Zwei Jahre Nacht

Jetzt kommt eines der Bücher auf das ich durch die letzte “Lese-Auslese” der “Gesellschaft” aufmerksam wurde. Damir Ovcinas “Zwei Jahre Nacht”, in dem der 1973 in Sarajevo geborene, der dort Literturwissenschaften studierte und jetzt Direkter einer Schule für blinde und sehbehinderte Kinder ist, wohl autobiografische Erlebnisse schildert.

Das bei “Rowohlt” von Mascha Dabic übersetzt, erschienene Buch hat viele Preise gewonnen, ist über siebenhundert Seiten dick und überrascht durch seinen Stil.

“Zwei Jahre Nacht” ist in alle Richtungen eine Wucht: diese Sprache! Diese Haltung! Dieses Thema!”, hat Sasa Stanisic, der 1978 in Visigrad geboren wurde, auf den Buchrücken geschrieben und es stimmt, obwohl die Einfachheit der Sprache vor allem am Anfang verblüfft. Da besteht der erste Teil zum größten Teil aus Dialogen ohne Anführungszeichen und man weiß nicht recht, was passiert und wer da spricht?

Oder doch, da ist eine Mutter krank geworden, muß ins Spital, eine Krankenschwester kommt, vom Krieg ist immer wieder die Rede und eine Wohnung im serbischen Teil der Stadt Sarajevo, wo das Ganze spielt, am Klappentext ist noch von “Einer Stadt am RandeMitteleuropas”, die Rede, gibt es auch, dort hat der achtzehnjährige Junge, der, glaube ich, Bojan heißt, eine Freundin, so geht er, obwohl das sehr gefährlich ist, nach dem Tod der Mutter dorthin und wird dann für zwei Jahre dort festgehalten, wird einer Arbeitsbrigade zugeteilt, wo er Möbeln oder Waschmaschinen aus Wohnungen räumen, aber auch Leichen vergraben muß. Da kommt er immer wieder mit Müttern in Kontakt, die ihre verschleppten Söhne suchen oder Leute erzählen ihm, wie sie ausgeraubt und erpresst wurden.

Ein guter Kommandant schützt ihn, der seine Schule noch nicht abgeschlossen hat. Später versteckt er sich in dem Haus, in dem die Freundin mit ihrer Oma lebt, die, eine Lehrerin, versorgt ihn mit Essen und Bücher. Er liest Russische, lernt das russische Alphabet, macht sich ein Tagespensum aus Liegestützen und zu lesenden Seiten. Macht Notizen und flüchtet immer wieder vor Patrouillen von einer Wohnung zur anderen.

Mit der Freundin macht er sich Klopfzeichen aus, bis der Krieg zu Ende ist und er offenbar wieder zu seinem Vater in den anderen Teil der Stadt zurückkehren kann.

Sehr eindrucksvoll und lang das Buch, das sehr beklemmend von einem Krieg erzählt, der in den Neunzigerjahren fast vor der Hausür passierte und von dem ich, während ich meinen Vater betreute und von Wien nach St. Pölten pendelte, trotz der in Belgrad wohnenden Tante Dora offenbar doch nicht soviel mitbekommen habe.

Zum achtzigsten Geburtstag von Peter Paul Wiplinger

Den am 25. Juni 1939 in Haslach geborenen Peter Paul Wiplinger kenne ich, glaube ich, von den IG-GVs, als ich 1996 als GAV- Vertreterin in der Jury des Nachwuchsstipendiums war, war er neben Barbara Neuwirth und Herbert Ohrlinger vom Zsolnay Verlag dort als PEN- Vertreter, ich habe mich vor seinen Urteilen gefürchtet, aber siehe da, wir lagen auf der selben Linie.

Bei der “Goldenen Margarete”, die es in der Szene Margareten ein paar Mal gab, hat er gelesen, ich sah ihn auch ein paar Mal bei der “Buch-Wien” Eröffnung, wo er mich immer freunlich auf das “Literaturgeflüster” ansprach.

Vor ein paar Jahren hat er einen Unfall gehabt, das heißt, er wurde von einem Radfahrer niedergefahren, als er im  Bundesministerium für Kunst  einen Antrag für einen Kollegen einbringen wollte. Jetzt scheint es ihm wieder gut zu gehen, hat er mich doch bei der letzten “KritLit” fotografiert und mich zu der Buchpräsentation und seinem Geburtstagsfest in den Concordia Presseclub eingeladen.

Weil ich ja jetzt etwas länger zum Gehen brauche, bin ich zu spät gekommen, die Musik hat schon gespielt und ich mußte etwas suchen, bis ich  doch einen Platz in der dritten Reihe fand.

die Generalsekretärin des Presseclubs und Helmuth A. Niederle vom PEN haben eröffnet, Josip Cenic hat ein kroatisches Lied gesungen, dann kam die Laudatio von Gerhard Ruiss, der Peter Paul Wiplinger für seinen unermüdlichen Einsatz für Verfolgte und Minderheiten lobte und dann kam ein kurzer Film über Peter Paul Wiplingers “Schachtelsätze”, denn dieses Buch wurde gemeisam mit den “Erinnerungen” vorgestellt.

Dann kam eine Lesung des Jubilars, der sich bei seinen Freunden bedankte und dann zwanzig Minuten sehr poetische Stellen aus seinen beiden Büchern las.

Ein paar Dankesreden und Lobeshymnen gab es auch noch, bevor das Buffet eröffnet wurde, man sich Bücher signieren oder Peter Paul Wiplinger sein Geschenk überreichen konnte.

Ich habe das mit der “Unsichtbaren Frau” getan und dann meine Einladungskarten für die Cafe Westend-Lesung an Gerald Grassl, der mir sagte, daß Christoph Kepplinger die Volksstimmefest- Lesung heuer zum letzten Mal organisieren würde, Manfred Chobot, Julia Danielcyck, Ottwald John und noch ein paar andere Interessierte verteilte.

Eine interessante Veranstaltung zu Ehren eines interessantes Autors, den ich auch auf diese Weise alles Gute zum Geburtstag und weitere Schaffensenergie wünsche!

Französische Comics statt Markus Köhle

Heute hatte ich wieder eine sechs Uhr Stunde und  anschließend zwei Optionen, entweder ins Literaturhaus, wo Lewis Trondheim und Brigitte Findakly ihre zwei Comics “Das verrückte Unkraut” und “Mohnblumen aus dem Irak” vorstellten oder in die “AS”, wo Markus Köhle und Claudia Rohrauer ihr gemeinsamen bei “Sonderzahl” erschienes Buch vorstellten.

Klingt beides interessant und beides irgendwie nicht, denn ich bin ja eigentlich keine Comic-Leserin und für die experimentelle Literatur interessiere ich mich auch nicht so besonders, habe mich aber aus dem Bauch entschieden ins Literaturhaus zu fahren, obwohl ich nicht ganz sicher war, ob es dort nicht sehr voll sein würde, wie das bei den Comic- Präsentationen ja seltsamerweise öfter ist und ich dann würde stehen müssen, weil ich ja zu spät kommen würde.

Zu spät bin ich gekommen, einen Platz in der zweiten Reihe habe ich aber trotzdem gefunden und die französische Übersetzerin Isolde Schmitt hat gerade auf eine Frage von Thomas Ballhausen geantwortet, daß der französische Comiczeichner zuerst Strichmännchen mit offenen Mündern gezeichnet hat, um das Metier zu erlernen und es dann mit Zeichnungen ohne Text versucht hat.

Lewis Trondheim  entnahm ich dem Programm gehört zu den bekanntesten französischen Comiczeichnern, der in Instagram jeden Tag eine Zeichnung aus seinem berühmten “Herr Hase Album” stellte und das “Verrückte Unkraut” ist der neueste Band der Serie und seine Frau Brigitte Findakly wurde im Irak von einer französischen Mutter und einem irakischen Vater geborren, ist Coloristin und hat ein Buch über ihre Kindheit mit ihrem Mann zeichnen wollen.

Die Bilder aus den Comics liefen im Hintergrund während die beiden Zeichner zuerst Thomas Ballhausen und dann die Fragen aus dem Publikum beantwortete und nachher gab es, um den Büchertisch eine lange Schlange, denn bei Comics Vernastaltungen das habe ich schon bei den “Fried Symposien”, wo es ja eigene Comic Abende gibt, gehen die Bücher, wie die warmen Semmeln weg und der Zeichner sitzt vorn an einem Tisch und signiert jedes Buch mit einer eigenen Zeichnung, während es beim Getränketisch gar keinen Andfrang gab, obwohl man da den Wein nicht zahlen mußte.

Auch sehr interessant, die Leute mit ihren Büchertaschen abziehen zu sehen, gekannt habe ich kaum jemanden aus dem Publikum und, als ich nachher in den “Wortschatz” schaute und gerade dachte “Nicht viel Besonderes drin!”, stieß ich auf Evely Schlags brandneues “Yemen Cafe”, was ja vielleicht zum Thema ganz passend ist und ich auch, wenn ich mich nicht ihre,  bei der Präsentation in der “AS” war.

Das fünfte Buchpreisbloggen?

Im August wird es dann wieder eine deutsche Buchpreisliste geben, die dann im September, seit 2016 von der österreichischen gefolgt wird und ich lese ja seit 2015 eigentlich sehr eifrig mit.

Seit 2005 gibt es ja die Idee, um den Buchkauf anzukurbeln, glaube ich, weil der Preis vom Börseverein des deutschen Buchhandels gestiftet wurde, aus den deutschen Neuerscheinungen von einer Jury zuerst zwanzig Bücher auszuwählen, dann sie auf sechs zu reduzieren um am Vorabend der Frankfurter Buchmesse einen Gewinner oder Gewinnerin zu prämieren.

Bevor ich bloggte ist das ziemlich an mir vorbeigegangen. Da habe ich höchstens bei den Nachrichten davon erfahren und “Interessant!”, gedacht.

2008 hat dann Christiane Zintzen in ihrem “Inadäquat”, das es schon lang nicht mehr gibt, auf den Preis, beziehungsweise auf die Broschüre hingewiesen, aber dazu geschrieben, daß sie vergriffen ist.

2009 habe ich mich dann auf die Suche derselben gemacht, sie in Österreich nicht bekommen und mir die Bücher natürlich nicht gekauft, mir höchstens eines oder zwei davon zu Weihnachten oder zum Geburtstag gewünscht, mich aber in meinen Blogbeiträgen trotzdem darauf bezogen, habe ich halt die Bücher erwähnt, die ich von den nominierten Bücher kannte.

Dann habe ich begonne den Blog von “Buzaldrin” zu verfolgen, der sich auch auf den dBp bezog und 2013 das “Fünf lesen zwanzig” gründete, wo sie offensichtlich mit vier anderen beim Börseversein anfragte, ob sie die Bücher lesen können,  das auch taten und darüber schrieben.

“Wow habe ich gedacht!” und eigentlich auch gleich hinschreiben wollen. Meine lange Leseliste, die ich schon damals hatte, hat mich aber daran gehindert und dann dachte ich auch, daß mir die deutschen Verlage, die Bücher wahrscheinlich nicht schicken würden, habe ich ja damals höchstens bei “Residenz” oder “Haymon” angefragt.

So habe ich den “Jung” gefragt ob er mir Nellja Veremjes “Berlin liegt im Osten” schicken könne und versucht das “Buchpreisprobenbüchein”, das ich damals beim Börseverein angefragt habe, zu bloggen.

Das habe ich dann gelassen, weil ich daraus überhaupt keinen Eindruck von dem Büchern bekommen konnte und 2014 hat es dann bei “Buzzaldrin” das “Longlistenlesen” gegeben. Da hat sie sich mit ein paar anderen zusammengetan, die Bücher vorgestellt, man konnte sie anfragen und sollte wenn man sie bekommen hat, auf seinen Blog vorstellen.

Ich habe das bei “Kastelau” getan und 2015 bei “Buzaldrin” gelesen, daß das Modell offenbar nicht so klappte, so daß es in diesem Jahr die offiziellen Buchpreisblogger gab, die dann erfreut  “Hurrah, hurrah, ich bin in einer Jury!”,  schrieen, was mich zugegeben ein wenig ärgerte, so daß ich wochenlang überlegte, ob ich mir die Bücher nicht vielleicht kaufen soll und dann nach Bekanntgabe der Liste  die Verlage anfragte.

Zehn oder elf habe ich auf diese Art und Weise bekommen, gelesen habe ich alle, zwei in einer Buchhandlung, von denen ich dann eines bekommen habe, vier habe ich mir vom Alfred kaufen lassen, zwei vom Otto ausgeborgt und war wohl ein bißchen verkrampft bei meinenKommentaren, weil mich eine der offiziellen Blogerinnen  nicht mehr veröffentlicht hat. Ich habe es gut gemeint und war sehr eifrig dabei. 2016 neunzehn Bücher bekommen und da gab es schon den österreichischen Buchpreis, da habe ich angefragt, ob sie mich vielleicht als offizielle Bloggerin haben wollten und keine Antwort gekommen, es also  für mich getan und 2017 waren es achtzehn Bücher, die ich gelesen habe und die zwei restlichen habe ich im Jänner darauf geschenkt bekommen, sie auf meine Leseliste gesetzt und bin jetzt beim Lesen.

2018 waren es auch achtzehn, aber ein Effekt des Anfragens war, daß mir einige der Verlage dann ihre Vorschauen schickten und da bestelle ich ja immer ungehemmt und so habe ich, glaube ich, bis Februar die Bücher abgelesen und kann mir jetzt die Frage stellen, ob ich mir das Buchpreislesen ein fünften Mal “antun” soll?

Denn ein bißchen habe ich ja auch beim Lesen resigniert, denke, ich kann ja ohnehin nicht alles lesen und diese zwanzig sind ja ohnehin sehr ausgesucht, keine Krimis dabei, keine ChickLits und auch das nicht, was die Leute lesen wollen und ich habe ja so eine lange Backlist von beispielsweise Bücherschrankbüchern, vielleicht sollte ich die statt der Liste lesen?

Keine Sorge, das sage ich, plappern, würde es wohl der Uli nennen, dahin, ohne es wirklich ernst zu meinen, denn es hat ja auch meine Bücherbeschränkung keinen Tag gehalten, aber meine Backlist ist inzwischen schon  sehr lang und ich habe inzwischen auch einige Bücher gefunden oder bei Abverkäufen gekauft, die auf früheren Listen standen, die habe ich jetzt alle auf meine deutsche oder österreichische Liste, die ich im letzten Sommer auf meinen Sidebord veröffentlicht habe, gesetzt und denke, das sollte ich alles lesen und es wäre ja auch spannend, wenn ich nach Bekanntgabe der Longlist, mir diese Bücher vornehmen und darüber bloggen würde.

Dagegen spricht, daß es ja schön wäre, ein fünftes Buchpreisbloggen zu machen und dann vielleicht damit aufzuhören. Diesmal wäre es wahrscheinlich ein dreifaches, weil wir wollen ja statt auf die “Buch-Wien” auf die “Buch-Basel” und zum “Schweizer Buchpreis” fahren und da würde ich auch diese Bücher anfragen, was ich bisher nicht machte.

Anfragen werde ich wahrscheinlich schon, das Ganze aber  lockerer nehmen und einePrognese kann ich jetzt, zwei Monate davor, überhaupt nicht geben, obwohl ich bedingt durch meinen Unfall, Knöchelbruch und Gips ja im März und April eine sechswöchige Veranstaltungspause machte und in dieser Zeit die Frühjahrsneuerscheinungen gelesen und gelesen habe, aber ob das die Bücher sind, die dann Daniela Strigl, Petra Hartlieb und die fünf anderen Juroren, auf ihre Liste setzen?

Wahrscheinlich nicht, denn das buch von John Wray und das der Tanja Maljartschuk wurden ja nicht auf Deutsch geschrieben.

Marlene Streeruwitz wird wohl darauf stehen,  Clemens J. Setz und die anderen Bücher, die bei den heurigen O Tönen vorgetellt werden.

Es ist ja auch noch Zeit sich mit der heurigen Buchpreisliste auseinanderzusetzen, werden meine Kritiker jetzt wahrscheinlich sagen, aber, ich lese ja gerade” Buchpreis”.

Die “Schlafende Sonne” von 2017, habe ich vor kurzem ausgelesen und den Peter Henisch vom öst 2016 und als nächstes würde die Sabine Gruber und die Birgit Müller Wieland von 2016 oder 2017 kommen.

In diesem Zusammenhang habe ich auch die anderen Ungelesenen auf meine Listen geschrieben und die Frage, wie wichtig der “Deutsche Buchpreis” für mich ist, ist in Zeiten, wo ich mich ja mit meinen eigenen Büchern und meinen eigenen Schreiben, beschäftige, auch besonders wichtig.

Eine klare Antwort habe ich noch nicht, außer daß ich im August, wenn die Liste veröffentlicht wird, in der Schweiz sein werde und dort Schweizer Bücher lesen werde, jetzt schon ein paar Herbst oder Sommerneuerscheinungen auf meiner Liste habe und da auch, wenn auch ein wenig zurückhaltender, als im Vorjahr angefragt habe und jetzt auch nach dem Lesemarathon vom März und April wieder besonders langsam lese.

Aber natürlich interessiert es mich, was die anderen schreiben und womit sie auf die Buchpreislisten kommen, ob ich aber ständig Buchpreisbücher von mittelalten Männern mit ihrer  Angst vor dem Sexverlust und dem Sterben lesen möchte, weiß ich auch nicht, es ist aber egal.

Lockerer werden ist die Losung und möglichst viel von meiner Backlist lesen, denn es sind ja auch sehr schöne Bücher, die sich bei mir angesammelt haben.

Die Außenseiterbücher

Ich habe ja, vor allem im letzten Jahr, zu zehn Jahre “Literaturgeflüster” schon einige Artikel geschrieben, in denen ich meine Bücher zu bestimmten Themen zusammenfaßte.

Da bin ich ja dabei ein zweites “Literaturgeflüsterbuch” zusammenzustellen, wo ich gerade  in die “Kinderbücher”, die “Politischen Bücher”, die “Depressiven Frauen”, die “Schreibweisen”, die “Bekannten Figuren”, die “Bücherschrankmotive” und noch einiges mehr, eintauche.

Meine Themen, wo es ja auch immer Wiederholungen gibt, sind die alten die depressiven Frauen, der Krebs, die Demenz, das Sterben, aber auch die erfolglosen Schriftstellerinnen und die Büchersammlerinnen tauchen immer wieder auf, richtig eine sogenannte Flüchtlingstrilogie gibt es auch und dann gibt es die sogaenannten Außenseiterbücher, die vielleicht auch bei den Lieblingsbüchern zu finden sind, mit denen ich mich aber noch nicht einzeln so befaßt habe.

Ich weiß nicht, ob sie im Buch Einklang finden werden, denn da habe ich jetzt ungefähr so viele Artikel, wie Kapitel der Bücher die seit Blogbeginn entstanden sind, die ich dazwischen reihe und die mir der Alfred noch chronologisch ordnen muß, damit alles passt und man sich beim Lesen auskennt.

Während ich also sehr gerne immer wieder bestimmte Themen wiederhole, mal da eine depressive Frau, mal kommt sie dort vor und sammelt Bücher und schreibt erfolglos Romane, gibt es einige Bücher, die sich mit einem ganz bestimmten Thema befassen und dann ziemlich einzigartig in der Bücherlandschaft sind.

Ich weiß nicht recht, ob ich die “Heimsuchung oder halb eins” meinem ersten “Nanowrimo” dazurechnen soll,  wahrscheinlich eher nicht, denn da gibt es ja eine kranke Frau, die sich mit dem Bloggen beschäftigt, während ihre türkische Nachbarin, das erste Mal seit langem zum Begräbnis ihres Großvater nach Istanbul fährt.

Das Besondere an dem Buch ist, daß ich damit, den ersten Nanowrimo schrieb und entsprechend aufgeregt war, es folgten aber noch fünf andere Nanowrimo und mit den Blog habe ich mich später auch beschäftigt und da würde ich ein späteres Außenseiterbuch dazureihen, nämlich mein vorletztes “Besser spät als nie”, denn das ist Erstens eine leichte und lockere Liebesgeschichte und dann ist es auch ziemlich ungewöhnlich entstanden.

Nämlich, ich hatte eine Idee und dann wollte, ich, weil ich ja immer perfekt sein und etwas Neues ausprobieren möchte, um endlich endlich doch en literarischen Durchbruch zu schaffen, was zwar auch da nicht gelungen ist, aber ich habe gedacht, ich schreibe erstmal ein paar Szenen und mache dann einen Roman heraus.

Es ist eine sehr kurze Geschichte daraus geworden und eigentlich achtzehn Kurzgeschichten oder so, denn da hat ja  Annika Bühnemann dazu aufgerufen in einemMonat zehn Geschichten zu schreiben. Sie hat auch öfter ein Thema, einen Motto, einen Satz dazu vorgegeben und ich habe es aufgegriffen und mach meiner Vorgabe, die verpatzte Liebesgeschichte, der beiden Zwillingsschwestern Nathalie und Mathilde dazu geschrieben.

Dann war ich fertig, hatte achtzehn Geschichten, dachte, jetzt mache ich einen Roman daraus und bin drarauf gekommen, daß ich eigentlich schon fertig bin.

Das Fortsetzungsbuch war dann  die “Unsichtbare Frau”, denn eigentlich sollte die dort schon vorkommen, dann hat es sich aber anders ergeben.

Ein ungewöhnliches Buch vom Thema her ist wahrscheinlich das “Haus”, die Geschichte von hundert Jahre Steinhof oder psychiatrischen Krankenhaus der Stadt Wien anhand von drei Psychiaterinnen, Großmutter, Mutter, Tochter, die dort tätig waren und daran schließt sich gleich “Mimis Bücher” an, wo ich durch den “Ohrenschmaus” inspiriert wurde und das Schreiben mit “Down Syndrom” darin beschriebe.

Dazu gibt es ein konkretes Vorbild, nämlich die inzwischen verstorbene Michaela König, die ja, glaube ich, den Anstoß zum “Ohrenschmaus” gab. Sie ist meine “Mimi”.

Es kommen in dem Buch aber auch eine depressive Nachbarin und auch ein Plagiatsskandal vor, zu dem mich der, um Helene Hegemanns “Axolotl Roadkill” inspiriert hat.

Das ist ein Buch, das mir, wie das “Haus” sehr gut gefallt. JuSophie, meiner zweiten Kritikerin, die glaubte, dem “Literaturgeflüster”, eine Zeitlang kritische Ätzes geben zu müßen, hat es weniger und sie hat eine ziemlich scharfe Kritik dazu geschrieben, die ich immer noch nicht ganz nachvollziehen kann, denn, ich denke, es ist ein besonderes Buch und auch wichtig auf Themen, wie diese hinzuweisen.

Ein weiteres besonderes buch sind die “Dreizehn Kapitel”. Da wäre die Entstehungsart zu nennen. Ich schreibe ein Kaptiel mit einer Person, dann nehme ich die zweite, die darin vorkommt für das zweite und so weiter bis ich beim letzten wieder bei der ersten angelangt bin. So eine Art Reigen ist mir da vorgeschwebt. Dann habe ich mich nicht so ganz an die Form gehalten. Es sind auch meine bekannte Themen in dem Buch enthalten, das Buch ist auch kürzer als geplant geworden.

Das zweite Besondere aber ist das zweite Kapitel, glaube ich, denn da hat ja die Büchersammlerin und depressive Pensionistin Laura Augustin, ein Buch im Schrank gefunden, das ich auch einmal von dort herausgezogen habe. Chinesische Novellen, in der DDR herausgegeben und der Herausgeber ist kein Chinese, sondern ein Ernst  Schwarz. Ich habe nachgegooglet, bin auf eine interessante Lebensgeschichte gestoßen und die Bigorafie, des in Wien geborenen jüdischen Übersetzers, den das dritte Reich zuerst nach China, wo er Chinesisch lernte, dann in DDR, wo er ein berühmter Sinologe war und dann wieder zurück nach Österreich verschlagen hat, ist ein Kapitel in meiner Erzählung, die doch kein Roman geworden ist.

Dann hätte ich noch ein Außenseiterbuch nämlich “Claire-Klara-Clarisse”, auch eine leichte Liebesgeschichte oder mein Souvenier, das ich mir aus Kroatien mitgenommen habe, anzubieten. Das ist nach einem Traum entstanden, der Campingplatz in Trogir, wo wir auch campierten, spielt eine Rolle. Ein Zauberer, der eigentlich ein Kaffeehausbesitzer ist und die Klara ist Buchpreisjurorin und geht am Camp in ihrem Liebeskummer, die deutschen Buchpreisbücher durch und das ist wieder nicht so neu und originell.

Dann gibt es noch, was ich jetzt fast vergessen hätte, das ebenfalls sehr dünne Büchlein “Paul und Paula”, das sich, was ja jetzt besonders aktuelle ist, mit der Transgenderproblematik beschäftigt und als weitere Besonderheit, auch noch ein “professionelles Cover” hat.

So das wars, der Nachtrag zu meinem Bücher, wo mir beim Korrigieren eingefallen ist, daß diese Information noch fehlt, ob der Artikel ins Buch kommt, weiß ich nicht, geplant habe ich es nicht und ich habe auch schon ein paar konkretere Ideen für mein nächstes “Work in Progress”, wenn, das “Literaturgeflüsterbuch” fertig ist, das “Fräulein Nos Nachtcafe” heißen könnte.

Shopping- und Recherchetag

Zu meinen Schreibritualen gehört ja eigentlich, daß ich die Fenster putze und dann, um mich zu belohnen und mir etwas zu gönnen in der Stadt herumlaufe, aber auch schon, um Recherchen für das nächste Projekt, Eindrücke für Szenen, etcetera, einzufangen und so vielleicht auch ein wenig Abstand von einem Projekt zum nächsten zu gewinnen, denn meistens ist es ja so, daß ich, während ich korrigiere und einen Fehler nach dem anderen finde, schon am Planen des nächsten Projektes bin und da in meinem jeweiligen Notizbuch schon ein paar Szenen und Ideen eingetragen habe.

Diese Recherchetage mache ich auch meistens wenn der Alfred auf Urlaub ist, daß ich da ungeniert in der Stadt herumspazieren, mir beim Mc Donald einen Hamburger kaufe, mit der Straßenbahn herumfahre und mir meine Notizen mache.

Das ist im vorigen Jahr ein wenig flach gefallen, weil ich mit dem Korrigieren der “Unsichtbaren Frau” nicht und nicht fertig wurde und dann, glaube ich, schon die Sommerfrische und die verlängerten Wochenende in Harland heramkamen, bis es so weit war.

In Harland und in St. Pölten läßt sich auch nicht soviel recherchieren. Gut, ich kann ins Traisencenter fahren und mir dort beim “H u M” Socken, Unterwäsche oder T-Shirts kaufen, ein Eis verzehren oder nach Wilhelmsburg und dort beim “Spar” einen Kafffee und ein Croissant.

St. Pölten ist für das Szenensammeln auch ein wenig eingeschränkt, so habe ich den letzten großen Recherchetag, glaube ich, in Wien vorigen September gemacht und da war ich im Rohtext der Magdalena schon ziemlich fortgeschritten und ein Jahr davor bin ich im September, glaube ich, in Wien auch herummarschiert und habe für die “Unsichtbare Frau” recherchiert und mich dann von den FPÖ-Videos “Tu was, Hasi!”, ein wenig verwirren lassen und nicht recht gewußt, wie ich sie einbauen soll.

Diesmal war es ähnlich oder anders, denn ich habe auch geglaubt, ich werde zu Ostern mit der “Magdalena” fertig, wurde ich dann nicht und der Alfred war dann schon aus Kuba zurück, als es so weit war.

Sehr fit zum in der Stadt herumlaufen war ich damals wohl auch nicht, so habe ich die Fenster geputzt, einen Büchertag gemacht und dann gleich mit dem “Literaturgeflüsterbuch” über das Schreiben angefangen und gedacht, einkaufen brauch ich ohnehin nichts oder mach das nebenbei und für das “Fräulein No” recherchiere ich dann in einem Jahr, wenn es soweit ist, denn das ist mein neues Projekt, wenn ich mit dem “Literaturgeflüsterbuch II” fertig bin und da kann ich gleich flüstern, daß mir die Idee dazu, glaube ich, vor Weihnachten gekommen ist, als ich mit der Straßenbahn nach Grinzig hinausgefahren bin, um mich mit dem Alfred beim Herrn Fischer bei einer Weinverkostung zu treffen.

Da saß in der Bahn ein junges Mädchen und rief ihre Großmutter an, um ihr mitzuteilen, daß sie im “Reinhards-Seminar” aufgenommen wurde. Das ist das Fräulein No, habe ich beschlossen oder Nomanda Wiesinger, nicht Amanda oder Jolanda, wie sie eigentlich heißen sollte, der Standesbeamte hat sich verhört oder verschrieben, so ist ein Fräulein No aus ihr geworden.

Sie wohnt bei der Großmutter, eine ehemalige Apothekerin namens Henrike, die in Grinzig eine baufällige Villa hat, ihre Eltern, die sie als Studenten bekommen haben, leben in Brüssel und London, als Künstler oder Regierungsbeamte und sehen sie höchstens zu Weihnachten oder in den Sommermonaten und jetzt ist No zwanzig mit ihrer Matura fertig, vorher ist sie vielleicht noch ein bißchen in der Welt herumgegondelt, frischgebackene “Reinhards-Seminar-Schülerin” und jobbt in einem Cafe “Josys Nachtcafe” heißt es.

Der Text wird “Fräulein Nos Nachtcafe” heißen und dorthin kommt der praktische Arzt Ulrich Blumenbach, der eine Psychose hatte und nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder Rehaaufenthalt von der Krankenkasse erfährt, daß sein Kassenvertrag gekündigt wurde und die Ärztekammer rät ihm, in Pension zu gehen. Er ist fünfundvierzig, seine Freundin Sabine oder Thea, eine Künstlerin, hat ihn während der Krise verlassen, seine lebenslustige Mutter Dora, 75, ehemalige Ärztin, die mit drei Freundinnen in einer Seniorenresidenz wohnt, geniert sich für ihn.

Er kommt dorthin und wird gleich von der literaturinteressierten Obdachlosen Gerti Schuster mit “Willlkommen im Club!”, angesprochen und die hat auch Probleme und vielleicht auch Psychose oder Demenzerfahrung, ist sie doch im Verdacht, die verwirrte Frau zu sein, die gefilmt wurde, als sie in einer U-Bahn eine junge Muslima wüst beschimpfte.

“So weit, so what und nicht unbedingt neu!”, werden meine Kritiker sagen. Stimmt, ist es nicht, denn die Geschichte von einem pensionierten Arzt, der mit Fünfundvierzig auf der Straße steht und in einem Nachtcafe sozusagen illegal weiterbehandelt. schwebt mir schon länger im Kopf herum und sie ist auch ein bißchen schon in der “Viertagebuchfrau” enthalten.

Nun gut, ob was daraus wird, werden wir in einem Jahr wissen, da habe ich ja auch die Idee, daß nach der “Heldenreise” oder der “Schneeflockenmethode” zu entwickeln, um endlich die gewünschte Spannung in meine Texte zu bringen.

Die Schreibgruppe, wo ich ja immer ein paar Szenen voraus geschrieben habe, gibt es ja nicht mehr. Jetzt habe ich in dem roten Notizbuch daß mir der Alfred vorigen Sommer in Genf kaufte, ein paar diesbezügliche Notizen drinnen und konnte sie nicht lesen, als ich am Freitag mit dem Rad in den Traisenpark fuhr, mir dort Socken und eine Uhr, meine ist mir schon vor ein paar Tagen stehengeblieben, obwohl ich mir erst vor kurzem eine Batterie geholt habe, kaufte und mich dann zuerst zum McDonalds auf einen Big Mac, Pommes, Cafe latte und ein Eis und dann auf die “Seedosen-Terrasse” auf einen Kaiserspritzter setzte, um meine Recherchen für ein Projekt zu machen, das ich wahrscheinlich frühestens im November angehen werde, denn jetzt ist ja das “Literaturgeflüsterbuch II”, angesagt.

Das heißt, das stimmt auch nicht so ganz, denn ich habe, glaube ich, noch vor dem Fensterputzen ein neues Notizbuch herausgeholt und sozusagen beschloßen, daß mich meine Figuren, die Schreibtrainerin Fritzi Jelinek mit ihrer Bibliotherapiegruppe, der Psychiater Theo Hardenberg und die pensionierte Bibliothekarin Lisbeth Hahnenpichler mich oder die erfolglose Schreiberin Eja Augustin bei ihrem nächsten Schreibprojekt begleiten können, das sind alles Figuren aus meinen früheren Werken und wer weiß aus welchen sie stammen, kann sich das entsprechende Buch bei mir holen und ich könnte, habe ich gedacht, während des Korrigierens mir Notzen in das Buch machen, um dann schon was zu haben, wenn ich im November oder später mit dem Schreiben beginne.

So habe ich beide Bücher mitgenommen, als ich im verlängerten Wochenende aufgebrochen bin, der Alfred war in Wien, die Oma stellte ich fest, im Spital, als ich sie begrüßen wollte, die kleine Lia ist schon zu Hause und kann sich an den Luftballons und dem Storch freuen, die ihretwegen am Mittwoch im Garten aufgehängt wurden und ich dachte,  so einen Rechcheretag einen Tag im Traisenpark herum zu schlendern und zu konsumieren, kann ich mir gönnen, obwohl ich mit dem “Literaturgeflüsterbuch” ohnehin schon gut angefangen habe.

Das Vorwort ist geschrieben und das Inhaltsverzeichnis. Da bin ich daraufgekommen, daß nicht alles chronologisch passt, so habe ich  auch noch einen “Nanowrimoartikel” eingefügt. Das müßte mir der Alfred angleichen und kommt nicht dazu, die Verlinkungen sind aber aufgelöst und ich kann den Text jetzt durchgehen und das ist interessant. Da bin ich daraufgekommen, wie viel ich schon geschrieben habe und das wird oder soll mich auch im Sommer begleiten.

Ein bißchen herumschnuppern tut mir aber sicher gut, habe ich beschlossen, eine Uhr wäre ohnehin zu kaufen und so bin ich, glaube ich, um zehn mit den beiden Notizbüchern losgefahren. Vorher habe ich noch erfahren, daß die Oma nicht in ihrem Schlafzimmer war und im Traisencenter ist mir dann schnell langweilig geworden, denn so viel gab es nicht zu sehen.

Ich bin ein bißchen herumspaziert, habe nach dem Uhr- und Sockenkauf beschlossen, das Eis doch beim McDonalds und nicht in der Eisgrotte, die es im Traisencenter gibt, zu konsumieren, habe dann beim McDonalds, meine Notizen durchgesehen und dem Gespräch zweier Männer zugehört, die sich bei einem Cafe über die Lage der Nation unterhielten, was auch ganz interessant war.

Dann bin ich, um den See herumgefahren, auf die Warte hinaufgeklettert, das Gehen geht jetzt schon ganz gut, zur “Alten Schmiede”, Literaturhaus und “Gesellschaft” versuche ich auch schon wieder zu Fuß zu gehen und vielleicht das nächste Mal schon auf die Rudolfshöhe, um kein Trauma zu entwickeln, dann bin ich zur “Bücherzelle”, habe drei Bücher gefunden, eines aber gleich wieder zurückgelegt, denn das war glaube, die türkische PEN- Ausgabe, die von Doris Kloimsteins Ausstellung stammte, die mir die Bücher ja vor einem Jahr gegeben hat und ich die, die ich nicht brauchen konnte, dorthin gelegt habe. Die Lyrikheftchen die von Alfreds Festivalspaß stammten und die ich dort hineingelegt habe, als wir zu Pfingsten nach Nußdorf an der Traisen fuhren, lagen, glaube ich, auch noch da und ich habe  also zwei Bücher gefunden bin damit in die Seedose, wo die Leute schon Mittag aßen, aber das hatte ich schon beim McDonalds, also nur einen Spritzer trinken und die Notizbücher durchsehen.

Geplant ist, das eine Buch immer auf meine Recherchen mitzunehmen, um mir Notizen zu machen, die ich für den Plot vom “Fräulein No” brauche, aber das “Nachtcafe” befindet sich sicher in Wien.

Dort könnten aber auch zwei Raunzer sitzen und der eine dem anderen erklären, daß “Ein verwundeter Soldat, dem Staat teuere als ein toter kommt!”, daß also, etwas, was wahrscheinlich stimmt, wenn auch makaber klingt.

So weit so what, die Recherchegänge also schließen. Aber Radfahren werde ich ja immer, wenn ich in Harland bin .Jeden Tag ein Stück in Richtung St. Pölten oder Wilhelmsburg fahren, auf den Markt gehen oder bei der Seedose einen Spritzer trinken, in der anderen Richtung gibt es in Wilhelmsburg einen “Spar”, wo ich mir meistens einen Cafe Latte-Becher und ein Croissant kaufte.

Gestern war ich aber in der Radlertränke bei Ochsenburg und habe mir einen Erdbeerspritzer gekauft und Morgen werde ich, wenn ich nach Wilhelmsburg fahre, vielleicht dort auch einkehren und mir zum Kaisespritzer, der billiger ist, eine Schnitzelsemmel kaufen, denn der Alfred fährt ja nach Wien zur wahl der Grünen.

Also kein Marktbesuch, denn allein, gehe ich dort, glaube ich, nicht hin. Am Sonntag kommt die Ingrid, um sich das Baby anzusehen und ins Spital zur Oma, die derzeit dort wegen eines Herzflimmern liegt, müßen wir vielleicht auch und dann gibt es noch die Sonnwendfeiern, die vielleicht auch ganz interessant sind, heute ist da einer in Altmannsdorf und morgen findet der beim Bootshaus in Spratzern statt, wo, wie ich beim Radfahren gesehen habe, schon die Standln aufgestellt sind.

Schlafende Sonne

Jetzt kommt Buch neunzehn der 2017 dBp langen Liste, Thomas Lehr schlafenden Sonne, das ich damals natürlich angefragt habe, aber für Blogger leider leider keine Bücher.

“Aber lassen Sie sich dadurch nicht entmutigen!”

Natürlich nicht, obwohl ich während des Lesens der siebzehn anderen Bücher oder auch schon früher gehört habe, daß das Buch ähnlich unlesebar sein soll wie Reinhard Jirgls “Nichts von euch auf Erden” oder Ulrich Peltzers “Das bessere Leben”, das ich übrigens vovorgestern im Schrank in der Zieglergasse gefunden habe, als ich ins Literaturhaus ging und das ich mir damals vom Otto ausgeborgt habe.

Ich habe ja die Straßergassenschulkollegin Trude K., die mir gegenüber wohnt, mir zum Geburtstag immer ein Buch bringt und weil sie da zwei oder dreimal eines aussuchte, das ich schon gelesen hatte, mich immer vorsorglich fragt, was ich denn haben will?

“Thomas Lehrs “Schlafende Sonne!”, habe ich tapfer geantwortet und das Buch dann bei unserem Fest Anfang 2018, wo wir die Riesenweinflasche, die uns der Josef und die Angela brachten, verkosten wollte, von ihr bekommen.

Da kam dann auch der Otto und brachte, nicht abgesprochen, Buch zwanzig, so daß ich höchstwahrscheinlich in wenigen Wochen, wenn nicht noch zu viele Neuerscheinungen kommen, mit dem dBp 2017 fertig bin, ehe die neue Buchpreisliste kommt und das wäre dann mein fünftes Buchpreisbloggen, wo ich wahrscheinlich wieder anfrage, aber vielleicht mit ein wenig weniger Enthusiasmus, wir werden im August ja auch wieder in der Schweiz sein und heuer wahrscheinlich die Buch-Wien auslassen, das alles lesen werde.

Aber zurück zu Thomas Lehr, obwohl ich vor ein paar Tagen, meine deutsche Liste auf die sich angesammelt habenden, noch nicht gelesenen Bücher ergänzt habe und demnächst wahrscheinlich über fünf Jahre Buchpreisbloggen schreiben will, von dem ich, wenn ich mich nicht täusche, schon einiges gelesen habe.

Die Novelle “Frühling” auf jeden Fall, sonst bin ich mir nicht sicher, ob ich einen seiner Monsterromane gelesen habe und ob das Buch des 1957 in Speyer Geborenen, jetzt unlesbar ist?, wollen meine wahrscheinlich nicht vorhandenen Leser jetzt vielleicht wissen.

Unlesbar nein, würde ich sagen, denn es ist mit einer schönen, kunstvollen, irgendwo habe ich auch Phanatsiesprache gelesen, geschrieben, aber es hält nicht, was der Klappentext verspricht.

Denn da steht doch, daß ein Dokumentarfilmer und Essayist von Tokio, glaube ich, nach Berlin fliegt, um die Vernissage seiner ehemaligen Studetnin Milena Sonntag zu besuchen, die wohl “Schlafende Sonne” heißt und an einem einzigen Tag stattfindet.

Soweit so gut und klingt auch interessant. Man könnte sich wohl fragen, wie man das in sechshundertdreißig Seiten preßt und dann liest man etwas anderes, was eigentlich auch noch nicht so unverständlich klingt und im Text auch beschrieben wird, daß es da, um die Familiengeschichten des gesamten vorigen Jahrhunderts geht und irgendwo im Buch bekommt man auch heraus, daß es 2014 geschrieben oder begonnen wurde und denkt, aha, der erste Weltkrieg ist ja klar und mit dem habe ich mich in meiner Lektüre der letzten fünf Jahre ja auch öfter beschäftigt und mich sozusagen hinauf- und hinuntergelesen.

Was es wohl wirklich so schwierig macht, steht im Nachwort geschrieben: “Dieses Buch ist ein Werk der freien Phantasie und doch zutiefst abhängig von der Wirklichkeit, über deren Erfindungsreichtum der Künstler nur staunen kann.”

Und nach dem letzten Satz steht “Wird fortgesetzt!” und damit man sieht, daß ich mich in der letzten Woche wirklich durch das Buch gelesen habe, zitiere ich auch noch ein paar Sätze von den Seite hundertneunzig und einundneunzig: “Von außen gleich die Räume einzelnen, von Kinderhand übereinandergetürmten Schachteln, doch weil man im Inneren des verworrenen Bauwerks steckt, weiß man nicht, was beim Öffnen der nächsten Tür mit einem geschicht, wo man hingerät , wie schräg der Boden ist, ob man von der Decke her auf einen Küchenboden fällt oder wie auf einer Rampe hinabtaumelt In einem dröhnend beschalten Partykeller oder einen von Endkampf-Parolen widerhallenden Parteitag.”

Damit wird, glaube ich, viel über das Buch und seine Machart gesagt und wem das jetzt zu unverständlich ist, kann es damit und mit dem Klappentext belassen, denn man kommt in das Buch wirklich schwer hinein, weil Thomas Lehr mit seiner Phantasie würde ich so sagen, hin- und hergesprungen ist.

Er erzählt von einer oder vielleicht auch mehreren Familien, beginnend oder endent im Wilhelminismus, dem in der Ausstellung oder im Buch mehrere Kapitel in zum Teil kursiver Schrift gewidmet ist.

Die drei Hauptpersonen sind Rudolf Zacharias, der Professor, Milena Sonntag, die Künstlerin und ein Jonas, mit dem das Buch beginnt, der ist Physiker und der Exmann von Milena, glaube ich und dann wird in den sechshundert Seiten ein bißchen was vom ersten Weltkrieg, vom zweiten natürlich und den Schicksalen jüdischer Familien und dann auch sehr viel vom Aufwachsen in der DDR, Milena Sonntag ist dort, glaube ich, aufgewachsen und, ich glaube, auch vom Heidelberger Studentenleben  der siebziger oder achtziger Jahre erzählt.

Wenn der Uli das lesen sollte und sich über meine vielen “glaube ich”, aufregt, die sind dem Stil geschuldet, denn Thomas Lehr springt durch das Buch, erzählt mal von einem, mal vom anderen, erklärt auch nicht viel, wer jetzt wer ist und wie er das macht, ist auch durchaus spannend, interessant und lesbar, nur der Zusammenhang fehlt.

Worum geht es in dem Buch? Um das letzte Jahrhundert Deutschlands an Hand einiger Schicksale und ,um eine Ausstellung, die von der Sonne handelt und sich in einigen Bildern oder Exponaten, so werden den Besuchern Kostüme angezogen und ihnen Gegenstände in die Hand gedrückt, damit beschäftigt.

So würde ich es ausdrückeh und wieder die Frage nach den Buchpreisbüchern stellen? Nach welchen Kriterien sie von der Qualitätsjury ausgewählt werden?

Nach denen der schönen Sprache, würde ich wieder sagen, denn der Inhalt, eine Familiegeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, wurde ja schon sehr oft erzählt und kann man wahrscheinlich in jeder Buichpreisliste finden. Da kommen wir wieder zu der Frage, ob die Leser das Lesen wollen und da stöhnen die Buchhändler ja immer und fordern: “Setzt andere Bücher auf die Longlist, denn die Leute lesen das nicht!”

Das ist eine interessante Frage und ich gestehe, ich habe auch einiges überflogen, mich manchmal nicht ausgekannt, das Buch aber trotzdem interessant und spannend gefunden, wenn auch nicht so neu und so ungewöhnlich.

Jetzt kann ich natürlich auf die Fortsetzung gespannt sein und natürlich auf die neue Liste, von der ich derzeit noch sehr wenig Vorstellungen habe, was darauf stehen könnte und mich dann an ein Buch der österreichischen Liste und wie schon erwähnt, an das zwanzigste 2017- Buch zu machen, um wieder einmal vollständig zu sein, denn das war ich bisher ja nur 2015 bei meinem ersten Buchpreislesen und da habe ich geborgt , in Buchhandlungen gelesen und mir die Bücher schenken lassen und den anderen Jahren fehlt mir ein bißchen, wenn auch nicht viel, da ja die Verlage der Buchpreisbloggerin gegenüber sehr großzügig sind, während es für heuer, glaube ich, noch keine ausgesuchten Buchpreisblogger gibt und diese Idee vielleicht fallengelassen wird, obwohl ich das vier oder fünf lesen zwanzig was es ja 2013 gab und der Stein des Anstoßes war, sehr spannend fand.

Vom Doml ins verlängerte Wochenende

Da nächsten Mittwoch wieder das “rundum gsund” Treffen in der Wiener Gebietskrankenkassa ist, wäre heute der letzte Revolutionsworkshop im Doml gewesen, bei dem wir aber wegen meines Sturzes und Gips ja erst im Mai begonnen haben und ich Teil I und III des “Leidenwegs” ja erst vor kurzem gelesen haben und mir Stephan Teichgräber den zweiten Teil, als ich die beiden anderen schon gelesen habe, vorige Woche mitgegeben hate. Ob ich den noch lesen will, bin ich wegen meiner überlangen Leseliste, wo jetzt auch noch “Zwei Jahre Nacht” aus der “LeseAuslese” der “Gesellschaft” vom letzten Donnerstag dazugekommen ist, nicht so sicher, so habe ich ihm versprochen, das Buch zu lesen, wenn es Gegenstand des nächsten Seminars ist, obwohl ich da ja wahrscheinlich in meinem doppelten oder dreifachen Buchpreislesen gerade am Ertrinken sein werde und da Stephan Teichgräber mit seinem Skriptum, das er während der Workshops erstellt auch noch nicht fertig ist, haben wir uns ausgemacht, uns auch im Juli, zumindestens in der ersten Woche zu treffen, so daß das Soloworkshop, Stephan Teichgräber hat es “mit hundertprozentiger Psychologenbesetzung” benannt, doch noch nicht abgeschlossen ist, wir heute aber das vierte Kapitel der “Schwestern” beendet haben, das ja ganz dramatisch mit dem Betrug Katharinas endet, worauf sich der Ehemann an die Krim, Katja nach Paris und Dascha in die Provinz zu ihrem Vater begeben wird, wo sie von der Ermordung des Thronfolgers in Sarajevos aus der Zeitung erfahren und der erste Weltkrieg, der in die russische Revolution fünren wird, beginnt.

Das Workshop ist hiermit offenbar noch nicht ganz abgeschlossen, obwohl ich in diesem ja den Schönbrunn-Krimi von Gerhard Loibelsberger, den “November 1918” und die “Sechs Tage im April” gelesen habe.

Interessant und lustig ist es schon mein Literaturstudium bei Stephan Teichgräber in der Spengergasse, das mir neben meinem Schreiben, meinem Lesen und meinem Veranstaltungskalender sehr wichtig ist und jetzt geht es mit der “Schlafenden Sonne”, den “Zwei Jahre Nacht” und dem “Dalvadossi” für den Rest der Woche nach Harland, zu der Schwiegermutter, der Anna und dem Enkelkind, das letzten Samstag im Spital von St. Pölten geboren wurde und jetzt vielleicht schon in Harland ist.

Morgen ist ja ein Feiertag, am Freitag möchte ich einen Recherche-Shpppingtag machen und mit dem Rad zum Traisenpark fahren. Mir dort eine Uhr und Socken kaufen und vielleicht in der “Seedose” einen Kaiserspritzer trinken, obwohl am “Literaturgeflüsterbuch II” ja gar nicht so viel zu recherchieren ist.

Da habe ich jetzt ein Vorwort und ein Inhaltsverzeichnis geschrieben, bin daraufgekommen, daß ich einige der Artikel noch verschieben muß, damit sie zeitlich zueinander passen und dann korrigieren und korrigieren.

Eigentlich sehr spannend sich selbst ein Stück Literaturgeschichte zu erschreiben und das eigene vierzig Jahre erfolgfrei schreiben, sozusagen literaturwissenschaftlich zu erfassen.

Elf Jahre “Literaturgeflüster” wird es ja auch bald zu feiern geben und davor kommt noch der “Bachmann-Preis”, eine Woche in Wien bevor es in die Sommerfrischenwochenenden gehen wird und am elften Juli fangen dann auch die “O Töne” an, wo es schon das Programm gibt, die “Podium-Sommerlesereihe” gibt es auch und, daß ich die Somerfrischenwochenenden für meine Literaturgeschichte bzw. mein Schreibebuch nützen will, habe ich schon geschrieben.

Wann ich wieder auf die Rudolfshöhe gehen will, weiß ich nicht. Am Sonntag werden wir aber, glaube ich, grillen, weil dann die Ingrid kommen soll und am Samstag wird vielleicht auch der Marktbesuch ausfallen, weil der Alfred nach Wien zu den Grünen fahren will, damit sie sich für die nächste Wahl gut aufstellen können und ich werde den heurigen Sommer somit schon mit einem langen Harlander Wochenende beginnen, bevor es noch eine Woche nach Wien und dann in den Sommer geht.

Wieder ins Cafe Westend

Angelika Krabacher

Angelika Krabacher

Bettina Balaka

Bettina Balaka

Heute hat es im Cafe Westend auf der Mariahilferstraße beim Westbahnhof  wieder eine von Luis Stabauer und Erika Kronabitter orgainiserte Lesung mit Bettina Balaka, Herbert J. Wimmer und Susanne Toth gegeben.

Angelika Krabacher hat moderiert und es waren glaube ich etwas weniger Leute als beim letzten Mal, dafür war es sehr heiß und sehr laut und Angelika Krabacher hat einen interessanten Leseabend mit zum Teil experimentellen Texten angekündet und dann die 1966 in Salzburg geborene Bettina Balaka vorgestellt, die ich schon lange kenne, als ich 1996 in der Jury des Nachwuchsstipendiums war, sind mir ihre Texte, glaube ich, das erste Mal aufgefallen, bei Ruths“Poldi-Lesung” habe ich mit ihr gelesen, das Buch “Kasseiopea” gelesen und die “Prinzessin von Arborio”, glaube ich, einmal im Schrank gefunden.

Jetzt hat sie aus ihrem Buch zu hundert Jahre Österreich oder hundert Jahre Frauenwahlrecht das Kapitel über die Schaffnerinnen gelesen, die es im ersten Weltkrieg gegeben hat und die dann, als die Männer wieder zurückkamen an den Herd entlassen wurden.

Mit Herbert J. Wimmer der aus seinen drei letzten gedichtartigen Bänden, wie er es bezeichnete, gelesen hat, wurde es wieder experimentell. Es lagen auch wieder zwei Textkarten zur freien Entnahme auf und die 1964 im Burgenland geborene Susanne Toth, die ich, glaube ich, von den “Poet-Nights” kenne und die ich in der letzten zeit öfter bei Veranstaltungen sehe, performte gleich weiter mit ihren zwei letzten Buch und eines, nämlich “Gebrauchs/gut Oberfläche” habe ich auch im Schrank gefunden und muß es noch lesen.

Herbert J. Wimmer

Herbert J. Wimmer

Susanne Toth

Susanne Toth

Eine sehr spannende Lesung mit realistischen und auch experimentellen Texten und bei der nöchsten Cafe Westend Lesung am 18 Juli bin ich ja ich mit Bruno Schernhammer und Christian Schwetz dran, Luis Stabauer wird moderieren und hat mir schon einen Stoß Einladungskarten gegeben, die ich in der “AS” sowie im Literaturhaus, wenn ich dorthin komme, auflegen werde und wieder alle meine im Raum von Wien lebenden Leser sehr herzlich dazu einlade und gleich verrate, daß ich zwei Szenen aus der “Unsichtbaren Frau” lesen werde, die ja in Zeiten, wie diesen, wieder besonders aktuell ist.

Und als ich am Heimweg beim “Wortschatz” vorbei gegangen bin, habe ich statt eines Buch ein neues und ungetragenen, wie auf dem Beipackzettel stand, Sonnentor-T-Shirt gefunden.

Erinnerungen an Elfriede Gerstl

Das “Erste Wiener Lesetheater” präsentierte heute im Literaturhaus unter diesem Titel eine Aufführung von Texten der zu Ostern 2009 verstorbenen Elfriede Gerstl, die am sechzehnten Juni 1932 in Wien geboren wurde.

“Alle Tage Gedichte”, stand im Programm, die Texte waren aber, glaube ich, eine Mischung aus  verschiedenen Büchern, so gab es einen der von einem Postkasten handelte, den ich als Frühtext einordnen würde und auch den Handysketsch, der einmal lang lang ists her zu einer “Langen Nacht des Hörspiels”, wie es damals wohl noch so hieß, im großen Festsaal des Radiokulturhauses aufgeführt wurde.

“Alle Tage Gedichte”, gab es wohl auch und die Lesenden waren nicht die “Frauen- oder Frauen lesen Frauen-Guppe”, um Judith Gruber-Rizy, wie ich ursprünglich dachte, sondern Eszter Hollosi, Vera Schwarz, Susanna Schwarz- Aschner, Gabriele Stöger und als musikalischer Begleiter aber auch Mitleser Gerhard Ruiss und ich bin wegen einer sechs Uhr Stunde und einer anschließend schlechten Bus- und Straßenbahnverbindung sehr spät gekommen.

Beim sehr vollen Bücherschrank habe ich dann Ulrich Peltzers Buchpreisbuch von 2015 “Das bessere Leben” gefunden, das ich damals, wenn ich mich nicht irrte, mir vom lieben Otto ausgeborgt habe und das ähnlich oder anders schwer zu lesen, wie Thomas Lehr “Schlafende Sonne” von 2017 ist, durch das ich mich derzeit langsam vorwärts tastete.

Als ich dann das Literaturhaus erreichte, waren davor Tische aufgestellt, und ich dachte, was für ein Gastgarten, auf einem lagen aber Bücher, darunter Hackls “Am Seil” auf und es handelte sich, wie ich am Programm ersehen habe, um Diana Köhles und Didi Sommers “Superleseclub” für alle Öeser zwischen fünfzehn und zweiundzwanzig, die Leseempfehlungen für den Sommer gaben. Da bin ich schon weit darüber und außerdem wollte ich ja zur Elfriede Gerstl, die ich, glaube ich, sehr gut gekannt habe.

Zuerst als Ikone und interessanter weise in Hilde Schmölzers “Was Frauen schreiben” noch nicht enthalten, weil damals noch nicht so bekannt.

Ich habe sie aber, glaube ich, schon in den Siebzigerjahren gekannt und sie dann auch bei der GAV immer wieder gesehen. Sehr beeindruckend auch der Dialog, einmal in Mürzzuschlag, als sie erzählte, daß sie dort nicht spazierengehen wolle, weil sie nicht Zecken geimpft wäre, was sie in Wien auch nicht brauchte.

In den “Alle Tage-Gedichten” oder auch woanders, kam ein Dialog zwischen einer Mutter und einer Tochter vor, wo die Mutter der Tochter vorwarf, daß sie nur an der Natzur interessiert wäre, Birgenstocksandalen tragen und kein Fleisch essen würde, während sie eine Stadtpflanze war.

Erlfriede Gerstl war das auch, eine Cafehausflaneuerin und einmal als ich noch in der Otto Bauer Gasse wohnte und wahrscheinlich noch studierte, habe ich sie auch auf der Wollzeile in der Konditorei Aida getroffen, was mich damals sehr beeindruckte.

Später habe ich sie öfter in der “Alten Schmiede”, wo sie regelmäßig hinkam und sich mit ihrem Hut in die letzte Reihe setzte, getroffen und als ich keine Einladung für dieses “Wesepennestfest”, als die Zeitschrift von Walter Famler übernommen wurde, bekam und mir das Kurt Neumann, sagte, hat sie mich, die neben mir saß, einfach mitgenommen.

1999 hat sie, sowoh den “Fried- als auch den Trakl-Preis” bekommen und ist spät berühmt geworden, was sie auch in ihren Gedichten thematisierte und als die “Frauen lesen Frauengruppe” sie dann mehrmals im Literaturhaus las, ist sie immer im Publikum gesessen und hat auch gewußt, daß sie als Magnet eingeladen wurde.

2009 ist sie dann zu Ostern gestorben, vorher hat sie einmal auf meinen Geburtstagsfest gelesen und mir auch ein Buch von ihr als Geschenk mitgebracht, der “Droschl-Verlag” hat inhwischen ihre Gesamtausgabe in, ich glaube, ich vier Bänden herausgebracht, die am Büchertisch auflagen und die man kaufen konnte.

Gerhard Ruiss hat zwischen den Texteinlagen immer wieder Schlager gesungen und danach erzählt, daß er bei der Gerstl-Modeschau zum “Kleiderflug” mit Bodo Hell als männliches Modell aufgetreten ist und ihr auch immer seine Schlager vorgesungen hat, die sie sehr gemocht hat.

Beim Wein bin ich dann mit der Enkeltochter ins Gespräch gekommen und habe mich mit ihr über Handies und ihre Großmutter unterhalten, ich habe sie nach ihrem Großvater nämlich Gerald Bisinger gefragt, von dessen Gedichte ich ja auch sehr viel halte und habe ich ein bißchen was von ihm erzählt.

Susanne Schneider, Elfriede Haslehner, Susanne Toth, die ja morgen im Cafe Westend liest und viele andere waren da und es war gut an Elfriede Gerstl erinnert zu werden, denn ich habe sie ja sehr gemocht.

Herbert J. Wimmer ihr Lebensmensch war nicht anwesend, aber er wird morgen auch im Cafe Westend lesen.