Gebrauchsanweisung für Kroatien

Der Alfred schenkt mir ja immer vor den Reisen literarische Reiseführer und so ist schon länger “Die Gebrauchsanweisung für Kroatien” von Jagoda Marinic zu mir gekommen, die ich aber, wie ich das immer tue, erst auf der Reisen gelesen habe und diesmal war das auch  ein bißchen komplizierter.

Denn wir sind am ersten Reisetag nur bis Leibnitz gekommen und dort ein Buch über Kroatien lesen, wenn man noch keine Ahnung vom wie, wo und warum hat, ist vielleicht ein bißchen schiweirig, habe ich mir gedacht und hatte auch gleich eine Alternative im Gepäck beziehunsweise  ins Hotelzimmer mitgenommen, denn den Namen Jagoda Marinic, kenne ich, hat doch,  die 1977 in Waiblingen geborene Autorin, 2007 beim Bachmannpreis gelesen und ihr erstes Buch, den Geschichtenband “Eigentlich ein Heiratsantrag” habe ich mir einmal bei einem “Buchlandungs-Abverkauf” um einen Euro gekauft.

So habe ich die ersten drei Geschichten daraus in Leibnitz gelesen und mit dem Lesen der “Gebrauchsanweisung”, einen Tag später begonnen. Dann aber, als ich gerade bei der Bechreibung von Zagreb war, an dem wir an der Autobahn oder Autoput, wie Jagoda Marinic schreibt, nur vorübergefahren sind, waren wir schon in Montenegro und da erschien mir eine Beschreibungvon Zagreb durch das ich gar nicht gekommen bin, nicht sehr passend, so habe ich unterbrochen,   Bora Cosic und dann ein Stücken in dem “Mimikry-Buch” weitergelesen und  erst wieder in Dubrovnic nach dem Buch gegriffen.

Jagoda Marinic, die die Tochter von dalmatinischen Eltern ist, die aus einem kleinen Dorf an der Küste kommen und ihre Sommer, wie in dem Buch steht, als Kind jedes Jahr dort verbrachte, hat eine frische, fast schnippische Sprache und mit der zappt sie durch das Buch und erzählt Geschichten über das Land und gibt Gebrauchsanweisungen für den Urlaub, beziehungsweise erzählt sie auch sehr viel von dem, was ein normaler, nicht kroatisch sprechender Tourist, wahrscheinlich nicht erfahren und sehen wird.

Und so habe ich das Buch, als Touristin auf dem Campingplatz, die in Englisch oder Deutsch, ihren Fisch oder ihre Cevapcici, die in kroatien, wie Jagoda Marninic erzählt, Cevape heißen, bestellt, auch als sehr interessant gefunden, die etwas schnippische Art ist mir zwar manchmal auf die Nerven gegangen, aber jetzt weiß ich  mit Sicherheit mehr über das Land, als ich ohne die “Gebrauchsanweisung” wüßte.

Das Buch beginnt, wie auch die Reise, mit der Autobahn, hier erzählt Jagoda Marinic, deren Vorname auf Kroatisch Erdbeere heißt, von ihrer Kinheit, beziehungsweise den Eltern ihrer deutschen Freunde, die sich durch sie immer an das Erdbeereis erinnerten, das sie auf ihren meist frisch verliebten Kroatienreisen verzehrten und die “Svabo-Jugo-Jugendliche” ist mit ihren Eltern jedes Jahr mit einem vollbepackten Auto in das dalmatinische Dorf zu den Verwandten gefahren, wo es dann meistens Streit gab, denn in das Auot passte nur eine Packung “Pampers”, die sehr begehrt waren, gab es in dem Dorf damals noch keine Wegwerfwindeln. So war immer eine der Tanten beleidgt. Die Kinder, die dicker, als die dalatinischen Verwandten waren, hat das aber nicht gestört, auch nicht, daß sie “Dickerchen” gerfufen wurden. Sie spielten miteinander und Jagoda wurde ausgebessert, wenn sie das altmodische Kroatisch ihrer Eltern sprach. Verwndete sie dann die neuen Wörter in deutschland, besserten sie wieder die Gastarbeiter aus.

Ja so ist das mit den Veränderungen, das hat mir schon einmal Illir Ferrir bei einem “Dialekt Poetry Workshop” erzählt und Jagoda, die als Kind Jaga gerufen wurde, was Hexe oder alte Frau, Baba Jaga, bedeutet, studierte später in Zagreb. So erzählt sie auch sehr ausführlich von der Stadt, die ich auf dieser Reise nicht gesehen habe und gibt dann den Küsten-Reisenden Rat, nicht nur die “Autoput” entlangzufahren, sondern auch auf der Küstenstraße, weil dort die zahnlosen alten Frauen, mit den schwarzen Kleidern am Straßenrand sitzen und irgendetwas verkaufen, die man unbedingt kennenlernen sollte.

Der Kroatien-Tourist macht dann meistens Bekanntschaft mit den Zimmervermittern und die Kroaten an der Küsten leben von ihren Appartmanis. So gibt Jagoda Marinic auch gleich eine Einführung in die Typologie der Zimmervermieter,  erzählt weiter von der kroatischen Seele und der Herzlichkeit der Kroaten, die natürlich nicht der Balkan sind und auch nicht dort wohnen, denn der Balkan beginnt immer erst ein Land später, als dort, wo man wohnt und ich hätte gedacht, das wäre der Name eines Gebirges?

Oder nein, stimmt nicht, denn als ich Schülerin der Straßergasse war, machten wir eine Excursion in die Firma Henkel und dort erklärte uns eine freundliche Dame, daß wenn man nicht “Persil” verwendet, die Leute glauben würden, daß der Balkan auf der Simmeringer Hauptstraße begänne und die Kroaten, schreibt Jagoda Marinic, sind sehr freundlich und sehr herzlich, was ich bestätigen kann und erzählt dann von einem Problem, das der Alfred in Pula tatsächlich hatte.

Nämlich kein Geld für den Parkautomaten, wenn man dann den Fehler macht, in einem Geschäft wechseln zu wollen, wird das nicht gehen, denn die Kroaten sind kein Wechselinstitut, wenn man aber einen Kaffee bestellt oder eine Zeitung kauft, bekommt man das  benötigte Kleingeld und die Leute sind wieder sehr freundlich zu dir.

Etwas gibt es aber, was Jagoda Marinic nicht leiden kann und das ist das Camping. Sie hat zwar ein paarmal mit ihrer Familie und einmal mit einer Freundin einen solchen Urlaub gemacht, aber das war ein Reinfall, denn einmal lag das Zelt zu nahe an der Disco, das zweite Mal fing es, als es endlich aufgestellt war, zu regnen an und dann machte sie noch ihre Erfahrungen mit den deutschen Urlaubern, die einen Stoß Chitlits oder Krimis, also keine hochwertige Literatur, wie die, die beispielsweise Hexchen Erdbeere schreibt, lesen und so ihre Tage am Strand ohne miteinander zu reden, verbringen, was Jagoda Marinic nicht verstehen kann und da sie keinen Campingurlaub mehr macht, hat sie mich mit ihrer “Gebrauchsanweisung”  und ihren Geschichten dort nicht sehen können, aber das ist schon eine andere Geschichte, über die ich eigentlich eine eigene Glosse schreiben, bziehungsweise in meinem neuen Roman verwenden wollte.

Also zurück nach Kroatien und da springt Jagoda Marinic auch von Kapitel zu Kapitel oder von Ort zu Ort, nachdem sie eine allgemeine Einführung in das Wesen der Kroaten gegeben hat.

Sie erzählt, was die Krawatte mit Koratien zu tun hat und warum alle Zagreber Männer angeblich immer eine solche tragen, erzählt dann von Motovun, dem Zauberberg, von dem sie ihren Lesern eigentlich nichts erzählen wollte, schreibt von der istrischen Toskana und gibt den Rat sich in Opatija auf eine der Hotelterassen zu setzen und dort Kaffee und Kuchen zu bestellen.

Von der Meeresorgel in Zadar, der “morske orgulje” erzählt sie und von Porec und Rovinji, Orte an denen wir gewesen sind und tut das oft in sehr  kurzen Kapiteln, was wieder die Frage aufwirft, wann man das Buch jetzt lesen soll? Vor, während oder nach der Reise?

Eine eindeutige Antwort wird es wohl nicht geben. Liest man es stattdessen hat man wahrscheinlich einen ungefähren Eindruck von dem Land am Meer, das einmal ein Teil Jugoslawiens war, bekommen.

Liest man es während der Reise, tut man sich wahrscheinlich schwer, weil Jagoda Marinic nicht wirklich viel von Split, Dubrovnic, etcetera erzählt und dann der eine Ort am Anfang, der andere in der Mitte des Buches beeschrieben wird, so daß man wahrscheinlich, wie ich das Lesen unterbrechen muß oder wenn man in der bewußten Stadt angekommen ist, das Kapitel wiederholen sollte.

Aber spannend die Eindrücke von einer kroatisch sprechenden Kennerin serviert zu bekommen und “Eigentlich ein Heiratsantrag” habe ich, als ich mit den “Gebrauchsanweisungen” und den “Lesereisen” fertig war, im Hotel Kastel in Motovun, zu Ende gelesen,denn das war ein Ort, den der Alfred ausgesucht und gebucht hat und weil er dort schon im September mit dem Karl gewese ist, hat ihn Jagoda Marinic nicht auf die Idee zu ihren Geheimtip gebracht.

Der Simurg

Ich habe ja schon geschrieben, daß ich schon vor längerer Zeit angefangen habe, Literatur für den Kroatien Urlaub zu suchen, weil ich mir das ja irgendwie angewöhnt habe, in dem Land in das ich fahre heimische Autoren zu lesen, die meisten Autoren, die ich aber für Kroaten hielt, entpuppten sich aber als Bosnier und die, die ich fand, waren Gastarbeiterkinder und meistens schon in Deutschland geboren, aber es gibt ja die “Edition Zwei” habe ich gedacht, die Initative des “WieserVerlags” mit der “Bank Austria”, die zweisprachige Bücher von Tschechen, Kroaten, Buglare,etcn verlegt und von denen ich einmal eine ganze Schachtel gewonnen und noch nicht oder kaum gelesen habe.

Da ist sicher etwas Kroatisches dabrei habe ich gedacht und bei erstens Durschauen nichts geefunden, ja ich weiß, ich bin ein bißerls schlampert, am Wochenende vor der Abreise hae ich dann noch einmal nachgeschaut von Stanko Andric “Der Simurg” gefunden und der stammt aus Slawonien und beschreibt in seiner ersten literarischen Arbeit eine Kindheit in Slawonien. Eine Gegend in der ich nicht gewesen bin, aber irgendwie erinnert der Texct auch an Marica Bodrozic, obwohl er lange nicht so poetisch ist.

Er ist im Gegenteil viel sachlicher und machmal auch ein wenig umständlich oder hölzern geschrieben oder ist das ist Übersetzung?

Das kann man, wenn man selber nicht kroatisch spricht, ja schwer sagen und Stanko Andric entnehme ich der Biografie, die es in dem Buch doch gibt, bei Renata Serelyte habe ich da ja nicht gefunden, wurde 1967 in Strizivojna geboren, hat lateinische und französische Philologie in Zagreb und Geschichte des Mittelalters in Budapest studiert und am historischen Institut in Zagreb die mittelalterliche Kirchengeschichte Slavoniens serforscht.

Er publizierte drei Essaybände und zwei Bände mit historischen Studien.

“Der Sirmurg” ist sein erstes belletristisches Werk. das heißt so belletristisch habe ich es gar nicht gefunden, sondern eher als Aufarbeitung seines Lebenslaufes und ein “Simrug” ist, das steht noch auf der ersten Seite angemerkt  ein “altpersisches Fabelwesen mit Hundekopf, Löwenstutzen und Pfauenflügel, im Besitz des Wissens aller Zeiten”, was das mit  Andrics Kindheit in Slawonien zu tun hat, habe ich nicht ganz verstanden.

Oder doch , vielleicht ist damit die Wiedergabe des Wissens gemeint und so fängt er auch langsam und bedächtig an, von seiner Kindheit und der Familie in der er aufgewachsen ist, zu erzählen.

Zuerst lebte er in einer Großfamilie, dann zog er mit den Eltern in das Haus des Großvaters und bekam mehrere Geschwister mit denen er sich mehr oder weniger gut verstand.

Der Vater war ein fortschrifttlicher Bauer, der Bücher hatte, Erfindugen machte, eine Hühnerfarm betrieb und der Kleine wurde zuerst Hirte und wollte das, womit er seine Großmutter schockierte, auch immer bleiben. Dann kam er in die Schule, wurde vom Pfarrer zum Ministranten und Vorleser ernannt, weil er so schön lesen konnte. Der  Pfarrer lehrte ihn auch das Lesen, so daß er schließlich studierte, das Wissen erfroschte und es ähnlich, wie ein Simurgt villeicht, an die Allgemeinheit weitergab.

Wenn man nachgooglet, kommt man auf die “Wieser-Verlagsseite” einen kroatischen “Wikipedia Eintrag” gibt es auch und Hinweise, daß der Autor am historischen Institut forscht und ich habe wieder einen interessanten Autor kennengelernt mit dem ich vorläufig meinen kroatischen Literaturschwerpunkt beenden kann, denn, daß ich Adriana Altaras “Titos Brille” in den Urlaub mitnehmen hätte können, darauf bin ich ja erst nachher gekommen.

Frühstückssorgen

Frückstücke sind wichtig und tue ich  eigentlich auch sehr gern, denn man soll ja den Tag voll Energie beginnen und dazu gehört ein gutes Frühstück, das ich in Wien und in Harland jeden zweiten Tag mit einem selbstemachten Müsli zu beginnen pflege und dazwischen ein Butterbrot mit Marmelade oder was es gerade gibt, konsumiere.

Bei den Urlauben ist das aber anders, denn wenn man die im Hotel, wie beispielsweise dem in Bük im Bad, wo wir die letzten Jahre öfter mit der Oma waren, beginnt, hat man ein Frühstücksbuffet.

Auf den Camps ist das oft schwieriger, denn als wir in Polen und im Baltikum urlaubten, gab es dort zwar meist ein Restaurant, aber das öffnete erst gegen Mittag und die meisten Camper haben in ihrem Bussen eine Küche und sind auf die Restaurants nicht angewiesen.

Aber wir nehmen inzwischen keinen Kocher und keinen Löscafedose mehr mit und so wäre es ganz gut, wenn es am Campingplastz ein Cafe für den Cappuccino oder den Caffe Latte gibt und einen Markt, wo man sich das Kipferl kaufen kann.

“Wie war es bei diesen Urlaub?”, werden meine Leser vielleicht fragen.

“Gut!”, lautet die Antwort. Denn die erste Nacht haben wir in einem Hotel verbracht und da gab es das entsprechende Buffet, mit Wurst und Käse und Gebäck. Kuchen hat es, glaube ich, auch gegeben, den ich aber nicht genommen habe.

Und als wir am Donnerstag in Trogir ankamen, gab am Campingplatz Rozak ein Restaurant, wo sich der Alfred am Abend ein Cevapcici-Sandwich kaufte und da stand angeschreiben, daß es zwischen neun und zwölf verschiedene  Frühstückssorten, wie Ham und Egss, Omletts oder einfach ein Schokolandecroissant geben würde.

Ein Bäckereiwagen stand auch am Eingang. Also konnte nichts schiefgehen. Wir standen um acht auf, bauten das Zelt ab und warteten dann, um fünf vor neun in dem Restaurant auf die Kellnerin oder den Kellner, die uns den Kaffee und das Kipferl servieren würden.

Als die nicht kamen, besorgten wir uns das Schokocroissant selbst bei der Bäckerei, die geöfnet hatte, die Putzfrau erzkörte, die Kellnerin käme um zuehn und etwas später kam die Dame aus der Rezeption, um uns den Kaffee zu kochen und wir reisten weiter nach Montenegro zu den Fjords, wo uns der sehr freundliche und sehr gut Deutsch sprechende Campingwart erlärte, daß jeden Morgen, um acht der Mann mit dem Brotwagen käme und daß es zweihundert Meter weriter unten ein Cafe und ein Restaurant zu moderaten Preisen gäben würde.

Das Strandcafe auf dessen Terrasse dem wir am Abend saßen und auf den Fjord hinaussahen, der mich ein wenig an den Wolfgangsee erinnerte, öffnete um acht, so konnte nichts schiefgehen. Wir waren am Samstag um halb neun dort und bestellten Frühstück, Monenigrinisches, Süßes, Englisches etcetera stand auf der Karte.

Ich wollte ein normales, der Kellner nickte und  kam später wieder, um uzu erklären, daß der Koch erst um neun käme. Der kam dann schon ein bißchen früher und ich nickte als mich dann der Kellner fragte, ob ich ein montenegrinisches Frühstück wolle?

Das war dann auch sehr gut. Drei Spiegeleier, montenegrinischer Schinken, Käse, der Cafee Latte war extra zu bestellen und das Brot war aus Pizzateig und als ich das am Sonntag dann wieder wollte, kam der Koch erst um zehn und der Mann mit dem Brotwagen, wo sich der Alfred ein Plundergepäck gekauft hatte, war schon weg. Zum Glück gab es aber noch einen Market, wo ich ein Schokocroissant um achtzig Cent bekam.

Am Montag kaufte ich das dann beim Brotwagen und wir fuhren zu dem teueren feinen Campingplatz in Dubrovnik, wo die Schokcroissants im Market besser schmeckten und es einen Automaten bei der Rezeption gab, die angeschriebene Caffe Bar haben wir nicht gefunden.

In der Stadt war bei den Restaurants überall Frühstück angeschrieben, aber dorthin sind wir mit dem Bus gefahren und hatten das Kipferl schon gegessen.

Die nächste Station war dann wieder Trogir, wo die Saison mit dem dalmatinischen Abend eigentlich schon begonnen hatte, die Köchin um halb zehn auch schon anwesend war und uns nach einer Weile erklärte, daß der Kellner leider, leider im Stau stecken geblieben ist, was aber nicht sehr viel machte, gab es ja den Bäückereiwagen und im Ort das Nightcafe Monaco, das auch am Morgen geöffnet hatte und dort war der Cappuccino sehr gut und auch sehr billig.

In Zadar war das Restaurant ebenfalls geschlossen, die ersten Kipferln haben wir uns  Samstag Abend noch in der Stadt gekauft und am Montag hatte  der Bäckereiwagen gegenüber geöffnet und ein Cafe das, um acht öffnete für den Cappucino gab es auch und in den Führer habe ich auch gelesen, daß das Frühstück in Montenegro, wie in Italien meistens aus einem Caffee und einem Hörnchen bestehen würde.

Wie das in Kroatien ist, weiß ich nicht so genau, denn in Moscenica, der nächsten Station gab es einen “Konzum” mit sehr billigen Kipferl und das Cafe am Strand, wo der Alfred nach der Ankuft während meines Mittagschlafes, sein erstes Bier getrunken habe, hatte schon um sieben offen und servierte sogar einen Keks zum Kaffee.

Dann ging es weiter nach Rovinji auf einen schönen Campingplatz mit einem Restaurant, das um vierzehn Uhr aufsperrte und das Cevapcici mit Spinat im Angebot um fünfzig Kunar  hatte. Ein paar Meter weiter gab es  ein paar Lokale, die “Breakfast” auf einer Tafel angeschrieben hatten, als wir aber hinkamen, hatte es gerade einen Stronmaufall gegeben, so daß wir das Kipferl wieder in der Bäckerei nebenan kauften und den Cappuccino im nächsten Ort tranken und am nächsten Tag, gab es wieder Strom für den Kafffe und den Krapfen, beziehungsweise den Strudel, hat schon ein Mann vorher, als wir gerade das Zelt abbauten, am Campingplatz herumgetragen und angeboten und am nächsten Tag waren wir in Motovon, wo wir zwei Nächte im Hotel Kastel logierten, wo es ab sieben ein Frühstücksbuffet mit Spiegeleier, verschiedenen Cornflakessorten, Obst, Kuchen, Schinken, Käse etcetera, gegeben hat.

Eigentlich ein Heiratsantrag

Geschichten von Jagoda Marinic, die ich mir einmal mit einem Stoß anderer Taschenbücher gekauft habe, als es bei der “Buchlandung” einen Abverkauf von Ein Euro Bücher, viele “Suhrkamp-TB-Bändchen” dabei, gegeben hat und ich kaufe mir ja gerne Bücher von Autoren, deren Namen ich kenne.

Den von der 1977 in Wablingen geborenen Autorin kannte ich, hat sie ja 2007 beim Bachmannpreis gelesen.

Also ist das Büchlein zu mir gekommen, auf mein Regal gewandert, dann habe ich es auch auf meine Leseliste geschrieben und nicht gelesen, denn erstens habe ich ja schon so viele Bücher, zweitens lese ich nicht so gern Geschichten und dann kam der Alfred und brachte mir für den Urlaub die “Gebrauchsanweisung für Kroatien” von Jagoda Marinic, die  die Tochter von dalmatinischen Einwanderern ist und ich war ja auf der Suche von Bücher von kroatischen Autoren für meinen Urlaub.

Bei Jagoda Marinic trifft das zwar nicht ganz zu, wurde sie ja in Deutschland geboren und hat sicher die Staatsbürgerschaft, weil ich aber nicht ganz sicher war, wieviel ich im Urlaub lese und das Buch ja hatte, packte ich es  ein und  habe es gelesen.

Gleich als erstes noch in Leibnitz angefangen, weil ich da  noch nichts über Kroatien lesen wollte und war sehr beeindruckt über den frischen, beziehungsweise poetischen Ton der Autorin, die sehr seltsame und auch nicht so leicht verständliche Geschichten scheibt.

In der Beschreibung steht etwas von “Irrungen und Wirrungen” und  “die seltsamen Wege der Liebe und Begegnungen voller Zauber, die oft in Fluchten münden.”

“Fast ein Heiratsantrag”, ist Jagoda Marinics erstes Buch, 2003 bei “Suhkamp” erschienen und das hundertfünfundzwanzig Seiten Bändchen, fasst an die vierundzwanzig Geschichten, wenn ich mich nicht verzählt habe. Viele sind nur einige Seiten lang. Eine hat über fünfzig und die “Ich wünschte, er hätte  nie geredet davon, daß man  nur eine lieben kann”, fand ich auch sehr schwer verständlich.

Da fährt eine im Zug, spricht von ihrer Mutter, hat dann eine Begegnung mit einem Mann, der sie betrügt und das alles in wechselnden Perseptiven, die “Ich Form” wechselt ins “sie” und wenn ich auch nicht alles verrstanden habe,  die Sprache war poetisch schön.

Es gibt eine Geschichte von der Gleichgülkitigkeit des Lebens, die darin endet, daß eine Frau einen Heiratsantrag annimmt und die Titelgeschichte, die man dafür halten könnte, ist eigentlich ein Abschiedsbrief.

Ja, Jagoda Marinic macht es spannend und erzählt sehr poetisch von den Alltäglichkeiten des Lebens.

So gibt es zum Beispiel einen Text über das Einkaufen. Da will sich eine gesund ernähren und geht in den Supermarkt. Aber das Joghurt, das halbwegs gut schmeckt, hat drei komma fünf Prozent Fett und als sie danach greift, sieht sie die Silhouette einer Dicken sich über die Gefriertruhe neigen. So greift sie zu ein Prozent Joghurt, das dann im Kühlschrank vergammelt und bei den Tomaten ist das ähnlich. Sie greift zuerst nach der Dose. Als sie an der Kasse warten muß, liest sie die Indegrenzien, die lassen sie verschreckt nach den frischen Tomaten greifen, aber die kommen aus Holland, so flüchtet sie ohne Einkäufe aus dem Supermarkt.

Am meisten haben mich naturgemäß, die Geschichten interessiert, die vom Dorf, also von Kroatien, obwohl das Wort nie vorkommt, erzählen. Da gibt es eine von “Josip”. Da geht ein Mädchen zu einem alten Mann, fängt an für ihn zu kochen und zu putzen, aber die Nachbarn dulden das nicht, fangen zu reden an, etcetera.

Es gibt auch die Geschichte von der Großmutter, die im Dorf zurückgeblieben ist, als die Familie nach Deutschland ging und sich über das grüne Telefon freut, das man ihr istallierte, so daß sie die Anrufe ihrer Lieben entgegennehmen kann. Sie hat nichtviel zu verschenken, nur die Trauben und die Kartoffeln aus den Garten, trägt schwarze Kleider und hat abgarbeitete Hände und so wird auch die Frau in dem “Selbstportrait” beschrieben, die für ihre Enkel, die sie nie gesehen hat, strickt, während sie für ihre Kinder keine Zeit hatte, weil sie da in einer Gärtnerei arbeiten mußte, um das Geld für das Haus das sie bauen wollten, zu verdienen. Dann ist der Mann gestorben und die Kinder sind in Deutschland geblieben.

Jagoda Marinic ist eine sehr poetische Erzählerin, die das sehr wohl in ihren Dorf- als auch in ihren sehr verwirrenden Liebes- und Beziehungsgeschichten vom modernen Leben tut.

Da gibt es noch eine, die michverwirrte und die nicht in die obige Beschreibung passt.

“Aura” heißt sie und erzählt von einem Mädchen, das so schön ist, daß sie alle auf ihren Schoß sitzen haben möchten. So engagierten die Eltern einen jungen Mann für sie, der sie beschützen soll. Der folgt ihr überall hin, sie flieht in der Nacht aber in ein Zimmer und schreibt alles auf,  während sie sonst nie spricht. So geht ihr nach und findet eine Tote, ihre Erzählungen und bleibt mit  Schuldgefühlen über.

So kann man Kindesmißbrauch wahrscheinlich auch beschreiben, owohl mir die realistische Art und Weise lieber ist.

Bei den “Short-Cuts” habe ich gerade nachgelesen, habe ich auch schon eine ihrer “geheimnisvollen” Geschichten gehört, jetzt ist “Made in Germany-Was ist deutsch in Deutschland” von ihr erschienen, aus dem sie Ende Mai auch in Wien gelesen hat.

 

Grenzübertritte

Der heurige Urlaub geht nach Kroatien, ganz klar, denn dort ist es schön, man kann baden, die Küste entlangfahren, sich erholen, Wellnessen, Spas besuchen etcetera. Die Anna war mit ihren Klienten das letzte Jahr, glaube ich dort und der Alfred mit dem Karli im September und der fragt mich immer, wo fahren wir das nächste Jahr hin?

Ich bin, das schtreibe ich immer, nicht so ein besonderer Reisetyp und einer der gerne badet auch nicht. Es ziehen mich, glaube ic,h auch gerne die östlichetren Gebiete, als die Strände von Italien und Griechenland an, obwohl mit Griechenland und der Krise habe ich mich ja im letzten Sommer in Harland auf der Terrasse und via You Tube sehr beschäftigt, früher waren wir mit der kleinen Anna sehr oft in Italien beziehungsweise in der Toscana.

Als wir 1987 mit ihr in der Türkei waren, haben wir auf der Rückfahrt die Tante Dora in Belgrad besucht und das 1998, kurz vor dem Kosovokrieg noch einmal der schon größeren Anna wiederholt und da sind wir schon beim Thema.

Denn ich habe mich ohne viel von dem Land zu wissen, für Kroatien entschieden, macht doch dort auch der Thomas Wollinger mit seiner Schreibegruppe seine Screibeurlaube, Camps oder Workshops und so hat sich der Alfred, ich glaube schon im Februar oder März nach der Ferienmesse von der er einen Rucksack voll Prospekte nach Hause brachte, hingesetzt und die Route geplant.

Zuerst wollte er über Triest und mit dem Schiff fahren, dann hat er einen anderen sehr detailierten Plan gemacht, den ich nicht besonders angeschaucht habe, denn bevor ich nicht dort bin, interessieren mich die Reisehandbücher und die Gebrauchsanweisungen nicht sehr.

Daß man damit einfahren kann, habe ich vor ein paar Jahren in Riga bemerkt, denn da suchte der Alfred den Campingplatz, den “best Camp of town” und ich schaute in einem seiner Reiseführer nach und sah, daß dort “Die Hunde von Riga” als passende Reiselektüre empfohlen wurden und shit, das hatte ich ja vor einiger Zeit im Schrank gefunden und nicht mitgenommen, verdammt!

So habe ich mich schon diesmal vorher nach der passenden Lektüre umgeschaut und nicht viel gefunden oder Schwierigkeiten  mit der Einordnung gehabt, wer denn jetzt ein kroatischer Autor ist? Marica Bodozic wurde dort geboren, ist aber in Deutschland aufgewachsen, Jagoda Marinic wurde überhaupt schon dort geboren, hat aber ein Kroatienbuch geschrieben, Bora Cosic, der heurige Gewinner der Leipziger Buchmesse wurde in Zagreb geboren, lebt in Rovinji und Berlin und viele Autoren, die mir vom Namen her passend schienen entpuppten sich als Slowenen.

Von denen habe ich im Literaturhaus  schon einiges gehört und auf den Messen auch diverse Vorschauen und Leseproben mitgebracht, meine Kroatienliteraturausbeute war also eher dürftig und die Autoren lebten dann eher woanders und jetzt, wo ich schon in Harland bin, bin ich noch darauf gekommen, daß ich außer “Tito ist tot” auch noch “Titos Brille von Adriana Altaras, die 1960 in Zagreb geboren wurde, aber 1967 in Italien lebt, über meinen Bett liegen habe.

Aber ich wollte über Grenzen schreiben und die sind nicht nur im Kopf, sondern auch auf der Straße und jetzt viel mehr als je, denn obwohl wir ja in der EU sind, werden die jetzt, wo soviele Flüchtlinge nach Österreich und Deutschland wollen, ẃieder verstärkt kontrolliert, was ich schon letztes Jahr als wir in Salzburg in den Zug nach Ulm einstiegen, merken konnten. Heuer im Jänner in Salzuburg noch einmal und als wir im März in Leipzig waren, wurden wir an der deutschen Grenze zwar nicht angehalten, mußten aber an der Polizei vorbei im Schritttempo fahren.

Aber jetzt wollten wirnach Kroatien und mußten da gleich nach Leibnitz unserem ersten Tagesreiseziel  durch Slowenien fahren. Das war früher, als es die EU noch nicht im heutigen Umgang gab, jugoslawisches Staatsgebiet und als ich vor vielen Jahren einmal mit dem Herrn Benesch und der Sigrid ein paar Tage in der Steiermark verbrachte, gerieten wir beim Schwammerlsuchen irrtümlich ins slowenische Grenzgebiet und hatten keine Päße mit.

Jetzt fuhren wir zuerst einmal eine Stunde durch Slowenien, bevor wir nach Kroatien kamen und als ich dort,  mit dem Lesen der kroatischen Gebrauchsanweisung begonnen habe, waren wir schon wieder weg, denn der Alfred wollte das Wochenende in Kotor in Montenegro verbringen, weil es dort die berühmten Fjorde gibt.

Um dorthin zu gelangen mußten wir noch einmal über eine Grenze, nämlich durch Bosnien-Herzegowina und der Alfred begann, obwohl er sich doch einen so tollen Reiseplan machte, davon zu reden, daß er sich die berühmte Brücke von Mostar, die es ja nicht mehr oder nicht mehr in derursprünglichen Form gibt, ansehen will.

Die haben wir dann nicht gesehen, sondern sind von Kotor, Mentenegro, das im Gegensatz zu Kroatien nicht in der EU ist, aber den Euro als Zahlungsmittel hat, wieder nach Kroatien zurück und daß es dort in den Neunzigerjahren einen Krieg gegeben hat, der die jugoslawische Föderation auseinanderbrach, war vielleicht auch daran zu merken, daß überall gebaut wurde, aber vielleicht betraf das auch nur die Appartmanis für die Touristen, die ja in Scharen nach Kroatien kommen.

In Dubrovnik steht an der Stadtmauer aber genau geschrieben, was der Krieg alles zerstörte und in der Geschichte, die man in den Reisehandbüchern nachlesen kann, ist auch sehr viel von Kriegen, Zerstörungen und Grenzversciebungen zu erfahren.

Über die Grenze ging es aber von Montenegro wieder ein Stück durch Bosnien und dann fuhren wir auch von Dalmatien nach Istrien, das aber zum selben Land gehört, während die Städte Opatija, Rieka, Rovinji, Dubrovnic früher anders geheißen haben, weil sie offenbar zu Italien gehörten und die Spuren der K und K Monarchie soll zumindest laut Führer auch überall zu merken sein, der Wiener Einfluß auf den Hotelterrasse  von Opatija, wohin sich früher die Wiener Künstlerschickeria in den Urlaub verzog, aber auch heute urlauben  sehr viele Österreicher in Kroatien, offenbar weil es billiger, als Italien ist und die Kellner sprechen meistens, vielleicht weil sie ehemalige Gastarbeiter waren, auch sehr gut Deutsch und ob sie jetzt Bosnier, Serben, Kroatier, etcetera sind, ist vielleicht nicht so leicht auszunehmen, wie auch dieSprache, die einmal serbokroatisch hieß und wahrscheinlich immer noch in beiden Ländern mit Ausnahme der verschiednen Dialektausdrücke, die ja auch das österreichische vom Deutschen unterscheidet, wie ich merken kann, wenn ich in Leipzig auf der Messe nach einem Sackerl frage, obwohl die auch dort schon manchmal antworten, “Aha, Sie komme4n aus Österreich!”, zu verstehen ist.

Das Sprachproblem fiel aber weg, da ich weder kroatisch noch serbisch spreche und auch nicht tschechisch, obwohl meine Gropßmutter, glaube ich, von dort genauso, wie die Tante Dora herkam, die sich ja  nach Serbien verheiratete, so daß mich der Grenze 1998 einige Male so ansprach, weil er mich dem Namen nach vielleicht für eine Slowenin hilt,

Jetzt wurden wir meistens  auf Englisch angesprochen, bevor die Kellner auf das Deutsche überwechselten und in Pula sind die Straßentafeln, wie in Kärtnen, wo es deswegen immer noch große Probleme gibt, zweisrachig. Deutsch und Italienisch, die Leute sprechen dort oft auch so und die Kellner versuchen es mit einem “Bon Giorno!” und vor hundert Jahren hat die Stadt Wien in Rovinji oder Rovingo ein Erholungsheim oder ein Seespital mit einer Dr. Luegner Warte, der damals ja in Wien Bürermeister war, errichtet.

Interessant die Spuren der Geschichte, die man in Kroatien finden kann, die Türken sind auch einmal eingefallen und ganz vorher waren die Römer da, so daß man immer noch durch Tempeln wandern und Mosaike bewundern kann. Die meisten Toruisten kommen aber zum Baden, was wir nicht so machten und die letzten Urlaubstage hat es auch sehr viel geregnet und das letzte Stück, als wir von Motovun abreisten, ging auch wieder durch Slowenien an Ljubiana und Maribor in Richtung Graz vorbei und im “Ex Libris” wurde gerade, als wir in Harland in die Endergasse einbogen ein neuer Roman eines Slowenen, der über den Krieg geschrieben hat, vorgestellt und interessant dazu ist vielleicht auch, daß der Bosnier Sasa Stanisic im “Merian-Heft über Kroatien” einen Artikel hat.

Brasilien

1936 ist Stefan Zweig über Einladung des PEN-Clubs zuerst nach Argentinien, danach nach Brasilien gekommen, wo er von dem Land sehr beeindruckt und dort auch schon sehr bekannt war, so daß er, als er dann auch aus London emigirieren wollte und es in Amerika nicht aushielt, sich 1941 mit seiner zweiten Frau Lotte in Petropolis ein Haus für ein halbes Jahr mietete, wo er im Februar 1942 mit ihr Selbstmord beging.

Im September 1941 ist “Brasil – Pais do Futora – Brasilen- ein Land der Zukunft” erschienen, in dem der vom Krieg und den Zuständen in Deutschland  Zerrüttete, seiner neuen Heimat ein Denkmal setzte, das er als “Paradies” empfand und “Brasilien wird immer eine Zukunft haben”, als Schlußwort schrieb, was der Herausgeber, des bei S. Fischer erschienenen Bandes, in seinem Nachwort, angesichts der heutigen Zustände ein wenig revidieren mußte.

Ich  habe mich jetzt durch meine Recherchearbeit für meine “Berührungen” in denen sowohl Stefan Zweig, als auch Heimito von Doderer, als Figuren eines Theaterstück und auch als Betrachter auf der “Wolke” eine Rolle spielen, in Stefan Zweig eingelesen und auf den Band “Brasilien”, ein Spätwerk, wie die “Schachnovelle” und die “Welt von Gestern”, bin ich nur durch Zufall, beziehungsweise durch den Film “Vor der Morgenröte”, der heute in die Kinos kommt und den ich mir nach meiner Rückkehr aus Kroatien anschauen kann, gekommen und, wie ich mich vor einem Jahr mit dem “Mexiko” das Egon Erwin Kisch in seiner Emigration erlebte, beschäftigt habe, reise ich jetzt durch das Brasilien der Neunzigdreißiger und frühen Vierzigerjahre, das heute sicher anders ist, aber durch die scharfe Analyse Stefan Zweigs, dem europaischen Denker, seine beeindruckenden Spuren hinterläßt.

Es gibt auch eine Zeittafel, um die Geschichte des Landes, das von den Portugiesen, deshalb spricht man auch Portugisisch und nicht Spanisch, wie in manchen Romanen, die Stefan Zweig gelesen hat, behauptet wurde, erobert wurden und Stefan Zweig, der durch den Krieg Traumatisierte, lobt in seinem Vorwort, die Freundlichkeit der Brasilaner, die durch ihre Geschichte total vermischt sind und keine Rassentrennung kennen, so daß die Weißen mit den Schwarzen und den Braunen ganz selbstvcerständlich nebeneinander gehen, sich umarmen und befreundet sind.

So freundlich und friedfertig war das wohl doch nicht so ganz,  obwohl die Portugiesen im sechzehnten Jahrhundert mit den nackten Ureinwohnern, die außer Holz, das man nicht gut transportieren konnte, keine Schätze zu besitzen schienen, nicht viel anfangen konnten.

Später entdeckten sie aber das Gold, den Zucker, den Kaffee, den Gummi, die Portugiesen siedelten sich in Brasilien an, schickten auch ihre Jungfrauen und Huren hin, was dann auch zu der Vermischung führte, sowie, die Sklaven die von Afrika importiert wurden.

Also wieder trotz der Freundlichkeit der Brasilianer eine Geschichte der Gewalt und auch das Kapitel der Wirtschaft ist eine der Ausbeutung. Die Braslianer durften selbst aus der Baumwolle keine Stoffe machen, sondern mußten sie importieren und ihre Kleider kaufen, der Kaffee wurde zu Spekulationszwecken ins Meer geworfen etcetera. Das dritte Kapitel ist die Kultur des Landes gewidmet und da lobt Zweig wieder die Freundlichkeit und den Stolz der Einwohner, die lange Analphabeten waren, so hat sich die Kultur auch erst sehr spät entwickelte.

Denn der Samba kam ja von den Sklaven aus Afrika, die ersten Romane und die ersten Opern wurden erst sehr spät geschrieben, wie auch die Schulbildung und die Universitäten sehr sehr spät eingeführt wurden und Stefan Zweig, als er nach Braslien kam, wie einst bei seinem Besuch in Russland, die Straßenbahnschaffner und die Arbeiter in ihren Pausen stolz mit einem Buch in der Hand lesen sah.

Dann gehts nach Rio de Janeiro in diese wunderschöne Stadt am Meer, wo frühmorgends alle Passagiere auf den großen Schiffen mit ihren Ferngläsern und Kameras stehen um die Einfahrt nicht zu versäumen, wo man statt der Freiheitsstatue den “Pao de Acuar”, den Zuckerhut sieht, es gibt in der Stadt nach französischen Modell, dem großen Vorbild nachempfunden, einen großen Boulvard und außerdem die “Favelvas”, die “Negerdörfer”, wie man damals noch schreiben durften, die wie Stefan Zweig bedauert, “morgen” vielleicht schon verschwunden sind, die für ihn aber, obwohl ihre Bewohner sehr arm waren, einen großen Reiz ausmachten.

Die Städte  San Paolo, eine moderne zukunftsträchtige Stadt, wie Zweig steht, in dem alle hasten und es wenig Romantik, dafür aber eine Schlangenfarm, ein Museum mit ausgestopften Papageien und eine große Strafanstalt gibt und Bahia, die Zweig während eines Rundflugs kennenlernt und eine religiöse Prozession miterlebt, werden besucht und der Amazonas erlebt.

Es gibt ein Kapitel über den Kaffee, den ja die Türken nach Wien gebracht hat, in Brasilien wird man zu jeder Tageszeit zu einem Tässchen Kaffee eingeladen und schlürft das schwarze starke Getränk, wie Likör hinunter. Die ehemaligen Goldgräberstädte und die modernen Minen und noch vieles anderes, werden besucht oder ausgelassen.

Und am Schluß meint Zweig nach seiner wahrscheinlich ersten Brasilienreise: “Aber dann besinnt man, da der Motor anhebt zu rattern, um uns fortzutragen, wieviel Dank man schon schuldet für Glück und Gewinn dieser Wochen und Monate. Wer Brasilien wirklich zu erleben weiß, der hat Schönheit genug für ein halbes Leben gesehen.”

Man sollte also hinfahren in das moderne Brasilien, das inzwischer sicherlich ganz anders ist, aber vorläufig habe ich mich ja auf Kroatienurlaub begeben und werde darüber wahrscheinlich auch einiges zu berichten haben.

Dubrovnik

Dubrovnik, Aufstieg auf den Brdo Srd

Dubrovnik, Aufstieg auf den Brdo Srd

Das uralt Büchlein über “Dubrovnik und Umgebung” aus dem Jahr 1976 aus dem Druckhaus “Tiskara Turistkomerc, Zagreb”, habe ich vor ein paar Wochen im offenen Bücherschrank gefunden und den Alfred gefragt, ob wir bei unserer Kroatienreise, ich bereite mich vorher ja nie besonders vor, auch dorthin kommen?

Sonst hätte ich es nicht genommen. So habe ich es aber in meine Büchertasche gepackt und dann, als wir von dem Montengrinischen Wochenende wieder zurückkamen und in Dubrovnic auf einem sehr teuren Camp übernachteten, es herausgezogen und in die Stadt mitgenommen.

Inzwischen wird es ja dort ganz anders sein, habe ich, glaube ich in meinem Büchervorbereitungsartikel geschrieben und das stimmt und stimmt auch nicht, denn die Kirchen und die Klöster schauen noch genauso aus und einige habe ich auch nach dem Führer wieder erkannt, sind aber trotzdem nicht mehr ganz dieselben, denn im Krieg wurde ja einiges zerstört.

Wenn man mit dem Bus vom Camp in die Stadt fährt und  durch das Stadttor in die Altstadt geht, kann man das auf einer Tafel nachlesen und die Föderation Jugoslawien, als Teil des sochender Band vom Touristenverein herausgegeben wurde, gibt es auch nicht mehr.

“Jugoslawien-Kroatien-Dubrovnik”, steht auf der Schmallseite geschrieben und ist wahrscehinlich Teil einer Reihe. Ein kleines Büchlein, das man gut in die Tasche stecken und zum Stadtbummel mitnehmen kann, mit vielen Abbildungen und das habe ich auch getan.

Die Professoren Dubravka Beritic und Tomislav  Sulja, haben denn Text geschrieben. Es gibt sieben Fotografen, die ich jetzt gar nicht alle anführe und am Cover die Stadtansicht, die man auch auf der Busfahrkarte und sogar auf dem Erfrischungstüchlein, das man in dem Restaurant bekam, wo wir eine Fischplatte aßen, sehen kann.

Dann gibts ein Motto von Hanibal Lucic:

“Dubrovnik, du Ruhm unserer Sprache Du sollst immer und in Ewiigkeit blühen. Gerechtigkeit ist deine Grundlage, Vernuft deine Nahrung. Darum kannst du in Ruhe leben.”

Und Dubrovnik hat ja auch überlebt und sich verändert, ist inzwischen wahrscheinlich ganz tredy geworden. Aber das, was in dem Büchlein steht ist immer noch aktuell.

Geht es da ja um die historischen Schätze und so beginnt es  nach einer kurzen Erläuterung der geografischen Lage mit der Geschichte. Die Gründung der Stadt wird erzählt und das Verhältnis zu Venedig und einen Exkurs in die Dubrovniker Literatur gibt es auch.

Dann beginnt schon der Bildteil und man kann die Hauptstraße  mit ihrem Marmorboden, wo es keine Autos gibt, bewundern. Gut, die abgebildeten Menschen sind jetzt anders gekleidet. Die Minikleider sind verschwunden, dafür gibt es Turnschuhe und Baseballmützen. Aber einige Kirchen habe ich, wie schon beschrieben, nach den Abbildungen erkannt.

Man sieht den Rektorenpalast, an den kann ich mich nicht erinnern, aber vielleicht heißt er jetzt auch anders und dann den alten Stadthafen, bei dem wir  gewesen sind. Das alles wird dann auch genau beschriebrn. Das Dominikaner- und das Franziskanerkloster und ein Bild von der Franziskaner-Apotheke gibt es auch.

Über die Stiege zu der Jesuitenkirche sind wir gegangen und auch auf der Stadtmauer die Stadt entlang und haben auf die Dächer von Dubrovnik hinuntergeschaut, wo es, wie auch in den anderen kroatischen Städten und Dörfern, das muß ich jetzt erwähnen, damit ich es nicht vergresse, viele Katzen gibt, die herumlaufen und sich verstecken, wenn man sie anlocken und streicheln will.

Ich tue das ja nicht so gerne, denn ich bin ja keine so besondere Katzenfreundin, beziehungsweise mag ich sie nicht auf meinen Schoß sitzen haben.

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Der Alfred ist da anders und so hatte er oft etwas zum Streicheln, sofern die Katzen sich das ließen und in einigen Kirchen sind wir auch gewesen, obwohl ich als Nichtkatholikin, das Kirchenbewundern auch nicht so gerne mag.

Es sind aber Kulturschätze und  haben den Kommunismus überlebt und sind auch in dem kleinen Büchlein zu bewundern, das dann auch einige Abbilungen von den Hotels hat, die es vielleicht nicht mehr alle gibt und wenn schon vielleicht nicht mehr von den Tourismusbüros betreut werden, die in dem Buch angegeben sind.

Die Festung Minceta haben wir aber gesehen, beziehungsweise bestiegen. Dort waren auch sehr viele Japaner die ihre Handies auf langen Stangen vor sich hertrugen und damit, was den Alfred, der aber ebenfalls fotografierte, ärgerte, ihre Selfies machten und jetzt weiß ich endlich, wie das geht.

Sommerfestspiele gibt es auch, aber die werden heuer wahrscheinlich erst eröffnet, so kann ich mich mit der Abbildung der Vostellung von “Dundo Maroje” begnügen.

Dann geht es in die Umgebung, wo wir wahrscheinlich auch nicht waren. Man sieht das Hotel “Adriatic” und den Hafen Gruz.

Die Museen werden beschrieben und wie schon erwähnt, die Hotels in allen ihren Kategorien. Dann sieht man noch die Tänzerinnen bei einer Folklore-Veranstaltungen mit ihren weiß schwarzen Dirndlähnlichen Kostürmen. Eine Frau mit einer weißen gestärkten Haube und eine andere vor einem reichgedeckten Restauranttisch, ist ebenfalls zu sehen

Spannend also die Geschichte mit der Gegenwart zu vereinen und mit einem uralten Büchlein durch eine Stadt zu gehen, die es so nicht mehr gibt oder doch natürlich, ganz genau nachgebildet und wahrscheinlich doch ganz anders. Eineinhalb Tage sind wir dort gewesen, über die Stadtmauer marschiert, haben einmal Fischplatte und einmal im Panoramarestaurant Tuna-Salat gegessen, bevor wir mit der Seilbahn wieder hinunterfurhen.

Hinauf sind wir gegangen, weil wir die Station nicht so schnell fanden. Das war aber sehr schön und bei der Seilbahnstation ganz oben, wo man die Tickets bekam, gab es auch einen Shop mit wahrscheinlich aktuelleren Dubrovnik-Führern. Mir hat aber mein alter Fund genügt und ich kann mich auch erinnern, daß meine Schwester in den Sechziger oder Siebzigerjahren dort gewesen ist und als Souvenier eine Tasche und einen ähnlichen Führer mitgebracht hat.