Die Witwen

Buch vier ist Dagmar Leupolds “Witwen”, die, 2013 schon einmal auf der Longlist stand und von der ich mir einmal bei einem der Ein-Euro-Abverkäufe der “Buchlandung”, “Eden Plaza” aus den Regalen zog.

Das hab ich noch nicht gelesen, habe ich ja viel zu viele Bücher und von Dagmar Leupold, die auf den Blogs sehr gelobt wird, ebenfalls noch nichts.

Das hat sich jetzt geändert und ich muß sagen, es ist ein schönes Buch, ein wenig altmodisch vielleicht, da habe ich ja gerade bei Tobias Nazemi gelesen, daß er das bei Bodo Kirchhoff so empfindet, das, als überübernächstes LdBp-Buch an die Reihe kommen wird, bei Dagmar Leupold würde ich die Sprache und den Stil so empfinden, obwohl die Handlung eigentlich sehr modern und da auch sehr originell ist, wie ich finde.

Nur das Cover, eine nacke Frau aus einem sicher sehr berühmten barocken Bild, ist furchtbar, zum Glück sieht man das bei den PDF-s ja nicht. Und jetzt hinein in das sprachliche Vergnügen, denn das ist die, 1955 in Niederlahnstein geborenen Autorin, es ist also auch mein erstes deutsches LL-Buch, eine Sprachkünstlerin. Sie hat es aber mehr mit den Wortschöpfungen, formt die Mehrzahl von “Vagina”, heißt das jetzt “Vaginas” oder “Vaginen”, sinniert über das Wort “Fremdenzimmer” nach, “Scheusal” kommt von “scheu”, denn “Sprache schafft Fakten” und die Witwen sind auch gar keine, sondern vier Frauen über fünfzig.

Penny, Dodo, Laura, Beatrice und von denen hat nur Penny einmal einen Mann gehabt, den Winzter Otto, hat ihren Odysseus, den sie von Berlin nach Steinbronn an die Mosel folgte, vor acht Jahren verloren.

Da ist er von einer seiner Reisen einfach nicht mehr zurückgekommen. Se weigert sich aber, ihn für tot zu erklären, sondern bezieht jedes Monat oder Woche auch seine Doppelbetthälte frisch, ansonst arbeitet, die ausgebildetete Lehrerin im Wirtshaus der Schwiegermutter, zieht den Sohn Bert groß und ihre drei Freundinnen sind nach und nach auch nach Steinbronn nachgekommen.

Dorothea, die kräftige, ist Gärtnerin und hat Trauerränder unter den Fingern, Beatrice Jogalerherin und Feldenkreistrainerin und die schöne Laura hat sich von der Maskenbildnerin zur Logopädin umschulen lassen, um in dem Städtchen was zu verdienen, das finde ich das Moderne an dem Abenteuerroman, wie der Untertitel lautet.

Einen Bendix, die Abkürzung von Benedikt git es auch, der hinkt und stottert, das ist vielleicht wieder ein wenig klischheehaft überhöht, ist Privatgelehrter, schreibt Briefe an seinen Freund Friedrich und hält sich ein Auqarium, wo die Fische Namen, wie Nietzsche, Kant oder Arends tragen.

Auch ein wenig abgehoben, er hat aber im Gegensatz zu den vier Frauen einen Führerschein und so meldet er sich, als die beschließen, den September einmal nicht der Weinlese, den Patienten oder der Gärtnerei zu widmen, sondern sich einen Chauffeur für eine Abenteuerreise zu mieten und fährt mit den Frauen los.

Dodos Hund Zwiebel wird Pennys Sohn Bert übergeben. Sie fahren von Trier nach Schengen und stranden dann in der ersten Weltkrieg- Gedenkstätte in Hartmannswillerkopf wo wir vor zwei Jahren waren.

Das Auto, ausgerechnet ein Fiat Ulysse, hat eine Panne und so erzählen sich die vier Frauen und ihrem Chauffeur ihre Liebesgeschichten.

Beatrice hatte, bevor sie nach Steinbronn übersiedelte, ein jahrelanges Verhältnis mit einem verheirateten italienischen Banker. Dodos Vater ist einen Tag nach ihrerm Geburtstag verstorben, so daß die Mutter einen Kater mit dem Namen Erwin kaufte, wie der Vater hieß und und Laura die schöne, die für eine Tanzausbildung trainiert wurde, gesteht den Freundinnen, sie hat nie geliebt, nachdem sie mit ihrem Fahrlehrer, sie war offenbar die einzige der vier, die den Versuch einer Führerscheinausbildung machte, in einem Hotelzimmer gestrandet ist, dann flog sie durch die Prüfung, trat nie wieder an und kam auch nach Steinbronn.

Inzwischen fahren die fünf mit einem Bus, der, der eine Schulgruppe zur Gedenkstättte brachte in ein Hotel, am nächsten Morgen kommt der Pannendient. Dazwischen folgt noch Pennys Geschichte von ihrem verlorenen Odysseus und einer Polenreise, die schuld daran hat, daß sie jetzt sehr zum Leidwesen ihrer Schwiergermutter an der VHS einen Polnischkurs belegt.

Der Pannendienst reapariert das Auto.

“Wohin wollen wir fahren?”, fragt Bendix.

“Ans Meer?”, antworten die vier und das Buch endet in Steinbronn, wo Bert den Hund Zwiebel versorgt und die Schwiegermutter bei einem ihrer Saisonarbeiter, den verschollenen Sohn zu erkennen glaubt.

Werden die Frauen zurückkommen, lautet die Abschlußfrage und meine Antwort ist, daß ich auf Dagmar Leupold neugierig wurde und mir das Buch trotz, der etwas künstlichen Altmodischkeit bis jetzt am besten gefallen hat, denn es hat trotz Odysseus, Penelope, Kant und Hegel auch einige sehr moderne Elemente und die gefallen mir ja immer sehr.

Das siebzigste Volksstimmefest

Das Volksstimmefest gibt es laut Programm jetzt schon zum siebzigsten Mal. Das “Linke Wort”, die Lesung, die von Arthur West eingeführt wurde, wo einmal Elfriede Jelinek, Peter Turrini, Marie Therese Kerschbaumer, Ernst Hinterberger, Franz Kain, etcetera gelesen habe, noch nicht so lang.

Ich habe 1980 oder so das erste Mal im Rahmen des “Arbeitskreises schreibender Frauen” dort gelesen, ab 1989 dann regelmäßig auf den verschiedensten Bühnen, die sich unter den verschiedensten Namen auf unterschiedliechen Stellen der Jesuitenwiese befanden.

So hat die Bühne, die heute als “Sigi Maron-Bühne” zu Ehren des im Juli Verstorbenen, eingeweiht wurde, schon einmal “Jura Soyfer Bühne” und dann lange “Siebenstern-Bühne” geheißen, jetzt also Sigi Maron nach dem Schriftsteller und Musiker, mit dem ich einmal vor langer Zeit im Rahmen der GAV Niederösterreich in Maria Enzersdorf oder so gelesen habe, das Plakat habe ich noch heute in Harland am Klo hängen und der mir als ich sein Buch besprochen habe, einen sehr lieben Kommentar geschrieben hat.

Sonst scheint er ein sehr streitbarer Mann gewesen zu sein, das meinte jedenfalls der Eröffnungsreder und einige Lieder darunter das berühmte “Leckts mi am Oarsch!”, gab es auch zu hören und bei der nachfolgenden Lesungen, die diesmal unter dem Motto “In Arbeit” stand, haben sich auch einige Leser und Leserinnen auf Sigi Maron bezogen.

So zum Beispiel Elfi Resch, die die Lesung begonnen hat. Dann folgte der 1948 in St. Pölten geborene Heino Fischer mit einigen Liedern, während Ruth Aspöck in ihrem Text wieder unsere Menschlichkeit in Frage stellte, beziehungsweise meinte, daß wir sie angesichts der Flüchtlings- und auch anderer Krise noch bearbeiten müßten.

Helmut Rizy brachte ein Interview, das sich über sein Schreiben bezog, während Judith Gruber-Rizy wieder ein Stück aus ihrem neuen Roman brachte, wo ja eine Fotografin aufs Land zieht um jeden Tag eine Aufnahme zu machen.

Hans Jörg Liebscher hatte mit seinem “Spiegel der Pandora” wieder einen sehr philosophischen Text und dann kam die 1952 geborene Gitta Tonka, Tochter einer Widerstandskämpferin, die ein Buch über ihre Mutter geschrieben hat.

Der Tiroler Güni Nogger bezog sich, wie Werner Lang in seinem Text auf die Arbeitswelt, während ich ja mein Work in Progress “Die Berührungen” vorstellte und dabei außer Richard Weihs Wunschgedicht, den Beginn der ersten Himmelsszene las.

Der Rudi, der den ersten Lesetag abschloß, brachte ein neues Gedicht aus seiner Schreiserie, dann hätte er, wie auch Gerald Grassl, auch einen Sigi Maron Text gehabt, den er aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit ausließ und nur eine seiner “Umkleideaktionismen” vorführte.

Dann gabs wieder Kaffee und Kuchen am Favoritner Stand, einen sehr guten Apfelstrudel und ich bin anschließend, weil ich heuer alleine auf dem Fest war, da sich der Alfred  derzeit in Sibirien befindet, um später nach Japan weiterzufliegen, so daß es keine Fotos von ihm gibt, ein wenig herum und nach einigen Partisanenliedern, die es auf einer kleinen Seitenbühne gab, nach Hause gegangen.

Ein Exemplar der Anthologie vom letzten Jahr “Lebenszeichen” hat mir Chrstoph Kepplinger auch schon gegeben, es ist allerdings ein fehlerhaftes Exemplar, die richtige Auflage soll erst nächste Woche erscheinen, so daß sie heuer auf dem Fest noch nicht vorhanden war.

Am Sonntag ging es dann, wie Christoph Kepplinger ankündigte weiter, mit neuen und zum Teil jüngeren Autoren, zum Teil, denn Hilde Schmölzer, die ich schon am Freitag hörte und deren Kraus-Buch ich am Vormittag suchte, weil ich bei meiner Leseliste ja einiges verändert, beziehungsweise, die Vorausschau gelöscht habe, wird ja nächstes Jahr schon achtzig und las einen Ausschnitt aus ihrem vergriffenen Bestsellerbuch “Die verlorene Geschichte der Frau”, aber vorher kam der sehr selbstbewußte 1940 in Ravensburg geborene Dieter Braeg mit zwei witzigen Texten.

Im ersten schreib er seiner Bank einen Brief mit einer Spesenrechnung und forderte dann alle auf, das ebenso zu machen, im zweiten sterrt er das “Auslaufmodell” Chef in den Käfig.

Dann kamen zwei junge mir bisher unbekannte Autoren beziehungsweise Autorinnen, nämlich Ariadne Schimmler und Ulli Hammer und der in Vorarlberg geborene Reinhard Kräuter war mir ebenfalls unbekannt und hatte einen Text über “Adam und Evas Auszug aus dem Paradies.

Mladen Savic theoretische Essays über Armut und Würde, habe ich kurz vor der letzten Stichwahl schon in der “Arena-Bar” gehört und Verena Mermer, die Debutantin, die schon letztes oder auch vorletztes Jahr gelesen hat und vor ein paar Wochen bei den O-Tönen mit Friederike Mayröcker und kurz vorher in der “Alten Schmiede”, brachte ein paar Monologe über Arbeitslose beziehungsweise prekär Beschäftigte.

Christian Schreibmüller ist auch ein Stammleser und ein Veteran des Poetry Slams und brachte zwei Texte über das Fensehen in der DDR, “Können noch alle mit diesem Begriff etwas anfangen? Ich habe schon die Gegenteilige Erfahrungen gemacht?” und einen aus der Medienwelt.

Der 1969 im Schwarzwald geborene Markus Ruf war mir ebenfalls ein Unbekannter und hatte einen beeidruckenden Text über die Skavereri, den er der Bibel abgeschaut, bzw., wie er sagte, nur ganz leicht verändert hat und der davon handelte, wie Moses auf der Baustelle den Vorarbeiter erschlug und dann sozusagen zur Revolution gewzungen wurde, auch sehr interessant am Volksstimmefest auf der Jesuitenwiese.

Richard Schuberth ist mir auch Unbekannter, auch wenn ich im am Donnerstag bei den O-Tönen versäumte, seine Aphorismen, was “Geburt” beispielsweise oder ein “Lebensabschnittspartner” ist, habe ich aber schon in der “Alten Schmiede” gehört.

Die 1984 geborene Germanistin Kerstin Putz war wieder eines von Chrstoph Kepplingers neuen Literaturtalente, mal sehen ob und wann sie den Bachmannpreis gewinnt und ihr Text in fünf Teilen trug, glaube ich, den schönen Titel “Lucia”.

Die Burgenländerin Susanne Toth kenne ich von der “Poet-Night” und ihr Text über “In Arbeit”, “Das leben ist in Arbeit, die Freiheit”, etcerta, erinnerte mich ein bißchen an den von Ruth Aspöck und wurde eigens für die Lesung geschrieben, wie der von der Ruth wahrscheinlich auch.

Der letzte war Kurto Wendt mit einem Ausschnitt aus seinem neuen Roman und er wurde von der Bühne herabgesetzt, weil die Zeit schon überzogen war und die Bühne für den nächsten Auftritt “bearbeitet” werden mußte. Nach dem Kaffee- und Kuchentreffen, habe ich meine nicht verkauften Bücher vom Büchertisch abgeholt und mich wieder zur “Sigi Maron Bühne” gesetzt und mir einmal Mieze Medusa als Hip Hoperin angehört, dann gings noch zur “Jura Soyfer Bühne”, die es ja noch, nur an einer anderen Stelle befindet, wo Ernst Molden und Nino aus Wien konzertierten und damit war das siebzigste Volksstimmefest dann für mich vorbei.

Ein langes Jahr

Weiter geht es mit Buch drei des Longlistenlesen und mit Eva Schmidt und “Jung und Jung”.

Die 1952 in Lustenau geborene Autorin habe ich mit ihrem im Frühjahr erschienen Episodenroman “Ein langes Jahr” auch schon in der “Alten Schmiede” gehört, so daß ich, als sie das Buch im Juli bei den O-Tönen vorstellte, gar nicht hingegangen und stattdessen schon früher nach Harland gefahren bin.

Jetzt steht es auf der Longlist und ich habe es wieder PDF gelesen, was gar nicht so leicht war, denn in den achtunddreißig Episoden wimmelt es von Personen, die manchmal in der Ich-, manchmal in der Namesperspektive erzählen.

Es geht um ein Jahr, obwohl mir die Episoden eigentlich auch nicht sehr chronologisch erschienen und, um eine kleine Stadt an einem See, Bregenz vielleicht oder ziemlich sicher, genannt wird es nicht und wieder interessant, schon der zweite von den drei LL-Romanen, die ich bisher gelesen habe, der mit Vorarberg zu tun hat, was sicher Zufall, aber interessant ist.

Es gibt ein Hochhaus und einige Reihenhäuser und Hunde spielen eine große Rolle und wieder interessant, daß ich jetzt auch nicht viel mehr oder anderes schreiben werde, als schon in meinem Lesungsbericht stand, denn eine wirkliche Handlung gibt es nicht, die Episoden werden, zugegeben in einer wahrscheinlich schöneren Sprache, als ich sie habe, aneinandergereiht und es wird von dem Leben und den Nöten der kleineren oder auch größeren Leute erzählt.

Ich glaube, ich habe das auch einmal so gemacht, aber dann damit aufgehört, als man mir sagte, da passiert ja nichts und ein Roman muß einen Plot und eine Handlung haben. Tröstlich, daß man damit trotzdem auf die Longlist kommen kann und es ist auch ein Stil, der mir eigentlich sehr liegt.

Die Episoden also und, wie soll ich das nacherzählen und versuchen, das Ganze in eine Handlung zu fassen?

Um Hunde geht es also, um einen mexikanischen, der schon längst eingeschläftert wurde, der hat einem Tom gehört und dann gibt es einen Benjamin, der gerne einen haben will, seine Mutter erlaubt es aber nicht. Der hat einen Freund aus reichen Haus, der will ihm einen kaufen und bei sich wohnen lassen. Ben kann ja dann mit ihm spazieren gehen, aber der ist zu stolz dazu. So ist es eine gute Fügung, daß der alte Herr Augustini, dem ein Hemingway genannter oder davon abgekürzter Hund, zugelaufen ist, ins Altersheim muß und ihn nicht mehr so gut versorgen kann. So kann er aushelfen und mit ihm spazieren gehen und eine Malerin namens Karin, die einen Hund besitzt, gibt es auch.

Die ist sehr krank, das wird nicht näher ausgeführt, sie erhängt sich aber, besorgt sich vorher eine Leiter, borgt sich vom Nachbarn eine Bohrmaschine aus, die Freundin Johanna, eine Krankenschwester, soll dann für den Hund und das Begräbnis sorgen.

Bens Mutter geht zuerst eine Beziehung mit Joachims Vater, der Direktor ist, ein, das passt dann aber nicht, so zieht sie zu dem Typen im fünften Stock und Ben hat seine Freunin Ayshe bei einem Radunfall auch verloren.

Ein paar Sandler gibt es noch oder einen, einen Dealer und einen Mann, der einen Brief an einen nie gekannten Sohn schreibt und gegenseitige Beobachtungen vom Hochhaus hinunter in die Reihenhäuser und wieder hinauf, gibt es auch.

Verwirrend, ja ein bißchen schon, aber so ist das Leben, das ja auch in Episoden verläuft und meistens nicht so viel Spekuläres passiert, aber eigentlich und genau genommen ist das, was da geschildert wurde, ohnehin schon spekulär genug, nur nicht so konstruiert, wie es der Herr Platzgumer macht.

Totzdem hat das Buch wahrscheinlich gute Chancen, wurde es, wie ich zu bemerken glaube, doch im Vorfeld sehr gelobt und Eva Schmidt ist wahrscheinlich eine sehr gründliche Schriftstellerin, die jetzt länger nichts geschrieben hat, vorher aber schon beim alten “Residenz-Verlag” verlegte, so daß ich sehr gespannt bin, wie es dem Buch auf der Longlist gehen wird und, ob es auch auf die österreichische LL kommt, es ist jedenfalls, wie ich auch irgendwo gelesen habe, ein sehr interesssantes Experiment.

Zum achtzigsten Todestag von Karl Kraus

Bei den “Pfeiffer Kunstprojekten” immer am 2. im 2. um 20 Uhr in einem Wirtshauskeller in der  Pazmanitengasse bin ich schon im August bei Christian Schwetz gewesen, jetzt gab es  zum achtzigsten Todestag am 12. Juni 1936, da hat er sich viel erspart, eine Collage von Manfred Loydolt und Hilde Schmölzer, die ja ein Buch um die “Frauen um Karl Kraus” geschrieben hat, das sie mir, glaube ich, mir zum letzten Geburtstag schenkte.

Diesmal war es leerer, als ich das kleine Gasthaus erreichte, die Veranstalter und Werner Grüner sind schon dagesessen, die Akteure probten noch die Aufführung und dann begann die Veranstaltung, die als Mischung zwischen “Letzter Tage der Menschheit” und Präsentation des Schmölzer Buchs am Programmzettel angekündigt wurde.

Dann war aber alles anders, den Manfred Loydolt, der Sänger erklärte in der Einleitung, daß Kraus nicht nur schwer verständlich wäre, sondern auch viele heitere Seiten hätte und sang ein Offenbach-Chanson, das Kraus übersetzt hat. Ich glaube, er hat auch gesungen und Gedichte hat er auch geschrieben, da las Manfred Loidoldt zwei vor. Dann gabs natürlich einen ausführlichen Lebenslauf und eine längere Passage aus dem Schmölzer-Buch, das ich, ich muß es gestehen, noch nicht gelesen habe, weil ich mich erst mit der Geschwisterliebe um Georg Trakl beschäftigt habe.

Es gab auch noch Aphorismen zum Thema Sprache und ein paar Enthüllung von Sprachverhunzungen oder Stilblüten, die Karl Kraus wohl aus den damaligen Zeitungen hatte und in besseres Deutsch zu übersetzen versuchte, was teilweise heute auch schon etwas antiquarisch klang und auch etwas für meinen kritischen Sprachvermesser wäre, bis es dann zu den “Letzen Tagen der Menschheit” kam und damit habe ich mich vor zwei Jahren, vor allem durch den Cartoon des “Holzbaum-Verlags” ja sehr intensiv  beschäftigt, mit dem Marstheater, diesem, wie Manfred Loydoldt betonte unauffünhrbaren Stück, das man besser lesen sollte.

Nun 1974 gab es, glaube ich, eine Hörspielproduktion mit dem Guido Wieland und anderen, inzwischen wahrscheinlich verstrobenen Schauspielern, an die  ich mich noch gut erinnern kann.

Manfred Loydoldt und Hilde Schmölzer brachten drei Szene daraus, die mit der Kriegsberichterstatterin Schalek, dann das Lied des Kaiser Franz Josef, wieder ein Musterstückerl von Manfred Lodoldt, das er allerdings stark verkürzt hat, wie der sagte “Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!” und “Mir bleibt nichts erspart” und ich dachte das wären Originalzitate und dann kam es noch die Szene mit Viktualiäenhändler, der die Kriegszeiten die Preise in die Höhe treibt und Marktkommissär zusammenscheißt.

Ich habe ja vor kurzem ein ähnlich klassisches Stück Literatur bezüglich des ersten Weltkrieges gelesen und habe diesen Abend wirklich als sehr kurzweilig und interessant gefunden.

Jetzt müßte ich noch die “Fackel” lesen, aber vielleicht sollte ich mit Hilde Schmölzers Frauenrecherche beginnen, oder das Gina Kaus Buch lesen, das auf meinen Stapel liegt.

Dann hatte der Frauenhasser Kraus, wie Hilde Schmölzer erwähnte noch eine Beziehung zu Else Lasker-Schüler und noch zu mir unbekannten Frauen wie Sidonie  Nadherny von Borolin, Annie Kalmar und Mechthilde Lichnovsky.

Donnerstag mit drei Veranstaltungen

Als ich letzte Woche bei der Sommerlesereihe im Weinhaus Sittl war, hat mir Ottwald John die Einladung für seine Stationenlesung zum Antikriegstag, wo, glaube ich, Texte von Ingeborg Bachmann, Stefan Zweig etcetera gelesen wurden, gegeben und ich habe mir gedacht, fein, da gehe ich hin, war ich ja auch schon vor zwei Jahren bei einer diesbezüglichen Veranstaltung, wo wir von der Nationalbibliothek auf den Spuren Bertha von Suttner durch die Stadt gewandert sind.

Letzten Montag ist wieder so ein Zettel auf dem Tisch gelegen und ich habe realisiert, daß die Veranstaltung am Donnerstag ist und Donnerstag war ja wieder Schreibegruppe.

Die wurde zwar im Juli vom Peter Czak, der sie bisher organisiert hat, krankheitshalber aufgelöst.

Ich habe aber bei Alfreds Geburtstagfest im August mit Doris Kloimstein beschloßen, daß wir uns weitertreffen wollen und die Doris hat auch gleich den Raum im Cafe Fortuna reserviert.

Aber am Donnerstag war auch das Finale der Ö-Töne mit Richard Schuberth und Heinrich Steinfest und da hatte ich auch hin gehen wollen und alles drei, noch dazu, wo ich um fünf, wo der Spaziergang beginnen sollte, eine Stunde hatte, war wohl nicht zu schaffen.

Es hat mich gestern auch noch Robert Eglhofer angerufen und sein Interesse bekundigt und Klaus Khittl oder Gloria G. wäre auch daran interessiert, aber jetzt noch nicht in Wien.

So bin ich also nach meiner fünf Uhr Stunde noch schnell einkaufen gegangen,  habe meine Betriebskosten einbezahlt und mich dann mit dem Bus ins Cafe Fortuna aufgemacht, wo es eigentlich sehr voll war, waren doch schon Robert Eglhofer und die Doris da, die auch noch jemanden mitbrachte und die Ruth, die auf den Antikriegsstationentag gewesen ist, ist später nachgekommen und Thema hatte ich auch eines oder zwei, denn ich benütze ja die Schreibabende gerne für mein jeweiliges Schreibprojekt und da kann es sein, daß ich  schon wieder anstehe, jedenfalls habe ich heute den Sonntag beschrieben, wo Klara von Splitzurückgekommen ist und nicht weiß, ob sie am  Sergejs Einladung zum Abendessen annehmen soll?

Also schlug ich Einladung oder Abendessen vor. Das Flüchtlingsthema und das Thema Taxi wurde auch noch eingebracht und habe dann den Beginn der Szene geschrieben, wo Klara Sergej in seiner Wohnung besucht, ihm ein Lavendelsträußchen mitbringt und von ihm Rosmarinkartoffeln zur Dorade und Mousse au Chocolat serviert bekommt.

Es kann sein, daß ich hier jetzt wieder anstehe und all mein Pulver schon verschossen habe.  Ich habe die Szene jedenfalls begonnen, aber die Klara schwankt irgendwie zwischen Eddy, der getreuliche E-Mails schickt und dem Russen Sergej mit seiner magersüchtigen Lieblingscousine hin und her und ich muß mich wohl noch weiter in die Claire und Clarisse Stränge einarbeiten, bin vielleicht aber derzeit durch mein Longlistenlesen ein wenig abgelenkt. So war es  sehr gut, daß es die Gruppe wieder gibt und weiter gehen wird.

Die nächsten Termine sind bereits fixiert und es wurde heute gar nicht so viel über die Texte, eher über die Veränderungen oder ganz allgemein beziehungsweise über Stefan Zweig und den Film “Vor der Morgenröte” diskutiert.

Die Gruppe war auch nur sehr kurz, weil die Doris und der Robert zurück nach St. Pölten mußten, so blieb noch etwas Zeit zum Museumsquartier zu schauen, wo ich noch das Ende der Heinrich Steinfest Lesung mitbekam und sein Roman “Das Leben und Sterben der Flugzeuge” der, wie Günter Kaindlsdorfer, der Moderator betonte, gerade heute erschienen ist, scheint, wie schon der Titel sagt, sehr skurill zu sein und dann handelte das Stückchen, das ich hörte, gar nicht so sehr von Fluzeugen, sondern von zwei Vögeln, die von einer alten Katze gefressen werden sollten, beziehungsweise sich dagegen wehrten.

Dann bedankten sich die Veranstalter und Günter Kaindlsdorfer lud ein, wenn alles gut gehe ,im nächsten Jahr zu den O Tönen wiederzukommen, die ich diesmal ziemlich vollständig hörte und daher auch einen guten Einblick in die österreischische literarische Jahresproduktion bekam und jetzt bin ich auf die öBp-Liste gespannt. Kann ja sein, daß Heinrich Steinfest von dem ich einmal, glaube ich, einen genauso skurillen Krimi las und ich ihn auch schon in Göttweig hörte, darauf stehen wird.

Über Blogs und Blogromane

Seit ich blogge und das ist nun schon sehr lang, beschäftigt mich die Frage, ob ich das denn darf, das heißt, meine kritischen Leser, denen meine Rechtschreibung und Flüchtigkeitsfehler nicht gefallen, beziehungsweise mich, was mich ein wenig wundert, denn ich habe ja eh eher einen pädagogischen Stil, nicht zu verstehen scheinen, weisen mich darauf hin und natürlich bin ich höchstwahrscheinlich zum Bloggen und zum Selbermachen meiner Bücher, seit 2000, tue ich das, glaube ich, schon, gekommen, weil ich keinen Verlag gefunden habe und mein kleiner Zensor im Hirn sagt mir auch immer wieder “Hör auf zu schreiben, du bist nicht gut genug, du hast keine Lizenz dazu, du schreibst nicht, wie der große Goethe, etcetera!”

Die Psychologin in mir und auch die Schreibseminare, wie beispielsweise das “Writersstudio”, wo ich ja immer gerne zu den offenen Miniworkshops gehe, sagen zwar das Gegenteil.

“Natürlich darst du, der Weg ist das Ziel, wer suchet, der findet!” und wie immer diese Sprichwörter, dieich eigentlich für selbstverständlich hielt, lauten.

Meine Leser scheinen das anders zu sehen, nicht alle, die meisten hören wahrscheinlich auf mich zu lesen, wenn sie mich fad oder unverständlich findet oder ihnen mein ewiges Jammern, daß ich es nicht in den Literaturbetrieb schaffe, obwohl ich mich doch so sehr bemühe, auf die Nerven geht.

Ein paar scheinen Spaß zu finden mich zu provizuieren und mir zu beweisen, daß ich am allerschlechtesten von allen schlechten schreibe und ich scheine mich auch zu provozieren zu lassen und steige darauf ein.

Im Ernst habe ich wahrscheinlich immer mit dem Ernstgenommenwerden meines Schreibens Schwierigkeiten gehabt. In der Hauptschule und in der Straßergasse war ich zwar immer darin sehr gut und hatte auch geduldige Deutschlehrerinnen.

Dann nach meiner Matura, war ich erst einmal allein, die Mutter, die müde von der Arbeit nach Hause gekommen ist, wußte mit meinen Schreibversuchen nicht viel anhzufangen und wohl auch nicht, wie sie damit umgehen sollte.

Der Gerhard K. und die Monika haben die “Einladung um Tee” sehr scharf verurteilt, was ich immer noch ein wenig unverständlich finde und mir denke, ich kann ja auch nicht zu einer schüchternen Zwanzigjährigen hingehen und ihr sagen, du schreibst nicht gut und warum sollte ich das wirklich tun?

Nun ja, ich bin trotzdem in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekommen und in die GAV, habe bei der Ausschreibung für ein geschlechtsneutralen Kinderbuch Anfang der Neunzehnachtzigerjahre einen Preis gewonnen und das Buch bekam dann auch gemeinsam mit einem, der Christine Nöstlinger den Kinderbuchpreis der Stadt Wien. Eine schlechte Kritik, obwohl der Text damals lektoriert wurde, bekam es auch, also scheint das mit meiner mangelhaften Sprache zu stimmen, aber ich habe mir schon damals gedacht, daß ich weiterschreiben will, beziehungsweise habe ich das stur und unbeirrt getan.

Meine Texte zu Stipendien und an Verlage bzw. Literaturzeitschriften geschickt und schon Ende Neunzehnachtzig, die “Hierarchien” selber machen wollen, als mir zweiundvierzig Verlage absagten. Dann hat sich der Jack Unterweger eingeschaltet und die “Hierarchien” sind mit ISBN Nummer in einer fünfhundert Stückauflage erschienen und liegen teilweise noch in Schachteln in Harland herum und im Keller der Stadt Wien, die dem Jack Unterweger damals fünfzig Stück abkauften.

Ab 2000 mache ich meine Bücher selbst in einer fünfzig Stück Auflage, das durfte man damals nicht, also kam ich vom Regen in die Traufe, inzwischen gibt es davon schon vierzig Stück und die Selfpublisher füllen in Leipzig und in Frankfurt schon ganze Hallen und “Wikipedia” hat meine “Digitaldruckbücher” jetzt doch drinnen gelassen.

Seit Juli 2008 blogge ich, im ersten Jahr bekam ich auch ziemlich viel Resonanz, hatte eine Handvoll Followers, die mir Kommentare schickten, denen war das Jammern oder auch die Rechtschreibfehler vielleicht irgendwann doch zu viel oder es interessierte sie nicht wirklich, wie es einer geht, die schreiben will, das tut und auch sehr viel liest und sehr viel zu Veranstaltungen geht.

Zwei Kritkerinnen kamen, die Frau Heidegger und de JuSophie und sind inzwischen auch verschwunden, ein paar Stimmen mahnen manchmal einen Deutschkurs zu besuchen, was mich ein wenig irrigtiert, denn die Rechtschreibung wär mir ja egal, aber ich bin auch ein apassungsfähiger Typ, der es allen recht machen will, daß dann aber offenbar doch nicht schafft.

Mit dem Herumschicken an die Verlage, habe ich irgendwann, ich glaube, so nach 2004 aufgehört, bewerbe mich auch nicht mehr für Stipendien, sondern verlege mich auf meinen Blog, den ich mit Herzblut betreibe und so schlecht, wie manche, es sind nur wenige, die das sagen, finden, ist er, glaube ich nicht.

Aber er ist natürlich sehr persönlich, sehr jammerig und das gefällt, glaube ich, auch nicht allen, obwohl da eigentlich noch nie Kritik gekommen ist, sondern eher, wenn ich mal Autobiografie, statt Biographie geschrieben habe, was ich eigentlich für marignal finde

Ich schreibe, das gebe ich schon zu, ganz offen, daß ich eigentlich den NP oder andere Preise will und vergleiche mich auch mit anderen, lese viel jetzt zum Beispiel die Buchpreislisten, womit ich, wie ich fürchte die offiziellen und jetzt vielleicht auch die anderen inoffiziellen Blogger ein wenig nerve, aber warum soll man das nicht machen, warum ist es unkollegial, wenn man über die Longlist bloggt, wenn man von der offiziellen Facebookseite nicht dazu ausgewählt wurde?

Der Börsenverein kann sich ja eigentlich freuen, wenn ein paar Leute Anteil daran nehmen und die Verlage schicken die Bücher auch ziemlich bereitwillig aus und da ist eigentlich noch nie eine Kritik gekommen, daß ich unverständlich schreibe, obwohl ich spoilere, wie Otto oder Ottilie und ich interessiere mich auch sehr für das Geschehen im Netz und da gibt es ja auch schon von Anfang an die Diskussion, wie qualifiziert man sein muß, um bloggen oder rezensieren zu dürfen?

2000 hat “Leselustfrust”, eine damals sehr bemühte Bloggerin, der das Getue um die Rezensionsexemplare, mit denen ich keine Schwierigkeiten habe, nicht gefiel, einen Wickel mit Anni Bürkl bekommen, weil ihr ihr Buch nicht ganz gefiel und die sehr heftig darauf reagierte.

Da wurde sie schon einmal gestellt diese Frage, wer darf schreiben, wer darf bloggen und brauche ich dazu ein Literaturstudium?

Bloggen darf jeder und inzwischen auch selber publizieren und dann passiert es offenbar, daß nicht alle mit der Qualität desselben zufriedens sind.

Ich sehe da ja auch die gesellschaftlichen Veränderungen, als relevant. Vierzig Prozent verlassen die Schule ohne richtig lesen zu können, immer mehr schreiben und sprechen Deutsch obwohl es nicht ihre Muttersprache ist, es gibt Menschen und Literaturpreise mit und für Lernschwierigkeiten, sprich mentaler Behinderung und das ist es auch, was mich dann aufhorchen läßt, wenn wieder mal der Vorwurf kommt:  “Ich habe das, was du schreibst nicht verstanden!”

Dann nehme ich mich an der Nase, versuche verständlicher zu schreiben und versuche mich auch der leichten Sprache anupassen, obwohl mir das, an sich so egal wäre, wie die Rechtschreibung und Arno Schmidt und Hermann Broch höchstwahrscheinlich auch darauf pfeifen würden.

Die Menschen können immer weniger lesen, beziehungsweise tun sie das nicht mehr, wei sie das nicht interessiert, sie stattdessen Facebooken, wo man aber eigentlich auch schreiben muß oder Pockemons suchen, es schreiben aber auch immer mehr.

Tausend Literaturblogger soll es schon geben, hat mir “Buzzaldrin” mal kommentiert und da gab es  auch die Diskussion, ob die das dürfen, Rezensionsexemplare nehmen und den den großen Kritikern, die von ihren Zeitungen vielleicht  vermehrt entlassen werden, Konkurrenz bieten?

Ich will keinem Literaturkritiker Konkurrenz machen, an meinem Bloggen auch nichts verdienen, sondern mich und mein Schreiben im World wide Net präsentieren, weil man das kann und bin manchmal etwas irritiert, daß das nicht alle aushalten, daß eine über den “Buchpreis” bloggt, obwohl sie die Beispiele nicht richtig setzt und, daß noch immer mit scharfen ß schreibt.

Mein Blog ist ein mein persönliches Lese- und Schreibetagebuch und da schreibe ich auch über meine vierzig selbstgemachten Bücher und die die noch entstehen werden und stelle sie vor und da ist mir auch die Idee zu einem Blogroman gekommen.

Die “Nika Weihnachtsfrau” könnte ein solcher werden, beziehungsweise stelle ich im Dezember wieder ein paar Artikelchen aus dem inzwischen fertigen Buch in den Blog hinein.

Blogroman, was ist ein Blogromanß

Ich beobachte das Internet ja seit mindestens 2008 und da gab es einmal den Versuch einen solchen zu schreiben, der glaube ich “60 Grad” hieß und von einer Bäckerin handelte.

Tinka Beere, auch eine junge Autorin, die selber publiziert und einen Bloggerguide geschrieben hat, von “Buzzaldrin” wird es jetzt auch bald ein solches Buch geben, hat einen solchen geschrieben und Jacqueline Vellguth, deren “Schriftstellerwerden.de” ich ja schon lange verfolge, hat heuer mit ihrem Projekt aufhorchen lassen, daß sie in diesem Jahr jedes Monat ein Buch veröffentlichen will und das achte, beziehungsweise neunte, wird es bald geben. Dann kam im Frühjahr Tillmann Rammstedt mit seinem “Morgen mehr” Projekt des “HanserVerlags”, das man abonnieren und mitlesen konnte, wenn man, glaube ich, acht Euro dafür zahlte.

Jetzt gibt es das Buch, das leider nicht auf der Longlist steht, obwohl es mich interessieren würde und gestern habe ich die Nachricht bekommen, daß der Bachmannpreisträger Thomas Lang auch mit heute einen solchen, beziehungsweise nennt er es “Netzroman” zu schreiben beginnen wird und da kann man mitlesen, mitschreiben, seine Ideen einbringen und auch etwas darüber wie das schreiben geht lernen. Spannend spannend und ich halte viel von diesen Ideen die Abseits vom offiziellen Literaturbetrieb, der ja nur wenige, die ihm gut genug erscheinene Autoren und Texte nimmt und was sollen dann die anderen machen. sollen sie wirklich aufhören zu schreiben?

Nein, denke ich, und die großen Erfolge der Selbstpublisher beweisen auch das Gegenteil. Thomas Lang ist ein Bachmannpreisträger, verlegt in großen Verlagen und ist kein Selbpublisher, Annika Bühnemann, die eine Zeitlang jeden Tag von sich ein Video ins Netzt stellte, wo man sieht, wie sie mit ihrem Hund spazieren geht oder Kaffee trinkt, beziehungswwesie ihre “Heldenstunden” gibt, ist es schon, ein Buch habe ich von ihr vor kurzem gelesen und sie schreibt jetzt auch einen Blogroman, ich glaube über eine “Katzencafe” mit einigen interessierten anderen und ich finde diese Projekte gut und verfolge sie neben meinem Projekt des doppelten Buchpreisbloggens, das mich momentan vielleicht ein wenig in Schwierigkeiten bringt, denn auf meinem E-Beookreader gibt vier Bücher, dreieinhalb sind davon scohn gelesen, sechs warten im Badezimmer, fünf oder sechs sollen noch kommen, Literaturtest hat mir auch noch was geschickt und die Vetgetarier und den Thriller von Karl Ohlsberg will ich auch gern lesen und am nächsten Dienstag gibt es schon die nächste Buchpreisliste, wo ich auch anfragen und lesen lesen werde.

Da kann man dann schon wieder von “Bücherbulimie”  oder “Buchimie” und vom Bücherhineinstopfen unken, wenn man das will, man kann es, wie ich bevorzugen würde, auch positiver sehen und sagen, da ist eine, die sich sehr bemüht, auch wenn sie vielleicht nicht das große Charisma hat die großen Verlage für sich zu interessieren, schreibe ich trotzdem weiter und das gibt es ja auch noch das aus Kroatien mitgebrachte große Romanprojekt, das zwar nicht direkt im Netzt einzusehen ist, von dem ich in meinen Schreibberichten aber immer regelmäßig schreibe.

Also da gibt es jetzt schon sechsundzwanzig Seiten und acht Szenen, beziehungsweise 13.623 Worte, was im Klartext bedeutet, Klara ist mit dem Schiff nach Split gefahren, hat dort in einem Restaurant, wowohl Clarisse, die dunkle rau mit dem schwarzen Kleid die sich Kaffee zur Suppe, und Kamillientee zum Salat bestellt, als auch den saxophonspielenden Kaffeehausbesitzer Sergej getroffen und Eddy schickt ihr auch immer Mails, daß in Frankfurt nichts mit Kathrin Schneider war und da ist die Luft jetzt raus, beziehungsweise, das meiste was ich mir damals in Kroatien aufgeschrieben habe, geschrieben und ich muß jetzt weiter dichten und konzipieren, aber dichten, sagen meine Kritiker kann ich jan nicht und ich sollte mich, wenn ich nicht rechtschreiben kann, nicht Autorin nennen. Tue ich auch nicht, ich bezeichne mich meistens als schreibende Frau und das kann und tue ich und für den Literaturbetrieb, das Bloggen und die Buchpreisliste interessiere ich mich weiter, so gut wie es kann, denn ich bin sehr bemüht und das ist für mich ein positiver Wert auch wenn die Fimen bei denen ich mich mit solchen Attributen bewerbe, mich aussortieren würden, aber das tue ich nicht, sondern schreibe in meinem Blog über mein Schreiben, weil das im demokratischen Netz jeder darf und die Leser können sich entscheiden, was sie davon lesen möchten, sie können auch über die mangelnde Qualität schimpfen, was ich aber auch wieder nicht für so produktiv halte, sondern meinen würde, die Vielfalt machts.

Am Rand

Daß Hans Platzgumers im Frühjahr erschienener Roman auf die LL kommen könnte, war irgendwie zu  erwarten oder ich hätte es mir für die österreichische gedacht.

Ich habe bei der Lesung in der “Alten Schmiede” mit Buch oder Autor  ja meine Schiwerigkeiten gehabt, weil mir das da so selbstbewußt präsentierte, zu konstruiert erschien.

Jetzt habe ich das Buch  des 1969 in Innnsbruck geborenen und in  Bregenz lebenden Musikers, zuerst auf dem Berg und dann am Laptop in Harland und Wien gelesen und mein Eindruck verdichtete sich.

Ein sehr gut konstruierter Text, muß ich schreiben, so einer, wie der  wahrscheinlich, mit dem Kathrin Passing, den Bachmannpreis gewann und eigentlich könnte ich zufrieden  sein, denn es gibt einen  Plot und zu verstehen ist es auch.

Ein Leben wird erzählt, in dem dann aber alles wieder viel zu erhöht und unwahrscheinlich ist, eben die konstruierten Metaphern vom Leben und Sterben und den Umgang mit  dem Tod des Gerold Ebners aus der Südtirolersiedlung, des mittelmäßigen Schriftstellers oder Getränkeliferanten.

Sehr gekonnt, am Reißbrett konstruiert, Hans Platzgumer hat ja sehr selbstbewußt in der “Alten Schmiede” davon erzählt, wie er zum Schreiben gekommen ist und das, diese Künstlichkeit, ist es, was mir, wieder nicht gefällt.

Eine Parodie auf den Literatur bzw. Kunstbetrieb ist es auch. Eine sehr Scharfsichtige und man muß auch sagen, daß wahrscheinlich vieles in dem Buch stimmt, denn das Leben ist nun einmal sehr grausam und hat sich in den Neunzigerjahren in der Bregenzer? Südtirolersiedlung, das habe ich nicht ganz herausgekommen, so abgespielt und den Lesern, die ja das Überhöhte wollen, wird es wahrscheinlich gefallen.

Also ein Kanditat für die Shortlist? Oder wird es ihnen zukitschig erscheinen?

Ich weiß es nicht, in einem Monat werden wir es wissen und ich habe, ich wiederhole es, ein sehr spannendes Buch von einem brillanten Geist und gekonnten Schreiber gelesen, das mir zu kontruiert erschien und mir deshalb eher mißfallen hat.

Da geht einer also auf den Berg, der Gerold Ebner aus der Südtriolersiedlung. Sehr pedant und sorgfältig tut er das, kocht sich vorher Frühstück, läßt das Nachtlicht, der kleinen Sarah brennen.

Steigt auf den Bocksberg, setzt sich an den Rand und schreibt sein Leben auf. Bis am Abend hat er Zeit dazu, um endlich etwas fertig zu bringen und dann geht es hinein in das Aufwachsen der Siebzigerjahre, sehr überhöht und konstruiert.

Die Mutter Maria zuerst Hure, dann Altenpflegerin und für den kleinen Sohn vielleicht zu wenig Zeit. Aber, nein, sie wird eigentlich als sehr fürsorglich beschrieben.  Der erste Verstorbene in seinem Leben ist der Herr Gufler, der hat ein Jahr tot in seinem Fernsehsessel gesessen und die Mutter, die ihn  findet, schickt den Kleinen besorgt weg.

Sein Freund Peter will den Fernsehsessel  im Keller vermieten und kommt später auf einer Bausstelle elendiglich um.

Sehr genau und präzis wird auch das beschrieben. Zuerst kommen aber die Mutproben der Freunde in der Südtirolersiedlung, wo die Türken und die Gastarbeiter wohnen und man ein bißchen geächtet ist.

Ein Hansi Platzgumer, der später mitseiner Gitarre nach Amerika auswandert, kommt, o Ironie des Autors, auch vor. Gerold will einen Roman über ihn schreiben, scheitert aber daran.

So wird er Bau- und Gelegenheitsarbeiter und zieht zu seiner Freundin Elena in den Keller, als der gehaßte Großvater plötzlich auftaucht, der Monarch, wie er sich nennen läßt und zu seiner Tochter Maria zieht.

Warum die Beiden ihn so hassen ist mir nicht ganz klar geworden. Hat der Vater seine Tochter mißbraucht? Dem Enkel hat er jedenfalls nichts getan, außer ihn, um Bier zu schicken und beim Sprechen gelegentlich angespukt, trotzdem ist er der Erste, den er der Mutter zuliebe, die ihn widespruchslos pflegt, in den Tod befördert, also mit seinen Händen erdrosselt.

Denn mit seinem anderen Freund Guido, hat er Jahrelang vergeblich Karate trainiert, denn er bringt es nur zum braunen, Guido zum schwarzen Gürtel, bis der dann versehentlich eine Säure aus einer Römerquellenflasche trinkt. Der zweite Fall für Gernots Sterbehelfe und da würde ich auch aussetzen, wenn mir das brillant geschriebene Buch nicht so konstruiert erscheinen würde, denn Sterbehilfe mag ich nicht!

Es kommt aber noch ärger, richtig unglaubwürdig wird es dann, als er mit seiner Freundin Elena in einem französischen Automatenhotel ein Kind findet. Elena kann keine Kinder bekommen. Sie nehmen das Kind mit, nennen es Sarah  und wissen dann nicht, was sie damit fangen sollen?

Einen falschen Paß besorgen und über die Grenze nach Südamerika schmuggeln?

Dazu fehlt ihnen das Geld, denn auch Elena ist Gelegentheitsarbeiterin, spich Ghostwriterin und Lektorin, nach abgeschlossenen Germanistikstudium, man sieht Hans Platzgumer hat es wirklich in sich. Also gehen sie mit der quengelnden Kleinen im Tragesitz auch auf einen Berg, verirren sich und Elena stürzt mit dem Kind in die Tiefe.

Er klettert hinunter, verscharrt die Leichen, geht dann einen Monat in den Krankenstand, hört sich noch einige Geschichten seiner Kunden an, bevor er kündigt, seinen Rucksack nimmt, auf den Bocksberg steigt und dem geneigten Leser, der die Aufzeichnungen findet, sein Leben erzählt…

Mein Vater war ein Mann am Land und im Wasser ein Walfisch

Vola, jetzt kommt das erste Longlistenbuch des sehr überraschenden dBp 2016, ein Buch einer mir bisher unbekannten Autorin und eines genauso unbekannten Schweizer Verlages, mit schon einmal einem sehr spannenden Titel, der neugierig macht und so war ich sehr froh, daß mir der Verlag das E-Book zur Verfügung stellte.

Auch das Cover ist sehr ungewöhnlich, sieht man da ja eine stilisierte Figur mit einem Käppchen am Kopf, einer Flasche in der einen, einen Koffer in der anderen Hand und dann war ich erstmal eine Weile ratlos, denn die 1990 in Lenzburg geborene Michelle Steinbeck, die am Schweizer Literaturinstitut in Biel studierte, scheint eine sehr experimentelle Autorin zu sein oder sagen wir lieber eine Sprachkünstlerin wie Herta Müller oder Andrea Winkler und der sehr kurze Debutroman besteht aus zehn Kapitel, die Titel ” wie “Das Kind”, “Die Alte”, “Der helle Mann”, “Die  rote Stadt” haben, geht  gleich hinein in das Geschehen und die Autorin, die von einer “Ich-Erzählerin” ausgeht, macht es der Leserin, die gerne alles ganz genau und realistisch haben will, nicht ganz leicht.

Also wieder ein Buch für Tobias Nazemis Literaturdebatte, wie anspruchsvolle Literatur zu sein hat. Ob es da primärum die Handlung oder die schöne Sprache geht?

Michelle Steinbeck entscheidet sich eindeutig für das Zweite und so erzählt sie von einem Kind, das bei der Ich-Erzählerin namens Loribeth auftaucht, das sie stört und von ihr offenbar nicht gewollt wird, so tut sie es in einen Koffer und reist mit ihm durch das ganze Buch, wo ich nicht sicher bin, ob Roman, die richtige Bezeichnung dafür ist, lyrische Episoden würden vielleicht besser passen.

Was mir ein bißchen dabei aufstieß, ist der offensichtliche Kinderhaß der jungen Frau, aber man kann und soll wahrscheinlich, das Ganze natürlich tiefenpsychologisch deuten und da die Leserin zufälligerweise auch noch Psychologin und  als solche allerdings Verhaltensterapeutin ist, tue ich mir damit nicht allzu schwer.

Loribeth geht also zu einer Wahrsagerin, das ist die “Alte” und dann macht sie sich mit dem Kind im Koffer auf die Suche nach dem verlorenen Vater.

Einen Fridolin Seifert triff sie auch dabei und in ein Schiff oder in ein Haus am Meer muß sie auch hinuntersteigen.

Es ist nicht leicht den Inhalt dieser poetischen Geschichte widerzugeben.

Der Klappentext beziehungsweise, die Buchbeschreibung hilft da ein wenig weiter und verrät, was man beim Lesen übersehen könnte.

“Loribeth ist auf der Flucht. In ihren Koffer ein erschlagenes Kind. Eine Wahrsagerin hilft ihr weiter: Sie muß den Koffer samt Kind zu ihren verschollenen Vater bringen, um erwachsen zu werden. Auf ihrer phantastischen Reise überquert sie Städte, Wüsten und Meere und verliebt sich in alle Wesen, die ihr etwas Eßbares anbieten. Doch unerwartete Begegnungen, Katstrophen und eine erschreckend lebendige Kofferleiche zwingen sie stets weiterzuziehen, bis der Koffer seinen Bestimmungsort findet und Loribeths Blick sich verändert: Das Magische geht ins Reale über. Das langersehnte Leben im Kreis der auserwählten Freunde ist öd, nichts passiert. Um ein wenig Magie zurückzuholen wird gefeiert. Doch Loribeth kann nicht aufhören zu fragen: soll das nun alles sein”

Mir war es, wie schon angedeutet, zu wenig real, weil mir die schöne Sprache vieleicht zu wenig ist und ich mit dem Magischen wahrscheinlich auch nicht allzuviel anfange.

Trotzdem habe ich einen interessanten Verlag und eine interessante Autorin kennengelernt und weiß jetzt vielleicht ein wenig besser, was in den Schweizer Literaturinstituten passiert und welche interessante literarische Stimmenn, die Schweizer Literatur zu bieten hat und bin auch gespannt bei den inoffiziellen und offiziellen Bloggern, sowie den anderen Literaturkritikern zu lesen, was sie zu den Buch sagen und, wie es ihm bei der Preisvergabe gehen wird?

In der österreichischen Jungautorenszene kenne ich mich ja ein wenig aus, weiß, daß es da auch einige magische Stimmen gibt, die ich beispielsweise erst letzte Woche bei den Ö-Tönen hörte, bei den Schweizern bin ich ein wenig unbedarfter.

Also habe ich der Jury für die spannende Auswahl zu danken und hoffe doch ein bißchen, daß es auch realistischer wird, denn ich bin ja ein Handlungstyp, an den gesellschaftlichen Entwicklungen und Problemen interessiert und nur die tiefenpsychologischen Entwicklungsstufen des Erwachsenwerdens sind mir  zu wenig und die Psychologin hängt vielleicht doch noch ein bißchen daran, wie man Kinder nicht mögen kann, daß man sie töten muß und in einen Koffer sperrt, obwohl sie schon weiß, daß es ein bißchen anders zu verstehen ist und Michelle Steinbeck eigentlich sehr mutig ist, das so offen zu verbalisieren.

Denken Sie mit Joe Berger

Christian Katt

Christian Katt

Ottwald John

Ottwald John

2009  hat es in der “Wien-Bibliothek”ein “Joe Berger Symposium” gegeben. Der “Ritterverlag” hat ein Buch darüber herausgegeben und Christian Katt im Vorjahr eine Veranstaltung in der “Sommerlesereine des ersten Wiener Lesetheaters mit Eva Phillip, Hanna Held, Helga Eichler, Heidi Hagl und heuer gab es mit den gleichen Akteuren und dazu noch Richard Weihs, Thomas Northoff und Ottwald John einen Joe Berger-bend mit Texten aus  den Buch, eine Mischung zwischen Primärtexten und wissenschaftlichen Artikeln,  die teilweise von Julia Danielczyk,die damals noch in der”Wien-Bibliothek”, den Band mitherausgeben hat, vonEvelyn Polt-Heinzel,etc, sind und es begann mit einem Dialog zwischen dem Maler Franz Ringl und Joe Berger über das Malen von Nasen oder überhaupt über den Kulturbetrieb und die Kritik daran.

Joe Berger dürfte mit Franz Ringl,Arnulf Rainer, Wolfgang Bauer ,etcetera befreundet gewesens sein und hat in den Sechzigerjahren verschiedene Vereine, wie den Bauernschnapsenverein gegründet. Sie haben auch eine Geisterbahn gemietet, die Geister daraus entfertnt, ein Schild mit der Aufschrift “Denken Sie!”,hineingestellt und dem Publikumbeim  Verlassen  derselben für die Gedanken gedankt.

Helga Eichler

Helga Eichler

Thomas Northoff

Thomas Northoff

Ja, so worns, die Aktionen der Wiener Gruppe und die des “Poetischen Aktes“, wo man nach H.C.Artmann, Dichter sein konnte, ohne je was geschrieben zu haben.

So gut müßte  es einer gehen, aber Joe Bergerhat auch ein “Pladoyer für den Alkohol” geschrieben, ein Buch, das ich mir vor Jahren einmal kaufte und man den Text laut Ottwald John nur mit acht viertel aufführen durfte. Er hat aber, gestand er ein, es im Selbstversuch nur zu drei gebracht.

Die Lesung bestand aus zwei Teilen, im ersten Teil traten Ottwald John, Thomas Northoff, Richard Weihs und Helga Eichler auf,im zweiten nach der Paulse, Eva Phillipp, Hanna Held und Heidi Hagl,dazwischen gab es eine Pause und der Gastgarten im Weinhaus Sittl war wieder gut besucht, so daß es schwer war, einen guten Platz zu bekommen.

Ein Schmetterling flog Heidi Hagl auch ins Manuskript, was sie irriterite oder auch nicht. Hans Jörg Liebscher aber bemerkte und mich darauf aufmerksam machte, daß es so etwas seit Karl Kraus nicht mehr gegeben  hätte.

Richard Weihs

Richard Weihs

Eva Filipp

Eva Filipp

Ich weiß nicht, ob das stimmt, es war aber vielleicht auch ein poetischerAkt und ein gutes Zeichen für die Umwelt im Wienerraum und jetzt gibt es,  glaube ich,  noch einen Abend in der Sommerlesereihe, den ich aber auslassen werde, weil ich mich ja auf das Longlistenlesen konzentrieren und einen Lesemarathon einlegen werden,um die zweiBuchpreislisten zu schaffen  und die Sommerfrischenwochenenden sind jetzt auch vorbei.

Heute morgen gab es ein großes Putzen in Harland bei St.Pölten, dann sind wir nach Wien gefahren, der Alfred fährt morgen auf drei Wochen mit denm Karli nach Russland und Japan und ich bereite mich auf dasVolksstimmefest, daß es am Wochenende wiedergeben wird, vor.

Hanna Held

Hanna Held

Heidi Hagl

Heidi Hagl

Mit dem E-Bookreader ins Höllengebirge

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Ende August findet traditionellerweise die zweite Sladky-Wanderung statt, die diesmal ins Höllengebirge vom Hochleckenhaus zur Riederhütte und zum Feuerkogel etcetera führen sollte.

Da wir im Vorjahr durch das tote Gebirge, wo ich mit Gertraud Klemms “Aberland” gewandert bin, hatte der Alfred schon Sorge, daß der Weg für uns zu lang und zu schwer sein könnte.

Ich gehe ja sehr langsam und brauche inzwischen viel länger, als die angegebenen Zeiten und die jungen Leute rasen sowieso immer an uns vorbei.

Hans und Peter Sladky beruhigten ihn, der Hüttenwirt hätte nur fünf Stunden für den Weg gebraucht. Es haben sich diesmal aber nur sehr wenige Leute angemeldet, sowenig wie noch nie und der Otto, auf dem ich mich sehr gefreut habe, weil ich mit ihm die “Longlist des dBp” ja durchdiskutieren hätte können, ist zwar am Freitag Nachmitrtag aufgebrochen, hat dann aber auf halbem Weg umgedreht und dem Alfred telefonisch mitgeteilt “Es wäre nicht sein T’ag!”

Nun ja, es war sehr heiß.

“Ideales Wanderwetter!”, nannten sie es im Radio, aber für einen Aufstieg vom Taferlklaussee zum  Hochleckenaus wahrscheinlich zu heiß. Ich habe viel länger, als angegeben gebraucht und der Rucksackriemen ist mir vor den Kletterstellen auch noch abgerißen.

Der Alfred hat ihn mir dann zwar wieder angeknotet und im Rucksack hatte ich diesmal kein Buch, sondern den E-Book Reader, den ich vom Alfred einmal zu Weihnachten bekommen habe und nur ganz selten, für die Rezensionsexemplare, die ich auf diesen Weg zugeschickt bekomme, verwende und diesmal haben mir die österreichischen Mittelverlage “Zsolnay” und  “Jung und Jung”, sowie  der Schweizer “Lenos” ihre Bücher als PDF bezeihungsweise E-Books zugesandt und Hans Platzgumers “Am Rand” das ja auf einem Berggipfel, nämlich dem “Bocksberg” spielt, ist ja dafür ganz passend.

Aber zuerst einmal in der Hitze aufgestiegen, die Sonne hat so stark geblendet, daß ich sie zuerst fürAlfred Blitzlicht gehalten habe und spät angekommen.

Gegessen, getratscht, mit den traditionellen Zirben angestoßenund dann den Reader herausgenommen, wo mich ja schon derAlfred im Vorjahr warnte, ein PDF darauf zu überspielen, weil das schwer zu lesen ist.

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Die richtigen E-Books sind da besser, so habe ich, obwohl nicht so ganz passend mit Michelle Steinbecks “Mein Vater war im Wasser ein Mann und im Wasser ein Walfisch mitgenommen”, was zwar kurz und gut zu lesen, aber weil sehr kunstvoll und experimentell schwer zu verstehen war, vor allem, wenn man an einem Tisch mit einigen anderen sitzt, die sich bei Wein, Bier und Zirben und das auch noch teilweise auf Englisch, unterhalten.

Trotzdem war ich bald durch, also doch zum Platzgumer gegriffen, das leichter zu verstehen war, weil ich den Anfang ja auch schon in der “Alten Schmiede” hörte, aber da war das Format ein Hund und ich brauchte lange zu begreifen, wie ich mir die zweite Seite herbeiziehen muß, um nicht nur die Hälfte zu lesen und am Samstag sind wir dann zur Riederhütte aufgebrochen.

Fünf Stunden stand am Wegweiser. Ich habe den ganzen Tag gebraucht, es war sehr heiß, nicht ganz leicht zu gehen, aber landschaftlich sehr schön, ich habe es dem Herrn Sladky gegenüber einen “Mordhatscher” genannt, der mir natürlich wiedersprochen hat.

Ein paar SPÖ-Politiker haben wir unterwegs auch getroffen und der Gunther hat uns mit seinem Hund Felix, weil wir  so lange brauchten, abgeholt und mir auch meinen Rucksack zur Hütte getragen, die nicht und nicht gekommen ist, obwohl sie laut Zeitangabe schon längst da sein mußte, aber noch eine Wendung und noch einen Berg hinauf oder hinunter, so daß ich schon fast an ein Phantom glaubte, weil die, die uns begegneten und “Drei Stunden noch!”, sagten, das eine Stunde später auch so meinten.

Heute dann “nur” zwei Stunden zur Bergstation “Feuerkogel”, die anderen sind auf den Berg gegangen, dort in einem schönen Gasthaus mit sehr freundlichen Kellnerinnen Rast gemacht und dann mit der Seilbahn hinuntergefahren, Mittag gegessen und jetzt ist es Zeit den Platzgumer im Tal in aller Ruhe zu lesen und meine Idee mit den “Longlistenbüchern”  in Print, als auch in E-Bookausgaben auf den Berg zu gehen, isT, wie man sehen kann, gar nicht so originell und einzigartig.

Befindet sich der offizielle Bücherblogger Herbert von “Herbert liest”, ja gerade auch mit Rainer Kaiser Mühlecker  “Fremde Seele dunkler Wald”, das heute auch in Ö1 besprochen wurde und Peter Stamms “Weit über das Land” auch in den Tiroler Bergen.