Eine elendslange Bücherliste

Meine Bücherliste erregt, wie man an den Kommentaren sehen kann, regelmäßig Aufsehen und eine Pressedame hat mir deshalb einmal auch ein Buch verweigert.

Das warum habe ich immer noch nicht ganz verstanden, denn ich bemühe mich ja die Bücher zu lesen, es stimmt aber, es gibt sehr viele.

Es werden zuviele verlegt und die Leute lesen immer weniger, auch wenn ich das nicht so gerne höre. Ich lese eigentlich auch nicht so viel, zwischen hundertfünfzig und hundertfünfundsiebzig Bücher im Jahr, wenn es hochkommt und wenn ich da pro Woche mehr als fünf finde oder geschickt bekomme, bin ich im Rückstand, denn ich habe ja auch eine sehr lange Backlist, die ich zum Teil schon mit mir herumschleppte, als es die Bücherschränke noch nicht gab und ich, so wie heuer größtenteils Neuerscheinungen gelesen habe.

Meine Bücherliste ist ohnehin so eine Sache, entstanden ist sie, 2011 durch die hundert Bücher-Challenge, damals war ich noch nicht so sicher, ob ich hundert Bücher im Jahr schaffe.

Das schaffe ich, kein Problem, aber ich gehe ja gerne zu den Bücherschränken, freue mich, wenn ich da was Tolles finde, kaufe bei Abverkäufen und Flohmärkten oft ganze Stöße und habe 2013, glaube ich, den Rappel bekommen, alle meine bis dato ungelesenen Bücher auf die Liste zu schreiben, so wurde sie lang und länger un als ich dann mit dem Buchpreislesen angefangen habe, bin ich in Troubles gekommen. Im Herbst 2016 war das, als ich so mittendrin in der Buchpreisliste war und dachte, ich schaffe den Stapel der im Badezimmer liegt nicht mehr.

Schon ein paar Jahre vorher habe ich im Herbst angefangen, die Bücher, die fürs nächste Jahr auf der Liste standen aus den Regalen zu suchen und ins Badezimmer zu legen und die Liste ging, was meine Leser manchmal erregt, so bis Mitte oder Ende der Zwanzigerjahre.

Ja ich vertraue auf mein Augenlicht und ein Durchschnittlsalter, aber damals im September bin ich hergegangen und habe die Vorausliste gelöst und inzwischen nach und nach durch die aktuelleren, besseren, brandheißen Backlistbücher, die ich hatte ergänzt.

Jetzt ist sie aber schon wieder lang geworden und weil ich heuer aber so viele Neuerscheinungen gelesen habe, habe ich von der 2018- Backlist nur sehr wenig gelesen und die restlichen vierzig, die ich noch lesen wollte, sollte, schon vor einiger Zeit gelöscht, komme ich mit den Neurscheinungen ja wahrscheinlich gar nicht nach und werde ein paar vielleicht wohl noch im Jänner lesen.

Jetzt ist aber schon die erste Frühjahrsvorschau von “Diogenes” gekommen, da habe ich mich sehr zurückgehalten, aber vier Bücher angemerkt und wenn dann im November der Rest kommt, kann ich mir ausrechnen, daß 2019 nicht viel besser als 2018 wird, obwohl ich die Bücher von der 2018- Backlist, die noch im Badezimmer liegen und die, die mir für 2019 heraussuchen sollte, gerne lesen möchte, zumindestens einige von ihnen.

Dann dürfte ich mir aber nichts Neues bestellen und da bin ich sehr neugierig und lese gerne.

Ja, es stimmt, Leselflauten gibt es eigentlich kaum bei mir, sage ich doch immer “Es interessiert mich, was die anderen besser als ich können!”, obwohl ich mir in letzter Zeit schon manchmal denke, “Warum soll ich das lesen? Die anderen interessieren sich auch nicht für meine Bücher!”

Aber dann obsiegt meistens die Neugier und ich denke sehr oft, wenn ich ein neues Buch sehe oder darüber höre “Das würde ich gern lesen!” und muß mich dann bezüglich Anfragen zurückhalten.

Ja, es ist ein Dilemma, aber eines was sich zum Glück sehr leicht lösen lösen und es nicht wirklich schlimm ist, wenn ich mal was nicht lese oder es nicht bei mir landet.

Luxusprobleme halt und gut wenn ich keine anderen habe. Denn ich finde es ja schön, daß ich, wie ich denke, eigentlich recht gut belesen bin und mich in der Gegenwartsliteratur gut auskenne.

So liegt also noch der 2018 Stapel mit einigen sehr interessanten Büchern, die ich leider nicht geschafft habe im Bad und den 2019 sollte ich auch langsam herausholen oder ihn, bevor ich die Zukunftsliste lösche, um mir dann nur noch nach Bedarf das herauszusuchen, was ich leicht finde oder gerade lesen will, durchsehen.

Bei Krimis, Chicklits oder anderer leichterer Literatur bin ich jetzt schon vorsichtiger und sage, was eigentlich auch schade ist, ab, wenn mir jemand seinen heiteren Ratgeber schicken will. Das möchte ich eigentlich nicht wirklich, weil ich auch möchte, daß die anderen meine Bücher lesen und besprechen. Auch wenn ich nicht auf den Buchpreislisten stehe und nicht bedauernd sagen “Das kann ich leider nicht, das ist mir zuviel!”

Aber man kann nicht alles lesen, stimmt, auch wenn ich das noch immer sehr gerne möchte, aber schon manchmal denke, daß es vielleicht schon zuviel ist, mich durch das hunderttausenste Midlifekrisis Buch eines berühmteren Schriftstellers zu lesen.

Nun gut, mal sehen, wie es wird und weitergeht mit den Neurscheungen und Backlistenlesen. Mit den Buchpreislisten bin ich jedenfalls so langsam durch oder lese mich dorthin. Vier ungelese habe ich noch von der deutschen Liste und zwei die ich noch bekommen müßte und auf das österreichische Buchpreislesen mache ich mich demnächst, denn da wird der Preis am Montag vergeben. Ob es der Winkler, der Steinfest oder doch einer der drei anderen wird? Drei davon habe ich noch zu lesen, zwei müßten noch zu mir kommen und dann kommt ja bald die Debutpreisshortliste und da kommen dann ja noch einige Bücher hinzu, wenn ich nicht das Glück hätte, alle davon schon gelesen zu haben. Was möglich wäre, weil ich das bei zehn bis fünfzehn schon tat, zwei ungelesene habe ich auch und auch den Vorschlag für meine persönliche Shortlist. Mal sehen ob die stimmt?

Stern des Nordens

Nach Japan und China geht es jetzt nach Nordkorea und zwar abseits von den Buchpreislisten zu einem Thriller, den D.B. John geschrieben hat, der laut Klappentext in Wales geboren wurde, lange in Südkorea lebte und einer der wenigen Touristen war, die Nordkorea bereisen konnte.

Ja über Nordkorea weiß man wenig, außer, daß es eine Diktatur ist und die Leute diese grauen Anzugsuniforemn tragen und so ist der Thriller, der, wie auf den ersten Seiten steht “Eine erfundene Geschichte erhält””, bei der einige, der vorkommenden Personen wirklich, wie etwa der Diktator Kim Jong-Il, existieren.

Deshalb ist es wohl sehr spannend, den “Stern des Nordens”, der drei Handlungsstränge, drei Gesichichten die ineineinander verknüpft werden, enthält, zu lesen, wenn auch die Story etwas unglaubwürdig ist und von  Spannungsbögen und Wendungen nur so strotzt, das man beim Lesen kaum mitkommt.

Es beginnt mit einem Prolog, da wird im Juni 1998 in Südkorea, eine achtzehnjährige Amerikanerin halb koreanischen halb afroamerikanischer Abstammung entführt. Das heißt sie verschwindet vom Strand und ihre Zwillingsschwester Jenna, erlebt ein Trauma, das sie noch als Dreißigjährige nicht schlafen läßt und zum Psychiater führt. Sie ist Wissenschaftlerin, hält auf der Uni Vorlesungen über Nordkorea. Sie spricht auch dessen Dialekt und da holt sie eines Tages der CIA aus dem Hörsaal und macht sie zur Agentin. Sie will nur eines, ihre Schwester retten, von der sie nicht glaubt, daß sie tot ist und so stimmt sie zu.

Dann gibt es eine nordkoreanische Bäuerin namens Frau Moon, die ein vom Himmel herabgeworfenes Care Paket aus Südkorea findet und es nicht, wie man das muß abgibt, sondern die Schokoladekekse, die darin enthalten sind, am Markt verkauft und dadurch zur Widerstandskämpferin wird.

Das Leben in Nordkorea ist sehr gefährlich, überall lauern Spitzel, die einen verhaften können, trotzdem wird gehandelt und bestochen. Frau Moon versteht das sehr gut und das Handeln und Bestechen ist auch zur Elite des Landes durchgedrungen und da ist Oberst Cho und sein Bruder Yong-ho, der Karriere machte und bis in die oberste Parteispitze aufgestigen ist.

Fein, könnte man sagen, es gibt nur ein Problem, wenn man das tut, wird seine Vergangenheit durchleuchtet und die beiden waren Findelkinder. Vielleicht waren ihre wirklichen Eltern Regimegegner oder Spione und die Angst blüht.

Vorerst wird Cho aber zu einer Mission nach Amerika geschickt. Da wird er von seinem Bruder mit Falschgeld ausgerüstet und er muß auch Drogen schmuggeln, denn die sozialistische Volksrepublik lebt sehr gut davon, in New York oder Washington, kehrt er dann mit seiner Delegation in eine Hamburgerbude ein und erklärt der staunenden Menge, daß die Fleischbrötchen eigenlich vom geliebten Führer erfunden wurden.

So weit die Ironie und das ist sehr lustig. Die Handlung dreht sich aber weiter. Jenna, die inzwischen von der amerikanischen Außenministerin, die später Präsidentin werden möchte, besucht wird, trifft den Oberst bei einem Bankett und erzählt ihm von ihrer entführten Schwester.

Der führt sie, als sie in einer Friedensmission nach Pjöngjang kommt,  in seiner Angst in das geheime Lager, wo die entführten und umerzogenen Ausländer zu Spitzeln herangebildet werden. Er hat inzwischen einen Orden an der Brust, sein Todesurteil steht aber schon fest. Er kommt in ein Umerziehunglager, wird gefoltert und muß in den Minen arbeitet. Trifft dort aber seine wirkliche Mutter  und zu Jenna kann er auch Kontakt aufnehmen und sich als Überläufer anbieten.

Das mißlingt zwar, aber Jenna kommt mit dem großen Führer in Kontakt, der sie zu ihrer Schwester bringt und dazwischen wird noch unzählige Male  geschoßen, überfallen und geflüchtet, bevor die beiden Schwestern in den USA eintreffen und Frau Moon ihren Enkelsohn in die Arme nehmen kann, der natürlich der Sohn des Oberst ist, der wenn es richtig verstanden habe, nicht entkommen konnte.

Ein Teil des Buchs, nämlich die Verhör- und Folterszenen, die Cho erleiden muß, haben mich stark an Orwells 1984 erinnert.

Einiges war sehr interessant. Die Handlung ist mir, wie schon geschrieben, ein wenig übertrieben und unglaubwürdig vorgekommen.Zuviel Aktion würde ich sagen, aber das muß bei einem Thriller wahrscheinlich so sein.

“Wenn es ein Buch gibt, das Sie dieses Jahr unbedingt lesen sollten, dann ist es “Stern des Nordens”, steht am Buchrücken. Dem kann ich mich nicht unbedingt anschließen. Da würde ich wahrscheinlich ein paar andere wie beispielsweise “Die Katze und der General”, das ja auch schlechte Kritiken hat, “Unter der Haut” oder “Fliegende Hunde”, beziehungsweise “Die Büglerin” vorschlagen, aber über Geschmack läßt sich ja bekanntlich streiten und ich bin auch der Meinung, daß es das “eine Buch” nicht gibt und man das, was man will lesen soll.

Allerheiligen, Donnerstagsdemo und fertig mit dem Nanowrimo

“Fertig?”, werden jetzt meine Kritiker fragen.

“Jetzt spinnst du total, denn es ja erst der erste Nomember und der “Nanostart” und du hattest doch vor einer knappen einer Woche schon vierzigtausend Worte, wie kannst du da schon fertig sein?”

Und richtig, stimmt, der Rohtext ist vor ein paar Stunden geworden, da habe ich jetzt  achtundneunzigeinhalb Seiten, dreißig Szenen und hört und staunt nut 49 238 Worte und da die circa sechs Szenen, die ich am heutigen Tag hinuntergeschrieben habe, noch unkorrigiert sind, werden wohl noch an die tausend Worte wegkommen. Aber ist ja egal und ich habe vor einer Woche, den vorläufigen Zustandsbericht geschrieben, da hatte ich, glaube ich  einundzwanzig Szenen und an die dreißigtausend Worte, hatte schon ein paar Wochen nicht weitergeschrieben und war aus der Story ziemlich heraus, dann habe ich am letzten Freitag in Harland, glaube ich, drei oder vier Szenen geschrieben und das Ganze dann bis zum Ende skizziert.

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Demo am Eingang zum Heldenplatz

Am Samstag wollte ich weiterschreiben, aber da ist mir der “Traffikant” in die Quere gekommen, so daß es nur ein bis zwei Szenen wurden, aber klar war, der “Nano-Zug” ist abgefahren. Ich schreibe den Text so schnell wie möglich fertig und nütze den November zum Korrigieren, soweit mich die “Buch Wien” das läßt und heute wieder ein fast verlängertes Wochenende, der Donnerstag ein Feiertag, am Freitag habe ich zwar  Stunden. Dann kommen aber Samstag und Sonntag. Da war klar, daß ich weiterschreiben werde, allerdings habe ich den Tag mit meiner “Ohrenschmaus-Laudatio” begonnen, dann das Mittagessen bereitet. Um cirka halb zwei mit dem Schreiben angegefangen und geschrieben und geschrieben, bis kurz nach fünf, da war ich schon bei meiner letzten Stzene, der Alfred lästig geworden ist und gedrängt hat “Gehen wir auf die Demo!“, wo sich die Leute, um sechs bei der Albertina und beim Hrdlicka-Denkmal trafen.

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Auch die JapanerInnen freuen sich über die Demo

Gustav

Gustav

Dazu braucht man cirka zwanzig Minuten, aber der Alfred will immer die Leute vorher treffen und ich war gerade im Lteraturhaus, nicht in der “Alten Schmiede”, wo in meinen früheren Szenen noch steht, daß da die Präsentation von Maria <mattuscheks “Traummotizen” stattfinden werden. Aber das Literaturhaus brauchte ich, denn wenn Magdalena von dort nach Hause geht, kommt sie wieder an die Kreuzung Wienzeile-Pilgramgasse und da sieht sie ja wieder den weißen BMQ, wo diesmal Heiner Kubik, Ulla und ihren Freund Jens nach Hause bringt und die Maria Mattuschek war mir gerade eingefallen und das stand  nicht in meinen Notizen, liest im Literaturhaus nicht die “Traumnotizen”, sondern aus einen ihrer selbstgemachten realistischen Romane. So weit so what. Weil der Alfred so drängte habe ich dann an der Kreuzung mit dem weißen Auto haltgemacht und dachte, das ist es vorläufig, aber man soll ja auch etwas ausparen und braucht nicht alles hunderttausend Mal wiederholen.

So weit, so what mit meinem fast “Nanrowrimo”, gerade habe ich mir das Motivationsviedo der Julia K. Stein angehört, die erklärte, daß man sich beim “Nanrowirimo” Ziee setzten soll.

Mein Ziel ist erreicht, jetzt werde ich die Plotlücken, die ich sicherlich noch habe. schließen, die Handlungstränge einzeln korrigieren und vielleicht, wenn es geht, noch soweit zu verändern, daß dem Roman der Durchbruch gelingt.

Angelica Baumer

Angelica Baumer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Jelena Gucanin, Maria Rösslhumer, Nicole Schöndorfer

Geht wahrscheinlich wieder nicht, aber es gibt sicher in den fast hundert Rohseiten, die ich bis jetzt habe, einiges zu verbessern. Nur der Roman der Magdalena wird so unvollendet bleiben. Das andere kann ich noch beliebig ausarbeiten und dann war heute ja nicht nur Allerheiligen, der Tag wo man seiner Toten gedenkt, ich bin aber keine Friedhofsgeherin, sondern auch wieder Donnerstag und da gibt es  seit Anfang Oktober wieder wöchentlichen Demonstrationen gegen die blautürkise Regierung und deren Sozialabbau und autoritären Veränderungen.

Bei der ersten am 4. 10 sind wir geweisen. Seither nicht mehr, weil wir ja jeden zweiten Donnerstag nach Harland fahren und vor zwei Wochen, die Debutpreisleseung in der Arbeiterkammer war. Diesmal aber wieder soziales Engement, da gibt es ja genug zu tun und die Demo traf sich, wie schon erwähnt beim Hrdlicka Denkmal, wo auch immer am ersten Mai die Kommunisten losmarschieren und weil ja Allerheiligen war, stand die Demo auch unter diesem Motto und es wurde aller Toten gedacht, die im Krieg und im Faschismus gestorben sind.

Tafeln wo” Rassismus, Armut, Sexismus, etcetera, tötet!” stand, wurden hochgehalten und wir sind über den Ring zum Ballhausplatz marschiert, wo es wieder ein umfassendes Kunst und Protestprogramm gegeben hat.

Doron Rabinovici hat gesprochen, die Sängerin Gustav gesunden, zwei junge Roms, wo einer der Exilpreis-Schriftsteller Samuel Mago war, der 1996 in Budapest geboren wurde, haben gesprochen. Es gab wieder gute Stimmung, viel Aktivismus und Aufruf zum Widerstand, diesmal waren offenbar sechstausend, das letzte Mal waren es zehntausend, glaube ich, Leute da. Robert Schindel habe ich wieder gesehen, Christa Stippinger, Magdalena Knapp Menzel und und und als wir über den Heldenplatz nach Hause gehen wollten hat uns eine Frau aus Hamburg angesprochen und uns erzählt, daß sie ihren Sohn besucht, der in Wien Sprachkunst studiert und  auch auf der Demo war.