Schön langsam komme ich aus Frankfurt zurück, wo ich mich die letzten Tage sehr intensiv aufgehalten habe. Mit dem blauen oder auch andersfarbigen Bus bin ich nicht dorthin gefahren, habe nicht in einem Zelt geschlafen und auch nicht in einem Hotel in Mainz oder Wiesbaden, wie ich das 2000 oder 2002 so machte. Bin auch nicht durch die Hallen herumgelaufen und zu Mittag meine vollen Büchersäcke beim Stand der IG-Autoren abgestellt, sondern mich ganz einfach und bequem, das Netz machts möglich mit meinen beiden Computern ins Wohn-Schlaf- oder auch ins Praxiszimmer gesetzt, am Abend in die Alte Schmiede gegangen, zwei Bücher von meiner hundert Bücher Liste gelesen, das Vorwort und zwei Jurybegründungen für den “Ohrenschmaus” abgeschickt und trotzdem sehr viel mitbekommen.
Was schon Montagabend begann, als ich von der Haderlap-Lesung aus der Alten Schmiede kam. Denn vorher hatte ich den Namen Eugen Ruge nicht sehr oft gehört und auch nicht gewußt, daß er auch den Aspekte-Literaturpreis, der ebenfalls auf der Frankfurter Buchmesse vergeben wird, bekommen hat.
Am Mittwoch wurde mit dem Preisträger das blaue Sofa eröffnet, das habe ich durch meine zehn Uhr Stunde zwar ein bißchen versäumt und die offizielle Eröffnung am Dienstag auch, daß das Gastland Island ist, wußte ich aber und darüber habe ich schon berichtet. Der Hauptverband des Buchhandels hat auf seiner Seite das Bild von der offiziellen Standeröffnung und ladet auch immer zu einem Empfang ein. Das Glas Wein muß ich alleine trinken, aber mit dem blauen Sofa kommt man sehr weit, auch wenn dort nur die Prominenten sitzen. Es ist aber auch sehr interessant, zu sehen, wer darunter fällt. Die Messestars sind aber gar nicht dort zu finden, die sieht man wahrscheinlich wirklich nur auf den kleinen Filmchen, die es diesmal auf ARD zu sehen gibt. Denn da gibt es ein Buch einer Daniela Katzenberger, die wirklich, wie die Barbie aussieht. Blonde Haare, stark gefärbte Lippen und Riesenwimpern, die dann noch freundlich sagt, daß sie sich über den Zustrom ihrer Fans sehr freut, obwohl sie sich nicht so viel Mühe mit dem Schreiben, wie die anderen Autoren gibt und den Nobelpreisträger von 2010, habe ich auch nur auf dem anderen blauen Sofa, dem mehr barock aussehenden mit den geschwungenen Holzbeinen gesehen, das Wolfgang Herles ins Hotel Steigenberger Hof transportieren ließ und sich mit Mario Vargas Llosa vor die Bar setzte. Denn da gab es Donnertagnacht eine Buchmessensondersendung, die ich mir Freitags ansah und die ich diesmal sehr gut fand. Da gab es auch einen Messerundgang und der war ebenfalls sehr interessant, denn ein Buchmessenthema ist ja der Kampf um das gedruckte Buch und da scheint sich jetzt wirklich was zu ändern. Zwar sagen die Besucher, wenn man sie fragt, noch immer, beim Lesen muß ich das Buch riechen und angreifen können, aber die Blogger steigen, wie man auch bei libromanie beobachten kann, langsam auf den Kindle um. Das Literaturcafe.de hat einen Ratgeber veröffentlicht, wie man seine Bücher selbst zu einem E-Buch machen kann und da wurde berichtet, daß das inzwischen wirklich immer mehr Leute selber tun, ganz egal, ob sie einen Verlag finden oder nicht und das war ein wenig Trost auf meine Mühlen, denn dann bin ich vielleicht gar nicht so abseitig. Ich habe das zwar schon 2010 mit meinen Lesern diskutiert, mich aber sehr allein gefühlt. In Frankfurt sieht man das aber offensichtlich schon etwas anders, als bei uns die IG-Autoren. Die wahren Bestseller sind auch in Frankfurt anders und die Bücher der Buchpreisträger werden wahrscheinlich auch nicht am meisten gelesen, sondern Comics und Fantasyliteratur und da strömen auch in Frankfurt, die Verkleideten am Wochenende auf die Messe, wo sie dort die normalen Besucher hineinlassen. Die beiden Male als wir dort waren, sind wir am Wochenende nach Backnang zu Alfreds Tante Edith gefahren, die inzwischen schon gestorben ist und es gibt auch in Frankfurt so etwas, wie eine Büchernacht und Lesungsveranstaltungen und da gab es einen kleinen Film, wo zwei Deutschlehrerinnen erklärten, daß sie nur dorthin und nicht auf die Buchmesse gehen, weil ihnen die zu kompliziert ist. Dafür konnte ich auf Andrea Stifts Blog erfahren, daß sie am Freitag mit Valerie Fritsch sehr früh aufgestanden und nach Frankfurt geflogen ist. Dorthin hat sie das Land Steiermark eingeladen, sie hat ihren Fanclub, darunter Andreas Unterweger und Linda Stift mitgenommen und um halb vier glesen. Vorher tat das Ruth Aspöck aus ihrer Blindschleiche. Andrea Stifts Geschichte habe ich leider fast versäumt, weil dazwischen Franz Joseph Huainigg angerufen hat und mit mir über “Mimis Bücher” und den “Ohrenschmaus” diskutierte. So kann es gehen. Auf der realen Messe wird man wahrscheinlich aber auch abgelenkt. Gibt es da ja die Messezelte im Hof und da stellte der über siebzigjährige Sänger Rene Kollo seinen Kriminalroman singend vor, was Wolfgang Herles sehr bedauerte. Aber der hat auch einen Roman geschrieben, der noch dazu “Die Dirigentin” heißt und der wurde am blauen Sofa vorgestellt.
Der und die DDR-Literatur, denn es haben auch heuer wieder sehr viele ehemalige DDR Autoren ein Buch über die ehemalige DDR geschrieben und einge davon standen auch auf der langen oder kurzen Liste. Angelika Küssendorfs “Das Mädchen” z.B, aber auch Judith Scharlanskys “Der Hals der Giraffe” oder Antje Ravic Strubels “Sturz der Tage in die Nacht”.
Sie alle saßen auf dem blauen Sofa, wo auch der Stargast Charlotte Roche mit ihren “Schoßgebeten” war und das Leben erklärte. Sie hatte, um wohl den medialen Auftritt zu unterstreichen, eine Art Ledergürtel über ihre Kleidung geschlungen, während Vera von Lehndorf, offenbar besser bekannt als “Veruschka”, die ihre Autobiografie vorstellte, eine Art Helm mit Gesichtsvisier trug, um sich vor der Öffentlichkeit zu schützen. Und die scheint nicht nur eine interessante Frau und ehemaliges Starmodel zu sein, sondern wuchs offenbar auch in dem Schloß in Steinort auf, wo wir im Sommer waren. Den Buch und Aspektepreisträger habe ich einige Mal gehört und mich auch ein bißchen über den arabischen Schwerpunkt informiert. Denn der arabische Frühling ist ja auch ein Schwerpunkt. Darüber wurden einige Bücher geschrieben und der Friedenspreis, auch ein berühmter Messepreis, der immer am Sonntag in der Paulskirche vergeben wird, ergeht heuer an den algerischen Autor Boualem Sansal, dessen erstes Erfolgsbuch “Postlagernd Algier” von Ilija Trojanow vorgestellt wurde.
Österreicher gibt es auch auf der Messe. Wenn sie berühmt genugt sind, dürfen sie sich aufs blaue Sofa oder zu 3Sat setzen, wie Josef Haslinger, Marlene Streeruwitz, Thomas Glavinic, Sabine Gruber oder Ilija Trojanow. Maya Haderlap war am Samstag bei 3 Sat und Eva Rossmann, glaube ich, wieder bei den IG-Autoren. Etwas hat mir wieder nicht gefallen und zwar Sibylle Lewitscharoffs Bemerkung, deren preisgekrönter Roman “Blumenberg” hochgelobt wird, daß sie für Selbstmörder nur Verachtung hat. Das sollte man vielleicht nicht so stehen lassen, denke ich. Auf der Buchmesse ist aber wahrscheinlich wenig Zeit zum Innehalten. Man hetzt von Veranstaltung zu Veranstaltung und hoffnungsvolle Autoren, die immer noch mit ihren Büchern dort herumlaufen, bekommen schon mal vorgedruckte Zetteln in die Hand, daß sie ein Expose einreichen sollen. Es gibt aber auch den Island-Pavillon über den ich schon berichtet habe, in dem man sich bei Kaffee und vielleicht auch Kuchen mit einem Buch hinsetzen kann und nächstes Jahr wird Neuseeland Gastland sein.
Und als ich mich als alles vorbei, am Sonntag schließt die Buchmesse um fünf und die letzten ARD Filmchen angsehen hatte, mit Alfred ins Chattanooga am Graben, dem ehemaligen Tanzlokal, das sich jetzt in ein Bierlokal umwandelte und daher an die Haushalte Gutscheine für gratis Spareribs und gratis Bier verschickte, ging, haben wir in dem Keller mit den schönen Wandmalereien, die so gar nicht zu einem Bierlokal passt, Ruth Aspöck mit ihrem Sohn und Enkeltochter, sowie Robert Eglhofer getroffen, die mir gleich noch etwas von Frankfurt erzählen konnte.
Hier das Archiv 2008 1 2, 2009 1 2 3 4, 2010 1 2 3 4, 2011
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Die Nacht, die Lichter
Jetzt habe ich wieder einen Erzählband gelesen, obwohl ich Clemens Meyers “Die Nacht, die Lichter”, ein Buch aus dem Flohmarkt von Alfreds bibliophiler WU-Kollegin, für einen Roman gehalten habe. Stories steht aber schon am Einband und sie sind auch sehr zu empfehlen, stark und ungewöhnlich realistisch und auch der Lebenslauf des 1977 in Halle an der Saale geborenen Clemens Meyer, der in Leipzig lebt und mit “Die Nacht, die Lichter”,, 2008 den Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen hat, ist ungewöhnlich, ist er doch der Sohn eines Krankenpflegers und stieß durch die Bibliothek seines Vaters auf Bücher, nach dem Abitur jobbte er als Bauarbeiter, von 1998 bis 2003 studierte er am deutschen Literaturinstiut in Leipzig und finanzierte sich sein Studium als Wachmann, Möbelpacker und Gabelstaplerfahrer, es gab einen Aufenthalt in der Jugendarrestanstalt Zaithain und das sind auch die Milieus in denen die Stories spielen.
Handeln sie doch von Arbeitslosen, alten Männern in einsamen Dörfern und anderen Heruntergekommenen , aber auch vom kleinen Glück der Ausgeschlossenen und Übergebliebenen, von denen preisgekrönte Romane und Erzählungen sehr selten erzählen. Ich habe den Namen Meyer und eine Beschreibung des Buchs, glaube ich, nach der Verkündung des Buchmessenpreises gehört, da erschienen mir die Themen zu brutal und aggressiv. Jetzt hat mich die realistische Schilderung sehr beeindruckt und sprachlich genügend abgehoben sind sie natürlich auch, sonst hätte man ihm nicht im Leipziger Literatur Institut aufgenommen, den Buchpreis und noch einige andere Preise gegeben.
Noch etwas ist vielleicht ungewöhnlich, die Geschichten spielen in Leipzig oder sonst wo in Ostdeutschland und handeln nach der Wende, wo die übergebliebenen Arbeitslosen aufs Arbeitsamt gehen, ihre ebenfalls arbeitslosen Mütter besuchen und ihnen Geld in die Tasche stecken wollen und dann drei Briefe aus dem Postkasten nehmen, einem vom Arbeitsamt, eine Absage auf eine Bewerbung und einen aus Cuba, der vom alten Freund Wolfgang kommt, der in Cuba sein Glück machte und Frank davon schreibt.
In “Die Flinte, die Laterne und Mary Monroe”, rennt ein Mann mit einer Flinte in seiner Wohnung herum und spricht mit seiner Frau, die ihm Bett liegt und wie Mary Monroe ausschauen soll, nach und nach erkennt man, daß sie tot ist und er sie ermordet hat.
Sehr beeindruckend die Geschichte “Von Hunden und Pferden”, da ist auch ein Arbeitsloser, Geschiedener oder anderer Einsamer, der nichts hat als seinen Hund, den er zum Tierarzt bringt, weil er hinkt und den er durch eine Operationen retten kann, wenn er dafür dreitausend Mark aufbringt. Die borgt ihm niemand, so kommt er auf die Idee, sie sich durch Pferdewetten zu verdienen, er gewinnt auch, nur als er in seiner Freude mit dem Geld nach Hause will, bemerkt er nicht, daß ihm drei Gestalten folgen…
“Ich bin noch da”, hat mich vielleicht noch stärker beeindruckt und auch persönlich betroffen, obwohl sie von einem schwarzen Boxer handelt, der die Zahlen 18 – 32 -3 hat, das heißt achtzehn Siege, zweiunddreißig Niederlagen und drei Unentschieden, weil er, obwohl er sich sehr bemüht, immer nur für Kämpfe engagiert wird, wo klar ist, daß er verlieren wird. Er stammt aus Rotterdam hat dort eine Frau und ein Kind und will ein kleines Boxstudio errichten, so kommt er nach Deutschland und gewinnt, obwohl er das offenbar nicht soll, mit dem Geld muß er sich dann vor einigen Angreifern verteidigen, darunter sind auch ein paar Neo Nazis, denen seine Hautfarbe nicht gefällt, am Schluß schaut er noch ein bißchen lädierter aus, fährt aber mit 19 Siegen zum Bahnhof.
Eine Geschichte, die, “Die Nacht, die Lichter” heißt, gibt es auch, aber die Lichter der Nacht spielen eigentlich in dem ganzen Buch eine Rolle, wie auch die jungen Männer, die wegen irgendetwas im Knast landen, dann ihre Begegnungen mit Schwulen und mit anderen Typen haben und ihren Töchtern das ersparte Geld in die Freiheit bringen.
“Das kurze und glückliche Leben des Johannes Vettermanns”, ist ebenfalls sehr beeindruckend, obwohl es in der letzten Etage eines Leipziger Luxushotels spielt, Johannes Vettermann ist der Sohn eines Gemüsehändlers der durch die Wende zuerst aufstieg, dann wieder abstürzte nachdem die Vietnamesen den Obst- und Gemüsehandel übernahmen, er hat auch als Maler und Kunsthändler Karriere gemacht, dann ist er dem Rauschgift verfallen und sich zwei schicke Damen in seine Hotelsuite bestellt, damit sie ihm den letzten Schuß setzen.
Ebenso beeindruckend die Geschichte des Weinvertreters, der sich plötzlich mit billigen Fusel in einem Zug wiederfindet, nicht weiß, wie er dorthin gekommen ist, dort die Bekanntschaft eines Zeugen Jehovas macht, der ihn zu Gott bekehren will und nach und nach erkennt er, daß er offenbar Fahrerflucht begangen hat.
Starke Worte, ungewöhnliche Themen , schräge Geschichten, es wird schon viel geschlagen, gesoffen und gekifft dabei, es kommt aber immer auch immer wieder zu den starken Momenten des kleines Glücks, etwa in der Boxergeschichte, obwohl die “Des alten Mannes der seine Tiere begräbt”, mit der das Buch endet, nur beeindruckend depressiv ist, ist dem alten Mann doch seine Frau schon vor Jahren weggestorben, jetzt ist er der einzige Gast der Wirtin und Friseurin des Dorfes, die Geschäfte haben schon längst geschlossen, er hat nur mehr einen Hund, seine Hühner hat er schon begraben, als er sich mit Schnaps betrinkt und sich vom letzten Freund die Pistole ausborgt, um den alten Hund zu erschießen. Man ahnt, daß er dabei zwei Kugeln brauchen wird und hat sehr viel von der Tristesse des ostdeutschen Lebens und der Einsamkeit seiner alten und auch jungen Menschen gelernt.
“Meyer weiß wovon er schreibt”, schreibt die Welt am Sonntag und ich habe in Wikipedia gelesen, daß die “Die Nacht, die Lichter” 2010 szenisch uraufgeführt wurden.
2010 habe ich ihn, glaube ich, auch auf der Leipziger Buchmesse erlebt, als er da wahrscheinlich sein drittes Buch präsentierte, heuer habe ich seinen Leipziger Buchmessenblog in meinem Wohnzimmer sehr intensiv verfolgt.
Sagenhaftes Island
Island ist das Gastland der heurigen Buchmesse in Frankfurt und soweit ich das beurteilen kann, wird das ein bißchen stärker präsentiert, als es vor einem Jahr Argentinien und vor zwei Jahren bei China war. Vielleicht hängt das mit dem Land zusammen, das ein bißchen exotisch ist und sowohl eine starke Naturgewalt, als auch seine Sagas und eine Sprache hat, die sich seit dem Mittelalter nicht sehr verändert hat.
“Wenn es das Wetter erlaubt, kommen wir wieder zusammen!”, sollen sie Isländer, habe ich gehört, sagen und sich über die Vulkanausbrüche nicht sehr aufregen und weil sie von der Natur so sehr abhängig sind, ziehen sie sich auf das Lesen und das Schreiben zurück. Ein kleines Land in dem es sehr viele Verlage gibt, wo die Leute viel lesen und auch selber schreiben, jeder Prominente hat seine eigene Biografie und außerdem sollen die Leute an Feen, Hexen und Trolle glauben, bzw. an Elfen und wo die wohnen, wird dann die Straße herumgebaut.
Das gehört vielleicht zum Klischee, ich weiß es nicht, war ich ja noch nicht in Island, weiß nur, daß Herr Lindner in seine kleine Galerie in der Schmalzofgasse vor Jahren ein paar isländische Künstler eingeladen hat, mit denen ich mich nach der Vernisage unterhielt und als ich mit dem Alfred vorigen Sonntag auf der Rudolfshöhe war, sind wir mit drei Leuten an einem Tisch gesessen, wo mir die Tochter, eine Bankerin, ihr Handy mit Aufnahmen aus Island und den Naturschönheiten, die es dort gibt, entgegengehalten hat und die waren tatsächlich sagenhaft.
Sonst weiß ich nicht viel über Island, seit ein paar Wochen hört man aber im Radio darüber, hatte Ö1 ja einen Island Schwerpunkt und im Literaturhaus bin ich vorige Woche auch gewesen, das war aber eine Veranstaltung der Exilbibliothek und als Viktor Urbanic mit seiner Frau und seinen Kindern nach Island kam, soll es dort noch kaum Straßen und keine Autos gegeben haben, inzwischen ist Island zu einem der reichsten Länder aufgestiegen und 2008 durch den Bankencrash wieder hinuntergefallen und heuer ist es Gastland in Frankfurt und dafür wurden zweihundert Bücher, glaube ich, übersetzt und es gibt auf der Messe einen Islandpavillon und dafür wurden die Isländer aufgerufen sich vor ihren Bibliotheken zu fotografieren und das Bild auf facebook zu stellen, dreißig Portraits wurden für die Messe ausgewählt und so kann man in dem Pavillon unter den Bildern von lesenden Menschen herumgehen, Kaffee trinken und wahrscheinlich auch mit isländischen Autoren sprechen.
Ich war ja zweimal auf der Frankfurter Buchmesse 2000 und 2002, da war einmal Polen und das andere Mal Litauen das Gastland, da kann ich mich noch sehr genau an die Pavillons erinnern. Ich glaube, es gab dort Gratiskaffee, den ich mir auch immer holte, von 2000 habe ich noch viele Portraithefte polnischer Autoren und ein T-Shirt mit einem wilden Kopf, wo ich mir übersetzten ließ, daß “Willkommen in Breslau” oder so, darunter steht, im Litauen-Pavillon gab es Teesackerln zur freien Entnahme, heuer werden in Frankfurt die Bücher der isländischen Autoren zu finden sein und darüber weiß ich nicht sehr viel.
Gar nichts eigentlich, außer den Namen Halldor Laxness und der Tatsache, daß der 1955 den Nobelpreis bekommen hat und da konnte ich mir vorstellen, daß ich was von ihm mit der Bibliothek meiner Eltern erbte, was aber nicht zu stimmen scheint.
Ex Libris hat in den letzten Wochen ein bißchen Nachhilfeunterricht gegeben und so hatte ich ein paar der unaussprechlichen und schwer zu merkenden Namen gehört und ein Prospekt habe ich in einer Buchhandlung, als ich beim Tag der offenen Tür im Writersstudio war, auch gefunden, inzwischen aber wieder weggelegt und dann lagen auch im Literaturhaus vor einer Woche einige Bücher auf und da ich seit Mittwoch ziemlich intensiv das blaue Sofa in Frankfurt verfolge, das jeden Tag eine isländische Autorin oder einen Autor bringt, verfolge, hat sich mir der Name Kristof Magnusson eingeprägt. Das ist zwar ein deutscher Autor, er hat aber eine “Gebrauchsanweisung für Island” geschrieben und die habe ich, glaube ich, im Literaturhaus durchblättert und, daß Island ein Land mit sehr bedeutenden Krimiautoren ist, habe ich inzwischen auch erfahren. Ich habe zwar noch keinen gelesen, gestern war aber Arnaldur Indriöason auf dem blauen Sofa und der hat mehrere solche geschrieben und dann gibt es Frau, nämlich Kristin Steinsdottir, die mit dem Roman “Im Schatten des Vogels” ein Stück isländischer Geschichte aufdeckte, wo die Leute am Land ihre Verwandten mit psychischen Problemen einfach in Kisten steckten, weil ein Psychiater zu teuer war oder als Schande galt. Heute saß am Sofa Steinunn Siguröardottir, die in Frankreich und jetzt in Berlin lebt und mit “Der gute Liebhaber”, einen Roman von einem Muttersöhnchen geschrieben hat, der sich plötzlich im Bett mit einer Psychoanalytikerin befindet, die ihn aufblättert.
Der Bankencrash scheint bei den jüngeren Autoren auch eine Rolle zu spielen, so gibt es einen Roman, der “Eine Frau” oder so ähnlich heißt und von einer solchen handelt, die von einem Banker in ein tolles Apartement eingeladen wird und dann entdeckt, daß sie von dort nicht mehr herauskann. Leider habe ich den Namen Autor vergessen, es gibt aber noch einen anderen Roman, der im Radio vorgestellt wurde, nämlich Hallgrimur Helgasons “Eine Frau bei 1000 Grad”, der von einer alten Kämpferin handelt, die sich mit einer Grantate in einer Garage eingeschlossen hat.
Ob ich das alles jemals lesen werde, weiß ich nicht, bin aber, als ich in meinem Bibliothekskatalog blätterte, darauf gekommen, daß ich doch einen Roman von Halldor Laxness habe, nämlich “Atomstrom”, wofür er, glaube ich, auch den Nobelpreis bekommen habe, in der schönen alten rororo Taschenbuchausgabe, die ich ja ein bißchen sammle und das ist ein Buch aus dem offenen Bücherschrank, bei dem es eine Neuerung gibt, nämlich einen Zettel, an die Benützer, daß sie sich, weils dort letzter Zeit öfter leer war, nicht so gierig bedienen, sondern überlegen, ob sie schon alle Bücher gelesen haben, die sie dort entnahmen. Das betrifft mich nun ein bißchen, habe ich ja noch einige Ungelesene auf meiner Leseliste stehen, aber vor “Atomstrom” entweder 2011 oder im nächsten Jahr einzuplanen. Da hinke ich mit meinen Leselisten ja ein bißchen nach, habe ich mir ja vor drei Jahren, als die Türkei Gastland war und ich den Besitz von Yasar Kemals “Granatapfelbaum” bei mir entdeckte, vorgenommen, das Buch zu lesen und es noch immer nicht getan und auch das Buch von Borges, das mir der Martin einmal zum Geburtstag schenkte, herausnahm, habe ich wieder in das Regal zurückgelegt. Jetzt liegt “Atomstrom” auf der Falter Bücherherbst Beilage am Wohnzimmertisch, bei dem ich in den letzten Tagen öfter mit dem Laptop saß und nach Frankfurt surfte und stimmt mich optisch in das sagenhafte Island ein, in dem die Leute lesen, Bücher schreiben und eine wunderbare Landschaft haben, in die man vielleicht einmal fahren sollte, aber noch habe ich einen Tag zum Buchmessensurfen und da, habe ich gesehen, treten auch noch ein paar isländische Autoren auf.
Leonardos Hände
“Wenn einer stirbt, heißt das hier, der kauft nicht mehr ein”, lautet der erste Satz von Alois Hotschnigs 1992, erschienenen Roman “Leonardos Hände”, der, wie auf der ersten Seite steht, von einem zweiunddreißigjährigen Techniker handelt, der einen tödlichen Unfall verursacht, Fahrerflucht begeht und daraufhin sein Leben ändert, Rettungsfahrer wird, um ohne aufzufallen in die Nähe seines Opfers, der Kunstgeschichtestudentin Anna Kainz zu gelangen, die seither im Koma liegt.
“Dafür eine eigene Sprache zu finden und mit diesen Motiven einen Roman zu gestalten, dessen Handlung nicht nur spannend, sondern dessen schwierige Figuren auch psychologisch überzeugend sind, das ist eine Leistung, mit der sich Alois Hotschnig in die vorderste Reihe der deutschsprachigen Autoren geschrieben hat”, meint Werner Fuld in der Frankfurter Zeitung.
Mit dieser Information wird man in den hundertzweiundsiebzig Seiten Roman gestoßen, der zuerst ganz anders beginnen. Da spielen sich auf den ersten Seiten die Gespräche und die Erlebnisse des Rettungsfahrers mit den alten Leuten ab, die er in die Spitäler und Ambulanzen bringen soll, ihre Erzählungen über den Krieg, ihre Beschwerden und auch die Erlebnisse mit den alten Damen, die ihm auf einmal an die Hose greifen und weil Alois Hotschnig einmal Medizin studierte, wird das auch sehr genau und präzis beschrieben, daß man glauben könnte, man befände sich in dem Stück “Sibirien” von Felix Mitterer mit Fritz Muliar.
Nach und nach erfährt man, was schon auf der ersten Seite verraten wurde. Da war der Unfall, nach dem Kurt Weyrath sein Leben total änderte, den Beruf und seine Erfindung aufgab, die Freundin verließ, in ein Hotel zog, des Nachts an der Innbrücke, wo der Unfall passierte, herumspaziert, zum Spezialisten für Unfälle wird und auch einmal durch besonderes Bemühen ein Menschenleben rettet.
Er fühlt sich auch verfolgt, ist nicht sicher einen Mitwisser zu haben, entdeckt unter den anderen Rettungsfahrern auch Schicksalsgenossen, denen etwas Ähnliches passiert sein könnte und beginnt mit dem Unfallsopfer zu kommunizieren, bis er Anna in einem Heim entdeckt, wo die Komapatienten ausgelagert werden und in der Zeitung davon liest, daß es einem Professor gelungen ist, sie wieder ins Leben zurückzuholen. Kurt Weyrath wird an ihr Bett gerufen, das er nicht mehr verläßt, sondern trotz Konflikte mit den Schwestern, sich zu Anna setzt, ihr aus Büchern der Kunstgeschichte vorliest und sie so nach und nach wirklich ins Lebens zurückbringt.
In eindrucksvollen Monologen, Zwiegesprächen und einer sehr poetischen Sprache, wird diese Geschichte, vielleicht nicht immer ganz verständlich erzählt. Er bekommt Schwierigkeiten auf seinem Arbeitsplatz, läßt sich kündigen, um bei Anna zu sein, die inzwischen schon gehen kann, aber nicht sprechen will. Das hat natürlich auch eine psychologische Dimension, denn wie wird es Anna gehen, wenn sie erfährt, daß er der Mörder ihrer Eltern ist, eine interessante Frage, wie ein solcher Roman enden kann, ohne kitschig zu werden oder die Mißrauchsgrenzen zu verletzten?
Alois Hotschnig wählt einen anderen Weg, wechselt noch einmal die Romanstruktur und macht aus dem Liebesroman einen Drogenkrimi, denn für die, die sich fragen, wieso das Ganze “Leonardos Hände” heißt?
Anna hat, bevor sie ins Koma gefahren wurde, in Rom und Venedig, die Werke von Michelangelo und Leonardo da Vinci studiert und ist dabei einem Pharmaziestudenten in die Hände gefallen, der sie süchtig machte. Also so Hotschnigs Schluß, bzw. das was Anna ihrem Kurt erzählt, ist Kurt nicht Schuld an ihrem Unfall.
Anna ist jedenfalls wieder gesund geworden und fühlt sich verfolgt, erzählt Kurt die Geschichte von Leonardos Hände und Peter Röhrler und balanziert mit ihm Nächtens auf der Innbrücke, wo es ein Gitter gibt, damit die Selbstmörder nicht springen können. Trotzdem wird der Drogenkurier dort tot aufgefunden, Anna ist verschwunden, Kurt wird des Mordes verdächtigt, was der Kriminalkommissar, in die Zeitung setzten läßt damit Anna zurückkommen kann, worauf sie auch verdächtigt wird, an der Geschichte beteiligt zu sein.
“Ich lasse mich nicht mehr begraben, wofür auch. Für dich? Ich hole mich hier wieder heraus. Ich hole uns hier wieder heraus. Und vielleicht, ich bin nicht sicher, sagen wir so, fängt es dadurch mit uns an.”, lauten die letzten Sätze. Der letzte heißt “Aber das stimmt nicht.” Dem Buch ist noch als Motto “Es ist alles erfunden”, vorangestellt.
Alois Hotschnig wurden, wie schon beschrieben, von der FAZ große literarische Qualitäten bescheinigt, Andreas Breitenstein von der Neuen Zürcher Zeitung, nennt es Auferstehungs- und Erlösungsgeschichte, Milieustudie, Kritik pervertierter familiärer Machtverhältnisse, u.u.”
Vielleicht wurde in die hundertziebzig Seiten ein bißchen zuviel hineingepackt.
Mich hat der Sprung von der psychologisch realen Situation, was ist, wenn mir wirklich so etwas passiert, in die natürlich kitschige Rettungsgeschichte mit der Lösung dann noch einen Kriminalroman daraus zu machen, mit einem gewissen Unbehagen zurückgelassen. Aber vielleicht passiert das alles auch nur in seinem Kopf?
Alois Hotschnig wurde 1959 geboren, hat viele Preise gewonnen, seinen Namen kenne ich, durch den Preis des Landes Kärnten beim Bachmannpreis, den er 1992 gewonnen hat, vom Erich Fried Preis 2008 habe ich sicher geschrieben und während ich auf das Lesen des Buches, das schon lange auf meiner Liste stand, gewartet habe, ist er auch noch der erste Gert Jonke Preisträger geworden.
Den Erzählband “Die Kinder beruhigte das nicht”, habe ich einmal bei “Rund um die Burg” gewonnen, als die “Buchkultur” noch Gewinnspiele hatte, aber nicht gelesen, weil ich Erzählbände nicht so mag und auf diversen Lesungen, zum Beispiel auf der Buch-Wien 2009 aus “Im Sitzen läuft es sich besser davon”, habe ich ihn auch gehört.
Alltag, Stimmung, Sphären
Wieder einmal Textvorstellungen moderiert von Angelika Reitzer in der Alten Schmiede, wo sie wieder drei starke jüngere Frauenstimmen, geboren 1967, 1980 und 1985 vorstellte. Ich verfolge die Angelika Reitzer Veranstaltungen schon von Anfang an und war auch bei fast allen, so daß ich Valerie Fritsch durch sie kennenlernte, Sandra Gugic weiterverfolgen konnte, etc.
Jetzt habe ich zwei neue Autorinnen kennengelernt, da ich Nadine Kegele schon beim letzten Volksstimmefest hörte und die Veranstaltung sozusagen als Abwechslung zum intensiven Buchmessensurfen, das ich dieser Tage intensiv betreibe, betrachtet.
Christl Greller habe ich gleich beim Eingang gesehen, ansonsten vorwiegend junge Leute, die glaube ich, hauptsächlich aus dem Bekanntenkreis Nadine Kegeles stammten, die ihnen die Stränge aus dem Romanprojekt, aus dem sie zu lesen plante, erklärte.
Angelika Reitzer begann mit einem Zitat von Wilhelm Genazino zu Kleidern und erklärte, daß das auch sehr gut zu den Texten der drei Frauen passen würden, die sie alle durch eine Publikation in der Rampe, die sie gemeinsam hatten, kennenlernte.
Begonnen hat die Älteste der drei, die 1967 in Linz geborene Wirtstochter Karin Peschka, mit drei Texten von denen der erste “Fräulein Luise oder der kleine Lärm” von der Geruchsbelästigung durch eine Sandlerin handelte, die sich in einem aufgelassenen Ein Euro Shop auf Gratiszeitungen mit ihren Billasackerln ausbreitete und dabei den Tetrapack Wein verkonsumierte.
Sehr poetisch eine Sandlerin “Fräulein Luise” zu nennen. Das war auch der ganze Text und der zweite mit dem Titel “Donauwalzer”, aus einem Zyklus, wo zwei Frauen miteinander tanzen, während sich ihre Männer über ihren Hintern unterhielten.
Der dritte war noch ungewöhnlicher in unserer Zeit, wo man konkret, poetisch oder höchstens realistisch aber auf gar keinen Fall “altmodisch” schreiben darf. War doch die Familiengeschichte des Mariechens, das mit seinen Käfern spielt, bei der Mutter Bindfaden aus dem Mund kommen sieht und den Tod schließlich aus dem Zimmer der Großmutter vertreibt, sehr märchenhaft.
Oder war es doch die magische Phase des Kindes? Karin Peschka hat, wie sie sagte, auch als Sozialarbeiterin gearbeitet, daher sind ihr alle Schichten vertraut, die Großmutter, die sich zum Sterben aber ein Kreuz mit schwarzen Hühnerfedern wünscht, hat offenbar ihre magischen Gaben an die Enkeltochter weitergegeben, während sich die Mutter ausgeschlossen fühlt und zwar “Vater” zum Großvater sagt, von diesem aber nur mit “Hey du!” angesprochen wird.
Interessant und ungewöhnlich und sehr poetisch, dann kam die 1980 in Vorarlberg geborene Nadine Kegele, die ich wie schon beschrieben, beim letzten Volksstimmefest hörte, die im Literaturinstitut in Leipzig aufgenommen wurde und nun aus einem sehr neuen Romanprojekt las, das sie für ein Stipendium einreichte, das wie sie meinte, aber noch sehr unfertig sei und das war ein rasanter Reigen von Beziehungen, die durch das Leben rasten, ein Michael, ein Alex, ein Gregor, eine Caro und noch ein paar andere kamen vor.
Nachher wurde diskutiert, ob das als Episodenroman zu verstehen sei und es eine Handlung gibt? Angelika Reitzer erwähnte noch etwas von Sprichwörtern, die sie in den Texten gefunden hätte.
Die dritte Leserin, die 1985 ebenfalls in Linz geborene, Marianne Jungmaier, auch eine unter Dreißig, die Film studierte und die Leondinger Akademie des Schreibens absolvierte, überraschte ebenfalls mit einem sehr poetischen Text “Wintersonnenwende”, die Geschichte einer Frau, die sich plötzlich im Hause eines Jakobs und seiner Mutter befindet, von ihr gefragt wird, ob sie Kinder mit ihm haben will, danach die Mutter pflegt und schließlich Jakob, nachdem sie seine, ihre und die Wäsche der Mutter gewaschen hat, wieder verläßt.
Dann kam noch ein Reisetext, der sich mit Marianne Jungmaiers Träumen vermischte, zu dem sie Rückmeldung wünschte.
Träume haben auch in der ersten Geschichte eine Rolle gespielt, träumt doch die Ich-Erzählerin vom Tod ihrer Mutter.
Sehr poetisch die Alltagsphärengeschichten der drei jungen Frauen, poetisch und doch auch realistisch, zumindestens die Personen von Karin Peschka, die Knechte und die Sandlerinnen und keine Intellektuelle, wie Angelika Reitzer in der Diskussion anmerkte und dann wieder magisch märchenhaft.
Wieder bin ich sehr gespannt, was und wieviel ich von den Autorinnen noch hören werde und jetzt werde ich die junge Poesie der Alten Schmiede wieder verlassen und mich für den Rest der Woche zu den großen Stimmen, die sich in Frankfurt auf das blaue Sofa setzen oder sich von 3SAt bzw. ARD interviewen lassen, begeben.
Schönheit und Vergänglichkeit
In der Sammlung Essl gibts gerade eine Ausstellung zu diesem Thema, wo Werke von Jörg Immendorff, Jannis Kounellis, Zoran Music, Marc Quinn, Daniel Spoerri und Antoni Tapies zu sehen sind.
“Schönheit und Vergänglichkeit, was ist das?”, könne man naiv fragen. Alles Schöne ist vergänglich, die Menschen werden alt und die schönen jungen Mädchen alte Frauen, die ihre Haare und Zähne verlieren, bzw. sie von einer Schönheits, Kosmetik und Gesundheitsindustrie ersetzt bekommen, aber das ist ein anderes Thema. Eva Rossmann, hat gerade einen Krimi darüber geschrieben. Die Sammlung Essl interessiert sich mehr für die moderne Kunst und interessant, daß sie Daniel Spoerri mit seinen Bildern, wo er die Reste eines wahrscheinlich schönen Essen zum Kunstwerk macht und es dadurch vor der Vergänglichkeit bewahrt, dazu zählt und wieder interessant, daß die Sammlung Essen, siebzehn vorwiegend junge Autoren, stimmt nicht ganz, Manfred Chobot ist auch dabei, aber der ist auch ein Galerlist und hat vielleicht seine besondere Beziehung zur Sammlung Essl und den erwähnten Künstlern, eingeladen hat, einen Text dazu zu schreiben und auch eine Lesereihe hat, wo man bei freien Eintritt, die Texte hören kann und EINKUNSTLESEBUCH, wo man die Texte lesen und ein wenig über die Werke erfahren kann, gibt es auch.
Das Vorwort stammt von KarlHeinz Essl, dann gibt Andreas Hoffer, der Kurater einige Betrachtungen zur Ausstellung, dann kommen schon die Texte der Autoren, von denen ich nicht alle kannte, obwohl mich einige der Namen dazugebracht haben, mich für das Buch zu interessieren, sind ja einige dabei, die zu meiner “Unter Dreißig”-Serie passen. Einige im Literaturbetrieb sehr Bekannte und dann wieder Uunbekanntere, die vielleicht auch eher aus dem Bereich der bildenden Kunst kommen. Und interessant, daß sich viele, nicht alle, in ihren Texten auf die ausgestellten Bilder beziehen und sie in ihre Geschichten verweben.
Erwin Uhrmann, der auch einen Text im Buch hat und seit 2010 in der Sammlung Essl arbeitet, scheint, wie Alexander Peer in seinem Text erwähnt, mit den Autoren durch die Ausstellung gegangen zu sein und ihnen vielleicht auch einige der Exponate ans Herz gelegt zu haben.
So schließe ich mich diesem Rundgang an, beginnt es ja nach den Grußworten mit der Geschichte “Anna und Maria im Doppelpack”, des 1947 geborenen GAV Kollegen, Manfred Chobot, der ja auch eine Galerie Chobot hat, die ich vor kurzem mit Gabriele Petricek und Maria Gornikiewicz, nach der Podium Schlußveranstaltung in der Alten Schmiede besuchte, in der es um zwei Zwillingsschwestern, höchstwahrscheinlich dem Synonym für Schönheit und Vergänglichkeit geht, die einander so ähnlich sind, daß sie ihre Eltern nicht erkennen und sie führen auch ein so gemeinsames Leben, daß zwar die eine Kunstgeschichte, die andere Theaterwissenschaft studiert, sie machen ihre Prüfungen aber trotzdem abwechselnd, dann heiraten sie auch noch gemeinsam den selben Mann, das heißt, zum Traualtar geht nur eine, die zweite erwartet, den Glücklichen aber schon im Ehebett, die ausgestellten Künstler, wie etwa Zoran Music, der im KZ Dachau heimlich einige seiner Kunstwerke malte, kommen immer wieder vor und am Schluß verschwindet der junge Ehemann, während Annamaria zusammen bleiben, eine interessante Darstellung des Themas.”
Die mir bisher unbekannte Rabea Eden, 1982 geboren und in Berlin und in Siena als freie Autorin und Übersetzerin arbeitend, verläßt dagegen mit “Nach Parlanam”, die Enge des Kunstmuseums und zeichnet eine Welt der schönen Vergänglichkeit, wo die Frauen Augenklappen und die Männer Mützen aus Hundefell tragen.
Es gibt auch theoretische Texte, wie den von Fabian Faltin, den ich nicht kannte und dessen Lebenslauf ich entnehme, daß er 1980 geboren wurde und einen Debutroman bei Milena hat.
Dann wird es mit Andrea Grill wieder literarischer. Sie greift in dem Drama “Schön und Schwarz”m wieder das Zwillingsmotiv auf, da treffen sich die Chefredakteurin Schön und die Malerin Schwarz bei einer Hochzeit, wo die in der Sammlung Essl ausgestellten Künstler auftreten.
Der Kubaner Ernesto Susana hat Gedichte zu den Werken Zoran Music und Jörg Immenhof gemacht, die von Erwin Uhrmann übersetzt wurden. Josef Kleindienst der voriges Jahr beim Bachmannpreis gelesen hat, hat einen Text, der sich auf Daniel Spoerris “Assemblage mit dem Kopf eines Pferdes” bezieht, Mieze Medusa kommt vor und Lukas Meschik, auch ein Autor unter Dreißig, der glaube ich, bei Luftschacht verlegt, hat mit der “Entsalzung der Meere”, ein Assoziat geschrieben. Was ist ein Assoziat? Lukas Menschik gibt gleich Auskunft, daß es sich dabei um eine Textsorte handelt, die er “einführte und auf lange Sicht durchzusetzten gedenkt. Wo Essay das poetische Element ausspart, der Versuch zu kurz griffe und Novelle, Erzählung oder Roman zu weit hergeholt wären.”
Es geht um den Tod und um einen Gang vom Karlsplatz und den Karlsplatzsüchtlern durch die Opernpassage, wo sehr genau die “Wachheit und die Schönheit” beschrieben wird.
“Eine Frau nippt am Erdbeersaft, verschluckt sich, blutbesprenkelte Hose”
Weiter gehts zum Parlament dem Bundeskanzler Furzmann und dem ehemaligen Vizekanzler Proll, dem Speichellecker nachfolgte, was dem Autor zu der Aussage kommen läßt “Daß das Innenleben der Politiker hässlich ist.”
Es geht dann weiter ins Museum der Geräusche bzw. dem der Stille, das Fernsehen berichtet über das Kunstgeschehen, während sich der Busfahrer in die Tonbandfrau verliebt, ein herrlich assoziativer Text, der mit “Die Entsalzung der Meere” endet.
Von Alexander Peer, der 1971 in Salzburg geboren wurde, bei Limbus, Wieser und Art Science verlegte, habe ich schon geschrieben. Er berichtet von seinem den Rundgang durch die Sammlung Essl, erwähnt lobend das Honorar, das ihm für den Text geboten wurde und überlegt dabei nur, daß er damit nicht so reich, wie Immendorf werden wird, bzw. er sich davon keines seiner Werke kaufen kann.
Michael Stavaric hat über Marc Quinn und Alison Lapper ein fikitives Tagebuch geschrieben. Die Dramatikerin Gerhild Steibuch, die auch einmal beim Bachmannpreis gelesen und sehr jung den Reinhard Priessnitz Preis bekommen hat, hat einen Text und Magda Woitzuck, die am Schluß wieder etwas realistischer wird. Da geht es um einen Liebeskummer, den die Ich-Erzählerin veranlaßt mit einer von ihrem Vater gestohlenen “Blendung” von Elias Canetti, sich in die Tropen zurückzuziehen, wo sie in der Nacht ihren unter Drogen stehenden Nachbarn in ihren Bungalow nehmen muß, der ihr von seinen Phantasien “Zurück nach Troja” erzählt.
Ein interessantes Buch, das durch eine Ausstellung führt und hier vielleicht den bildenden Künstlern, die Literatur, den Literaten die bildende Kunst erklären soll. Ich würde mich der zweiten Gruppe zuzählen und habe sowohl einige Werke Zoran Music und Jörg Immendorff, etc kennengelernt, als auch einige Texte einiger interessanter Literaten gelesen, obwohl ich ja Kurzgeschichten und Anthologien, wie ich immer schreibe, gar nicht so mag.
Morde in Döbling
Lina Loos “Geschichten vom Theater und vom Leben”, gab es heute als “Frauen lesen Frauen” Veranstaltung des ersten Winer Lesetheaters im Amerlinghaus. Angelika Raubek hat den Abend gestaltet, Hilde Schmölzer und Judith Gruber-Rizy haben unter anderen mitgewirkt.
Die Schauspielerin, Journalistin und Schriftstellerin, die 1882 in Wien geboren und 1950 dort gestorben ist und kurzfristig mit dem berühmten Architekten Adolf Loos verheiratet war, kenne ich durch den Bücherkasten meiner Eltern, denn da gab es das 1947 erschienene “Buch ohne Titel”, das ich vor einigen Jahren gelesen habe.
Damals hat mir der Name nicht sehr viel gesagt und ich habe die Autorin auch als sehr naiv empfunden, habe aber gehört, daß sie als eine Ikone der Frauenbewegung gilt, Grund genug den Abend zu besuchen, zu dem mich Hilde Schmölzer und Judith Gruber-Rizy eingeladen haben.
Es war auch sehr voll als ich das Amerlinghaus erreichte. Angelika Raubek leitete ein und erzählte ein bißchen aus dem Leben der Frau, die als Carolina Caterina Opertimpfler geboren wurde und in der Mariahilferstraße gelebt haben dürfte, jedenfalls haben ihre Eltern in dem Haus in dem heute der Humanic ist, das Grand Cafe Casa picola gehabt.
Durch ihre Schwester ist sie mit neunzehn Jahren zu dem Stammtisch von Peter Altenberg gekommen, hat dort Egon Fridell, Karl Kraus und Adolf Loos kennengelernt, der gleich nachdem sie ihm seine russische Zigarettendose zerbrochen hat “Heiraten Sie mich!”, zu ihr sagte. Die Ehe hat nicht lang gehalten, Nina Loos ist Schauspielerin geworden und hat unter anderem im Volkstheater gespielt, Feuilletons geschrieben, war mit Egon Fridell und Franz Theodor Csokor befreundet und hat in einer Wohnung in Sievering gelebt, wo sie zuletzt von einer Freundin gepflegt wurde, die Hilde Schmölzer, 1964 als junge Journalistin interviewte. Jetzt hat Angelika Raubek Hilde Schmölzer interviewt, die erzählte, daß sie sich noch gut an die Wohnung erinnern kann und die Freundin sich beklagte, daß man Lina Loos zum Sterben ins AKH verlegte und ihr dort auch einen Priester aufzwang, der sie zum Beten animierte.
Die Lesefrauen haben in den Geschichten vom Theater und vom Leben Texte ausgewählt, wo die junge Nina, die vier berühmten Männer kennenlernte, dann erzählte sie vom Theater und von dem strengen Direktor Rudolf Beer, der überall war und ihr größere Rollen gab, als sie haben wollte, war sie offenbar sehr schüchtern und litt unter Lampenfieber. Sie hatte aber auch einen Bruder, Carl Forest, der ein berühmter Schauspieler war und der wurde 1938 gegen seinen Willen auch ins Versorgungsheim Lainz verlegt und ist dort gestorben.
Der Titel des Abends bezieht sich auf ein Feuilleton, in dem Lina Loos eine Freundin interviewte, die in Döbling in einem Haus mit Mann und Kindern, Hund und Katze und einigen Hühnern lebte und die immer den Tierschutzverein anrief, wenn in der Nacht der Hund eine Katze anbellte, die Katze ihr tote Vögeln vor die Füße legte oder der Marder ihr die Hühner stahl, worauf er in einer Falle gefangen und ausgestopft wurde.
Nachher gab es wieder ein Buffet, Wein und Gespräche. Adolf Opel, der Lina Loos Werke wieder herausgegeben hat, war anwesend und einige andere Bekannte, wie Werner Grüner, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner oder Hans Jörg Liebscher und ich habe wieder viel gelernt, habe ich Lina Loos doch gar nicht für so frauenbewegt gehalten. Sie engagierte sich aber nach 1945 im Bund demokratischer Frauen und publizierte in der Stimme der Frau und die habe ich gerne glesen, allerding erst nach 1950, habe ich beide ja erst Ende der Siebzigerjahren kennengelernt.
Preisträger
Ich sitze vor dem Laptop, höre im Radio Ingram Hartingers Portrait über Tomas Tranströmer und habe gerade nachgegooglet, daß Eugen Ruge mit seinem Debutroman “In Zeiten des abnehmenden Lichts”, den deutschen Buchpreis 2011 bekommen hat und bin vor kurzem von der Alten Schmiede zurückgekommen, wo die Bachmannpreisträgerin Maya Haderlap slowenische Gedichte und aus ihrem neuen Roman “Engel des Vergessens” gelesen hat.
Eine wahre Preisträgerriege, der literarische Herbst hat es in sich und mir sind wieder einmal in der Alten Schmiede fast die Tränen hinuntergeronnen, denn wen ich mich auch noch so sehr bemühe, werde ich das wahrscheinlich nie erleben und das Lesen des neuen Buches von Ruth Aspöck hatte es auch in sich.
Eigentlich hatte ich noch eine vierte Option, denn als ich am Donnerstag im Literaturhaus war, fand ich dort die Einladung zur Buchpräsentation und Lesung von “Lautschrift 2011, der ersten Publikation des einzigen universitären Literaturinstitus Österreichs, nur leider fand die Veranstaltung um vierzehn Uhr im Ausstellungszentrum Heiligenkreuzer Hof statt und da hatte ich eine Diagnostik und im Anschluß zwei Befunde zu schreiben.
So bin ich erst kurz nach sechs in die Alte Schmiede gegangen und hatte noch ein bißchen Zeit in den Morawa zu schauen und mir das Programm der Buch Wien zu holen, um herauszufinden, daß am neunten November, meinem Geburtstag, die Eröffnung ist und, daß einen Tag früher Klaus Nüchtern den Staatspreis für Literaturkritik erhält.
Da gehe ich ja immer Herrn Auinger vom Bmuk um Einladungen an, was er immer freundlich weitergibt, aber nur kurzfristig zu nützen scheint und seine Frau, mit deren Tochter Anna einmal in die Schule ging, habe ich beim Hinabgehen in die Alte Schmiede gleich gesehen. Um dreiviertel sieben war das, also sehr früh, trotzdem strömten schon die Massen in den Keller und es war gar nicht so leicht einen Platz zu finden. Zwar waren noch einige frei, aber die waren besetzt, so habe ich mich auf einen der beiden nicht reservierten in die erste Reihe gesetzt und war sehr weit vorn.
Wenn eine Bachmannpreisträgerin liest, ist es sehr voll in der Alten Schmiede, so gehört es sich auch und so sind die jungen Mädchen auch im Gang gestanden, als die strahlende Preisträgerin mit Kurt Neumann und Daniela Strigl aufgetreten ist. Am Büchertisch lag neben dem Roman, ein großer Lyrikband in Slowenisch, Deutsch und Englisch, den Maja Haderlap, wie Kurt Neumann erklärte, offenbar schon einmal hier präsentierte. Da aber Lyrik natürlich den literarischeren Stellenwert hat, begann Maya Haderlap, die Lesung mit ein paar zweisprachigen Gedichten, die sie aber schon in Deutsch geschrieben hat und im Anschluß von einer Freundin übersetzen ließ und so hat sie vom “Sommer” und von “Venedig” gelesen und dann, glaube ich, den Text, der im Volltext zu den Bachmannlesern erschienenen ist, über ihre Sprache. Sie hat erst in der Volksschule Deutsch gelernt und dann im Gymnasium noch einmal ihre Sprache verloren, weil man offenbar in der Eisenkappler Volksschule trotzdem slowenisch gesungen hat und Gedichte lernte. Zumindest handelt das erste Stück das Maya Haderlaß las von ihrer Mutter mit der sie als Kind während des Bügeln slowenische Gedichte lernte und die Mutter erzählte, dann noch etwas von “Vögeln, die alle faulen Kinder holen” und, daß “die sieben Kilometer, die die Ich Erzählerin Sonntags in die Kirche gehen mußte, nichts machen, weil der Weg zum lieben Gott eben steinig ist.” Dann gab es noch den Konflikt zwischen der Mutter und der Großmutter und die Großmutter war im KZ in Ravensbrück und holte die Pfanne, um die Ich Erzählerin auszuräuchern, als sich die in der Pubertät einmal im Bikini zeigte.
Dann kamen die weniger lustigen Stellen, nämlich die Namen der Personen, die während des Krieges verschwunden sind und es wurde vom Schweigen gelesen, das über dieses Stück Kärntner Geschichte bisher herrschte. Maya Haderlap hat sie aufgedeckt und so wird das Buch inzwischen auf Slowenisch übersetzt, aber das ist auch nicht so einfach, denn das Kärntner Slowenisch ist ja kein richtiges Slowenisch und ob das in Laibach oder Maribor anerkannt wird?
Maya Haderlap erzählte Daniela Striegl dann noch, daß es die ersten Tage nach dem Bachmannpreis wunderbar in Klagenfurt war, weil sie da in den Geschäften endlich auf Slowenisch angesprochen wurde, aber jetzt geht sie erst einmal daran, den deutschen Literaturbetrieb zu entdecken.
Richtig, wenn sie sich in den Nacht- oder Morgenzug setzt, kommt sie wahrscheinlich noch rechtzeitig in Frankfurt an und das ist für mich der Übergang zum deutschen Buchpreis, der ja um achtzehn Uhr fünfzig bekannt gegeben wurde und das ist ja die inoffizielle Eröffnung der Buchmesse und ich hatte keine Ahniung wer ihn bekommen wird. Waren mir von den sechs der Shortlist ja nur Marlene Streeruwitz und Sibylle Lewitscharoff bekannt und da eine Österreicherin da ja nicht so leicht und so oft gewinnt, hätte ich an Sibylle Lewitscharoff getippt, aber die Erfahrung lehrt, den Preis bekommt sicher einer der vier anderen und den kenne ich nicht oder doch, von Eugen Ruge habe ich in den letzten Tagen auf den Literaturseiten schon etwas gefunden und so war die Überraschung gar nicht so groß, als ich mir nachdem ich nach Hause gekommen bin, das Video an- und dann gleich wieder abdrehte. Hatte ich ja Ö1 eingeschaltet, denn das Portrait des Nobelpreisträgers interessierte mich natürlich auch, umso mehr, da ich am Freitag, als ich, bevor ich ins Parlament zur Jurysitzung, gegangen bin, mir am Naschmarkt eine Melange und ein Kipferl kaufte und dabei in der Zeitung “Heute” blätterte, die sic darüberh mokierte, daß ein unbekannter Schwede und nicht Philip Roth den Preis bekommen hat, obwohl der und Haruki Murakami doch so viele Fans und Bücher haben, während der neue Nobelpreisträger nur ein Dutzend Gedichtbände hat und Marcel Reich-Ranicky ihn nicht kannte.
“Das ist uns in diesem Fall leider zu wenig!”, schrieb die Zeitung und ich dachte, daß Herr Reich-Ranicky und der Heute-Artikelschreiber ja nun Tomas Tranströmer kennenlernen könnten. Ich habe mir jedenfalls das Portrait angehört und bin danach erst auf die Seite des deutschen Buchpreises gegangen und auch zufrieden, denn Bücher über die ehemalige DDR interessieren mich ja sehr und der neue Buchpreisträger mit dem besten Roman des Jahres, macht auch einen sehr sympathischen Eindruck. Der beste Roman ist es natürlich nicht, sondern nur einer von vielen guten. Maya Haderlaps Roman ist sicher auch dabei und der von Josef Haslinger, der übrigens heute auch in der Alten Schmiede war, Judith Schalanskys “Hals der Giraffe”, das es ja nicht auf die Shortlist geschafft hat, die ich alle lesen will und mir zu Weihnachten oder zum Geburtstag wünsche, jetzt kommt auch Eugen Runges Buch hinzu, aber halt, die meinen Samstageintrag gelesen habe, wissen, daß ich mit meiner Leseliste ringe, also lieber bescheiden sein, das Kunstlesebuch habe ich aber schon begonnen und Manfred Chobots Text gelesen.
Nichts als eine langweilige Blindschleiche
Ruth Aspöcks Textmontage zu ihren Tagebüchern, die vor kurzem bei Löcker erschienen sind, verfolge ich schon seit der Donau Rad Karawane, die 2007, von Wien nach Bamberg gezogen ist und mit der sie ihren literarischen Verlag “Die Donau hinunter” in die Pension verabschiedet hat. Die 1947, in Salzburg geborene, in Linz aufgewachsene und schon lange in Wien lebende Autorin, ist eine eifrige Tageuchschreiberin, so daß eine ganze Menge Schreibücher, die man auch auf ihrer Homepage sehen kann, entstanden sind.
Ab 2006 oder so hat sie angefangen, die Bücher zu ordnen und in ein Buchprojekt zusammenzufassen und so liegt jetzt “Die langweilige Blindschleiche”, das heißt fünfhundert kleingeschriebene Seiten vor mir, beziehungsweise habe ich mich in den letzten Tagen durch das Leben Ruth Aspöcks gelesen und das war sehr interessant.
Kenne ich sie ja schon sehr lange, ich weiß gar nicht, wann und wo ich sie kennengelernt habe. Beim Arbeitskreis schreibender Frauen, meiner literarischen Sozilisation war sie nicht dabei, aber damals hat sich auch der Wiener Frauenverlag gegründet, den es ja leider leider nicht mehr gibt und da ist 1982 “Und der ganze Zauber nennt sich Wissenschaft” von ihr erschienen. Sie war oder ist auch AUF-Aktivistin. Wahrscheinlich habe ich ihren Namen da gehört. Persönlich werde ich sie durch die GAV kennen, da bin ich, 1987 aufgenommen worden und 1991 habe ich sie zu meiner ersten Frauenlesung nach St. Pölten eingeladen, da hängt das Einladungsblatt immer noch am Klo in Harland.
Wir haben also ein schönes Stück gemeinsamer Literaturgeschichte und so war das dicke Buch auch sehr spannend zu lesen, obwohl ich, als sie es mir bei der letzten Poet Night übergab und sich ein wenig für die Dicke entschuldigt hat, gar nicht daran gedacht habe, daß ich darin vorkommen werde. So war das Wiedererkennen ganz interessant, obwohl das für Außenstehende gar nicht so leicht ist, denn Ruth Aspöck verwendet, wie auf den ersten Seiten steht, bei vielen Personen, um ihre Privatsphäre zu schützen, andere Namen.
Bei manchen nicht, so kommt Johann Barth beispielsweise namentlich vor, während sich Rolf Schwendter hinter einem Helmut Janko versteckt und SusiLeo mit der ersteren geht Ruth regelmäßig schwimmen und durchquerte sogar den Attersee, werden einmal von Günter Vallaster begleitet. Soll ich jetzt das literarische Geheimnis aufdecken? Tue ich nicht, wird meinem Literaturgeflüster ja von manchen Geschwätzigkeit vorgeworfen.
Ich heiße in dem Buch und das darf ich sagen, Maria und habe mich an meinen Geburtstagsfesten erkannt, bei der “Freiheit des Wortes” und noch an einigen anderen Stellen.
Ruth Aspöck hat, wie erwähnt sehr lang an ihren Tagebücher gearbeitet, die sie danach, wie ich glaube, vernichtet hat. In der vorliegenden Textmontage, gibt es zwanzig Kapitel, die wie auf der Buchrückseite steht “eine Welt von Ernsthaftigkeit, Spannung, Humor und Selbstkritik eröffnen.”
Ich denke, es ist ein wichtiges Stück Geschichte eines Frauenlebens. Ein bißchen schwer wird man sich beim Lesen vielleicht tun, weil die zwanzig Kaptiel, die von “Anfang und”, zu “Sonntag und Werktag” “Sprechen und Schweigen” “Träume und Schäume” “Blut und Tränen” “Poesie und Brotberuf” “Leben und Tod” bis zu “Ende nie” gehen, immer in den Sechzigerjahren beginnen und da kurz das Kind bzw. das pubertierende Mädchen, über die Studentin bis zu 2006, wo die Tagebücher enden, beschreiben.
Also zwanzig Mal dieselbe Geschichte und manches bleibt trotzdem angedeutdet und geheimnisvoll. So z.B. die Namen der Liebhaber, manches wird durch die Wiederholung besonders klar. Vieles habe ich nicht gewußt, obwohl ich Ruth Aspöck gut kenne und auch etliche ihrer Bücher gelesen habe.
Beginnen tut es mit dem jungen Mädchen das zur Schule geht, das, wie Kinder das so tun, über Gott und die Welt resumiert. Ruth Aspöck scheint einmal sehr religiös gewesen zu sein. Spannungen und Schwierigkeiten mit den Eltern und der Schwester tauchen auf. Dann kommt die Begegnung mit Franz, das ist der erste Freund, den sie heiraten wollte, was, wenn ich es richtig verstanden habe, durch eine psychische Krankheit verhindert wurde.
Ruth Aspöck hat dann bald ihren Sohn geboren, der nicht Christoph heißt und in Wien, glaube ich, Theaterwissenschaft studiert. Spanisch wird sie wahrscheinlich auch gelernt haben, ist sie jedenfalls in den Sechzigerjahren nach Madrid gegangen und hat über dieses Franco-Spanien das Buch “Ausnahmezustand für Anna” geschrieben. Sie hat, glaube ich, auch in einer SPÖ nahen Institution gearbeitet. War das die Arbeiterkammer? Sich habilitieren wollen, was aber mißlang, was, wie man nachlesen kann, sehr schmerzte und bedauert wurde.
Ungerechtigkeiten, Mißgunst und Gewalt der Männerbünde werden ihre Rolle gespielt haben. Dann folgten einige Aufenthalte in Kuba, auch darüber gibt es ein Buch “Tremendo swing” und wenn ich es richtig verstanden habe, eine Liebe, die mißglückte, weil die kubanischen oder auch österreichischen Behörden, das zu verhindern wußten, so ist Ruth Aspöck in den Neunzigerjahren nach Österreich zurückgekommen und hat ihre “Edition die Donau hinunter” gegründet.
Da kann ich mich erinnern, daß ich mit einigen der Arbeitskreisfrauen, mit denen ich mich noch jahrelang getroffen habe, im Cafe Jelinek in der Otto Bauergasse gesessen bin und Elfriede Haslehner erzählte mir davon.
“Da können wir unsere Bücher machen!”
So habe ich auch meine Texte immer wieder hingeschickt oder ihr übergeben, wie das auch eine “Margret” und wahrscheinlich viele andere hoffnungsvolle Autoren machten. Ruth Aspöck hat einige genommen, andere nicht und, wie in den zwanzig Kapitel sehr eindrucksvoll nachzulesen ist, immer sehr unter ihrer Armut und ihrer Erfolgslosigkeit gelitten und auch darunter, vom Hauptverband des Buchhandels und anderen nicht richtig ernst genommen zu werden.
Dabei sind eine Menge sehr schöne Bücher in dieser Edition entstanden. Begonnen hat es, glaube ich, mit einem “Theaterband”, dem “Donaugeschichtenbuch” und “Ganz schön fremd”.
Dann hat sie Brunngrabers “Zucker aus Cuba” wiederaufgelegt, einen Band über das “Wiener Lesetheater” hinausgegeben und einen über “Polids Galeriecafe”, Irene Wondratschs Romane verlegt, Doris Kloimsteins “Kleine Zehen”, Johann Barths Scheidungsgeschichte und natürlich auch sich selbst. Das gibts zum Beispiel die zwei erwähnten Bücher über Kuba und Madrid, einen Gedichtband, einen Esseyband “Wo die Armut wohnt”, Das “Muttersöhnchenmärchen”,”(S)trickspiel” “Kannitverstan”,”Snaitheim”, aber auch Anthologien, wie das “Flüssebuch” ect.
Wenn sie 1992 damit angefangen und bis 2007 durchgehalten hat, ist das eine sehr lange Zeit und es sind sehr viele Bücher entstanden, die sie alleine bzw. mit Hilfe ihres Sohnes, der eine Zeitlang bei ihr angestellt war, herausgegeben hat und ist bewundernswert rührig dabei gewesen. Kann ich mich doch an einige Buchwochen oder Buchmessen in Leipzig und Frankfurt erinnern, wo sie allein oder mit Sohn und Schwiegertochter in ihrem kleinen Stand gesessen ist. An die Feste im Literaturhaus oder auch bei der Poldi auf der Lerchenfelderstraße. Dabei habe ich auch beobachten können, wie die erfolglosen Autoren zu ihr gekommen sind und ihr ihre Bücher angetragen haben. Im Buch kann man nachlesen, wie sie sich durch den Verlag verschuldet hat, oft die Sozialversicherung und die Honorare nicht bezahlen konnte oder zum Buffet ein paar Kekse und Auschnittbrote mitgebracht hat, weil nicht mehr Geld da war und sich freute, wenn sie ein oder zwei Bücher verkaufte.
2007 wurde das Verlagsfest sogar ausgelassen, weil sie für die Autoren, “Die zu geizig sind, ihr ein Buch abzukaufen”, keinen Wein hinstellen wollte.
Wie schwer diese Zeit für sie gewesen sein muß, kommt in dem Buch so richtig heraus und man lernt auch viel über das alternative und das literarische Leben der letzten vierzig Jahren und natürlich spielt auch die Beschäftigung mit dem eigenen Schreiben eine große Rolle. Das Ringen darum, aber auch die politsche Auseinandersetzung, die Schwiergkeiten einer alleinerziehenden Mutter, die Auseinandersetzung mit ihren Körper und dem Älterwerden. So gibt es zum Beispiel, ein Kapitiel das sich mit ihrer Menstruation beschäftigt und immer wieder sehr schöne Sätze, wie “Ich habe einen Linseneintopf gemacht, mit Appetit gegessen mit Zahnschmerzen bezahlt” oder “Gestern Abend war ich bei Maria und Heinz eingeladen. Weißwein. Heinz hat gekocht. Gebratene Sardinen. Lugenbraten mit Rotweinsauce und Scharlotten darin gedünstet. Ein herrlicher Weißwein. Solch eine Einladung ist eine feine Unterbrechung meines Alltags.”
Diese leisen, stillen Sätze fallen immer wieder auf und machen, glaube ich, die literarische Qualität aus, so daß ich, die ich das ja mit dem Literaturgeflüster auch versuche, das Buch für ein sehr wertvolles literarisches Zeugnis und ein wichtiges Stück Zeitgeschichte halte.
Ich weiß zwar nicht, wie es auf jemanden wirkt, der vom Wiener Literaturleben keine Ahnung hat und Ruth Aspöck nicht persönlich kennt, denke aber, daß der Kampf mit dem Alltag, der Wunsch mit dem Schreiben berühmt zu werden und es “trotzdem nicht in die erste Reihe zu schaffen”, auch da beeindrucken wird.
Einige Jahre hat Ruth Aspöck, wie erwähnt an ihrem Tagebuchprojekt gearbeitet und sich, das ist mein persönlicher Eindruck, seit sie mit ihren Verlag in Pension gegangen ist, ein wenig erholt. Schreibt sie jetzt ja an einem Buch über Grillparzer, wo sie ihm an die Orte, wo er Reisen unternahm, nachgereist ist und sie hat auf der Donau Rad Karawane in Robert Eglhofer auch einen neuen Lebenspartner gefunden.
Was sie mit den “tausenden unverkauften Büchern”, machte, die sie in ihren Tagebüchern so sehr belasten, weiß ich nicht oder doch, ein paar trägt sie immer in den offenen Bücherschrank in die Zieglergasse.
Es ist also ein sehr interessantes Frauenleben und ein wertvolles Stück Literaturgeschichte, daß da beschrieben wird.
Ruth Aspöck tut das trotz aller Distanzierung, sehr ehrlich und sehr offen, so daß ich dem Buch, das nächste Woche, wie ich glaube, auch bei den IG-Autoren in Frankfurt vorgestellt wird, alles Gute und viele Leser wünsche und in ihr auch eine großartige Schreiberin entdeckte, was mir bisher nicht so bewußt war.
Harland-Wochenend-Tratsch
Seit langem sind wir wieder für ein Wochenende nach Harland gefahren, gab es ja vor drei und vor zwei Wochen das “Rund um die Burg- Festival” und die “Poet Night” und letzte Woche nützten wir, nach dem ich mich entschlossen hatte, nicht auf das Literaturhausfest zu gehen, um auf den Hochschwab hinaufzuwandern, was gut war, denn dieses Wochenende wäre es des Wetterumsturzes wegen nicht so eine gute Idee gewesen.
So sind wir gestern Abend, als ich geradte zu bloggen anfangen wollte, nach Harland gefahren, gab es da ja eine kleine Aufregung wegen des Ohrensschmauses und ein paar Mails mit Franz Joseph Huainigg. Ruth Aspöck hat mir auch ein Mail geschrieben, daß sie zu meinem Geburtstagsfest kommt, ihr habe ich wegen ihres Buches zurückgemailt, daß ich dreiviertel gelesen in Wien zurückgelassen habe, nehme ich mir ja nicht gerne Bücher von Wien nach Harland mit, obwohl es verlockend gewesen wäre ihr Tagebuchprojekt zu Ende zu lesen, bin ich wegen den vielen Neuerscheinungen des Bücherherbstes im Augenblick ein wenig in Trouble meine hundert Bücherliste vielleicht doch nicht zu schaffen, denn ich habe mir, als ich vor ein paar Tagen im Morgenjournal von der Ausstellung “Schönheit und Vergänglichkeit” im Essl Museum hörte, das diesbezügliche Lesebuch mit Texten siebzehn jüngerer Autoren, darunter Manfred Chobot, bestellt und gestern auch bekommen. Wenn ich diese Anthologie nach Ruth Aspöcks “Blindschleichenbuch” einschiebe, werde ich mit den vorgenommenen hundert Büchern vielleicht nicht fertig, andererseits habe ich inzwischen ja schon fünf andere gelesen und außerdem heute als kleinen Urlaub Nachtrag Arno Surminskis “Jokehnen” begonnen.
Selber schuld, ich muß ja nicht so neugierig sein und mich für alle Bücher interessieren, so habe ich gestern, nachdem ich mit Alfreds Eltern Sekt getrunken habe, noch über den Ohrenschmaus gebloggt, bin heute trotz Kälte wieder mit dem Rad gefahren und habe “Die Frau auf der Bank” ab Seite fünfunddreißig mehr oder weniger lustvoll durchkorrigiert und bezüglich Tanzkurs alles auf Foxtrott abgeändert.
Bezüglich Geburtstagsfest kommen jetzt die ersten Ab- und Zusagen und während ich am Donnerstag auf die Bekanntgabe des neuen Nobelpreisträgers wartete, bekam ich eine Einladung von Hilde Schmölzer zu der Frauen lesen Frauen Veranstaltung im Amerlinghaus nächste Woche, worauf ich sie fragte, ob sie zu meinem Fest kommt, was zu einem kleinen Mißverständnis führte, habe ich diesmal ja nur Männer als Lesende eingeladen. Bisher war es eher umgekehrt und dann hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich mir ja vorstellen konnte, daß einer so aufrechten Feministin, wie Hilde Schmölzer eine fast reine Männerlesung vielleicht nicht gefällt. Die Frauenquote habe ich diesmal nicht erfüllt, man kann aber einmal improvisieren, habe ich im letzten Jahr ja einige interessante Männer durch das das Literaturgeflüster oder auch so kennengelernt.
Ich habe fünf Männer eingeladen, auf der Einladung stehen aber nur Stefan Eibl Erzberg, Rudi Lasselsberger, Marinko Stefanovic und E. A. Richter, weil sich Anton Blitzstein erst gemeldet hat, als ich die Einladungen schon geschrieben hatte. Er kommt aber vielleicht auch und so wird es sicher eine spannende Lesung und ich hoffe nur, daß genügend Zuhörer kommen, was, da ich die Lesung wegen dem Alpha Literaturpreis, der am 4. 11. vergeben wird, am Samstag den 5. mache, damit ich die Woche darauf Zeit für die Buch Wien habe, vieleicht ein wenig irritierend ist. Mein Geburtstag ist ja der 9. November und da wird die Buch-Wien eröffnet.
Die Shortliste für den Alpha Literaturpreis wurde inzwischen auch bekannt gegeben, Angelika Reitzer und Andreas Unterweger sind hinausgefallen, so daß der neue Alpha Literaturpreisträger unter Mariana Gaponeko, Martin Mandler und Anna Elisabeth Mayer zu finden sein wird.
Ein österreichisches Event, während nächsten Montag ja der neue deutsche Buchpreisträger oder Trägerin bekanntgegeben wird und zwei Tage später die Frankfurter Buchmesse beginnt, die ich wieder über Internet und blauen Sofa mitverfolgen werde. Eine Woche später wird am achtzehnten Oktober in der Hauptbücherei das neue “Eine Stadt ein Buch” des letzten Nobelpreisträgers verteilt, das ich mir sicher holen und auch 2011 oder 2012 lesen will.
Sehr viel los also in diesen Leseherbst und Winter, so daß ich mir fast wünschen sollte, diesmal keine Buch-Wien Karten zu erhalten, um meine Leseliste hinunterlesen zu können.
Aber nein, das wünsche ich mir natürlich nicht, sondern werde morgen Mittag mit dem Alfred wieder auf die Rudolfshöhe hinaufwandern und dann nach Wien zu Ruth Aspöcks Tagebuchprojekt zurückkehren und mich auf eine schöne Woche mit Buchmesse und anderen literarischen Events freuen. Ruth Aspöcks Buch wird übrigens am Stand der der IG Autoren in Frankfurt vorgestellt, Andrea Stift und Valerie Fritsch habe ich dem Internet entnommen, fahren auch dorthin und ich hoffe, daß es noch das blaue Sofa gibt, so daß ich mich ein bißchen informieren kann.
