Parlamentssession und erster Osterspaziergang

Gestern war ich im Parlament, denn da gab es im Raabzimmer eine Vorbereitungssitzung zum nächsten Ohrenschmaus und es war auch, nachdem ich mich durch die Sicherheitskontrollen geschleust hatte, eine interessante Sitzung mit Franz Josef Huainigg, dem Preisinitiator und dem Organisationsteam. Ich hoffe, daß jetzt alles klar ist und es keine Schwierigkeiten mehr gibt.
Ich hatte mich auch gut vorbereitet und ein Referat von Professor Berger zu den Begriffsdefinitionen herausgesucht und mir die Punkte überlegt, die ich besprechen wollte.
Jetzt brauchen wir noch einen Termin für die Jurysitzung, der Ort und das Datum der Preisverleihung stehen ja schon fest.
Erster Dezember im Museumsquartier. Jetzt muß noch der Ausschreibungstext ausgesendet werden, es gibt diesmal keine Pressekonferenz und natürlich die Texte geschrieben und eingesandt, bis es wieder Preisträger und eine hoffentlich schöne Preisverleihung geben wird. Es war spannend und aufregend und eine neue Lernerfahrung.
Am Abend habe ich in Praxis und Wohnung die Fenster für den Frühling geputzt. Dazwischen gab es noch Damentag bei der Firma Leiner, mit Sekt, Gemüsesäften und Schokoladeriegeln und heute sind wir wieder nach Harland gefahren.
Da gab es dann gleich eine literarische Veranstaltung, nämlich den Osterspaziergang der literarischen Gesellschaft St. Pölten, um bzw. am Viehofner See. Das Wetter war ja wunderbar, warm und sonnig und so war es ein schöner Spaziergang.
Mein dritter in St. Pölten, vor Jahren bin ich einmal an der Traisen bis zum Spratzener Bootshaus gegangen und habe eine “Ostereigeschichte” aus der “Viertagefrau” gelesen. 2000 war das, im Jahr eins der blau-schwarzen Regierung. Dann gab es ein paar Jahre Pause. Voriges Jahr bin ich wieder mitgegangen. Das war am Ostersamstag im Stadtwald und ich habe meinen St. Pöltner Text “Harland-Stadt” gelesen und heute eben Viehofner See, bei strahlend schönem Wetter.

LitGes

LitGes


Daher gab es auch viele Interessenten. Von denen ich eigentlich nur Alois Eder, Robert Egelhofer und Ruth Aspöck kannte. Wir sind diesmal auch nur ein kleines Stück gegangen. Den halben See entlang mit vier Lesestationen.
Auf der zweiten habe ich “Die Führung” gelesen, weil das auch ein Text mit St. Pöltner Bezug ist und irgendwie auch gut zu Ostern passt.
Bei der dritten hat Alois Eder ein kurzes Frühlingsgedicht vorgetragen und ist dann gegangen, während es hier das berühmte Picknick gab, mit Ostereiern, Brot und Bärlauchaufstrich. Am Rückweg gab es dann noch eine Station. Hier hat Robert Egelhofer ein auf englisch verfasstes Sonett auf den Osterspaziergang der St. Pöltner Poeten gelesen. Dann sind wir noch lange bei der Seedose gesessen und haben unsere St. Pöltner Beziehungen ausgetauscht.
So ist ja Irene Wondratsch eine geborene St. Pöltnerin, bzw. war ihr Großvater hier Bürgermeister und ihr Vater, stellte sich heraus, der Freund eines älteren Herrn, der mit seiner Frau mitgegangen ist.
Ruth Aspöck hat in ihrer “Edition die Donau hinunter” von Irene Wondratsch die Romane “Paris im Fieber wär mir lieber” und “Ein Haus eine Spur ein Roman” herausgebracht und von Doris Kloimstein, der Linzerin, die einmal Obfrau der LitGes war, den Roman “Kleine Zehen”.
Gäste aus Vorarlberg gab es und Eva Riebler, die glaube ich jetzt, Obfrau der literarischen Gesellschaft ist, hat mir das etcetera zum Thema “Kind” geschenkt, in dem viele Bekannte publizieren, wie Christoph Janacs, Christa Nebenführ, Beppo Beyerl, Axel Karner…. und eine Besprechung von Cornelia Travniceks “Die Asche meiner Schwester” ist auch enthalten.

lex liszt 12

lex liszt 12 / Verlagsleiter

lex liszt 12 / Verlagsleiter

Wegen Katharina Tiwald, die ich bei dieser IG-Autorenveranstaltung im Augarten Radius kennengelernt habe und Clemens Berger, der in den Tonspuren sein Portrait und einen Artikel im Standard hatte, bin ich heute ins Literaturhaus zu der Verlagspräsentation und dem Fest des burgenländischen Verlags gegangen.
Das war toll und auch wieder nicht. Auf jedenfalls wurde die Creme der Creme der burgenländischen Literatur vorgestellt. Die jungen und die alten Literaten.
Sie nehmen nämlich auch Debutromane und wollen den jungen Autoren ihre erste Veröffentlichung verschaffen, die dann, wie beispielsweise Clemens Berger, in die höherere Verlagswelt aufsteigen. Im Burgenland müßte man leben, da würde meine literarische Karriere vielleicht anders ausschauen und auch die älteren, wie Manfred Chobot, der heute morgen mit seinem “Genie und Arschloch” im Leporello war.
Sieben Autoren haben ihre Texte gelesen, außer den schon genannten war noch Jutta Treiber da, die ihren sechzigen Geburtstag feierte und schon weit über zweitausend Lesungen absolviert hat.

Robert Frittum

Robert Frittum

Katharina Tiwald

Katharina Tiwald

Dann noch, außer Susanne Toth, ein paar jüngere Männer, von denen ich noch nie etwas gehört habe. Einen würde ich als Talent bezeichnen, bei den anderen weiß ich es nicht.
Peter Wagner hat durch das Programm geführt. Nachher gab es ein Konzert und ein Buffet mit Speck, Braten und fetten Aufstrichen, nicht sehr passend zur Fastenzeit, aber sehr begehrt und so haben sich die Leute darum gedrängt, daß die Bibiane ihre liebe Not mit den Trinkern hatte und ich mich wieder einmal überessen habe.
Da Jutta Treiber Autogrammkarte aufliegen hatte, habe ich mir eine von ihr unterschreiben lassen, obwohl ich keine Autogrammjägerin bin und mit Manfred Chobot smallgetalkt.
Heinz Janisch habe ich gesehen, der mir sagte, daß er morgen nicht zu der Ohrenschmaus Besprechung kommen kann und Alfred hat sich mit einem Lehrer unterhalten, den wir immer bei der Auge Weihnachtsfeier treffen.
Alfred hat das Buch von Katharina Tiwald “Eine Messe für eine” gekauft, das nächste Woche, im Kosmos-Frauenraum aufgeführt werden wird.
Ein tolles Fest, mit vielen Leuten und Dichtern, von denen ich schätzen würde, daß sie nicht so lang und so viel, wie ich schreiben.
Warum schaffen sie es und ich nicht, was mache ich nur falsch?, könnte man fragen. Ich tue es nicht. Denn ich habe meine depressive Phase überwunden und zu schreiben angefangen.
Die ersten eineinhalb Seiten zu dem Text mit dem vorläufigen Arbeitstitel “Wirtschaftsroman” sind verfaßt, ein vorläufiges Konzept, sowie die ersten drei bis vier Szenen festgelegt.

Clemens Berger, Peter Wagner

Clemens Berger, Peter Wagner

Wollfgang Milldendorfer, Gerhard Altmann

Wollfgang Milldendorfer, Gerhard Altmann

Ich bin sehr fleißig und und nachdem ich am Vormittag sehr niedergeschlagen war, habe ich, nachdem dann alles unvermutet aus mir herausgeflossen ist, wieder gedacht, das ist jetzt die Chance auf den großen Roman und seine Entwicklung.
Denn wie es weitergeht, weiß ich noch nicht.
Das hängt auch von der Wirtschaftskrise ab. Nur soviel, daß ich es Episodenroman nennen würde, wie den “Ruhm” von Daniel Kehlmann, kann ich schon sagen.
Es beginnt mit der Entlassung Sophie Hungers. Ich weiß, das hatte ich schon. Zum Beispiel in der “Begrenzten Frau”, soll aber geschichtenmäßiger weitergehen.
Sophie Hunger quizt zum Beispiel, liest ihre noch ungelesenen Bücher und denkt sich dabei ihre Geschichten aus.
Und am Donaukanal und im Rathauspark trifft sie nicht die berühmten Männer, sondern Hertha Werner, die sich rührend um ihre Enkelkinder kümmert, während die Tochter Valerie ihre Wohnung vermüllt und den ehemaligen Postbeamten Felix Harter, der als Securitymann vor ihrem Supermarkt steht.
So weit so gut und noch sehr unverbindlich, aber ich habe zu schreiben angefangen und gedacht, daß ich es kann und schon lange praktiziere und wenn es auch niemanden interessiert, ist es so.

Ein Abend für Joseph Roth

Und wieder gab es eine hochkarätige Veranstaltung im Literaturhaus, obwohl ich eigentlich in die alte Schmiede zur Präsentation des neuen Thomas Stangl Buchs oder zum “Lektorinnen-Dilemma” in den Augarten Radius wollte.
Zumindest hatte ich mir das aufgeschrieben, dann habe ich mich für das Literaturhaus und die Präsentation des neuen Joseph Roth Films zu dessen siebzigsten Todestag und der Präsentation der Joseph Roth Gesellschaft, die das Ehepaar Lunzer gegründet hat, entschieden.
Zwei neue Bücher wurden auch vorgestellt. Es war sehr voll und ich bin sehr spät gekommen, so daß ich gerade noch einen der zusätzlich aufgestellten Sessel erwischt habe.
Dabei war ich ohnehin früh daran, weil ich noch vor sechs am Postamt war, um die Bücher aufzugeben, die ich mit Andrea Stift getauscht habe.
“Reben” und “Klimmen” gegen “Und trotzdem” und “Nobembernebel”, so daß es wieder etwas Aktuelleres zu lesen und zu besprechen gibt.
Dann bin ich aber in den Thalia auf die Mariahilferstraße gegangen, um nicht zu früh zu kommen und danach war alles voll.
Es war auch eine schöne Veranstaltung. Und der Dichter, der vor siebzig Jahren seinem Alkoholkonsum erlegen ist und an den gesellschaftlichen Zuständen sehr verzweifelte, interessiert mich sehr.
Zwar nicht so sehr wie das Ehepaar Lunzer, die sich in ihrer Pension dem großen Dichter widmen, ich war aber auch im vorigen Jahr in der Joseph Roth Ausstellung und habe auch in der “Radiosonate” darüber geschrieben.
Und die Urfassung des inzwischen neuaufgelegten Buches habe ich auch in Harland. Das habe ich mir 1994 von meinem Vater zu Weihnachten schenken lassen und für die Reise in die Ukraine habe ich mich damals auch interessiert. Bin aber nicht mitgefahren, weil ich meinen Vater zu betreuen hatte.
Es gibt jetzt jede Menge Joseph Roth Veranstaltungen. 3 Sat hat einen diesbezüglichen Schwerpunkt und am Mittwoch wird dieser neue Film im Fernsehen ausgestrahlt.
Im Literaturhaus hat Elisabeth Reichart die Eröffnungsrede gehalten und auf die Bachmann und die “Drei Wege zum See” hingewiesen, die mich als junges Mädchen und Studentin ebenfalls interessiert haben.
Ich habe mir vor dreißig Jahren im Gartenhaus meiner Eltern auch die Verfilmung des Radetzkymarsches angesehen und mich darüber geärgert, daß in dem ganzen Epos nur eine einzige Frau vorkommt und die kommt noch sehr schlecht weg.
Elisabeth Reichart hat in ihrem Vortrag darauf hingewiesen.
Dann hat Heinz Lunzer die neue Gesellschaft vorgestellt und Wilhelm von Sternburg die neue Biografie.
Dabei hänge ich noch an der von Soma Morgenstern, denn die wurde ja im Vorjahr vorgestellt und am Schluß wurde ein Stückchen von dem Film gespielt, den ich nicht zur Gänze sehen werde, denn ich bin ja eine Fernsehverweigerin.
Nachher gab es Wein und Knabbergebäck. Ich bin wieder isoliert herumgestanden und habe mich sehr übersehen gefühlt. Dabei ist Ruth Aspöck gekommen und hatte mich auch vorher angerufen und mich auf den St. Pöltner Osterspaziergang aufmerksam gemacht, der diesen Samstag zum Viehofner See führen wird.
Aber immer wenn ich etwas sagen wollte, ist jemand gekommen und hat mich unterbrochen.
Elisabeth Reichart hat mich aber schließlich doch gegrüßt und ich habe Robert Huez ein Flugblatt für den 11. Mai gegeben und gefragt, ob er eröffnen wird?
Mal sehen ob er kommt. Ich bin ja offensichtlich nicht besonders interessant. Aber ich bin, wie ich bin und interessiere mich sehr für Literatur.
Momentan trödle ich mit meinen unfertigen Buchprojekten herum. In dem Bemühen vielleicht doch zu einem Verlag zu kommen, werde ich bei der “Radiosonate” bis Ende April warten, bis ich es wieder selber mache und “Das Haus” muß der Alfred noch korrigieren und ich sollte etwas Neues schreiben.
Bin aber nicht bereit dazu. Deshalb quizze ich herum, obwohl ich da nicht mehr weiter komme.
Ich bin jetzt bei 282.000 Punkten und schneller werde ich nicht.
Wenn ich aber jetzt zu schreiben anfange, fürchte ich, kommt nur eine Wiederholung heraus.
In den letzten Jahren ist das Schreiben nur so aus mir herausgesprudelt, jetzt scheine ich ein wenig ausgepowert und da ist es logisch sich Zeit zu lassen.
Ich bin aber auch ein wenig mißtrauisch, habe ich ja nicht wirklich jemanden, der mich motiviert, wenn ich es nicht selber tue.
Über Anni Bürkls Blog bin ich jetzt auf eine Autorin gestoßen, www.juliakroehn.at, die 1975 in Linz geboren ist und von ihren drei Standbeinen schreibt mit denen sie sich in der Literatur bewegt.
Historische Romane, Kinderbücher und dann gibt es noch etwas Krimiartiges, das unter einem Pseudonym erscheinen soll.
Und sie feilt und rechercheriert sich von einem zum anderen und ist voller Zuversicht dabei.
Das ist das andere Ende der Dimension, während ich tun kann was ich will und es trotzdem nicht zu schaffen scheine.
Ich gebe aber nicht auf und habe jetzt wieder ein Literaturprogramm, das mich in den nächsten Tagen wahrscheinlich ins Literaturhaus führen wird, bevor es am Wochenende nach Harland geht.

Flieh, mein Freund

Der schnodderig vor sich hin monologisierende Louis Blaul, den alle, bis auf die Sekretärin seines Vaters, Lolly nennen, hat es nicht leicht im Leben.
Da ist einmal seine Kurzsichtigkeit und sein Silberblick, so daß er sich hinter getönten Brillengläsern versteckt.
Dann wächst er noch bei Oma Mia und Opa Jupp auf und enttäuscht den, den Stress mit Keksen killenden Vater damit, daß er das Abi hinschmeißt und nicht in seine Werbbeagentur einsteigen will.
Stattdessen scheint er in einer Berliner Abbruchwohnung neben einer Rentnerin mit Darmproblemen zu wohnen, die nächtens nach ihrer toten Katze schreit.
Es gibt aber noch andere Probleme.
Da ist seine Beziehung zur Krankenschwester Vanina, die in einer WG mit gutbetuchten Frauen lebt, mit der sich Dr. Lolly zwar in einer wahren Sexualorgie ergehen kann, die Beziehung dann aber doch nicht so schafft.
Erstens sträuben sich die Wohngemeinschaftsfrauen gegen den Mann in ihrer Wohnung und in Lollys Elendsquartier ist Tante Wolle sauber zu machen, so daß Vanina keine Energie mehr für ihren Lolly bleibt und dann sind da noch seine Eltern.
Der karrieregeile übergewichtige Vater, dem man seine Open Air Konzerte und Hippie-Vergangenheit gar nicht glauben will und der durchgeknallten esoterischen Mutter Mary, von der man laut Lolly nur selten Gutes hört, weil sie nur Postkarten aus irgendeinem Winkel der Welt schreibt und dann Geld von ihrem Sohn benötigt.
Nach und nach kommt das Elend des jungen Mannnes auf der Suche nach der ersten Liebe heraus.
Denn während der Vater, kurz nachdem er Mary geschwängert hat, seinen Bart abgeschnitten und die Werbeagentur eröffnet hat, hat sich Mary zum Studium nach Spanien begeben und wurde dort im fünften Monat schwanger zum Drogen Schmuggeln nach Mexiko geschickt.
Danach erlebt sie elf Jahre Haft in der Schweiz und so wächst der kleine Lolly bei den Großeltern auf, verweigert das bürgerliche Leben und reist von der Mutter unterstützt, dann doch seiner Vanina nach, die mit der betuchten Freundin Mara nach Rom verschwunden ist, weil sie mit ihm nicht zum Zelturlaub wollte.
Sehr witzig und komisch wird hier das Elend eines jungen Mannes auf dem Weg ins Erwachsenwerden, von, wie im Klappentext steht, einem der besten deutschen Erzähler, beschrieben.
Der 1953 geborene Ralf Rothmann hat bei Suhrkamp schon eine ganze Reihe von Romanen herausgebracht.
Den 2000 erschienenen “Flieh mein Freund”, habe ich vor einigen Wochen aus der Buchlandung-Schnäppchen-Kiste gezogen und vorhin in der Badewanne gelesen.
Dann habe ich noch die Erzählung “Der Windfisch” in Harland, die ich noch lesen muß. Und den Autor habe ich, 1999, im Museumsquartier kennengelernt, als er bei der damals noch existierenden, von Alexandra Millner kuratierten Literatur im März Veranstaltung gelesen hat.

Schreibideen und Buchpräsentation

Gestern habe ich zwei neue Literaturblogs entdeckt.
Nämlich lillyberry.de und Karen Wiborgs Blogroman “Sechzig Grad”.
Beide sind sehr interessant und kommen gerade richtig. Lilly Berrys Blog “Wir werden Romanautoren”, befaßt sich, wie ja auch der meine, mit dem Schreiben lernen, Fernstudien, Bücherrezensionen und noch vielem mehr und wird von von einer Studentin betrieben, die sich nach einer Figur ihres großen Vorbilds John Irving nennt und heute hat der Blog Geburtstag.
Aus diesem Grund gibt es ein Gewinnspiel, bei dem man dreiunddreißig Bücher gewinnen kann. Ich habe meine Wunschliste hingeschickt und das hat mich auf die Idee gebracht, daß ich im Juli, wenn das Literaturgeflüster Geburtstag hat, auch ein Gewinnspiel veranstalten kann.
Auf den zweiten Blog bin ich ich durch federwerk.de gestoßen und da stellt eine Autorin ihren Roman Kapitel für Kapitel ins Internet und beschreibt ihren Schreibprozeß und das führt wieder zu mir.
Denn ich will meine Schreibprozesse ja ebenfalls beschreiben und habe jetzt auch etwas Neues vor.
Momentan bin ich zwar noch im Suchprozeß und im Gegensatz zu den früheren Texten, nicht so weit zu beginnen.
Es sprudelt noch nicht aus mir heraus. Ich habe eher einen brausenden Kopf und brauche wohl eine längere Schreibfindungsphase.
Obwohl die ersten Schreibnotizen habe ich am Freitags schon gemacht. Da bin ich nach dem klinischen Fallseminar, wo es sinnigerweise um die Wirksamkeit von Antidepressiva gegangen ist, mit dem Notizbuch durch die Stadt gezogen, bzw. habe ich mich mit einem Becher Kaffee und einer Osterpinze in den Kliniktreffpunkt des AKHs gesetzt und die Ideen geordnet.
Da gibt es ja den Einfall über die Wirtschaftskrise zu schreiben und den Namen einer Protagonistin, der mir auf dem Weg nach Leipzig eingefallen ist.
Sophie Hunger oder Hunge könnte sie heißen und eine arbeitslos gewordene oder ausgebrannte Lektorin sein, die bei ihren ungelesenen Büchern sitzt und sich mit den vorhandenen Romanfiguren die phantastischsten Geschichten ausdenkt, während sie durch das Radio die Auswirkungen der Krise miterlebt.
Da muß ich mich noch gründlich auf Studien begeben und bei der Demo gegen die Finanzkrise heute kann ich gleich beginnen.
Am Abend bin ich zu der Präsentation von Hilde Schmölzers neuem Buch “Frauenliebe. Berühmte weibliche Liebespaare der Geschichte”, ins WUK-Frauenzentrum gegangen, weil ich aber nicht wußte, daß das nur für Frauen ist, hat sich der Alfred, den ich zum Fotografieren bestellt hatte, sehr geärgert.
Also keine Fotos, nur ein Bericht.
Judith Gruber Rizy, Elfriede Haslehner und Ingeborg Reisner waren da und mit Ingeborg Reisner habe ich wieder über das Bücherverlegen gesprochen und wir haben uns über das alte Problem gestritten, ob man einen Verlag haben soll oder nicht?
Hilde Schmölzer hat von der Frauenliebe gelesen und ein paar Proben aus den Kapiteln “George Sand”, “Gertrude Stein” und Anna Freud” vorgestellt.
Dann gabs noch eine Diskussion und ich habe eine Frau, die EDV Kurse macht, gefragt, woran es liegen kann, daß ich beim Literaturquiz nicht schneller werde.
Sie meinte, ich solle meine Speicherkapazität überprüfen. Man kann also auch bei einer Frauenlesung in einer Frauenrunde etwas lernen.

Stefan Schmitzer

Am Donnerstagmorgen habe ich in der Badewanne den “Falter Bücher Frühling” durchgelesen und bin auf einen Veranstaltungstipp gestoßen, der nicht auf meiner Liste stand.
Stefan Schmitzer liest im Museumsquartier aus seinem, bei Droschl erschienenen Roman “wohin die verschwunden ist, um die es ohnehin nicht geht”, einer filmartig erzählten Comic-Ballade mit schnellen Schnitten, unvergesslichen Einstellungen und einer äußerst ungewöhnlichen Athmosphäre, wie im Begleittext stand und ich hatte schon ein Abendprogramm.
Kenne ich doch Stefan Schmitzer, beziehungsweise habe ich ihn vor zwei Jahren beim letzten Ernst Jandl Lyrik Preis, den Paul Wühr bekommen hat, in Neuberg an der Mürz lesen gehört und ihn, wenn ich mich recht erinnere, ein bißchen später in der alten Schmiede darauf angesprochen.
Beim Volksstimmefest wurde seine “ballade vom trendscout” vorgetragen, er selbst ist glaube ich, nicht gekommen und ich wußte, das ist ein aufstrebendes Talent, von dem ich noch hören werde, der 1979 in Graz geborene.
Die Steier haben, siehe auch Mike Markart, große Talente und publizieren in der Zeitschrift “Perspektive” und da mich aufstrebende literarische Talente interessieren, bin ich ins Museumsquartier gegangen und habe dort lange den Raum D des Quartiers 21 gesucht, was nicht einfach war, denn in diesem Schlauch verirre ich mich immer und muß erst herumfragen.
Die Buchpräsentation fand also in einem ziemlich verborgenen Rahmen statt, ein kleiner Raum mit ein paar Sesseln und als ich Platz nehmen wollte, hat mich Stefan Eibel Erzberg angesprochen und mir einen anderen GAV-Autor vorgestellt.
Dann hat die Lesung schon begonnen und war auch interessant.
Noch vor dem dreißigsten Geburtstag zwei Preise und zwei Bücher, hat der neue Droschl-Mitarbeiter den Autor vorgestellt.
Es sind aber drei, der 2007 bei Droschl erschienene Lyrikband “moonlight in clichy” und die bei Leykam erschienene Erzählung “vier schuss”.
Stefan Schmitzer schreibt alles klein und ist auch sonst ein steiler Typ, so saß er mit Buch und Laptop an dem Lesetischchen.
Hat abwechselnd aus seiner Romanballade und Gedichte gelesen und gemeint, er würde immer, kurz bevor die Handlung beginnt, aufhören, damit man sich das Buch auch kauft und dieses ist von beiden Seiten beschrieben, so daß man es oben oder unten lesen kann und handelt von einer Frau, die vor sechzehn Jahren ihr Kind verlassen hat und danach Männer überfällt und auf der anderen Seite von einem Lehrer und einem Jungen, die in einem Wettcafe aufeinandertreffen und während Wohnungseigentum verspielt wird, sich vielleicht als Sohn und Vater outen.
Die Sprache ist stark und ungewöhnlich, cool und gegenwartsorientiert hat der Lektor sie genannt, irgendwie erschien sie mir auch künstlich abgehoben. Sehr technisch und für mich ein wenig atemlos.
Da ich mir das Buch nicht gekauft habe, werde ich es wohl auch nicht lesen und die Handlung dieser Comic-Ballade, was immer das auch ist, Bilder sind jedenfalls keine dabei, ich habe lange in das Buch hineingesehen, nicht wirklich mitbekommen, es hat mich aber an Andreas Okopenkos “Lexikonroman” erinnert, was ich auch dem Lektor mitteilen wollte, den mein literarisches Wissen aber offensichtlich nicht sehr interessierte.

Die rote Babuschka

Nachdem Franz Josef Huainigg das für Donnerstag geplante Vorbereitungstreffen für den nächsten Ohrenschmaus verschoben hat, habe ich mich aufgerafft, doch in die Hauptbücherei zur Buchpräsentation von Dan Lungu “Die rote Babuschka” zu gehen, da ich die Flugblätter an die Autoren und Autorinnen für den Tag der Freiheit des Wortes aufzugeben habe und darauf gekommen bin, daß mir die großen Kuverts ausgegangen sind.
Mich also vom depressiven Kulturquizspielen weggebracht und das war in doppelter Hinsicht gut.
Denn erstens bin ich jetzt zwar doch über die 280.000 Punkte Grenze gekommen und liege derzeit auf Platz vierzehn. Aber mit der Maus kann ich noch nicht so richtig umgehen und ohne Maus wäre ich zwar jetzt schneller, weil ich die Antworten schon weiß, aber mein Computer ist das nicht.
Schwamm drüber, man kann ohnehin nicht viel dabei gewinnen und wie das die anderen schaffen, weiß ich nicht.
Und bei der Buchlandung gibt es immer noch die Ein-Euro-Schnäppchen Kiste und der Weg in die Hauptbücherei führt daran vorbei, obwohl ich wegen der Kuverts vorher bei Mastnak in der Neubaugasse war, bin ich trotzdem hingegangen und habe mir wieder drei Bücher gekauft.
Und dann war die Lesung nicht nur interessant, es gab seit langem wieder ein Buffet und sehr viel Prominenz.
Der Verlagsleiter vom Residenzverlag (der der bei der Buch Wien mit Toni Möhrwald kochte) und launig berichtete, daß er gerade mit dem Autor von einer Europa Tournee zurückgekommen ist. Zuerst aus Leipzig und da habe ich, glaube ich, auch das Buch bei seinem Stand gesehen und jetzt aus Bolgona.
Annemarie Türk von Kulturkontakt war da, die Leiterin des rumänischen Kulturinstituts und Gabriele Madeja, die sich intensiv mit Jessica Beer von der Hauptbücherei unterhalten hat.
Robert Reinagl hat den Text auf Deutsch gelesen, dann gab es noch den Übersetzer des Buches, das im Original “Die alte Kommunistin” heißt, der mit dem Autor ein Gespräch führte.
Dan Lungu ist Soziologiedozent in Iasi und hat nach der Wende den Club 8 gegen die literarische Medienvormacht Bukarests gegründet und gemeint, daß er ohne Wende wahrscheinlich Ingenieur in der Provinz und Alkoholiker geworden wäre. So hat er den Roman während eines Stipendiums in Paris geschrieben, es ist der zweite, der bei Residenz erschienen ist.
Der erste heißt “Das Hühnerparadies” und ist genauso ein Erfolg wie “Die rote Babuschka”, die jetzt auf Spanisch und Italienisch übersetzt wird und in Frankreich ein paar Preise bekommen hat.
Das rumänische Buch gibt es in zweiter Auflage zu je viertausend Stück und es ist sehr lustig, obwohl es ernste Themen behandelt.
Nämlich von der Ceausescu-Nostalgie der Rentnerin Emilia Apostoae, die der Meinung ist, daß es vor der Wende besser war, weil sie Dank ihrer Parteibeziehungen ohnehin alles hatte, zwar nicht Bananen, nur Zahnpaste mit solchen Geschmack, aber Kaugummi aus Ungarn der die größten Blasen bildete.
Daran knüpfte sich eine Diskussion, die ich nicht ganz verstand, ob Dan Lungu sein Nest beschmutzt, wenn er das beschreibt und ich habe mich belehren lassen, daß die rumänischen Kaugummis keine Blasen bildeten, so daß alle Rumänen von den ungarischen schwärmten, obwohl die um vieles schlechter als die aus dem Westen bzw. aus dem goldenen Amerika waren.
Nun ja, das ist längst vorbei. Dan Lungu ist ein bekannter Dichter geworden und seine Studenten, mit denen er über Lenin diskutieren wollte, fragten “Lenin – wer ist denn das?”, während Robert Reinagls Tochter Flora den Papa nicht versteht, wenn er sagt, daß sie abheben soll, wenn sich das Handy meldet.
Nun ja, der Kommunismus ist zwanzig Jahre vorbei und war in Leipzig das große Thema und Annemarie Türk bringt die rumänische Literatur nach Wien und die ist wirklich vielfältig.
Ich erinnere mich an einige Veranstaltungen in der Herrengasse, aber auch an die lange Nacht im rumänischen Kulturinstitut im November.
Nachher gab es wie beschrieben wieder einmal ein Buffet, aber offensichtlich wird da auch eingespart.
Aber diesmal Kartoffelkroketten, Hühnerflügerl und den guten weißen Käse und die Pilze, die es auch im November bei dem Abendessen im Kulturinstitut gab.
Ich bin an einem Tisch mit einem literaturbegeisterten Herrn und einer Dame aus Armenien gestanden und habe Jessica Beer erzählt, daß ich am nächsten Montag nicht zum Lesezirkel mit dem Thema “Wende” zu Ingo Schulzes “Adam und Evelyn” kommen kann, obwohl ich schon eingelesen wäre, weil ich ja drei Monate den Uwe Tellkamp gelesen habe, worauf sie mir sagte, daß sie sich nicht getraut hätte, dieses Buch zu nehmen, weil sie niemanden kennt, der es ausgelesen hat.
Ein interessanter Abend also mit rumänischer Nostalgie-Literatur, jetzt habe ich noch einige Veranstaltungstips für den Rest der Woche, mal sehen, wie weit ich damit komme und wann ich soweit sein werde, mich in das nächste Romanprojekt einzulassen, bzw. mich auf diesbezügliche Studien begebe.

Dillingers Fluchtplan statt Gesellschaft für Literatur

Das Quizfieber hält mich immer noch gefangen, obwohl oder weil ich gerade dabei überhaupt nicht erfolgreich bin.
Ich bekomme zwar nach sehr viel Mühe gelegentlich ein paar Punkte mehr, rücke auf der Liste aber immer weiter zurück und bin jetzt schon auf Platz fünfzehn unten. Die anderen sind auch hier besser und ich schaffe es einfach nicht, obwohl ich es jetzt auch mit einer Maus probiere.
Es geht sich nicht aus und da gibt es auch Paralellen zu meiner produktiven literarischen Welt.
Ich habe mir aber gestern Morgen brav die Literaturprogramme durchgesehen und da gab es eine Veranstaltung in der alten Schmiede und in der Gesellschaft für Literatur wurde der Luftschacht Verlag vorgesellt.
Da wollte ich eigentlich hingehen, habe mich aber für das Hörspielstudio und das Hörspiel von Mike Markart “Dillingers Fluchtplan” entschieden, denn der hat mich mittels Mail darauf aufmerksam gemacht und auf das Buch bin ich schon während meiner Buchprämiejurytätigkeit gestoßen.
Mit dem 1961 geborenen steirischen Autor habe ich auch einmal, 1989 wird es wahrscheinlich gewesen sein, einen meiner frühen unveröffentlicht gebliebenen Romantexte oder waren es schon die “Hierarchien”, im ersten oder zweiten Stock der alten Schmiede vorgestellt. Vier oder fünf Zuhörer hatten wir, glaube ich.
Herbert J. Wimmer hat damals noch die Moderation gemacht und als ich den Tag der Freiheit des Wortes das erste Mal 2001 im Neuen Institutsgebäude organisiert habe, hat er gelesen, großen Eindruck gemacht und ist einigen Zuhörern als Talent aufgefallen.
Heuer liest er auch bei der Freiheit des Wortes.
Wer aufmerksam geworden ist, vormerken, 11. Mai, 19 Uhr, Literaturhaus, und das Hörspiel war sehr lustig.
Da verläßt einer in der Nacht seinen Körper und steigt in die Köpfe der anderen, aus denen er erst wieder herauskommt, wenn er sie getötet hat, während er von Sorgen gebeutelt wird, was mit seinem in seinem Bett verbliebenen Körper passiert, während die Wohnung nicht gelüftet wird oder der Nachbar vielleicht die Polizei verständigt.
Er verhindert stattdessen Dillingers Fluchtversuch aus einem amerikanischen Gefängnis und plaudert darüber, daß er er es war, der Jesus an das Kreuz geschlagen und den ihm sehr unsympathischen Herbert von Karajan zu Fall gebracht hat, indem er ihm in seinem Kopf immer zugerufen hat, mehr Salz zu essen, während der nach Salzburg zu den Festspielen gefahren ist.
Nun gut, das schreiben die anderen, ich habe inzwischen verzweifelt versucht schneller zu werden und mir im Radio eine Sendung über unser aller Suchtverhalten mit Gabriele Fischer von der AKH-Drogenambulanz angehört und heute morgen gab es einen Bericht über die 39. Rauriser Literaturtage, die in Salzburg von Brita Steinwendter vom 25. – 29. März unter dem Motto “Sprache:Lust.Spiel.Wut” veranstaltet werden.
Da lesen auch die anderen. Herbert J. Wimmer, Elfriede Gerstl, Josef Winkler, Peter Waterhouse unter anderen und Julya Rabinowich bekommt den Preis für ihren Roman “Spaltkopf”.
Und für diese Woche liegen noch einige Veranstaltungsvorschläge auf meinem Schreibtisch.
In der Hauptbücherei wird z.B. “Die rote Babuschka” von Dan Langu, einem rumänischen Autor, Residenz Verlag, vorgestellt.
Für meinen nächsten Roman sollte ich mir auch Notizen machen und den großen Wirtschaftsroman versuchen, auch wenn wieder nur eine Geschichte von einer erfolglosen Schriftstellerin herauskommen sollte, die ihre Depression mit Literaturspielen zu vertreiben versucht und am Abend im Rathauspark oder am Donaukanal geheimnisvolle berühmte Männer trifft.
Das kennen wir schon, werden nun die Kritiker genüßlich rufen.
Bizarre Alltagsbeobachtungen ließen sich aber allemal darin verarbeiten und jetzt gab es im Leporello auch einen Bericht über die Bildgeschichten zum “Mann ohne Eigenschaften”, die derzeit in der alten Schmiede ausgestellt sind.

Wochenendereignisse und Nero Corleone

Am Wochenende bin ich in Harland wieder ein bißchen dem Quizfieber verfallen, obwohl ich mit und ohne Maus nicht wirklich weiterkomme und die 280.000 Punkte Grenze nicht zu schaffen scheine. Ach ja der Ehrgeiz.
Dafür bin ich mit meiner “Kurzgeschichte” “Haus” nach der langen “Radiosonate” fertiggeworden.
Jetzt wird es bald wieder zwei neue Bücher geben und nun ist es Zeit für den neuen großen Roman.
Da bin ich zwar noch sehr unmotiviert. Etwas über die Wirtschaftskrise könnte es aber werden. Denn das ist auch das Thema für das nächste “Linke Wort” am fünften und sechsten September beim Volksstimmefest und der Wochenend-Standard hat sich auch diesem Thema gewidmet.
Da war es interessant, die Ratlosgkeit zu bemerken, mit der der Standard der Krise, mit der wir von morgens bis abends derzeit zugehämmert werden, begegnet.
Geht es uns jetzt gut oder nicht?
Die Leute kaufen angeblich mehr Marmelade und buchen in der Volkshochschule Kurse über das billige Kochen.
Wirklich erhellend war es aber nicht. So wie ich mich derzeit vor dem Neubeginn auch noch in den Literaturquiz flüchte.
Denn es bringt ja eh nichts und ist auch egal. Man merkt, die Depression läßt grüßen.
Dann gab es auch einige Ärgerpunkte. Eine Kritik kam von Christl Greller und der Toner des Laserdruckers ist mir ausgeronnen, was den Alfred mehr als mich erregte, während ich Kritik immer noch sehr schwer ertragen kann und ein bißchen patzig darauf reagierte.
Nach Wien zurückgefahren und die Ostersachen zum Dekorieren von Wohnung und Praxis aus dem Keller heraufgeholt.
Da fand ich auch die beiden Weihnachtsmänner, die je ein kleines Buch in der Hand halten, die es in den Schachteln aus der aufgelösten Buchhandlung aus Edith Broczas Haus voriges Jahr gegeben hat. In diesen Schachteln war auch ein kleines Katzenbüchlein von Elke Heidenreich, das ich vorhin in der Badewanne gelesen habe. Ein Buch von dem schwarzen Kater aus der Toskana, der dort alle Hennen schreckt, aber für seine schielende Schwester Rosa sorgt, dann mit dem Bücher lesenden Ehepaar Robert und Isolde in die Kölner Schickeria zieht, zum Sterben aber in die italienische Heimat kommt.
Ich habe es ja nicht so mit Katzengeschichten und bin auch kein großer Katzenfan wie Rolf Schwendter und Susanne Schneider, die am Mittwoch im Amerlingbeisl sehr viel von ihren Katzen erzählten.
Habe das Büchlein aber jetzt gelesen, während es noch ein paar ungelesene Katzenanthologien bei meinen Bücherschätzen gibt.
Als nächstes kommt zum Lesen Ralf Rathmann “Flieh, mein Freund”, aus der Buchlandung-Schnäppchenkiste an die Reihe und Ralf Rathmann stand, wenn ich mich nicht irre, auch auf der Leipziger Buchpreisliste.
In der “Radiosonate” geht es auch um Bücherschachteln aus einer aufgelösten Buchhandlung und da müssen wir noch das Buchcover machen und eine Todesmeldung gibts auch.
Gertrud Fussenegger, die alte Dame der Literatur, die ich in meinem Einleitungsreferat bei den “Mittleren” am Mittwoch erwähnte, ist am Donnerstag mit 96 Jahren gestorben.
Am Freitag habe ich im Radio einen Text von ihr über ein unterschobenes Testament gehört, der mir sehr gefallen hat. Sonst habe ich von der umstrittenen Dichterin nicht viel gelesen.
Und jetzt gibt es in den Tonspuren ein Portrait des 1979 geborenen Clemens Berger.

Paul Schatz im Uhrenkasten und Margaretner Kunst-und Kulturmesse

Bei einem meiner Spaziergänge zur Buchlandung auf der Mariahilferstraße habe ich aus der Ein-Euro-Schnäppchenkiste Jan Koneffkes Roman “Paul Schatz im Uhrenkasten” gezogen und gedacht, daß das der Erich Fried Preisträger von 2005 sei.
Was, wie ich dem Lebenslauf des Autors inzwischen entnommen habe, ein Irrtum war. 2005 hat Yaak Karsunke den Fried Preis bekommen.
Jan Koneffke, der 1960 in Darmstadt geboren wurde, lebt aber seit 2003 in Wien.
Vielleicht daher die Verwechslung, ich bin ja ein bisserl legasthen oder auch etwas schlampig.
Habe den Roman aber trotz jokers literatur quiz inzwischen gelesen und will, da Otto Lambauer mehr Rezensionen von mir wünscht, ein bißchen was darüber schreiben.
Jan Koneffke der, wie in Wikipedia steht, an die fünfzehn Romane geschrieben hat, fällt durch eine fantastische Bildersprache und die ironische Verwendung eines altertümlichen Stils auf.
Paul Schatz ist der Sohn eines schimmeligen Schildermalers, halber Israelit mit arischem Piephahn, wächst im Berliner Scheunenviertel bei seinem Großvater Karl Haueisen, der ein bedeutender Uhrensammeler ist, Tante Else und der Nenntante Ida auf.
Dann gibt es noch den Dr. Schmidt aus biegsamen Stahl, der Hitler für einen Juden hält, in den Tante Else sich verguckt, bevor sie sich mit dem Wehrmachtsoffizier Franz Klein verlobt, aber das passiert erst später.
Zuerst verstirbt der Großvater, den Mosche Sternkukker mit seinem Straußenei, aber als Logenbruder, der im Erdinnern durch das Verstellen von Zeigern Unrecht verhindern kann, weiterleben läßt.
Paul Schatz kommt zu seinem Onkel Max, dem Leiter der Quedlinburger Schloßbibliothek und wird zum Stotterer aus Überlebenswillen.
Als Kommissar Flotow Onkel Max eines auswischen will und ihn zu sich bestellt, versteckt sich Paul drei Jahre lang im Schlupfloch, entwirft phantastische Uhren, träumt von Mozart und Bach und läßt sich von Charlotte versorgen, die von ihm nach Ende der tausendjährigen Geschichte aber nichts mehr wissen will.
So daß Paul Schatz mit der großväterlichen Uhrensammlung als Sonderling von Tante Hanna verlassen, 1999 im Osten Deutschlands an Krebs verstirbt.
Das und noch viel mehr passiert in diesem wundersamen Roman mit der verdrehten Sprache und den lyrischen Bildern und das ist auch ein Weg Vergangenes zu bewältigen, sowie Geschichte verstehbar zu machen.
So weit zum Bücherlesen nach Leipzig und der Lit Cologne, der zweiten großen Buchveranstaltung, die dieser Tage still und heimlich in Köln passiert.
Hätte ich nicht Elke Heidenreich, wüßte ich nicht viel davon.
Und, daß das Kölner Stadtarchiv mit dem Böll-Nachlaß dieser Tage einstürzte und zwei Menschen verschüttete, während ich mich gerade intensiv mit dem Literaturquiz beschäftigte und versuchte über die 280.000 Punktgrenze zu kommen, habe ich auch noch nicht erwähnt.
Otto Lambauer ist schon bei 164.550 Punkten. Jetzt funktioniert das Ganze aber nicht und gestern war auch etwas anderes los.
Roman Gutsch hat mich nämlich auf eine Kultur- und Kunstmesse im Amtshaus Margareten im Rahmen der Wiener Festwochen aufmerksam gemacht, wo sich die Margaretner Kunst- und Kulturschaffenden am 12. Mai von 17 – 22 Uhr kostenlos der Bevölkerung präsentieren und damit reich werden können, wie der Bezirksvorsteher bei der gestrigen Besprechung launig versprach.
Nun ja, das ist nicht nur ein Magaretner Dilemma.
Soll man gratis oder überhaupt nicht lesen?
Die, die es nicht anders können, werden es wohl tun.
Und wenn jeder der fünfundzwanzig interessierten Künstler zehn Freunde mitbringt, ist der Saal auch voll und es wird ein Erfolg, für den der Herr Berzirksvorsteher vielleicht einen Orden oder Preis bekommt.
So war ich gestern Nachmittag also sehr beschäftigt und habe viele Mails verschickt. Meine Texte für die nächsten Lesungen und den Tag der Freiheit des Wortes am 11. Mai muß ich auch noch vorbereiten und natürlich “Das Haus” korrigieren, in dem ich jetzt anfange, Fehler zu finden.