Herbstvorschau und Lesegeplauder

Im September wird es drei eigene Lesungen geben. Am 5. beim Volksstimmefest, eine Woche drauf ist die Poet Night, am 21. 9. gibts doch eine Präsentation meiner neuen Bücher im Reading!!room und am Wochenende davor ist wieder “Rund um die Burg”. Da habe mir jetzt das Programm ausgedruckt und wieder vor, nonstop zu bleiben. Denn diesen Spleen, einmal im Jahr mit einer Tasche Proviant frierend in einem Zelt zu übernachten und allem, was Rang und Namen hat und lesen darf, zuzuhören, erlaube ich mir und jetzt gelingt mir auch das Durchhalten.
Um halb drei in der Früh, wenns ganz kalt ist und die Erotiknacht vielleicht fad, denke ich ja leicht, was soll es, die anderen kommen auch nicht zu meinen Lesungen?
Eine Zeitlang habe ich befürchtet, es wäre eine Woche vorher, also zeitgleich mit der Poet Night und diesen Marathon durchzuhalten, wäre besonders schwer. Es ist aber hintereinander und ich werde mich auch nicht splitten müssen.
Obwohl der August erst angefangen hat, beginnt nun auch die Vorschau auf die neuen Bücher. Peter Henisch hat ein Neues, entnehme ich dem Programm, dann gibts wieder einen Eva Rossmann Krimi. Alfred pflegt mir den regelmäßig zum Geburtstag und zu Weihnachten zu schenken, wahrscheinlich auch, weil ihn anschließend die Anna liest. Als ich das letzte Mal mit ihr essen war, hat sie mich in den Thalia, in die Mariahilfer Straße geführt und behauptet, es gebe einen Eva Rossmann Krimi, den ich nicht habe, wir haben ihn aber nicht gefunden und der neue “Leben lassen” ist, so viel ich weiß, noch nicht erschienen.
Eva Rossmann wird bei “Rund um die Burg” lesen und dann hat auch Wolf Haas einen neuen Krimi “Brenner und der liebe Gott”, obwohl er diese Serie 2003 mit “Das ewige Leben” beenden wollte.
Alles kann sich ändern und es werden im Herbst sicher viele neue Bücher auf mich zu kommen, von denen ich noch keine Ahnung habe.
Dann gibts auch die Liste für den deutschen Buchpreis und wir werden wissen, welche ehemaligen Bachmannpreisträger ganz oben stehen.
In diesem Sinne, obwohl ich eine sehr anachronistische Leserin bin, mit einem ungelesen Bücherberg, der weit in das vorige Jahrhundert hineinreicht, so daß mich solche Listen meistens nur veranlassen, das Ungelese herausholen, leite ich zu einigen Fragen über, die in den Bücherblogs gerade diskutiert werden.
Eine dreht sich um die schlechten Bücher und da geben die Blogger ihre Kriterien an, was sie für schlechte Bücher halten. Z.B. lillyberry oder leselustfrust führen da lange Listen.
Das hat mich wieder etwas verwirrt, denn ich bin ja eine, die sehr offen, tolerant und neugierig ist und sich für vieles interessiert.
Ein Hauptkriterium für ein gutes Buch wäre für mich die Ernsthaftigkeit mit der es geschrieben wurde. Wenn sich der Autor, die Autorin bemühen, gibt es für mich kein schlechtes Buch, denn es ist ja interessant, was die anderen so schreiben.
Ein Problem ist natürlich das Lektorat, denn in dem Wunsch, das Ganze zu verkaufen, gibt es wahrscheinlich kaum mehr einen originellen Autor, denn da wird, wie man merken kann, viel geglättet, den Leserwünschen angepasst und auch nicht alles zugelassen und die Schreibschulen haben ja auch die Regel, daß immerfort etwas passieren muß und daß alles, was die Handlung nicht weitertreibt, hinausgehört.
Darin widerspreche ich in meinem Schreiben, wo oft nicht viel passiert und das hat mir vor Jahren auch einmal Karl-Markus Gauß erklärt, daß es in der Literatur nichts Gewöhnliches geben darf, sondern alles muß überhöht und außergewöhnlich sein, während ich mich ja gerne an das Stifterische Prinzip der “Bunten Steine” halte und von den Randexistenzen des Lebens berichten will.
Und weil ich so schreibe, kritisiere ich auch nicht so gern herum, sondern höre erst einmal zu, obwohl ich natürlich meinen eigenen Geschmack habe und auch nicht alles lese.
So habe ich bei “Harry Potter”, Stephanie Meyer, etc. sicher meine Vorurteile, “Die Vermessung der Welt” nicht gelesen und tue mir bei der experimentellen Literatur auch schwer.
Eine Kriterienliste, was ein schlechtes Buch ausmacht, sofern es nicht abgeschrieben, rechtsradikal und rassistisch ist, habe ich aber nicht.
Die zweite Frage ist, wie kommt man zu den Büchern, die man liest? Braucht es da die Verlagsempfehlung oder eine Büchersendung, wie “Die Vorleser” oder Elke Heidenreich, die die Vorauswahl treffen?
Da bin ich daraufgekommen, daß ich auf den Namen gehe, wenn ich den Namen des Autors kenne, bin ich interessiert, auch das neue Buch kennenzulernen.
So kaufe ich z.B. meine Bücher aus den Ein-Euro-Kisten und da ich viel zu Lesungen gehe, literarische Seiten lese, den Bachmannpreis studiere etc. habe ich auch viele Namen im Kopf, so daß ich “Ex libris” oder die anderen Sendungen gar nicht brauche, obwohl ich sie gern höre.
Die österreichische Büchersendung ist zur Abwechslung eine, die mir nicht so gefällt, die halte ich durch die Essays, die die Herren, die sie moderieren, voran stellen, für zu oberklug und ich weiß oft nicht, was das mit den besprochenen Büchern zu tun hat?
Zum Abschluß meiner heutigen Gedankensplitter komme ich zu Anni Bürkl, die auch Ghostwriterin ist und da in ihrem Blog ihre Preise angibt, wenn man sich von ihr ein Buch schreiben läßt, weil man zwar Ideen, aber keine Zeit zum Schreiben hat.
Da konnte ich, als Konsumverweigerin nicht umhin, ihr einen Kommentar zu schicken. Obwohl es die berühmten Schauspieler, Politiker etc., die fünfzehn- bis zwanzigtausend Euro für einen Ghostwriter zahlen, um ihre Biografie in einem Großverlag zu haben, die des bekannten Namens wegen auch gekauft wird, schon geben wird.
Soll auch so sein und so gesehen ist das Ghostwriting sicher spannend. Nur fällt mir da das Gerede von der “Vanity Fair” ein, das man zu hören bekommt, wenn man sich zum Beispiel ein Buch im Book on Demand-Verfahren macht.
Es ist schon ein Dilemma mit der Literatur. In diesem Sinne freue ich mich auf den Bücherherbst und werde jetzt weiterkorrigieren.

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