und Vietnam und

Von der aktuellen deutschen Gegenwart geht es jetzt zurück in das Jahr 1968, denn da wird ja die Studentenbewegung gefeiert und “Wagenbach” hat dazu eine eigene Buchreihe “Politik ist lesbar” herausgegeben, von der ich nur “Paris, Mai 68” gelesen habe. Aber da hat es ja auch den Vietnamkrieg gegeben, der an mir in meiner Volksschulzeit so ziemlich vorübergegangen ist und wenn ich “Paris, Mai 68” schon im April gelesen habe, so las ich Erich Frieds Vienamgedichte am ersten Mai, bevor ich mit dem Alfred zur Alberta und dann zum Parlament gegangen bin und Erich Fried ist zu seinen Lebzeiten muß ich gestehen, auch so ziemlich an mir vorbeigegangen. Einmal war glaube ich eine Großveranstaltung mit ihm im NIG.

“Magst gehen?”, hat der Alfred mich wohl gefragt und ich habe irgendwie keine Lust gehabt. Heute tut  das einer Leid, was sie da versäumt hat und auch an die Gedichte bin ich erst später rangekommen und zitierte sie manchmal als Vorwort bei meinen Büchern oder vor meinen Kritikern “Es ist was es ist sagt, die Liebe”, wenn beispielsweise wieder jemand sagt, daß ich nur Schwachsinn schreiben würde.

Gelesen habe ich, muß ich gestehen, auch nicht viel, zwar immer wieder, die Textproben, die es in der “Ziwebel” “Wagenbachs-Programmheftchen”, die ich gesammelt habe und zum “Fried Symposium” und zur “Friedpreis-Verleihung” gehe ich auch seit Jahren aber da wird in der letzten Zeit auch nicht mehr sehr über Erich Fried gesprochen und auch das schöne Portrait, das Heidi Heide einmal machte und das früher bei dieser Veranstaltung im Literaturhaus aufgehängt wurde, ist jetzt verschwunden.

Erich Fried also im Original.

“Wagenbach” macht es möglich, denn es hat seine 1966 Vietnam einundvierzig Gedichte wieder  aufgelegt mit einem Nachwort von Klaus Wagenbach versehen und eine Chronik und eine Landkarte, die, glaube ich von Fried stammt, gibt es auch, so daß ich mein geschichtliches Wissen, das, wie ich schon geschrieben habe, sehr lückenhaft ist, auffrischen kann.

Also hinein in das politische Geschehen von 1968 und früher und Klaus Wagenbach schreibt in seinem Text, den ich als Erstes gelesen habe, daß die Gedichte damals kaum Resonanz und auch kaum Rezensionen hatte. Also totgeschwiegen, während der politische Liebesdichter erst ein paar Jahre später von der Jugend so richtig entdeckt wurde und heute, glaube ich, bei jedem Maturanten im Bücherschrank steht oder vielleicht auch nicht mehr so ganz, denn der Mai ist vorbei, hat Peter Henisch schon vor Jahrzehnten geschrieben und die Zentralmatura interessiert sich ja, wie ich immer höre, nicht für Literatur. Also wird es da keine Lyrik-Interpreationen als Thema geben und ich muß es selber machen und schreibe gleich dazu, daß der kurze lyrische Gang durch die Geschichte sehr beeindruckend war undich es wirklich jeden nur empfehlen kann, Erich Fried zu lesen und sein Geschichtswissen aufzufrischen:

“Das land liegt sieben Fußtritte

und einen Schuß weit

seine südliche Hälfte

heißt Demokratie

In ihrer Hauptstadt Sodom

regiert ein Soldat der Mein Kampf lernt

Die Mönche sind buddhistisch

oder katholisch

Die buddhistischen Mönche

werden oft Rote genannt

In Wirklichkeit sind sie gelb

aber nicht wenn sie brennen”

Geht es gleich direkt hinein in die Landeskunde und man staunt über die Detailkenntnisse Frieds, der meines Wissen nach nicht vor Ort gewesen ist, sondern in London lebte.

Ich füge noch rasch die biografischen Daten an.

1927 in Wien geboren, 1938 vor den Nazis nach London geflohen, wo er bis 1988 lebte und er war, glaube ich, auch der Trauzeuge Arthur Wests, der ebenfalls nach London emigrierte.

Nach diesem Vorgedicht wird es  konkreter und es werden die “Gründe” angeführt, warum man eben manches tut und manches unterlassen hat.

“Weil das alles nichts hilft

sie tun ja doch nur was sie wollen

Weil ich mir nicht nochmals

die finger verbrennen will”

und so weiter und so fort bis zu

“Weil man nie weiß

wie einem das schaden kann”

“Aha!”, kann man da nur sagen und hat wahrscheinlich schon seine diesbezüglichen Ausredeerfahrungen gemacht.

Also gleich zu “Pastor R. in Hamburg”,

der keine Ausreden gelten läßt

“Ich habe gesprochen

gegen russische Panzer in Ungarn

Soll ich heute schweigen?”

In “Was alles heißt”  wird es wieder konkreter:

“Schwarze Jacken und Hosen tragen

heißt Bauer sein

nicht Vietcong sein

Getötet werden

heißt nachher

Vietcong gewesen sein.”

Und “Zun vietnamesischen “Fest der Kinder” warfen U.S Flugzeuge Spielzeug ab, auch auf Dörfer, in deren ihre Bombn noch kurz zuvor Kinder getötet hatten.”, heißt es als Fußnote zu:

“Gezieltes Spielzeug

Hätte das Flugzeug

lieber vor vierzehn Tagen

Spielzeug heruntergeworfen

und jetzt erst die Bomben

hätten meine zwei Kinder

noch vierzehn Tage

durch eure Güte

etwas zum Spielen gehabt”

Man sieht, sehr dicht, die Fried-Gedichte und so geht es gleich auch in

“Beim Zeitungslesen in London” weiter

“Außerdem ist es eine “nichtgiftige Abart”

ein “nichttödliches Reizgas”

es “verursacht nur Kopfweh und Brechreiz

und In einigen Fällen

vorrübergehende Blindheit.””

Und so weiter und so fort, könnte man sagen. In  drei Abteilung lyrisch durch die Geschichte. Sehr beeindruckend auch das “Greuelmärchen” vom Menschenfresser.

“Der Menschenfresser frißt keinen

der nicht sein Feind ist

Wen er fressen will

den macht er sich erst zum Feind.”

Und am Schluß, wenn sich der Reigen wieder schließt und der Krieg vielleicht beendet ist, kommt es natürlich zur

“Anpassung

Gestern fing ich an

sprechen zu lernen

Heute lerne ich schweigen

Morgen höre ich

zu lernen auf.”

Hoffentlich nicht zu lesen, denn ich habe ja nur wenige Gedichtzeilen zitiert. Also wieder selber lesen. Erich Frieds Vietnam-Gedichte und natürlich auch all die anderen und wenn möglich auch in die “Alte Schmiede” zur “Poliversale” gehen, von der ich heuer wegen meiner Stunden und anderen Ereignissen, auch sehr viel versäumte.

Die Politik und ihr Wahnsinn

Jetzt kommt wirklich etwas leichter zu Lesendes und, auch wenn es der Titel nicht verrät, etwas sehr viel Spannenderes. Ein Krimi, ein Politthriller, eine Satire auf das gegenwärtige Unbehagen auf die Zustände im deutschen Lande, das ja sowohl die Rechtspopulisten, die AfD, als auch die sogenannte Reichsbürgerbewegung, von der ich bis vor kurzem noch nicht wußte, daß es eine solche gibt, auf den Plan ruft und natürlich die Autoren und da ich ja gerne etwas Politisches lese und mich gerade auch selbst darin versuche, eine unsichtbare Frau auf den Plan zu rufen, die nächtesns die Mächtigen der Welt besucht, um sich aus ihrer Hilflosigkeite zu befreien, habe ich gerne zugegriffen, als mir “Literaturtest” ein solches Buch angeboten hat, das mir noch dazu vom  Ralph Llewellyn, seinem Autor, der in den USA geboren wurde und heute in Heidelberg lebt, als <Informatiker und Gesellschafter einer Immobilienfirma gearbeitet hat und seit 2005 Fanatsy-Romane und mystische Thriller schreibt, handschriftlich gewdmet hat.

“Für Eva, ich wüsche Dir viel Spaß beim Lesen!”, hat er  geschrieben und ich kann gleich spoilern, den habe ich gehabt und das Buch fast nicht mehr aus der Hand gelegt und in zwei Zügen ausgelesen, obwohl der Inhalt natürlich völlig unrealistisch ist, aber das wünschen sich ja auch manchmal realistisch schreibende Autoren und hoffen auf das Unmögliche und so ganz unrealistisch beziehungsweise mystisch-phantastisch ist es auch nicht, denn es wird im Gegenteil  sehr viel Politik zitiert und es beginnt auch gleich mit den berühmten Worten der deutschen Kanzlerin, die in den letzten zwei Jahren soviel Unmut erregten und Bewegungen, wie die oben genannten ausriefen oder verstärkten und die ich eigentlich ganz ehrlich immer noch für selbstverständlich halte und aus der deutschen Geschichte heraus auch gut verstehen kann.

Es bleibt dann auch gleich realistisch, denn es geht in die Welt von vier Iimmobilienmaklern, das heißt eigentlich dreien, denn die vierte heißt Susanne und ist eine Maklerin und die sind, wie auch im Beschreibungstext steht, so unterschiedlich, wie es gar nicht anders sein kann.

Hans ist ein Zwangsneurotiker und ich, die ich ja einige solcher Klienten habe, finde die Charatasierung eines Mannes, der sich niemanden die Hand zu geben traut, überall Bakterien und Viren vermuten, die ihn auch in zwischenmenschliche Schwierigkeiten beziehungsweise in ein starkes Vermeidungsverhalten bringen, treffend geschildert.

Dann gibt es Frank, den Alkoholiker, der sich gern so stark betrinkt, daß er am Morgen an der Seite von fremden Frauen und manchmal auch Männern aufwacht und er sich an das Davorgeschehende nicht mehr erinnern kann und ihn, obwohl  nicht gläubig, zu Gesprächen mit dem lieben Gott veranlaßt.

Ronaldo, ein schwuler Jüngling, der gerade von seinem Freund verlassen wurde und die schon erwähnte Susanne, die sehr ordentlichund sehr ehrgeizig ist, bei ihren Geschäften aber auch manchmal ihren weiblichen Charme einzusetzen weiß.

Sie alle haben einen schlechten Tag gehabt, denn das Maklergewerbe ist  von der Politik und der Gesellschaft nicht hoch angesehen und so finden sie sich, die alle an einem Symposium teilnehmen, am Abend in einer Bar ein, betrinken sich  schandhaft und beschließen in diesem Zustand sich an der Welt und den Politikern zu rächen und den Reichstag zu verkaufen.

“Ja, dürfen sie denn das?”, würde der alte österreichische Kaiser nun sicherlich fragen und die Leser werden aufschreien, den Kopf schütteln und “So ein Unsinn!”, murren.

Aber es gibt auch einen Notar, den Susanne offenbar spät nachts angerufen hat, der zwar auch den Kopf schüttelt, aber nachdenklich dazusetzt, daß das eigentlich gehen dürfte. Denn der Reichstag gehört dem deutschen Reich und dafür ist die BRD eigentlich kein Rechtsnachfolger oder so, wie sich die Gelehrten streiten und die Verschwörungsfanatiker auf den Plan gerufen haben.

Die Nacht vergeht und die vier wollen eigentlich nur nach Hause,  um den Kater auszuschlafen. Hans kotzt sich dabei noch ein bißchen an. Aber da, wie Ralph Llewellyn genüßlich ausführt, Deutschland ein Überwachungsstaat ist und der CIA sogar das Handy der deutschen Kanzlerin überwacht, hat die besoffene Geschichte der vier längt den BND, den CIA und den KGB auf den Plan gerufen.

Russland will den Reichstag kaufen, der amerikanische Präsident zitiert seine Berater, der CIA den deutschen Botschafter, der BND wird aktiv, Susannes Wohnung untersucht, was sie wieder aktiv werden läßt und so weiter uns sofort….

Was jetzt passiert ist eigentlich wieder die ganz banale und schon oft gelesene Thrillergeschichte. Die vier werden überwacht und bedroht. Der russische Käufer bietet die Millionen, aber wenn das schiefgeht, sind die Helden tot, der Bundesnachrichtendienstt ein Schweigegeld und rät der entsprechenden Ministerin den Reichstag selbst zu kaufen, damit die Russen ihn nicht bekommen.

Es kommt noch zu einigen Verkleidungs- und Verwirrungssspielchen, bevor sich die vier bei dem schon erwähnten Notar, der das Geschäft vermittelt in seinem eleganten Büro in der Bundeshauptstadt treffen. Die Überwachungsdienste haben sich auch eingefunden.

Der Deutsche wird als ein bißchen vertrottelt geschildert, Russland droht mit Waffengewalt und der amerikanische Übervater weiß zu vermittelt, so daß der Coup gelingt. Am Ende sind alle zufrieden und die vier können, “Wir schaffen, das!”, sagen und befinden sich schließlich auf einem herrlichen Sandstrand, mit dem nur Hans seine Schwierigkeiten hat und lieber seine Schuhe anläßt, schlürfen Champagner und können sich  schon den nächsten Cooup überlegen.

“Wißt ihr eigentlich, wenn die golden Gate Bridge in San Fransico gehört”, fragt Frank und lächelt breit.

Nein, das ist nicht das Ende des Buches. Denn dem gehört noch ein  Epilog, wo die politische Lage noch einmal phiosophierend moralisch belehrend zusammengefaßt wird, was zwar eine Spezialtät von Ralph Llewellyn sein dürfte.

Ich aber weglassen würde, weil es dem Ganzen, glaube ich, die Spannung nimmt und ich hätte auch das Buch reißerischer genannt “Der Reichstag wird verkauft”, beispielsweise. Und auch der Beschreibungstext ist nicht so dramatisch, wie er sein könnte. Hat da dem Autor vielleicht der Mut gefehlt?

Und spannend wäre es natürlich sich zu überlegen was passieren würde, wenn jemand wirklich versucht, den Reichstag zu verkaufen, aber wahrscheinlich ist das noch niemanden eingefallen.

Tentakel

Da habe ich doch etwas großspurig versprochen, als nächstes Buch etwas Verständlicheres zu lesen und bin prompt über Rita Indianas “Tentaktel” gestolpert, das “Quartbuch” das mir “Wagenbach” freundlicherweise geschickt hat und das, wie der Klappentext ebenso großmundig verspricht “mit magischen Treibstoff lateinamerikanische und karibische Traditionen zu verbinden und die Grezenen  hinter sich zu lassen.”

Also “Einen Roman, der unsere Fragen nach Identität, Sex und Gender auf ganz eigene Weise verhandelt – und eine so bemerkenswerte, wie befreiende Antwort findet.”

Das macht naürlich neugierig, umsomehr, als die obige Buchbeschreibung etwas von “einer verwüsteten Strandpromenade der dominikanischen Republik, Überwachungsrobotern, die die haitischen Flüchtlinge töten” und dem Hausmädchen Alcide erzählt, “das bei einer Voodoo- Priesterin arbeitet und sowohl Restaurantchef, als auch ein Mmann werden will” erzählt.

Und Rita Indiana liest man auf der anderen Seite des Klappentextes, wurde 1977 in Santa Domingo geboren und ist eine der bekanntesten dominikanischen Musikerinnen.

Das macht auch neugierig und dann war ich etwas verwirrt von der Verquickung, des magischen Schreibstils mit den lateinamerikanischen und karibischen Traditionen und stellte fest, daß sich der nicht weniger schwierig, als Elisabeth Wandeler-Decks Konzeptkunst liest.

Obwohl natürlich es gibt eine Handlung und die kann man wahrscheinlich nacherzählen oder auch nicht, denn die Handlungsstärönge spielen sich mindestens in zwei oder drei Zeitebenen ab und, um Konzeptkunst geht es in einer dieser Ebenen zufälligerweise auch. Aber nicht nur, sondern auch, um vieles anderes und dabei liest sich der Klappentext von dem dominikanischen Hausmädchen, das vor der Entscheidung steht, ob sie dem “Kult oder sich selbst vertrtauen soll?” ganz einfach.

Das Buch füge ich gleich hinzu, ist das nicht, sondern sehr verwirrend und so habe ich mich ähnlich, wie bei Elisabeth Wandelers Decks Konzeptkunst nicht ganz ausgekannt.

Es beginnt dystopisch, das Hausmädchen saugt Staub bei ihrer Herrin und beobachtet dabei, wie die Roboter, die später keine Rolle mehr spielen, einen Flüchtig töten und wir sind, wie öfter in Romanen, in einer düsteren, heruntergewirtschafteten <zukunftswelt.

Das Hausmädchen war einmal Stricherin und will eigentlich ein Mann werden. Dazu gibt es, das Buch scheint in der Zukunft zu spielen, aber auch das ist nicht so ganz klar, beziehungsweise wird sich das verändern, eine neue Methode, die ihr, wenn sie das Geld dazu hat, der Assistent der Priesterin, der kubanischer  Arzt Eric verhelfen kann.

Die Vodoo-Pristerin hat eine geheimnisvolle Seeanemone, die will Alcide verkaufen, ein Stricherfreund soll ihr dazu verhelfen. Der tötet die Pristerin. Alcide muß mit der Seeanmone im Rucksack fliehen und wird ein Mann und inzwischen lernen wir in einem anderen Kapitel einen <Maler namens Argenis kennen, der sich offenbar auf einem Sommercamp in Santa Domingo befindet und etwas malen soll, das die Meeresbiologin Linda, die das Camp veranstaltet, verkaufen kann, um damit das Meer und die Umwelt zu retten.

Aber das Meer soll auch, die zum Mann umbegewandelte Alcide retten und der Maler hat während er den Vorträgen lauscht, Hallizinationen, die ihn in eine andere Zeitebene versetzen, wo er Rinder zerlegen soll.

Beide Charaktere haben Meereserfahrungen. Das heißt, sie werden aus ihm wiedergeboren oder herausgefischt und während das Alcide bei einem Gärtner tut, ist er gleichzeitig im Gefängnis. Man sieht also, der magische Schreibstil ist nicht weniger verwirrender, als die Konzeptkunst.

Dabei lesen sich die Klappentexte und die Buchbeschreibungen sehr einfach:

“Alcide fühlt sich nicht wohl in ihrer Haut, und Dienstmädchen zu sein, genügt ihr nicht. Ein Voodoo-Kult erkennt in ihr die Auserwählte – und Alcide muß sich entscheiden, ob sie der Prophezeiung gehorcht oder ihrem Eigensinn…

Ein kompromißloser und unkonventioneller Roman vom Strand der Zukunft – und die uralte Frage,  brennend wie der Kuss einer Seeanemone: WER IST ICH?”

Und am Klappentext steht noch etwas von:

“Ein kompromißloses schnelles, unverschämtes Buch, an dem sich nicht nur die Voodoo-Geister scheiden – wie immer wenn Literatur etwas wagt.”

Mir war es, wie schon beschrieben, etwas zu schnell. Ich habe mich in den verschiednen Zeitebenen nicht ganz zurechtgefunden, beziehungsweise ist mir das Konzept des Buches nicht ganz losgisch oder eben sehr verwirrend erschienen.

Trotzdem war es sehr interessant, etwas sehr Magisches von einer dominikanischen Musikerin zu lesen und zu erfahren, daß die Literatur dort offenbar ganz anders ist.

Visby infra – ordinaire

  • Jetzt kommt wieder eines meiner Kunststücke, nämlich, wie bespreche ich ein Buch, das ich nicht verstanden habe oder das eigentlich keinen Inhalt hat, den man erzählend, spoilernd, chronologisch…, wie ich es ja so gerne tue, wiedergeben kann?

Dararan bin ich natürlich selber Schuld, denn ich schaue ja immer so gerne über den Tellerrand und stecke meine Nase bevorzugt in fremde Töpfe, sprich gehe zu Veranstaltungen der experimentellen Literatur, obwohl ich ja realistisch schreibe, lerne dabei experimentelle Autoren kennen, die mich zu ihren Lesungen einladen oder mir Hinweise zu ihren neuen Büchern schicken.

Im konkreten Fall betrifft das die 1939 in Zürich geborene Elisabeth Wandeler -Deck, die ich in der “Alten Schmede”, ich glaube, bei einem noch von Christiane Zintzen kurartieren “Literatur als Radiokunst-Veranstaltung”, die ja, was zumindestens den Beruf betrifft, auch einige Gemeinsamkeiten mit mir hat.

Hat sie ja auch Psychologie studiert, allerdings auch Architektur und sie kommt öfter nach Wien und liest in der “Alten Schmiede” und jetzt hat sie die der “edition taberna kritika”, ein neues Buch herausgegeben und ich dachte mir, frage ich es als Rezensionsexemplar an, bin ich ja an jeder Art von Literatur interessiert und dann habe ich sofort das PDF bekommen.

Zum Glück, dann auch das Büchlein, obwohl ich ja auch Oswald Eggers “Val di non” als PDF gelesen habe und Joshua Cohens “Buch  der Zahlen” und der erste ist wahrscheinlich mindestens genauso experimell, wie  das vor mir liegende Bändchen und dann habe ich  noch das handschriftliche Exemplar von Rudi Lasselssberger “Willi” gelesen, bin also mit außergewöhnlichen Textsorten schon sehr erfahren und in der GAV-Aufnahmejury war ich auch zwei Jahre, wo ich es auchhauptsächlich mit experimneteller Literatur zu tun hatte.

Trotzdem war ich am Anfang, ich schreibe es gleich, ein wenig ratlos, denn schlägt man das Büchlein auf  kommt man sofort auf einen Listenkatalog eingeteilt in 1 bis 1.8.1.1.1 beispielsweise und man sieht auf den ersten Blick keinen Zusammenhang. Dann wird noch in verschiedenen Farben gearbeiteut und die Titelunterschrift “listen, würfeln, finden”, sowie das Nachwort des mir  ebenso als sehr experimentell bekannten Autors Florian Neuner, half mir zunächst auch nicht weiter.

Es gibt zwar auch Anmerkungen der Autorin, daß sie der Koomponistin Margret Schenker und dem Baltic Center for Writers and Composers dankt, sowie,  daß sie von” Jaques Roubaud mit Tokyo infra-ordinaire, Waltraud Seidelhofer  mit “Singapur oder Lauf der Dinge” und noch einigen anderen mehr, begleitet wurde.

Es gibt dann noch einen Beipackzettel des Verlags, der ein bißchen mehr erklärt.

“Der Text inszeniert und dokumentiert, eine an die psychographischen Experimente der Situonisten gemahnende Methode, gewissermaßen einen Keil in die geläufige, wie von selbst funktionierende Praxis zu treiben, mit der wir uns in einer durchschnittlichen europäischen Stadt – sei es in Winterhur, in Budweis oder eben in Visby -aufgrund unseres Vorwissens und unserer Erfahrung meist mühelos orientieren können.”

Da stammt ebenso von Florian Neuner und mit der mühelosen Orientierung tat ich mir noch immer etwas schwer.

Am Buchrücken findet man  untereinander geschrieben, anstelle einer Zusammenfasung:

“‘#044

#alatorik

#farbdruck

#liste

#würfel(motiv)

#konzeptliteratur

#pataphysik

#roubaud (motiv)

und allmählich wird es etwas klareeer.

Jaques Roubaud ist jedenfalls ein 1933 geborener französischer Schriftsteller und Mathematiker und er hat offenbar die Vorlage für Elisabeth Wandeler-Decks Text geschrieben, die im Juli 2014 mit der Kompnistin Margret Schenker das “Baltic Center for Writers and translaters” der Stadt Visby in Gothland ausuchte und dazu eine Stadterkundung nach Vorlage des Roubaud Buches schreiben wollte.

Dann gibt es noch Würfeltexte. Aber dazu später. Zuerst ist sie ja noch in Zürich und packt ihren Koffer und das wird in den einzelnen Farbabschniten  genau angemerkt, wie es ja immer wieder auch zu anderen Textsorten kommt.

So gibt es beispielsweise auf Rot die 2.4.1.1.1. Anmerkung auf Seite 11 “Du bist ausgebilldete Architektin. Welche Rolle spielt dieser Hintergrund für dein Schreiben? (Aus einem Interview von Florian Neuner.”

Das ist vielleicht auch im Nachwort ein bißchen besser ausgeführt.

Dann fährt oder fliegt die Autorin dortihin, schreibt von ihrem Tagesablauf mit seinen “Zeitspannen als Formangebot”, in Rot als 3. 2. und in Blau bei  3.1.1.1.1. darüber heißt es “Woran dabei gedacht wird: Erzählinseln. Erzählflösse, Erzählpodeste, Erzähltreppen, Erzählteppiche, Erzählstühle, Erzählräder, Erzählfähren, Erzählbäume, Erzählrhizome, Erzählmikroludien, Erzählthriller”

Also immer noch sehr kompliziert für die nichtexperimentele Leserin.

Obwohl Florian Neuner in seinem Nachwort ja etwas vom mühelosen Stadterkunden schreibt und das wird offenkundlich mit der Würfeltechnik so gemacht.

“WÜRFELN (we do this by throwing  the dice)

Es ist der 30. Juli. Es ist sehr heiss. 2014, im nachhinein ein nachweisslich heißer Sommer”.

Und dazu gibt es noch Anweisungen in braun unter 3.1.1.1.1. auf Seite 54:

“Eigener Textversuch? Lassen wir das. Oder doch. Was ist ein Würfelgedicht. In Analogie zur Frage Roubauds, was ein Metrgedicht sei. Bei inem Würfelgedicht entsteht die erste Zele zwischen zwei Würfelwürfen. Diese wird am Zielort des vorhergehenden  Würfelwurfs niedergeschrieben. Die folgende Zeile bilet sich auf dem Weg zum Zielort des eben vollzogenenen Würfelwurfs.  Diese wiederum wird transkribiert nach Erreichen  des neuen Ziels. Nie wird während des Gehens notiert. Der letzte Vers entsteht während der letzten gewürfelten Etappe.”

“Aha!”, könnte man jetzt sagen und “Das ist ja noch komplizierter!”

Jetzt könnte die realistisch schreibende Verhaltenstherapeutin den Versuch wagen, das Ganze zu vereinfachen und Elisabeth Wandeler-Decks Buch wieder eine gespoilerte Inhaltsangabe zu verpassen:

Das Ganze ist also ein sehr experimentell verfaßter Bericht eines Aufentahlts in Skandinavien und man hat auf höchst komplizierte Art und Weise  von Elisabeth Wandeler-Decks Reiseerlebnissen erfahren.

Iich würde das Ganze  viel einfacher verfassen. Aber ich bin  eine realistisch schreibende Autorin, die aber angeblich auch sehr unverständlich ist und ich schaue immer noch gerne über den Tellerrand. Freue mich also auf das nächste Wandeler- Decker Buch oder Lesung, obwohl ich als nächstes zum Glück zu etwas wahrscheinlich Einfacheren greifen werde.

Versäumte Gelegenheiten

Ich hab es ja schon geschrieben, ich habe in der letzten Zeit sehr viele Stunden, so daß ich bezüglich meiner Abendveranstaltung sehr gut jonglieren muß und manchmal etwas versäumte oder auch in letzter Sekunde oder zu spät komme, was eine meiner Leserinnen offensichtlich erzürnte und sie nicht verstehen ließ, was ich an Lliteraturveranstaltungen finde?

Für die, die es noch nicht wissen, ich finde sehr viel daran, führte aber auch eine psychologisch-psychotherapeutische Praxis, die mir auch sehr wichtig ist und der Mai ist noch dazu, zum Glück natürlich, ein Monat in dem jede Woche einen Feiertag ist und da wir auch noch jede zweite Woche nach Harland fahren, muß ich auf so manche Veranstaltung verzichten.

Was nicht wirklich etwas macht, dann komme ich am Abend zum Lesen und meine Leser finden vermehrt Besprechungen, Rezensionen will ich es ja nicht nennen, der vielen Bücher, die in meinem Badezimmer liegen und so hat der Mai auch begonnen.

Der Dienstag, ein Feiertag, wo ich mit dem Alfred traditionell von der Albertina zum Parlament spaziert bin und dann beim Maifest im “Siebenster”n Chilli con Carne gegessen habe, war am Nachmittag meiner Abrechnung gewidmet.

Dann ist noch das Internet eingegangen, so daß ich die WGPV-Rechungen erst heute ausdrücken konnte und der Montag war auch sehr voll, bis sieben Stunde, so daß es zu spät für die “Alte Schmiede” war, wo es ein “DichtFest” geben hat, zu dem ich ja sehr gerne gehe, obwohl es sich wahrscheinlich ausgegangen wäre, wenn ich nicht eine Stunde doppelt eingetragen, beziehungsweise, übersehen hatte, daß die um sechs, nicht stattfindet.

Wir sind dafür aber ins Kino gegangen und haben uns den Film über den Prozeß, der 1963 gegen Franz Murer, den “Schlächter von Vilna” stattfand und der einstimmig freigeprochen wurde und in den Neunzigerjahren, als Bauernbundfunktionär gestorben ist, angesehen.

Dann kam, wie schon beschrieben, der erste Mai, der am Abend wegen des mangelden Internets ein wenig hektisch war,  habe aber beim Bücherschrank tolle Funde gemacht und in den letzten Tagen einige ebenso interessante Bücher gelesen, die die veranstaltungslosen Tage ausfüllen werden und heute habe ich es geschafft in die Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropaische Literatur zu gehen, obwohl ich sehr pünktlich weg mußte, weil ich von fünf bis acht Stunden hatte und da, was mir sehr leid tat, die Literatur im MUSA Veranstaltung versäumte, wo Margret Kreidl und  Martin Prinz auftraten, obwohl ich ja fast immer ins MUSAgehe, aber macht ja nichts, bin ich wenigstens nicht zu spät gekommen, obwohl ich das schon einmal tat.

Und in der Dokumentationsstelle war ich wieder mit Stephan Teichgräber allein und hatte dann auch mein Skriptum nicht mit, weil ich das offenbar nach Harland transportiert habe und stattdessen zu der Mappe mit der Partisanenliteratur gegriffen habe.

Den Orwell hatte ich aber mit und Stephan Teichgräber erweiterte wieder sein Skriptum für den Workshop, den er nächstes Jahr oder Semester auf der Uni halten will.

Morgen habe ich dann wieder einen dichten Tag, der sogar schon um acht beginnen wird, ohne Pausebis acht am Abend durch, nur unterbrochen von einem Besuch der Ruth, die mit mir über die nächste öffentliche Kunst Veranstaltung, die wir fürs nächste Jahr bei der GAv einreichen wollen, zu sprechen und am Abend werden wird wieder nach Harland fahren und dort ein langes Wochenende verbringen, Radfahren am Samstag die Doris Kloimstein am Markt treffen, auf die Rudolfshöhe fahren und hoffentlich weiter an meiner “Unsichtbaren Frau” korrigieren, zu der ich derzeit nur sehr sehr wenig komme und nächste Woche gibt es, zum Glück natürlich, wieder einen Feiertag und wie es dann mit den Veranstaltungen werden wird, wird man sehen.

Schaffe ich es nicht, gibt es stattdessen eine Buchbesprechung, da lese ich derzeit ja sehr fleißig oder wenn ich da nicht nachkoimme, ein bißchen Alltagsgeplauder oder vielleicht wieder etwas aus meiner Schreibwerkstatt, da bin ich ja sehr fleißig und es gibt ja Anfang Juli auch etwas zu feiern, daß ich mit ein paar Einblicken über mein Schreiben ein wenig begleiten will.

Es gäbe aber wieder den “Tag der Freiheit des Wortes”, den ich ja von 2001 bis 2009 orgianisierte und der jetzt wieder “GAV-Chefsache” ist und von Ilse Kilic verantwortet wird und vieles andere.

Mal sehe,n was ich schaffe, ich bin gespannt was ich schaffe und vielleicht finde ich in harland meine “Utopie- Unterlagen, so daß ich nächste Woche vollständiger in die Spengergasse komme und da vielleicht auch wieder die anderen Teilnehmer treffe.

Alles muß man selber machen

Nun kommt meine “Befindlichkeitsbesprechung” über Daniela Strigls bei “Droschl” erschienen “Biographie- Kritik- Essayband”, der, glaube ich, aus Vorlesungen die sie in Graz zur “Praxis des Schreibens” gehalten hat, hervorgegangen ist und der meine, weil ich ja sehr an der Literatur und dem Literaturbetrieb interessiert bin, Aufmerksamkeit geweckt hat, so daß ich Henirike Blum in Leipzig darauf angesprochen habe und auch bei der Buchpräsentation in der “Gesellschaft für Literatur” war.

Ich kenne, kann ich gleich vielleicht auch biographisch hinzufügen, die 1964 in Wien geborenene Literaturwissenschaftlerin und Literaturkritikerin schon sehr lange. Ich glaube, ich habe sie in den Neunzigerjahren, als sie die damals noch existierende “Literatur im März” kuratierte, kennengelernt. Dann 2000 wahrscheinlich bei einem “Paul Celan-Symposium” im Radio Kulturhaus gesehen und mich nicht getraut sie anzusprechen, obwohl ich das gerne getan hätte.

Dann ist sie, glaube ich, schlagartig im Literaturbetrieb aufgestiegen, war beim “Bachmmann-Preis” Jurorin, bis sie von dort wieder ausgestiegen ist, weil man ihr den versprochenen Vorsitz nach Burkhard Spinnen, dann doch nicht geben wollte, war in der Jury des “Deutschen Buchpreises” und auch bei dem in Leipzig, war im Radio bei “Ex Libris” tätig und kuratiert bei den “O-Tönen”, die Debutschiene und hat verschiedene Preise bekommen.

2001, den “Staatspreis für Literaturkritik”, da war ich, glaube ich, auch bei der Verleihung, hat zwei Biografien über Marlen Haushofer und über Marie von Ebner  Eschenbach geschrieben. Über Morgenstern, glaube ich, ihre Diolomarbeit über Kramer ihre Dissertation und sie ist was ich auch sehr interessant finde bei vielen Veranstaltungen zu finden, so daß man wenn man in Wien lebt und sich wenigstens ein bißchen für Literatur interessiert, nicht um sie herumkommt und ich sehr viele Anekdötchen über sie erzählen könnte.

Die Haushofer-Biografie wurde 2000 wahrscheinlich im “Radio-Kulturcafe” bei einer literarischen Soiree vorgestellt. Da war ich mit dem Alfred. Es gab einen Quiz. Das heißt, einen Fragebogen den man ausfüllen konnte, wenn man das Buch gewinnen wollte. Ich habe vorher die “Ex-libris-Sendung” darüber gehört und dachte, das weiß ich alles. Bin aber leider offenbar doch sehr schlampert, wie sich dann bei der Beantwortung herausstellen sollte. Ich habe mich auch mit dem neben mir sitzenden Herrn abgesprochen. Hatte dann gleich viel Punkte wie er. Die richtige Antworten auf die Stichfragen aber auch nicht gewußt .Er war aber so charmant mir das Buch zu überlassen. Nochmals vielen Dank dafür.

Die Ebner-Eschenbach-Biografie habe ich nicht, weil “Residenz” ja irgendwann aufhörte, mir seine Vorschauen zu schicken, war aber beim Symposium und bei der Präsentation der Werkausgebe in der “Wien Bibliothek” und ich habe auch, Detail am Rande die Junge Literatur aus Österreich-Bände gesammelt, die es in den Achtzigerjahren gegeben hat und wo einige heute bekannte Persönlichkeiten ihre Jugendwerke, darunter auch Daniela Strigl, ein paar ihrer Gedichte eingereicht haben.

Sie mischt sich, glaube ich, auch in die Tagespolitik immer wieder ein und hat sowohl mündlich als auch schniftlich eine sehr schlagfertige Art, was das Lesen ihrer Bücher und wahrscheinlich auch das Hören ihrer Vorträge sehr angenehm macht.

Das gar nicht so dicke Bändchen, ich habe wieder mal das PDF gelesen, gliedert sich in drei Teile “Biographie – Kritik – Essay” umd im ersten Teil, der der Biographie gewdmet ist, werden natürlich die beiden schon erwähnten Biografien genannt und besprochen und die verschiedensten Fragen aufgeworfen, die es um das Biografieschreiben gibt.

Da ist, glaube ich, wahrscheinlich zwischen dem biografischen Roman und der wissenschaftlichen Biografie zu unterscheiden, der erster ist ja jetzt sehr modern und ich habe in letzter Zeit mehrere davon gelesen. Daniela Strigl hält sich natürlich an die Wissenschaft. Schreibt aber, wie erwähnt sehr witzig und scharfzüngig, was sehr angenehm beim Lesen ist und so wird im ersten Teil des Buches in einigen Punkten sehr viel über die beiden Biografien, bei meiner Haushofer Ausgabe, gibt es noch keinen Titel, die die späteren Ausgaben glaube ich, haben und über “Berühmt sein ist nichts” über Marie von Ebner Eschenbach viele informationen und es werden sehr interessante Fragen gestellt. Nämlich, wie das mit den Geheimnissen so ist, die die betroffenen Personen vielleicht nicht gelüftet haben wollen.

Daniela Strigl hat bei ihren Recherchen in Tagebücher und Briefen da einiges ins Licht gebracht, was den Haushofer- Verwandten unangenehm war. Marie von Ebner Eschenbach hat ihre Tagebücher verbrannt und die Briefe nach dem Tod ihrer Freundinnen zurückverlangt. Bei denen an Josephine von Knorr ging das nicht. So hat Daniela Strigl manches aufgedeckt, wo ich mich die die Autheniztät aber auch die Selbstverantwortlichkeit wichtig ist, frage, ob das richtig ist, wenn ich in einer Biografie beispielsweise eine Homosexualität oder sexuelle Verklemmtheit aufdecke, die ich nur vermute  oder sich der Autor aber nicht outen  wollte?

Ene interessante Frage, auch die daß Biografien in der Literaturwissenschaft, als nicht seriös gelten. Die Leser aber gerne  Gschichterln über die berühmten Personen lesen und natürlich ist es, denke ich, wahrscheinlich besser das Original zu lesen.

Also Haushofers “Wand” oder die Biografie statt den Essay darüber. Aber wir alle leiden ja am Zeitmangel. Haben zu wenig davon und so ist es sicher amusant und spannend sich in die Vorlesung einzuhören und in den Biografieband einzulesen. Die Wand habe ichtrotzdem gelesen und den Haushofer-Band wenigstens durchblättert.

Der zweite Tel ist der “Kritik” gewidmet und das ist ein sehr interessantes Thema, obwohl mir beim Lesen wieder einmal die Frage aufgestoßen ist, warum das “Kritik” heißen muß und warum muß der Kritiker kritisieren oder verreißen und warum darf es nicht genügen, bloß den Inhalt und seine Meinung, wie ich das ja beispielsweise ganz bewußt tue, wiederzugeben?

“Das ist keine Kritik!”, sagen die Fachleute und zitieren Beuispiele und Belege, was der Sinn einer Kritik zu sein und welche Teile sie zu enthalten hat. Daniela Strigl tut das auch, macht sich nur ganz leicht und nur ein bißchen über die sogenannten Laienkritiker im Netz lustig, die das Buch auf den Strand mitnehmen und dann schreiben: “Das hat mich nicht berührt oder das ist super supitoll!”

So darf Kritik nicht sein, denn sie muß sich ja mit dem Inhalt auseinandersetzen, den Hintergrund aufdecken, vielleicht auch neu zusammensetzen und noch vieles mehr und von da stammt auch offensichtlich das Titelszitiat, daß der Kritiker nicht oder schon alles selber machen muß oder soll.

Den besseren Roman schreiben beispielsweise und auf jedenf Fall alles besser wissen! Das ist aber etwas, was mich ärgert und deshalb lese ich auch selten Literaturkritiken. Ich lese eher die Bücher und schreibe dann meine Meinung darüber und verreiße nicht, weil ich das nicht notwendig habe.

Aber ich bin auch keine Rezensentin sondern bespreche eher als Erinnerungsstütze und für mein persönliches Archiv. Wenn, das dann noch jemanden weiterhilft und vielleicht zum Lesen anregt, um so besser und das unterscheiden meine Befindlichkeits- oder nicht-besprechungen, sicherlich von Daniela Strigl Rezensionen, die zuerst ein paar Zitate von Theodor Fontane bis Klaus Nüchern über den Niedergang der Literaturkritik bringt.

Dann zittiert sie ein paar Kritikertypen und resumiert darüber, ob die nun Platzanweiser, Raumpfleger, Polizisten, etcetera sind? Sie will das, glaube ich, nicht sein und Klaus Nüchtern versteht es offenbar durchaus als seine Aufgabe, die Leser davon abzuhalten, ihre Zeit mit einem schlechten Buch zu verplempern?

Aber bitte, was ist ein schlechtes Buch. Da scheiden sich die Geister, denn es gibt über ein und dasselbe Werk, in den literarischen Soireen und Quartetten ja die verschiedensten Meinungen und da will ich es lieber für mich selber herausfinden und deshalb lese ich wahrscheinlich auch selten Literaturkritiken und schüttele den Kopf, wenn die Kritiker abwehrend den Finger heben und laut “So nicht!”, schreien.

Daniela Strigl tut das, glaube ich nicht, bringt aber ein paar Beispiele ihrer Kritiken. So hat sie beispielsweise Andre Hellers “Buch des Südens” verrissen und der hat mich ja einmal sehr zur Verweiflung gebracht, als ich ihn in einer “Ex Libris-Sendung” sagen hörte, daß der Laie, fühge ich jetzt selbst hinzu, ja nicht zu schreiben anfangen soll, weil er damit den großen Goethe beleidigen würde.

“So ein Blödsinn!”, habe ich damals gedacht und mich sehr geärgert. Das “Buch des Südens” aber nicht gelesen, so daß ich hier keine Gegenmeinung anbringen könnte und dann gibt es noch ein Beispiel, von etablierten Literaturkritikerm, die allen Ernstes behauptet haben, “daß schon solche Idioten, wie Günter Grass, Elfriede Jelinek und jetzt schon Bob Dylan den <nobelpreis bekommen hätten”.

“Ein noch größerer Blödsinn!”, denke ich und eigentlich der Abgesang der Literarurkritik. Dabiela Strigl führt aber noch weiter aus, warum sie dennoch Rezensionen schreibt und, wie man mit den Kritisierten umgehen soll, wenn man sie am  Abend bei einer Veranstaltung sieht und sie bedauert es dann auch, wenn die ihr Urteil persönlich nehmen und beleidigt sind.

Dann kommt auch sie auf ihre schon oben erwähnten Gedichte zu sprechen und zitiert einen Roman, den der große Wendelin Schmidt Dengler geschrieben, dann für schlecht empfunden und, wie sie anmerkt wahrscheinlich vernichtet hat.

Ich habe, kann ich anmerken, einmal in einem der Schränke ein Jugendwerkt des berühmten Hubert Winkels gefunden, der jetzt in Klagenfurt den Juryvorsitz hat und Wolfgang Herles und Helmuth Karasek haben ja auch Romane geschrieben und wurden von ihren Kritikerkollegen entsprechend verrissen.

Dabniela Strigl schreibt, glaube ich, keine Romane, aber Essays und die prägen den dritten Teil des Buches, wobei sie den Begriff als “Gattung der Freiheit” definiert, in dem Portraits, Abhandlungen zu ästhetischen und gesellschaftlichen Fragen, Zeitkritik, Aphorismen, also das gesamte weite Feld der Literatur, das nicht in Lyrik, roman oder Erzählung einzuteilen ist, enthalten sind.

Nachdem dieser Begriff in vier Kategorien erläutert  Definitionen von Lichtenberg, Wolfgang Müller-Funk, der ja auch dichtet, etcetera anführt, kommt sie zu den Beispielen ihrer Feder und da hat sie sich neben literarischen Portraits über Ebner-Eschenbach, Gerstl, Buchebner, Kräftner, etcetera auch sehr persönlich geäußert und sich in Zeitungen wie “Falter” oder “Standard” über den “Niedergang der Lippizaner, der Kaisersemmerln, denn sie ist Bäckerenkeltochter, sowie über die Baustellen auf der Uni  geäußert. Daraufhin wurde sie zum Vizerektor zitiert, an der Direktion der Hofreitschule wurde nichts geändert, nur die Wiener Llinien, die vorher “Zug fährt ab” und dann “zurückblieben bitte” ausufen ließen, worüber Strgl sich mokierte, haben, wie sie befriedigt anmerkte ihr Tonband auf nicht mehr “Einsteigen” bitte geändert.

Man sieht, daß dasLeben einer Germanistin sehr interessant sein kann und lobend ist wahrscheinlich das literarische Geschick, sowie ihr Witz und Ironie  zu erwähnen, in dem es ihr gelingt, die trockene Literaturkritik in etwas sehr Spannendes zu verwandeln.

Deshalb ist das Lesen des Bandes sehr zu empfehlen und vielleicht sollte ich doch mehr Strigl-Kritiken lesen, obwohl ich,  wie schon erwähnt, eher eine Direktleserin bin, die dann ihren eigenen Senf auf ihre eigene bewußt subjektive Art dazu gibt, was wenigstens ich, für sehr erfrischend halte und ehrlich ist es auch.

Still leben

Was jetzt kommt ist, glaube ich, ohne jeden Zweifel ein Personal Essay. Die Literaturkritik und die Verlagswelt tut sich ja recht schwer mit den Begriffen oder den Workshoparten, die man beispielsweise bei den “Open days”  des “Writersstudios” lernen kann.

Da ist alles ein Roman und ein Debut, damit man es besser verkaufen kann, obwohl “Still leben” der 1984 deutschen Autorin, Antonia Baums, die ich vom “Bachmann-Lesen” kennen,  wurde, glaube ich, in “Leipzig” als Essayband vorgestellt und es hat ein sehr interessantes Thema, geht es doch auf der einen Seite, um die prekären Verhältnisse der dreißigjährigen Akademikerinnen der deutschen Mittelschicht und auf der anderen um die “Mutterschaft”.

“Aha!”, könnte man jetzt sagen und etwas verwirrt schauen.

“Wie passt das denn zusammen?”

Ich tue es nicht, habe ich doch in letzter Zeit einige Klientinen die um die Dreißig sind, gerade in Instituten  oder  Büros zu arbeiten beeginnen und entweder von ihren Nichten und Neffen oder den Kinderbegrüßungsparties ihrer Freundinnen oder schon von den eigenen Kindern erzählen, die sie jeden Morgen sich abhetzend in den Kindergarten bringen.

Auf noch einer anderen Seite höre ich von den meist sehr gepflegten schönen blonden  Identitärinnen, wie sehr die Frau von heute angeblich unter den von ihren Müttern aufgezwungenen falschen Feminismus leiden würde, der ihnen vorschwätzte auf jeden Fall zu studieren und auf keinen Fall ein Kind zu bekommen und, die unter diesen Vorgaben, wie sie meinen, totunglücklich wären.

Die meisten dieser jungen Frauen haben zwar noch keine Kinder und versucht mal eine ein unruhiges Zweijähriges zu beruhigen, regen sich prompt die männlichen Identitären darüber auf und die sechunddreißigjährige Antonia Baum oder ihre Ich-erzählerin steht am Fenster,  starrt in die Leere und denkt “Ich will ein Mann sein!”

“Aha!”, könnte man jetzt denken, wenn man nichts darüber weiß, daß das ein Personal Essay über die Mutterschaft ist, “es geht, um das ebenfalls sehr moderne Transthema!”

Aber nein, die Erzählerin ist schwanger oder hat gerade ein Kind geboren und denkt darüber nach, wie dieses ihr Leben verändert wird?

Sie ist über dreißíg, hat studiert oder offenbar beim “Bachmann-Preis” gelesen und schon ein paar Bücher geschrieben. Steht also auf der einen Seite des möglicherweisen Berlins, wo man hinausgehen kann in die hippen Geschäfte, wo es die Markenkleider zu kaufen gibt, die einen sofort von denen in no name Billigklamotten Gekleideten unterscheidet und die, merke ich kritisch an, wahrscheinlich in der gleichen Fabrik in Bangladesh von hungrigen chancenlosen Kindern erzeugt wurden.

Aber das ist nicht das Thema des Buches, sondern die Frage, wie sehr Mutterschaft eine verändern kann und was sie damit auf sich nimmt, denn es gehört ja zu den Aufgaben der Frauen, sich um ihre Kinder zu kümmern und Annika Bühnemann von “Vom Schreiben leben.de”, deren Schreibtipps ich ja sehr intensiv verfolge, hat vor drei Monaten auch ein Kind geboren und postet jetzt zwar auch noch Videos über die häufigsten Anfangsfehler der Autoren, aber auch jede Woche eines, wo sie sich beispielsweise darüber beklagt, daß man nicht zum Schlafen, kommt, wenn die kleine Maus die ganze Nacht lang durchschreit und man weiß nicht wieso.

Mutterschaft ist aber etwas, was zum Leben einer Frau dazugehört und, daß etwas fehlt, wenn man diese Erfahrung nicht gemacht hat, ist auch ein Satz den Antonia Baum gleich am Anfang ihres Essysband schreibt und ich habe diese Erfahrung vor vetzt schon mehr als fünfunddreißig Jahren auch gemacht.

Da gab es noch keine prekären Arbeitsverhältnisse, zumindest haben sie nicht so geheißen. Ich war gerade mit meinem Studium fertig, hatte das Akademikertrainig hinter mich gebracht und ein Inserat im “Falter” aufgegeben: “Habe viel Erfahrung im Alleineleben und möchte jetzt eine Zweierbeziehungs ausprobieren!”

Aber eigentlich habe ich gewußt, ich will ein Kind. Als ich dann Dreißig wurde, war ich, Vertragsassistentin an der II  HNO-Klinik, schon schwanger und habe das nicht bereut, während sich Antonia Baum die Frage stellte, ob sie das dann mit dem schreienden Kind am Bauch  am Hinausgehen in die schicke Hipsterwelt vielleicht bereuen würde, denn Antonia Baum lebt mit ihrem Freund vielleicht aus Kostengründen in einem der Multikultihäuser, die die Identäten auch nicht haben wollen, schaut in die Nacht, hört auf die Geräusche und überlegt, daß sie die meisten ihrer Nachbarn gar nicht oder höchstens nur vom Sehen kennt.

Als Antonia Baum erfährt, daß sie schwanger ist, ist sie mit ihrem Freund in Israel, der ihr voll die Entscheidung überläßt, wie sie mit dieser Tatsache umgehen will, was sie vielleicht auch überfordert.

Wieder zurückgekommen, steht sie erneut am Fenster ihrer Wohnung, die Nachrichten von dem Terroranschlag in Paris am fünfzehnten November 2015 fällt in die Zeit ihrer Schwangerschaft. Ebenfalls die Ereignisse in Köln in der anschließenden Silvesternacht, was das Ich -Bild der Erzählerin sehr durcheinander bringt. So gesehen ist das Buch sehr poltisch, obwohl man auf dem ersten Blick gar nicht denken würde, daß es das ist. Vielleicht politischer sogar als Olga Flors Essayband.

Sie sucht weiter die hippen Orten ihrer Umgebung, beispielsweise ein Yogastudi für Schwangere auf, wo sie die gepflegten Mittelschichtschwangeren ein wenig verwirrend. Verwirrend sind vielleicht auch die Leute die auf ihren Bauch starren oder darauf greifen und ihr gute Ratschläge geben.

Klinik oder Geburtshaus wäre eine solche Frage? Die Hausgeburt für die mich  entschieden habe, kommt, glaube ich, in ihren Überlegungen nicht vor. Dafür aber die Frage, die ich ebenfalls hatte, wie das dann mit dem Schreiben werden wird?

Für mich war das in der Phase vor und nach der Geburt etwas schwierig, in dem Text “Poesie und Brotberuf” im “Poldis Galeriecafe” vorgetragen, habe ich das thematisiert.

Bettina Balaka, die mit mir gelesen hat, hat damals gesagt, sie hatte als Alleinerzieher keine Wahl gehabt, sie mußte schreiben, ob sie wollte oder nicht. Antonia Baum schreibt, glaube ich, einen Roman prophylaktisch voraus, der wie sie gleich erwähnt, nie fertig wird.

Dann kommt meiner Meinung nach ein eher klischeehafter Excurs über die Benachteiligung der Frauen im Literaturbetrieb. Hier zählt Antonia Baum nur drei weibliche Autorennamen auf, als hätte sie noch etwas von Elfriede Jelinek, Herta Müller, Marlene Streeruwitz etcetera gehört und würden alle anderen weiblichen Schreiberinnen “Herzchen- oder Mami-Romane” schreiben, was meiner Sicht nach nicht stimmt.

Das Baby wird geboren. Antonia Baum verbringt die erste Nacht es anzusehen. Dann bricht die Härte der Mutterschaft über sie herein. Sie muß es stillen, denn ihrer Meinung nach würde sie von den Still-Blogs und der Still-Maffia gesteinigt werden, wenn sie es nicht täten. Dazu passt dann gleich die Nazi-Ideologie, von der der Stillkult vielleicht kommt und Johanna Haarers “Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind” wird zitiert, das unter modizierten Namen bis in die Siebzigerjahre oder sogar Neunzigerjahre verkauft und verlegt wurde.

Antonia Baum bleibt das erste halbe Jahr zu Hause und das, was dann kommt, kann man vielleicht mit einer Still- Depression vergleichen, obwohl das Wort nicht erwähnt wird.

Es bleibt die Angst, die die Famlie lebt ja in einem eher Abbruchhaus, wenn ich es richtig verstanden habe, mit komischen Bewohnern, die wahrscheinlich, die AfD wählen und psychische Probleme haben. Jedenfalls gibt es da einen Mann, der ständig “Heil Hitler!” aus dem Fenster schreit. Die Psychiater werden jetzt vermuten, er leide an einem “Tourette-Syndrom”. Er laubert aber auch Antonia Baum und ihrem Freund auf, als die mit ihrem Baby von der Klinik nach Hause kommen, stellt sich vor sie hin und sagt “Aha!”

Später läutet er mit einem Essensrest an seinen Zähnen an Antonia Baums Tür, die sie erschrocken verschließt und mit Freund und Anwalt überlegt ob sie die Polizei rufen soll?

Da klingeln bei mir die Alarmglocken und ich denke “Uje, wenn so das Mobbing oder Stalking beginnt!”

Wäre es vielleicht nicht besser mit dem Mann zu reden, als gleich die Polizei zu holen oder zu überlegen, sich vielleicht ein andere, “bessere”, schreibt Antona Baum, Wohngegen zu suchen, was auch überlegt wird, aber so schnell findet man keine andere Wohnung.

Also bleibt Antonia Baum das erste halbe Jahr vorwiegend zu Hause, zieht sich von der Gesellschaft zurück, wodurch die Decke übern Kopf wahrscheinlich auch nicht kleiner wird. Denn als sie mal mit dem Babya aus dem Haus wollte, fing es prompt zu schreien an. Die junge Mutter konnte es nicht beruhigen und das Fenster öffnete sich und ein Frau schaut heraus und fing an sie zu beschimpüfen, weil sie durch das Geschrei gestört wurde Interessant, daß sich auch Antonia Baum durch den schreienden Mann gestört fühlte.

Excurse über die Benachteiligung von Mann und Frau folgen. Wer ist für die Hausarbeit zuständig? Gibt es da einen Hausarbeits- oder Müttergen? Wahrscheinlich nicht. Aber es gibt die Möglichkeit eine Putzfrau zu engagieren, die aus dem Osten kommt, eigentlich Biologie studierte, auch nicht gerne putzt, für Geld macht man aber alles. Was Antonia Baum auch mit schlechten Gewissen auch tut, während sie nach dem halben Mütterjahr vier Stunden täglich aus dem Haus geht und an dem Buch zu schreiben beginnt, nicht ohne zu betonen, daß sie ihr Baby selbstverständlich liebt und nur das erste halbe Jahr allein zu Haus sehr anstrengend oder fürchterlich war, was mich jetzt wieder ein bißchen an Thomas Bernhard, beziehungsweise an seinen Schreibstil erinnert.

Sie geht dann in eine Krabbelgruppe, wo die andereren hippen Akademiker- oder Mittelschichtmütter mit ihren Fair trade Markenklamotten hingehen und ist dort auch nicht glücklich, weil die alle kindische Babylieder singen und mit ihr sprechen, als ob sie auch ein solches wäre.

Dann werden  Zeitungsartikel, auch die von “Spiegel”, “Zeit”, etcetera nach ihren Aussagen über Mütter untersucht und uje, die machen entweder zu viel oder gar nicht für ihre Pxvpension, arbeiten zu viel oder gar nicht, trinken Latte Macchiatto oder gehen nie aus dem Haus, etcetera, etcetera.

Die neue Wohnung wird Realität, Antonia Baum, ihr Freund und ihr Baby können zuück jenseits der Grenze in die schicke oder vielleicht auch nicht so tolle Mittelschichtwelt.

Vorher werden sie noch von einer netten Polizistin zu dem Mann befragt. Denn inzwischen hat es nicht nur den Anschlag am Berliner Weihnachtsmarkt gegeben, sondern es wurde auch ein Jugendzentrum in der Nähe angezündet und der Mann wurde kurz davor gesehen.

“Was geschieht mit ihm?”, fragt Antonia Baum die Polizistin, die zuckt die Achseln und antwortet “daß er vielleicht in eine Einrichtung komme oder ins Gefängnis oder auf Bewährung, sie könne es nicht sage, sie wisse es nicht” und nur das Protokoll aufnehmen füge ich hinzu.

Antonia Baum zieht also weg. Detail dam Rande, daß kurz danach das Haus einen neuen Eigentümer bekommt, der alles aufreißen läßt, die alten Mieter hinausekelt und die neuen für das nun schöne hippe Haus wahrscheinlich höhere Mieten zahlen läßt, was ich auch für keine Lösung halte.

Antonia Baum resumiert aber weiter über die Mutterschaft, zitiert Studien dazu und schließt mit den Worten “Nein, das Problem ist nicht das Kind. Das Problem liegt in dem Versuch, das Kind zusammenzubringen mit den Ideen, Erdornissen und Sachzwängen eines modernen Erwachsenenlebens, wie es sich die Erwachsenen gemacht haben.”

Und ich habe ein sehr interessantes Buch gelesen, dessen scharfer Ton und Antonia Baums starke Distanzierung von ihrem Kind ,das sie machnmal auch als “Baby-dings” bezeichnet und von “Schweine-Müttern” spricht, mich manchmal überraschten und das Buch vielleicht auf dem ersten Blick unsympathisch machen, wie man auch bei “Amazon” finden kann.

Auf dem Zweiten ist es dann sehr politisch und da haben mich die Einschübe mit dem Mann, den ich ganz ehrlich für einen armen Teufel halte und mit dem ich reden würde, statt mich hinter meiner Tür zu verbunkern, am meisten interessiert, weil das das Lesen auch sehr spannend machte und ich mir die ganze Zeit dachte, was passiert mit ihm? Werden sie sich am Ende zum Tee treffen und er vielleicht mit dem Kind spielen oder etwas für es basteln?

Aber ich weiß schon, daß das zu kitschig wäre und in Zeiten, wie diesen vielleicht nicht möglich, weil er ja auch “Heil Hitler!” schreit und wenn überhaupt, vielleicht die “AfD” wählt und Antonia Baums Angst vor der Still-Maffia erscheint mir zu Bernhardesk übertrieben oder wird man in Deutschland wirklich angezeigt, weil man sein Kind nicht stillt? Vielleicht schon eher, wenn man es nicht gegen Masern impfen läßt, aber da ist ja Antonia Baum eher gegen die Impfgegener, wenn ich das richtig verstanden habe.

Sie hat auch im Leipzig auf dem “Blauen Sofa” gelesen oder über das Buch diskutiert. Da bin ich aber früher weggegangen, obwohl ich damals noch nicht realisiert hatte, daß ich das Buch ohnehin bestellt hatte. Wenn man genau hinsieht, kann man mich kurz auf dem Video sehen und ich denke, es ist ein sehr spannendes Buch, wenn auch eines über das man viel diskutieren kann und das auch tun sollte!

Ein Muterbeispiel darüber was ein Personal-Essay ist, ist es, glaube ich auch.

Die Amerikafalle

Jetzt kommt ein Buch, das ein wenig abseits meines üblichen “Beutschemas” liegt, wie man unken könnte und eines, um das ich mich mit dem Alfred gestritten habe.

Er hat es jedenfalls, während es auf meiner Warteliste stand, nach Harland mitgenommen und ist auch am Dienstag in den “Thalia” gegangen, als es dort vorgestellt wurde. Als es Martin Amanshauser in der “Gesellschaft für Literatur” vorstellte, habe ich in der “Alten Schmiede” gelesen, also war der Alfred nicht dort.

Aber er fliegt ja in einem Monat wieder nach Amerika, während ich an dem 1968 in Salzburg Geborenen und Sohn des alten “Residenz-Autors” Gerhard Amanshauser bezüglich seiner literarischen Seite interessiert bin. Hat er doch auch einige eher lustige Romane geschrieben und einen Gedichtband mit dem Bezeichnenten Titel “100 000 verkaufte Exemplare”, hat sich aber in letzter Zeit eher als Reiseschriftsteller etabliert.

In dieser Funktion hat er auch in der “Alten Schmiede” gelesen und ich bin hingegangen und  jetzt also auch am dem Buch mit dem Untertitel “oder, wie ich lernter, die Weltmacht zu lieben” sehr interessiert.

Und das ist  schon ein bezeichneter Titel, denn spätestens seit der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten, distanzieren sich alle von Amerika, auf der anderen Seite sind wir aber immer noch davon geprägt und fasziniert. Tragen Jeans, trinken Cola und reden “Denglisch” mit amerikanischen Akzent und ich war auch ein paar Mal in Amerika und als ich das erste Mal 1989 in New York war, war ich von der Stadt mit ihrten Wolkenkratzern fasziniert. Jetzt würde ich schon wegen der Sicherheitskontrollen nicht mehr hinfliegen.

Martin Amanshauser war aber, wie so viele andere Autoren im letztenJahr vier Monate “Writer in Residence” und in dieser Funktion läßt sich natürlich für einen Reiseschriftsteller mit Humor oder Sarkasmus, wie Martin Ammanshauser wahrscheinlich ist, ein herrliches Kolumnenbuch schreiben, das in mehrere Kapitel unterteilt ist.

Das erste heißt “Ankommen & Losfahren” und da beschreibt Martin Amanshauser ausführlich, die amerikanische Kleinstadt in der er temporär zurm Lehrpersonal gehörte und schildert, die Sturheit einer Verkäuferin, die sich weigert ihm Bier zu geben, da er nur über einen ausländischen Paß verfügt und deshalb scheint es Ausländern offenbar verboten in Amerika Biert zu trinken, etwas, was ich eigentlich so nicht glaube, von Martin Amanshauser aber genüßlich dargestellt wird und auch die Football Begeisterung der Amerikaner wird von ihm verrissen.

Unter “Amerikafalle” sind, wie man bald versteht, offenbar die Widersprüche gemeint, die einem begegnen, wenn man das Land bereist oder den Studenten Unterricht im kreativen Schreiben oder Reiseschriftstellern gibt.

Denn der Alltag in US, der hier beschrieben wird, besteht wahrscheinlich zu einem großen Teil aus ungesunden Essen, über das sich der Durchschnittseuropäer wahrscheinlich nur wundern oder den Kopf schütteln wird. Hört man doch so viel von der Dickleibigkeit der Amerikaner, dann macht Amanshauser, der mit seinen Kindern die vier Monate in den USAwar und sie dort natürlich in die Schule schicken mußte, die Erfahrung, daß das Schulbuffet nur aus Fastfood, daß sich   aus viel Fett und Zucker zusammensetzt besteht und, daß das Mineralwasser verteufelt wird, während die Amerikaner, das Zuckerwassernamens Coca Cola ungefiltert in sich hineinschütten, so daß der Ältere nach Österreich zurückgekommen, in seinen Schulaufsatz schreibt: “Ich bin mit meiner Familie nach america für 4 monate lang und ich Bin in die Schule gegangen in America und am ersten Tag gonnte ich nichts verstehen und die Schule is ganz anders und das Essen is grauslich auser am mittwoch  gibt es Pizza”.

Über die mangelnde Nachhaltigkeit und das mangelnde Umweltbewußtsein wird philosophiert. So werden einen die Plastiktüten in den Supermärkten offenbar noch immer nachgeschmissen, während man sie hier vor allem in den Billigläden schon bezahlen muß und Martin Amanshauser packte sich offenbar aus mangelnder Amerikakenntnis soviel in eine hinein, daß er sich die Zehe dabei verletzte, überlegte, ob er den Staat klagen und dadurch zum Millionär werden könnte, aber auf jeden Fall ordentlich vor sich hinfluchte, was aber niemand hörte.

Nach dem “Ankommen” werden die ersten Reisen in das Land, die offenbar später erfolgten beschrieben, bevor es zum Kapitel “Aklimatisieren und Wundern” geht, aus dem vorwiegend die letzten von mir zitierten Beispiele stammen.

Amanshauser fuhr also, mit oder ohne Familie, das wurde mir nicht so ganz klar, nach New Orelans, dem Land der Musik, wo es ja 2005 den Hurrican Katrina gab, der alles oder viel verwüstete und nach San Fransico und da war ich auch 1989. Da haben mich vor allem die Weihnachtsgeschäfte, die es dort im Sommer gab,  etwas das ich damals nicht kannte, fasziniert. Ich habe begierig, die Gutscheine, die verteilt wurden, eingelöst und schmücke in Harland immer noch mit den dort bekommenen Dekorationen, beispielsweiße einen grauen Plastikapfle, einer Plastikerdbeere und einem Cable Car Aufhänger, die Zimmer. Denn mit dem berühmten Cable Cars sind wir auch gefahren und die berühmte Golden Gate Bridge haben wir ebenfalls bewundert.

Die Weihnachtsgeschäfte haben Martin Amanshauser, den vielgereisten, offenbar nicht mehr verblüfft, dafür zitiert er die Museen, nennt Allen Gisberg und sein “Geheul” das in den Fünfzigerjahren einen Skandal ausllste und heute höchstwahrscheinlich auch niemanden mehr rührt und zitiert auch Jack Kerouac, dessen biografischen Roman von Anthony Mc Carten ich ja gerade gelesen habe, so daß mich das auch verblüffte, beziehungsweise ich sehr begierig diese Stellen las.

Die Reisen gehen dann auch nach New York, wo er mit seinen Kindern den Ground Zero besucht und Schwieriigkeiten mit den Sicherheitsdiensten hat, denn nein, man kann die Kinder aus Pietätsgründen nicht auf die Namensschilder der dort Umgekommen setzen und, als er mit seinen Kindern Fußallspielen will, kommt wieder ein Sicherheitsguard, denn es naht ein Gewitter und da gibt es angeblich ein Gesetzt, daß den Kindern dann verbietet sich aus Sicherheitsgründen draußen aufzuhalten.

Wie es überhaupt mit den Sicherheitsgründen recht schwierig zu sein scheint, denn zu seiner eigenen Sicherheit darf man vieles nicht. Beispielsweise Fußballspielen oder Wein trinken. Als Amanshauser mit einer Flasche Wein an der Rezpetion auftaucht, um nach einem Korkenzieher zu fragen, starrt ihn die diensttuende Studentin entsetzt an.

Aber man darf Motorradfahren ohne Helm, was der Europäer nicht ganz versteht, darf Waffentragen und, füge ich hinzu, es gibt auch keine Sozialversicherung für alle.

So testet Amanshauser, wie er in seiner launigen Art schreibt, für seine Leser das Gesundheitssystem der USA aus. Das heißt, er schneidet sich in den Finger und alles bestens. Die Ärzte und die Schwestern reden mit ihm, er wird gut versorgt, das dicke Ende naht dann erst nach der Rückkehr nach Wien, nämlich die Kranknhausrechnung. Aber da habe ich schon vorgegriffen. Amanshauser war noch in Las Vegas, hat hier die Spielhöllen beobachtet und in Mexiko und Kanada obwohl er das, wieder so eine absurde Vorschrift, sowohl seiner Bank als auch seiner Universität melden mußte.

Hat vieles vom Amerikanischen way of life verstanden und kritisiert und sich schließlich auch eingewöhnt, so daß er auf den letzten Seiten schreibt, daß er schließlich und endlich mit den Amerikanern warm geworden ist und  vielleicht sogar ein richtiger Amerikaner geworden wäre.

Ein spannendes Buch, ist mein Fazit, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob das jetzt etwas für Amerikareisende oder zu Hausegebliebene, die mehr über das Land wissen wollen ist und bin auch ein bißchen verblüfft, daß ich vieles, was in dem Buch beschrieben wird, 1989, als ich das erste Mal dort war, auch so erlebte.

“For your safety, Sir!”, sagte die Stewardess zum Alfred, als er sich nicht Anschnallen oder sein Gepäck im Sicherheitsfach verstauen wollte.

War verblüfft über die mir inzwischen nur oberflächlich etscheindene Freundlichkeit der Amerikaner, die zu allen “honey” oder “sweety” sagen und auch über die Buschauffeure, die mit den Worten, daß sie keinen  Ärger wollen, die Sandler oder Unangepassten auf die Straße setzten und auch unsere Reiseroute war ziemlich ähnlich, so daß ich vieles, was Amanshauser beschreibt, bestätigen kann.

Bur Donald Trump hat es nicht als Präsident gegeben und die Twin Towers sind noch gestanden. Ich bin nicht hinaufgefgahren, sondern den Broadway entlangmarschiert. Dafür der Alfred mit der Anna auf der Suche nach dem besten Coffee shop, den Annas beste Freundin Anna L. ihr empfohlen hat.

Jack

Was ist der Unterschied zwischen einem Roman und einer Biografie? Eine spannende Frage in Zeiten, wie diesen, wo auf allen Büchern aus Marketinggründen Roman und oft auch noch Debut steht, obwohl der Autor beispielsweise schon mit einer Novelle auf der Long oder Shortlist des dBp stand?

Für eine Nchtgermnistin und offenbar Content-Bloggerin nicht so leicht zu beantworten oder doch natürlich, obwohl ich gestehen muß, daß ich als ich mir vor ein paar Monaten Anthony Mc Cartens “Jack” bestellte, keine Ahnung hatte, daß das, was jetzt ein Roman eine Biografie oder was auch immer über den berühmten Beatpoeten Jack Kerouac ist, von dem ich zwar schon einiges gehört aber noch nichts gelesen und wenn ich mich nicht irre “Unterwegs” oder “On the road” auf meinen Bücherstapeln liegen habe, weil irgendwo gefunden.

Da kommen wir zu einer anderen spannenden Frage, nämlich der ob man jetzt das Original oder die Geschichte darüber lesen soll.

Daniela Strigl hat sie vor ein paar Tagen in der “Gesellschaft für Literatur” aufgeworfen und ich schreibe ja auch regelmäßig unter meine Buchbesprechungen und jetzt müßte oder sollte ich den O-Ton endlich einmal lesen, aber wann genau, wenn man in solchen Bücherbergen und Listenvorgaben steckt, wie ich.

Und es ist auch zu vermuten, daß die berühmten Autoren, vielleicht deshalb zu biografien über die noch berühmteren Vorbildern greifen, weil ihnen sonst nichts mehr einfällt, die Leute das gerne lesen, etcetera.

Von dem 1961 in Neuseeland geborenen Anthony Mc Carten habe ich auf einem meiner Frankfurter Buchmessensurfings das erste Mal etwas gesehen oder gehört. Denn da war das “Blaue Sofa zu Ende, die Kamera aber noch nicht abgedreht, so setzte sich der Autor darauf und ließ sich fotografieren und wenn ich mich nicht wieder irre, habe ich auch ein paar Mc Carten Bücher auf meinen Sub, aber keine Zeit zum lesen, etcetera.

“Jack” habe ich jetzt aber gelesen, obwohl ich statt diesem Buch zuerst eigentlich Connie Palmens “Du sagst es” bekommen habe und das einige Zeit so ließ, bevor ich bei “Diogenes” anfragte und das richtigstellte und, um es mit einem Wort zu sagen, Anthony Mc Cartens Biografie, Roman oder was auch immer, verstand es mich viel mehr zu fesseln, als das Connie Palmens Biografie über Sylvia Plath zu standebrachte. Vielleicht weil der Autor viel dazu geflunkert hat und es von Anfang an Spannung, Peep und Schwung in seine Geschichte über den Beatpoeten Jack Kerouac hineinzubringen.

Da sind wir also im Jahr 1969 und stehen auf dem Friedhof bei Jack Kerouacks Begräbnis, der wie der Biograf verlautet, irgendwann einmal beschlossen hat, sich zu Tode zu saufen.

Aber halt, auf dem Friedhof steht die Biografin und die ist achtzehn, zweiundzwanzig oder siebenundzwanzig Jahre alt, man weiß das nicht so genau, denn in dem Buch wird ja viel geflunkert oder wie das auch in den Romanen so ist, ein Spiel zwischen Dichtung und Wahrheit ist. Sie hat auch verschiedenene Namen heißt einmal Jan Weintraub und ist eine Jüdin, dann wieder Jan Haverty, wie Jack Kerouacs zweite Frau, am Schluß wird noch der Name Andrea Zehnder ins Spiel gebracht, also ganz schön verwirrend.

Aber das war der berühmte Beatpoet wohl auch, der nach dem Buch irgendwann beschlossen hat, zehn Romane zu schreiben, dann mit “On the road” berühmt wurde, weil es das Herz und den Zeitgeist der amerikanischen Jugend von damals getroffen hat. Sein Ruhm wurde ihm aber zu viel, so fing er zu trinken an und versteckte sich vor der Öffentlichkeit, etcetera.

Der Berkely Studentin oder Dozentin Jan  ist es aber gelungen, seinen Wohnort in St. Petersburg, im Haus seiner Mutter oder Onkels herauszufinden. So setzt sie sich ins Auto, packt ihren Hund dazu und ruft ihren Pofessor, dem eigentlichen Biografen an und verrät ihm, daß sie on the road zu Jack ist.

Dann steht sie vor seiner Tür und sagt ungefähr “Guten Tag, ich bins, Ihre Biografin!”

Der wundert sich zwar, daß eine Dozentin so jung aussehen kannan, schlägt ihr aber vor, ihm einen zu blasen, was sie entsetzt das Haus verlassen läßt. Sie kommt aber wieder, als die Kerouacks, Jack mit dritter Frau und Mutter in der Kirche sind und stöbert in seinen Briefe, wird von ihm erwischt und outet sich als seine Tochter.

So endet der erste Teil, man ist verwirrt und gleichviel voller Spannung und fragt sich, ist das wahr oder erfunden und noch bevor man bei “Wikipedia” nachschlagen und das klären kann, kommt der Cousin auf Heimaturlaub von seinem Vietnameinsatz, findet Jan in seinen Zimmer vor und wird ausquartiert, was sein Mißtrauen wachsen läßt, umsomehr, als Jan bei einer Routinekontrolle der Polizei keinen Führerschein vorweisen kann.

Die macht inzwischen Interviews mit ihrem Vater und will mit ihm sogar nach San Francisco fahren, als der Neffe mit dem Professor zurückkommt, um ihm die Wahrheit  über dieBetrügerin, die Jack zuerst nicht hören will, aufzudrängen.

Jan oder Andrea Zahnder wird verhaftet, kommt auf die Psychiatrie und steht am Ende, denn das alles ist, glaube ich schon im Vorjahr passiert, auf dem Friedhof und will Erde in das Grab werfen und, als der Neffe sie daran hindern will, ruft sie ihren neuen Freund Stanley  zu Hlfe, der verzweifelt “Jan? Was geht hier vo? Jan? Jan?” ruft und wir haben ein sehr spannendes Buch gelesen. Fast einen Krimi und dabei sehr sehr viel über Jack Kerouac, den Beatpoeten erfahren.

Aber natürlich, wie ich wieder schreibe und sicher auch Daniela Strigl raten würde, ist es besser zu den Originalen zu greifen undbevor man zur nächsten Biografie übergeht, endlich wenigstens “On the Road” zu lesen.

Die goldene Pforte

“Die Pforte des Messias, auch Goldene Pforte genannt, ist eines der acht Tore in der Festungsmauer der Jerusalemer Altstadt”, steht auf einer der ersten Seite von Philip le Roy, der laut Klappentext 1962 in Toluouse geboren wurde und schon mit einigen Krimipreisen ausgezeichnet wurde.

Vielleicht ist das aber auch ein Pseudonym und der Autor ein Deutscher? Jedenfalls trägt die Hauptperson des Thrillers einen deutschen Namen, obwohl er ein Franzose ist.

Aber auch das ist, wie wir beim Lesen des Buches erfahren werden, nicht so einfach und birgt viele Räsel, die, wie man in der Anmerkung des Autors ersehen kann, ihm auf einer Buchmesse von einer verschleierten Frau übergeben wurde, die ihm zuflüsterte, daß darin etwas verboren sei, was die Welt verändert könnte.

Und weil das Welt verändern in Krimis offenbar viel leichter, geht, hat der Autor einen Thriller daraus gemacht und das Geheimnis ist eigentlich ganz einfach erzählt: Der Koran soll christlichen Ursprungs sein und die Jungfrauen, weshalb sich so viel Attentäter in den Tod sprengen würden, währen eigentlich nur Weintrauen.

Deshalb wird das Buch bei “Amazon” und am Buchrücken auch mit dem Da Vinic Code verglichen:

“Ein packender Thriller mit Sprengkraft, der den Da Vinci Code in den Schatten stellt”.

Deshalb geht es auch gleich in das Medias Res und da hetzt der Held Simon Lange mit seinem Freund Markus betrunken durch Jerusalem und verschwindet dann durch die heilige Pforte.

Das heißt, er erwacht am nächsten Morgen in einer Gefängniszelle, weil ein Ungläubiger ja nicht auf dem Tempelberg darf. Er wird wieder entlassen, von da an aber ständig verfolgt und als er Markus Wohnung aufsucht, ist die verwüstet und Markus verschwunden.

Ein Wink führt ihn nach Berlin, dort findet er ihn aber auch nicht, so daß es nach Paris zurück geht, wo er eine schöne Syrierin namens Sabbah kennenlernt.

Nach und nach lüften sich die Geheimnisse. Simon hat vor kurzem seine Eltern verloren, der Notar teilte ihm mit, sie wären gar nicht seine richtige Eltern und die Geheimnisse seiner Herkunft lägen in einem Tresor in Jerusalem. Deshalb ist er mit Markus, den er beim Begräbnis kennenlernte, dorthin geflogen.

Der Tresor war aber leer und vor Markus, ebenfallls verwüsteter Berliner Wohnung, fand er einNotizbuch seines Vaters. Der war Diplomat, deshalb ist Simon, der Theologie studierte, viel in der Welt herumgekommen. Der Vater war aber auch Koranforscher und nach und nach lüftet sich die bahnbrechenden Geheimnisse um den Utsprung des Korans.

Das Notizbuch führt Simon zu den Forschern, die mit seinem Vater unterwegs waren und während er das tut, wird er immer wieder verfolgt. Die Forscher werden ermordet und mit Sabbah, die noch Jungfrau ist und sich nur mit einem Syrier verheiraten will, reist er durch die arabische Welt.Verführt “Zauberkunststücke”, wird für den Messias gehalten, aber auch das war nur eine Finte und am Schluß des Buchs, packt Sabbah die brissanten Unterlagen, trägt sie auf die Buchmesse und wir haben eine Menge über die aktuelle Weltgeschichte, den Koran, seine Entstehung und noch viel mehr auf eine höchst spannende Art und Weise erfahren.

“Ein Krimi, der zu sensatioell wichtigen, tabusierten Tatsachen über den Islam als Judenchristentum führt”, schreibt Michael Wolffsohn noch am Buchrücken.

“Der Phrophet, den es niemals gab”, steht auch noch auf der Buchruckseite.