Erfreulich

Da habe ich geglaubt, es wird nichts mit Maeve Binchys “Straße ins Glück” aus Lillyberrys Geburtstagsaktion. Sie hat zwar immer, wenn ich dachte, macht ja nichts, ich hab ohnehin genügend Bücher, die ich meinen Erben ungelesen hinterlassen werde, versichert, jetzt kommts bestimmt und am Mittwoch hat es mir der Alfred überreicht, als er aus Wien gekommen ist.
Danke, Lillyberry, jetzt habe ich natürlich die Chance beim Lesen schneller zu sein, wenn da nicht ganz oben auf dem Bücherstapel Julia Francks “Lagerfeuer” liegen würde und Alberto Moravia soll man auch gelesen haben, denn der steht sicher auf einer dieser “must have” Listen.
Von Maeve Binchy, der irischen Erfolgsautorin, habe ich noch nichts gelesen, hätte aber vielleicht fast vor ungefähr zehn Jahren. Denn da gabs diese Libro-Bestseller-Aktion. Wenn Libro ein Buch von der Bestsellerliste nicht lagernd hat, bekommt man es umsonst.
Schade, daß es das nicht mehr gibt, denn das ist ein gutes Training gegen die Sozialphobie. Ich habe dabei zwar auch ein oder zwei Verkäuferinnen verärgert und hoffe nur, sie haben das Buch nicht zahlen müssen, aber dadurch Autoren und Bücher kennengelernt, über die sich staunen läßt.
Da soll einer sagen, bei Libro gibts nur Bleistifte, aber diesen Rettberg-Libro gibt es ja nicht mehr und die ca zehn Bücher, die ich inzwischen in der Krongasse habe, waren, als ich sie suchte, auch nicht dort.
Die Maeve Binchy, nach der ich fragte und mir seither den Namen einprägte, so daß ich es mir bei Lillyberry wünschen durfte, aber schon.
Das erste Buch nachdem ich auf der Wiedner Hauptstraße dann fast ein Monat fragte und schon aufgeben wollte, war Philip Roths “Amerikanisches Idyll”, das ist inzwischen in den “Wiener Verhältnissen” verewigt.
Dann kam ein Kundera an die Reihe, der schon auf französisch geschrieben und daher von M.R.R. verrissen wurde, aber auch den Mankell kenne ich von dieser Aktion und zwar gabs da zuerst “Die fünfte Frau” und dann noch “Die falsche Fährte” und von Lily Brett habe ich dadurch gehört, das Buch hat sich, glaube ich, später die Anna geschnappt und bei Peter Handkes “Die Fahrt im Einbaum” bin ich wochenlang auf die Mariahilfer Straße gelaufen und habe es schließlich durch einen Brief an die Zentrale bekommen. Dann wurde die Aktion eingestellt. Ich hoffe Libro alt ist nicht wegen mir eingegangen. Ich habe die Bücher aber alle gelesen. Richtig, der Köhlmeier “Bevor Max kam”, den ich inzwischen noch einmal gewonnen habe, war auch dabei.
Das sind so Geschichten aus dem Erinnerungskasten einer Literaturbesessenen, ich habe aber noch andere, denn Otto Lambauer, der blogmäßig schon wieder verschwunden ist, hat mich auf die Kolik-Sondernummer über Elfriede Gerstl aufmerksam gemacht.
Da müßte ich Gustav Ernst fragen, ob er mirs schenkt, weil ich so eine treue Veranstaltungsgeherin bin, vielleicht beim nächsten Priessnitz-Preis, den ja heuer entgegen meinen Prognosen nicht Cornelia Travnicek oder Andrea Winkler, sondern Michael Hammerschmid, den ich von der Kolik-Festveranstaltung 2003 im Literaturhaus kenne und den ich eher für einen möglichen Jandl-Preis-Träger gehalten hätte, bekommt.
Ich habe auch bei “Elfriede Gerstl” nachgegooglet. Da gibts ein Literaturhausvideo aus dem Jahr 2002 “Ein Fest für Elfriede Gerstl”. Man sieht sie fünfzig Sekunden lang eine hutförmige Torte anschneiden und hinter ihr wackelt mein Kopf hin- und her und am Ende sieht man mich mit dem Pappteller in der Hand Ratschläge zum Verteilen der Torte geben.
Ja, ich bin öfter bei literarischen Buffets zu sehen. Als ich 1996 nach Klagenfurt gefahren bin, habe ich mich auch im Fernsehen mit dem Teller in der Hand vor dem Buffet gesehen.
Alfred nennt mich schon Buffethai, aber wie soll man mich sonst bei Literaturveranstaltungen im Fernsehen, außer vielleicht mit geschlossenen Augen bei “Rund um die Burg”, sehen? Wo ich lese, ist nicht der ORF.
Da hat sich also während ich korrigierend in der Sommerfrische sitze und mich über die “Sophie Hunger” freue oder fluche, einiges getan, was scheinbar unbedeutend ist und noch etwas Kurioses ist passiert, was sich vielleicht in meinem Schreiben wiederfinden wird.
Da hat sich ein Radikaler oder auch ein Witzbold, die Künstlerdatei geschnappt und aufgefordert, das christliche Abendland zu retten, weil in Linz den Schülern verboten wurde “Grüß Gott” zu sagen.
Da habe ich mich auch nicht zurückhalten können, zu antworten, daß ich den Brief zum Anlaß nehmen werde, mir die Inkonsequenz in meinem Verhalten “Grüß Gott” sagend, durch die Gegend zu rennen, obwohl ich Atheistin bin und vor allem am Volksstimmefest oder auf dem Maiaufmarsch, die Leute damit verärgere, endlich abzugewöhnen. Wenn das “Guten Tag” nur nicht so scheußlich und das Ganze nicht so eine Gewohnheit wäre, denn nachher bin ich an der Traisen Rad gefahren und als mich die alte Nonne, die ich dabei manchmal treffe, grüßte, ist es wieder passiert, aber da hats gepasst und kann bleiben.
Ehe ich es vergesse, Google hat mich inzwischen übersetzt, man kann das “Kleine Fest des Schreibens” jetzt auch auf französisch lesen. Was den Übersetzern und Lehrern zwar, glaube ich, nicht zu empfehlen ist, so wurde Andrea Stift beispielsweise in Andrea Pin übersetzt, aber noch ein bißchen kurioser ist.

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