt “Du stirbst nicht”, die Geschichte eines Erwachens auf der Intensivstation, klingt aber interessant.
Spannend, wie es weitergehen wird. Christiane Zintzen hat in ihrem Inadäquat eine kritische Stellungnahme vom Vorantreiben des Leserviehs geschrieben und da fühle ich mich mit meiner großen Bibliothek der uralten ungelesenen Bücher nicht wirklich angesprochen. Herta Müller und Kathrin Schmidt würde ich, wie alle Bücher, wenn ich sie geschenkt bekomme, zwar gerne irgendwann lesen.
Im Augenblick habe ich aber mit dem Oldie aus den Fünfzigerjahren, der in seiner Neuauflage auf Platz Vier der ORF-Bestenliste lag, begonnen, von Cornelia Travnicek erfahren, daß “Fütter mich” verschickt wurde und bei Amazon von meinem Schreibwerkstatt-Zusatzgewinn, einen Krimi bestellt, der noch nicht erschienen ist.
Die Buch Wien, die wieder im November stattfinden wird, hat ein neues Lesespaßheftchen herausgebracht, mit dem man um 2.50 statt um 9 Euro hineinkommt, wenn man vorher drei Bücher kauft und ich habe mir vorgenommen, daß ich, wenn ich mit dem Korrigieren bis Ende Oktober fertig werden sollte, beim Nanowrimowriting mitmachen werde.
Zum neunzigsten Geburtstag von Michael Guttenbrunner
Nachem ich durch meine Lesung bei den Wilden Worten, den Saisonauftakt in der Alten Schmiede, nämlich Ilija Trojanows und Julie Zehs Buch “Angriff auf die Freiheit – Sicherheitswahn, Überwachungsstaat und Abbau der bürgerlichen Rechte” versäumt habe, bin ich am Dienstag in die Gesellschaft für Literatur in die Herrengasse gegangen und da wurde Richard Walls Buch “Sprachherde und Wegzeichen. Fotos und Texte zu den Wortwerkstätten Michael Guttenbrunners” und das Dossier in “Literatur und Kritik” zu Michael Guttenbrunners neunzigsten Geburtstag vorgestellt.
Den Oberösterreicher Richard Wall kenne ich schon lang. Ist er ja ein GAV Kollege und so sehen wir uns bei den Generalversammlungen und denen der IG Autoren immer wieder.
Wir haben auch ein paar Mal miteinader gelesen. Bei der Präsentation des Österreich-Teils des “Krautgartens”, dieser deutschsprachigen belgischen Literaturzeitschrift, den ich vor Jahren einmal mit Arthur West zusammengestellt habe und auch bei Ernst Kostals Wahnsinnsymposien, als es die noch im Literaturhaus gab.
Ein fleißiger Dichter, bei Ruth Aspöcks Buchpräsentation in Poldis Galerie Cafe, habe ich ihn, glaube ich, auch einmal gesehen, darüber in einer meiner “Best of Geschichten” geschrieben und ein Stück der Donaulandkarte, die er dort verteilte, gerade nicht bekommen.
Michael Guttenbrunner, den streitbaren Dichter, der von 1919 bis 2004 lebte und 2004, den Theodor Kramer Preis, ein paar Wochen vor seinem Tod bekommen hat, habe ich auch gekannt.
Obwohl ich den Namen Guttenbrunner, in den Siebzigerjahen eher durch seine Namensvetterin Brigitte, mit der ich im Arbeitskreis schreibender Frauen war, nicht verwandt und verschwägert höchstwahrscheinlich, kennenlernte.
Später habe ich den Dichternamen wahrscheinlich in Niederösterreichischen Literaturzeitschriften gefunden und ihn selber, 2004 in Krems bei der Verleihung des Theodor Kramer Preises kennengelernt und ein paar Tage später war er auch in der Gesellschaft für Literatur und ist im Mai darauf gestorben und jetzt wurden zu seinem neunzigsten Geburtstag, das neue Buch und das Dossier vorgestellt.
Als ich in die Herrengasse gekommen bin, war es sehr voll, was mich erstaunte. Da habe ich das Wiener literarisch interessierte Publikum unterschätzt, so daß ich nur im Hinterzinmmer einen Platz bekommen habe und am Anfang war auch die Akustik schlecht.
Helmuth A. Niederle hat eingeleitet, dann hat ein Herr Friedrich Danielis von seinen Erlebnissen mit Michael Guttenbrunner erzählt und das “Steilabsausende der Berge” erwähnt, Dichterworte, die ihn sehr beeindruckt haben, weil ihm als Kind der Berge vor ihnen grauste, das sehe ich als Wienerin vielleicht anders.
Er hat aber auch erwähnt, daß er Guttenbrunner erzählte, daß er am Morgen um sechs Uhr aufsteht und dann ist der gekommen, um nachzusehen, ob das stimmt.
Ja, daß der alte Herr sehr streitbar war, habe ich noch von meinen Begegnungen mit ihm in Erinnerung.
Er ist sehr jung in den Krieg eingezogen worden und hat sich gegen diesen aufgelehnt, so daß er beinah zum Tod verurteilt wurde und später hat er in den Prosabänden “Im Machtgehege I -VII” seine Ansichten über Politik und Leben kundgetan und er hat sowohl in einem Bauernhaus in Saas Fee, als auch in der Wiener Pramergasse gewohnt. Richard Wall scheint ihn dort besucht und seine Bücher fotografiert zu haben, die in dem Buch abgebildet sind.
Einmal nach der Veranstaltung zum Tag der Freiheit des Wortes, 2002, im Literaturhaus, das war die, die Rolf Schwendter organisierte, der Dichter hat sich nach ihr erkundigt und Richard Wall hat ihm den Text vorgelesen, den er vorgetragen hat und hat von dem schmalen Bett berichtet, das zwischen den Büchern aufgestellt war und einer alten Decke, die der Dichter aus dem zweiten Weltkrieg aus Griechenland mitgebracht hat und mit der er sich nicht nur zudeckte, sondern auch ein Gedicht darüber geschrieben hat.
Ein sehr interessanter Abend also mit vielen bekannten Gesichtern und ein bißchen Smalltalk bei einem Glas Wein und Soletti.
Erich Hackl war da und hat sich intensiv mit Toni Gruber unterhalten und die ältere Dame, die in der Nationalbibliothek arbeitet oder gearbeitet hat und die ich vor ein paar Jahren bei einem Bachmannsymposium kennenlernte und bei dem Bachmann Spaziergang mitgegangen ist. Ich bin mit ihr die Blutgasse hinuntergegangen, weil da einmal die Bachmann wohnte und dort ist jetzt ein Thomas Bernhard Archiv und darüber sind wir ins Gespräch gekommen, weil ich da bei der Eröffnung da.
Die Germanistin hat sich beide Bücher gekauft, die überhaupt, wie die warmen Semmeln weggegangen sind und ich finde es sehr spannend, wieviele Leute sich für den streitbaren Dichter interessieren, von dem ich, wie ich fürchte, nicht viel gelesen habe.
Gast bei den wilden Worten
Schon ist sie vorbei meine nächste Lesung, bzw. erste Buchpräsentation meiner 2009 erschienenen Bücher.
Da bin ich ja für den erkrankten Michael Amon bei den Wilden Worten eingesprungen. Dieser Szene-Veranstaltung von Richard Weihs, Franz Hütterer und Michaela Opferkuh, die jeden zweiten Montag im Monat im Amerlinghaus mit einem Gast, freier Wildbahn und Wunschgedichten stattfindet.
Vorigen September war ich bei der Judith Gruber-Rizy Lesung, habe mein Interesse für eine Lesung angemeldet und den “Novembernebel” in freier Wildbahn vorgestellt.
Im Mai die “Radiosonate” an Richard Weihs und “Das Haus” an Franz Hütterer geschickt, oder war es umgekehrt? Als ich noch beim Bachmannpreis-Berichterstatten war, hat mir Richard Weihs gemailt, ich kann mir im nächsten Jahr einen Termin aussuchen. Ich habe den Jänner genommen und vorigen Montag kam das Mail, ob ich nicht für Michael Amon einspingen will?

Lesung
Ungeduldig wie ich bin, habe ich gleich zugesagt, da ich die Bücher ja nächste Woche im “Reading-Room” präsentiere, geht das in einem Aufwaschen. Als ich aber das Amerlinghaus-Programm mit der Ankündigung Gast: Michael Amon, bekommen habe, war ich mir nicht ganz sicher, ob das eine gute Idee war, bin ich dann ja nirgends angekündigt. Allerdings wenn Michael Amon einen großen Fan-Kreis hat, habe ich vielleicht Publikum, das zu mir nie gekommen wäre …
Egal, ich habe zugesagt und im September einen wahren Lese-Marathon. Auch nicht schlecht, das mal auszuprobieren. Das Amerlinghaus war auch ziemlich voll, fast ausschließlich Leute, die ich nicht gekannt habe. Mein Fan-Publikum wird vielleicht in den Reading Room kommen. Jedenfalls haben das einige Leute bei der Poet Night angekündigt. Es war aber Herr Blaha von der Augustin-Schreibwerkstatt da. Dem habe ich ein Belegexemplar des “Haus” für den Augustin gegeben und einen Termin für die nächste Augustin-Schreibwerkstatt ausgemacht. Was ich da machen soll, ist mir zwar noch unklar. Vorlesen und Auskunft über mein Schreiben geben. Mache ich doch gern, dafür bekomme ich ein Portrait im Augustin, der größten Straßenzeitung Wiens.
Da Lesen war problemlos. Ich habe ein bißchen was dazu erzählt. Dann kamen die Wunschgedichte von Richard Weihs und Franz Hütterer. Michaela Opferkuh war nicht da und in der Pause hat mir der Eventbesucher, mit dem ich am Freitag bei Kuppitsch gefrühstückt habe, erzählt, daß er die Zehn-Bücher-Tasche, die dort verlost wurde, um halb sechs bekommen hat. Vier hat er sich behalten, den Rest verkauft. So ein Pech, daß ich da zu arbeiten hatte.

Franz Hütterer & Richard Weihs
Nach der Pause las Herr Blaha ein paar surrealistische Gedichte und erklärte, daß surreal ist, wenn der Bezug zur Realität noch vorhanden ist und als zweiter Leser in freier Wildbahn, der Gast vom nächsten Monat, Wolfgang Gleichner, der als Provinzler aus dem Mühlviertel oder so, seine Kämpfe im Großstadtdschungel zum Besten geht. Man konnte sich aussuchen, ob man es in Hochdeutsch oder Dialekt hören wollte und dann gab es als Experiment, die Geschichte “Nackt in der U-Bahn”. Er fährt in der Nacht zur alten Donau, stellt seine Kleider und seinen Rucksack bei einem Pärchen ab, bevor er ins Wasser geht. Dann kam eine Unterbrechung und ein langer Exkurs über den Kleiderdiebstahl von der Antike bis zur Gegenwart. War sehr lustig. Das nächste Mal stellt er sein in der Bibliothek der Provinz erschienenes Buch “Jetzt schlägt`s dreizehn” vor.
Franz Hütterer hat noch, weil das Thema “Radio” war, aus seinem Hörspiel gelesen, daß er anläßlich der Bärenjagd in Südtiriol geschrieben hat, das aber nicht gesendet wurde, weil der Bär, bevor es fertig war, erschossen wurde.
Ein Buch habe ich verkauft, siebzig Euro Honorar bekommen und mit Alfred, Franz Hütterer und seiner sehr lieben Frau im Amerlingbeisl noch ein Glas Wein getrunken.
Ich bin ein Hügel
Ein Bericht über Friederike Kretzens “Ich bin ein Hügel”, eines meiner Ein-Euro-Buchlandungsbücher, mit dem ich gerade fertiggeworden bin. Rezension, Besprechung, Leseeindruck?
Da gibt es ja ein Buch des Literaturwissenschaftlers Stephan Pomolka “Kritiken schreiben”, das Leselustfrust gelesen hat und daran hat sich eine rege Diskussion entfacht, was Blogger eigentlich schreiben?
Ich bin darauf gekommen, daß ich meine Besprechungen zwar Rezensionen nenne, weil das kompetent klingt, sie aber als spontan subjektive Leseeindrücke verstehe. Wo ich leicht und locker über das Gelesene darüberflüstern will. Berufskritikerin bin ich ja keine.
Wohl kann aber die Autorin aus den Büchern anderer für ihr Schreiben lernen und soll sie solcherart lesen und da eignet sich “Ich bin ein Hügel” auch bestens.
Ist die 1956 in Leverkusen geborene Friederike Kretzen, die Soziologie und Ethnologie studierte, während ihres Studiums eine Theatergruppe aufbaute und später Regieassistentin und Dramaturgin war, ja seit einigen Jahren Tutorin beim Klagenfurter Literaturkurs.
Das 1998 erschienene Buch, ich habe die dtv-Ausgabe von 2001, die Bezeichnung Roman, fällt mir etwas schwer, ist die Pubertätsgeschichte eines dicken Kindes von armen Eltern, das in den Sechzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, eine höhere Töchterschule einer westdeutschen Chemiemetropole besucht. Eines dicken und unansehnlichen Mädchens, dessen Vater an Tuberkulose leidet, weil ihm zehn Jahre nach dem Krieg eine Kugel aus der Schulter herausgewachsen ist, so daß eine Lungenfunktion stillgelegt werden mußte.
Deshalb stehen am Speicher nicht nur die Koffer mit den hellgrünen Bettüchern, die zur Aussteuer der Mutter gehören, sondern auch die väterlichen Röntgenaufnahmen mit den schwarzen Löchern und während die Ich-Erzählerin die Aufmerksamkeit der Mutter sucht, weil die nur Zeit für das Füttern des Papageis hat, wünscht sie sich, daß ihr jemand sagen würde, sie sei sehr nett!
Sie wäre auch gern in einem Internat und würde reiten lernen oder, wie Hanni und Nanni aus ihren Mädchenbüchern, Tee trinken und Sardellenbrötchen essen.
Besucht aber, wie bereits erwähnt, die höhere Schule für Frauenbildung, wo sie Französisch, Kochen, Fechten und Handarbeiten lernt und sich ziemlich einsam unter den Ärztetöchtern mit dem Mathematiklehrer Schreck, der einmal Offizier gewesen ist “Später meine Damen könnt ihr eure Rechenaufgaben euren Männern überlassen, jetzt versuchen Sie es selber!” und der Deutschlehrerin, die ihre Gedichtinterpretationen übertrieben findet, herumquält, während die Griechin Vicki “Ein Schiff wird kommen!”, singt, der Sinn der Mondfahrt zu begründen ist und Lex Barker in den Winnetou-Filmen brilliert.
Die Cousine hat ein paar uneheliche Kinder, die Mutter passt auf sie auf und die älter gewordene Heldin kämpft für ein Jugendzentrum, bringt in den Theater der Jugend-Aufführungen Bruno Ganz zur Verzweiflung, weil der als Prinz von Homburg sein eigenes Grab ausheben soll und kommt auch mit Trotzkisten in Berührung.
Trotz dieser Realität wird das einfühlsame Protokoll einer weiblichen Jugend von Märchenbildern begleitet, das Pferd Fallada erscheint beispielsweise, während die Namenlose mit Freund Bernhard den damaligen Kultfilm “Panzerkreuzer Potemkin” anschauen geht.
Die Mutter ist ein Berg, der Vater ebenso, sie selber bekanntlich ein Hügel, dick und unansehnlich und am Ende stirbt der Vater, so daß sich die Hügel zu kleinen Fischen transformieren, die schon früher eine Rolle spielten.
Ein sehr poetischer Prosatext, in einer metaphernreichen Sprache, die manchmal etwas ganz Normales erzählt. Eine deutsche Nachkriegsjugend zwischen Weltkriegstraumen und 1968. Ein einziger Ich-Monolog, zu Klagenfurt sehr passend.
“Verblüffende Bilder, ungewöhnliche Metaphern, schräge Pointen und damit zugleich vor unseren Augen ein merk-würdiger Erfahrungsbericht des kleinbürgerlichen Alltags in Westdeutschland”, hat Birgit Schwaner, die ebenfalls sehr poetische Autorenkollegin, in der Wiener Zeitung geschrieben.
Die realistische Schreiberin tut sich bekannterweise nicht ganz leicht damit, trotzdem hatten die schönen Worte ihre Wirkung und das kleinbürgerliche Nachkriegsleben ist sehr dicht herausgekommen. Am Anfang hat die Psychologin zwar die Schilderung einer Eßstörung erwartet, bis sie begriffen hat, daß es hier um etwas anderes geht.
Poet Night

Eva Jancak

Werner J. Grüner
Gestern das literarische Underground- und Kleinkunstereignis, das unter Ausschluß der Öffentlichkeit, seit 2000 oder 2001, würde ich einmal schätzen, jährlich an einem Freitag oder Samstag Nachmittag, um vier Uhr im Kulturcafe Siebenstern, in der Siebensterngasse, beginnt, wo nur von ein paar kurzen Pausen unterbrochen, an die sechzig Autorinnen und Autoren, die alle aus dem Lesetheater kommen, neun Minuten eigene Texte lesen.
Das ist immer eine bunte Mischung und intereressant, denn da ich jedes Mal mehr oder weniger lang dort war und mir seit einigen Jahren zu den Texten und den Autoren Anmerkungen mache, habe ich schon einige Talente entdeckt, die ich später in anderen Rahmen wieder getroffen habe.
Susanne Toth vielleicht, die heuer bei dieser Lex Liszt Gala im Literaturhaus gelesen hat. Dagmar Fischer, auch eine ehemalige Lehrerin von der Anna, Christian Katt, der sich für den 2001 verstorbenen Christian Loidl sehr engagierte und vor einigen Jahren ein paar Gedenkveranstaltungen im Literaturhaus machte, GAV- Mitglied ist und schon einige Bücher hat.
Dann gibt es die stillen poetischen Talente, wie Christoph Vivenz, den ich jährlich bei der Poet Night höre, keine Ahnung, was er sonst noch macht und von seinen eindrucksvollen Texten jedesmal beeindruckt bin.
Und natürlich die Bekannten. Die Arbeitskreis- und Lesefrauen, zum Beispiel, mit denen ich zum Lesetheater gekommen bin. Elfriede Haslehner, Judith Gruber-Rizy, Hilde Langthaler, Hilde Schmölzer, Anita C. Schaub ….
Anitia C. Schaub, die Kärntner Feministin, Psychagogoin und Germanistin, die uns 2002 nach der von Rolf Schwendter organisierten Tag der Freiheit des Wortes angesprochen hat, ob wir nicht eine Frauenuntergruppe des Lesetheaters machen wollen, dann das Buch “FrauenSchreiben” mit siebzehn Autorinnenportraits, Gerstl, Jelinek, Langthaler, Haslehner, Nebenführ, Mayröcker, Neuwirth, Hammerl, Jancak …, 2004 herausgebracht hat.
Die Frauenlesegruppe im Wiener Lesetheater war heftig umstritten, mußte sich umbenennen und Anita C. Schaub ist bald, was ich sehr schade finde, von dort ausgestiegen, macht aber alleine weiter und liest seit einigen Jahren bei der Poet Night.
Jetzt gibts ein Buch mit dem Namen “Fremdenzimmer”, das bei Arovell erschienen ist und in der Gesellschaft für Literatur vorgestellt werden wird, in dem die Reisen der Protagonistin Andrea von Wien nach Klagenfurt, wo sie ihre Mutter pflegt, beschrieben werden.
Elfriede Haslehner las eine andere utopische Geschichte, in der es um die Krise geht. Hier wacht die Heldin eines Morgens auf, es gibt keinen Strom, keine Heizung und keine Autos auf der Straße und sie zieht sich mit ihrem Freund in eine einsame Hütte zum Überleben und Sterben zurück.
Judith Gruber-Rizy hat wieder ihr neues Buch “Drift” vorgestellt, in dem die Heldin, wie in allen ihren Büchern Rosa heißt.

Judith Gruber-Rizy

Christa Kern
Dann gabs Erinnerungen an einen runden Geburtstag von Eva Dite, den Aufruf zu einer Benefizveranstaltung für die Hermi in der Kulmgasse, die für alle Künstler in den Siebziger- und Achtzigerjahren eine offene Küche hatte und sich dadurch in Schulden stürzte. Eva Dite zählte die Namen der jetzt Großen auf, die dort ein und ausgegangen sind.
Mechthild Podzeit-Lütjen, auch ein GAV-Mitglied und eine Frauen lesen Frauen Lesefrau, die sehr poetische Texte hat, las von der Eröffnung des Ernst Jandl Parks, welche Kinder jetzt dort spielen und was am Parkeingang geschrieben steht.
Natürlich traten auch Männer auf, bekannte und weniger bekannte. Beppo Beyerl las einen Text vom Wiener Riesenrad und den Tschechen, denen es einst gehörte.
Dann kam Herbert J. Wimmer mit eigenen Texten und einigen Gerstl Gedichten, in Gedenken an die Dichterin, die gemeinsam mit Gert Jonke regelmäßig als Spezialguests aufgetreten ist und sich als einzige das Kleinhonorar nicht auszahlen ließen.
Gert Jonke hatte eine eigene Gedenklesung, vorgetragen von Ingrid Ahrer und es war sehr interessant, einen Jonke Text von einem anderen zu hören.
Sehr poetisch Waltraud Haas, auch ein verborgenes, stilles Talent, die einige Bücher in großen österreichischen Verlagen hat und deren neuer Lyrikband “Zwerchfellgewitter”, demnächst bei Klever erscheint und auch in der Gesellschaft für Literatur vorgestellt wird.
Es gibt bei der Poet Night aber auch sehr viel Humoristisches, viel Satire und Kabarett.
Besteht die Hälfte der Mitglieder aus Schauspielern, die Ausschnitte aus ihren Soloprogrammen zum Besten geben. Manfred Loydolt, Helga Leitner, Gerda Kamna wären dazu Beispiele.
Dann gibts natürlich Richard Weis mit seinen Wilden Worten, der meistens ein *Best of* seiner Wunschgedichte bot, diesmal aber zu Ehren Rolf Schwendters, der sich das alles bis zwei Uhr früh anhören muß, eine Katzengeschichte las. Eine Geschichte von der Katze Schnurli hatte auch Horst G. Tischer und da hatte ich den Eindruck, daß das eine Stehgreiferzählung war, die live und als Weltuhraufführung geboten wurde.
Es hat auch Werner J. Grüner, der wie ich nonstop geblieben ist, zum ersten Mal eigene Texte gelesen. Politische Splitter und Aphorismen, zum Beispiel eine Betrachtung über das Grüßen in Österreich, Grüß Gott oder Heil Hitler?
Andere haben überhaupt anderes gelesen. Peter Waugh auf Englisch, der Psychoanalytikersohn Georg Becker Gedichte von Dagmar Fischer und Erich Fried.
Dann war noch Axel Karner da, wieder ein Vollblutautor, von dem ich mir vor zwei Jahren die Idee zum “Novembernebel” auf einer Poet Night geholt habe. Jetzt habe ich die Kurz-Kriminalgeschichten “Vom ersten Durchblick des Gewebes am zehnten November und danach” mit ihm getauscht. Auf Seite 14 kann man in “Ab und zu raschelt noch das rote Kraut” den Satz nachlesen, der zum “Novembernebel” geführt hat.
Ingrid Jantzen, die immer sehr spät las, weil sie vorher Vorstellung hatte, hatte offenbar Krebs und hat einen sehr berührenden Text darüber gelesen.
Ich springe herum im Programm des äußerst intensiven Abends, bei dem ich wieder non stop geblieben bin, obwohl ich sehr müde war. Ich habe eifrig mitgeschrieben, um für später Erinnerungspunkte zu haben, das hat Helga G. Schweiger, die neben mir gesessen ist, neugierig gemacht, sie wollte wissen, was ich über sie geschrieben habe.
Ich schreibe ein paar Sätze des Gehörten mit, manchmal auch eine Bemerkung, die nicht dazu gehört, so ist es peinlich ein Rohkonzept aus der Hand zu geben, sie wollte es aber lesen, es entspann sich eine Diskussion, die Eva Dite beim Lesen störte …
Ilse Kilic und Fritz Widhalm vom fröhlichen Wohnzimmer und dem Glücksschweinmuseum hätte ich jetzt fast vergessen, sie waren aber auch sehr spät daran, ich bin eigentlich nur wegen ihnen geblieben und wegen Susanne Schneider, die auf der Rotenturmstraße spazierenging und dabei von China träumte.
Am Schluß las Rolf Schwendter sein “Wir retten das System” – Volksstimmefestpoem noch einmal.
Viele, viele habe ich jetzt nicht erwähnt. Der Text hat aber schon über tausend Worte, also im nächsten Jahr selber hingehen, denn da wird österreichische Literatur geboten, die man sonst vielleicht übersieht.
Raab-Präsentation und Kuppitsch-Frühstück
“Der Metzger geht fremd”, ist der dritte Serienkrimi von Thomas Raab mit Willibald Adrian Metzger, als eher untypischen Krimihelden.
“Der Metzger muß nachsitzen” und “Der Metzger sieht rot” sind die beiden anderen. Thomas Raab, schreibt schon, wie er gestern im Thalia erzählte, an seinem vierten.
Denn es geht ihm mit dem Schreiben wunderbar. Er setzt sich hin, weiß auf Seite drei nicht, was auf Seite vier geschehen wird, ist also alles andere, als ein Konzeptschreiber, der mit Hilfe der Schneeflockenmethode Szene für Szene komponiert und hat trotzdem mit seinem untypischen Helden, eine neue Kultfigur geschaffen.
Das Buch ist bei Piper erschienen, Thalia war noch viel voller, als bei Eva Rossmann. Thomas Raab scheint einen großen Fan-Kreis zu besitzen, er hat aber auch einen sehr unterhaltsamen Vortragsstil. Er stellt Fragen, beim ersten Buch, war es die Frage nach dem Handy “Na wer hat keines?”
Ich habe zweimal aufgezeigt, gestern gings um die Kur.
“Wer war da schon mal?” und alle lachten. Denn Danjela Djurkovic, Willibald Adrian Metzgers Liebste muß dorthin. Er fährt ihr nach und gerät in den schönsten Kriminalfall. Thomas Raab hat quer gelesen und sehr viel zwischendurch erzählt und am Schluß einen wahren Sprichwortreigen von sich gegeben und dem Buchhändler, der ihm eine Flasche Wein überreichen wollte, ebenfalls eine solche entgegengestreckt.
Sehr viel Krimis in den letzten Tagen und ich sollte noch erwähnen, daß die starke Affinität zu Wolf Haas, die mir beim ersten Buch aufgefallen ist, diesmal nicht gegeben scheint.
Krimis habe ich ganz gern, wenn ich auch nicht besonders viele lese. Gut finde ich, daß sie spannend sind, man sie in einem herunterlesen kann, sie oft sozialkritisch sind und ein bestimmtes Lokalkolorit beschreiben. Der Nachteil ist die Gewalt. Denn wo bitte, passieren soviele Morde auf einmal? Das mißfällt mir, deshalb habe ich auch Schwierigkeiten beim Schreiben solcher. Ich habe es zwar ein paar Mal versucht.
Bei “Tod eines Jurymitglieds”, “Tauben füttern” und “Novembernebel” beispielsweise. Es sind aber keine richtigen. Denn bei mir klärt sich alles nach Möglichkeit gewaltfrei auf. So werden die Toten oft, ähnlich, wie Ödon von Horvath in Paris, von einem herabfallenden Ast erschlagen, was mir dann Kritik einbringt, weil man sich bei diesem Genre offenbar Gewalt erwartet und enttäuscht ist, wenn es am Schluß ganz harmlos war.
Interessant, daß ich bei meiner gestrigen Eva Rossmann Lektüre, von der ich ja nicht restlos begeistert war, daraufgekommen bin, daß da eigentlich auch nicht viel passiert.
Es gibt zwar eine Bombendrohung mit einigen Verletzten, die sich selbst zertrampeln, aber keine Bombe und keinen Mord, obwohl man das vielleicht gar nicht merkt.
Gestern also wieder Buchhandlung Thalia, nachher gab es Wein und kein Buffet. Das war ganz woanders und habe ich, wahrscheinlich mit Frau Heidegger versäumt, denn die Buchhandlung “Kuppitsch” feiert Geburtstag.
Gestern mit einer Eva Menasse Lesung, heute mit einem Frühstück und einem GU-Schaukochen, am Nachmittag gibts Signierstunden und Wolf Haas signiert, glaube ich, bei Thalia.
Die Kuppitsch Torten habe ich versäumt, aber heute bin ich hinmarschiert und mir die Vollkornweckerln mitgenommen, weil ich mein Müsli schon vorher gegessen habe. Auf der Freyung und am Naschmarkt gabs noch gratis Bio-Milch und Kaffee gibts den ganzen Tag, bei Kuppitsch, wie ich Frau Seidl sagen hörte.
Ich kam gleich ins Gespräch mit einem Vernissagen- und Veranstaltungsbesucher, den ich morgen ins Siebenstern zur Poet-night eingeladen habe. Beim Show-Kochen gab es gefüllte Törtchen mit Datteln und Thunfischaufstrich. Im Keller habe ich mir ein Buch über die verdeckte Identität von B. Traven durchgeblättert, kommt dieser inzwischen längst vergessene Autor ja auch in “Sophie Hungers Krisenwelt” vor.
Dann bin ich gegangen, um vor meinen Stunden, meinen Blog zu schreiben und am Naschmarkt, wo ich Weizen kaufte, habe ich Dagmar Fischer, beim Frühstück getroffen, die auch bei der Poet-night lesen wird.
Und Robert Menasse, das ist, glaube ich, der Halbbruder von der Eva, der auch ein neues Buch geschrieben hat, war heute morgen im Leporello und erzählte, daß er in den Siebzigerjahren sehr darunter gelitten hat, daß man im Nachkriegsschock nur experimentell und nicht realistisch schreiben durfte.
Er ist nach Sao Paulo gegangen und als berühmter Autor zurückgekommen. Darunter habe ich auch sehr gelitten. Aber das ist vorbei, jetzt darf man wieder erzählen und spannend schreiben und das wird auch getan.