Die Mittleren-Literatur von Frauen

Publikum

Publikum

Christl Greller

Christl Greller

Literatur und Schreiben, welche österreichische Gegenwartsautorinnen fallen Ihnen zu diesem Tehma ein?
Elfriede Jelinek wahrscheinlich, Barbara Frischmuth, Marlene Streeruwitz, Ilse Aichinger, Friederike Mayröcker?
Für Kinder schreiben Christine Nöstlinger und Renate Welsh, vielleicht haben Sie auch an die alte Dame Gertrud Fussenegger gedacht oder an ein paar andere Namen.
Im Handbuch der IG Autoren sind aber ein paar tausend Autoren eingetragen und mindestens die Hälfte wird davon weiblich sein.
Die habe ich auch nicht alle gekannt, als ich vor sechsunddreißig Jahren zu schreiben anfing.
Mein literarischer Werdegang hat ab 1978 im Arbeitskreis schreibender Frauen eine frauenspzifische Prägung bekommen. Da habe ich auch Kontakt zu einigen Autorinnen gefunden, die mich noch heute prägen.
Marie Therese Kerschbaumer ist eine davon. Elfriede Haslehner, El Awadalla, Christa Stippinger und die vor fast zwei Jahren verstorbene Erika Danneberg einige andere.
Im Sommer 1982 gab es in der alten Schmiede eine Lesung des Arbeitskreises schreibender Frauen, die sich mir als Beginn der Präsentation weiblichen Schreibens eingeprägt hat.
Der Arbeitskreis hat sich 1984 aufgelöst. Mit einigen der Autorinnen habe ich mich aber über Jahre weiter getroffen.
Es gab 1998 in der Alten Schmiede eine von mir organisierte Lesung “Die mittleren Jahre oder ein Fast-Altweibersommer”, bei der Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Katharina Riese und ich gelesen haben.
Wiederaufgelebt wurden die Lesejausen 2002, als Anita C. Schaub im Rahmen des 1. Wiener Lesetheaters eine Frauengruppe gründete, die in monatliche Lesungen bekannte und unbekannte Frauentexte präsentierte.

Petra Ganglbauer

Petra Ganglbauer


Hier entstand auch die Idee selber mit einer Frauenlesereihe weiter zu machen, die ich 2004 und 2005 im Rahmen der Lesetheater-Frauengruppe organisierte.
2006 veranstaltete ich im Wiener Literaturhaus dann die erste Lesung “Die Mittleren – Literatur von Frauen”, wo ich mit Judith Gruber-Rizy, El Awadalla, Marlen Schachinger, Mechthild Lütjen und mir, fünf einer breiten Öffentlichkeit, vielleicht nicht so bekannte Frauen, vorstellte.
2007 wollte ich diese Reihe mit Eika Kronabitter, Petra Ganglbauer und Anni Bürkls fortsetzen, mußte aber auf Grund der Mainstream-Positionierung, bzw. weil ich offensichtlich als nicht “in” genug erscheine, in die Villa Falkenhorst in Thüringen bei Feldkirch auswandern, wo es am 14. 3. 2008 auch eine sehr schöne Lesung in einem sehr edlen Rahmen gab.
Heuer bin ich von den schönen Vorarlberger Bergen nach Wien zurückgekehrt, wo gestern im Amerlinghaus “Die Mittleren-Teil III” stattfand.
Elfriede Haslehner ist gekommen, Lidio Mosca-Bustamante, Werner Grüner, Rolf Schwendter, Susanne Schneider, verspätet ist noch meine Cousine Elisabeth hereingehuscht.

Eva Jancak

Eva Jancak

Christl Greller hat eine Stadtbeschreibung vorgetragen.
Petra Ganglbauer einen neuen Text und einen älteren, aus dem Milena Buch “Schriftstellerinnen sehen ihr Land”, in dem sie über die patriarchalen Strukturen der Grazer Literaturszene von anno dazumal berichtete.
Überhaupt ist mir wieder aufgefallen, daß die Texte alle sehr frauenspezifisch waren und da hat auch mein Prolog aus dem “Haus” gut hineingepasst.

Christa Kern

Christa Kern

Auch wenn er mehr erzählend ist, von drei starken Frauen und einer vielleicht vergessenen Primaria, während die Krankenschwestern vor hundert Jahren mit den gestärkten Häubchen hinter den Herren Ärzten herliefen, handelt er allemal.
Dann kam Christa Kern mit ihrem Märchen, das sie schon bei der Poetnight gelesen hat, von der schönen starken Frau, die ihre Tiere verläßt, um im dunklen Wald nach ihrem Traummann zu suchen und Irene Wondratschs Bildgeschichte zum Töchtertag und der von einem Eiskasten, in dem das Joghurt zerrinnt, während der Traummann Operetten spielt, die die Protagonistin nicht aushält, was, wie ich von Irene Wondratsch erfragte, autobiografisch ist.

Irene Wondratsch

Irene Wondratsch

Ein aufmerksames Publikum gab es und eine gute Stimmung.
Susanne Schneider hat mir den “Novembernebel” abgekauft, mich gefragt, ob man über das erste Wiener Lesetheater schreiben darf und sich für Teil vier der Frauenlesung angemeldet.
Da man bei der GAV aber nur mehr eine Veranstaltung organisieren kann, wird es den vielleicht nicht mehr geben, wenn ich mich nicht doch dafür entscheide und auf den Tag der Freiheit des Wortes verzichte.
Es war jedenfalls interessant und die Zusammenarbeit mit dem Amerlinghaus sehr gut.
Es gehen zwar nicht sehr viel Leute hinein und so war es mit den ca fünfundzwanzig Personen, die gekommen sind, auch sehr voll.

Büchertisch

Büchertisch

Leipzig-Wochenende

Novum-Verlag

Novum-Verlag

Am Freitag Morgen sind wir nach Leipzig zur Familie Hundertmark nach Großzschocher gefahren und am Wochenende war ich auf der Buchmesse.
Das ist immer sehr lustig, am Morgen die Straßenbahnfahrt durch die ganze Stadt.
Zuerst mit der drei oder dreizehn bis zum Hauptbahnhof und dann mit der sechzehn bis zum Messegelände, dort drängen sich dann schon die Massen und die seltsamsten Verkleidungen strömen in die Tram hinein.
Diesmal weniger Aussteller, wie der Alfred sofort bemerkte und ich heute, schon in Harland, im Kulturjournal hören konnte, aber viele Besucher und das große Thema war zwanzig Jahre Wende.
Wegen meiner Lesung in der alten Schmiede habe ich den Donnerstag und den Freitag versäumt.
Habe aber am Freitag Morgen in den Nachrichten erfahren, daß Sibyille Lewitscharoff den Leipziger Buchpreis bekommen hat und, daß Ilija Trojanow den Preis der Literaturhäuser gewonnen hat, hat mir Silvia Bartl Samstag Mittag gesagt, als ich sie beim Stand der IG Autoren getroffen habe.

Buch Wien 2009

Buch Wien 2009

Der wird immer Freitag Abend beim blauen Sofa vergeben, da gibt es dann Wein und Brezeln, aber diesmal haben wir um diese Zeit gerade in Großzschocher Abend gegessen.
Und die Lesungen, alle lesen in Leipzig, habe ich vorhin auf Anni Bürkls Blog gelesen, habe ich zum größten Teil versäumt, zumindestens die literarischen und die großen Namen.
Das heißt Daniel Kehlmann habe ich am Samstag auf dem blauen Sofa gehört und Wolf Biermann am Sonntag.
Ansonsten gab es viele Wendebücher und ganz interessant, auch einige von Adelige über die Königsfälscher und darüber, wie der Adel verpflichtet, was auch ganz gut auf der anderen Seite der Medaille zur Wende passt.
Ich bin am Samstag Morgen mit Alfred, Ute und Sabine Hundertmark zur Messe gefahren und dort herumspaziert, habe meine Tüten bzw. Sackerln mit Leseproben, Lesezeichen, Zeitungsbeilagen und was es sonst zum Einsammeln gab, angefüllt und ja richtig, die Ingrid Noll habe ich aus “Kuckuckskind” lesen gehört und den György Dalos. Zu Mittag haben wir in der Glashalle gegessen, ich Würstchen mit Kartoffelsalat, was ich meist in Leipzig esse, die anderen vegetarisch.
Ich bin zum blauen Sofa gegangen und habe zuerst, bis halb fünf, bis der Daniel Kehlmann an die Reihe kam, dort bleiben wollen.
Habe es dann aber nicht so lange ausgehalten und bin wieder ein bißchen in den Hallen herumspaziert.
In der Halle zwei tummelten sich die Manga-Fans und die waren zum Teil sehr toll verkleidet, mir war in meiner neuen schwarzen Jacke dagegen heiß.
Der Alfred hat mir aber ein Leiberl mit der Aufschrift “Lesen macht schön” vom “Magazin” gekauft, das ich am Sonntag angezogen habe, um nicht zu sehr zu schwitzen.

Geburtstagsessen

Geburtstagsessen

Ich bin am Sonntag nochmals hingefahren. Die anderen nicht, die haben Ulrikes neunundzwanzigsten Geburtstag bei einem Chinesen gefeiert, ich bin nur zu Kaffee und Kuchen gekommen und habe Ulrikes kleinen Sohn begrüßt.
Denn es war ja auch am Sonntag auf der Messe interessant, ein Buch über Czernowitz wurde vorgestellt und ein Krimi über Görlitz.
Ich habe in der Halle fünf lange den Jokers Stand gesucht, den ich aber nicht gefunden habe, weil er sich in Halle drei befand.
Dort gab es schöne schwarze Leinentaschen, Gutscheine und ein großes Gedränge, dann habe ich Wolf Biermann das erste Mal auf einer Leinwand gesehen und ihn noch einmal am blauen Sofa gehört, bevor ich meine schweren Taschen wieder nach Großzschocher schleppte.
Heute morgen waren wir kurz im Kaufland einkaufen, es ist nicht mehr so billig, wie ich es in Erinnerung hatte und sind mit einem kurzen Harlander Zwischenstop zurückgefahren.
Jetzt habe ich eine Menge zu ordnen, zu lesen und zu schauen. Es war natürlich interessant und es raucht mir immer noch der Kopf davon.

Textvorstellungen



Christine Werner

Christine Werner



Eva Jancak

Eva Jancak

Nachdem sich heute eine sehr aufgeregte Susanne Schneider Sorgen, um das Gelingen des Osterspaziergangs machte, es immer noch Ärger wegen einiger nicht bezahlten Honorarnoten gibt und auch die Krankenkasse einige Zuschußstunden ablehnte, ging es zu den schon lange angekündigten Textvorstellungen in einem neuen Rahmen, nämlich dem Schmiedemuseum, mit einem neuen Assistentinnenteam und einem anwesenden Kurt Neumann, was mich freute und auch ein wenig wunderte.
Es war aber nicht sehr voll. Die meisten, der sich angekündigt habenden Bekannten, habe ich vermißt, bzw. gerade ihre Entschuldigungsgründe gelesen.
Friedrich Hahn hat die Lesung sehr gekonnt moderiert. Das Thema Familie ist vielleicht ein wenig zu kurz gekommen, weil er sich in der Diskussion auch nach Schreibgewohnheiten und Verlagsvorlieben erkundigte.



David Schalko

David Schalko

Bei Christine Werners “Verdammt”, einem Roman um eine Scheidungsanwältin, die selbst geschieden wird, ist mir der negative Grundton und einige gekonnte Wendungen aufgefallen, die ich mir merken wollte, sie aber, da ich sie nicht aufschrieb, vergessen habe.
Es ging aber viel um Depression und das dachte ich, wäre mein Thema.
Ich war auch als nächste dran und habe eine Ludmilla und eine Leopold Szene gelesen und den Travnicek-Text, die, wie Christine Werner quergelesen hat, schon gekannt.
David Schalko, der erst später gekommen ist und offenbar ein bekannter Fernsehautor ist, aber nicht.



Cornelia Travnicek, Friedrich Hahn

Cornelia Travnicek, Friedrich Hahn

Er hat von einer SS-Uniform im leeren Kasten seiner Großmutter gelesen und davon, daß er in einem anderen Kasten, seine vor Jahrzehnten gestohlene Jeansjacke entdeckte, in dem er nackt gelegen ist, während sein bester Freund mit seiner Geliebten vögelte, da er mit ihr verheiratet ist.
Das Publikum zerkugelte sich bei dem Text, der offenbar auch “Mottenkugeln” oder “Mottenstreifen” hieß. Ich habe es weniger lustig gefunden, habe mit lustigen Texten aber meine Schwierigkeiten.
Dann gab es noch ein Gruppenfoto mit einer japanischen Germanistin und die Frage einer Zuhörerin, wie man an die Themen kommt, die man nicht selbst erlebt?
Man recherchiert sie oder stellt es sich so vor.
“Es lebe die Fantasie!”, rief Helma Giannone, die neben Irene Wondratsch doch gekommen ist.
Ein Buch habe ich verkauft und jetzt geht es nach Leipzig, wo heute ja der Preis der Buchmesse vergeben wurde.
Ich melde mich dann wieder.

Bibliotheca total

Wien muß Alexandria werden, wünscht sich Robert Sommer, überlegt, was Bürgermeister und Kulturstadtrat tun müssen, damit das geschieht und gab diesen Wunsch am Montag gemeinsam mit Konstantin Kaiser in der Sendung “Leporello” kund.
Was prompt mein schlechtes Gewissen rührte, denn ich wollte mir ja Wladimir Frieds Fotoausstellung ansehen, aber zum “Tribunal”, der Diskussion mit Gerhard Ruiss zu der sozialen Lage der österreichischen Autoren und Autorinnen, hatte ich ohnehin vor, auf den Gaussplatz 11 zu gehen und bis dahin habe ich mir das Programm des “Aktionradius” noch genauer angesehen.
Denn die Idee ein Monat dem Thema Buch zu widmen, ist ja durchaus verlockend.
Der Stadt die Bücher wiederzugeben, weil die einzige Buchhandlung der Brigittenau ja im Jänner geschlossen wurde und der Aktionsradius stellt Autorenfotos aus, diskutiert mit den IG-Autoren, besucht aber auch die Wohnung der Marianne Fritz, bzw. wandert vom a.punkt, Otto Lambauers Lieblingsbuchhandlung über den Mandelbaumverlag zu der Bibliothek von unten, die Wiens größte anarchistische Büchersammlung enthalten soll.
Also bin ich nach einem eher frustrierenden Arbeitstag zum Gaussplatz hinausgewandert und habe zuerst die Autorenfotos bewundert.
Hier wurde ich ein wenig enttäuscht, denn es sind natürlich wieder die Bilder der Prominenz, die ausgestellt wurden.
Alles was in der Autorenszene Rang und Namen hat und von Wladimir Fried fotografiert wurde, hängt eher kleinformatig an den Wänden.
Felix Mitterer, Rolf Schwendter, Robert Schindel, Renate Welsh, Erich Hackl, Marie Therese Kerschbauer, Katja Lange-Müller etc.
Wieder nur die großen Namen. Von den Kleinen und den Mittleren keine Spur, dabei sind zum Autorentribunal, alles inklusive, fünfzehn Personen, davon durchaus einige anarchistische Autoren gekommen.
Aber auch Christine Werner, mit der ich morgen in der Alten Schmiede lesen werde.
Robert Sommer von der Obdachlosenzeitung Augustin hat eröffnet und berichtet, daß im Literaturteil des Augustins die Arbeits-und die Obdachlosen veröffentlichen hätten sollen.
Gekommen sind aber die Autoren, die schon Rang und Namen hatten und haben ihre finanzielle Obdachlosigkeit demonstriert, so daß Robert Sommer seine Zeitung allen geöffnet hat.
Gerhard Ruiss hielt sein Einleitungsstatement, dann erzählte Katharina Tiwald, daß ihr Leben aus Deutschkursen für Migrantenmütter, einem Lehrauftrag an der Uni, abendlichem Schreiben und dem Wochenende auf einem Biobauernhof im Burgenland besteht, weil das ihr Freund so haben will.
Daniela Schmeiser, die ich von ihrer Lesung in der Szene Margareten aus dem Buch “Würstlprater” kenne, das Horst Gelter aus seiner Büchersammlung aussortierte und mir erzählte, daß er die Autorin von seinen Kursen auf der künstlerischen Volkshochschule kennt, ließ wissen, daß sie auch Begräbnisreden schreibt, jetzt aber einen Job als Kulturmanagerin hat und daher nicht mehr zum Schreiben und zum Malen kommt.
Es gab eine lange Diskussion mit den unterschiedlichen Meinungen der fünzehn anwesenden Autoren, hat der Staat für die Autoreninteressen zu sorgen oder soll man sich die mittels kreativer Eigeninitiativen selbst erstreiten, die Gerhard Ruiss gekonnt moderierte und die Rede immer wieder auf die Google Bucherfassung brachte.
Gerald Grassl brachte Vergangenes und Leute, die das Urheberrecht für einen Schaden halten, gab es auch, es war also ein interessanter Abend in der Bibliotheca total in der Brigittenau, wenn ich auch nicht wirklich Neues erfahren habe, das war aber auch nicht zu erwarten.

Frauentag und Frauenlesungsvorbereitungstreffen

Das Harlander Wochenende war ein bißchen hektisch.
Weil seit Donnerstag Nachmittag gabs in Wien keinen Internetanschluß und ich wollte ja die Frauenlesung vorbereiten.
Also alle Unterlagen nach Harland schleppen und dabei die Kitab-Verlagsadresse prompt verlieren und dort gleich aufgeregt, weil Janko Ferks Anmeldung für den “Tag der Freiheit des Wortes” offenbar verloren gegangen ist, er sehr beharrlich reagierte und es mich immer sehr verunsichert, wenn etwas schiefläuft oder nicht klappt.
Dann die Frauen und die Medien angeschrieben, einen vorläufigen Blogeintrag mit der Radiosonatenankündigung verfaßt und mit dem vollgefüllten Auto auf die Baumgartner Höhe gefahren um für den “Haus” Umschlag zu fotografieren.
Dabei war Frauentag und da hat Ruth Aspöck in der Galerie NUU eine Veranstaltung organisiert.
Zuerst wollte ich nicht kommen, dann dachte ich, es geht sich aus, weil wir am Nachmittag ohnehin nach Wien zurückfahren.
Alfred hat mich mit dem Auto hingebracht und ich bin gerade zu Ruth Aspöcks Lesung zurechtgekommen und habe von dem ersten, von der Grazer Autoren Versammlung veranstalteten Block, die Lesungen der Salzburger Autorinnen Bettina Balaka und Margret Kreidl versäumt.
Es war sehr voll, ich habe gerade weit hinten einen Platz bekommen.
Nach der Pause wurde es leerer und ich konnte mich in einen bequemen Fauteuil weiter vorne setzen und die bekannten und auch unbekannten Gesichter studieren.
Das Wiener Lesetheater, bzw. Christa Nebenführ, Andrea Pauli, Judith-Gruber-Rizy und Ruth Aspöck lasen aus einem Essay von Heidi Pataki “Fluchtmodelle: Zur Emanzipation der Frau”, der 1972 bei Jugend und Volk erschienen ist und es war sehr spannend, die Veränderungen zu überlegen.
Was hat sich seit damals, seit den frauenbewegten Siebzigerjahren, in denen ich zu studieren begonnen habe, getan?
Sehr viel hoffe ich, außer, daß wir älter geworden sind.
Oder auch nicht, denn der freie Hochschulzugang, auf den wir ja so stolz waren, ist inzwischen zu einer Farce geworden und ich habe in der nächsten Pause mit Robert Egelhofer und einer nicht sehr ausländerfreundlichen Frau über den Vorschlag der Frau Unterrichtsminister, daß die Lehrer zwei Stunden länger unterrichten sollen, diskutiert.
Es gab Gewürztee, Reis, Linsen und rote Rüben, die diesmal zu bezahlen waren, nur die mit Marzipan gefüllten Datteln waren umsonst, so daß ich mich damit vollstopfte, Wasser trank und auf den Film wartete, der vor dem Frauenfest gezeigt werden sollte.
Ein Film aus dem Jahr 1982 mit dem Titel “Das Fest”, zu dem Marie Therese Kerschbaumer das Drehbuch geschrieben hat und der von einem Frauenfest handelte, bei dem man sehen konnte, wie die meist bekannten Autorinnen, vor siebenunzwanzig Jahre ausgesehen haben.
Das war interessant und spannend, manche waren nicht zu erkennen, einige schon gestorben und andere nicht darauf.
So war der gesamte Arbeitskreis schreibender Frauen, mit einer jungen schönen Bärbl Danneberg, Erika Danneberg und Valerie Szabo-Lorenz, die beide schon gestorben sind, zu sehen.
Bruni Langthaler und ich fehlten und ich kann mich auf dieses Frauenfest, das im Lusthaus stattgefunden hat, nicht erinnern.
Irgendwie ist das an mir vorbeigegangen, obwohl ich mich im Arbeitskreis schreibender Frauen sehr engagierte.
Die Solidarität unter den Frauen muß damals aber größer gewesen sein.
Zu mindestens nach außen. So hat Marie Therese Kerschbaumer den Film gemacht, Elfriede Jelinek hält ein Pamphlet in die Höhe bzw. versteckt sie sich dahinter, Elfriede Gerstl gibt ein aufmüpfiges Interview, von Heidi Pataki ist ihr berühmtes Gedicht “Praxis” – Als Immanuel Kant die Fenster putzte…” zu hören und der Arbeitskreis schreibender Frauen schrieb seine Namen auf eine Tafel und eine kaum zu erkennende Hilde Schmölzer präsentiert ihr Buch “Frau sein & schreiben”.
Was ist davon geblieben?
Elfriede Jelinek hat den Nobelpreis bekommen und geht nicht mehr aus dem Haus.
Die Literatinnen haben sich zum Teil dem Mainstream angepasst und veranstalten Schreibseminare, die man bezahlen kann und sehr viel Solidarität habe ich auch nicht verspürt, als ich mich so umgesehen habe.
Zu mindestens sind es schöne Erinnungen, wenn es sich auch nur um versäumte Gelegenheiten handelt.
Und das angekündigte Frauenfest fand 2009 mangels Teilnehmerinnen auch nicht statt.
Denn als Alfred um ca. neun Uhr kam, war nur mehr die Galeristin mit ihren Freunden da und ich habe mich immer noch mit der unter den vielen Ausländern leidenden Frau unterhalten.
Gestern gab es dann das Vorbereitungstreffen zu meiner Frauenlesung am nächsten Mittwoch, die sich auch auf den Arbeitskreis schreibender Frauen bezieht, obwohl ich die in der dritten Staffel lesenden Frauen nicht von dort kenne.

Radiosonate

Radiosonate

Radiosonate

Eine kleine Vorschau für alle interessierten:

Die Radiosonate oder das einsame Jahr

Was passiert, wenn man so allein und einsam ist, daß man niemand anderen als die anonymen Stimmen zweier Radiomoderatoren hat, die einen durch den Tag begleiten?
Die wenig erfolgreiche Schriftstellerin Elsa Eisenstein möchte mit der Beantwortung dieser Frage die ultimative Romanausschreibung eines deutschen Großverlages gewinnen.
Während der Ressortchef des Kulturprogramms seine beginnende Parkinsonerkrankung seiner Kollegin Amanda Silberkandl verheimlichen will.
Aber die hat andere Sorgen, da sie gerade von einem tschetschenischen Asylwerber eine unbekannte Mozartsonate zugesteckt bekommen hat und auch noch mit ihrer sich in der Pubertät befindenden Tochter Natalie zurechtkommen muß.
Wie meist in meinen Texten geht es auch hier um das Leise, leicht zu Übersehenede in einer perfekt stilisierten immer inhumaner werdenden Welt.

So weit, so gut, jetzt geht es an den Verlag bzw. an die Druckerei. Mal sehen, was damit passiert.
Probelesen soll man bald auf meiner Homepage www.jancak.at. können. Ein Stückchen gibt es in der Volksstimmeanthologie schon jetzt.

Vorbereitungen zum Osterspaziergang

Vom Quizfieber zurück, derzeit bin ich auf Platz drei mit 277.196 Punkten gekommen, mehr schafft, glaube ich, mein Computer nicht, habe ich mich gestern mit Rolf Schwendter getroffen, um mit ihm den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters, der am Ostermontag in Margareten stattfinden wird, vorzubereiten.
Die gehen nämlich jeden Ostermontag durch einen anderen Wiener Bezirk und bleiben an den Plätzen oder vor den Häusern stehen, wo berühmte Autoren gewohnt haben, um aus ihren Texten vorzulesen.
Das erste Mal bin ich vor ein paar Jahren durch den dritten Bezirk mitgegangen und das war sehr beeindruckend und voriges Jahr habe ich mir gedacht, daß ich einiges über Margareten weiß, weil ich einmal einen solchen Spaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger gemacht, eine Erzählung “M.M. oder die Liebe zur Germanistik”, darüber geschrieben habe und auch einige der Margaretner Autoren z.B. Jeannie Ebner oder Paul Wimmer gekannt habe.
Die Route ist schon festgelegt, es geht am 13. April, für alle, die es sich schon vormerken wollen, um 13 Uhr bei den Waldviertner Stuben auf der Wiedner Hauptstraße los und dann in ca zehn Stationen bis zum Cafe Standard in die Margaretenstraße hinunter.
Ich werde aus meiner Erzählung lesen, in der eine vorzeitig in Pension geschickte Lehrerin ihre Dissertation über Jura Soyfer fertigschreibt, ihre Margaretner Wurzeln entdeckt und in der Szene Margareten einige Lesungen erlebt.
Aber auch Paul Wimmer ist ein Margaretner Original, vielleicht wird seine Nichte, die sich um Weihnachten bei mir gemeldet hat, aus seinen Texten lesen.
Dann habe ich mit Rolf Schwendter, dem derzeitigen GAV-Präsidenten, über die “PEN-GAV” Konflikte diskutiert, weil er meinte, daß er die Margaretner PEN-Mitglieder nicht so kennt.
Den GAV-PEN-Konflikt, bzw. die GAV-Gründung im Jahre 1973 kann man sehr gut in dem Buch von Innerhofer aus dem Jahr 1985, “Die Grazer Autorenversammlung” nachlesen. Inzwischen ist die GAV bzw. deren Mitglieder auch schon in die Jahre gekommen und es offenbar nicht mehr so selbsverständlich in die GAV einzutreten, weil alles andere nicht in Frage kommt.
So erzählt Rolf Schwendter gerne die Geschichte, wie er einmal im Cafe Rathaus gesessen ist und sich am Nebentisch einige Autoren lautstark darüber unterhielten, daß sowohl die GAV als auch der PEN nichts für die jungen Autoren ist.
Mag sein, für mich ist die GAV Mitgliedschaft trotzdem sehr wichtig und gibt es auch einige Großveranstaltungen, die damit verbunden sind.
So den Tag der Freiheit des Wortes, anläßlich der Bücherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933, den Josef Haslinger ins Leben gerufen hat und den ich seit 2001 organisere und dann, derzeit besonders aktuell, die Lyrik im März, da findet die nächste Veranstaltung von Rolf Schwendter organisiert am 19. 3. im Universitätscampus statt.
Elfriede Haslehner, die unter anderen großen Autoren, wie Friederike Mayröcker, Elfriede Gerstl, Robert Schindl, Marie-Therese Kerschbaumer, Manfred Chobot, Gerhard Ruiss ect. lesen wird, hat mir gestern das Programm geschickt.
Das werde ich aber auslassen, denn da ist das ÖAAG-Supervisorentreffen und da gab es ja Schwierigkeiten mit der Auszahlung der Honorare, also das Berufliche vor das Lyrische gestellt, obwohl, wie ich von Rolf Schwendter weiß, Gerhard Jaschke, nach seinem Schlaganfall, wieder daran teilnehmen will.
So jetzt ist noch einges für das Vorbereitungstreffen meiner Frauenlesung vorzubereiten, dann mache ich meinen Praxistag und am Abend will ich in die Sigmund Freud Universität schauen, denn da wird passend zum Frauentag ein neuentdecktes Tagebuch “Wie benimmt sich der Prof. Freud eigentlich?”, eine junge Ärztin begibt sich 1921 zu Freud in Therapie, vorgestellt und das passt gut zum “Haus”, an dem ich wieder eifriger korrigieren will.
Übrigens im Wiener Stadtroman “Wie süß schmeckt Schokolade” habe ich mich auch ein wenig mit der Sigmund Freud Universität beschäftigt.

Lesen in Tirol und Erlesenes von Elke Heidenreich

Rechtzeitig zu den Textvorstellungen hat mir Helmuth Schönauer seine Rezension zu “Und trotzdem” geschickt.
Wenn der Rezensionszugang bei “Lesen in Tirol” nicht mehr gestört sein wird, kann man sie dort nachlesen und mich hat wieder die Art beeindruckt, in der Helmuth Schönauer Rezensionen schreibt.
Drei oder vier hat er mir schon geschrieben und ich war jedesmal begeistert von seinem scharfen Blick, seiner psychologischen Analyse und seiner Art die Sachen wertfrei und interessant zusammenzufassen.
Besteht ja leider der Trend, Bücher von nicht so bekannten Autoren sehr spöttisch und herablassend zu besprechen.
Helmuth Schönauer zeigt aber, daß das nicht nötig ist und da er sehr viele Rezensionen schreibt, kann man bei ihm auch über die Bücher anderer Autoren Interessantes nachlesen.
Andrea Stift hat seine Rezensionen, glaube ich, auch einmal erwähnt, bzw. auf ihren Blog gestellt und mit Andrea Stift habe ich heute auch einen interessanten Mailwechsel geführt und noch etwas Positives ist gekommen, nämlich das März-April Amerlinghausprogramm und da ist meine Frauenlesung vom 18. März sehr genau und sorgfältig angeführt.
Mit Text, Lebenslauf und Bildern der Autorinnen und wenn man sich das Literaturprogramm so durchschaut, kann man sich nur fragen, warum ich dem Literaturhaus so nachtrauere?
Na finden die Literaturveranstaltungen halt ein paar Meter weiter, in der Stiftgasse 8 statt. Das ist nicht schwer zu finden, der Raum zwar ein bißchen kleiner, aber ein tolles Beisl für nachher gibt es auch.
Das Amerlinghausteam freut sich und so könnte ich das Literaturhaus bei seinem elitären Mainstreamdenken selig werden lassen, wenn da nicht die Kränkung wäre …
Das Literaturhaus hat übrigens eine Reihe zu der jungen Literatur, Cornelia Travnicek, Andrea Grill, Hanna Winkler etc. haben dort gelesen und das ist eine tolle Sache.
Aber ich habe 2006 mit der Reihe “Die Mittleren-Literatur von Frauen” im Literaturhaus angefangen und denke immer noch, daß auch das sehr wichtig ist.
Wer sich ein Bild darüber machen will, kann das am 18. März tun und dem Literaturhaus berichten.
Ich wollte etwas über mein derzeitiges Leseprojekt, den Roman “Fluchtstücke” von Anne Michaels aus der Brigitte Edition schreiben, da ich mir vor kurzem sechs oder sieben der unbekannteren Bücher dieser Reihe gekauft habe.
Durch den Literaturquiz abgelenkt, lese ich da momentan zwar eher lustlos vor mich hin.
Vielleicht liegt es auch daran, daß das Thema Holocaust, beschrieben von einer mir unbekannten kanadischen Autorin, die aber in neunzehn Sprachen übersetzt und mit dem Orange Priz ausgezeichnet wurde, bei dem Überangebot an solchen Texten ein wenig untergeht, so daß mich die Geschichte von dem polnischen Buben Jakob Beer, den ein griechische Archäologe vor demFaschismus rettet und der dann mit sechsundsechzig Jahren bei einem Autounfall stirbt, nicht so ganz fasziniert, so daß ich mich schon auf das Büchertauschen mit Andrea Stift freue, um ihre Romane “Reben” oder “Klimmen” besprechen zu können.
Trotzdem ist die “Brigitte Edition – Erlesen von Elke Heidenreich” nicht uninteressant. Das sind 26 Bände, die vor ein paar Jahren erschienen sind.
Ruth Klügers “weiter leben”, Marlen Haushofers “Die Wand”, Radek Knapps “Herrn Kulkas Empfehlungen”, Henri Fords “Unabhängigkeitstag”, Antonio Tabucchis “Erklärt Pereira” sind dabei und dann noch die sechs oder sieben mir eher unbekannten Werke, die man derzeit bei der “Buchlandung” auf der Mariahilferstraße für einen Euro bekommen kann oder konnte.
Und ein literarisches Event gibt es auch, das ich versäumen werde, nämlich die Ausstellungseröffnung von “Literatur im Objektiv” mit den Fotos von Wladimier Fried, die er bei den Veranstaltungen der Theodor Kramer Gesellschaft aufgenommen hat, die heute im Aktionsradius am Gaußplatz 11 stattfindet.
Ich wollte hingehen, dachte aber, die Eröffnung ist erst morgen und heute haben wir unseren Vertragspsychologinnen Jour-Fixe, den ich nicht schwänzen will.
Ein Bonmot dazu kann ich aber trotzdem liefern.
Als es den Dichter-Fasching in der Gesellschaft für Literatur noch gegeben hat, hat Alfred ein Foto von der damaligen GAV-Präsidentin Heidi Pataki aufgenommen, das wollte das statdtbekannte Original Hubert Fabian Kulterer zugeschickt haben, aber leider habe ich ihn mit Wladimir Fried verwechselt, so daß ich ihn zweimal gefragt habe, ob er es bekommen hat.

Wochenendspiele

Das Quizfieber und der Ehrgeiz mich selbst zu übertrumpfen, hält mich noch immer gefangen, daher auch heute nur ein Kurzbeitrag.
Nach einer ziemlich schlaflosen Nacht vom Freitag auf den Samstag, ich wollte unbedingt die 270.000 Punkte Grenze überschreiten, was mir inzwischen auch gelungen ist, aber jetzt soll der Punktestand ohnehin zurückgedreht werden und das Ganze beginnt von vorn, bin ich am Samstagvormittag in die Berufsschule in die Längenfeldgasse gegangen, denn dort war ein Bücherflohmarkt, von dem mir Ruth Aspöck erzählte und weil ich es ihr versprochen hatte, bin ich ziemlich lustlos hingegangen, habe aber das Plastiksackerl für den Großeinkauf vergessen.
Was soll ich auch mit neuen alten Büchern, wenn ich zum Lesen momentan nicht komme und dann war der Gesamteindruck auch eher deprimierend.
Eine riesengroße Halle mit langen Reihen aufgestellter Tische, wo die gewerblichen oder auch privaten Händler alte Bücher in Bananenschachteln zum Verkauf anboten.
Auch da lassen sich schöne Geschichten ausdenken, etwa wer die Bücher vorher besessen hat.
Ich habe mich aber nicht sehr umgeschaut, sondern gleich die Ruth mit einer Wollmütze ziemlich am Eck gefunden, die wegen ihrer Verlagsauflösung ihre Restexemplare billig angeboten hat und dabei, wie sie mir verriet, mindestens hundert Euro einnehmen wollte. Mal sehen, ob es ihr gelungen ist, es war aber sehr voll und auch immer wieder interessierte Käufer vor ihrem Tisch, die in den Bücher der “Edition die Donau hinunter” geblättert haben.
Ich bin bald gegangen und habe den Rest des Wochenendes eher wenig und eher lustlos an meinem Text korrigiert.
“Das Haus” scheint aber bald fertig zu sein.
Auf den Steinhof sollten wir noch fahren, um das Umschlagbild zu fotografieren, die Kirche am Lemoniberg bietet sich da an und dann wär das nächste Buch zu schreiben.
Da habe ich im Moment noch keine Idee, außer, daß es ein Wirtschaftsroman sein könnte.
Die Wirtschaftskrise und der Wahnsinn in den wir durch einige wahnsinnige Spekulanten geschlittert sind oder die Ausgliederung der zu teuren Postbeamten in den berühmten Pool und dann kommt die Post gar nicht oder erst um fünf am Abend, wäre sicher interessant.
Dann habe ich ja noch immer die Idee von der depressiven Heldin, die den Wirtschaftsboss am Donaukanal begegnet, aber auch das gibt es schon und wurde mehrmals beschrieben.
Vielleicht kann ich mir also eine Auszeit gönnen, um wieder frei zu werden für das Neue und dann damit, wie man so sagt, einen Qualitätsfortschritt machen. Beim Quiz geht das, das habe ich dieses Wochenende ausprobiert.
Und noch einen Satz zum letzten Stand der Dinge.
Platz 27 mit 272.237 Punkten und ich finde die Fragen wirklich interessant und kann jedem nur empfehlen sein literarisches Wissen auszuprobieren.

Quizfieber

In den letzten Tagen war ich durch den am Montag zufällig entdeckten, eigentlich wollte ich schauen, ob ich noch Karten für die Leipziger Buchmesse gewinnen kann, Literaturquiz bei jokers-quiz leider etwas abgelenkt und habe, statt zu korrigieren, mit einer gewissen Bessenheit, so schnell wie möglich Fragen über Autoren, Buchdruck und Literaturgeschichte beantwortet.
Auf Platz 29 mit 268.919 Punkten bin ich schon gekommen, von den 290.000 Punkten, die die ersten haben, die am Monatsende den Warengutschein bis zu hundert Euro bekommen, keine Spur und Alfred meint, daß das ohne Maus nicht zuschaffen ist.
Mal sehen, ob und wie weit das stimmt, es ist jedenfalls ein gutes Gedächtnistraining und die Fragenvielfalt auch sehr faszinierend und so habe ich, mit wahrscheinlich etwas Suchtcharakter, am Mittwoch beschlossen, nicht in die Bücherei mit der eigenen U-Bahnstation (das Bücherschiff befindet sich in einer anderen Stadt) zu gehen, um mir, wie geplant, Gerbrand Bakkers “Oben ist es still”, den Bestsellergast aus Holland, anzuhören, sondern die kniffeligen Fragen beantwortet, dafür war ich aber gestern doch dort, um mir, wie mit Alfred so ausgemacht, den Film “Auf der anderen Seite” von Fatih Akin anzusehen, der interessant war.
Ein deutsch-türkischer Film um einen Türken in zweiter Generation, der in Deutschland Germanistikprofessor ist, aber weil sein Vater eine Prostituierte erschlägt, nach Istanbul zurückkehrt, um dort eine deutsche Buchhandlung zu übernehmen.
Man sieht, den Büchern ist nicht zu entkommen und auf den Weg dorthin bin ich auch wieder bei der “Buchlandung” vorbeigekommen. Jetzt habe ich drei Euro weniger und zwei neue Bücher aus Elke Heidenreichs Brigitte Edition, über die ich demnächst schreiben will und eines über das “Böhmische Wien” von Monika Glettler aus dem Jahr 1985.
Anni Bürkl hat da im Vorjahr ein neues zu diesem Thema geschrieben und es in ihren Texten und Tee vorgestellt.
Beim letzten Eintrag vom 17. Februar geht es um die Konditorei Aida und die berühmten Topfenkolatschen. Der Schneider Knize kommt, glaube ich, auch darin vor und da gibt es in dem Glettler Buch ein Bild vom Portal der ehemaligen k.u.k. Hofschneiderei am Graben auf Seite 61.
Ein sicher interessantes Buch, denn ich habe ja von meiner Großmutter böhmische Wurzeln und auch einen solchen Namen, die Sprache kann ich leider nicht, weil man die damals nicht an die Kinder weitergegeben hat und das war auch ein Thema des gestrigen Films.
Der Gastarbeitersohn, der am Anfang Deutsch mit seinem Vater spricht und am Ende in Istanbul deutschsprachige Bücher verkauft und dazu passend auch der heutige Leporello, da war nämlich Michael Stavaric, der den Literaturpreis Wartholz 2009 bekommen und ein neues Buch geschrieben hat und der hat auch von seinen tschechischen Wurzeln gesprochen und es schade gefunden, daß soviele Tschechen Deutsch lernen, während die Österreicher nicht einmal “Guten Tag” sagen können.
Ich kenn das von meinen Urlauben auf der hohen Tatra und es ist wohl eine Frage der Hierarchie, aber statt Tschechisch zu lernen ist mir das Lesen und das Schreiben wichtiger und im Moment auch der Hype, ein paar Punkte mehr zu bekommen, obwohl, wenn ich vielleicht auch ohne Maus irgendwann schnell genug bin, die mit den Büchergutschein eingelösten Bücher nicht lesen werde.
Da sieht man wieder, das Internet hält vom Lesen ab und fördert ein oberflächiges Bücherwissen, ist aber unterhaltsam und bringt mich vielleicht auch dazu, wieder etwas weniger im Literaturgeflüster zu schreiben, ein kleines Geschenk für alle, denen meine Nachrichten aus dem Literaturbetrieb ohnehin zu indiskret und aufdringlich sind und es gibt auch einen psychologischen Aspekt.
Denn da habe ich ich schon wieder eine Idee, eine Depression zu beschreiben und jemanden zu schildern, der nicht mehr aus dem Haus kommt, sondern verbissen Frage um Frage beantwortet, weil das eigene Schreiben nicht so erfolgreich ist und nicht genügend Anerkennung findet.
Aber halt, so etwas habe ich schon und werde am 12. März in der alten Schmiede daraus lesen, obwohl es schon eine faszinierende Idee ist, die Literatur im Kopf mit dem Leben zu verbinden.
In der Radiosonate gibt es auch ein bißchen was darüber zu lesen.
Denn da geht die Elsa Eisenstein ein Jahr lang weniger aus dem Haus, um ihren ultimativen Großroman über hundert Jahre Einsamkeit zu schreiben und da muß ich noch korrigieren und für den Roman “Das Haus” sollten wir uns demnächst auf die Steinhofgründe begeben, um ein Foto für die Umschlagseite zu machen und eine Frage, wer in die Heil- und Pflegeanstalt auf Hochzeits- oder andere Reise geht, kann man beim jokers-quiz auch beantworten.