Die Idee ist schon da

Ich habe es ja gewußt oder doch nicht wirklich, könnte aber trotz der Diskussionen mit dem Uli auf mich vertrauen, daß ich nicht aufgeben werde und seit circa zwanzig Jahren schließt sich bei mir auch eine Idee zeitnah an die andere an.

Das war nicht immer so.Ich kann mich erinnern, das war wahrscheinlich in den später Siebziger- frühen Achtzigerjahre des vorigen Jahrhunderts, bei der Vali gleich neben dem Grinziger Friedhof wahrscheinlich mit der Bruni und der Elfriede Haslehner gesessen bin und die hat gesagt, daß ihr eine Idee nach der anderen kommt und sie sich nur durch ihren berühmten Mann, den Dichter Wilhelm Szabo, der damals noch gelebt hat, behindert fühlte.

“Wow!”, habe ich gedacht.

“Bei mir ist das nicht so! Ich quäle mich mit meiner Hemmung ab, denke, ich kann oder darf es nicht!” und irgendwann war das vorbei. Habe ich jetzt ja schon sechsundfünfzig selbstgemachte Bücher, drei davon sind noch nicht erschienen, die “Hirarchien” aus der “Edition Wortbrücke” und dann noch zwei Sach- oder Fachbücher übers Stottern und schreibe wirklich, wie am Fließband.

Daß mir das Feedback fehlt, habe ich schon gejammert und es stimmt auch, daß ich mir denke, da schreibe ich schon an die fünfzig Jahre und niemand nimmts wahr, glaube aber nicht, daß mein Schreiben das schlechteste von der Welt wäre, das wäre zuviel Ehre, denn da wäre ich ja im negativen Sinn berühmt! Nein, es wird schon durchschnittlich sein und ist wahrscheinlich sowohl sprachlich als stilistisch nicht so gut, daß es die Kritiker hintern Ofen hervorlockt und die anderen, die nicht lesen, interessieren sich auch nicht dafür.

Aber für mich ist es wichtig, obwohl ich mir in letzter Zeit denke, ich muß ja nicht schreiben, brauche niemanden etwas beweisen, mache es, wie mir schon Rudolf B, der Pastor aus Hamburg, der später nach Frankfurt zog, in den später Siebzigerjahren riet, für mich selber!

Damals habe ich nicht geglaubt, daß ich das bis in alle Ewigkeit so muß, aber macht ja nichts, ich mache meine Bücher seit 2000 selber, vorher habe ich die Manuskripte an die Verlage geschickt und zurückbekommen oder nicht und seit 2008 blogge ich darüber.

Als mir der Alfred “Die Wiener Verhältnisse” zum Geburtstag schenkte, habe ich gedacht “Wow, so schnell so schön, so billig, ab jetzt wird jedes meiner Bücher erscheinen und so ist es auch.

Das Bloggen ist mein Tor zur Welt und dann bin ich dreimal in der Woche in die “Alte Schmiede” und ins Literaturhaus gegangen, habe viel gelesen und zuletzt schon darüber gelitten, wie ich da übersehen wurde. Aber hin und wieder ist jemand, den ich gar nicht kannte auf mich zugekommen und hat gesagt “Du hast einen schönen Blog!”

Corona, hat das verändert, obwohl am fünften außer in Wien ja die Regeln fielen und man da ab April wieder maskenlos in die Schmiede gehen könnte. Aber gut, Corona hat viel verändert und mir das Loslassen erleichtert, auf der einen Seite. Auf der anderen wieder nicht, denn soviele Bücher über Corona, wie ich, hat wohl niemand geschrieben. Damit bin ich auch nicht aufgefallen, was vielleicht auch gut ist, denn dann nennt mich niemand “Schwurblerin” und schmeißt mich irgendwo hinaus.

Obwohl auch das ist geschehen, habe ich die zweite Szene aus den “Hundert Seiten” ja nicht auf dem Volksstimmefest lesen dürfen, aber das hat wahrscheinlich andere Gründe, als daß man kein männerhassender Feminist sein darf und der Richard ist das auch gar nicht, sondern hat unter seiner feministischen Mutter sehr gelitten, die ja ihre Karriere und den Feiminsmus aufbauen mußte und daher nur sehr wenig Zeit hatte, sich um ihn zu kümmern. Ich kenne einige Männer, denen das passiert ist und die zu ihren Müttern “Warum sind wir nicht eine normale Familie?” sagten, aber gut “Die hundert Seiten” sind erschienen und an die “Alte Schmiede” geschickt. Die “Textvorstellungen” , wo ich ja zuletzt mein “Literaturgeflüsterbuch I” vorstellen konnte, gibt es nicht mehr. Aber vielleicht passen meine Corona- Bücher in die Politisch schreiben-Reihe, und wenn nicht ist das auch egal, denn es gibt ja meinen Blog und da stelle ich meine Bücher vor, auch wenn sich außer dem Uli niemand für mich interessiert und der kommt hat er mir mal geschrieben, zum Gruseln her.

So fürchterlich ist das nicht, denke ich, genausowenig, wie der Peter Handke eine langweilige Schlaftablette ist, um mich wieder mal mit einem Nobelpreisträger zu vergleichen.

Also seit zwanzig, dreißig, vierzig Jahren geschrieben und geschrieben und unlängst den siebenten Corona-Text, die Literaturgeflüstertexte, ausgelassen, dem Alfred übergeben. Das war vor einer guten Woche und dann eigentlich zum ersten Mal kein Thema für ein neues gewußt.

Wui, was mache ich da? Meine Rituale, Fensterputzen, Recherchieren gehen, etcetera, die Fenster in der Krongasse habe ich aber erst im Jänner geputzt und man muß nichts übertreiben. Also, die in Harland, wo ich am letzten Wochenende war und das Recherchieren fällt trotz Freedomday, weil ja in Wien, glaube ich, immer noch 2G gilt auch irgendwie aus. Ich könnte zwar von Würstelstand zu Würstelstand und dann zu den Bücherschränken wandern oder was ich in den letzten Wochen ja bevorzugt tat, auf eine Demo gehen. Oder auch nur ein bißchen trödeln, Zeitlassen, ich muß ja weder mir noch jemanden anderen was beweisen und dann kommen schon die Idee, das weiß ich nach fünfzig Jahre Schreiberfahrung und sie sind auch gekommen.

Ich habe also den Ideenfindeartikel der Jurenka Jurk nochmal gelesen, wo ja steht, daß ich mir Cluster bilden oder jeweils drei Wörter auch einem Buch herausziehen soll und dann habe ich gedacht, schau ich mir noch einmal in Ruhe meine fünfzig Bücher an, denn da ist sicher vieles nur angeschrieben, was man noch näher ausführen könnte und die Idee eine Romanfigur herauszunehmen und sie wieder zum Protagonisten oder Protagonistin machen ist mir auch schon gekommen.

Dann habe ich am Wochenende in Harland in der ehemaligen Telefonzelle beim Amtshaus ein paar Bände aus der “Nobelpreisträger-Reihe” entdeckt, habe mir die Gedichte der Nelly Sachs genommen, den Alexander Solschenizyn wieder zurückgetragen, weil ich den “Archipel Gulag” schon genauso, wie die “Früchte des Zorns” oder die “Atmostation” und “Wem die Stunde schlägt” schon hatte.

Aber in einem der Bücher habe ich ein paar Fotos gefunden auf denen ein blonder Bub, einmal mit einer Schultüte, einmal im Kreise seiner Familie, dann noch ein Wohnwagen abgebildet war. Und das ist ja auch eine Idee aus dem Ideenfindungsartikel.

Aus den Fotos eine Geschichte machen. Aber eine Familiengeschichte am Land aus dem Sechziger- oder Siebzigerjahren gibt nicht viel her. Die Frage, wem die “Nobelpreis-Reihe” gehörte ist aber interessant! Wahrscheinlich einem alten Herrn wie den Bernhard Wilhelm oder dem Professor aus dem “Wilden Rosenwuchs”, wie der nach Harland gekommen ist, ist vielleicht auch interessant, aber nicht das Thema, obwohl ich ja öfter meine Bücher in die Harlander Telefonzellen oder in die von Altmannsdorf hineinlege.

Aber soweit war ich noch nicht. Denn da gabs ja die Idee meine Bücher nochmals zu lesen oder mir da ein paar Potagonistin herauszupicken und da gibt es ja schon die Fritzi Jelinek aus der “Absturzgefahr” und der “Pensionsschockdepression”. Die heißt so, weil ihre Mutter eine Deutschprofjessorin sie nach der Frau Mayröcker und der Nobelpreisträgerin von 2004 nannte und die ist Schreibtrainerin und hat eine platonische Beziehung zu dem polnischen Priester Janus Warszinszki und die könnte jetzt ein Manuskript lektorieren. natürlich einen Corona-Roman,, einen vielleicht der den Bogen von der Dystopie von der Vergangenheit zur Gegenwart oder Zukunft spinnt. da gibt es ja das “Frühlingserwachen”, wo der demente Egon an den dritten Weltkrieg oder eine Invasion vom Mars glaubt. Das ist jetzt, zwei Jahre später sogar ein bißchen realistischer geworden und in der “Mathilde im Coronaland” geht es um ein Ungeimpften- Ghetto, das es wahrscheinlich nicht geben wird, nur einen Schutzlockdown für dieselben und eine 2G- Regel und dann fliegt 2053 eine Dreihbuchautorin von New York nach Wien um über die Pandemie von 2020 zu schreiben.

Darüber läßt sich wohl ein längerer Roman schreiben, als es mir gelungen ist, die ich da ja mit Novellen überbleibe und den hat die Fritzi jetzt zu lektorieren. Der gewinnt dann einen Preis, vielleicht will “Suhrkamp” ihn verlegen oder “Rauris” interessiert sich dafür. Aber jetzt kommt das Problem. Wer ist der Autor? Die Fritzi hat ihn lektoriert, hat aber nur ein Bild von einem blonden Jungen, eine Postffachadresse und den Autor, der sich Hans Haller nennt, nie gesehen.

Jetzt muß sie nach ihm suchen und am Ende stellt sich vielleicht heraus, das Buch ist von einer Sprachkunststudentin geschrieben, die Emma Baldinger heißt.

Spannnend oder nicht? Der Uli wird es wahrscheinlich nicht so finden und mir müßte noch das Kunststück gelingen, eine Nanowrimolänge hinzubekommen. Mal sehen, Recherchieren könnte ich vorher noch ein bißchen und habe da an den Freitag gedacht, aber dann habe ich in der Nacht vom Donnerstag immer wieder das Licht aufgedreht und mir ein Konept, wie in der “Absturzgefahr” ausgedacht, also den Roman zwischen der Rahmenhandlung mit der Fritzi einplanen und dann ist ein “Verschwörungsromankonzept in fünfzehn Episoden” daraus geworden, das mit einem verwirrten Egon beginnt, der durch die Josefstädterstraße läuft, vom Maskenpolizisten Max aufgeklärt wird, was geschehen ist, dazwischen kommen dann die LenaTexte, die der Mathilde und des “Meister Hoppels” , bis der Egon wieder durch die Straßen läuft und sich Jodtabletten kaufen will, weil alle um ihm herum vom dritten Weltkrieg und einem Atomangriff reden und dann kommt noch dreißig Jahre später die Joana Bernard nach Wien, um ein Drehbuch zu schreiben und am Heldenplatz Walzer zu tanzen.

Das sind fast alle Texte, die es entweder in den Büchern oder im Blog schon gibt und dann brauche ich noch die Rahmenhandlung darum herum. Am besten auch vierzehn oder fünfzehn Szenen, die erste habe ich schon geschrieben, dann kommt, die Thekla Morgenstern, Fitzis Nachbarin aus der “Pensionsschockdepression”, bringt ein Stück Kuchen, sieht das Foto von dem blonden Buben mit der Schultüte und erzählt, daß sie ähnliche Fotos in alten “Nobelpreisträger-Ausgaben” im offenen Bücherschrank gefunden hat. Dann geht sie mit der Fritzi in die Bibliotherapie-Gruppe in die St. Ulrichskirche, wo Fritzi den “Uhrenroman” vorstellt. Fritzis Mutter, die ehemalige Deutschlehrerin, die jetzt mit ihren Freundin Erika in einer Senioren-WG wohnt, ist auch da und erzählt, wie schilmm die Pandemie auch in einer alternativen Pflegeeinrichtung war, denn die ist jetzt offenbar vorbei und Fritzi trifft beim Bücherschrank eine junge Frau mit einem Trolley voller Bücher, wo sich auch ein paar der “Nobelpreisträger-Anthologie” befinden, die sagt, daß sie die Wohnung ihres verstorbenen Großonkel ausräumt.

“Hieß der vielleicht Hans Haller?”, fragt Fritzi hoffnungsvoll, um vielleicht eine Spur zu haben.

“Nein, Bernhard Wilhelm! Alois Haller ist der Lebensgefährte meiner Mutter, die mit mir die Wohning ausräumt und der war ein Patenkind des Onkels, einen Hans kennen wir nicht!”, antwortet die und das ist jetzt das, was ich schon habe.

“Wui!”, werden meine Kritiker jetzt schreien.

“In zwei Tagen einen ganzen Roman skizziert, der wahrscheinlich wieder eine Novelle wird, darf das sein?”

Und jetzt heißt es schreiben, schreiben, ich bin gespannt und das “Seitengewitter” ist auch schon an die Druckerei gegangen.

Wie es weitergeht?

Eine interessante Frage, die ich hier schon öfter zu beantworten versucht habe

und auf jedenfall bin ich mit dem “Frauenleben” wieder fertig und habe den Text schon an den Alfred geschickt, damit er an die Druckerei gehen kann.

So lange, wie geplant ist es nicht geworden, zwar ein bißchen länger als der “Arbeitstitel” und vielleicht in etwa solange die die “Hundert Seiten”, die inzwischen schon erschienen sind und das “Seitengewitter” das noch an die Druckerei gehen muß.

Also über sechzig Rohseiten, zweiunddreißig Szenen und 30.682 Worte, also vom “Nanowrimo”, wo es ja auch heißt, daß fünfzigtausend Worte für einen Roman sehr kurz ist, weit entfert, aber mehr scheine ich trotz meiner besten Vorsätze derzeit nicht zu schaffen, obwohl, ich glaube, daß der Text sehr dicht geworden ist und eigentlich alles drin enthalten ist.

Ich scheine also immer schneller zu werden. Vor ein paar Jahren habe ich ja noch geschrieben, daß ich sechs Wochen für den Rohtext brauche und das schon für sehr schnell gehalten.

Mit dem “Frauenleiden” war ich mit dem Rohtext aber nach zwei Wochen fertig und mit dem Korrigieren nach fünf oder sechs Wochen und im vorigen Jahr habe ich ja auch drei Texte nämlich die “Hundert Seiten”, das “Seitengewitter” und den “Arbeitstitel”– geschrieben und dann ja noch das “Corona-Texte- Buch” die Corona-Texte aus dem “Literaturgeflüster” herausgebracht.

Wenn das so weiter geht, schreibe ich alle zwei Monate ein Buch, was eigentlich nichts macht, wenn es statt dem einen Jahrhundertroman, viele kürzere knackige Texte gibt.

Allerdings beschäftigt mich ja schon länger die Frage, was ich schreiben soll oder anders ausgedrückt, ich habe schon länger das Gefühl, ich bin ausgeschrieben.

Dann bringe ich einen Text zu Ende, habe eigentlich keine Ahnung, was als nächstes kommt und schwupp, dann kommt schon die Idee,, so wie Anfang Jänner bei dem Minikurs von Jurenka Jurk, wo eine Teilnehmerin fragte ob sie sich von ihrem achtzigjährigen Onkel lektorieren lassen soll und schwupp war die Idee für das “Frauenleiden” schon da und ein paar Tage vorher habe ich auch gedacht, ich habe keine Ahnung was als nächstes kommt? Da habe ich dann den “Arbeitstitel” fertig korrigiert und dann das “Frauenleiden” angefangen. Jetzt bin ich, glaube ich, am Donnerstag mit dem Korrigieren fertig geworden und keine Ahnung was als nächstes kommt?

Was mache ich da? Da habe ich meine Schreibrituale, Fensterputzen, auf Recherchezüge gehen und weiterschreiben. Die Fenster in der Krongasse habe ich Anfang Jänner geputzt. Das muß ich erst im Sommer wieder tun. Aber wir sind dieses Wochenende wieder in Harland. Da wurden die Fenster schon länger nicht geputzt, also habe ich das am Freitag getan und dann, wie gehts weiter? Wie finde ich Ideen für was Neues?

Da beschäftigt mich ja schon länger die Frage mit, über oder ohne Corona, da es außer dem “Corona-Texte-Buch”, schon vier erschenene Corona Bücher und drei in der Warteschleife gibt, habe ich mich ja gefragt, wann werde ich über was anderes schreiben?

Das hängt zwar nicht nur von mir ab, denn wenn ich was schreibe und die Heldin beispielsweise einkaufen geht, dann werde ich die Maske nicht weglassen, wenn sie sie zum Zeitpunkt des Schreiben noch brauchen sollte und da denke ich auch, ich bin zwar Corona kritisch was ja in Zeiten, wie diesen vielleicht ein Minuspunkt bin, habe aber wahrscheinlich, soviel wie kaum eine andere über dieses Thema geschrieben, also von mir aus, ein achter Corona-Text, aber von was handelt er und wie kommt man auf neue Ideen?

Da hat ja Jurenka Jurk auch einen Artikel herausgebracht, wo Dinge drinnen stehen, die ich auch schon ausprobierte. Meistens ist es bei mir ja so, wie am Dienstag auch Heinrich Steinfest im Literaturhaus sagte, er hat eine Idee und dann schreibt er drauf los ohne sich erst zwei Jahre ein Konzept dazu zu machen. Bei mir war das beim “Frauenleiden” der Onkel und beim “Seitengewitter,” das Gerede, daß man “Die Ungeimpften zwar nicht einsperren sie aber auch nicht überall ihr Leberkässemmel essen lassen wird!” und dann auch die Idee von dem alten Psychiater, der in einer Senioren-Residenhz lebt, sich aber nicht impfen läßt und dann wieder die Figur einer Impfverweigerin, die da Alberta Wassermann heißt, ich aber wohl die Idee der Mathilde weiterverfolgte.

Das nehme ich dann auf und schreibe darüber, beziehungsweise putze ich die Fenster, räume die alten Sachen weg, die neuen her, drucke mir beispielsweise die Charakterbögen aus, die ich mir einmal von Jaqueline Vellguth übernommen habe. Dann gehe ich ein paar Tage spazieren und dann schreibe ich meistens los.

Im Sommer war das bei den “Hundert Seiten” so. Da bin ich zwei Tage herumgerannt und dann hatte ich alles, daß ich schreiben konnte. Da hatte ich aber schon eine Idee.

Jetzt bin ich aber fertig und stehe vollkommen ideenlos da. Auch nicht schlimm, denn wenn man schon fast fünfzig Jahre literarisch schreibt und an die sechzig überhaupt und an die fünfzig Bücher hat, ist das egal und ich brauche mir auch keine Sorgen machen, ob ich noch was schreibe?

Daß ich schreiben kann, weiß ich.Früher war es ja für mich ein großes Problem, daß ich dachte, ich dürfte nicht schreiben oder es wollte und nicht so recht wußte wie, also sehr gehemmt war.

Das ist jetzt weg. Jetzt denke ich, ich kann schreibe, denn das habe ich ja schon sehr viel und sehr lang getan. Ich bräuchte wahtscheinlich Anerkennung von außen. Aber die kriege ich, in Zeiten, wie diesen nicht, denn es schreit ja derzeit nur der Uli auf “Ich haben Ihnen schon zigmal gesagt, daß Sie es nicht können und Sie unbelehrbar sind!”

Das glaube ich eigentlich nicht, beziehungsweise, glaube ich, schon daß ich mich mit meinen Schreiben auseinandersetze.

Die Rechtschreibung und die Grammatik sind mir ziemlich egal, da denke ich, für die selbstgemachten Bücher korrigierts der Alfred, bei einem Verlag würde es der Lektor tun und dann bin ich ja eher handlungs- als sprachgetrieben. Da kann ich mich erinnern, daß ich noch in der Straßergasse war und mit einem Walter einmal auf die Mostalm ging, ihm von meinen Schreibplänen erzählte und der sagte mir, da gibt es zwei Typen, die, denen die Sprache wichtig ist und die, die vom Inhalt ausgehen.

Eine Experimentelle oder eine Sprachkünstlerin, also das, was als literarisch gilt, bin ich nicht, stimmt. Ich betrachte mich als realistische Schreiberin und schramme da vielleicht ein bißchen an der Gebrauchsliteratur, am Kolportageroman oder am journalistischen Schreiben vorbei. Alles was vielleicht als nicht so literarisch gilt und von den Sprachkünstlern etwas belächelt wird. Andererseits gibt es sehr viele realistische Romane. Also warum nicht und da habe ich auch schon sehr viel geschrieben.

“Die Hierarchien”, Ende Achtzig da habe ich meinen Weggang von der Klinik beschrieben der Text ist fertig geworden. Ich habe da schon selber beim damaligen Ministerialrat Ungar im Bundesministerium, um eine Unterstützung, um es herauszubringen, angesucht und das dann auch dem Jack Unterweger mitgeteilt, der es dann gemacht hat. Die Kritiken waren schlecht und ich dachte, nun ja, eines meiner ersten Bücher, dann hab ichs später gelesen und gedacht, so schlecht ist das nicht.

Seit ich meine Bücher selber mache, bin ich ja weg von der Kriti kund nur der Uli ,schreibt wie schon erwähnt “Sie können es nicht!”

Aber der kann das vielleicht nicht so wirklich beurteilen und es stimmt wahrscheinlich auch, daß ich sehr schnell und vielleicht auch ein wenig flüchtig bin.

Früher, als ich noch sehr unsicher war, habe ich wahrscheinlich auch schlechte Texte an die Verlage geschickt, die sie mir dann zurückgeschickt oder sich nicht gerührt haben. Aber durch das Schreiben wird man besser, davon bin ich überzeugt, obwohl, als ich die “Hirarchien” wieder gelesen habe, habe ich schon gedacht, da ist eigentlich alles da und ich bin auch immer bemüht besser zu werden und denke, das ist mir auch gelungen, weil ich ja sehr viel und flüßig schreibe, obwohl ich manchmal denke, ich komme nicht weiter, ich stecke fest, etcetera und sehr verzweifelt bin.

Dann fange ich wieder von vorne an und so tun es auch die anderen, auch wenn denen vielleicht, die Lektoren herumstrechen, was ich zugegebenerweise nicht so gerne mag. Da kritisiere ich mich schon lieber selber, denke aber, ein Feedback von außen wäre schon gut, auch wenn ichs nicht wirklich brauche, denn ich werde schon wieder ein Thema finden und langsamer und weniger hektischer werden, wäre wahrscheinlich auch ganz gut. Ob ich das schaffe, weiß ich nicht und es ist auch egal.

Also die drei noch ausstehenden Texte fertig machen und da brauche ich eigentlich nur auf den Alfred warten und zwischendurch korrigieren und dann schauen, daß ich zu einem neuen Thema komme, ob mit, über oder ohne Corona, ist egal und ich dachte auch, ich könnte solange ich noch nichts habe, mir ein paar Skizzen machen.

Eine Idee, die ich ja schon mit den “Bierdosen” in der Schreibgruppe praktizierte, ist ja auch mir ein paar Bücher aus den Regalen zu klauben, ein paar Worte herausschreiben und darüber eine Geschichte machen oder, was ich vielleicht am Freitag könnte, wenn der Alfred zu einem Begräbnis fährt, auf die Straße gehen und meine Beobachtungen notieren.

Alles zusammen und wenn nichts kommt, ist das auch nicht so schlimm, denn ich habe ja schon fast fünfzig selbstgemachte Bücher auf die ich mich auch konzentrieren könnte und stattdessen mehr lesen. Da stagniere ich derzeit ja auch ein wenig und die politische Lage füllt eine derzeit ja auch aus. Da ist der Krieg in der Ukraine, der derzeit alle beschäftigt und darüber habe ich schon 2014 und 2015 ,geschrieben und Corona mäßig ist es ja auch die Frage wie es weitergeht?

Der Freedomday soll nächste Woche kommen, da sollen außer den ,Masken alle Maßnahmen fallen aber die Zahlen sind noch immer hoch und wie es mit der Impfpflicht weitergeht ist auch sehr spannend. Aber eigentlich will ich nicht mehr über Corona, sondern über etwas anderes schreiben.

Aber über was? Das ist jetzt die Frage. Also Zeit lassen, bis die Idee kommt und dazwischen die eigenen Bücher wieder lesen und schauen was ich besser machen kann und da gibt es, stimmt Uli, wahrscheinlich schon einiges zu tun.

Ein bißchen genauer und ein bißchen tiefer werden, kann sicherlich nicht schaden. Also mag sehen, wie es weitergeht. Eine Schreibpause machen, falls ich das schaffen sollte, wäre auch nicht so schlecht, bin aber, wie Heinrich Steinfest auch nicht sicher, ob ich das schaffe, denn irgendwie bin ich ja auch eine Scribioholic und die Frage “Warum schaffe ich es nicht in den Literaturbetrieb, obwohl ich mich ja sehr bemühe?”, ist auch noch nicht beantwortet, obwohl es mir der Uli sicher gleich erklären wird.

Die Veränderungen meines Schreibens kann man, glaube ich, ganz gut dem “Mein Scheiben-meine Bücher- Literaturgeflüsterbuch” entnehmen, denn da gibt es ja immer ein Kapitel der Bücher, die seit 2008 bis 2019 entstanden sind und die dazugehörigen Artikeln, die sich mit meinen Themen, meinen Satzanfängen, meinen Lieblingsbüchern, etcetera beschäftigen.

Nur sehr kurzes Frauenleiden?

Es ist ja immer dasselbe, da nehme ich mir vor, aber diesmal wirds wirklich ein langer Roman und wenn ich es nicht gleich hinbekomme, werde ich es solange umschreiben, bis es klappt und dann klappt es nicht. Die Korrigierphasen bestehen hauptsächlich aus Recht- und Inhaltsfehler. Aber was Wesentliches kommt selten hinzu. Höchstens Mal eine Szene, wie beim “Arbeitstitel” das bisher mein kürztestes Werk ist und ich schreibe ja sehr viel, habe ich ja im Vorjahr drei Corona-Texte geschrieben und die diesbezüglichen “Literaturgeflüster-Artikel” als Buch herausgebracht, das lasse ich jetzt weg und wenn es “Nanowrimos” , wären müßte ich viel anstückeln und das habe ich bei denen, die ich geschrieben habe, auch öfter gemacht beim “Fräulein No” habe ich ein paar Szenen angefügt, die ich später weggelassen habe und dafür dem Buch die Schreibberichte anfügte, damit es in der Rohfassung fünfzigtausend waren. Beim Korrigieren ist dann ohnehin noch viel weggekommen. Die “Liiteraturgeflüster-Bücher” sind sehr dick, aber das sind ja Blogartikel. Die “Radiosonate” war das auch, dafür ist das “Haus” dann wieder kürzer geworden und den “Arbeitstitel” habe ich ja auch sehr schnell geschrieben und er ist sehr kurz geworden. Macht ja nichts, aber das Nächste wird dann lang, versprochen, denke ich dann und das stimmt ja auch, vor allem wenn ichs selbst verlege, kanns so kurz sein, wie es will und der “Arbeitstitel” ist nach der ersten Umschreibphase, ja, da habe ich es dann um vierzig Jahre nach vor verlegt, sehr flüßig geworden und dann kam mir noch in dem “Plan dein Romanjahr-Webinar”, das “Frauenleben”, konzipiert, habe wie immer flott losgeschrieben oder doch nicht so ganz, denn ich habe, bevor ich damit angefangen habe, sogar die Arbeitsblätter nochmals ausgefüllt und dann natürlich nicht zwei Jahre meinen Roman vorausgeplant und auch nicht jede Szene vorher, sondern habe da immer einige im Voraus. Aber wenn ich anfange, weiß ich eigentlich, wo ich hinkomme und denke wirklich, das wird jetzt ein Monsterroman, dann habe ich irgendwann das Konzept. Vorher kann ich meistens nicht sagen, ob ich jetzt im ersten Drittel oder schon über der Mitte bin und dann weiß ich, ich bin bald fertig und in letzter Zeit denke ich dann, uje erst dreißigtausend Worte.

Bei den “Nanos” konnte ich es immer darüber bringen, beim “Fräulein No” wars schwieriger. Da hatte ich am Ende, glaube ich, auch soviel und diesmal hatte ich eigentlich die Handlung und dachte, uje, das müßte ich um die geplanten 60000 Worte, die ich mir ja diesmal fest vorgenommen habe, verdoppeln, aber dann wird es nicht. Denn es ist ja eigentlich schon dicht und das ist es, glaube ich, auch und flüssig geschrieben und so kann ich wieder schreiben:

Rohtext fertig 30 337 Worte, neunundzwanzig Szenen, sechzig Seiten, in der Rohform. Das heißt, jede Szene einmal korrigiert. Also wenn ichs durchkorrigiere habe ich wahrscheinlich fünftausend Worte weniger und schließe wahrscheinlich dicht an mein bisher kürzestes Geschichterl an. Aber es ist dicht und ich habe die drei geplanten Handlungsstränge und die auch in die Rahmenhandlung verwoben. Das ist mir, glaube ich, ganz gut gelungen und bekannte Elemente sind natürlich auch wieder drin. Der alte Onkel, der achtzigjährige Lektor, der eigentlich der Ausgangspunkt war, der täglich zum Grinzinger Friedhof fährt und dort seiner Rosi, das Geschehen erzählt.

Das gibts schom im “Fräulein No” und in der “Radiosonate” trauert auch einer um seine Frau. Aber die ist erstaunlicherweise sehr lang geworden, wohl weil ich mich an die Jahresstruktur hielt.

Und als ich damals den Lektor hatte, dachte ich noch während ich die “Show not tell-Szene” geschrieben habe, an die Emma, die Sprachkunststudentin werden will und eine Romanausschreibung über “Frauenleiden” findet. Dann geht sie zu ihrem Onkel und der gibt ihr den “Faust” zu lesen, die “Effi Briest” und die “Fromme Helene”, wohl um sie abzuschrecken und daraus entwickle ich den Roman.

Das hat sich dann sehr flüssig entwickelt. Es gibt wieder die Nachbarin und die Beobachtungen, die sich daraus entwickeln. Die der Emma heißt Helene Hofer und hat eine Flasche Eierlikör, als sie vom Einkaufen kommt und die ist natürlich eine Impfverweigerin wie die Mathilde oder die Alberta Wassermann, da konnte ich nicht anders und in der “Magdalena Kirchberg”, habe ich ja auch eine Dreiecksbeziehung. Da sieht die Magdalena drei Personen in einem Auto und will über sie eine Geschichte schreiben. Jetzt findet die Emma die fromme Helene in ihrer Nachbarin, das Gretchen ist ihre Freundin Greta, eine Jusstudentin und Umweltaktivistin und wurde einmal von ihrem Prof gestalkt. Jetzt trifft sie ihn wieder und verliebt sich in ihn und die Effi ist die Freundin der Helene, eine Krankenschwester, die Ehe ist ein wenig fad geworden, der Oberarzt verführerisch und während sie sich das läßt, geht der Mann zur Freundin und bringt Orangenlikör und das ganze erzählt, die Emma ihrem Onkel, dem sie Kolatschen oder Sachertorte bringt, damit er nicht versumpert und der erzählt es dann seiner Frau am Grab.

Eigentlich ganz schön viel für knapp sechzig Seiten oder dreißigtausend Worte. Zumindest kommt mir das vor und jetzt werde ich mir natürlich wieder die Romanplanung vornehmen und versuchen das Ganze vielleicht doch noch aufzupäppeln, verdoppeln oder neuzuschreiben. Mal sehen, ob es mir gelingt?

Bisher ist es das nie und muß wahrscheinlich auch nicht wirklich und die Effi Briest habe ich mir in Harland auch aus dem Regal holen wollen, um sie zu lesen. Der Bernhard liest sie seiner Rosi vor. Die “Fromme Helene” habe ich mir aus dem Internet geholt. Das sechzehnte Kapitel “Es ist ein Brauch seit altersher: Wer Sorgen hat, hat auch Likör!” ausgedruckt. Auf die “Effie” mußte ich warten, weil erst jetzt wieder in Harland und ich werde auch schauen, ob ich das Buch finde und vielleicht kann ich auch noch was verändern oder einzubeziehen, in der “Dora Faust”” habe ich mich übrigens auch schon mit dem “Gretchen” beschäftigt und dieses ist, glaube ich, sehr modern geworden, obwohl ich ja wahrscheinlich doch eine eher konventionelle Schreibern bin.

Neugierig geworden? Nach der Bearbeitungsphase kann man dann in der Vorschau darüber lesen oder diskutieren bzw. die Gewinnspielfragen beantworten. Über mein Schreiben und die Verknüpfungen bei fast sechzig Büchern gibt es sicher automatisch viele Überschneidungen. Darüber kann man im “Literaturgeflüsterbuch II” lesen und jetzt überarbeiten und sagen, macht ja nichts, habe ich halt kürzere Bücher. Erzählungen statt Romane. Novellen sage ich meistens dazu. Was vielleicht auch ganz gut ist, weil die Leute, wie ich immer höre, auch eher Kürzeres lesen wollen.

Zum Recherchieren zur Demo

Hurrah, hurrah, mit dem Korrigieren des “Arbeitstitel” bin ich am Mittwoch fertiggeworden, die Fenster habe ich am Donnerstag mit der gesamten Wohnung geputzt. Das sind ja immer meine Rechercherituale, wenn ich mit dem einen Text fertig bin, bevor ich etwas Neues anfange. Da habe ich ja noch vor kurzem gedacht, ich habe keine Ahnung ob und wann mir wieder etwas Neues, einfällt. Dann ist mir, das geht ja sehr schnell bei mir, ein Satz während des Show not tell-Seminars des fünf Tage Kurs der Jurenka Jurk aufgefallen, der sich dann in ein paar schlaflosen Nächten zu einer Plotidee entwickelt habe, die habe ich dann am Freitag noch einmal gründlich abgeklopft, so daß ich die Personen und auch die ersten Szenen schon im Kopf oder aufnotiert habe. Es wird da ja vier bis fünf Handlungsstränge oder zwei Ebenen geben und drei Geschichten, die der Helene Hofer, der Greta Mayer und der Elfriede Binder. Heldenreisenplan habe ich noch keinen. Da tue ich mir ja immer schwer, also eigentlich kein Konflikt, den ich Szene für Szene mit Spannung aufladen kann und eigentlich auch keinen Antagonisten, wenn man nicht den Onkel Bernhard dazu machen kann, dazu bin ich wahrscheinlich zu friedlich oder schreibe nicht wirklich Genres, wo ja alles spannungsgeladen sein muß. Und die Geschichte, wie man die Effi Briest und das Gretchen in die Jetztzeit integrieren oder einen Roman darüber schreiben kann , mit dem man dann letztlich im Institut für Sprachkunst aufgenommen wird oder einen Verlagsvertrag bekommt, wird das vielleicht nicht so sehr spannungsgeladen sein, sind das doch die Romane, die ich so lese eigentlich auch nicht.

Aber ich bin noch einmal die Webinarunterlagen durchgegangen und habe die Arbeitsblätter und den Romanfahrplan teilweise neu erstellt und war dann heute schon so weit, daß ich mit dem Schreiben beginnen konnte.

Ich weiß ich bin sehr schnell. In der Romanschule braucht man zwei Jahre dazu, bis man soweit ist. Ich schreibe aber auch schon an die fünfzig Jahre und habe auch schon zweiundfünfzig Bücher, die ich nicht nur geschrieben, sondern selbst herausgegeben habe, was ja wahrscheinlich ähnlich anrüchig ist, als wenn man sich heute nicht impfen läßt und richtig, in den “Wilden Rosenwuchs” habe ich gestern in der Badewanne auch noch durchgelesen, habe ich ja schon viele Bücher, die von Schreiben es handeln und darum soll es in dem neuen Buch ja auch geben und heute habe ich dann die erste Szene geschrieben, die ich bei dem Show not tell-Seminar auch schon ein wenig anskizert hatte.

Da war es noch ein wenig holprig und theoretisch, jetzt weiß ich aber, wie die ersten Szenen gehen. Ein bißchen Handlung habe ich bezüglich Greta, Helene und Elfriede Binder auch schon gefunden und was jetzt fehlt, sind noch die Recherchetage, die ich ja bisher, wenn ich was fertig hatte, immer machte. Da bin ich mit dem Notizbuch auf die Straße gegangen oder habe mich in die Straßenbahn gesetzt und beobachtet und da gibt es ja auch einen Artikel der Jurenka Jurk, wo es um das Ideefinden ging und elf Techniken dazu vorgestellt wurden.

Die waren mir als Profschreiberin zum Teil schon bekannt, weil ja der Tip 1 heißt “Entdecke das besondere im Alltäglichen”.

Also setz dich ins Cafe, denk darüber nach, was mit dem Nachbar los ist und mach eine Geschichte daraus.

Das geht in 2G-Zeiten natürlich nicht, also habe ich das Recherchieren diesmal auslassen wollen, gehe ich jetzt ja eigentlich nur auf die Bank und zum Demonstrieren auf die Straße, was Wien betrifft. In Harland setze ich mich aufs Rad und fahre die Traisen entlang in Richtung Markt oder Ochsenburg und Demonstrationen gibt es jetzt auch wieder, in Zeiten wie diesen, wo nächste Woche das Impfpflichtgesetz beschlossen werden soll, überhaupt sehr viele und da ist nur das Problem, daß man, wenn man von einer kommt dann im Fernsehen oder in den Zeitungen erfahren kann, wie gewalttätig, die schon wieder waren und wieviel Rechte und Schurbler dorthin gingen, so daß ein normaler Mensch stattdessen nur auf die Impfstraße gehen kann, wie Innenminister Karner sagte.

Also demonstrieren, aber das ist in Zeiten, wie diesen auch nicht leicht, gibt es da ja wieder die Maskenpflicht und da habe ich mich bisher immer an den Rand gestellt, weil man im Freien bis vor kurzen keine Maske brauchte. Das gibt es, wegen Omikron seit einer Woche auch nicht mehr. Da braucht man sie, wenn man nicht zwei Meter Abstand halten kann und das kann man nicht, wenn man den Ring mit hunderttausend anderer hinuntergeht.

Also keine Deomos mehr. Die von der FPÖ haben ja einen livestream und bei den Demos kann man vielleicht auch noch vorbeispazieren oder sich an den Rand, um die Ecke stellen, wie ich es letzte Woche gemacht habe, als es da eine am Platz der Menschenrechte vom Verein “Demokratie und Grundreche” gegeben hat. Das ist der von Hannes Hofbauer vom “Promedia-Verlag”, also ein linker Verein, das gibt es jetzt auch schon und als ich dann an den Ring hinuntergegangen bin, war der von der Polizei so abgesperrt, daß man den zwei Meter Abstand unmöglich einhalten konnte und heute wieder Demos.

Am Heldenplatz eine von der FPÖ veranstaltete, da war ich ja im Dezember auf einer und wurde dann von einer Kommentiererin gerügt, wie ich nur kann?

Ich kann es schon. Aber es gibt zum Glück noch andere Initiativen und der liebe Andi Pianka schickt mir auch immer die diesbezüglichen Termine, denn die Gesundheitsberufe, die diesbezüglich auch sehr engagiert sind, weil sie sich nicht impfen lassen wollen, treffen sich im Votivpark und am Schwarzenberplatz meistens die MFG, die ja in Oberösterreich, die letzte Wahl gewonnen habe.

Also bin heute zum Recherchieren mit einem kleinen Büchlein auf den Schwarzenberplatz gegangen und habe da auch einiges Interessantes gesehen, was ich zwar nicht sofort in den neuen Text verwenden, aber vielleicht später brauchen kann, sind da doch zwei Kinder mit zwei Plüschpferdchen auf Rädern an mir vorbeigefahren und eine Christbaumsammelstelle gibt es dort auch, wo die Leute dann ihre Christbäume deponierten, während auf der Bühne der MGF Obmann, Rechtsanwalt Michael Brunner, der Arzt Christian Fiala, Prof Sönnichsen und auch eine Grüne, die aus der Partei ausgetreten ist, weil sie die Impfpflicht nicht vertreten kann und in die MFG eingetreten ist, auftraten.

Es ist auch spannend, wie es mit dem Impfpflichgesetz weitergehen wird. Da haben ja zweihunderttausend Leute, mich eingeschlossen, eine Stelungnahme geschrieben, wo ich dann hörte, das sind nur Copy and paste-Einwände, die uns nicht interessieren, da wischen wir drüber hinweg und die Impfpflicht kommt am ersten Februar, obwohl Elga, die die Datenabwicklung organiseren soll, schon sagte, das vor April nicht zu schaffen und die Richter, die die Einsprüche bearbeiten müssen, rufen auch schon “Wir brauchen mehr Personal, um das zu bearbeiten, wenn da eine Million Strafbescheide ausgestellt werden!”

So hörte ich schon, daß eine Impfpflicht light kommen soll, die mich dann wahrscheinlich noch mehr am Recherchieren hindert, kann einen dann ja offenbar die Polizei auf der Straße nach dem Impfpaß fragen und ein Strafmandat ausstellen.

Mal sehen wie es kommt und wie es wird? Die Stimmung am Schwarzenbergplatz war jedenfalls sehr gut und informativ war es auch. Weiße Luftballons ragten in Trauben in den Himmel und wurden verteilt und dann ist es wieder zum Ring gegangen. Da war mir schon kalt. So bin ich nach Hause gegangen, um mir den Lifestream anzuschauen, um zu sehen, was ich versäumte und spannend auch wie es weitergehen wird?

Spannend auch und nicht so erfreulich, daß des jetzt eine Aktion scharf und eine zwei G-KontrolleNofood geschöften gibt, die da die Leute mit der Impfung betrifft.

Also mich würde es stören, wenn ich da jedesmal wenn ich in den Kika oder in eine Buchhandlung will, nicht nur eine Maske brauche, sondern auch meinen Impfnachweise an der Kasse oder am Eingang vorweisen muß und, daß man ab jetzt mit Bändchen oder Stempel an der Hand Kleider oder Schuhe kaufen geht, ist eigentlich absurd und auch nicht logisch, daß das gefährlicher, als im “Spar-Markt” oder beim “Hofer” ist. Da hat ja Wolfgang Fellner, glaube ich, schon geschrieben, daß das das dann auch dort gelten müßte!

Die Ungeimpften können sich ja impfen oder sich ihre Sachen liefern lassen! Mal sehen, wie weit der Wahnsinn noch geht und insofern wird das höchstwahrscheinlich auch in mein neues Projekt einfließen.

Frauenleiden abgeklopft

Meine Leser wissen es wahrscheinlich, daß ich noch kürzlich schrieb, ich habe keine Idee für was Neues, ich bin ausgeschrieben und habe keine Ahnung ob ich noch was schreiben werde, wenn ich mit dem Korrigieren des “Arbeitstitel” fertig, das “Seitengewitter” und die “Hundert Tage” erschienen sind und dann geht es ja, wie die Leser vielleicht ebenfalls wissen, oft schnell bei mir, die Idee fällt vom Himmel und schreibe wieder.

Leider werden die Texte in der letzten Zeit eher kürzer und am Feedback hapert es, jetzt wo ich keine Lesungen mehr habe, überhaupt noch mehr, aber da ist zum Jahresanfang wieder der “Plan dein Romanjahr-Kurs”, gekommen, den ich, glaube ich, jetzt schon seit 2018 oder 2019 mitmache und da habe ich in den ersten Tagen noch geschrieben, daß ich das “Seitengewitter”, den “Arbeitstitel” und die “Hundert Seiten” fertig machen will. Dann hat eine Teilnehmerin gefragt, ob sie sich ihre Texte von einen achtzigjährigen Onkel lektorieren lassen soll und es hat bei mir geklickt. Da habe ich noch “Adas Raum” gelesen, wo, die ja die Frauengeschichte mit verschiedenen Protgonistinnen neu erzählt und ich hatte die Idee.

Da bewirbt sich Emma, etwa zwanzig, um einen Platz bei der “Hochschule für Sprachkunst”, wird abgelehnt, liest in der “Autorensolidarität” eine Ausschreibung für einen Roman zum Thema “Frauenleiden”, denkt sich, das kann ich da ja einreichen, muß aber vorher ihren Onkel Bernhard, 82 und seit kurzem Witwer, betreuen. Der war Lektor, bei “Suhrkamp”, vielleicht, spricht mit seiner toten Frau und liest sich durch die Literatur in seiner Bibliothek und als Emma von der Romanidee spricht, erwähnt er das Gretchen, die fromme Helene und die Effi Briest, mit diesen drei Frau spricht er auch oder liest sich durch die Bücher und die Emma hat eine Nachbarin namens Helene Berger, die ist etwa vierzig und hört, eine Ungeimpfte, deshalb sitzt sie zu Hause und trinkt zum Trost Eier- oder Orangenlikör, wird aber von ihrer Freundin, Elfriede Binder, Krankenschwester besucht, die gerade dabei ist ihren Mann mit einem Oberarzt zu betrügen und dann gibts noch die zwanzigjährige Greta, eine Umweltaktivistin und Jusstudentin, die wird von ihrem Professor gestalkt bzw. verführt und spricht sich bei Emma aus.

Voila, da denke ich wieder, das müßte ja ein Stoff mit drei Handlungsträngen oder zwei Ebenen sein, der ein paar hundert Seiten hergibt. Da bin ich, die ich, das schön öfter dachte, meistens früher fertig, also wär das “Klopf deine Romanidee ab-Webinar”, für mich eine Superidee, wie ich ja die Arbeitsblätter der fünf Kurstage bevor ich mit dem Schreiben anfangen kann, nochmals durchgehen will.

Diese “Klopf deine Romanidee ab-Seminare”, habe ich auch schon zweimal gemacht. Das waren damals zwei Stunden Gratiswebinare, wo es um die Genres und die Frage, wie wird mein Roman marktfähig, ging. Die Frage beantwortet wurde, wieviel Autobiografie sein darf und dann, ist die Idee für die Leser, interessant?

Eine interessante Frage, die ich mir auch immer stelle, obwohl Jurenka Jurk da, wie die meisten anderen empfiehlt, man soll das schreiben, wo das Herzblut fließt und sich nicht nach Moden richten. Sehr viel habe ich von den Webinaren damals nicht mitgenommen. Jetzt war das Webinar kostenpflichtig und hat den ganzen Tag gedauert.

Da waren noch vier Übungen dabei und da ging es, glaube ich, um eine zur “Figurenplanung” und eine zur “Heldenreise”, oder wie die einen bei der Idee helfen kann?

Ich habe das Seminar nicht gemacht. Erstens weil ich nicht so gern dafür bezahle und Zweitens war die Ruth zum Essen da und dann sind wir auch wieder auf die Mostalm gefahren, aber jetzt merke ich, ich werde mit meinen sechsundvierzig Seiten langen “Arbeitstitel” langsam fertig und da habe ich vor einigen Nächten mir wieder meine Romanidee skizziert und das oben geschriebene schon ausgearbeitet.

Die Schwierigkeit, die ich dabei sehe, ist wieder, wie verbinde ich die Handlungsstränge? Kommt da der Roman hinein, den die Emma schreibt und der Bernhard gibt ihr Feedback? Dann kam der Einfall, der liest die Effi Briest und den Faust, um seine Einsamkeit zu bewältigen. Die Emma schreibt den Roman und daneben spricht sie mit ihrer Nachbarin Helene, die natürlich wieder eine Impfgegnerin ist. Das kann ich nicht lassen und muß auch sein, wenn das Ganze in der Gegenwart spielt, die Greta erzählt ihr ihre “Me too-Geschichte” und das wäre dann schon eine Verknüpfung und die Idee, die ich schon ein paar Mal hatte und mir dann nie gelungen ist, wäre ja, drei Geschichten zu schreiben oder fünf wenn ich noch die Emma und den Bernhard dazunehmen und dann hätte ich genügend Stoff und Zeit lassen, das muß ich mir wieder hinter die Ohren schreiben. Ich bin leider wahrscheinlich wirklich zu schnell und flüchtig, habe aber jetzt Zeit und werde also, wenn ich mit dem Korrigieren fertig bin, die Fenster putzen. Zum Recherchieren ohne Kaffeehaus und Straßenbahnbenützung ist es derzeit wahrscheinlich zu kalt. Aber ich könnte mir die Seminarunterlagen hernehmen und dann wirklich versuchen Schritt für Schritt zu planen, bevor ich losschreibe.

Am Tag drei oder vier habe ich bei der “Show not tell-Übung” schon eine kleine Emma-Szene geschrieben. Die könnte ich mir hernehmen und die “Heldenreise”, da scheitere ich ja immer und damit das Gerüst durchgehen.

Also auf in das literarische Jahr 2022 und den Roman schreiben, so daß ich im Dezember einen Rohtext oder vielleicht schon das Buch habe und dann müßte ich mich auch mit den Marketingübungen beschäftigen, also Vorschau, Gewinnspiel und Schreibberichte gibt es auch schon ein paar. Also schreibeuphorisch in das neue Jahr, ob es den Uli gefallen wird, glaube ich, ja nicht, muß auch nicht sein. Aber vielleicht habe ich bei den Webinaren doch etwas gelernt, was mich ein bißchen weiterbringt, denn bis jetzt bin ich von der Idee sehr begeistert und was die Autobiografie oder das Wiederschreiben, die Wiederholungen, die ich in meinen zweiundfünfzig oder fünfundfünfzig Büchernd, wenn ich die drei noch nicht erschienenen dazu nehme, natürlich habe, betrifft im “Wilden Rosenwuchs” hatte ich drei Frauen, drei Freundinnen, die in einer WG leben und eine putzte bei einem alten Literaturprofessor mit dem sich sich über die Literatur und ihr Schreiben unterhielt und das Ende könnte, wie auch schon öfter geschrieben, eine Buchpräsentation oder die Aufnahme in das Institut für Sprachkunst sein.

Plakat- und Coversuche

Nach Wien zurückgekommen geht es weiter in das neue Jahr, in das Lese- und Schreibjahr, beim Lesen ist das Bloggerdebut daran, da lese ich mich gerade durch den Thomas Arzt und was mein Schreiben betrifft, gibt es ja wieder den “Plan dein Romanschreibjahr-Kurs”.

Ich korrigiere mich ja gerade durch den “Arbeitstitel”, diese relativ kurze Erzählung und schaue, daß das “Seitengewitter” und die “Die hundert Seiten” erscheinen können. Die liegen ja beim Alfred. Der Beschreibungstext ist da die Cover fehlen noch. Da bin ich bei schon zweiundfünfzig vorhandenen Indiebücher ein wenig ratlos, was ich nehmen soll? Ein Foto ja. Ein paarmal hat mir da die Anna das Design gezeichnet, einmal hat der Alfred eine Ilustratorin beauftragt und beim “Corona-Texte-Buch” hat er das Foto von der Jesuitenwiese ganz über das Buch gezogen, was das Erscheinungsbild stark verbesserte.

“Ein Foto von einer Wiese!”, hat er bei den “Hundert Seiten” gesagt und da ist mir das Foto vom Volksstimmefest eingefallen, was er mal vor Jahren machte und ein Graffiti “My body my Choice” hat er vor kurzen auch entdeckt, aber das mußte erst fotografiert werden.

Fotografieren war überhaupt das Stichwort, denn da gibt es ja eine Plakataktion der Rechtswälte Hölllwarth & Scheer, die gegen die Impfpflicht auftreten und die haben ein paar hundert oder so “Gemeinsam gegen Spaltung der Gesellschaft- Plakate” in ganz Österreich aufhängen lassen und man soll sich darunter aufstellen und sein Gesicht zeigen. Also ein Selfie machen und es ihnen dann schicken. Schickt man fünfzehn bekommen die ersten zehn ein Flasche Chamapagner.

Da sind wir wahrscheinlich nicht schnell genug oder auch nicht so gut bei Fuß. Aber in der Krongasse gibt es schon ein paar Häuser weiter von unserer Wohnung zwei Plakate und in der Schäffergasse, wo einmal der Helmut Eisendle wohnte, auch. Die in der Krongasse habe ich schon am Montag gesucht, als wir von Harland zurückgekommen sind. Aber da war es finster, also haben wir die Fotografiertour auf heute verschoben.

Spazierengehen darf man ja auch im Ni-Lockdown und das Fotogrrafieren des Graffitis am Donaukanal kann man auch als Arbeitstätigkeit sehen. Trotzdem war es wieder haarig. Denn es gab, als wir um zwei , als es noch hell genug war, eine Pressekonferenz bezüglich der neuen Maßnahmen, denn das Omikron- Virus hält ja die ganze Welt in Atem und die Zahlen sind seit Silvester enorm angestiegen, so daß man hört, die Infrastruktur fällt zusammen, wenn halb Österreich in Quarantäne ist und da gab es schon vor zwei zu hören, die Maskenpflicht in Freien kommt, wenn kein zwei Meter Abstand gehalten werden kann, damit man keinen Lockdown braucht, denn da schreien jetzt ja der Handel und die Gastronomen auf, daß sie das nicht wollen.

Also Maskenpflicht im freien, was wahrscheinlich meine Marktbesuche und die Demonstrationen betrifft. Also nur Onlinedemonstrationen und das Bloggen darüber und heute konnte man die Fotos beziehungsweise einen Spaziergang machen. Was ich eigentlich auch für nötig halte, denn wenn ich jetzt bis Sommer nicht aus dem Haus komme, ist das sicher nicht gesund und ich merkte das ja schon in Harland, daß mir das Radfahren immer schwerer fällt

Also um zwei bei schönen Wetter zwei Fotos in der Schäffergasse gemacht, dann über den Ring zum Donaukanal spaziert und dort das Graffiti suchen. Das gab es bei der Salztorbrücke und dann über die Stadt zurück. Beim “Demel” stand schon eine ganze Schlange wahrscheinlich, um den berühmten Kaiserschmarren an. Masken habe ich dabei nicht viele gesehen. Aber das kommt wahrscheinlich erst in ein paar Tagen.

Also ein schöner Spaziergang. De Straßen waren ziemlich voll und, ich glaube, es waren auch einige Touristen dabei. Schanigärten gab es auch zu sehen, wo die 2G kontrollierten dann in Decken gehüllt im Freien saßen und einen Kaffee schlürften. Sah ein bißchen makaber aus. Aber das ist wahrscheinlich die ganze Situation und jetzt schauen wir, wie es mit Omikron weitergeht?

In Kitzbühel hat das Virus ja, glaube ich, über Weihnachten durchgeschlagen, so daß sich dort ein Gastronom einen Lockdown wünschte, weil er kein Personal mehr hatte, aber dieses war nicht krank. Also gibt es auch veränderte Quarantäneregeln und schauen, wie es mit dem Virus und der Impfpflicht weitergeht und über die Frauen, über die meine Emma mit Hilfe ihres Onkel Bernhard einen Roman schreiben will, habe ich mir auch Gedanken gemacht und bin da auf die “Fromme Helene”, also eine Trinkerin, gekommen, da habe ich auch meine “Kerstin” und das Gretchen, die kommt vielleicht in der “Dora Faust” ,vor und dann auf die Effie Briest, die ich erst lesen muß, gedacht.

Aber das kommt erst später, wenn ich mit dem Korrigieren des “Arbeitstitel” fertig bin und bis dahin gibt es noch eins zwei “Romanjahrplan-Seminare” und dann kann ich noch meine Romanidee auf ihre Lesertauglichkeit abklopfen.

Schreibfortschrittsbericht

Am Tag vier des “Plan dein Romanschreibjahr-Kurses” der Romanschule von Jurenka Jurk, den ich heuer wieder mehr oder weniger fleißig mache, bin ich. während ich ja noch meine Kurzstory “Arbeitstitel Wien 2021” korrigieren, da bin ich jetzt schon bei Szene 22, bin ich gestern Nacht, nachdem ich vorher ein paar Mal geschrieben habe “Ich habe keine Idee! Ich bin ausgeschrieben!”, auf eine Idee für etwas Neues gekommen.

Eigentlich war es während des gestrigen Kursvideos, des Zaungastcoaching wo man die Korrektur einer Szene eines Fantasyromans von Verena Blumengeld beobachten konnte, auf den ersten Einfall gekommen. Denn da hat eine Teilnehmerin von einem achtzigjährigen Onkel gechattet, der Lektor ist und gefragt, ob sie sich an ihn wenden soll oder ob der im Stil vielleicht schon veraltet ist?

Und alte Menschen springen mich ja immer an. So habe ich ja im “Seitengewitter” auch einen achtzigjährigen Psychiater, der in einer Seniorenresidenz lebt und sich nicht impfen und nicht testen lassen will, keine Maske trägt und deshalb mit der Oberschwester in ständigen Clinch gerät und da habe ich gedacht, das ist spannend. Dann bin ich schlafen gegangen und in der Nacht oder war es schon am Morgen in der Badewanne beim Lesen von “Adas Raum” wahrscheinlich, die ja in einige Identitäten springt, habe ich wieder an meine “Alten Frauen” gedacht.

Da habe ich mich ja vor einiger Zeit in die “Alte Schmiede” gestreamt, wo Mieze Medusa ihren neuen Roman vorstellte und dabei erwähnte, daß es keine alten Frauen in der Literatur oder keine alten Autorinnen gibt. Da habe ich ihr ein Mail geschrieben und mich empört.

“Kennen Sie alte Romanheldinnen?”, hat sie mich gefragt. So schnell fallen einen dann keine ein, obwohl meine Protagonistinnen natürlich mit mir älter werden, dann habe ich die “Hundert Seiten” geschrieben”, wo es ja um eine feministische Oma, einen Corona kritischen Sohn und eine Enkeltochter die nach ihrer Corona-Matura Gender studieren will, geschrieben und in der Badewanne habe ich gedacht, ich könnte eine junge Autorin nehmen, eine Ana, Amma oder Amalia, um nicht zu sagen Ada, die einen Roman über alte Frauen schreiben will oder die miteinander verknüpft. Also ein paar Romanheldinnen hernehmen und sie miteinander verbindet und zu dem alten Onkel geht sie zur Beratung und tauscht sich mit ihm darüber aus.

Das habe ich in mein Notizbuch geschrieben und werde weiter meinen “Arbeitstitel” korrigieren. Wenn ich damit fertig bin, ich schätze so im Februar, März wird das sein, kann ich ja in die Planung gehen und mir da auch Jurenka Jurks Romanfahrplan als Vorbild nehmen oder meine Romanidee abklopfen.

Da hat es in den letzten Jahren ja immer ein eigenes Webinar gegeben. Am Sonntag gibt es das wieder, aber diesmal über einen ganze n Tag und kostenpflichtig. Aber ich kann, da ich das Seminar ja schon machte, das allein ausprobieren, schreibe ich ja schon länger als die meisten Coaches und bei den Arbeitsblätter, die ich bisher ausfüllte, habe ich meistens geschrieben, daß ich eigentlich keine wirkliche Veränderungsmöglichkeit sehe.

Iich kann natürlich versuchen besser ,tiefer, bunter, etcetera zu werden, aber eigentlich geht mir ja die Aufmerksamkeit, der Verlag, der mich nimmt, damit ich nicht immer mit meinen fünfzig selbstgemachten Büchern dastehe oder einen Preis, den ich gewinne, sehe aber keine Möglichkeit da etwas zu verändern, denn ich habe ja schon ein Marketing. Also die Vorschauen, die Gewinnspiele, die Buchpräsentation. Um Lesungen habe ich mich auch immer bemüht, aber da sind meistens nicht sehr viele Leser hingekommen und jetzt im Lockdown mit 2G und FFP2-Maske fällt das auch noch weg.

Aber natürlich ist mein Wunsch wieder etwas Längeres zu schreiben und vielleicht von Corona wegzukommen. Das wird zwar schwer sein, wenn der Text in der Gegenwart spielt, wie zum Beispiel bei den “Hundert Seiten” und da die Masken und das Testen wegzulassen. Das wäre ja nicht realistisch, aber wenn ich mit ein paar Romanpersonen arbeite und die zum Leben erwecke, bin ich ja in einer anderen Zeit und habe dann damit kein Problem.

Das wird ein wenig Vorarbeit nötig machen und das will ich ja auch. Mich tiefer in die Materie einarbeiten und vielleicht nicht so schnell sein. Mal sehen, jetzt ist ja noch der Kurs und da ist heute wieder das Thema “Show not tell”, cdran, da habe ich ja schon zweimal eine Szene geschrieben und dann in mein Romanplanjahr oder in die Recherche, wenn ich mit dem Korrektieren des “Arbeitstitel” fertig bin. Da weiß ich schon das Cover

Denn da nehme ich meine “Wiener Verhältnsse” her, wo die Edith Brocza einmal die Freiheitsstatue für einen Wiener Beserlpark gehalten hat, was auch ein wenig irritierend war, obwohl ich das Foto ja nicht gemacht habe. Denn wenn man es genau nimmt, ist der Text eine Fortsetzung meines erstens “Digis”. Denn die Joana Bernard ist die Ururenkeltochter des Jakob Mandelbaums, der in den “Verhältnissen” der Held war, der ist in der Reichskristallnacht oder im Novemberprogrom von Wien über Frankreich nach New York emigiriert. Seine Ururenkeltochter und die Enkeltochter der Hanna Richter, die ihm damals interviewte, reist von N Y nach Wien, um ein Drehbuch über die Pandemie von 2021 zu schreiben.

Eine Coveridee für die “Hundert Seiten” haben wir auch schon, nämlich ein Foto, das der Alfred einmal am Volksstimmefest machte, das passt vielleicht zu der Grillparty der Lore Spielberg und bezüglich des “Seitengewitters” hat der Alfi ein Graffity gesehen “My body my choice”, das er fotografieren will.

Man sieht es geht etwas weiter und wenn ich meine Leser für meine fünfzig selbstgemachten Bücher interessieren könnte, würde mich das freuen, weiß aber nicht wie das geht und so schnuppere ich bei den kostenlosen Kurs ein wenig mit, der ja immer sehr informativ ist, obwohl ich keine wirklichen Veränderungsmöglichkeiten sehe, denn mich hat ja immer das mangelnde Feedback, “Wow, so schlecht!”, was mir hier zum Beispiel einige Leser, wie beispielsweise auch der Uli schrieben, in der GAV, das einmal Thomas Rothschild meinte und ganz am Anfang als ich der Monika und dem Gerhard meine “Einladung zum Tee” zeigen, haben die auch gesagt “Das schlecht, aber wir wissen auch nicht wie man es besser machen kann!”

Das ist jetzt vorbei. In der Romanschule oder in der diesbezüglichen Ausbildung bekommt man sicher konstruktives Feedback und dann kann man seinen Roman auch selber herausbringen oder an Verlage schicken. Das habe ich vor 2000 auch einige Jahre lang gemacht. Aber jetzt versuche ich das nicht mehr, denn jetzt habe ich ja meinen Blog, und der ist mein Fenster zur Welt auch wenn ich ich vielleicht mein treuester Fan bin.

Ins Roman- und Lesejahr

Nachdem die Ruth nach dem Frühstück wieder abgereist, beziehungsweise an der Traisen entlang zum Bahnhof spaziert ist, habe ich Zeit an mein neues Romanschreibjahr zu denken, was ich ja eigentlich seit 1973 mehr oder weniger intensiv betreibe, so daß inzwischen über fünfzig selbstgemachte Bücher, Romane, Erzählungen etcetera entstanden sind. In der letzten Zeit hat mich ja das Thema Corona sehr beschäftigt, so daß es außer dem “Corona-Texte-Buch”, das dritte Buch mit gesammelten “Literaturgeflüster-Texten”, schon drei Corona Bücher gibt, die bereits erschienen sind.

Das “Frühlingserwachen” , das “Braunrot karierte Notizbuch”, die “Mathilde im Coronaland” und im letzten Jahr habe ich zwei Corona-Texte, die “Hundert Seiten Depression” und das “Seitengewitter”, die jetzt beim Alfred liegen herausgebracht.

“Arbeitstitel Wien 2021” wo ich aus dem Jahr 2053 auf 2021 zurückschaue, korrigiere ich gerade. Das ist ja ein eher kurzer Text, also sechsundvierzig Seiten, fünfundzwanzig Szenen und bis dato 21897 Worte, was alles eigentlich keine Romane sind. Aber meine Leser wissen es wahrscheinlich, daß ich dank Jurenka Jurk, die inzwischen eine “Romanschule” und neun Angestellte hat, das neue Jahr seit einigen Jahren mit einem Romanschreibworkschop beginne.

“Plan dein Romanschreibjahr”, ein fünf Tage Kurs, den sie seit einigen Jahren kostenlos anbietet und den ich seit einigen Jahren begeistert mitmache, obwohl ich mit der “Heldereise” und auch damit, ein ganzes Jahr einen Text zu planen und ihm erst dann hinunterzuschreiben, nicht sehr viel anfangen kann.

Dazu bin ich, das wissen meine Leser wahrscheinlich auch, viel zu ungeduldig, deshalb sind meine “Nanos” meistens auch kürzer und ich oft schon in der halben Zeit fertig, aber die Arbeitsblätter und Bögen, die Jurenka Jurk da zur Verfügung stellt, fülle ich immer beharrlich aus.

Die ist ja Schreiblehrerin aus Leidenschaft und wenn ich auch ganz ehrlich nicht mehr glaube, daß ich den Sprung in die Professionalität oder in den Erfolg noch schaffe, bin ich, das wissen oder glauben meine Leser, wie der Uli beispielsweise, nicht, doch sehr begierig dazuzulernen und mich zu verbessern, obwohl ich ganz ehrlich auch nie sehr viel mit der Frage, warum ich eigentlich schreiben will, was anfangen kann.

Um mich selbst zu verwirklichen wahrscheinlich und mich auszudrücken und da werden, glaube ich, ganz bestimmt, auch Spuren übrig bleiben, lasse ich mir ja meine Bücher seit 2000 immer fünfzigmal drucken, verteile und verschenke sie und der Rest liegt in meinen Regalen und besonders was die Corona-Bücher betrifft, denke ich, daß die für die Nachwelt, meine kleine Enkeltochter Lia beispielsweise, interessant sein können.

Das Schreiben ist mir sehr wichtig, und daß ich damit nicht den Erfolg hatte, den ich eigentlich wollte, verstehe ich vielleicht immer noch nicht so ganz und ich weiß auch nicht, wie es ab 2022 und überhaupt damit weitergehen wird. Denn wenn man schon über fünfzig Büchergeschrieben hat, ist man wahrscheinlich ein wenig ausgeschrieben.

Aufgeben natürlich nie. Das ist ganz klar, aber kann ich noch jemals über etwas anderes als über Corona schreiben? Das weiß ich jetzt noch nicht. Es gibt aber, wie schon beschrieben, jetzt noch drei Bücher, die fertig werden müßen.

Das wird mich im neuen Jahr beschäftigen. Was dann kommt, weiß ich nicht. Wenn ich den “Arbeitstitel” soweit fertig habe, daß er an den Alfred geht, kann ich ja wieder Fensterputzen und dann im Februar oder März wahrscheinlich auch wieder in der Stadt herumlaufen um zu recherchieren.

Das ist in den Lockdown-Zeiten für Ungeimpfte ja vielleicht ein wenig schwierig oder auch nicht, denn das Recherchieren gilt ja wahrscheinlich als Arbeit und das dürfen auch die Ungeimpften und vielleicht ist dann auch schon das neue Virus durchgerauscht und die Impfpflicht sowie der Lockdown wieder aufgehoben. Das würde ich mir wünschen und darüber werde ich auch sicher schreiben, ob es so kommt oder auch nicht und Jurenka Jurk, die Unentwegte hat mir im Vorfeld auch schon Links zu einem Artikel geschickt, wie man zu seinen Themen kommen kann?

Da ist nicht unbedingt viel Neues dabei. Denn ich bin ja, als seit 1973 erfolgfrei Schreibende nicht unbedingt ein Neuling, sondern ein Profi, auch wenn das niemand glaubt und habe auch schon den Trick angewendet, mir ein Buch aus dem Regal zu klauben, eine Seite aufzuschlagen und die Worte die ich dann finde, für einen Text zu verwenden.

Mit dem Wort “Bierdose” oder “Dosenbier” habe ich das schon einmal gemacht und beim Recherieren sammle ich ja auch immer einiges an, was ich mir dann in mein Notizbuch schreibe.

Ob das dann ohne Corona geht, weiß ich nicht, muß auch gar nicht und heute ist von der Romanschule und dem “Fünf Tage-Kurs” auch schon wieder, das erste Arbeitsblat gekommen.

Zwanzig Minuten vermutet Jurenka Jurk, daß man täglich braucht, um sich damit auseinanderzusetzen. Bei mir ging das, weil ich das ja, glaube ich, jetzt schon zum dritten Mal machte, wieder schneller, war aber trotzdem interessant und informativ, meine Romanziele und meine Zeit dazu zu planen.

Zeit habe ich, dank Corona ja, glaube ich, genug. Die nötige Disziplin auch. Den Plan für den neuen Roman noch nicht, müßen ja erst die noch unveröffentlichen Bücher fertig werden.

Was ich dazu brauchen werde, ist natürlich die Anerkennung und der Erfolg und da schauts ja dank Corona oder leider deshalb nicht sehr rosig aus, weil man ja ohne 2G plus und Maske wahrscheinlich nirgends lesen kann, das heißt über Zoom und Online wahrscheinlich schon und meine Vorschauen, meine Gewinnspielet etcetera, wird es ja wahrscheinlich wieder geben.

Da habe ich dank Annika Bühnemann, die ja immer Vermarktungskurse hat, in den letzten Jahren auch sehr viel gelernt. Ich habe zwar wenig Reaktionen darauf, stelle aber trotzdem immer meine Gewinnspielfragen. Früher hatte ich immer zwei Bücher in der Tasche, um sie bei Veranstaltungen, wo ich war, herzuzeigen.

Das hat sich jetzt auch erübrigt. Aber im Blog gibt es nach wie vor Schreibberichte und dann wird 2022 sicherlich wieder ein Lesejahr werden.

Bin ich ja ziemlich entschlossen, mein Buchpreislesen weiterzumachen. Also die für den Leipziger Buchpreis nominierten, die für den deutschen, österreichischen und Schweizer Buchpreis nzu lesen und dan wahscheinlich wieder in der “Bloggerdebut-Jury” sein. Da lese ich jetzt ja die 2021 Bücher, bin da gerade beim dritten, beim”Jungen mit schwarzen Hahn” und habe auch noch einige Bücher, die ich von der 2021 auf die 2022-Liste hinübergenommen habe.

Geburtstagsbücher, habe ich auch noch nicht gelesen. Also gibts auch da wahrscheinlich genug zu tun und da ist es ja auch, was mich trotz Ungeimpften-Lockdown und 2G plus am gesellschaftlichen Leben erhält, obwohl ich mir wieder vorgenommen habe, bei den Neuanschaffungen vorsichtig sein.

Daß ich ohne Maske und Impfzeugnis keinen Buchladen betreten darf, halte ich für einen Vorteil. Es gibt aber die Bücherschränke und die darf man besuchen und da tue ich auch immer noch sehr begierlich und die Verlage kann man auch anschreiben.

Ich finde es ja spannend, daß ich da ein paarmal, das erste Mal von einer Veranstaltung, das zweite Mal vom Volksstimmefest kommend an der Anna Jeller vorbeigegangen bin und da einmal Vicki Baums “Hotel Berlin” das zweite Mal “Barbi Markovics “Die verschissene Zeit” liegen gesehen habe, dann nach Hause ging und das Buch bei “Wagenbach” und “Residenz” anfragte.

Das geht also auch, obwohl ich schon glaube, daß die Lockdowns und die 2Gs die Leute vom der Kultur wegbringen kann und mich hats ja dazu gebracht, meine literarische Karriere als beendet zu betrachten. Damit gehts mir sogar ganz gut, obwohl ich natürlich weder zum Schreiben noch zum Lesen aufhören werde und wenn jemand vielleicht doch meine literarische Qualitäten erkennen sollte, würde mich das freuen.

Die Tür ist offen. Aber ich muß mich ja nicht hinausdrängen, sondern kann mich entdecken lassen. In diesem Sinne werde ich mich also auch 2022 in den “Fünf Tage-Kurs” stürzen und da, bin ich sicher, wieder was daraus lernen und in mein neues Schreibjahr mitnehmen.

Vom Ende zum Anfang

Das Jahr geht zu Ende, das zweite Corona-Jahr, in dem sehr viel geschehen ist, 3G das Freitesten und das FFP2-Maskentragen ist gekommen und die Impfung. In diesem Jahr wurde durchgeimpft, wie es nur ging. Zuerst war zu wenig Impfstoff da, die Bürgermeister haben sich vorgedrängt, dann gabs genug und die Leute wollten nicht.

“Impfen, impfen, impfen!”, konnte man überall hören und die Sätze kamen, daß die Ungeimpften in kein Gasthaus, Kino oder Kaffeehaus gehen dürfen, denn wie komme ich dazu, neben einem Ungeimpften zu sitzen?

“Als ob die per se ansteckend wären?”, habe ich gedacht, aber da wurde nicht widersprochen. Dann stellte sich aber ganz vorsichtig heraus, daß die Impfung vielleicht doch kein Gamechanger ist, denn nach vier monaten kam es zu den Impfdurchbrüchen und ansteckend war man trotzdem auch, weil keine sterile Immunität, aber trotzdem, die Impfung wirkt! Sie ist der Gamemchanger und für alle, die alles richtig machten, wird es keinen Lockdown geben! Nur die ungeimpften werden ungemütliche Weihnachten haben, denn da müßen wir die Zügel enger schnallen! Dann kam aber doch für nur vier Wochen, der Lockdown für alle und danach die Weinachtsamnestie für die Ungeimpften, denn die dürfen dann doch zu Weihnachten ihr Haus verlassen und ihre Großmutter, etcetera, besuchen, aber die Sperrstunde für Silvester wird auf zehn herabgesetzt, denn da ist ja “Omikron” in Anmarsch, das viel viel ansteckender ist und da kann ich mich erinnern, daß vor einem Jahr um diese Zeit gerade mal “Alpha” kam, das viel gefährlicher als die Urvariante ist, deshalb kam auch das Freitesten und der Impfpaß und als Kanzler Kurz, dann das Ende vom Tunnel ankündigte, “Für Geimpfte ist die Pandemie vorbei!” und einen schönen Sommer wünschte, war plötzlich “Delta” da und jetzt sind durch den letzten Lockdown, die Zahlen wieder hinuntergegangen, die Restaurants und Geschäfte vorsichtig öffneten und da war dann, ich habe das ja fast schon erwartet, “Omikron” da, das viel viel gefährlicher ist, da werden bald ein Drittel der Leute in Quarantäne sein und die Infrastruktur wird nicht mehr gewährleistet sein, aber impfen, impfen! Das hilft unbedingt, den dritten Buster, obwohl man da schon hörte, daß der dann vielleicht nicht bei “Omikron” hilft!

Was tut man in dieser Zeit als schreibende Frau, die nicht so gerne Masken trägt? Schreiben, schreiben schreiben, denn das ist ja mein Fenster zur Welt, habe ich, glaube ich schon vor einem jahr geschrieben und auf diese Art und Weise halte ich wahrscheinlich auch den Schutzlockdown für Ungeimpfte aus, weil ich mich nach meinen Telefonstunden in die “Alte Schmiede” oder in die “Gesellschaft” streame und ich habe viel geschrieben.

Über Corona oder Covid 19 soviel wie wahrscheinlich kein anderer, ist doch jetzt gerade pünktlich zur Weihnachtszeit mein “Corona-Texte-Literaturgeflüsterbuch” erschienen, wo man die Veränderungen zwischen März 2020 bis Oktober 2021 ganz gut beobachten kann und dann auch drei Bücher die bis jetzt darüber erschienen sind.

“Das Frühlingserwachen”, wo sich die Roswitha im Lockdown eins in ihren Assistenten verliebt, während die Vierundzwanzigstundenbetreuerin ihren an Alzheimerer erkrankten Mann Egon betreut. Buch zwei da “Braunrotkarierte Notizbuch”, das den eigentlich sehr schönen fast Corona freien 2020 Sommer schildert, wo man “Die Maskenpflicht muß wieder her!”, überall hören konnte.

In Buch 1 habe ich versucht, das dystopische an der Situation zu beschreiben, beziehungsweise habe ich den Egon eine Invasion vom Mars erleben lassen, als da plötzlich alle mit Maske und die Polizisten mit Maßstäben herumliefen.

“Mathilde im Coronaland” beschreibt dann das Jahr 2020 mit dem Brief an die nie gesehene Enkeltochter, den Umzug in die NI- Wohnung und den Besuch der Großtante, die die spanische Grippe noch erlebte und in den Fünfzigerjahren an Krebs verstorben ist.

Zwei noch nicht veröffentlichte Texte gibt es auch, das “Wo wir waren oder hundert Seiten Depression” wo ich die Veränderungen des Feminismus in die Corona-Zeiten” verpackte und das “Seitengewitter” geht noch ein bißchen weiter. Da war ich wohl vom Herrn Mucha und Herrn Bohrn Mena beinflußt die ja in den Medien “Wir wollen eine Impfpflicht!” und “Wir sperren die, die das nicht wollen, nicht ein, nehmen ihnen auch ihr vermögen nicht weg, aber sie dürfen dann halt ihr Leberkäsesemmerl nicht überall essen!”, ausriefen.

Das ist jetzt geschehen und keinen scheints zu stören, nur die Wiener Gastronomen, die vorige Woche noch geschlossen halten mussten und beobachten, daß da am Karlsplatz angeblich ein paar Ungeimpfte sich ihren Punsch von Geimpften holen ließen, während am Christkindlmarkt beim Rathaus, die Security steht, die mehr oder weniger “Ungeimpfte hier unerwünscht!”, ausrufen.

Darüber läßt sich herrlich schreiben.

“Du dokumentierst das für dein Enkelkind!”, hat die Ruth einmal gesagt und ich denke, das stimmt. Da gibts bei mir viel nachzulesen. Aber trotzdem ist es schwierig,, das hab ich schon geschrieben, über etwas zu schreiben, wenn man so mittendrin in der Sache steckt. Das habe ich schon vom “Frühlingserwachen” gemerkt, daß das doch kein richtiger dystopischer Roman geworden ist, bei der “Mathilde” wars dann ähnlich und jetzt nach dem “Seitengewitter” oder dem Korrigieren der “Corona-Texte” kam der November und ich dachte ,soll ich jetzt beim “Nanowrimo” mitmachen? Nein, denn ich habe da ja noch korrigiert. Am Fünfzehnten war ich aber fertig und habe dann doch das Nächste angefangen, denn da war ja schon die Idee diesmal von der Zukunft ins Jahr 2021 zurückzugehen. Denn 2099 oder 2053 weiß man schon genau, wie es damals war und wie es zu Ende gegangen ist.

Stimmt natürlich. Aber noch sind wir nicht so weit und wenn die Drehbuchautorin Joana Bernard von NY auch nach Wien geschickt wird, um über den EDV Techniker Andreas B. zu schreiben, der da, weil ohne Maske in einer Tankstelle war und aufgefordert wurde, diese aufzusetzen, wild um sich herumgeschossen hat. Das ist, glaube ich, in Deutschland so passiert. Also schreibt die Joana über einen Wiener Neustädter Tankstellenüberfall und verbindet das auch noch mit dem Schicksal ihres Ururugroßvaters Jakob Mandelbaum, den wir ja von den “Wiener Verhältnissen” meinem ersten “DigiBuch” kennen.

Das gibt wahrscheinlich wirklich Stoff für einen Monsterroman habe ich gedacht oder gehofft und habe losgeschrieben. War dann Ende November bei der Hälfte, da hatte ich die Handlung schon von 2099 auf 2053 zurückverlegt und dann hatte ich plötzlich zwanzigtausend Worte, über vierzig Seiten über zwanzig Szenen und war fertig, der Plot der nur angedeutet wurde, war geschrieben. Die Joana wieder in NY zurück und bei der Premiere trifft sie plötzlich Andreas Brunner nach dem sie in Wien ja verzweifelt suchte.

Das habe ich vor ein paar Tagen geschrieben und war nicht glücklich darüber. Zwanzigtausend Worte sind kein Roman und meine Texte werden immer kürzer. Ich bin wahrscheinlich ausgeschrieben und sollte es wahrscheinlich lassen oder neu anfangen ,umschreiben, erweitern. Zwei drei andere Stränge einfügen, habe ich gedacht das Ganze durchkorrigiert, einiges weggestrichen und dann noch eine Szene mit dem Ärztekammerpräsidenten und dem Ärztebrief, daß man zwar, wenn man Sorgen hat, zu seinem Arzt gehen soll und der nimmt einen die dann. Aber von der Impfung abraten darf er nicht, weil er sonst seine Zulassung verliert.

Nun ja, wieder mal entschlossen es so zu belassen. Sechsundvierzig Seiten habe ich jetzt, vierundzwanzig Szenen und 22.220 Worte und ich denke, ich werde es lassen. Ob ich das dann als eigenes Buch oder vielleicht zusammen mit Text vier und fünf herausgebe, darüber kann ich noch nachdenken und wenn ich dann in ein paar Wochen mit dem Korrigieren fertig bin und vielleicht auch das Cover habe, kommt dann gleich die nächste Frage, worüber werde ich als nächstes schreiben und da habe ich mir ja schon überlegt, wann ich und ob ich wieder über etwas anderes als über Corona schreiben werde?

Die Pandemie hat bei mir zu einschneidenden Veränderungen geführt, was mein literarisches Leben, das ja eigentlich keines war, betrifft, denn jetzt bin ich weg vom Fenster. Keine Lesung in diesem und im letzten Jahr, keine Liveveranstaltungen, also weg vom Fenster, wenn ich bei den O-Tönen höchstens beim Eingang stehe.

Was das Schreiben betrifft ist das aber anders, denn da schreibe ich ja soviel wie nie. Interessiert zwar immer noch niemanden und daß das über Corona schreiben vielleicht auch was Anrüchiges hat, habe ich auch schon lang begriffen.

Also gut, literarische Karriere gescheitert, das war es dann, auch wenn vielleicht noch ein einundfünfzigstes, zweiundfünzigstes oder was auch immer selbstgemachtes Buch dazu kommt, vielleicht auch ein zweites Corona-Texte-Buch und ob ich zum Schreiben aufhöre oder weiterschreibe , weiß ich noch nicht, weil mir das Schreiben ja sehr wichtig ist.

Noch habe ich ja das Korrigieren des “Arbeitstitel” vor mir, das “Seitengewitter” und die “Hundert Seiten” müßen fertig werden und mein Blog, der ja, ich wiederhole es, mein Fester zur Welt ist, wird es auch weitergeben und es gibt, glaube ich, sogar ein paar Leute die ihn lesen.

Siebenundzwanzigster Nanotag

Wem es interessiert, es geht munter weiter mit dem Schreiben meines sechsten Corona-Textes, wow, da liege ich wahrscheinlich wirklich an der Spitze und das macht mir keiner so bald nach, obwohl ich weiß, das kritische Corona-Texte nicht sehr gefragt sind. Aber das Thema interessiert mich, obwohl ich schon weiß, daß man derzeit wahrscheinlich nicht wirklich über dieses Thema schreiben kann, denn man weiß ja nicht, wie es weiter und ausgehen wird?

Diese Angst hatte ich schon bei meinem ersten Text, dem “Frühlingserwachen”, dann kam ein relativ unbeschwerter Sommer und dann dachte ich, jetzt muß endlich ein dystopischer Roman her, beim ersten Text hat der Alzheimerpatient Egon, die Pandemie als eine Invasion vom Mars oder dritten Weltkrieg erlebt. Beim dritten Buch ließ ich die Mathilde am Ende in ein Nichtgeimpften-Ghetto ziehen und habe schon gedacht, daß das sehr utopisch und wahrscheinlich nie möglich ist.

Jetzt haben wir den Lockdown für Ungeimpfte und die Drohung auf ein ungemütliches Weihnachten, während Bundeskanzler Schallenberg, wie der jetzt heißt, von denen “Die alles richtig machten!”, spricht und dabei die, die sich impfen ließen, dann bei einer Orf-Gala herumschunkelte und sich dabei filmen ließ, während auch die Geimpften inzwischen strengen Lockdown haben, weil die Zahlen wieder hoch, die abgebauten Intensivbetten rar, das überforderte Personal weg und die neue noch viel gefährlichere Virus aus Südfafrika gegen das vielleicht die Impfung nicht wirkt, schon am Kommen ist.

Grauslich, grauslich, spricht alles gegen gemütliche Weihnachten natürlich und nachdem mein Feminisbuchbuch, da haben wir jetzt auch eine Genderdebatte, sich auch sosehr mit Corona, beschäftigte, daß ich damit nicht beim Volksstimmefest lesen durfte, aber da gab es ja schon 3G und das Vierte, das “Seitengewitter” sich schon mit der Diskrinierung der Ungeimpften, die “Dann halt nicht überall ihr Leberkäsesemmerl essen dürfen!”, beschäftigte, da habe ich auch noch, das ist Utopie gedacht.

Jetzt fürchte ich fast, der Lockdwon für NI hört niemals auf und man kann froh sein, wenn einem nicht der Führerschein entzogen wird, man seine eventuele Spitalsbehandlung selber zahlen muß oder wenn die Impfpflicht kommt, ins Gefängnis muß, etcetera.

Also alles ganz schön utopisch oder auch nicht und, wie schreibe ich jetzt darüber? In die Zukunft gehen und da ein Drehbuch für einen dystopischen Film schreiben oder einen, der beschreibt, wie es in Wien 2020/21, war. Geht natürlich auch nicht wirklich, denn ich weiß ja nicht, wie man im Jahr 2099 über die Pandemie denkt und wie es da utopisch aussieht?

Wie man überwacht wird? Welche KI es gibt, weiß ich auch nicht. Habe den Plot also jetzt auch schon ins Jahr 2053 zurückverlegt, weil ich dachte, daß ich da realistischer schreiben kann und einen Ausgangspunkt gab es auch, hat da ja einer, glaube ich, wirklich bei einer Tankstelle herumgeschoßen weil ihm die Kassieriern “Maske auf!”, angeschnauzt hat. Das habe ich nach Wiener Neustadt verlegt und am fünfzehnten November mit dem Schreiben angefangen. Dann, glaube ich, fünf Szenen gehabt, die noch ein bißchen holprig klangen, zum Beispiel, die Stellen mit der Berta-KI.

Dann dachte ich, jetzt muß ich nach 2021 zurück und den Andreas Brunner, wie mein Tankstellenschießer heißt, erzählen lassen. Das war vorigen Donnerstag, dann fuhr ich nach Harland und hörte mir die Beschlüße über die Impfpflicht und den Lockdown für alle an und da hatte ich dann natürlich nicht die Konzentration zum Weiterschreiben, die Literatur im Odeon, wo Ilija Trojanow , den ich ja für sehr intellektuell halte, sagte, “Die idioten, die für das Recht krank zu werden kämpfen, marschieren jetzt vorbei!”, war auch und ich dachte “Ich kann es nicht, ich kann es nicht! Hör auf damit, wer will das Lesen und der Alfred der unter der Pandemie, sehr leidet, kommt mit dem PDF-Erstellen auch nicht nach. Meine Leser wissen es wahrscheinlich, sehr lang habe ich das nicht ausgehalten, obwohl ich mich tapfer bemühte, mir das Wochenendtrödeln zuzugestehen.

Am Montag ist mir dann, glaube ich, eingefallen, daß ich die Geschichte ins Jahr 2053 zurückverlegen und den Text neuschreiben könnte. Meine Leser wissen es wahrscheinlich, ich habe die elf Seiten, die ich damals hatte, nicht weggeworfen, sondern durchkorrigiert. Der Bernie Winter ist verschwunden, die Joana hat keinen Freund, hat aber, als ich weitergeschrieben habe, inzwischen im Flugzeug einen gefunden, denn daß es gut ist, die Joana nach Wien fliegen zu lassen, habe ich auch bald gedacht.

Bei den “Wiener Verhältnissen”, das Reverenzbuch und mein erstes “Digi”, fliegt die Hanna Richter nach New York, um ein Buch über den Jakob Mandelbaum zu schreiben, der ist der Ururgroßvater der Joana und die Hanna Richter habe mich entschloßen ist ihre Großmutter und als die Hanna nach NY fliegt, spricht sie ihr Sitznachbar, ein Geschäftsmann an, das dachte ich, mache ich auch.

Aus dem Geschäftsmann ist aber der dreißigjährige Joshua Schuster geworden, der als Assiszentprofessor des historischen Instituts nach Wien fliegt, über Karl den Großen forscht und dann mit der Joana im Stadtpark vor dem Johann Strauß-Denkmal Walzer tanzt. Die Tankstelle in Wiener Neustadt gibt es nicht mehr und der Andreas Brunner läßt sich bis jetzt wenigstens nicht finden. Velleicht taucht er, das ist aber nur so eine Idee, dann bei der Filmpremiere in New York auf. Die Joana besucht aber Lena Richter, Hanna Richters Tochter, die ja ihren Werner verlassen hat, bevor sie nach New York flog, um sich dann mit Jakob Mandelsbaums Enkel zu verheiraten und die ist eine art alter ego, lebt in einer betreuten Seniorenwohnung, hat drei Bücher, wie das “Frühlingserwachen”, das “Notizbuch” und die “Mathilde” geschrieben, die sie der Joana zur Recherche gibt und der Joshua vermittelt den Kontakt zur Magda Wurminger, Andreas Brunners damaliger Freundin, die ihm, ja weil er sich nicht impfen ließ, verlassen hat.

So weit so what. 12 370 Worte, zwölf Szenen und siebenundzwanzig Seiten habe ich jetzt und, wie es weitergeht nicht viel Ahnung. Daß sich aber ein Roman nicht in vier oder sechs Wochen schreiben läßt, weiß ich inzwischen auch, obwohl ich da noch immer, wie ich fürchte, sehr ungeduldig bin, das wird sich wohl auch nicht so ganz ändern lassen.

Jetzt ist schon der siebenundzwanzigste Dezember, der “Nano” also bald vorbei und keine Spur von den fünfzigtausend Worten, trotzdem ist aber mein “Nichtnano”, der mich auch noch weiter beschäftigen wird, sehr interessant und mal sehen, wie es weitergeht, ich bin sehr gespannt und lasse es meine Leser wissen.