Von meiner Schreibklausur zurückgekommen, in der ich nicht nur Jaqueline Nagls tolle Textesammlung (www.schriftsteller-werden.de), das “Roman in einem Jahr” – Projekt des Autorenhausverlags und einige Blogs darunter das Literaturgeflüster, aber auch Andreas Eschbachs Schreibetips (www.andreaseschbach.com) und Anni Bürkls Texte und Tee durchstudiert, sondern auch wieder mal zwei ausführliche Rezensionen geschieben habe, melde ich mich wieder.
Das Rezensionenschreiben ist ja nach dem äußerst intensiven literarischen Herbst und Winter und dem Uwe Tellkamp Monsterprojekt etwas zu kurz gekommen.
Nachdem aber die meisten der obigen Schreibratgeber eindringlich, empfehlen viel zu lesen und den analytischen Blick auf die Texte der anderen loszulassen, habe ich das jetzt intensiver vor und mir als nächstes Tilman Rammstedts “Der Kaiser von China” vorgenommen.
Dann soll endlich Dietmar Füssels “Rindfleisch” folgen, der mir so getreulich seine Werke schickt, dann sind zwei Neuerwerbungen geplant, nämlich Marie-Therese Kerschbaumers “Ausfahrt” und “Hernach – Gottfried Benns Briefe an Ursula Zierbarth”, das ich mir am vorigen Montag in der Buchlandung kaufte, als ich in den Leserinnenzirkel in die Hauptbücherei gewandert bin.
Da habe ich mir dann gleich Sandra Hoffmanns “Schwimmen gegen blond” noch einmal gekauft.
Ja, ja, ich bin ein wenig schlampig bzw. ist das vielleicht schon das erste Anzeichen verlorener Übersicht in Richtung Büchermessimisus?
Zu Hause schaue ich dann immer in meinen Katalog und ärgere mich, jetzt muß ich es wieder tauschen bzw. der Ute Hundertmark mitbringen, wenn wir im März nach Leipzig fahren.
Am Donnerstag gab es ein großes Abendessen mit drei Gästen und einigen literarischen Gesprächen. Alfred hat aufgekocht und kann das prima, Hinweis für alle, die sich für das Thema Literatur und Essen interessieren.
Otto Lambauer, der einer der Gäste war, hat in seinen blog (fipsthinks.wordpress.com) schon darüber geschrieben und auch berichtet, daß er sich von der Literatur abwenden und mehr Nonsens schreiben will, was ich schade finde.
Aber vielleicht hat Otto Lambauer auch schon die Übersicht verloren, hat er doch das vierte Exemplar der neuen Volksstimmeanthologie, das ich ihm, weil sich dafür bei meinem Gewinnspiel kein Gewinner gefunden hat, für seine treue Berichterstattung versprochen und dafür eingeladen habe, vergessen mitzunehmen.
Der zweite Gast war Alfreds alter Freund Martin Potschka, für den ich 2007 die nicht mehr im Literaturhaus stattfinden könnende Veranstaltung “Arm-Reich-Grundeinkommen – prekäre und andere Arbeitsverhältnisse” organisiert habe, die er mir ein Monat vorher, als alles schon gedruckt und ausgeteilt war, kurz und bündig absagte und meinen Frust darüber auch am Donnerstag an seiner breiten Psyche abblitzen ließ.
Die Dritte war die Anna, die darüber klagte, daß sie manchmal im Literaturgeflüster erscheint.
Das Literaturgeflüster hat aber jetzt schon an die zwanzig regelmäßige Leser und Leserinnen, die mich zum Teil wissen ließen, daß sie den Blog deshalb lesen, weil sie da Nachrichten über den Literaturbetrieb erfahren, die sonst nicht zu hören sind.
Was ich schön und wichtig finde, weil ich mich ja sehr für das Kleine und Verborgene interessiere. Den Mainstreaminteressenten, die auch wissen wollen, was sich so in der experimentellen Szene tut, sei wiedermal Christiane Zintzens “in/ad/ae/quat” empfohlen, die das sehr ausführlich bespricht.
Und Anni Bürkl, deren Blog (texteundtee.blogspot.com) ich hier auch wieder sehr rühmen kann, hat den versprochenen Beitrag über das “Szenen schreiben” verfaßt, den ich mir ans Herz legen werde, wenn ich am “Haus” weitermache.
Da ist für das Wochenende die erste Textkorrektur mit Strichen und Erweiterungen geplant.
Vor allem das Johanna Buch kann Anni Bürkls Ratschläge sicher brauchen. Da gingen sich vielleicht auch ein paar neue Kapitel aus, zum Beispiel eines mit dem Titel “Die Analyse”, wo anhand der roten Schuh-Metapher, das Spiegelgrundthema noch mehr eingearbeitet wird.
Das das “Mehr zeigen statt beschreiben!”, das ja alle Ratgeberbücher predigen, was auch logisch klingt, aber zumindestens für mich nicht so einfach umzusetzen ist, immer noch mein Thema ist, darauf bin ich in der letzten Woche wieder mal gekommen und ich weiß jetzt auch, wie das vielleicht beim nächsten Mal besser werden kann.
In dem ich mir nämlich, bevor ich losschreibe, wirklich alle Szenen aufnotiere und vielleicht auch anschreibe, während mir das nachträgliche Erweitern, wie ich fast befürchte, immer noch nicht sehr möglich ist.
zurückgeflüstert sei, dass ich hoffe, dass dem otto lambauer sein vergessenes buch – o weia frühe anzeichen von demenz? – auf ihn wartet. weiters sei geflüstert, dass ich schon längst keinen überblick mehr habe über meine bücher, wenn ich außer haus bin, daher leider keine spontankäufe tätigen kann, weil die verdopplungsgefahr besteht. also wird spontan nur gekauft, was brigitte salanda in der buchhandlung apunkt empfiehlt, bisher dadurch erst eine dopplung passiert.
Ich nehme das Buch am 18. 3. zur Frauenlesung ins Amerlinghaus mit und was die Spontaneinkäufe betrifft, da verpasst du alle 1 Euro Schnäppchen und du wolltest doch beim Bücherkaufen sparen und wenn du einmal eines doppelt erwischst, kannst du gleich Leseförderung betreiben und es verschenken und hast im Sinne der Caritas und der Volkswirtschaft auch noch eine gute Tat gesetzt.
Dazu ein Schreibesplitter, als ich gestern nachdem mir Alfred unbedingt eine blaue Jacke kaufen wollte, obwohl meine beige vom Adler sogar schon auf dem Cover des Amerlinghausprogramms und oft im Literaturgeflüster zu sehen ist, bin ich in den Sparmarkt gegangen und wollte mir die 3 kg Sonderangebot low budget Blutorangen um 1.99 kaufen, nur leider hat mir der Kassier, dafür 2.69 verrechnet. Nachdem ich lange gewartet habe, hat er mir achtzig Cent in die Hand gedrückt und draußen vor der Türe stand schon der im Neoliberalismus zu kurzgekommene Wohlstandsverlierer und hat sich über das spontan Geteilte sehr gefreut. Schönen Sonntag