Subkulturmeldungen oder Weg zur Resignation

Nach meinem vergeblichen Versuch am Freitag über den Alpha-Literaturpreis live am Ort und aus erster Hand zu berichten und meinem wirklich sehr gelungenen Geburtstagsfest am Samstag, das wohl weniger der Subkultur, als dem Gedanken literarische “Hausmusik” zu machen, entsprang, gabs am Montag gleich ein paar Subkulturdämpfer, obwohl ich mich dieser gar nicht zuzähle und als mich vor Jahren, 1992, wird es wohl gewesen sein, eine Frau anrief und erklärte, daß sie für die Zeitschrift “Buchkultur” einen Artikel über Frauenliteratur schreiben und mich interviewen wollte, die Subkulturliteraturzeitschriften zu denen ich damals meine Texte schickte, haben sie auf mich aufmerksam gemacht, war ich ganz erstaunt und antwortete, aber “Ich schreibe keine Subkultur”, natürlich nicht. Ich schreibe realistische Texte über erfolglose Schriftsteller, Ausländer, Arbeitslose und andere arme Teufel, die eben nicht zur Hochkultur zählen und offenbar genausowenig Chancen haben, wie die Subkultur im Literaturbetrieb.
Das Interview wurde gemacht und war sehr schlecht, weil die Interviewerin wahrscheinlich auch der Meinung war, daß man über schreibende Frauen, die es nicht schaffen ihre Texte in Literaturzeitschriften von den Manuskripten abwärts unterzubringen, nur verächtlich berichten kann.
Aber Ilse Kilic, Christine Huber, Patricia Brooks, Nora Grey, Helma Gianonne und ich waren unter den portraitierten. Ich war in jenem Jahr auch in der Jury des Nachwuchsstipendiums für Literatur des Bundesministeriums, für die mich die GAV, vielleicht auch eine Subkultureinrichtung, empfahl und habe mit Peter Paul Wipplinger, damals PEN heute GAV, durchgesetzt, daß ein Mitglied des sterischen Werkkreises der Arbeitswelt, ein Stipendium bekam und nicht verstanden, als mir Barbara Neuwirth sagte, daß der keine Chance im Literaturbetrieb haben wird.
Damals war ich noch sehr naiv und habe gedacht, daß es genügt zu schreiben und seine Veranstaltungen zu organisieren, was ich dann auch tat, macht es die GAV ja möglich und hat auch ihre Großveranstaltungen, wie die Lyrik im März und den Tag der Freiheit des Wortes, als der dann ein paar Jahre nicht mehr stattfand, habe ich die die Veranstaltung von 2001 bis 2009 organisiert und nach zwei “Frauen lesen Frauen”- Veranstaltungen im Lesetheater mit eigenen Texten, weil es mir ja wichtig ist, auch die nicht so prominente Frauenliteratur prominent zu präsentieren, ist es zu der Veranstaltung die “Mittleren” gekommen, die 2006 das erste Mal im Literaturhaus stattfand.
El Awadalla, Mechthild Podzeit-Lütjen, Marlen Schachinger, Judith Gruber-Rizy und ich haben dabei gelesen, 2007 wollte ich eine Veranstaltung zu den prekären Arbeitsbverhältnissen mit Elfriede Haslehner und Ruth Aspöck und eine Diskussion darüber, machen, wurde aber von Silvia Bartl abgelehnt, weil es im Literaturhaus angeblich keine Diskussionen gibt und sie das Programm umstrukturieren wollte und 2008 waren die “Mittleren” mit Petra Ganglbauer, Anni Bürkl und Erika Kronabitter dann nicht mehr prominent genug, die Veranstaltung fand in Vorarlberg statt und alle anderen “Mittleren im Amerlinghaus, womit ich sehr sehr zufrieden war und als die GAV beschloß, daß man nur mehr eine Veranstaltung organisieren kann, habe ich mich für die “Mittleren” entschieden. Allerdings ist das Amerlinghaus seit 2009 in der Krise, weil es den Kulturverantwortlichen oder der Stadt Wien offenbar auch nicht prominent genug ist oder keine Subkultur fördern will und heute alles Eventcharakter haben muß, wo die ausgesuchten Autoren fünf Minuten ihre Texte lesen, die eingeladenen Gäste ihr Menu verzehren und die, die nicht so prominent darüber berichten wollen, ihre Berichte aus zweiter Hand über die Internetseite verfassen, die es zum Glück inzwischen gibt.
2010 gab es eine prominente Protestveranstaltung am Rathausplatz und ein paar weniger auffällige vor dem Burgtheater und der Amerlinghausbetrieb ist weiter gelaufen und es gab dort sehr gute Literaturveranstaltungen, wie zum Beispiel die der Lesefrauen und natürlich auch die Mittleren III, IV und V. Jetzt geht es an die Organisation der Mittleren VI und als ich mich da erkundigte wollte, ob mein Mail angekommen sei, erklärte mir die Claudia, daß Telefon und Internet gesperrt sei und sie nur mehr bis Ende Juni die Zusage haben, das Haus betreiben zu können. Da würden sich die Mittleren VI zwar noch ausgehen, es ist mir aber eine wahre Horrorvorstellung mir vorzustellen, dann von Ort zu Ort bitten zu gehen, der Readingroom böte sich noch an, aber da gab es schon Bedenken, daß der vielleicht zu klein für GAV-Veranstaltungen sei und meine Erfahrungen mit dem Cafe Amadeus waren ja auch nicht gerade rosig und wenn man achtunddreißig Jahre herumläuft, immer noch sehr literaturbesessen und begeistert ist, was sowohl das eigene Schreiben, aber auch jedes andere, egal ob es jetzt der Hoch-, der Sub- oder Mittelschichtliteratur angehört, ist und immer nur Absagen bekommt, entwickelt man soetwas wie Resignation…
Ich schreibe immer noch sehr viel, eigentlich in den letzten Jahren fast manisch, der Gedanke bei jeder neuen Arbeit, “Das wird ja wieder nichts! und “Das schaffst du nie!”, läßt sich aber nicht vertreiben und die Rezensionen, die von meinen kritischen Blogstimmen kommen und offenbar ihre Freude daran haben in Eigenregie gemachte Texte, ganz besonders zu zerlegen und der Trivialliteratur zuzuschreiben, machen es auch nicht gerade leichter, keine Depression zu entwickeln und nicht aufzugeben.

Aufgeben, werde ich nicht, sondern weiterschreiben, habe ich ja schon fünfundzwanzig Bücher selbst gemacht und das Literaturhaus hat mir auch versprochen, jedes Jahr eine Rezension zu bringen, mein literarisches Geburtstagsfest, das eigentlich als literarische Einzelinitiative ziemlich einzigartig ist und seit 2008 das Literaturgeflüster, ist auch etwas, von dem ich das glaube, weil es mir ja ein Anliegen ist, die Sub-die Hoch-und die Mittelschichtliteratur zusammenzubringen, beziehungsweise, ich selbst keinen Unterschied zwischen diesen Literaturen sehe, damit aber offenbar ganz allein und total naiv am verlorenen Posten kämpfe. Schreibe also weiter, reiche aber seit Jahren nicht mehr um ein Stipendium ein, schicke nicht mehr zu Literaturzeitschrifte und meine Manuskripte nicht mehr an Fischer, Rohwolt, Residenz, Resistenz, Arovell, Kitab etc und hoffe wieder, daß das Amerlinghaus erneut soviel kritisches Potential aufbringen kann, daß es die Mittleren VI geben wird und würde auch 2013 gerne wieder eine Frauenlesung machen. Denn man soll nicht aufgeben, auch wenn man keine Chance hat, ist das, was ich seit dreißig oder mehr Jahren denke, auch wenn mir der Erfolg nicht recht zu geben scheint. Denn meine Lesungen haben 2011 deutlich abgenommen und auch sonst gibt es deutliche Anzeichen, daß der Wirtschaftskrisenwind und die Sparbemühungen, die sogenannte Subkultur noch mehr vom Tisch wehen wird und nur mehr der Eventcharakter überbleibt, für den ich mich, wie ich auch mit Ilse Kilic beim kulturpolitischen Arbeitskreis gestritten habe, sehr interessiere, aber das allein ist zu wenig, denn es gibt, wie das Literaturgeflüster tapfer aufzuzeigen versucht, soviel anderes, das Lesetheater, die PoetNight und die KritLit, aber die hat ja auch nicht sehr viel Gewerkschaftsmitglieder am Wochenende an die Donau hinausgebracht und wie viele Leute sich jetzt auf Anna-Elsabeth Mayers “Fliegengewicht” stürzen werden, weiß ich nicht. Ich interessiere mich jedesfalls immer noch sehr für Literatur, sowohl für die, die ich selbst schreiben kann, als auch für die der anderen und die “Zwillingswelten” sind jetzt auch gekommen.
Unterschreiben für den Erhalt des Amerlinghauses kann man übrigens auch.

KriLit und Geburtstagslesung

Anton Blitzstein

Anton Blitzstein

Stefan Eibel Erzberg

Stefan Eibel Erzberg

Nach der freitäglichen negativen Überraschung bin ich am Samstag doch noch einmal zur Krilit hinausmarschiert, gabs da ja ein verlockendes Programm und außerdem wollte ich mir die Bücher abholen, die ich beim Stand “Literatur der Arbeitswelt” deponiert hatte. Als ich so um halb zwölf eintraf, war es in den Sälen ziemlich leer. Nur vier Zuhörerinnen bei Brigitte Voykowitsch “Dalits – Die Kaste der Unberührbaren in Indien”, obwohl das ein sehr interessantes Buch war, das viel vom Leben der unberührbaren Frauen, die es geschafft haben, zu studieren und sich in die indische Mittelschicht hinaufzuarbeiten, erzählte. Dann wurde es etwas voller, auf jedenfall war aber Helmuth Barth-Engelbarth, der ein Buch über die “Rote Ziege Zora” und “GeBlödeltDichte” geschrieben hat, laut und stimmgewaltig, vor allem las er sich sehr schnell durch sein Kinderbuch mit sehr viel politischen Anspielungen aus dem deutschen Land und erklärte zwischendurch, wie er dazugekommen war. Harry Rowohlt ziemlich ähnlich, wahrscheinlich nicht so bekannt. und dann Gedichte, wo er den deutschen Politalltag und seine Schweinereien verarschte.
Dadurch versäumte ich die Präsentation des “Duftenden Doppelpunkts”, aber den habe ich im Frühjahr ohnehin intensiv verfolgt und hätte Petra Öllinger nur nach dem versprochenen Rezensionsexemplar fragen könnten, habe sie aber nicht mehr gesehen. Der Driesch-Verlag präsentierte noch einmal sein neues Heft, das ich inzwischen habe, da es mir Franz Blaha zum Geburtstagsfest mitbrachte, er las sehr beeindruckende Dialektgedichte, Elfie Resch hatte eine Flüchtlingsgeschichte und das GAV-Mitglied Wolfgang Ratz las und sang mehr oder weniger politische Texte vor.

Eva Jancak

Eva Jancak

Rudi Lasselsberger

Rudi Lasselsberger

Als ich zur nächsten Lesung wollte, begrüßte mich Reinhold Schrappeneder und ich erkannte, daß der junge Mann, der beim Dialektworkshop der El Awadalla sagte, daß er gern mehr Dialekt reden wollte und schon einige albanische Worte gebrauche, die die Albaner als altmodisch empfinden, Ilir Ferrir war, der um halb drei sein bei der Edition Atelier erschienenes Buch “Rauchschatten” präsentierte. Er hat glaube ich einmal einen der Exilpreise gewonnen und wurde beim Bremer Preis auch von Andrea Grill zur Lesung mitgenommen, diesmal hat er sich einige Albaner als Publikum mitgebracht und erzählte, daß er lange an dem Buch geschrieben hat und daß sein Vater meinte, daß er die kommunistische albanische Wirklichkeit nicht ganz verstanden hätte. Er las dann eine sehr politische Stelle, wo einer vom Parteikader sehr getadelt wird, weil er die Arbeitszeitverkürzung in seiner Abteilung einführen will.
Dann habe ich noch einen Roman einer Salzburger Autorin aus dem Guthmann Peterson Verlag “Eine Hand voll Mond”, gehört und bin zu einem Vortrag eines Altlinken Deutschen Gewerkschafters gegangen, der lang und breit von den politischen Kämpfen in den Siebzigerjahren erzählte, eine Handvoll meist schwarzgekleideter Jugendlicher haben andächtig zugehört, dann bin ich gegangen. Eigentlich wollte ich noch länger bleiben, lasen doch Judith Gruber-Rizy und Helmut Rizy aus Alfred Hirschenbergers Texten, einem 1919 geborenen Wiener Arbeiterdichters, den ich einmal bei Ruth Aspöck kennenlernte, Richard Weihs und Gerhard Loibelsberger hätten auch noch gelesen, aber das Geburtsfest nahte und da haben sich heuer, besonders viele Leute angemeldet. Ich lade ja immer meine ganzen Bekannten ein, so circa fünfzig werden das sein und zwanzig kommen meist, viel mehr gehen in das Wohnzimmer ohnehin nicht hienein, diesmal sinds aber, glaube ich, über fünfundzwanzig gewesen und das Einladen war auch etwas schwierig, habe ich ja zwei Briefe von der Post zurückbekommen, obwohl sie richtig frankiert waren, was wieder köstliche Satiren auf die Post geben könnte bzw. Trauerreaktionen, was sich da alles zum Nachteil verändert hat und noch etwas war anders, außer mir haben nur Männer gelesen und davon die meisten zum ersten Mal. Habe ich ja im letzten Jahr durch meinen Blog oder auch so einige interessante Autoren kennengelernt.
Als ich aufsperrten, da saß schon Rudi Lasselsberger im Vorzimmer und telefonierte, während Alfred ziemlich unbekleidet aus dem Badezimmer kam.

Marinko Stefanovic

Marinko Stefanovic

E. A. Richter

E. A. Richter

Es folgten dann sehr rasch die ersten Gäste, es gab ein bißchen Lachs und Käse zum Essen und auch die ersten Geschenke trudelten ein, Rudi Lasselsberger, der ein kindliches Gemüt zu haben scheint, hat mir ein Märchenbuch und ein Stofftier mitgebracht. Von Trude Kloiber habe ich Maya Haderlaps “Engel des Vergessens” ein zweites Mal bekommen. Ich verstehe auch nicht, wieso das so oft passiert, daß ich ein Buch zweimal bekomme, gibt es ja genügend zur Auswahl könnte man denken, jetzt habe ich mir Judith Schalanski “Der Hals der Giraffe”, stattdessen gewünscht.
Sara Wipauer die eindeutig die jüngste war, brachte einen chinesischen Spruch und meinte, daß man vor dem Geburtstag nicht gratulieren dürfe. Stephan Eibel Erzberg wolle mir die “Stehlen und Rauben- Anthologie aus der Edition Splitter” ebenfalls ein zweites Mal schenken, ansonsten Schokolade, Geschenkkörbe, Blumen u.u.u. Anton Blitzstein, der sozusagen als Überraschungsgast auftrat, brachte mir sein Buch “Phantastischer Individualismus in Wien, Literatur und Malerei von Anton Blitzstein aus den Jahren 1980-2010” mit, dessen Nachwort es eigentlich unverständlich macht, daß er beim “Ohrenschmaus” nicht mitmachen darf und las ein paar Psychiatrie kritische Texte, dann folgte Stephan Eibel Erzberg und das ist ja ein begnadeter Performer, der wieder die Geschichte erzählte, daß eine Zeitung jeden Tag ein Gedicht von ihm bringen wollte, dann war aber das erste zu sexistisch, das zweite zu politisch u. u. u. Ich zeigte wieder meine Werkshow vor und las dann die “Tanzstundenszene” aus der “Frau auf der Bank”.

Marinko Stefanovic, den ich vor einem Jahr bei der Literatur im Herbst kennenlernte, meinte, daß ich ihm zum Schreiben von Gedichten in Deutsch ermuntert hätte, er hat mir eine Zeitlang sehr viele Gedichte geschickt, die inzwischen alle im Augustin veröffentlicht wurde, gab eine Probe daraus und fand beim Publikum großes Gefallen. Er gab mir auch Rückmeldung über “Mimis Bücher”, das er ja ins bosnische bzw. serbokroatische, wie er die Sprache noch immer nennt, übersetzt und darüber und über “Die Absturzgefahr” und das “Haus” habe ich mich auch mit Christel Fallenstein, die die Bücher gelesen hat, unterhalten. Vorher hat noch Rudi Lasselsberger eine Stelle aus seinem neuen Buch “Tanz in den Mai” gelesen, das auf meiner Leseliste steht. Bei E.A.Richter wurde es dann wieder lyrisch, es gab unter anderen einige Rosengedichte zu hören.
Dann gabs ein gutes Buffet, obwohl so viele Leute gekommen waren, daß im Zimmer während der Lesung fast kein Platz frei war, ist sehr viel übergeblieben. Außer den bekannten Schweinslungenbraten in Blätterteig und Spinatstrudel, hat es viele Kuchen gegeben. Connections zwischen meinen Besucher von denen sich einige kannten und sich andere neu kennenlernten, gab es auch und jetzt habe ich wieder ein paar Bücher mehr, zum Beispiel noch Auguste Groners “Der rote Merkur”, von dem ich mir auch nicht gan sicher bin, ob ich den Wiener Kriminalroman aus dem Jahr 1907, schon gelesen habe, Anni Bürkl hat ja einmal ein paar ihrer Romane ins Internet gestellt, den mir Judith Gruber-Rizy brachte und Christel Fallenstein brachte mir Ilana Shmueli, eine Theodor Kramer Preisträgerin “Sag, daß Jerusalem ist über Paul Celan Oktober 1969 – April 1970” gebracht, jetzt bin ich sehr müde und erschöpft.
Und hier die früheren Geburtstagsfeste 2008, 2009, 2010

SV-Cocktail, KriLit, Alpha-Literaturpreis

Die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft, bei der seit 1997 oder 98 alle Freiberufler, also auch die Psychologen, Psychotherapeuten und alle Künstler zwangsversichert sind, tut etwas für seine Künstler, ladet einmal im Jahr zu einer Talkrunde mit anschließenden Kulturprogramm ein und meldet das den Kunstvereinen mit der Bitte, die Info an die Mitglieder weiterzugeben. Die GAV hat das bei ihrer letzten GV getan und so bin ich gestern um halb sechs mit recht unspezifischen Erwartungen auf die Wiedner Hauptstraße gegangen, denn ein Thema war dem Programm nicht zu entnehmen, nur, daß Alexander Goebel durch den Abend führt und der SVA-Obmann Stellvertreter, ein Herr vom Sozialministerium, einer vom Künstlersozialversicherungsfonds und einer vom BMUKK talken werden. Ich war ein bißchen früh daran, so habe ich wieder eine kleine Runde gedreht und dann gleich Andreas Renoldner, der der GAV berichten soll, bei seinem Fahrhrad gesehen, sonst habe ich nur Daniela Beuren von der Grauenfruppe und eine bildende Künstlerin, die ich meistens am Weltspartag in der Bank Austria treffe, gekannt.
Die Talkrunden waren auch recht unspezifisch, so fragte Alexander Goebel, den SVA-Obmann, ob man sich bei ihm melden kann, wenn man einen Künstler einladen will und rief am Schluß die Künstler zum kommunizieren auf. Dazwischen gab es ein Kunstprogramm mit dem Iris Camaa Duett und Peter und Teutschner, die ein Kabarett über Raucherentwöhnung und das, was die alten Menschen mit den vielen verschiedenen Medikamenten angeblich so treiben, boten und eine Vernissage von VOKA, das ist ein Künstler, der den Spontanrealismus erfunden hat und einen Film zeigte, wie in seinem Atelier ein Bild entsteht. Die waren dann auch ausgestellt und man konnte sie, wenn man es wollte, kaufen und ein wirklich ausgezeichnetes Buffet gab es am Schluß auch, so daß ich nicht, wie ich eigentlich vorhatte, ins Amerlinghaus zu “Radio Rosa” ging, sondern bei den Canapes, den kleinen Schnitzelstücken, den Sacherwürfeln und dem Schokolademousse stehen blieb und mich länger mit Daniela Beuren unterhielt. Andreas Renoldner war schon gegangen und heute gab es, ein paar Tage vor der Buch-Wien, zu der ich jetzt die gewünschten Einladungen habe, im Gewerkschaftshaus bei der Donaumarinia, die kritischen Literaturtage bzw. Alternative Buchmesse. Das gibts jetzt auch schon das zweite Jahr, voriges Jahr habe ich es versäumt, diesmal habe ich mir die Tage dafür freigehalten und so bin ich nach einer Morgenstunde an die Donau hinausgefahren.
“Zwei Tage alternativen Lesespaß – über fünfzig Aussteller – Lesungen und Buchpräsentationen – freier Eintritt”, steht im Programm, das ich mir wahrscheinlich beim Volksstimmefest mitgenommen habe. El Awadalla hat mich aber auch noch angemailt und mich zu einem Dialekt-Workshop “Dialekt sprechen – Dialekt schreiben” eingeladen, so habe ich mich angemeldet und bin mitten in die Vorstellungsrunde geplatzt.
Was erwarte ich mir, die ich in Hochdeutsch schreibe von einem Dialektworkshop? Keine Heimatgedichte, aber vielleicht ein bißchen Schreiberfahrung, wie man zum Beispiel in einem Roman einen Dialog gestalten kann. Etwa zehn Personen haben teilgenommen und es war sehr interessant, obwohl wir nichts geschrieben haben. Es war zwar angedacht, etwas über U-Bahnfahren zu schreiben und El-Awadalla hat dazu auch ihre U-Bahn Dialoge vorgelesen, dann kamen aber so viel Fragen von den Teilnehmen, daß es bei einer Diskussionsrunde geblieben ist, was mir egal war, weil ich ja ohnehin keine Dialektdichterin werden will.
Das Programm ging nach dreizehn Uhr weiter und war ebenfalls sehr spannend, stellte sich ja der Werkkreis “Literatur der Arbeitswelt” vor, Gerald Grassl präsentierte die “Tarantel” und wünschte sich von den Lesern Eugen Bartmer, Werner Lang und Anton Mantler je ein Wunschgedicht und interviewte Josef Rieser zu seinem Briefroman und ich weiß endlich, wie der Stammbesucher heißt, den ich so regelmäßig bei den Literaturveranstaltungen treffe.
Anschließend präsentierte Haimo L. Handl seinen Driesch-Verlag. Las einen Teil seines Textes aus der neuen Nummer, Corinna Manisha Lenneis stellte mit einem Partner einen Dialog vor und Susanne Scholl, die etwas später kam, hatte offenbar etwas an dem Heft zu reklamieren, denn sie schüttelte sehr oft den Kopf und las ihre Erzählung “Fremde Brüder”, wo ein Mann, eine Russin in seine Wohngemeinschaft aufnimmt, mit der er dann zur Hochzeit eines ihrer Brüder oder Cousin mit Geschenken beladen nach Russland fliegen fliegt.
Die Präsentation der “Wienzeile” mit Günter Geiger versäumte ich und auch die Führung durch die Bibliothek, dafür begeisterte mich aber Kurto Wendts “Sie sprechen mit Jean Amery, was kann ich für Sie tun?”, einen Roman, den er in seiner Bildungskarenz geschrieben hat, die er auch gleich sehr empfahl. Er lobte auch den Milena-Verlag, da stört mich wieder, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, daß das kein reiner Frauenverlag mehr ist. Der Roman, den Alfred auch beim letzten Volksstimmefest kaufte, ist aber eine herrliche Satire über Langzeitarbeitslose, das Arbeitsmarktservice und Call Center Agents und hat mich so begeistert, daß ich das Buch demnächst lesen will.
Es gab noch eine Präsentation eines Buchs über Josef Stalin des Dietz-Verlags, das ist ein Berliner Verlag mit dessen Verlegerin ich mich unterhalten habe, als ich mir die Verlagsstände anschaute, ein Studienprojekt über Jura Soyfer und eine Lesung von Sina Tahayori, eines Exil-Literaturpreisträgers und mit Christa Stippinger habe ich mich bei meiner Messerunde auch sehr intensiv unterhalten, bzw. mir die Einladung zum Exil-Preis 11 geholt, der auch heuer wieder auf der Buch Wien vergeben wird.
Dann gabs einen Poetry Slam zum Thema “zeit?- arbeit?- geld?” durch den wieder Mieze Medusa führte und bei dem alle Slamgrößen, wie Markus Köhle, Yasmin Hafdeh etc slamten aber auch andere, da man sich, glaube ich, dazu anmelden konnte, so traten auch vier Leute, darunter El Awadalla auf, die ihre Gedichte zur Arbeitswelt lasen, aber nicht in die Enderunde kamen, die wurde schon von Slamgrößen bestritten. Wer den Slam gewonnen hat, weiß ich aber nicht, weil ich ja zur Alpha Preisverleihung wollte, der ja zwischen Marjana Gaponeko, Martin Mandler und Anna Elsabeth Mayer entschieden wird und kann das Endergebnis genausowenig flüstern, denn ich bin nicht hineingekommen.
Da Einladung nur für geladene Gäste! Voriges Jahr war es in der Zeitschrift Buchkultur ausgeschrieben und ich habe auch darüber berichtet, heuer habe ich hingemailt und um eine Einladung gebeten und sogar mein Geburtstagsfest verlegt, aber leider keine Antwort bekommen. So bin ich, ich war wieder ein bißchen verspätet, denn der Weg von der Donaumarina ist ja weit, nach Julian Schutting hineingegangen, aber am Empfang gescheitert.
Es lebe die Hochkultur könnte man sagen, die im Saal ihr vom Casino Austria gesponsortes Dinner verzehrt, sich dabei von den Nachwuchsautoren etwas vorlesen läßt und am alternativen Literaturgeflüster nicht interessiert ist. Ich habe mich zwar wirklich bemüht hineinzukommen, aber von dem Herrn, der das entscheidet und mir seinen Namen verweigerte, nur eine vage Zusage bekommen, daß er mich vielleicht das nächste Mal einladen wird, was ich sehr schade finde, denn ich halte viel vom Kultursponsoring und verteidige auch immer die Hochkultur, denn die KritLit allein ist nicht repräsentativ.
Aber vielleicht klappts das nächste Mal. Ich kann mir ja mein Butterbrot mitnehmen und der Securityguard kann auch aufpassen, daß ich nicht vielleicht ein Glas Wein trinke. Und manche, habe ich mir sagen lassen, halten das Literaturgeflüster für eine ziemlich einzigartige Berichterstattung über den Wiener Literaturbetrieb, als kleiner Hinweis für die Prüfer, die sich vielleicht hier umsehen wollen.
Jetzt werde ich warten, bis ich erfahre, ob “Annuschka Blume”, “23 Tage” oder “Fliegengewicht”, der von der den Wiener Büchereien ausgesuchte Preis-Roman sein wird, beziehungsweise habe ich gerade auf der Alpha-Seite gesehen, daß Anna Elisabeth Mayer die Preisträgerin ist, deren Lesung ich mir am nächsten Freitag um 17 Uhr bei der Buch-Wien anhören kann, da ich dafür Karten bekomme und Klaus Nüchtern, der unter anderen in der Jury war, wird am Dienstag den Staatspreis für Literaturkritik erhalten.
Über den gängigen Mainstreamroman und daß man, wie man den schreibt, im Leipziger Literaturinstitut lernt, habe ich mich übrigens bei der SV-Veranstaltung mit Andreas Renoldner unterhalten und der hat auch “Fliegengewicht”, als Beispiel angeführt. Ich hätte mir ja Marjana Gapanenko gewünscht, aber deshalb wurde ich wahrscheinlich nicht nicht hineingelassen.
Morgen gibts noch einmal Gelegenheit sich mit der kritischen Sub-Literatur zu beschäftigen, allerdings gibts da auch das literarisches Geburtstagsfest und da macht der Alfred schon das Buffet.

Von allen Anfang an

Christoph Heins “Von Anfang an”, schildert das Leben eines pubertierenden Jungen in einer ostdeutschen Kleinstadt in den Fünfzigerjahren. Daniel ist ein Pfarrersohn, “Pfaffe” sagen die Kinder und die Lehrer in der DDR-Schule, der Vater ist streng aufrecht und korrekt und wenn der Sohn einen Tadel bekommt, schreibt er schon mal eine ironische Bermerkung in das Mitteilungsheft, so daß sich Daniel ihm nicht mehr zu sagen traut, wenn ihn die Lehrer wegen seines politisch indifferentn Verhaltens hänseln, er hat eine Schwester Dorle und vier, fünf Brüder, das heißt der fünfte kommt erst auf die Welt, als er schon in West-Berlin in die Ostklasse eines Gymnasiums geht und während die Mutter mit dem vierten schwanger ist, können die Geschwister erleben, daß sie Monate lang nicht mit dem Vater spricht, offenbar die einzige Möglichkeit des Widerstands gegen unerwünschte Kinderschaft, die die aufrechte Pfarrersfrau hatte, die vor dem Krieg Op-Schwester war und so eine gute, daß der Chefarzt nur mit ihr operieren wollte.
Das Buch beginnt an dem Tag, an dem sich Daniel von seiner Tante Magdalena verabschiedet, weil er in den Westen geht und endet mit ihren Tod und dem Bedauern, daß er nicht zum Begräbnis fahren konnte, weil ihm der Schuldirektor und der dortige Pfarrer abriet, da er ja die Republik verraten hatte und auf der Liste stand…
Dazwischen liegt eine Nachkriegskindheit in dem überfüllten Pfarrerhaus, wo das Geld an allen Ecken und Enden fehlt und auch noch die Großeltern aufgenommen werden müßen, weil der Großvater ein aufrechter Gutsverwalter sich weigerte in die Partei einzutreten und daher das Staatsgut nicht mehr verwalten konnte. Und der Zwölf-Dreizehn-Vierzehnjährige beschreibt in der Nachkriegs-DDR hauptsächlich das Erwachsenwerden und die Erlebnisse mit dem Mädchen, obwohl ihn auch der Leipziger Wissenschaftler, den die Kreisschulbehörde schickte, um den Schülern “flüßige Luft” vorzuführen” sehr beeindruckte, wenn auch weniger wegen der flüßigen Luft, als durch die Gerüchte, daß er schwul sei, die einer der Klassenkameraden ausstreut, so daß der Herr Doktor von der Polizei einvernommen wird und keine Genehmigung mehr bekommt Schüler zu unterrichten, was die Klassenlehrerin den neugierigen Schülern am nächsten Tag “mit hygienischen Maßnahmen” erklärt.
In sich geschlossenen Kapiteln wird diese DDR-Jugend erzählt. Der sommerliche Besuch bei den Großeltern am Gut Holzwedel, wo Daniel mit seiner Schwester in einer Kammer schlafen muß, wo es einen großen surrenden Elektrokasten gibt und er sich vor Spinnen fürchtet, es gibt aber auch den älteren Gutsarbeitersohn Jochen mit dem er an den Russensee fahren will, was verboten ist, weil es dort noch Mienen gibt, da sich aber Jochen dort mit Pille, einer Landarbeitertochter, die Krankenschwester werden will, trifft, gerät Daniel vollends aus dem Häuschen, beschließen sie doch dort nakt zu baden, so daß er ihre rötlichen Schamhaare sieht und später noch zuschauen kann, wie sie Jochen in sich hineinläßt, was ihn so aus der Fassung bringt, daß er auf ihren Fahrradsattel abspritzt und sich dann Sorgen macht, daß er womöglich der Vater von Pilles Baby ist, mit dem sie sich ihr Leben versaute.
Die Sommerferien sind aber ohnehin bald vorbei, die Eltern holen die Kinder wieder ab und Daniel kann miterleben, wie sich die Mutter mit der Großmutter streitet und als ein Zirkus auf der Nachbarwiese sein Gastspiel gibt, freundet er sich mit dem Artisten Kade an, der so grüne Augen wie der Evangelist Lukas hat, hilft ihm beim Aufstellen der Scheinwerferständer und führt ihn durch das langweilige Städtchen, wo sie seine Geografielehrerin, eine verheiratete Frau und Mutter zweier Kinder treffen, die sich in den Artisten verliebt, so daß Daniel, als er Kade im Wohnwagen besuchen geht, “Frau Blüthgens nackten Hintern” sehen kann und weil er die Gedichte so schön deklamieren kann, schlägt ihn die Deutschlehrerin für den dramatischen Zirkel vor, so daß er nach Dresden zu einer Aufführung fahren kann, dort spielt er den schönen Johnny, wo sich die schöne Mareike in ihn verliebt und erzählt, daß sie am liebsten nackt tanzt, was die beiden gleich ausprobieren. Nur wird er von einem Klassenkameraden erwischt und der Lehrerin verpetzt und aus ist es mit der Empfehlung an die Oberschule.
Aber Daniel will ohnehin nach West-Berlin, wo schon sein zwei Jahre älterer Bruder ist und den darf er eines Sonntags, wo er sonst immer in die Kirche gehen muß, mit den Eltern und den ganzen Geschwistern besuchen und als sie von der Polizei angehalten und gefragt werden, in welches Berlin sie fahren, ist der Vater stolz, daß er nicht lügen muß, als er “in das demokratische” sagt. Bei der zweiten Polizeikontrolle will der Polizist die Adresse wissen und da muß der Herr Pastor mit roten Kopf die Adresse eines Ostberliner Konsistoriums angeben, das er manchmal besucht und als die Familie in einer Konditorei am Kurfürstendamm ein Stück Kuchen essen, erfahren sie über eine Leuchtschrift von den Ereignissen in Budapest, wohin gerade die russischen Panzer rollen…
So geht das Kinderleben dahin, leicht und locker erzählt und endet in der Rückschau mit dem Tod Tante Magdalenas und dem langen Brief, den der Vater schrieb, um zu trösten.
Christoph Hein wurde 1944 in Schlesien geboren und lebt in Berlin. Sein Roman “Drachenblut” hat, glaube ich in der DDR oder auch im Westen großes Aufsehen erregt. Ich habe ihn noch zu DDR-Zeiten gelesen und wahrscheinlich in der Zentralbuchhandlung gekauft oder ihn mir von der Gall Maria aus Budapest mitbringen lassen, weil es dort in den frühen Achtzigerjahren sehr billige DDR-Bücher zu kaufen gab. Zuletzt ist “Weiskerns Nachlaß” von ihm erschienen und wurde auf der Frankfurter Buchmesse am blauen Sofa vorgestellt.

Valerie oder Das unerzogene Auge

“Valerie ist das Modell des Malers Franz und seine Geliebte. Franz aber lebt nur für seine Kunst, hinter der alles zurückzustehen hat. Valerie erkrankt an Krebs. Statt ihr in ihrer Krankheit beizustehen, stellt Franz die Krankheit dar. Aber Valerie hat gelernt, mit eigenen Augen zu sehen. Sie will leben – mit anderen Augen, mit anderen Bildern”, steht in der Beschreibung über Erica Pedrettis “Valerie oder Das ungezogene Auge”.
Zu dem Text mit dem die 1930 in der CSR geborene und in der Schweiz lebende Erica Pedretti 1984, den Bachmannmannpreis gewonnen hat (Das Modell und sein Maler) gibt es eine reale Vorgeschichte. Nämlich den Expressionisten Ferdinand Hodler, der 1908, fünfundfünfzigjährig und in zweiter Ehe verheiratet, die zwanzig Jahre jüngere Valentine Gode-Darel trifft, die 1912 an Krebs erkrankt und ein Jahr später ein Kind von ihm erwartet, daß dann von seiner Frau Berthe aufgezogen wurde. Die Bilder von der Krankheit und dem Sterben Valentines und der Veränderungen ihres Körpers, sind die erschütternsten Darstellungen des Sterbens, die in der Kunstgeschichte existieren.
Erica Pedretti, die durch die 1976/77 stattgefundene Hodler-Ausstellung “Ein Maler vor Liebe und Tod” und durch Max Frisch zur dichterischen Gestaltung des Stoffes ermuntert wurde, hat die Geschichte in die Gegenwart verlegt, das Buch ist 1986 bei Suhrkamp erschienen, verwendet andere und doch sehr ähnliche Namen und beschreibt, die Krankheit Valeries in eindrucksvollen Szenen, “mit tastend fragmentarischer Sprache, in der die verschiedenen Erzählebenen übergangslos, bruchstückhaft, in keiner erkennbar konstruierten Chronologie in einander montiert werden. Erinnerung, Dialogfragmente, Tagebuchnotizen, Phantasien, Berichte, Zitate scheinen wuchernd und unmotiviert zu folgen”, vom Gang durch die Ambulanzen, Bestrahlungen und Operationen, dann wird wieder von einer China-Reise, die die Protagonistin machen soll, bzw. in ihrer Phantasie erlebt, erzählt und die Beziehung zu dem Maler, der sie alleine läßt und “schon vier Monate nichts mehr von sich hören sehen oder hören hat lassen.”
Vor allem die Krebsbehandlung, wie sie wohl in den Achtzigerjahren in den Schweizer Spitätern passierte, wird trotz der kunstvoll schönen Sprache, sehr realistisch beschrieben und ganz behutsam in Frage gestellt.
“Nochmals röntgen? – Das ist ganz ungefährlich, sonst wär ich selber ja nicht mehr da, sagt die Röntgenassistentin. – Kein gesunder Beruf, meint Valerie. – Man muß halt optimistisch sein, sagt die Assistentin.”
Oder “Ich würde aus dem Fenster springen, hatte eine Kollegin gemeint: mit vierzig schwanger, schon im fünften Monat und von so einem Typ. Der ist mindesten sechzig. Und siehtst du denn nicht, was ihm seine Frau bedeutet?”
Bzw. die Stelle, wo sich Valerie auf dem Weg zur Operation befindet. Sie wird durch die Spitalsgänge “als wärst du ein Gemüse und alles greift dich an” geschoben, in “grüne Heinzelmännchenathmosphäre der Nakoseequipe, deren Unterhaltungen und Lachen im Vorzimmer, während alles zur ersten Operation vorbereitet wird- Schade, daß du nicht geblieben bist, wir sind dann zu Paul nach Hause gegangen – ja, wir waren zu viert bis heut früh, ich hab kaum geschlafen – demonstratives Gähnen und Lachen, wie so so hilflos daliegt.”
Es gibt auch die Geschichte vom Vater, “der mit der Pistole drohte, jeden, der ihm sein durchschossenes Bein amputieren wollte, sofort, oder, falls das unmöglich ist, dann eben später zu erschießen” und der dann “ein Jahr zuvor im selben Bett an Krebs gestorben ist – ohne Pistole.”
Die Trennung von dem Kind wird im zehnten Kaptiel mit zwei Zeilen auf der leeren Seite erzählt “Das Kind – Daran darf sie nicht denken” und der Maler Hodler mit den “gräßlich lila farbenen Zeichnungen der Toten oder sterbenden Valentine, werden vom Maler Franz immer wieder zitiert.
“Die Dürerscheibe, deren Hodler stets mehrere besessen und verwendet haben soll, erklärt Franz, besteht aus einer gerahmten Glasscheibe, die sich in den Fugen eines einfachen Holzgestells, leicht und transportabel, in senkrecher Richtung verstellen läßt.”
Es ist eine sehr beeindruckende Geschichte vom Leben und vom Sterben, der Gewalt am und im Leben und der Frauenemanzipation, mit der Erica Pedretti 1984 den Bachmannpreis gewonnen hat und sie erzählt wahrscheinlich von einer anderen Frau, als die es war, die 1915 gestorben ist, denn damals wird es wohl in den Spitälern und Ambulanzen anders ausgesehen und Valentine Gode-Darel die als selbstbewußte Frau beschrieben wird, wird wahrscheinlich keine solche Gespräche mit den Ärzten, die sich um 100 % der Strahlendosis verschätzen und dann noch der Patientin zum Erfolg der Behandlung gratulieren, geführt haben. Eine sehr kunstvoll erzählte Geschichte, die dennoch nichts an der tragischen Realität ausläßt. Zwei Realitäten, das Sterben mit und nach Krebsbehandlung in den heutigen Krankenhäusern und dem, wie es Maler und Modell 1912 – bis 1915 wohl erging, die die Fragen aufwirft, ob es moralisch vertretbar und verantwortbar ist, mit den Bildern einer Sterbenden Kunstgeschichte zu machen und ob es Ferdinand Hodler damit nur um das Malen oder vielleicht doch auch um sprachlose Krisenbewältigung ging? Das Wort Traumatherapie hat man damals wahrscheinlich genausowenig gekannt, wie Strahlenbehandlungen und Chemotherapie.
Ein interessanter Versuch, beides zu verbinden und ein leiser stiller Text, der mich, was ja nicht so oft geschieht, ob seiner Authenitizität sehr beeindruckt hat.
Schade, daß das Suhrkamp Taschenbüchlein, das vor zwei Jahr bei “Buchlandung” in der Abverkaufskiste lag und wenn man fünf Stück nahm, nur einen Euro kostete, so unbeachtet blieb. Ich habe, glaube ich, noch ein zweites Buch von Erica Pedretti, die auch bildnerisch tätig ist und mir ihren Namen wahrscheinlich seit dem Bachmannpreis eingeprägt.

Herbst-Stress

Meine Leser haben es vielleicht bemerkt, die letzten Wochen waren literarisch so intensiv, daß ich von Veranstaltung zu Veranstaltung hüpfte, mich dazwischen bemühte, meine Hundertbücherliste aufzulesen, die habe ich jetzt zwar schon um sechs Stück überzogen, aber wenn ich alle angeführten hundert und vor allem Thomas Wollingers “Archäologin” schaffen will, muß ich dran bleiben und weil sich schon wieder einige Ungelesene angesammelt haben, habe ich jetzt auch eine Leseliste für 2013 angelegt, da ich die für 2012 für Neuerwerbungen im neuen Jahr frei halten will. Dann gibts noch das Geburtstagsfest, das am Samstag stattfinden wird und auch vorbereitet werden muß und Franz Joseph Huainigg meldete sich bei mir mit dem Wunsch, daß ich die Laudatio für den Preisträger des Lebensberichtes beim “Ohrenschmaus” schreiben soll. Das ist ein sehr schöner Text, von dem es mir, wie ich glaube, gelungen ist, ihn sehr schön in die Laudatio einzuarbeiten, so daß ich damit sehr zufrieden bin.
Es war also etwas hektisch, kaum von Frankfurter Buchmessen Surfing zurückgekommen, gab es schon die GAV-GV und vorher den kulturpolitischen Arbeitskreis, dann die Ilse Aichinger Veranstaltungen, am Nationalfeiertag die Reise mit dem Bus nach Bratislava und mit der MS Stadt Wien zurück als Auftakt zu dem Literatur im Herbst Festival mit dem Thema Donau. Wie steht es da mit dem Schreiben, werden meine Leser fragen? Und da man den Vorwurf, daß der Besuch von Literaturveranstaltungen und das Lesen von Büchern ein Leben aus zweiter Hand und eine Ersatzbefriedigung ist, nur bedingt zurückweisen kann, also liebe Leser, ich korrigiere immer noch an der “Frau auf der Bank” und komme mehr oder weniger schnell damit voran. Vor zwei Jahren habe ich am ersten November mit dem Nanowrimo begonnen, in neunzehn Tagen fünfzigtausend Worte Rohtext geschrieben und war noch auf der Buch-Wien und anderen Literaturveranstaltungen. Der Nanowrimo, der in wenigen Stunden beginnt, wird heuer wieder an mir vorbeigehen, bzw. werde ich mich in den Blogs derer, die mitmachen, ein wenig umsehen und selbst mehr oder minder motiviert weiterkorrigieren. Dafür sind die “Zwillingswelten” an den Digitaldruck gegangen. E. A. Richter hat mir einen schönen Text geschrieben und die Titelbildmontage mit Lisbeths Leseliste und Reiseführern von Linz und Sizilien, wohin das Road-Novel ja führt. Eine intensive Diskussion mit JuSophie gibt es auch, die mir jetzt doch eine Rezension über “Mimis Bücher” geschrieben hat, die mahnt, daß ich mich jetzt endlich anstrengen soll, doch ein bißchen literarischer zu werden und von den vorgefertigten Schemen der Trivialliteratur wegzukommen.
Ich wills versuchen, allerdings denke ich, Erich Hackl und Ludwig Laher etc schreiben ja auch realistisch und Ludwig Laher ist zwar nicht mit “Einleben”, das ein ähnliches Thema, wie die Mimi hat, auf die Longlist des deutschen Buchpreises gekommen, aber mit “Verfahren” und das sollte Mut geben, daß man vielleicht auch “schön einfach” schreiben kann.
Etwas anderes hat mich die letzte Woche auch noch beschäftigt, nämlich die Organisation der “Mittleren – VI”
Steht jetzt schon bei den Lesungsankündigungen. Wer es sich also vormerken will, damit am 21. März nicht das Gleiche, wie am 17. Oktober im Cafe Amadeus passiert, ist herzlich eingeladen. Ich denke es wird wieder eine schöne Lesung werden und ich habe interessante Frauen zur Lesung eingeladen. Wenn es auch nicht ganz, wie geplant geklappt hat, hatte ich ja Dine Petrik, Elisabeth Chovanec und Patricia Brooks schon gefragt, ob sie lesen wollen, Lale Rodgarcia-Dara aber nicht, da ich sie nicht am Volksstimmefest, wo ich sie einladen wollte, gesehen habe und als ich sie vorige Woche anrief, erzählte sie mir etwas von einer Lesetournee in die Ukraine, die auch im nächsten März stattfinden wird. Also habe ich stattdessen Sarah Wipauer eingeladen, die ich durch das Bloggen kennenlernte und der “Mimis Bücher”, glaube ich, auch gefallen und habe damit wieder eine interessante Mischung von Autorinnen für eine Lesung, die “die Mittleren” heißt, nämlich Geburtsdaten von 1939 bis 1986, was wieder Anlaß zu Mutmaßungen geben kann, was mit diesen Titel gemeint ist? Wer das schon heute wissen will, kann im Archiv nachlesen, denn 2009 habe ich das Einleitungsreferat gebloggt.
Sehr viel zu tun also, da ich ja nebenbei noch meine Stunden, meine Diagnostik und heute auch ein Supervisionsgespräch hatte und danach weil Weltspartag in der Bank Austria bei der Weinverkostung war. Da ich täglich nur einmal bloggen will, um nicht in den Ruf einer Vielschreiberin zu kommen, war ich mit meinen Berichten in den letzten Wochen auch etwas voraus, beziehungsweise habe ich die GAV-Veranstaltungen und die Aichinger-Lesungen zusammengelegt, damit ich Platz bekam, meine Bücher zu besprechen und wenn ich mich nicht sehr irre, wird es im November auch so bleiben.
Gibts ja am Samstag mein Geburtstagsfest und am Freitag davor wird der Alpha Literaturpreis vergeben, da habe ich zwar keine Einladung, bin im vorigen Jahr aber auch hineingekommen und eine Woche später ist die Buch-Wien und das Lesefest.
Spannend, spannend all das zu schaffen und irgendwann Platz im Kopf für die nächste Idee zu haben, die vielleicht literarischer ist. Da tut sich noch nicht sehr viel und “Die Frau auf der Bank” ist momentan auch sehr weit weg, obwohl ich am Samstag wahrscheinlich, die Szene mit der Tanzstunde, Foxtrott nicht Tango, lesen werde und mein Realismus jetzt wieder einen besonderen Gegenwartsbezug bekommen hat. Ist eine der “S” ja eine junge Türkin, die sich mühsam, mühsam emanzipieren will und ihre Tochter Aysha will einmal Medizin studieren, die Hauptschullehrerin rät zwar praktisch zur Krankenschwester und da gibts jetzt eine AMS- Serie in den Gratiszeitungen, die jungen Leuten, die Berufswahl in Comicform schmackhaft machen will und da gehen fünf Kids, darunter eine Yasmin mit Kopftuch shoppen, Yasmin will Zahnärztin werden, die anderen raten ihr ab, weil sie dann zu lange auf den Kauf der neuen CDs warten muß und empfehlen lieber Zahntechnikerin zu werden. Vielleicht gibts also doch etwas für eine realistische Autorin zu schreiben, es gibt bei facebook, glaube ich, aber schon Empörung über den Werbespot.
Drei neue Bücher habe ich inzwischen auch, hat mir der Alfred inzwischen meine Geburtstagswünsche erfüllt und ich bin wieder ein bißchen im Listenstreß, weil ich nicht weiß, ob ich die “Fliegenfängerfabrik”, die neue Maya Haderlap und den neuen Roman von Josef Haslinger noch in diesem Jahr schaffe oder sie auf die Listen von 2012 bzw. 2013 setzen soll, ja manche Leute machen sich ihren Streß selbst und flüstern darüber…

Soloalbum

“Soloalbum” von Benjamin v. Stuckrad-Barre, beginnt mit einem Paukenschlag, bzw. steht die Polizei am Bett des Ich-Erzählers, die Feuerwehr und Isabell mit der er verabredet war, sie dann aber doch nicht hereingelassen hatte. Und in der Wohnung sieht es schrecklich aus, überall liegen Zeitschriften und Platten, denn “seit Katharina weg ist (drei Wochen und zwei Tage) habe ich große Schwierigkeiten, den Betrieb hier aufrechtzuerhalten.”
Das ist das erste Kapitel, des 1998 erschienen Romans, das wie die anderen, eine englische Überschrift trägt und so fließt der ganze Roman dahin, das eigentlich mehr ein Bericht ist, besteht die Handlung ja nur daraus, daß der “Ich-Erzähler, gerade mal Anfang zwanzig”, von seiner Freundin verlassen wurde und das haut den jungen Mann, der irgendwo in der Musikbranche arbeitet, eine coole Schnauze hat, sauft und kifft, wie das die Jugend offenbar so tut, total aus den Socken.
Jedes der Kapitel handelt davon, daß der junge Mann versucht sein Leben wieder auf die Reihe bringen, er geht zwar pünktlich arbeiten, läßt seine Bude aber total verkommen, reagiert auf die Trennung mit erstaunlich starken Gefühlen und unternimmt auch viel seine Katharina wieder zurückzubekommen, so schenkt er ihr zum Geburtstag eine Schachtel mit zwanzig Geschenken, ruft ständig an und erzählt ihr auch, daß er jetzt eine supertolle Traumfrau hat “mit perfekter Figur, Frisur wie Justine Frischmann von Elastica, außerordentlich klug, macht nebenbei Theater, organisiert Ausstellungen, dreht gerade einen Kurzfilm in Amsterdam, wohnt im Sommer im New York, hat einen alten Porsche und eine neue Wohnung direkt am Fluß hier, war mal mit Christoph Schlingensief zusammen, hat danach ein halbes Jahr Heroin genommen und ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht…”, wie die Traumfrauen der collen Typen Anfang Zwanzig so sind, was Katharina aber nur zum Gratulieren bringt. Er versucht auch sich sein Übergewicht herunterzuhungern, geht ins Fitneßstudio, um Eindruck auf Katharina zu machen, dann schleppen ihn seine Freunde wieder zu Partys und er hat auch Kontakt zu Isabell und Nadja, etc obwohl das keine Traumfrauen sind. Dazwischen zieht ein Jahr ins Land, er überlegt Katahrina nach Passau nachzureisen und zieht dann doch nur nach München um, hat am Ende einen neuen Job und eine neue Wohnung aber doch die gleiche Sehnsucht nach Katharina.
“Soloalbum” heißt das Ganze wohl, weil sowohl Autor, als auch Held in der Musikbranche jobben und die verschiedenen Buchteile sind auch immer mit CD-Scheiben dekoriert und der 1975 geborene Benjamin v. Stuckrad-Barre gilt, entnehme ich Wikipedia “als Autor von Popliteratur und thematisiert Medienwirklichkeit und Probleme des jüngeren Publikums zwischen Markenwelt und Selbstfindung.”
Harald Schmidt schreibt auf der Buchrückseite “Benjamin v. Stuckrad-Barre hat in seiner Jugend Maienblüte einfach so das Buch hingelegt, das ich selber gerne geschrieben hätte. Grummel” und auch Harry Rowohlt hat ein lobendes Wort für ihn.
Mir ist die starke Sprache aufgefallen, in dem schon 1998 einige Probleme beschrieben werden, die es immer noch und jetzt wahrscheinlich viel stärker gibt, die Arbeitslosigkeit z.B. aber das ist nicht das Problem des Helden, der ja arbeiten geht und mit Geld nicht umgehen kann, weil man das in der Konsumwelt, in der er lebt, auch nicht muß und daher das Konto ständig überzieht.
“Zur Zeit keine Auszahlung möglich. Automatendeutsch und so diskret.”
Dann gibt es noch ein paar Szenen, wo mit der coolen Schnauze, die Musikredakteure beschrieben werden, die ihre Gratisscheiben, den Händlern verkaufen, um zu Geld zu kommen oder auch von dem alten Mann, der dem Helden das Fahrrad seiner verstorbenen Frau verkauft, das dieser braucht, um wieder zu einer guten Figur zu kommen. Der Tod von Lady Di wird thematisiert und das Naheverhältnis zu Christoph Schlingensief. Der Held interessiert sich für Musik und Bücher und sonst für nicht sehr viel, so schmeißt er die angegarten Pizzen weg und die Kaffeehäferln schimmeln vor sich hin. So kann es bei Studenten um die sich niemand kümmert schon mal aussehen, daß ein Zwanzigjähriger so an dem Verlust seiner Freundin leidet, daß er Wohnung und Bett nicht mehr verlassen will, hätte ich eigentlich für uncool gehalten und, um als Roman zu gelten, scheint mir das Ganze zu schnell hinuntergeschrieben. Das Buch hat aber offenbar das Lebensgefühl der Jugend um 2000 sehr getroffen. Der Held schwatzt vor sich hin und erzählt auch mal was von den haptischen Eindrücken des Buches, das er nicht hergeben will, das erstaunte mich wieder sehr, hätte ich doch nicht gedacht, daß es den Kindle damals schon gegeben hätte, bin aber auch bezüglich des Musikgeschmacks des Helden nicht up to date, interessiere ich mich ja, wenn überhaupt, mehr für klassische Musik.
Das Buch stammt aus dem Bücherschrank und den Namen Stuckrad-Barre kenne ich von einer der ersten Amadeus-Zeitungen, der inzwischen Thalia heißt und keine Kundenzeitschrift mehr hat. Da gab es einen Artikel über die Popliteraten, wo neben Benjamin v.Stuckrad-Barre, auch Benjamin Lebert und Rosemarie Poiarkov vorgestellt wurde, wenn ich mich richtig erinnere.

Via Donau II und III

Weiter gings mit der “Literatur im Fluß” am Vormittag in der Alten Schmiede mit einem Gespräch über österreichische ungarische Alpträume 1848, 1918, 1956, 1989 mit György Dalos und Norbert Leser moderiert von Erich Klein. Über 1848 wurde aber gar nicht so viel gesprochen, begann Erich Klein doch damit, daß das Ganze vor hundert Jahren eine rein ungarische Veranstaltung gewesen wäre, da György Dalos in Budapest und Norbert Leser im burgenländischen Oberwart geboren wurden und ging über zu den Lebensläufen. György Dalos war Mitglieg der ungarischen KP, hat in Moskau studiert und wurde 1967 wegen maoistischen Ansichten ausgeschlossen. Norbert Leser hat inzwischen eine Urkunde seiner sechzigjährigen SPÖ Mitgliedschaft bekommen, scheint sich aber eine sozialistische Monarchie zu wünschen, zumindest wurde darüber diskutiert, ob die den zweiten Weltkrieg verhindert hätte? Beide haben Otto Habsburg gekannt und György Dalos erzählte von seiner ersten Donaufahrt von Budapest nach Wien, 1980, als ihn die Alte Schmiede zum Lesen eingeladen hatte.
Am Nachmittag gings weiter mit Bekannten, nämlich mit einer Lesung von Peter Zimmermann aus “Last Exit Odessa”, seinem zweiten, 2002 erschienenen Roman und den habe ich, 2004 wirds gewesen sein, bei Thalia in der Kremsergasse um zwei Euro liegen sehen, das Buch nicht gleich gekauft und als ich es nach einer Woche doch tun wollte, war es nicht mehr da. An sich kein besonderes Ereignis, es hat mich aber zu meiner “Zusteigerin oder die Reise nach Odessa” inspiriert. Die Geschichte von der Anselma Fuchs, dem polnischen Theologiestudenten Kasimierz und dem Pressesprecher Hyronimo Leiter. Die Reise, die Anselma nach Odessa unternimmt, ist eine Werbefahrt und ich habe, da ich noch nie in Odessa war, mich dabei an der vier Tage Busfahrt, die ich einmal mit dem akademischen Reisebüro nach Lemberg und Krakau machte, orientiert.
Peter Zimmermann war aber in den Neunzigerjahren in Odessa, hat es sehr exotisch gefunden und daraus eine Art Krimi von einer verschwundenen Nudelfabrik und einen Spanier, der sich erhängte, gemacht.
Danach las der Serbe Sreten Ugricic, bzw. Robert Reinagl die Übersetzung, aus seinem einzigen auf Deutsch erschienenen Roman “An den unbekannten Helden” und das scheint sehr ungewöhnlicher Roman zu sein, der sich gegen alle Diktaturen wendet, so teilte Walter Famler auch einen Aufkleber aus, auf dem “Serbien existiert nicht” steht und Alida Bremer erzählte, wie sie mit einem Koffer solcher Aufkleber von Belgrad nach Wien gefahren ist.
Der Roman spielt 2014 und da wird ein ganzes Jahr das hundertjährige Jubiläum des Attentats von Sarajevo gefeiert, außerdem wird eine Diktatur geschildert und bei den Stellen, die Robert Reinagl las, versuchen zwei aus Serbien mit einem alten VW zu flüchten, werden aber total von sämtlichen Geheimdiensten überwacht und schließlich im Schlaf ermordet.
Danach kam ein Gespräch über “Fluß und Zeitverläufe” mit György Dalos, Mircea Dinescu, Wolfgang Müller-Funk, Erwin Riess, Laszlo Vegel, Walter Famler und Erich Klein, wo Erich Riess wieder den Prolog aus seinem Roman “Herr Groll und der rote Strom” vorlas und dann versucht wurde, die politischen Veränderungen an der Donau auszumachen. Die Donau habe ich dabei gelernt, ist der einzige Strom der nach Osten fließt.
Am Schluß gab es Lyrik mit musikalischer Begleitung von Andrej Serkow, der aus der Ukraine stammt. “Gedichte an die Donau” steht im Programm. Über die Donau hat aber eigentlich nur Zsusanna Ghase, nämlich aus ihren bei der Edition Korrespondenzen erschinenen “Donauwürfel”, gelesen, die sie schon in der Alten Schmiede vorstellte. Die anderen Lyriker, nämlich Mircea Cartarescu und Mircea Dinescu aus Rumänien und Dragana Mladenovic aus Belgrad, waren aber ebenso beeindruckend und Mircea Dinescu hat sogar eines seiner Gedichte gesungen.
Am Sonntag gings weiter in der Alten Schmiede mit einer Dia-Schow mit der Friedrich Achleitner, ganz privat, wie Erich Klein betonte, die Gedenkstätten zeigten, die Bogdan Bogdanovic der Architekt und ehemalige Belgrader Bürgermeister, der 1993 ins Exil gegangen ist und voriges Jahr in Wien gestorben ist, ab den fünfziger Jahren überall in Jugoslawien baute.
Friedrich Achleitner ist mit und ohne Bogdan Bogdanovic diesen Gedenkstätten nachgereist, die alle, wie er betonte, in urbanen Zusammenhang stehen und von Familien und Kindern sehr besucht werden. Manchmal werden die Steine, wie man sehen konnte, aber auch zum Motorcrossfahren benützt, das war sehr interessant und fast, wie eine Reise in den Balkanstaat und der Nachmittag in dem es mehr um den zweiten Weltkrieg, als um die Donau ging, schloß sich fast nahtlos daran an.
Auf jedenfalls in dem Buch von Michael Martens, einem Belgradkorrespondenzen, der in “Heldensuche” von dem guten deutschen Wehrmachtssoldaten Josef Schulz geschrieben hat, der 1941 hingerichtet wurde, weil er den Befehl Partisanen zu erschießen verweigerte.Vorher las der Kroate Jurica Pavicic aus der Geschichte “Der Schlangentöter” auch vom Krieg, allerdings von dem viel später, in dem er selbst eingezogen war, die Geschichte hat zufälligerweise genau dieses Thema behandelt, wo ein junger Mann zum allerungünstigsten Zeitpunkt einberufen wird, dann in einen Granatregen kommt, mit seinen Kamaraden, die gerade ein paar Montenegriner gefangengenommen haben, verletzt wird und der dritte, ein halbes Kind, der unverletzt blieb, muß die drei Gefangenen erschießen.
Dann wurde es mit Laszlo Vegel, den ich schon von den vorigen Abenden kannte und seinen “Bekenntnissen eines Zuhälters”, das er in den Sechzigerjahren geschrieben hat, in dem er sich gegen das jugoslawische Regime auflehnte, etwas lustiger. Jedenfalls handelt das Buch von jungen Leuten und Laszlo Vegel, der der ungarischen Minderheit in Novi Sad angehört, wurde damals vorgeworfen, daß er die Jugend zu unmoralischen Handlungen, nämlich zum Mercedes stehen aufgerufen hat.
Die Donau kommt in dem Buch übrigens schon vor und Alida Bremer las auch ein Stückchen darüber.
Der Roman des in der Schweiz lebenden Russen Michail Schischkin “Venushaar”, hat wenn ich es richtig verstanden habe, auch nichts mit der Donau zu tun, geht es darin ja um einen Dolmetsch, der Asylanträge der Tschetschenen etc übersetzt und seine Beziehungskrise hat, ich habe Michail Schischkin aber schon von meinem Buchmessen-Surfing vor zwei Wochen gekannt, weil er das Buch da am blauen Sofa vorstellte und Mircea Cartarescu kenne ich mindestens seit Samstag, trug er da ja ein sehr beeindruckendes Gedicht vor, in dem er alle seine Reise schilderte, die man seit der Wende unternehmen kann und betonte, daß für ihn in der Zeit der Diktatur Thomas Pynchon wichtiger als Ceausescu gewesen wäre. Jetzt ging es um den Roman “Der Körper”, den zweiten Teil der “Orbitor Trilogie” und ganz am Schluß gings wieder an die Donau, bzw. an das Delta, las da ja der Südtiroler Lyriker Oswald Egger aus “Donaudelta- Schlangeninsel” und das scheint ein sehr mythologischer Text zu sein, der auch auf einer Donaureise entstanden ist, daß Oswald Egger ebenfalls ein Wort- und Sprachspieler ist, habe ich schon auf einigen seiner Lesungen erfahren. Danach war ich nach dieser langen Donaureise schon etwas müde und erschöpft, habe aber wieder viel gelernt und einige Bekannte gesehen.

Literatur im Fluß

Nachdem die MS Stadt Wien am Mittwoch gut am Brigittenauer Sporn angekommen ist, gibt es die Literatur im Herbst heuer zwei Wochen früher und sie hat auch einen anderen Namen, ansonsten ähneln sich die eingeladenen Autoren, zweiundzwanzig sind es an der Zahl, beziehungsweise überschneiden sie sich, hat sich die Literatur im Herbst im Vorjahr ja Ex-Jugoslawien gewidmet, 2009 der Wende, 2008 der Ukraine, Rumänien, Bulgarien etc waren auch schon dran.
Also ein bißchen eine Wiederholung und auch das gleiche Design, der gleiche Veranstaltungsort im Odeontheater in der Taborstraße und der von der a. punkt-Buchhandlung betreute Büchertisch und da lag unter anderen Martin Kubaczeks “Strömung” auf, ein Buch das an der Donau spielt und ich vor ungefähr einem Jahr gelesen habe. Ruth Aspöcks Donauliteratur fehlte, das stimmt und ist ein wenig schade, weil sie ja quer den Strom hinauf und hinunter verlegt und einige sehr spezifische Donaubücher hinausgegeben hat. Den Verlag gibt es zwar nicht mehr, aber ein Erinnerungsreferat in Verbindung mit dem neuen Buch, wäre eine interessante Ergänzung gewesen und eine Bestandaufnahme was die heimischen Literaten anzubieten haben, aber das Bekannte wird meistens übersehen.
Walter Famler hat die Veranstaltung eröffnet und den Stadtrat Mailath-Pokorny entschuldigt, der offenbar etwas anderes zu erledigen hatte, sowie Richard Wagner, der am Samstag lesen sollte und das ist ein deja vue, denn der in Rumänien geborene, in Berlin lebende Autor hätte auch 2009 zusammen mit seiner Ex-Frau lesen sollte.
Laszlo Vegel, der am Donnerstag in der Sendung “Von Tag zu Tag” und am Abend in der Alten Schmiede war, wird ihn vertreten und Laszlo Földenyi aus Ungarn hat den Eröffnungsvortrag “Welche Farbe hat die Donau?” gehalten und damit begonnen, daß er als Fünfzehnjähriger in der Donau badete, dann schwenkte er nach Wien und auf die “schöne blaue Donau” und auf die “Donauweibchen”, das ist auch Strauß-Walzer, hin, bevor nach Budapest und zur roten Donau kam, da die Nazis 1944 die Juden dort hineingeschossen haben.
“Am Quell der Donau” ein Gedicht von Hölderlin kam auch in dem Vortrag vor und so heißt auch eines der Bücher aus der Edition die Donau hinunter.
Der 1952 in Debrecen Ungarn geborene Laszlo F. Földenyi zählte aber noch andere Gedichte auf, die von ungarischen Nationaldichtern stammen und andere Farben, das unheimliche grau und schwarz gibt es ja auch, von dem hat schon Erwin Riess am Donnerstag auf dem Schiff gesprochen, während die Donau in Budapest manchmal gelb sein soll.
Dann gabs eine Pause, in der einer der Stammbesucherinnen meine Bücher zeigte. Die “Mimi” und die “Absturzgefahr”, das zum Thema passende “Und Trotzdem” hatte ich nicht mitgenommen, aber das habe ich schon 2009 in der Alten Schmiede vorgestellt.
Danach kamen wieder bekannte Gesichter, nämlich Christoph Ransmayr, der ein Stück aus der “Letzten Welt” las, das auf meiner Leseliste für das Jahr 2012 steht und Ilija Trojanow, der 2009 Herta Müller vertreten hat, bzw. aus ihrer “Atemschaukel” las. Diesmal berichtete er von der Gefangeneninsel in Belene, in Bulgarien. Eigentlich hielten die beiden einen Dialog und interwieten sich gegenseitig. Ilia Trojanow erwähnte, daß “Die letzte Welt” in Rumänien unter Ceausescu verboten war und Christoph Ransmayr, der sich den Strom in Abschnitten imaginiert, hier ein Stück Donau, dann ein Stück Mississippi, Ganges und Mekong, las ein Stück aus einem Werk in Progress, das im nächsten Jahr erscheinen wird und wünschte sich von Ilija Trojanow eine Lesung über den Fluß Ganges.
Den Autorendialog II führten Michal Hvorecky und Michael Stavaric, der vom Tod Jirsi Grusa, dem früheren tschechischen Botschafter und Pen Präsidenten berichtete.
Ansonsten las der in Bratislava lebende Michal Hvorecky dasselbe Stück aus seinem Roman, das er schon auf dem Schiff gelesen hat. Interessant, daß der gebürtige Tscheche Michael Stavaric einen slowakischen Autor übersetzte und interessant, daß das Buch, das auf slowakisch “Donau in Amerika” heißt, in der deutschen Übersetzung, die noch nicht erschienen ist “Tod auf der Donau” heißen wird. Das Gespräch zwischen den beiden war auch sehr interessant, denn Michal Hvorecky, der selbst auf einem einer amerikanischen Gesellschaft gehörenden Donauschiff gearbeitet hat, erzählte, daß ihn die Fahrt auf dem langsamen Dampfer aus den neunzehnhundertdreißiger Jahren sehr erstaunte. Achtzehn Stunden Fahrt von Budapest bis Bratislava, da rasen die Tragflügelboote und die amerikanischen Luxusschiffe vorüber. Er hat es aber sehr genossen und nur bedauert, daß es so wenige Romane über die Donau gibt, da bin ich mir, wie erwähnt, gar nicht so sicher und der Büchertisch war auch voll mit spannenden Büchern.
Noch ein Todesfall ist zu vermelden, der allerdings nichts mit der Donau zu tun hat, Janko Messner, der große Kärtner Slowene, der bei meiner ersten “Freiheit des Wortes”- Veranstaltung lesen wollte, dann aber sehr stürmisch absagte, ist am 26. Oktober in Klagenfurt gestorben.
Und hier das Archiv 2008, 2009, 2010 1 2 3

Priessnitz-Preisträger Richard Obermayr

Der 1970 in Ried im Innkreis geborene Richard Obermayr ist der achtzehnte Reinhard Priessnitz Preisträger und Leser des Literaturgeflüsters wissen, daß ich ihn, den ich öfter mal bei Literaturveranstaltungen treffe, sehr gern zitiere. Ihn und Andrea Winkler mit deren schönen Worten, den Worträuschen und Sprachduschen ohne Plot und Handlung, die realistische Autorin ihre Schwierigkeiten hat.
Woher und wie lange ich Richard Obermayr kenne, habe ich schon beschrieben nachdem ich vorigen März in der Alten Schmiede bei der Präsentation seines zweiten Romans “Das Fenster” war und ich habe, als ich Arno Schmidts “KAFF auch mare crisium” gelesen habe, an die Lektüre des “Gefälschten Himmels” gedacht, wo es mir bezüglich der Lektüre ähnlich ging, obwohl Richard Obermayr lange nicht so unverständlich, wie der große Meister ist. Er hat aber auch keine lineare Handlung, erzählt keine Geschichte sondern rauscht in wunderschönen Worten vor sich hin.
Irgend etwas scheint mich an diesen Worträuschen anzuziehen, vielleicht weil ich denke, man müßte beides verbinden, die realistische Handlung und die Sprachgewalt, so daß es klar war, daß ich in das Literaturhaus und nicht zu der Vorveranstaltung der Literatur im Herbst in die Alte Schmiede gehe, obwohl eine Preisverleihung gab es nicht mehr. Nur mehr die Lesung des Preisträgers, möglicherweise wurde der Laudator und der Blumenstrauße eingespart, aber so wortgewandte Männer interessieren sich wahrscheinlich ohnehin nicht für Blumensträuße und einer der Juroren, nämlich Gustav Ernst war auch da und Michael Hammerschmied der Preisträger von 2009. 2010 war Andrea Winkler die Preisträgerin und daran schließt Richard Obermayr nahtlos an, obwohl er vielleicht doch ein klein wenig realistischer als seine Vorgängerin ist.
Das Literaturhaus war wieder ziemlich leer, als ich eingetroffen bin, ich habe aber Hansjörg Zauner, der 1996 den Priessnitz-Preis bekommen hat, getroffen und mich mit ihm lange unterhalten. Hansjörg Zauner kenne ich ungefähr seit der Zeit, als ich in die GAV gekommen bin, da habe ich ihn im Zusammenhang mit dem fröhlichen Wohnzimmerkreis der Ilse Kilic öfter getroffen und 1996 hat er in einem rosa Overall, wie er mir gleich erzählte, beim Bachmannpreis gelesen. Ich war aber damals ohnehin in Klagenfurt und habe zugehört. Er hat den Lesereigen begonnen und später hat Richard Obermayr, wenn ich mich nicht irre, ein Stück des “Gefälschten Himmels” gelesen. Ist damit aber nicht sehr aufgefallen. Bei mir aber schon, haben sich bei mir ja die “Worträusche” eingeprägt und so habe ich mich intensiv mit Hansjörg Zauner unterhalten, der mich auch zu seiner Fotoausstellung einlud, die am vierzehnten November in der Hauptbücherei eröffnet wird, eingeladen hat.
Dann kam Kurt Neumann, was mich ein wenig wunderte, daß er nicht in der Alten Schmiede, bei Laszlo Vegel war, aber wahrscheinlich ist Kurt Neumann auch ein Fan der Sprachgewalt und Gustav Ernst mit Karin Fleischanderl.
Robert Huez eröffnete und der Preisträger saß schon am Podium und las ein paar Szenen aus “Dem Fenster” in dem es, was ich schon wieder vergessen hatte, um die Vergänglichkeit der Zeit und um eine Familie und einen Schuß, der sich nach hinten löst oder nicht, ging und ich wurde gleich wieder von den Assoziationen eingenebelt, bewunderte die schöne Sprache, suchte nach einer Handlung und versuchte nachzuvollziehen, wie sich Richard Obermayr von einer Assoziation zu nächsten hantelte.
Er las auch sehr überzeugend und ich schrieb einige der schönen Sätze auf.
Bei der zweiten Stelle erklärte Richard Obermayr, daß er darauf bei einer Reise nach Paris gekommen sei, als er sich beweisen wollte, daß er schreiben kann und mit einem Notizbuch herumgezogen ist, da ist ihm eine Bäckerei aufgefallen. So beschrieb er die Verkäuferin, wie sie mit einer Zange das Brioche aus der Auslage holt und er dann an diesem kauend wieder über die Zeit und ihre Vergänglichkeit nachdenkt.
Ein sehr philosophischer Roman. Richard Obermayr las noch einige Stellen, im Anschluß hörte ich ihn zu Robert Huez sagen, daß er eigentlich viel mehr erklären wollte, sich aber dachte, daß er sich nicht selbst zu kommentieren brauchtl und ich habe mich beim Glas Wein, vorher habe ich mir am Büchertisch nochmals den Klappentext durchgelesen, weil ich mich nicht traute, Richard Obermayr nach der Handlung zu fragen, lange mit Wolfgang Helmhart, auch ein experimenteller Dichter aus dem fröhlichen Wohnzimmerpreis über diese Fragen unterhalten, der mir erzählte, daß er, wie Richard Obermayr aus Schwanenstadt kommt und ihn dort öfter am Parkplatz trifft und über Richard Obermayr habe ich gerade ergooglet, daß er 2008 Stipendiat von Halma, dem europäischen Netzwerk literarischer Zentren war und das ist auch der Verein, der das Literature in Flux via Danube Projekt bei dem ich gestern ein Stück die Donau hinaufgefahren bin, mitorganisiert hat.