Ohrenschmaus-Preisverleihung

Heute ist zum 2. Mal der Ohrenschmaus, diesmal im Museumsquartier vergeben worden und wieder war es sehr voll, erwartungsvolle Stimmung und viel Prominenz.
Diesmal sogar mit der Frau Kunstminister, die das Gedicht auf der Zotter-Schokolade verlesen hat und sich sehr interessiert zeigte.
Von den Jurymitgliedern habe ich nur Heinz Janisch gesehen, der Ausschnitte aus den Siegertexten vortrug.
Zum Beispiel ein paar Passagen aus der Prosapreisgeschichte “Das große Herz” von Marek Janta, zu dem ich die Jurybegründung geschrieben habe, die ich hiermit wiedergeben will:
“Mir gefallen an diesem Text die Genreüberschreitungen. Die Mischung zwischen Realismus und Märchenform. Der Krimi kommt auch ein bißchen vor. Die Phantasie des Autors, mit der er dieses Märchen erzählt, in dem Knallfrösche und ein Skikurs in einem Berghotel eine Rolle spielen, gefällt mir sehr gut. Ebenfalls der feine Humor, mit dem auf unseren Medienumgang hingewiesen wird. Vor allem aber finde ich es toll, daß Prinz Marek, die Hexe, die den Koffer stehlen will, so gut hineinlegt und am Ende die Prinzessin zur Frau bekommt.”
Jürgen Bonner hat den Preis bei den Lebensberichten mit seinen Text “Ich bin Jürgen, das Genie” gewonnen. Man sieht das große Selbstbewußtsein der Teilnehmer und der junge Mann, der auch an den Special Olympics teilgenommen hat, hat sich sehr über seinen Preis gefreut.
Wie auch die anderen, die am Schluß auf die Bühne gekommen und ihre Urkunden, sowie die Zotter-Schokolade mit dem Gedicht “Die Ungeduld” von Günther Berger, das mit Hilfe der Kunsttherapeutin Anja Stejskal entstanden ist, entgegennahmen.

Die Ungeduld

Schade, daß ich im Rollstuhl sitze
und ungeduldig warte,
daß etwas mit mir passiert,
das macht mich innen wütend
und außen möchte ich mit dem Rollstuhl
gegen etwas fahren,
aber ich kann es nicht.
Ab und zu bin ich traurig
und mein Herz klopft.
Dann nehme ich den Zauberstab
und hole den Sportler zu mir.
Dann bin froh,
daß der Sportler in meinen Gedanken ist,
und so gute Tore schießen kann.
Dann wird die Mauer zum Tor.

Nachher habe ich einer Frau von Ö1 ein bißchen was vom Ohrenschmaus erzählt, die am Donnerstag im Leporello um 3/4 8, darüber berichten will und beim Buffet Anton Blitzstein getroffen, der sich darüber freute, daß er in die engere Auswahl gekommen ist und bei den nächsten Ohrenschmaus auch gern wieder mitmachen will.
Wer nun neugierig geworden ein bißchen mehr über die Texte erfahren will, kann sie sich unter www.ohrenschmaus.net ansehen.

Literarischer Advent

Die Weihnachtssachen zum Dekorieren meiner Praxis und des Wohnzimmers sind heraufgeholt.
Dank des Sonnentor-Tees des Residenz-Verlags bei der Buch-Wien, ein paar Sackerln stammen noch von “Rund um die Burg”, gibt es einen improvisierten Teeadventkalender und eine neue Gewürzmischung für meinen Rotweinpunsch, die wunderbar schmeckt, gibt es auch.
Und Kekse von der Schwiegermutter, die sie in einem ungarischen Tesco gekauft und dem Alfred für seine vielen Harlandfahrten mitgegeben hat.
Und für mich neu. Adventliches auch im Internet. So hat Klaudia Zotzmann in ihrem Vienna Writer`s Blog einen Adventkalender mit jeweils einem Bild aus dem weihnachtlichen Wien, immer mit dem Vienna Writer`s Sheep (nicht nur Otto Brusatti stöhnt über die Anglizismen) und das Literaturcafe hat einen Adventkalender mit 24 Ausschnitten aus 24 nie geschriebenen Büchern.
Am Tag Fünf gibt es z. B. einen Text, wo ein Berater 10.000 Euro Venture-Kapital für ein Internetportal bereitstellen soll, wo Leser und Autoren unter dem Titel “Liter-to-go” zusammengebracht werden.
Gerade gestern habe ich ein Echtmail bekommen, wo sich unter “Litogo” Autoren, Grafiker, Lektoren, Übersetzer ect. treffen , um gemeinsam die Bestseller von morgen zu erstellen. Wenn ich ein Mail hinschicke, bekomme ich einen 25 Euro Gutschein für mein erstes Wikipocket.
Also viel Echtzeit im literarischen Advent und ich bin ja trotz meines Atheismus und meiner Konsumverweigerungsideologie eine romantische Seele und so bin ich vorgestern mit Anna am Spittelberg Punsch trinken gewesen, nachher haben wir einen Umweg gemacht und in die Galerie Koko hineingeschaut, wo Otto Lambauer bzw. die Caritas, die Ausstellung “Duett” mit den Kunstgruppen Rannersdorf und Hollabrunn eröffnet hat.
Die Eröffnungsrede haben wir zwar verpasst, es gab aber Rotwein und Fingerfood und ein Gespräch über die neuesten Entwicklungen beim Ohrenschmaus, wo es die Preisverleihung am nächsten Dienstag um 19 Uhr im Museumsquartier geben wird, auf die ich hier nochmals aufmerksam mache und herzlich einlade.
In der Ausstellung gab es auch den Bildbband “Mitten ins Herz” von Jugend am Werk/Graz zu bewundern, wo es Textbeiträge von Andrea Stift gibt, die ja zu Otto Lambauers literarischen Favoritinnen zählt und den er mir stolz zeigte.
Noch etwas Adventliches, als ich nämlich am Montag von meiner Supervision nach Hause gekommen, auf den nächsten Klienten wartete, läutete es unplanmäßig.
Draußen stand die deutsche Post und drückte mir ein Packerl von der Bank Austria in die Hand. Drinnen war ein Bilderrahmen, auf dem mir mein Bankfreund Reinhold Rheden versicherte, daß er mir rund um die Uhr für meine Bankwünsche zur Verfügung steht.
Da ist mir eingefallen, daß die Bank Austria, die “Edition Zwei” des Wieser Verlags sponsert. Die ersten neun zweisprachigen Bände mit noch zu entdeckender osteuropäischer Literatur, habe ich nach Weihnachten 2004 gewonnen, weil ich bei einem Gewinnspiel, der Zeitschrift “Bank Exclusiv” mitgemacht habe.
Den Roman “Die Mütter” von Teodora Dimova habe ich mir ein paar Jahre später bei der Präsentation im Festsaal der früheren CA am Schottentor von Annemarie Türk geholt und in der Hauptbücherei vorgestellt.
Aber es gibt neue Bände, die mich natürlich interessieren.
Bei der Buch-Wien habe ich einiges davon gehört. So habe ich “Die Mütter” gepackt und bin damit in meine Bankfiliale gegangen und wieder einmal vorsichtig angefragt.
Mal sehen was daraus wird. Inzwischen lese ich, immer noch und wahrscheinlich noch länger, Uwe Tellkamps “Turm”, da geht es gerade auch um die Vorweihnachtszeit.
Und von den ersten neun Bänden, die noch nicht alle gelesen sind, liegt Georgi Gospodinov “Der Mensch mit den vielen Namen” im Badezimmer.
Heute werden wir seit längerem wieder mal nach Harland fahren. Deshalb gibt es schon jetzt ein Literaturgeflüster, weil ich am Abend wahrscheinlich einen Befund schreiben muß.
Und da der Montag Feiertag ist, gibt es ein verlängertes Wochenende. Wenn ich mit der “Radiosonate” fertig werde, gibts Montag Abend eine Jubelmeldung, ansonsten melde ich mich wahrscheinlich erst mit der Ohrenschmausberichterstattung, danach gibts wieder einen kleinen Veranstaltungsmarathon.

Eine Stadt – ein Buch

Jetzt habe ich für eine Weile den Uwe Tellkamp unterbrochen und Ruth Klügers “weiter leben”, die heurige Stadt Wien Gratis Buch Aktion zu Ende gelesen.
Es gibt ja inzwischen den zweiten Teil der Autobiografie, “unterwegs verloren”, das fast eine Buchprämie bekommen hat und Wendelin Schmidt-Dengler hat dafür eine Rezension geschrieben, die ein paar Tage nach seinem Tod in der Presse erschienen ist.
Jetzt habe ich das Buch gelesen und kann mit dem Uwe Tellkamp weitermachen. Ich habe meine Badezimmer Bücher inzwischen neu geordnet. Ich lese ja sehr gern und inzwischen fast hauptsächlich in der Badewanne, da ich nur mehr selten mit der Straßenbahn fahre und wenn, habe ich kein Buch dabei.
Cornelia Travnicek hat mir vorige Woche geschrieben, daß sie das nicht mehr tut, seit ihr ein paar hineingefallen sind. Diese Erfahrung habe ich noch nicht gemacht und jetzt habe ich neun Bücher im Bad, die ich als nächstes lesen will.
“Die Asche meiner Schwester” ist dabei, “Der Kaiser von China” und “Scherbenpark”, aber auch “Rindfleisch” von Dietmar Füssel, “Grün ist die Farbe der Hoffnung” von Johanna König und “Mein Griechenland” von Kurt Mitterndorfer”, der als nächstes bei Ruth Aspöcks Jour fixe lesen wird. Mal sehen, wie weit ich damit komme.
Aber zurück zum heurigen Gratisbuch. Die Autorin kenne ich seit einigen Jahren, ich glaube 2000, war sie in der Ö1 Sendung “Im Gespräch”, sie hat auch einen Staatspreis für Literatur bekommen, wo ich aber nicht bei der Preisverleihung war, weil wir in Harland waren und Besuch der Hundertmarks hatten.
Dann war ich einmal im Rathaus bei einer Wiener Vorlesung und ihre Autobiografie ist auch sehr beeindruckend.
Das Buch überrascht über die klare Sprache, zwischen den Erinnerungen des kleinen Mädchens, das in den KZs verzweifelt Gedichte memoriert, werden immer wieder Betrachtungen über die Deutschen eingeschoben, die mich in ihrer Direktheit beeindruckten und auch die Worte, in denen die Schwierigkeiten mit der Mutter beschrieben werden, fand ich sehr bemerkenswert.
Ich habe alle Stadt Wien Gratisbücher gelesen. Den Nick Hornby nur flüchtig und sehr spät, denn Fußball interessiert mich wirklich nicht. Die Toni Morrisson habe ich schon vorher gelesen. Die anderen Bücher habe ich mir begeistert abgeholt, mich meistens dafür angestellt und mich auch über das Warten beschwert, obwohl ich dieser Aktion eigentlich auch skeptisch gegenüberstehe. Zumindestens glaube ich nicht, daß sie die Leute zum Lesen bringt und habe von einigen auch gehört, “Ach nein, das hole ich mir nicht, das ist ein schlechtes Buch!”, was ja die gegenteilige Wirkung der Absicht ist.
Und als ich dem Glavinic Roman nachgeforscht habe, bin ich auf die Werkstätte Kunstberufe gestoßen, die nicht nur in der fiktiven Edition Gallitzin ihr selbst verlegtes Buch “Elf Elemente” erscheinen ließ, sondern auch einen Film drehte, in dem sie das Vorjahresbuch “Fever Pitch” von seiner Entstehung bis auf die Wühltische der Buchhandlungen verfolgte. Und, daß das Buch im Internet verkauft wird, habe ich auch schon gehört, was mir ebenfalls nicht gefällt.
Im Literatur Cafe wurde bedauert, daß man auf der Internet Seite kein Leserforum eingerichtet hat, wo man seine Meinung austauschen kann. Das hat es aber gegeben, bis zu dem John Irving Buch “Laßt die Bären los”, das in Wien spielt, aber so hundsmiserabel übersetzt ist, daß ich, die ich ja wirklich eine Vielleserin bin, den Inhalt nicht mehr verstanden habe.
Da haben sich ein paar Leser darüber beschwert, bis es den Betreibern zuviel wurde und sie das Forum geschlossen haben.
Ich habe damals nicht geglaubt, daß es wirklich die Originalübersetzung ist und sogar beim Diogenes Verlag deshalb angefragt. Sie war es aber. Soviel zum Gratisbuch. Das ich doch für eine gute Idee halte, wenn ich auch nicht glaube, daß es die Leute zum Lesen bringt, so sammle ich es trotzdem gerne.

Krankheit der Jugend

Die Lesenden

Die Lesenden

Bei meiner dieswöchigen Literaturveranstaltungssparvariante bin ich heute mit Alfred im Literaturhaus bei der Lesetheaterveranstaltung des Ferdinand Bruckner – Stücks anläßlich seines 50. Todestages am 5. Dezember 1958 gewesen.
Habe ich von dem Stück und dem deutsch-österreichischen Schriftsteller ja einiges gehört, so daß ich dachte, daß es gut ist, es mir anzuhören, obwohl ich von expressionistischen Theaterstücken nicht besonders viel halte.
Inzwischen habe ich bei meinen Büchern nachgesehen und herausgefunden, daß ich den Autor aus der Schule bzw. durch seinen Briefwechsel mit Franz Theodor Csokor (Auch heute noch nicht an Land – Briefe und Gedichte aus dem Exil) kenne und es war auch interessant, das Stück zu hören, das 1926 in Berlin uraufgeführt wurde und ein großer Erfolg geworden ist.
Ein Stück das damit beginnt, daß eine junge Ärztin ihr Pensionszimmer für ihre Promotionsfeier putzt und in weiterer Folge durch alle Höllen von Liebe, Verratenwerden, homosexueller Verführung, Prostitution etc. geht.
Wie der Nihilismus 1926 in Berlin wohl war und die Bürger erschrecken konnte. In der Pause nach dem 2. Akt dachte ich, das mit heute verglichen, der Skandal harmlos wirkt, nach dem 3. Akt war ich von der vielen Destruktion aber doch betroffen.

Eva & Ruth

Eva & Ruth

Heute würde das Stück wohl in in einer Studenten-WG spielen und farbiger und glänzender schillern, es wäre sicher auch die Aids- und die Drogenproblematik dabei. Ein interessanter Abend und ein Stück Zeitgeschichte, das man noch in seine historischen Dimensionen setzen kann.
Christa Kern war unter den Zuhörern und hat uns von den verschiedensten Schauspielmethoden erzählt. In der Pause ist dann Ruth Aspöck gekommen, die uns noch vor Weihnachten zu sich zum Essen eingeladen hat. Alfred hat ein paar Fotos gemacht, ein paar Bawag – Literatureditionen sind am Büchertisch gratis aufgelegen und die Österreich – Anthologie zur Expo 2000 hatte ich noch nicht, alle anderen Bände schon, heuer nehme ich an, gibt es kein neues Buch mehr.
Und da Rolf Schwendter in den letzten GAV – Nachrichten dazu aufgerufen hat, daß man sich melden soll, wenn man im Lesetheater aufgeführt werden will, habe ich mich aufgerafft, ihn darauf anzusprechen. So etwas fällt mir ja immer schwer und es hat auch nicht viel genützt.

“Du hattest ja schon (im Jahr 2000) eine Veranstaltung”, hat er mir geantwortet. Das ist aber sehr lange her und ich habe seither viele Bücher geschrieben und ich beziehe mich auch immer wieder auf das Lesetheater in meinen Texten.
“Du könntest ja mit Susanne Schneider beim Osterspaziergang etwas über den vierten und fünften Bezirk machen!”, hat er mir noch angeboten, weil ich ihm geschrieben habe, daß ich viel über die Dichter und Dichterinnen des fünften Bezirks weiß und einmal bei einem literarischen Spaziergang der Frau Bezirksrat Steininger mitgegangen bin.
Nun ja, andere haben mehr Veranstaltungen, das ist halt so und offenbar nicht zu verändern, aber als nächstes kommt ohnehin die neue Volksstimmeanthologie heraus und da soll es noch vor Weihnachten eine Veranstaltung im Siebenstern dazu geben.

Heimspiel

Dieses Wochenende bin ich in Wien geblieben, da Alfred zu einem Geburtstagsfest wollte und ich versuche mit der “Radiosonate” fertig zu werden.
Vielleicht sollte ich etwas über meine Schreibweise erzählen, angedeutet habe ich schon einiges. Ich bin eine schnelle Schreiberin. In ca. sechs Wochen habe ich den Rohentwurf fertig, ein- bis zwei Monate vorher sammle ich meist schon Material, während ich am vorigen Text arbeite. Dann kommt das Korrigieren, das heißt, ich gehe den Text solange durch, bis ich keine Fehler finde. Am Inhalt ändert sich nur wenig. Es kommen aber einige Seiten weg.
Ich bin jetzt in der Endphase, es geht nur mehr um Kleinigkeiten, aber bis ich zufrieden bin, dauert es erfahrungsgemäß lange. Den Vorstellungstext hab ich schon geschrieben. Ich ersuche manchmal auch Kollegen darum. Es geht aber schneller, wenn ich es selber mache und es ist dann auch so, wie ich es will. Allerdings ist ein Kollegenname immer eine Werbung und so suche ich schon ein bißchen herum.
Das Titelfoto müssen wir noch machen. Bei den letzten Büchern hat mir die Anna die Graphik gemacht. Diesmal denke ich, nehme ich wieder einen Bücherstoß oder eine Bücherschachtel, geht es ja um drei Schachteln Bücher, die Elsa Eisenstein, eine der Protagonistinnen, im Hausflur findet, als sie von der Silvesterparty nach Hause kommt.
Wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin, bekommt der Alfred den Text, der ihn auf Rechtschreibfehler ausbessert und fertig macht für die Druckerei.
So sind wir bei den letzten siebzehn Büchern vorgegangen. Fünf sind bei Digi-Buch bzw. Melzer, elf bei Novum, das letzte bei Digitaldruck.at herausgekommen.
Ich bin damit auch zufrieden, obwohl es schon Nachteile hat, so kommt man beispielsweise nicht auf die Buchprämienliste und auch bei Ö 1 ist es schwer, obwohl ich Edith Ulla Gasser meistens ein Belegexemplar schicke, aber es gibt da Vorurteile. Bei den Textvorstellungen der alten Schmiede ist es kein Problem. Und so habe ich mir wieder vorgenommen, den Text an einen Verlag zu schicken, obwohl ich es seit “Tauben füttern” nicht mehr probiert habe und eigentlich auch skeptisch bin, ob es wirklich etwas bringt.
Heute also ein ruhiger Tag, den ich mit Text und Laptop verbracht habe.
Das BMUKK hat die Briefe an die Prämiengewinner offenbar schon ausgeschickt, denn es haben sich zwei Kollegen bei mir bedankt. Peinlich nur, daß ich beide nicht auf der Liste meiner Erstvorschläge hatte.
Und Cornelia Travnicek hat sich auf ihren Blog auch schon über die Autorenprämie gefreut, dabei ist, wie sie schreibt, da sie sich gerade in einem Supermarkt befand, die Milch auf den Boden gefallen und die Salatsauce wurde vergessen.
Nun ja, Preise sind wichtig und Dietmar Füssel, auf dessen Gewinnspielseite ich gestern natürlich schauen mußte, hat auch einen Preis gewonnen, nämlich den vierten Sangerhäuser Literaturpreis für seine Kurzgeschichte “Skinhead”, die ich noch lesen muß und bei mir sind vor ein paar Tagen die Fahnen bzw. die PDF-Datei für die Volksstimmeanthologie “1918-1938-1968-2008 – Aus dem Bilanzbuch des 20. Jahhunderts” angekommen, das noch vor Weihnachten bei “Globus” erscheinen soll und noch etwas gibt es zum Thema Lesen zu vermelden.
Nämlich Elke Heidenreich, die ja mit dem ZDF Schwierigkeiten hatte, ist mit ihrer Sendung “Lesen” jetzt im Internet zu finden: www.litcolony.de und ich habe es mir gleich angesehen.
Es passt zu dem Ex-Libris-Spezial, das ich vorgestern im Literaturhaus hörte und das am 8. Dezember in Ö1 ausgestrahlt wird, bzw. zu Jochen Jungs kritischen Anmerkungen, der der Meinung ist, daß die Literatur kein Spektakel, sondern Leser braucht.
Elke Heidenreich hat jedenfalls, wie sie in ihrer schnellen Sprechweise anmerkte, sehr komische Bücher vorgestellt, Tilmann Rammstedts “Der Kaiser von China” und Alina Bronskys “Scherbenpark”, die ich beide in meinem Badezimmer habe und nur noch lesen muß und dann noch ein Buch, in dem ein Vater seinem Sohn vorliest, dabei aber nur die spannensten Stellen auswählt, damit dem Kind nicht langweilig wird.
Nun ja, so soll das Lesen doch nicht sein oder geht es nicht anders?

Schon wieder zwei Veranstaltungen

Da habe ich doch geschrieben habe, nach der Buch-Messe leiser zu treten, aber heute war der Jour Fixe von Ruth Aspöck in der Galerie NUU in der Wilhelm Exner Gasse, die damit ihre Verlegerinnentätigkeit ausklingen lassen will und bisher war es schwierig, am Donnerstag um 17 Uhr hinzukommen, da ich vor dem Sommer meistens eine Kinderstunde hatte, die nicht zu verlegen war.
Also habe ich mich auf die “Donaulesung” mit Waltraud Seidlhofer sehr gefreut, obwohl ich fast zu spät gekommen wäre, da mir Cornelia Travnicek, deren Blog ich vor ein paar Tagen entdeckte und der ich einen Kommentar auf ihre Buchmesseartikel im Literaturcafe geschrieben habe, geantwortet hat.
Die Lesung Waltraud Seidlhofers, einer wahrscheinlich ebenfalls experimentellen Autorin und Heimrad Bäcker Preisträgerin, die von ihm, wie sie erzählte, sehr gefördert worden ist, war auch interessant.
Es gab eine Diskussion über das Schreiben, dann habe ich mit ihr ihr neues Buch getauscht ( “Boote in den Museen”, Mitter Verlag), Tee getrunken, Brokkolisuppe gegessen und dann noch Lebkuchen und Mandarinen und mich mit Ruth Aspöck und Erich Schirhuber unterhalten und bin doch ins Literaturhaus gegangen, denn dort gab es ein Ex Libris-Spezial, das ich eigentlich auslassen wollte.
Aber “Literatur als Spektakel, kann Österreich zwei Buchmessen aushalten?” – Eine Diskussion mit Alexander Potyka, Jochen Jung und anderen unter der Moderation von Peter Zimmermann kann mein literarisches Wissen verstärken.
Anni Bürkl hat mir ja geschrieben, daß auf der Buch-Wien 20. 000 Besucher waren, während es auf der zu klein gewordenen Buchwoche 60.000 gewesen sind.
Das Literaturhaus lag auch am Weg, ich bin einfach etwas früher weggegangen. Nicht sehr viele Besucher, aber einige ORF-Moderatoren, die auch auf der Messe waren. Robert Huez hat eröffnet und interessant für mich, daß Jochen Jung nicht auf der Messe war.
Weil erstens zu teuer und zweites war er in Frankfurt und hat die Jury für den nächsten Buchpreis zusammengestellt und Alexander Potyka hat viel gelächelt und es nicht gesagt, falls er enttäuscht gewesen ist. Aber daß die Organisation einer Buchmesse schwierig ist, habe ich schon begriffen.
“Wien braucht eine Messe, denn die Wiener werden nicht nach Frankfurt fahren!”, wurde launig angemerkt. Da habe ich gedacht, daß ich dieses Jahr viel von Frankfurt mitbekommen habe, ohne mich aus Wien hinauszubewegen, aber ich interessiere mich ja sehr für Literatur und ob die Durchschnitts-Wiener mit der U2 in den Prater fahren werden, bin ich mir nicht so sicher, aber es braucht natürlich alles seine Zeit und man muß sich an Veränderungen erst gewöhnen.
Jochen Jung beklagte, daß man dieselben zwanzig Bücher in jeder Buchhandlung in jeder Stadt und in jedem Feuilleton finden kann und meinte kurz darauf, daß es die Aufgabe des Verlegers ist auszuwählen, so daß von der Vielzahl das Beste herausgefiltert werden kann.
Genau damit habe ich wieder ein Problem, denn ich bin ja für die Kreativität des Einzelnen und finde die vielen Blogs und Internetseiten, die ich nach und nach entdecke und das Nanowrimo-Writing äußerst interessant, glaube aber nicht, daß es in zwanzig Jahren nur mehr E-Books geben wird.
Ich habe jedenfalls soviele ungelesene Bücher, daß ich für den Rest meines Lebens locker damit auskomme, allerdings hat sich mein Leseverhalten durch das Internet schon verändert, weil man eben alles sehr schnell finden kann, was ich vor einigen Jahren nicht geglaubt hätte.
So gesehen bin ich gespannt auf die weitere Entwicklung der Buch-Wien, gehe gerne wieder hin, daß ich Eintritt zahlen will, glaube ich aber nicht.

Jurysitzung und Literaturhauslesung

Da bin ich gestern also bestens ausgerüstet in meine zweite Jurysitzung gestartet.
Vorher war ich noch beim Friseur und habe im Stadtplan nachgesehen, wo sich der Concordiaplatz befindet und bin dann, weil mich eine Frau die Kirche am Gestade hochschickte und sich das Zimmer des Ministerialrats Stocker im fünften Stock befindet, fünf Minuten zu spät gekommen. Nils Jensen war noch nicht da, Sylvia Treudl ist erkrankt und hat ihre Vorschläge schriftlich bekannt begeben.
So daß Helmuth Niederle, der Pen-Präsident Helmut Stefan Milletich und ich dreiundvierzig Vorschläge machten, aus denen fünfzehn ausgewählt werden mußten.
Unsere Meinungen differierten, ich habe mich eher an die jüngeren Frauen gehalten, die Mittleren eben und bin dabei ziemlich allein gewesen, habe aber etwa fünf Vorschläge doch durchgebracht, während einige Romane, die ich für hervorragend halte, unberücksichtigt geblieben sind.
Wäre Sylvia Treudl anwesend gewesen, hätte es vielleicht anders ausgesehen, so haben die Prämien bevorzugt die berühmten älteren Männer und auch einige solcher Frauen bekommen. Ich bin ja durchaus kompromißbereit. Die Namen überzeugen auch und die sozialen Aspekte, auf die Helmuth Niederle großen Wert legte.
Ich bin nur nachher draufgekommen, daß wir in Gefahr waren, auf dem Test, den vielleicht die Werkstätte Kunstberufe oder jemand anderer mit seinen fiktiven Verlagen unternahm, um die Kompetenz von Juryentscheidungen zu überprüfen, hereinzufallen, denn ich habe mir in den letzten Wochen wirklich viele Bücher durchgesehen, aber alle auf der Liste kannte ich nicht.
Die Namen, denen ich letztlich zugestimmt habe, aber schon und so habe ich heute nachgesehen, ob alle Verlage der vorgeschlagenen Bücher existieren.
Sie tun es natürlich und das leitet über zu der Lesung eines meiner Favoriten, Hanno Millesi, der heute seinen Roman “Der Nachzügler” im Literaturhaus vorgestellt hat, in dem es auch um den Literaturbetrieb geht.
Ich habe ja gedacht, das wäre mein Thema, bemerke aber in letzter Zeit, daß sich einige Autoren damit beschäftigen und auch berühmt werden.
Thomas Glavinic mit seinem “Das bin doch ich” zum Beispiel und jetzt Hanno Millesi, dessen Roman, bei dem es um einen experimentellen Autor geht, der im Nebenberuf als Ermittler tätig ist und sich dabei eine Guerillaaktion gegen ungerechte Juryentscheidungen und den ihn langweilenden Literaturbetrieb ausdenkt, habe ich schon bei der Buch-Wien durchgeblättert.
Die Veranstaltung hat etwas später angefangen, weil sie im Radio falsch angekündigt war. Es waren nicht sehr viele Besucher, aber einige experimentelle Autoren da.
Ilse Kilic, Fritz Widhalm, Ann Cotton, Brigitta Falkner und dann noch Bettina Balaka, die realistischer schreibt.
Die Ausstellung “Privatsachen” von Liesl Ujvary über die Schreibtische von meist ebenfalls experimentellen Dichtern und Dichterinnen gab es in der Wartezeit ebenfalls zu bewundern. Christiane Zintzen hat in ihrem Blog auf die Lesung hingewiesen und ich habe Hanno Millesi im Literaturgeflüster schon erwähnt, den ich von den Zeiten kenne, wo ich mich noch um das Staatsstipendium für Literatur beworben habe.
Da ist mir sein Name mehrmals aufgefallen. Dann hat er beim Wahnsinnsymposium des Ernst Kostal seine wirklich beklemmenden Kindergeschichten, die mich immer an die Entstehungsbedingungen einer Schizopherenie im Sinne des längst vergessenen Double Binds denken lassen, vorgetragen. Später hat er einen Text für die lange Nacht des Hörspiels geschrieben, wo er echt Tondokumente einer Polizeiaktion, als die experimentellen oder auch nicht experimentellen Autoren gegen die Kürzung des Autorenhonorars protestierten, verwendete, geschrieben und drei oder vier Romane, die in der Edition Luftschacht herausgekommen sind.
Den Text, den er beim Bachmannpreis vor ein paar Jahren gelesen hat, habe ich für einen der besten gehalten, der vorgetragen wurde und seine Gedanken über den Literaturbetrieb und dessen Ungerechtigkeiten sind natürlich interessant.
Im Anschluß gab es Bier und die experimentellen Autoren scheinen alle starke Raucher zu sein. Ich gratuliere Hanno Millesi herzlich zum nächsten Preis, den er bekommen wird, auch wenn er ihn für ungerecht empfinden sollte.

Noch einmal Buch-Wien

Inzwischen ist die Buch-Wien Geschichte und ich schreibe über den letzten Tag. Den Sonntag, an dem ich mit Alfred hingehen und Ruth Aspöck und Robert Egelhofer treffen wollte. Mit Anni Bürkl hatte ich um elf einen Treffpunkt bei den IG-Autoren ausgemacht, den sie aber absagte. Und Alfred ist darauf gekommen, daß er nach Harland fahren muß. Also wanderte ich alleine hin, traf Ruth und Robert in der Eingangshalle, die mir gleich ein Handy hinhielten, Alfred teilte mit, sein Auto springt nicht an und er weiß nicht, ob er kommen kann. In der Halle trennten wir uns wieder und ich traf Eleonore Zuzak, die sich wunderte, daß ich anwesend war.
“Sie haben doch gesagt, es gefällt Ihnen nicht?”
Habe ich nicht, sondern es mir nur größer vorgestellt und Gabiele Ecker hat mir auch gesagt, daß ursprünlich die ganze Halle B und auch C geplant waren, sonst habe ich es aber sehr genossen. Mit Leuten geredet, Bücher angeschaut und das ging besser als im Rathaus, man kam gleich in Kontakt und wurde meist auch freundlich empfangen.
Und viele Autoren. So saß ich irgendwann mit Ruth Aspöck, Walter Baco und Peter Paul Wiplinger beim Kitab-Stand, weil ich mir die Bücher von Judith Gruber-Rizy und Marlen Schachinger ansehen wollte und konnte gleich etwas über Peter Paul Wiplingers neue Bücher erfahren und, daß das Appartement in Rom, das das Außenamt den Stipendiaten zur Verfügung stellt, immer noch sehr schäbig ist, habe ich auch gehört.
Dann habe ich dem Verleger meine Bücher gezeigt und bei Walter Baco Kekse genascht, bevor ich zur Kocharena gegangen bin, wo zuerst ein philosophisches Kochbuch vorgestellt wurde und man anschließend Toni Möhrwalds Hasenrücken mit Linsen und roten Rüben auf Salat serviert verkosten konnte.
Danach habe ich Ruth und Robert nicht mehr gesehen und mir allein ein paar Lesungen angehört, zum Beispiel Thomas Raab “Der Metzger sieht rot”, bis der Alfred doch gekommen ist und die Buch-Wien zur Geschichte wurde.
Es war sehr intensiv, ich habe einen Haufen interessanter Erfahungen gemacht, auf einigen Buffets zuviel gegessen und vor, in der nächsten Zeit etwas leiser zu treten. Zu weniger Lesungen gehen, um die Radiosonate bald zu beenden und vielleicht auch im Literaturgeflüster etwas weniger zu berichten. Die Buch-Wien ist vorbei, ich war dabei und bin auch auf der Fotogalerie und im Messe-Blog auf einigen Bildern vetreten (www.lesefestwoche.at) und hoffe sehr auch im nächsten Jahr wieder hinzukommen.

Lange Nacht der rumänischen Literatur

Am Samstag bin ich nicht zur Buch-Wien, sondern ins gute alte Rathaus gepilgert und dort, wo sonst die Buchwoche war, was die meisten, mit denen ich gesprochen habe, bedauern, denn das war doch so schön, es war gratis, man konnte anschließend auf den Christkindlmarkt gehen und Punsch trinken, fand der 3. Alzheimertag mit einem Fachsymposium statt.
Ich habe einen grünen Rucksack voller Werbematerialien nach Hause geschleppt, viel schwerer, als die Buch-Wien Ausbeute und bin noch auf die Mariahilferstraße, um meine zwei Thalia Gutscheine einzulösen.
Danach zwei Stunden geordnet und meine Messeimpressionen in mein Messetagebuch eingetragen, bevor ich zur langen Nacht der rumänischen Literatur ins rumänische Kulturinstitut aufgebrochen bin. Es war mir nicht ganz klar, ob die Veranstaltung zur Lesefestwoche zählt oder nicht, in dem rosa Heftchen habe ich sie nicht gefunden, wenn man im Google die Buch-Wien aufruft, findet man aber das Lesezeichen mit der Ankündigung und auf der Buch-Wien gibts auch viele rumänische Veranstaltungen.
Die Direktorin hat den Messezusammenhang in ihrer Einleitung aber erwähnt und es gab eine deutschsprachige Lesung von fünf rumänischen Autoren und einer Autorin.
Am Anfang habe ich mich fremd gefühlt, weil offenbar nur Rumänen und keine Stammbesucher da waren. Die Texte lagen aber am Büchertisch, die Bücher selber sind zum größten Teil nicht übersetzt.
Der erste Autor, der von Gabriel Kohn eingeleitet wurde, hieß Stefan Agopian und war sehr selbstbewußt.
“Ich habe den Roman mit achtundzwanzig Jahren geschrieben, damals hatten wir eine Diktatur, deshalb mußte ich ein großartiger Schriftsteller werden!”
Als man ihn nach der Handlung fragte, antwortete er “Ich habe keine und Becket auch nicht und er hat trotzdem den Nobelpreis gewonnen.
Dann wurde eine junge Frau vorgestellt, die 1974 geborene Ioana Nicolaie, die einen Roman über Bukarest geschrieben hat und wie Ingo Schulze ihre Erfahrungen vom Übergang der Diktatur in den Kapitalismus schildert. So hat sie tagelang nur Orangenmarmelade gegessen, bis sie davon gerochen hat und sie schreibt auch von seltsamen Birnen, die Avacado heißen.
Vintila Corbul, der von Mircea Vasilescu vorgestellt wurde, scheint schon gestorben zu sein und hat den “Fall von Konstantinopel” beschrieben.
Dann gab es eine Pause, in der ich Helmuth Niederle sah, es aber nicht schaffte, ihn auf das Glavinic Buch anzusprechen, als ich es dann tat, war die Antwort unbefriedigen, denn er hat nichts gewußt, bzw. ist es ihm nicht aufgefallen.
Vorerst ging es weiter mit einem Roman von Horia Ursu mit dem spannenden Titel “Die Belagerung Wiens”, an dem er dreizehn Jahre geschrieben hat und dessen Held den schönen Namen Flavius Tiberius trägt. Es geht um die Schlachtung eines Schweines, hat aber einen Herrn im Publikum sehr erregt. Der Autor meinte, in Klausenburg tragen viele Leute römische Namen und Wien ist eine Metapher, eine Vorstellung des Glücks oder die Sehnsucht nach Mitteleuropa, während Bukarest nicht die wahre Hauptstadt ist, die heißt Klausenburg, was eine intensive Diskussion auslöste.
Auch der nächste Autor kam aus Klausenburg und sprach gut Deutsch, weil er die deutsche Schule besuchte, was der Dolmetscher nicht wußte und Vlad Musatescu hat eine Art Satire geschrieben, in der er selbst vorkommt, sich aber Al Conan Doi in Anspielung an den berühmten Krimischriftsteller nennt.
Es war also interessant, danach gab es ein Abendessen, Krautrouladen mit Polenta, Pilzen und Käse und einen guten Glühwein, wo ich doch bekannte Gesichter entdeckte.
Anna Lindner nämlich, die sich offensichtlich sehr für rumänische Literatur interessiert und eine Stammbesucherin, die ich oft bei Buffets sehe, in der letzten Woche aber nicht.
“Gehen Sie zur Buchmesse?”, habe ich sie gefragt und die gleiche Antwort bekommen.
“Zu teuer und im Rathaus war es schöner!”, während die Veranstalter, wie ich im Buch-Wien-Blog gelesen habe, mit der Besucherzahl zufrieden sind und ich bin es auch, gehe ich ja noch einmal hin.

Buch-Wien und Lesewochesplitter

Als ich Mittwoch nach Haus gekommen bin, habe ich gedacht, daß ich meinen Gutscheinsegen dafür nützen kann, mir bezüglich der Jurysitzung am nächsten Dienstag, die Neuerscheinungen duchzusehen, die liegen dort doch sicher auf und so bin ich Donnerstags bei einer Windstärke von 100 Stundenkilometern losgestartet und es war auch interessant. An den Schulklassen vorbei zu den IG Autoren und dort “Und trotzdem” für Johanna König abgegeben und den Walter Baco gefragt, wie es mit der Litera in Linz so war?
Er hat mich an seinen Stand gebeten, sich für den Tag der Freiheit des Wortes angemeldet und mit mir ein Buch getauscht.
Schwieriger wurde es, als ich versuchte zu einem Kaffee-Gutschein zu kommen, aber schöne Lesungen an den Bühnen, die jeweils an den zwei Seiten aufgebaut waren, die Akustik dröhnte zwar von einer Bühne zu der anderen, so daß das Programm kurzfristig unterbochen werden mußte, aber viel rumänische oder tschechische Literatur vermittelt von Kulturkontakt.
Beim Novum-Stand, wo ich elf meiner inzwischen zwanzig Bücher drucken ließ, gab es schöne Taschen, Attraktion der Schülerinnen. Ich begab mich zum Luftschacht-Stand, um mir Hanno Millesis “Nachzügler” und Stephan Alfares “Meilengewinner” anzusehen. Dort haben mich nacheinander Angelika Reitzer, Helmuth Schönauer und Ruth Aspöck begrüßt.
Dann mußte ich gehen, um rechtzeitig in meiner Praxis zu sein. Die Frau, die mit ihrem Kind zur Diagnostik kommen wollte, hat sich aber sehr verspätet. Dann hatte ich noch zwei Stunden und wollte am Abend ins Sigmund Freud-Museum, um die Booker-Preisträgerin Anne Enright anzuhören, die ich von Frankfurt in guter Einnerung hatte. Ich war aber nicht sicher, ob ich rechtzeitig fertig werden würde. Dann kamen einige Mails von Franz Josef Huainigg vom Ohrenschmaus, der mir mitteilte, daß es Schwierigkeiten mit dem Lyrikpreisträger gäbe. Er hat eine Notentscheidung treffen müssen und hoffe, ich könne mit seiner Entscheidung leben. Ich wollte aber keine Jurybegründung für einen Preisträger schreiben, der gar nicht ausgesucht wurde.
Ich blieb zu Haus und schrieb an einem Mail, in dem ich meinen Unmut schilderte. Jetzt scheint sich alles eingerenkt zu haben. Es gibt keinen Lyrikpreisträger und wir müssen für das nächste Jahr die Ausschreibungsbedingungen besser definieren, damit klar ist, wer als Mensch mit Lernschwierigkeiten gilt und welche Kriterien es für einen Literaturpreis gibt und am Freitag bin ich wieder in den Prater marschiert und habe mir das Buch von Johanna König abgeholt, in dem sie die Bewältigung ihrer Krebserkrankung schildert.
Peter Paul Wiplinger hat sich am Stand gegenüber die E-Books erklären lassen und bei Milena habe ich die Betreuerin verärgert, als ich ihr gesagt habe, daß ich es schade finde, daß das kein reiner Frauenverlag mehr ist.
Ich habe mir Mieze Medusas Buch angesehen, die dann selbst gekommen ist und als ich bei der Edition Roesner in Erich Sedlaks Satiren blätterte, sagte mir die Verlegerin, das ist der Autor, mit dem ich dann ein bißchen Smalltalk betrieb.
Die Verlegerin hat mir einen Kaffee gegeben und Hilde Schmölzer hat mich daran erinnert, daß sie um 3/4 12 aus der Revolte der Frauen liest. Danach ging es zur Kocharena, wo Weißweine aus Südtirol serviert wurden und ein Starkoch Kürbissuppe und Risotto kochte, das man verkosten konnte. Eine Frau, die ich dabei kennenlernte, hat mir erzählt, daß sie die Messekarte bei Radio Wien gewonnen hat.
Beim Podium gab es eine Diskussion übers Lesen mit Michael Krüger, Friedrich Achleitner, Thomas Glavinic und Konrad Paul Liessmann und als ich mich umdrehte, entdeckte ich den Herrn, der mir am Montag versichert hat, daß er sicher nicht in die Buch-Wien geht.
Dann folgte Elke Heidenreich, die berühmte Moderatorin, die ihren Job verlor, weil sie sich Marcel Reich-Ranickys Fernsehkritik angeschlossen hat.
Ich mußte gehen, weil ich eine Stunde hatte, vorher habe ich bei den Thalia-Losen drei Nieten und zweimal das kleine Oetker Backbuch gewonnen.
Am Abend bin ich in das Schauspielhaus, wo Droschl sein dreißigjähriges Bestehen feierte. Dort war die Creme de la Creme der österreichischen Literatur zu finden. Es gab ein tolles Programm, Musik mit Walter Famler am Schlagzeug und den Literats und einige Autorenlesungen, die den Verlag vorstellten.
“Wie werde ich eine Droschl-Postkarte?”, fragten die Autoren. Danach ein noch tolleres Buffet, das wirklich viel und reichlich war.
Cornelia Travnicek habe ich gesehen, die inzwischen auch in ihrem Blog davon berichtet (frautravnicek.wordpress.com), Barbara Fischmuth, Werner Kofler , Bodo Hell und auch das Ehepaar, das ich vor Jahren bei der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft kennengelernt habe und die viel Bewunderung erregten, weil sie beim Augustin veröffentlichten. Dann habe ich einen Text der Frau gelesen und in ihm fast wörtlich “Kress” von Christa Stippinger erkannt, mit der sie einen der ersten Max von der Grün-Preise gewonnen hat.