Joe Berger Songs

Im Weinhaus Sittl gab es anläßlich der Sommerreihe des ersten Wiener Lesetheaters  heute wieder einen Joe Berger Abend.

Zum fünften Mal hat jetzt Christian Katt einen Abend mit Texten des 1993 in Kaltenleutgeben geborenen und 1991 in Wien verstorbenen Schriftsteller, Schauspielers und Aktionisten Joe Berger veranstaltet.

Bei den letzten beiden waren wir und beim Joe Berger-Symposium in der Wien Bibliothek bin ich auch einmal gewesen.

Joe Berger, das Original, dessen literarische Bedeutung, die Wien-Bibliothek, wie man bei Wikipedia nachlesen kann, das erste Mal gewürdigt hat und die sich jetzt dank des Lesetheaters, Christian Katt und Ottwald John beispielsweise, langsam herumspricht.

Da gibt es die “Märchen für Konsumkinder” und das “Playoyer für den Alkohol”, ein Buch, das ich in meiner Sammlung habe.

Es gibt aber auch, wie Christian Katt in seiner Einleitung betonte, eine Schallplatte”,1982 mit Loys Egg entstanden und jetzt nur noch antiquarisch erhältlich.

Es gibt  auch die “Wiener Depressionen”, Lieder, die von dem 2015 verstorbenen Komponisten Ernst Kölz vertont wurden und der war GAV-Mitglied und bei einem der in Mürzzuschlag veranstalteten Feste, da bin ich ja einmal bei einem für Gerhard Rühm, Ernst Jandl und Friederike Mayröcker in den Neunhzigerjahrten gewesen, habe ich mit ihm und  dem Experimentalfilmer Kurt Krenn in derselbenPension gewohnt.  So habe ich ihn kennengelert und ihn einmal auch zu einem meiner literarischen Geburtstagsfeste eingeladen.

Da hat er mir die CD mitgebracht und als ich heute das Pelikanstüberl des Weinhaus Sittls erreichte, probte gerade sein Sohn Claudius diese Lieder.

Nach und nach traf dann das Publikum ein, es wurde voll und Richard Weihs begann mit seiner Gittarre, zwei Berger- Lieder zu singen.

Dann kamen Eva Filip und Magdalena Knapp-Menzl mit Texten aus dem “Playdoyer für den Alkohol” musikalisch von Richard Weihs mit der Gitrarre, Zieh- oder Mundharmonika begleitet.

Ottwald John hatte einen beeindruckenden Auftritt, in dem er die neben mir sitzende Ruth umarmte und auch Christian Katt gab einen Berger Song von sich, bis dann Claudius Kölz die Lieder seines Vaters sang und es heute in dem Extrazimmer einen sehr tollen Abend gab,  so daß ich mich schon auf das nächste Jahr freue, wo es vielleicht wieder eine andere und neue Facette des verstorbenen Shzene Literaten, wie auch in Wikipedia steht, zu erleben gibt.

Linkes Wort und Volksstimmefest

Erwin Riess

Erwin Riess

Walter Eckart

Walter Eckart

Elfie Resch

Elfie Resch

Pünktlich eine Woche vor dem Schulanfang, Wiens angeblich schönstes Fest mit einer Autorenlesung jeweils zwischen vier und sechs.

Ich habe da, glaube ich, so ungefähr 1980 oder war es schon 79 zusammen mit dem “Arbeitskreis schreibender Frauen” gelesen und kann mich erinnern, daß ich sehr aufgeregt war, war es ja wahrscheinlich eine meiner ersten  Lesungen, Waltraud Haas hat mich da beruhigt und gersagt, sie wäre es auch.

Das nächste Mal allein war dann 1989 in dem Jahr oder Sommer wo Arthur West, der damals die Lesungen organisierte. das Publikum beruhigte und erklärte, daß das nicht so schlimm mit der DDR wäre und sie bestimmt nicht untergehen würde.

Damals haben, glaube ich, noch Elfriede Jelinek, Peter Turrini und Marie Therese Kerschbaumer gelesen, ich habe ein Stück aus den “Hierarchien,” die ich ja damals geschrieben habe, vorgetragen und Peter Turrini hat sich interessiert danach erkundigt.

Nadia Baha

Nadia Baha

Andi Pianka

Andi Pianka

Eva Jancak

Eva Jancak

Seit damals habe ich fast jedes Jahr gelesen, 1991 oder 92 nicht, da ist es sich, glaube ich, irgendwie nicht ausgegangen Arthur West zu fragen, weil ich statt auf der GAV-Vollversammlung auf irgendeiner Fortbildungsveranstaltung war und ich habe dann auch meinen Vater betreut und bin, glaube ich, nur kurz zum Zuhören hingefahren.

Arthur West ist 2000 gestorben, Helmuth Rizy hat aber schon ein bißchen früher die Organisation übernommen und mit den “Anthologien” angefangen.

Dann gabs ein zwei Jahre, glaube ich, kein Volksstimmefest oder keine Lesungen, danach haben Christoph Kepplinger und Roman Gutsch die Organisation übernommen. Seit einigen Jahren macht es Christoph Kepplinger allein und bringt auch junge Lesende, wie Peter Clar, Nadine Kegele, Gertraud Klemm, Verena Mermer, Petra Piuk, die dann bekannt wurden und viele andere, es hat aber auch schon Julian Schutting gelesen, etcetera.

Karin Marinho da Silva

Karin Marinho da Silva

Susanne Toth

Susanne Toth

Sandra Weihs

Sandra Weihs

Es gibt seit einigen Jahren ein Thema, diesmal war das “Von der Ordnung und Unordnung der Welt” und ist, glaube ich, von der russischen Revolution ausgegangen, die ja heuer ihr hunderstes Jubläum hat.

Dazu passt die Szene wo der Fabian Hirschmann von der Störaktion aus Graz zurückkommt und von seiner Mutter aufgeweckt wird, zwar nicht wirklich, ist er ja, wenn überhaupt, dann eine Revolutionär in der anderen Richtung, aber es gibt auch, wie Chrisoph Kepplinger betonte, demächst eine Wahl und die “Rechten” wollen auch eine Ordnung in unsere Gesellschaft bringen, weil sie glauben, daß die nicht mehr geordnet ist und da passt die Szene gut hinzu und ich habe auch gleich am Beginn des Samstags gelesen, was ich ja eigentlich auch immer will.

Die erste Lesende war Elfie Resch, 1948 in Baden geboren und schon fast eine Stammleserin und sie brachte zur Ordnung passend, einen Text von einem Schatzkästchen, das eine Tochter geschenkt bekommt und dann noch ein paar Gedichte, die die Unordnung und den Widerstand dagegen aufzeigten.

Richard Schuberth

Richard Schuberth

Reinhard Wegerth

Reinhard Wegerth

Gertraud Klemm

Gertraud Klemm

Erwin Riess, 1957 in Wien geboren und ebenfalls ein Stammleser, ganz früher haben noch Ernst Hinterberger, Franz Kain, Erika Danneberg etcetera gelesen, brachte einen Ausschnitt aus seinem neuen Groll-Roman, den er in der “Alten Schmiede” zur Saisoneröffnung vortragen wird. Deshalb war wahrscheinlich auch Kurt Neumann im Publikum.

Dann kam schon ich mit meiner Fabian Szene aus meinem wahrscheinlich demnächst erscheinenden Buch “Vor dem Frühstück kennt dich keiner”, mit dem Bibliotheksgespenst, das eigentlich keines ist und dem Roman über hundert Tage schwarz-blau, den ich 2000 geschrieben habe.

Walter Eckhart und  Nadia Baha sind, glaube ich, zwei Debutleser, der erste wurde 1948 in der Steiermark geboren und ist Redakteur des “Uhudlers”, die zweite  1983 und schreibt satirische Texte.

Andi Pianka, kenne ich, glaube ich, noch aus der Zeit, wo er auf Cornelia Travniceks Blog kommentierte, habe ihn zweimal in St. Pölten und einmal auch in dem Cafe in der Lerchenfelderstraße gemeinsam mit Sara Wipauer gehört.

Helmut Rizy

Helmut Rizy

Werner Lang

Werner Lang

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Er brachte zwei sehr politisch scharfe Texte, die sich mit der ungeordneten Welt und ihren Mißständen beschäftigten.

Karin Marinho da Silva, 1962 geboren und im Burgenland lebend, überraschte dagegen mit einem Text, der sich mit dem Senf beschäftigte. Wo ist da die Ordnung oder der politische Anspruch, könnte man fragen. Er war aber meiner Meinung nach eine erfrischende Abwechslung und Würsteln mit Senf gehören wahrscheinlich auch zum Volksstimmefest, die in Wien Frankfurter und überall sonst Wiener heißen, was wieder zu Ordnung passt.

Die 1983 in Klagenfurt geborene Sozialarbeiterin Sandra Weihs, die ich, glaube ich schon einmal im Literaturhaus hörte, wurde dann wieder politisch und brachte eine Gesprächsprotokoll zwischen einem AMS berater und einem arbeitssuchenden Klienten, der sich nicht ganz an die vorgegebene Ordnung hält.

Die 1964 geborene Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von den Poetnächten.  Sie hat, glaube ich, auch schon am Volkstimmefest gelesen. “Save the day” hieß ihr Text.

Susanne Ayoub

Susanne Ayoub

Heino Fischer

Heino Fischer

Barbara Eder

Barbara Eder

Und der 1950 geborene Reinhard Wegerth ging mit seinem Text weit in die Vergangenheit hzurück und beschäftigte sich da mit den in den Siebzigerjahren existieren “Edition der Literaturproduzenten”, die bei “Jugend und Vol”k erschien und wo die Autoren selbstverwaltende Texte herausgaben. Elfriede Gerstls “Berechtigte Fragen” sind da entstanden. Die Texte der Jelinek und des Michael Scharangs aber nicht so sehr, denn die waren schon bei “Rowohlt” oder “Luchterhand” und hatten die Autoreninitiative daher nicht mehr so nötig, wie Reinhard Wegarth satirisch listig anmerkte.

Und Richard Schuberth, auch schon ein regelmäßiger Leser beschäftigte sich mit dem Heimatbegriff, den er den Rechten nicht so ganz überlassen wollte.

Als letzte kam Gertraud Klemm auch schon eine Stammleserin, die ihre Karriere vielleicht dort machte oder schon gelesen hat, als sich noch nicht auf der LL gestanden ist und in Klagenfurt gelesen hat. Sie brachte und das ist interessant, einen Text von einer siebzigjährigen rebellischen Frau, die auch, wie der Fabian in Graz, Scheiße schmiß, diesmal aber auf einen Regierungsrat der einen Bären erschossen hat.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen beim Favoritnerstand und am Abend hörten wir uns noch auf der “Volksstimmefestbühne” Timna Brauer und den “Nino aus Wien” an.

Günter Vallaster

Günter Vallaster

Mladen Savic

Mladen Savic

Katrin Forstner

Katrin Forstner

Am Sonntag ging es dann mit nich ganz so schönen Wetter und daher auch nicht so vielen Zuschauern mit dem “Linken Wort” auf der “Sigi Maron Bühne” weiter. Da hat Helmut Rizy, den ich schon lange kenne und mit ihm auch einmal  in der GAV-Neuaufnahmejury war, begonnen und setzte sich mit seinen Ordnungstext, sowohl politisch, als  auch im Bereich der Kunst, wo wir ja alles in E oder U, Romane, Erzählung, Novelle, etcetera einteilen und dann doch nicht einhalten, auseinander.

Das 1955 in der Steiermark geborene Mitglied des “Werkkreises Literatur der Arbeitswelt” Werner Lang brachte dann auch einen Ausschnitt aus der Erzählung “Stramm”, wo sich ein Arbeiter mit der Vergangenheit seines Vaters und Großvaters beschäftigte.

Hilde Schmölzer, die frauenbewegte, die dann folgte, beschäftigte sich in ihrem Text natürlich mit der Frauenbewegung  während Susanne Ayoub auch schon eine Volksstimmefest-Stammleserin, einen Auszug aus ihrer “Medea-Neubearbeitung” brachte, mit dem sie einen Exil-Theaterpreis gewonnen hat.

KurtO Wendt

KurtO Wendt

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Dann wurde es musikalisch, kam doch der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer, der eine beachtliche Publikationsliste hat, mit seiner Gitrarre, gedachte Sigi Maron und brachte Auszüge aus seinem Programm “Es reicht”.

Die 1981 geborene Barbara Eder, die Sozial und Wirtschaftswissenschaften, Philosophie  und Genderforschung studierte und, glaube ich, in der “Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Kunst” im Juni einen Vortrag über Comics halten hätte sollen, brachte einen sehr interessanten Text, wo, die nicht mehr gebrauchten Arbeitskräfte zwangsweise nach Armenien oder an anderen Orten ausgeflogen wurden.

Der mir aus der GAV und aus dem “Wohnzimmerkreis” schon lang bekannte 1968 in Vorarlberg geborene Günter Vallaster sah die Ordnung beziehungsweise die Unordnung in seiner in einer der “Feribordnummern” herausgegebenen “Hasentexte”, was man wieder etwas vom Thema ab interpretieren könnte, es ist aber bekannterweise alles Interpretationssache, beziehunsweise die experimentelle Literatur vielleicht nicht so ganz ordentlich, wie die dem Mainstream angehörende.

Der 1979 in Zagreb geborene Mladen Savic, der glaube ich, schon im Vorjahr gelesen hat, wurde dagegen wieder theoretisch und brachte einen sehr langen Text, der sich mit der Ordnung oder Unordnung der Polizeigewalt auseinandersetzte.

Natalie Deewan

Natalie Deewan

Danach wurde es mit der 1989 in Wolfsburg geborenen Kathrin Forstner sehr poetisch und dann  kam KurtO Wendt von dem ich schon ein Buch gelesen habe und stellte ein Theaterstück vor, das demnächst im “Fluc” aufgeführt wird, in dem es um die Abschaffung der Arbeit geht und ganz am Schluß kam noch eine Wortperformance der 1978 in Wien geborenee Natalie Deewan, die zehn Leute aufforderte sich als Wortträger zu betätigen, ihnen die Buchstaben aus denen man sowohl “LINKES WORT” als auch das Anagramm “SILENT WORT” bilden konnte, was dann wahrscheinlich die  2017 Anthologie über die “Ordnung und Unordnung” der Welt zieren wird.

Kurz nach der Lesung begann es dann zu regnen, so daß wir auf der “Volksstimmefestbühne” zwar Tini Trampler und den “Playbackdolls” zuhörten, dann aber nach Hause gegangen sind, so daß wir die “Wiener Tschuschenkapelle” versäumten, aber die habe ich glaube ich schon einmal in Krems und einmal im AK-Theater gehört.

Und jetzt kommt für alle Interessierte, noch das Archiv 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016, wo man sich die Artikel und meistens auch die schönen Fotos vom Alfred ansehen kann.

In die Herbstarbeit

Der Herbst hat zwar noch nicht begonnen, aber der September und da gibts ja am Wochenende traditonell vor Schulbeginn, das Volksstimmefest im Prater, wo ich lesen werden und deshalb sind wir am Donnerstag nicht mehr nach Harland gefahren, sondern in Wien geblieben.

O Töne gab es auch nicht mehr. So waren wir am Rathausplatz bei einem Konzert des ebenfalls schon verstorbenenen George Michael aus London und am Freitag ging es, nachdem ich die Abfrechnung schon gestern machte, ans Fensterputzen.

Meine Leser wissen, das ist das Ritual zwischen dem Alten und Neuen und da habe ich ja letzten Donnerstag bevor ich zu den letzten O Tönen gegangen bin, die Korrekturen von “Besser später als nie” beendet, das Manu an den Alfred geschickt, den Beschreibungstext geschrieben. Das Cover wird diesmal eine Pizza sein, die der Alfred ja oft von einer Pizzeria aus der Kettenbrückengasse bringt und nein, es ist nicht die, in der ich immer die ältere Frau sitzen sehe, wenn ich von der “Alten Schmiede” oder der “Gesellschaft für Literatur” nach Hause gehe.

Jetzt geht es also an das “Morgen”, ab ersten September und eigentlich wollte ich den Blogroman über die unsichtbare Frau, die versucht auf friedlichen Wege, die Weltansichten der Herren Putin, Trump etcetera, etwas zurechtzurücken, im November beim “Nanowrimo” schreiben.

Was mache ich also? Wieder zwei Monate warten, durch die Stadt streunen und Ideen sammeln, um dann vielleicht am einunddreißigsten Oktober wieder festzustellen, daß ich eigentlich schon allles habe und jetzt einen “Korrigier-Nano” machen könnte?

Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich werde ich die Fenster putzen, beziehungsweise ist das wahrscheinlich schon getan, wenn dieser Post erscheint, ich bin ja eine Vorausschreiberin und dann Notizen sammeln. Überlegen, was ich eigentlich schreiben will und da gibt es ja mehrere Ansätze.

Die Slavica Jagoda und die Lily Schmidt, die wir schon aus “Besser spät als nie” kennen, können in New York den Blogroman über die unsichtbare Frau schreiben und in die Welt schicken.

Aber die könnte ja auch ihre eigene Stimme haben und sie könnte eine erfolglose Autorin sein, die ihre Aktionen ins Netz verlegt, eine Amanda irgendwas, den entsprechen klingenden Namen müßte ich mir erst suchen und, daß da der Exverleger Moritz Lichtenstern auf ihre Spur kommt, ist eigentlich schon ein alter Hut, den man schon in der Anna findet, da heißt der Verleger zwar anders und die Autorin schreibt über ihre Großmutter und über keine unsichtbare Frau, aber wie sagte schon der alte Heimito, man schreibt immer den selben Roman sein Leben lang.

Ein wenig abwandeln könnte man das neue Work in Progress aber schon, also wird die Amanda, ich nenne sie mal so vielleicht auf einen Don Quijote  von rechts nach links treffen und sich mit ihm duellieren.

Die entsprechenden Vorerfahrungen, habe ich da ja in den letzten Monaten vielleicht schon gemacht, während sie versucht die Welt zu retten, in dem sie nachts Donald Trump und Wladimir Putin erscheint und ihnen sanft ins Gewissen redet.

Aber eigentlich könnte ich  auch vom österreichischen Wahlkampf schreiben und die Amanda mit Sebastian Kurz streiten lassen.

Mal sehen, meine Ideen sind, wie man merken kann, noch recht vage und unausgegoren. Vielleicht auch, weil ich noch nicht wirklich weiß, ob ich mich da jetzt hineinsteigern und darauflosschreiben soll, um dann im November nicht recht zu wissen, wie ich es mit dem “Nanowrimo” mache.

Der im Vorjahr ist ja auch ausgefallen, weil ich da, glaube ich mit meiner “Kroatiengeschichte”  beschäftigt war.

Ein wenig Materialsuche wäre also wahrscheinlich doch sehr brauchbar und dann habe ich  vor einiger Zeit im Schrank ein Buch gefunden, das sich mit Blogs beschäftigt. Das habe ich auf meine Leseliste gesetzt und gedacht, das nehme ich als Vorbereitungslektüre, aber jetzt bin ich ja mit meinem Buchpreislesen, das sich ja bald verdoppeln wird, sehr beschäftigt.

Da lese ich gerade Buch sieben, nämlich das im “Ullstein Verlag” erschienene des Robert Prossers und staune, wie sehr der auf einmal realistisch schreibt, habe noch ein PDF in meinem Kasten, fünf Bücher im Badezimmer und zwei oder drei sollten eigentlich noch kommen, der Rest ist Schweigen oder liegt in meinem Bücherregal der “Netgalley” und ich kann sie nicht öffnen.

Also lesen, lesen, damit die Verlage nicht Wochen auf meine Besprechungen warten müßen. Da komme ich vielleicht gar nicht so zum Recherchieren, obwohl ich ein paar Recherchetage sicher machen werde, aber wahrscheinlich nicht zwei Monate lang. Da packt mich sicher vorher die Ungeduld, beziehungsweise nehme ich mir diesmal nicht soviel Zeit dafür.

Die Veranstaltungen beginnen jetzt auch allmählich. So gab es am Freitag eine Lesetheaterveranstaltung, am Montag nach dem Volksstimmefest, noch eine Veranstaltung im Weinhaus Sittl und die “Alte Schmiede” hat mir auch schon das Programm geschickt.

Das sind meine Herbstpläne. Lesen und schreiben neben meiner psychotherapeutischen Arbeit und gespannt sein, wie das mit den Longlisten werden wird, das natürlich auch und der Alfred sollte inzwischen die Korrekturen von “Vor dem Frühstück kennt dich keiner” einarbeiten, damit ich das nochmals korrigeren kann,  sich “Besser spät als nie” ansehen und das Coverfoto machen.

 

Exillyrik zum Antikriegstag

Das Wiener Lesetheater scheint den Antikriegstag am oder um den ersten September immer besonders zu zelebrieren, so bin ich einmal mit Ottwald John auf den Spuren von Berta von  Suttner bis zum Praterstern gewandert und morgen, während das Volksstimmefest ist, hat er, glaube ich, wieder so etwas vor, aber für heute habe ich eine Einladung von Konstantin Kaiser bekommen, daß das Lesetheater zu diesem Anlaß zum dritten Mal aus dem von ihm, Miguel Herz-Krestanek und Daniela Strigl herausgegebenen Band “In welcher Sprache träumen Sie?” lesen wird und der Ort des Geschehen, das Delphin-Theater in der Blumauergasse Ecke Zirkusgasse, im zweiten Bezirk, war auch sehr passend, haben doch damals viele Juden dort gewohnt und es kommen einem auch heute noch vereinzelte orthodox Gekleidete entgegen.

Das Theater Delphin, ist eigentlich kein wirkliches, zumindest schaut es nicht bersondern nach einem aus, sondern ein großer Raum, fast ohne Bühne, nur mit der entsprechenden Beleuchtung, sowie ein paar Sesseln und aus dem Buch haben von  Susanna C-Schwarz-Aschner ausgewählt,  Vera Schwarz, Maximillian Spielmann und Jakub Kavin gelesen und der scheint zu dem Theater zu gehören, lagen auf den Sesseln doch kleine Kärtchen, die auf ein Stück von ihm inszeniert und bearbeitet nach Kafkas “Schloß” hinwies.

Susanna Schwarz-Aschner leitete ein und las ein bißchen aus dem Vorwort, erläuterte daß eine große Anzahl von Exillyrikern in dem Band versammelt wären und dieLesung bestand dann auch wirklich aus einer ganzen Sammlung von sehr bekannten, bis ganz unbekannten Namen.

Die Erste, der Lebenslauf wurde immer dazu gelesen, war Stella Rothenbergt, die erste “Kramer–Preisträgerin”, die den Preis 2001 gebkommen hat, dann war auch das “Soldatengedicht” der Schwester Restituta Helene Kafka dabei, die dafür hingerichtet wurde.

Berthold Viertel hatte einige sehr beeindruckende Gedichte, Stefan Zweig ein solches, Jura Soyfer, Paul Celan, Hermann Hakel, aber auch die Sozialdemokratin Käthe Leichter, die im KZ umgekommen ist und mit deren Gedicht “An meine Brüder im Konzentrationslager”, das von einer Genossin  auswendiggelernt und später aufgeschwrieben wurde, wurde die Lesung auch beendet.

Sehr beeindruckend, die Auswahl, die sich nicht immer, aber zum größten Teil auf das KZ, die Verzweiflung, die Deportation, etcetera bezog und ich habe, glaube ich, von dem Buch schon einiges gehört, war wohl auch schon vor Jahren bei einer Präsentation, aber noch nie eine so beeindruckende Lesung und richtig, die Kramer Gedichte, wo wir in einer Woche ja wieder nach Niederhollerbrunn zur heurigen Preisverleihung fahren werden, hätte ich jetzt fast vergessen.

Lichter als der Tag

Buch sechs der Longlist  ist ein typisches “Schwiergermutterbuch”, also eines, das man von der Longlist kaufen und der Schwiegermutter, Frau oder Mutter auf den Gabentisch legen kann, ein Shortlistbuch wohl auch, zumindestens ist der 1965 am Tegernsee geborene Mirco Bonne 2013, glaube ich, schon mit “Nie mehr Nacht” auf der Shortlist gestanden. Ich habe das Buch, glaube ich, einmal im Schrank gefunden, aber genauso noch nicht gelesen  wie der “Eiskalte Himmel”, das eine bibiliophile Wu-Kollegin dem Alfred einmal, glaube ich, um zwei Euro verkaufte.

Gesehen und gehört habe ich den Autor einmal in der “Gesellschaft für Literatur”, nun das PDF des neuen Longlistenbuchs gelesen und was soll ich dazu sagen?

Es ist ein Buich für die Schwiegermutter, eines, was vielleicht auf die Shortlist kommt, aber eigentlich nichts Neues und ob die hunderttausendste Midlifekrise Geschichte des Mannes um fünfzig wirklich berühren kann, ist die Frage?

Es ist aber sicher das, was sich der Buchmarkt und die Lektoren wünschen, wahrscheinlich auch das, was die Buchhändler empfehlen.

Eine sehr schöne Sprache, immer wieder Wortneuschöpfungen und interessante Satzwendungen, es geht, wie schon der Titel sagt um das Licht und um Wespen und Hummeln, ist RaimundMärz der Held ja ein Insektenspezialist, obwohl er sein Biologiestudium nie abgeschlossen hat.

Er ist fünfzig, also aus der Midlifekrise eigentlich schon heraus, aber heute lebt man ja länger und das Buch ist in drei Teile gegliedert, in denen das Lcht, die Kunst, Gemälde, die Wespen und noch vieles andere. eine große Rolle spielen.

Es geht um eine Kinderfreundschaft, als Kinder haben sie sich kennengelernt und sind in einem wahrscheinlich lichtumflutenden Dorf und einen wilden Garten zusammen aufgewachsen.

Raimund, Moritz, Floriane und später ist noch die Dänin Inger dazugekommen, die nach dem Tod ihrer Eltern in das Dorf zu ihrer Tante zog.

Sie haben ihre Jugend mitsammenverbracht, Paare gebildet, ausgewechselt, sich getrennt sind vom Dorf nach Berlin gezogen. Raimund ist mit Flori dann nach England gegangen, wo sie Zahnmedizin und er Bilologie studierte oder nicht und im ersten Teil sind sie nach Hamburg zurückgekommen, leben dort schon einige Jahre, Flori, als Kieferchrurgin, März als Redaktuer beim “Tag”

Sie haben zwei Töchter Priska und Linda und am Beginn des Buches bringt Raimund Linda auf den Bahnhof, weil sie dort mit ihrer Klasse in ein Landfschulheim fährt.

Linda wird auch das “Elsternkind” genannt, weil sie kleptomanische Adern hat und als Raimund zurückgehen will, sieht er plötzlich Inger wieder, beziehungsweise einen Flashmob, den die Klasse ihrer Tochter Pippa auf dem Bahnhof aufführt.

Das löst eine Katastrophe aus, denn Inger, die jetzt mit Moritz verheiratet ist, war Raimunds große Liebe. Pippa, werden wir später erfahren, ist auch von ihm und als Raimund in seine Redaktion zurückkommt, begrüßt ihn sein Freund Bruno mit den Worten, das er wie ein Gesprenst aussehen würde.

Ganz ehrlich, das ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, daß einer, der nach sechzehn Jahren oder so seine Jugendliebe wiedersieht, so ausflippt.

Raimund, der Insektenspezialist tut es aber, läßt sich von der Redaktion beurlauben und fährt zu Pippas Schule und ihr dann nach in das Reihenhäuschen nach, wo sie mit ihrer Mutter lebt.

Wo ist Moritz? Ist er verschwunden oder vielleicht sogar tot?

Raimund fährt nach Hause und hat Alpträume so, daß er nachts aufschreit und laut “Ohlsdorf!”, ruft.

Das bringt Floriane auf den Plan, die ihm einen Brief Ingers überbringt, schon von Monaten geschrieben, wo sie ihm von einer Krankheit Moritz schreibt und ihn bittet, alles aufzuklären.

Floriane hat einen bösen Brief zurückgeschrieben und verschwindet in das Wochenende. Raimund bleibt zurück, säuft und säuft und fährt am Montag mit Bruno nach Stuttgart.

So endet der erste Teil. Der Zweite, der für mich unnötig wäre, weil ohnehin  schon alles gesagt, führt zwanzig Jahre zurück, wo sich die Paare bildeten und wieder trennten. Floriane war beispielsweise mit Moritz zusammen und im dritten Teil fährt Raimund mit Bruno, dem Frauenhelden, der überall seine Freuninnen hat, nach Stuttagart, zu einem Fußballspiel oder in in eine Kunstgalerie.

Das ist nicht ganz klar, aber dort kommt Raimund auf ein Bild eines Camille Carrots, eines Frühimpressionisten “Weizenfeld in Marvan”, wo das mit dem Licht passt oder besonders ist. So hebt Raimund von seinem Konto und dem von Flori, der erfolgreichen Zahnärztin, fünfzigtausend Euro ab und fährt in das Landschulheim Lindys, wo er seine eigene Tochter entführt und mit ihr nach Lyon entweicht. Dort das Bild, das sich im dortigen Museum befindet, entwendet und dann dank Brunos Hilfe wieder in sein altes Leben zurückkehrt,  das Leben geht weiter,  begnnt nicht noch einmal von vorne und endet auch nicht in der Katastrophe, wie man vielleicht, als von Rasierklingen die Rede war, erwartet hätte.

Ein tolles Buch, perfekt konstruiert und keine Katstrophe ausgelassen und dann noch in einer wunderschöne n Sprache, könnte man so sagen oder aber auch, das ist ja unrealistisch, Mittelschicht, das was in meinem Leben nie passiert und viel zu abgehoben.

Bin gespannt, was die Kritiker sagen werden und, ob es auf die Shortlist kommt oder vielleicht den Preis gewinnt, für den ich mir ja den Zaimoglu wünsche, aber Franzobel, höre ich bei den Blogs, hat auch ganz gute Chancen, aber das Buch müßte  erst zu mir kommen, weil ich das bei “Netgalley” angeforderte, ja nicht öffnen kann.

Katie

Nun kommt Buch fünf des heurigen deutschen Buchpreislesens und die 1966 in München geborene Christine Wunnike ist schon vor zwei Jahren mit “Der Fuchs und Dr. Shimura” auf der LLgestanden.

Damals hat ihr “Literaturen” eine Außenseiterchance zugesprochen und ich habe das schmale Büchlein, das von den Erscheinungen eines ajpananischen Psychiaters im neunzehnten Jahrhundert handelte, zwischen zwei Fortbildungsveranstaltungen in der Buchhandlung Kuppitsch überlogen.

Nun habe ich vom “Berenberg-Verlag”, wo das Buch erschienen ist, das PDF erhalten und muß sagen, Christine Wunnike bringt wirklich einen besonderen Ton in die Gegenwartsliteratur und auf die langen Listen.

Wieder ein ungewöhnliches Thema, wieder das neunzehnte Jahrhundert, diesmal England und das Besondere an dieser Gespenster-Wissenschaftesgeschichte ist, wie in der Beschreibung steht, daß alles daran wahr und wahrhaftig ist, denn eine Florence Cook, einen Professor Crookes und eine Katie Morgan oder King hat es wirklich gegeben,wie man bei “Wikipedia”  nachgooglen kann.

Das wieder schmale Bändchen ist  in fünfzehn Kapitel gegliedert und Christine Wunnike habe ich bei “Amazon” gelesen, hat eine besondere Sprache.

Richtig und einen feinen leicht sarkastischen Ton, in dem sie beschreibt, daß der Professor  Kaffee  zum Tee nimmt oder wie sie alle Mister oder Miss beziehungsweise Missis nennt.

Im ersten Kapitel geht William Crookes, der Herausgeber der chemischen Zeitung zu Michael Faraday, den Erfinder des Faradayischen Käftigs, um ihn etwas Wissenschaftliches zu fragen, nur leider ist der Gelehrte schon alt und senil, sitzt im Rollstuhl und schweigt vor sich hin.

Dann gehen wir in das Haus des Setzers Mister Cook, der dort mit seiner Frau, dem Dienstmädchen und den zwei Töchtern Florence und Selina lebt und Florence oder Florrie, wie sie der Vater nennt, ist ein ewig kränkeldes Kind, das sich verbiegen kann und den Wunsch hat berühmt zu werden.

Das Hausmädchen erzählt ihr von den Seancen oder dem “Sitzen”, das damals die Gesellschaft für sich erfunden hat und die,  glaube ich, sechszehnjährige wird bald ein berühmtes Medium, das sich in einen Kasten sperren, fesseln und annageln läßt und dort erscheint ihr Katie im weißen Hemd, eine vor zweihundert Jahren geborene Kinds- und Gattenmörderin und Professor Crookes soll ein Gutachten erstellen, ob Florence eine Betrügerin ist.

Nach einigen Zögern läßt sie sich nach London zu dem Professor und seiner zum achten Mal schwangeren Frau Nelly bringen, wird dort im grünen, das heißt mit Arsenik versuchten Zimmer einquartiert.

Katie erscheint wieder und verführt, sowohl den Assistenten, als auch die Professorengattin, der erzählt sie im Bett interessant Geschichten und der Professor der Kaffee zum Tee nimmt, hat sich in sein Labor zurückgezogen.

Nun wird Florence bald weltberühmt, tritt im Ägyptischen Salon solange auf, wie es Katie gefällt. eines Tages sagt die nämlich “Ich habe genug!”, ins Publklikum und zerfließt und wir können rätseln, wie es weiter mit der Wissenschaft geht.

Das heißt, Florence zieht sich von Selina betreut in ein Häuschen am Land zrück, das Radium wird erfunden, Darwin macht seine Forschungen und ja Gespenster hat es wohl auch gegeben.

Zumindestens Gespenstergeschichten im nebeldusteren London und Christine Wunnike hat eine vorzügliche wissenschaftliche Geschichte draus gemacht, nun wahrscheinlich keine Ausßenseiterchance mehr, denn ich habe von dem im März erschienenen Buch auf den Blogs mehrmals gehört, daß es auf die LLkomme n wird, vielleicht kommt es auch auf die Shortlist.

Ich bin gespannt und ein anderes Buch, das von Piraten im neunzehnten oder schon achtzehnten Jahrhundert handelt, steht ja auch noch auf der Liste, aber da  müßte ich erst ein PDf bekommen, daß sich mit meinem Programm auch öffnen läßt.

Buchpreisblognotizen

Die deutsche Longlist wurde vor knapp zwei Wochen bekannt gegeben und ich habe davon bisher vier Bücher gelesen, das heißt zwei davon im Frühjahr und die zwei anderen, eines in Buchform auf dem Berg und bei dem anderen das PDF danach.

Ich lese und blogge mich jetzt ja das dritte Mal durch die Liste, beim ersten Mal war es ein Experiment, da habe ich geschaut, daß ich alle Bücher lese, bin deshalb in Buchhandlungen gegangen, habe mir welche ausgeborgt und welche schenken lassen und zehn von den Verlagen bekommen.

Beim zweiten Mal wußte ich schon, daß da ein Monat später die österreichische Liste kommt, durch die ich mich auch lesen wollte, also nur lesen was kommt, das waren neunzehn deutsche Longlist Bücher und fünf von der österreichischen Liste und weil ich ja 2013, als Mara Giese mit dem Buchpreibloggen begann etwas zögerlich war, ob die Verlage auf mich reagieren würden, sie taten es und so mir die liebe Frau Meier von “Kiwi” heuer in Leipzig bei Kaffee und Keksen die ganze Herbstvorschau vorgelesen.

Ich habe bestellt und bestellt und werde demnächst mein Longlistenlesen kurz unterbrechen, weil  Uwe Timms “Ikarien” an die Reihe komtmen, das leider nicht auf die LL kam, aber, daß da ja nur sehr wenige Neuerscheinungen stehen und durchaus nicht alles was man sonst  noch lesen sollte, war mir ja immer bewußt.

Also beim dritten Mal dreigleisig lesen, die dLL, die öst und dann das andere, wie das im nächsten Jahr ist, weiß ich nicht, vielleicht mache ich da bei einem Antiquariatspreislesen mit und heuer kam auch noch dazu, daß die deutsche LL an einem österreichischen Feiertag verlautbart wurde, in Bayern war der auch, so kamen an diesem Dienstag sofort einige Abwesenhaitsnotizen zurück und am nächsten Tag mailte mir “Jung und Jung”, sie würden mir Monika Helfers “Schau mich an, wenn ich mit dir rede” schicken.

Das Buch ist noch nicht gekommen, dafür habe ich Jonas Lüschers “Kraft”, die zweite Zusage auf dem Berg gelesen, dann kamen einige PDFs und eine etwas hantige Antwort von “Hanser”, man würde sich über mein Interesse freuen, hätte aber kein RE mehr und ich solle mir das Bloggen deshalb nicht verderben lassen.

Keine Sorge, tue ich nicht und dann meldet sich die Frau Rössler von  “Deuticke-Zsolnay”, den österreichischen “Hanser- Töchtern” und machte mich darauf aufmerksam, daß es auf der “Net-Galley”, die Bücher für Blogger die über den dBp schreiben wollen, bereitstehen.

Auf diese Seite hat mich schon “Aufbau” einmal aufmerksam gemacht und sie ist es auch, die den “Blogger Award” vergeben wird, für den ich mich nominieren ließ.

Fein könnte man denken, denn dann käme ich an das Hanser-Buch, hatte dann, als ich vorige Woche nach Wien kam, schon Robert Prossers “Phantome” geschickt bekommen und “Suhrkamp” hat mir seine Bücher auch zugesagt.

Aber leider war dann zwar das Anmelden, an dem ich, glaube ich, schon einmal gescheitertt bin, ich kenne mich mit dem Internet ja nicht so aus, einfach, das Herunterladen der bestellten Bücher aber schwierig, denn außer Kerstin reiwuß “Nach Onkalo” ließen sich die angefragten Bücher, wegen eines besonderen Kopierschutzes mit meinem “Ubunto- Programm nicht öffnen. Zum Glück habe ich aber bei allen außer der “Shlafenden Sonne” und” Flugschnee” schon die Zusagen und die Frau Rössler schickt mir vielleicht das Franzobel-PDF, bei den österreischen Büchern, die auf die iLste kommen, hat sie es mir schon versprochen.

Die ersten Tage nach der Listenbekanntgabe sind ja immer  spannend, da hat man die Zusagen, wartet auf die Bücher und wird etwas nervös, beziehungsweise befürchtet man, nicht so schnell zum Lesen zu kommen und diesmal hat mir ja “Kiwi” eine Woche vorher vier Bücher geschickt, die ich erst nach und nach ausgelesen habe.

So habe ich jetzt also außer “Evangelio” und “Walter Nowak bleibt liegen” inzwischen auch das “Jahr der Frauen” gelesen, ein Buch, das sonst an mir vorübergegangen wäre und das mir sehr gefallen hat und auf dem Berg Jonas Lüschers “Kraft” und werde jetzt mit dem zweiten PDF, nämlich Christine Wunnikes “Katie” beginnen.

Die stand ja schon 2015 mit “Der Fuchs und Dr. Shamura” auf der Liste und dahabe ich das Buch zwischen zwei Fortbildungsveranstaltungen bei “Kuppitsch” gelesen.

Dann warten noch die PDFs von “Lichter als der Tag” und eben Kerstin Preiwußs Buch auf mich, aber das werde ich mit dem Buch von Gerhard Falkner auch bekommen und “Galiani” hat mir heute geschireben, daß sie auch schon den Sven Regner an mich abgeschickt haben.

Vielleicht wartet der also in Wien auf mich und ich habe viel zu lesen, Michael Wildenhain “Das Singen der Sirene” ist auch schon zu mir gekommen und ich müßte jetzt nur noch auf den Ingo Schulze, Jakob Noltes “Schreckliche Gewalten” und auf das buch der Birgit Müller Wiland warten, aber dann gibt es ja schon die österreichische Liste und auf die bin ich  auch scon sehr gespannt.

Ich finde, das habe ich sicher schon geschireben, das Buhcpreislesen sehr interessant und meine  Einstellung zum Bp hat sich durch das Buchpreislesen auch verändert.

Das Tolle daran ist für mich, daß ich da auf Bücher komme, die sonst an mir vorübergegangen wären, ich weiß aber, daß es viele andere gibt, die auch interessant zu lesen wären und es ist auch sicher spannend, die Meinungen der anderen im Netz zu verfolgen.

Die offiziellen Buchpreisblogger schweigen da ja noch etwas still, beziehungsweise haben sie ihre drei Bücher und das Leseprobenheftchen erst bekommen und zeigen sie auf ihrer Facebookseite her , einige lesen schon daran, bloggen aber noch über etwas anderes und da habe ich ja auch noch interessante Bcher auf meinen Badezimmerstapel liegen und Edith Kneifls “Der Tod liebt die Oper” habe ich bei meiner Fahrt zur Seedose heute auch in der dortigen Bücherzelle gefunden. Ein Buch, das heuer erschienen ist, aber Krimis stehen ja nicht auf den Listen und für den “Perutz-Preis”, wurde es, glaube ich, auch nicht nominiert.

Swing time

Jetzt kommt ein Nachtrag, nämlich Zadie Smiths “Swingtime”, der neue Roman, der 1975 in London geborenen Zadie Smith, mit dem sie auch für den “Man  Booker Prize” nominiert ist und den mir “Kiwi” cirka eine Woche vor der Longlistbekanntgabe mit drei anderen Büchern schickte.

Vorigen Dienstag habe ich das Buch zu lesen angefangen, es bis Freitag früh, bevor wir ins Gesäuse fuhren, aber nicht fertig gebracht und auf den Berg wollte ich das sechshundert Seiten Opus nicht mitschleppen, so habe ich es heute in der Badewanne beendet.

Meine erste Zadie Smith, von der ich auch “Von der Schönheit” und “Zähne zeigen” im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen habe und in diesem Zusammenhang ist es, glajube ich, interessant zu erwähntn, daß es bei “Amazon”, wo ich ja oft hinschaue, um mich über die Meinung der anderen Leser zu informieren, viele kritische Stimmen gibt, denen das Buch nicht so gefallen hat.

Schade finde ich, denn ich war eigentlich von dem Buch sehr eingenommen, obwohl es wahrscheinlich stimmt, daß es keine wirklich plotvolle Handlung hat, sondern auf den sechshundert Seiten in chronistischen Zeitensprüngen vom Leben und Afuwachsen als Schwarze mit gemischten Elternteilen in England und auch von Gott und der Welt erzählt.

Es geht um zwei Freundinnen, zwei gemischtfarbige Mädchen, die wahrscheinlich zeitgleich, wie Zadie Smidt in einem Sohzialbezirk in London geboren wurden. Tracy und die, glaube ich, namenlose Ich-Erzählerin. Es beginnt nicht gleich, aber bald, bei einer Balletstunde, die die Kirche für die Kinder des Viertels organisiert und dort treffen sich die beiden.

Tracy wächst mit ihrer Mutter in einem Sozialbau auf, der Vater ist verschwunden, beziehungsweise im Gefängnis. Tracy schwämrt aber von ihm und erzählt allen, er wäre Tänzer bei Michael Jackson und hätte daher keine Zeit zu seiner Familie zu kommen. Die Ich-Erzählerin hat dagegen Vater und Mutter, der Vater ist Postbote, dieMutter studiert Soziologie und will ihre Tochter vom schlechten Einfluß Tracys fernhalten.

Dei Ehe wird getrennt. Die Erzählerin beginnt nach der Schule zu studieren, zwar an keinem Elitecollege, aber doch immerhin. Tracy wird Tänhzerin und tanzt oder singt dann im Chor bei diversen Musicals, während die Erzählerin persönliche Assistentin bei einem berühmten farbigen Popstar wird.

In ihren Auftrag muß sie nach Afrika, um den Bau einer Schule, die Aimee für die Mädchen dort stiftet, zu überwachen und wird dort mit ihren afrikanischen Wurzeln konfrontiert, ihre Mutter, die inzwischen Politikerin ist und sich für alle Armen und Unterdrückten einsetzt, stammt von Jamaika her.

In abwechselnden Zeitsprüngen wird diese Geschichte erzählt und man erfährt viel vom Leben in Afrika in den Hütten, wo die nach Europa emigrierten, Fernsehapparate schickten, es aber keinen Stromanschluß dafür gibt, etcetera. Die Erzählerin hat Kontakt mit zwei Lehrern an der Schule, Hawa, eine junge Frau und  Lamin, den Aimee nach Amerika holt, der sich, weil er aber Kinder will, nicht von dem alternden Popstar aushalten oder ein Verhältnis mit ihr haben will.

Es gibt eine beeidruckende Szene, wo die Erzählerin den Unterrricht Hawa, die sich später tief verschleiert mit einem gläubigen Mann verheiraten wird, verfolgt und herausbekommt, daß die Kinder gar nicht so gut Englisch können, wie sie vorgeben und vorher in der eigenen Schulerfahrung wird an die Naivität der Mittelschichtlehrer erinnert, die von ihren Schülern, die nie auf Urlaub fuhren, verlangten, nach den Ferien verlangten, einen Aufsatz über ihr schönstes Ferienerlebnis zu schreiben oder sich nach ihrem Lieblingsbuch erkundigten.

Es gibt dann einen Skandal um ein Baby Sankofa, oder Sandra beziehungsweise Kofi, das Aimee begeistert adoptiert und die Eltern, weil man für Geld ja alles tut, gerne hergeben.

Die Erzählerin, die diesen Skandal aufzuklären versucht, wird vom Popstar, beziehungsweise seiner Managerin daraufhin entlassen und muß nach England in die Wohnung ihrer Mutter zurück, die sich inzwischen, weil krebskrank, in einem Hospitz befindet.

Vorher wurde sie aber mit Mails von Tracy, die jetzt mit drei Kindern in einer Sozialwohnung sitzt und das Tanzen, wegen mangelnder Babysitter, ihre Mutter ist gestorben, aufgeben mußte, bedrängt, die sich bei ihr über die Diskriminierung der Schwarzen in England beschwert. So wird ihr Sohn trotz hoher Itelligenz in der Schule von den Lehrern übergangen, etcetera.

Ein interessantes Buch, diese “Swingtime”, das uns in das Leben der afrikanier zwischen Heimatdort und dem Leben in London, Lew York etcerta sehr viel Neues sagen kann und das mir trotz des nicht so durchgeplanten Plots auch sehr gefallen hat, leben wir ja in der Zeit der Flüchtlingskrise, wo die Identitären und andere Gruppen  vehemt gegen die Zuwanderer kämpfen und wir vielleicht gar keine Ahnung haben, wie es in Afrika, den Slams oder auch an andderen Orten zugeht, bevor die jungen afrikanischen Männermit dem ersparten Geld ihrer Familie und den hohen Ansprüchen, die an sie gesetzt werden, die Flüchtlingsboote besteigen und die vorher vielleicht ein Video der IS gesehen haben, bei dem nur an dem Rhythmus interessiert waren und das andere gar nicht verstanden waren.

Mit Kraft ins Gesäuse

Ennstalerhütte

Ennstalerhütte

Morgenblick von der Ennstalerhütte

Morgenblick von der Ennstalerhütte

Am Wochenende war wieder Skadky-Wandergruppe, diesmal ohne den Peter, der leider Kreuzschmerzen hatte, aber, wie ich hörte, schon wieder mit seinen Enkeln aktiv unterwegs ist und für alle, die es noch nicht wissen, diese Wanderwochenenden mit Alfreds ehemaligen Lehrer und seinen Schulkollegen, finden seit zweitausend regelmäßig, einmal zu Beginn des Sommers und einmal zu Ende statt und wir wandern regelmäßig mit.

Der Peter, der sich auch hobbymäßig betätigt hat einmal auf Holzscheiben für jeden Teilnehmer eine Art Medaille eingebrannt, wo man sehen konnte, wie oft man mitgegangen ist, wir liegen da ziemlich vorn und seit 2015 gibt es noch eine Neuerung, da ich seit damals ja Buchpreisblogge und so bin ich einmal mit Getraud Klemm ins Gebirge gegangen, voriges Jahr war es, glaube ich, der E-Bookreader, der mich begleitete und diesmal Jonas Lüschers “Kraft”, das am Donnerstag gekommen ist, ich habe zwar noch drei PDFs auf Lager, da wir am Donnerstag aber sehr spät nach den O Tönen nach Harland gekommen sind, war keine Zeit, die PDFs in den Reader zu überspielen und eigentlich ganz ehrlich, liest es sich im Buch mit dem Bleistift, wo man alles anmerken kann, auch besser. Man muß es zwar tragen, stimmt und so habe ich mir den Lüscher, mein dBp 17 Buch Nummer vier mitgenommen, obwohl es mir am Donnerstag nicht gelungen ist, mit Zadie Schmidts “Swingtime” fertig zu werden.

AmTamischbachturm

AmTamischbachturm

Bei der Ennstalerhütte

Bei der Ennstalerhütte

Aber das sechsshunder Seiten Bch war mir einfach zu dick und mit einem Buchpreisbuch zum zweiten Wandertermin, Sladky 32 oder 33, wenn ich mich nicht irre, hat schon fast Traditon, obwohl diesmal alles anders war, weil der Peter fehlte, wie ich noch ausführen kann.

Wir waren wieder eine kleine Gruppe, Anni, Manfred, aber die sind uns ohnehin immer voraus, so daß wir sie meistens nur in den Hütten sehen, ich bin mit dem Alfred aber am Freitag morgen aufgebrochen und wir sind nach Gstatterboden gefahren, wo wir im Nationalparkpavillon zu Mittag gesgessen haben, ein mit Kürbiskernen, der steirischen Spezialität, paniertes Schnitzel und dann stießen noch der Hans und die Erika hinzu und wir sind auf die Ennsthalerhütte hinaufgewandert.

Es war sehr heiß und ich war mit einer Jeans viel zu warm angezogen. So habe ich mir die Beine hinaufgerollt und das Unterleiberl ausgezogen, das Sonnenkappel aufgesetzt und los ist es gegangen.

Ich gehe sehr kontinuierlich, aber sehr langsam, so haben wir wieder länger gebraucht und in der Hütte war sehr idyllisch, aber leider wetterbedingt überbelegt, so daß wir uns zu acht  sechs Matrazen teilen mußten, sind ja später noch der Gunther und die Doris hinzugekommen und während ich auf die Hütte marschierte, quälte mich die Fragen, wer wird uns diesmal den “Zirben” bestellen, wie es der Peter immer machte.

Ich trinke zwar keinen Schnaps, aber das ist schon Traditon und es stellte sich heraus, daß der Peter auch den Hans diesbezüglich beauftragte und so war auch das gerettet.

Für die Gipfelfotos war auch gesorgt, beziehungsweise wollte der Peter auch diese sehen und so sind wir am Samstag auf den Tamischbachturm hinaufgewandert.

War sehr schön, da fehlten dann zwar die Firnbonbons oder die “Nimm zwei”, die der Peter immer verteilte. Wir sind aber auch so hinuntergekommen und so waren wir schon zu Mittag wieder in der Hütte, wo ich Grammelknödel aß, der Alfred einen Rinderbraten und die Hütte hatte fast einen Haubenkoch, zumindestens war das Essen sehr schön garniert. Dann brachen die anderen auf, der Alfred wollte nicht mit, die Doris und der Gunther klettern, die Anni und der Manfred sind ja sehr schnell, so daß ich die ohnehin immer sofort verliere und ich wollte eigentlich lesen, denn es warten ja die Bücher von der langen Liste und da schon bald die von der öst und auch noch einiges andere kommt und ich auch ein bißchen müde war und eigentlich immer einen Mittagsschlaf mache und es auf der Hütte auch so schöne Liegestühle gab, habe ich mir vom Gunther, als der im Lager seinen Helm holte, das Buch bringen lassen und gelesen und gelesen…

“Faul!”, hat es der Alfred heute den beiden Autostoppern, die er zum Seeboden brachte, genannt, ist es nicht, denke ich. Das Buch ist jedenfalls schon ausgelesen und den Blick auf das herrliche Panorama gab es auch. Das Gesäuse ist ja sehr schön und ich war mit dem Alfred schon einmal vor ungefähr dreiundddreißig Jahren da und der Wandergruppen waren wir auch einmal dort.

Da hat es am Vormittag aber sehr geregnet, so daß wir statt auf den Berg ins Stift Admont gingen und dort die Führerin immer den Apostel Paul mit dem Peter verwechselte, was mich zu einer Szene in der “Zusteigerin” veranlaßte.

Diesmal war es aber schön und es waren auch sehr viele Kinder auf der Hütte und am Abend gab es eine Grillerei, allerdings nur für das Hüttenpersonal und die Hütte war sehr voll und so war es auch ein bißchen laut…

Aber alles gut und heil überstanden und wieder mit der Erika, dem Hans, dem Gunther und der Doris, im Nationalparkpavillon  Mittag gegessen.

Diesmal einen Backhendlsalat und nachher einen Eiskaffe, die Anni und der Manfred waren schon fort und dann zurück nach Harland, wo die Sommerfrischenwochenenden zu Ende gehen.

Morgen bin ich noch in Harland, wo ich putzen und wenn es sich ausgeht, Radfahren werde. Dienstag gehts nach Wien zurück und da am Samstag ja das Volksstimmefest ist, werden wir in Wien bleiben und auf diese Art und Weise langsam in den Herbst hineingleiten und da ich mit dem Buchpreislesen sehr beschäftigt bin, wird mir auch sicher nicht langweilig werden.

Kraft

Jetzt kommt Buch vier der heurigen dBp LL. Der Einstieg fällt da immer schwer, wenn man plötzlich, die Zusagen, die PDFs und die Bücher hat, mit dem Lesen nicht so schnell nachkommt und auch nicht so recht weiß, welches Buch man auf den Berg mitnehmen soll?

Am besten wären da zwar die PDFs und da habe ich auch einige, aber da wir am Donnerstag erst sehr spät von den O-Tönen nach Harland kamen, war keine Zeit mehr zum Überspielen in den E-Beookreader und so habe ich mich für Jonas Lüschers “Kraft” entscchieden und das war ja ein heißer Longlistenkanditat und ich habe das Buch auch schon eine Nacht zu Hause gehabt, da aber nicht hineingeschaut, weil ich ja noch sehr mit den Frühjahrsbüchern beschäftigt war, aber Jonas Lüscher hat aus seinem ersten Roman “Kraft”, der “Frühling der Barbaren” ist ja eine Novelle, obwohl er damit, glaube ich, schon 2013 auf der LL oder war es sogar die SL stand, gelesen und der Lehrer, den ich immer in der “Alten Schmiede” sehe, hat es mir mit der Bitte es  signieren zu lassen, übergeben.

Es lag auch lange eine “Buchkultur” am  Harlander Klo, wo Jonas Lüscher auf dem Titelbild war. Die Buchbesprechung muß ich erst lesen, das Buch habe ich schon und ich denke “Kraft” ist sicher ein Shortlistenkanditat und ich würde es neben “Evangelio” auch auf meine persönliche Shortlist stellen, obwohl man bei vier gelesenen Büchern noch nicht sehr viel sagen kann.

Schon der Beschreibungstext klingt sehr spannend. Da soll ein Universitätsprofessor, Richard Kraft, ein am Leben gescheiterter Mensch, Schulden und von seiner Frau und seinen zwei Kindern kann er sich nur  mit Geld befreien, im Silicon Valley in achtzehn Minunten erkären, warum alles gut ist und wie man das Gute noch verbessern kann?

Das ist die “Leibnitzsche Formel” und die “Theodiziee Frage” und wenn Kraft gewinnt, bekommt er von einem Milliadär viel Geld, wenn nicht bleibt alles, wie es war oder nicht?

Das fand ich sehr spannend. Das buch war es dann manchmal weniger und der doppelte Doktor Richard Kraft, der in Philosophie und in Germanistik promovierte, ist eigentlich ein eher kraftloser Mensch.

Sein Leben wird erzählt und der 1976 in der Schweiz geborene und in München lebende Jonas Lüscher, hat, glaube ich, auch Philosphie studiert und erklärt im Anhang, warum er an seiner Dissertation scheiterte und welche Zitate er für das Buch verwendet hat.

Richard Kraft, wahrscheinlich so alt, wie sein Autor oder etwas älter, wurde in den Achtzigerjahren sozialisiert. Jedenfalls studierte er wahrscheinlich in dieser Zeit und lernte dort auch seinen Freund Istvan kennen, der mit einer Schachdelegation in den Westen kam und dort vergessen wurde.

Der ist inzwischen in Amerika Professor und hat Kraft zu dieser Challenge eingeladen und nun reist er von seiner Frau Heike geduldet, dorthin, damit er sich mit Geld von seiner schlechten Ehe loskaufen kann.

Das wurde mir zuwenig geschildert, dafür ist viel von zwei anderen Frauen, einer Ruth und einer Johanna die Rede und das Buch ist auch eher in skurillen Episoden geschrieben.

So verwendet Lüscher oft die Formulierung “Unser Kraft” und springt von der Vergangenheit in die Gegenwart, erzählt die politische Sozialisierung in den Achtzigerjahren. Der Fall der Mauer, Krafts Begegnungen mit Helmut Kohl und auch andere Episoden.

Dann geht er wieder in die Gegenwart und erzählt Krafts Schwierigkeiten bei der Einreise in die USA, sein Rucksack riecht, denn dort hat eine der Zwillingstöchter ein Mortadellabrot vergessen, so bekommt er Schiwerigkeiten mit dem Schnüffelhund. Er versenkt dann auch ein Boot, was seine finanziellen Schwierikeiten noch erhöht, trifft seine Frauen oder denkt über sie nach, was ihn daran hindert, seine Thesen festzuhalten, damit er die Million Dollar auch gewinnen kann.

Skurril auch die Begegnung und das Abendessen mit demMilliardär. Der lädt Kraft und Istvan zu einem Nudelessen ein. Das wird dann zwar von dem Lokal bezahlt, das sich ein Geschäft mit dem Milliadär erwartet und Kraft kommt auch nicht zum Essen, weil er dem Milliardär seineIdeen schildern will und auch die Szene ist skurill, wo er in der Bibliothek zwei Studenten oder schon Absolventen trifft, die sich über die Frage, was Erfolg ist, unterhalten.

Eine Frage, die man wahrscheinlich genauswenig, wie die, warum alles gut ist, wie es ist, beantwortet kann und so scheitert unser guter Kraft auch letztlich draran, wirft die Notizen in den Müll und springt in die Schlinge und ich denke die Welt ist nicht gut und man sollte trotzdem versuchen sie zu verbessern und, ob ein neoliberaler Wettbewerb, wo einer die Million gewinnt und die anderen leer ausgehen, gut ist, weiß ich auch nicht?

Aber der deutsche Buchpreis ist ja auch ein solcher und ich habe mich auch für einen Bloggeraward angemeldet, wo man abstimmen kann, welcher Blog am besten gefällt und der Sieger wird dann Buchpreisblogger und bekommt einen hundert Euro Buchgutschein.

Das gewinne ich bestimmt nicht, blogge aber schon seit drei Jahren Buchpreis und habe mehr Bücher auf meiner Leseliste, als ich wahrscheinlich lesen kann.

So weit so gut, Jonas Lüscher, dem ich alles Gute für die Shortlist wünsche, ist übrigens auch auf der Bloggerdbutpreislonglist, wo er meiner Meinung nach nicht hingehört, weil er ja mit “Der Frühling der Barbaren” schon auf der dBp LL stand, als sicherlich keine Debutant ist, aber da steht ja “Novelle” darauf.

Man sieht also das Leben ist kompliziert und ich sollte mich  eigentlich darüber freuen, wenn er dort auf die Shortlist kommt, denn dann habe ich das Buch  schon gelesen und hätte mir etwas erspart.