In den letzten Tagen war ich durch den am Montag zufällig entdeckten, eigentlich wollte ich schauen, ob ich noch Karten für die Leipziger Buchmesse gewinnen kann, Literaturquiz bei jokers-quiz leider etwas abgelenkt und habe, statt zu korrigieren, mit einer gewissen Bessenheit, so schnell wie möglich Fragen über Autoren, Buchdruck und Literaturgeschichte beantwortet.
Auf Platz 29 mit 268.919 Punkten bin ich schon gekommen, von den 290.000 Punkten, die die ersten haben, die am Monatsende den Warengutschein bis zu hundert Euro bekommen, keine Spur und Alfred meint, daß das ohne Maus nicht zuschaffen ist.
Mal sehen, ob und wie weit das stimmt, es ist jedenfalls ein gutes Gedächtnistraining und die Fragenvielfalt auch sehr faszinierend und so habe ich, mit wahrscheinlich etwas Suchtcharakter, am Mittwoch beschlossen, nicht in die Bücherei mit der eigenen U-Bahnstation (das Bücherschiff befindet sich in einer anderen Stadt) zu gehen, um mir, wie geplant, Gerbrand Bakkers “Oben ist es still”, den Bestsellergast aus Holland, anzuhören, sondern die kniffeligen Fragen beantwortet, dafür war ich aber gestern doch dort, um mir, wie mit Alfred so ausgemacht, den Film “Auf der anderen Seite” von Fatih Akin anzusehen, der interessant war.
Ein deutsch-türkischer Film um einen Türken in zweiter Generation, der in Deutschland Germanistikprofessor ist, aber weil sein Vater eine Prostituierte erschlägt, nach Istanbul zurückkehrt, um dort eine deutsche Buchhandlung zu übernehmen.
Man sieht, den Büchern ist nicht zu entkommen und auf den Weg dorthin bin ich auch wieder bei der “Buchlandung” vorbeigekommen. Jetzt habe ich drei Euro weniger und zwei neue Bücher aus Elke Heidenreichs Brigitte Edition, über die ich demnächst schreiben will und eines über das “Böhmische Wien” von Monika Glettler aus dem Jahr 1985.
Anni Bürkl hat da im Vorjahr ein neues zu diesem Thema geschrieben und es in ihren Texten und Tee vorgestellt.
Beim letzten Eintrag vom 17. Februar geht es um die Konditorei Aida und die berühmten Topfenkolatschen. Der Schneider Knize kommt, glaube ich, auch darin vor und da gibt es in dem Glettler Buch ein Bild vom Portal der ehemaligen k.u.k. Hofschneiderei am Graben auf Seite 61.
Ein sicher interessantes Buch, denn ich habe ja von meiner Großmutter böhmische Wurzeln und auch einen solchen Namen, die Sprache kann ich leider nicht, weil man die damals nicht an die Kinder weitergegeben hat und das war auch ein Thema des gestrigen Films.
Der Gastarbeitersohn, der am Anfang Deutsch mit seinem Vater spricht und am Ende in Istanbul deutschsprachige Bücher verkauft und dazu passend auch der heutige Leporello, da war nämlich Michael Stavaric, der den Literaturpreis Wartholz 2009 bekommen und ein neues Buch geschrieben hat und der hat auch von seinen tschechischen Wurzeln gesprochen und es schade gefunden, daß soviele Tschechen Deutsch lernen, während die Österreicher nicht einmal “Guten Tag” sagen können.
Ich kenn das von meinen Urlauben auf der hohen Tatra und es ist wohl eine Frage der Hierarchie, aber statt Tschechisch zu lernen ist mir das Lesen und das Schreiben wichtiger und im Moment auch der Hype, ein paar Punkte mehr zu bekommen, obwohl, wenn ich vielleicht auch ohne Maus irgendwann schnell genug bin, die mit den Büchergutschein eingelösten Bücher nicht lesen werde.
Da sieht man wieder, das Internet hält vom Lesen ab und fördert ein oberflächiges Bücherwissen, ist aber unterhaltsam und bringt mich vielleicht auch dazu, wieder etwas weniger im Literaturgeflüster zu schreiben, ein kleines Geschenk für alle, denen meine Nachrichten aus dem Literaturbetrieb ohnehin zu indiskret und aufdringlich sind und es gibt auch einen psychologischen Aspekt.
Denn da habe ich ich schon wieder eine Idee, eine Depression zu beschreiben und jemanden zu schildern, der nicht mehr aus dem Haus kommt, sondern verbissen Frage um Frage beantwortet, weil das eigene Schreiben nicht so erfolgreich ist und nicht genügend Anerkennung findet.
Aber halt, so etwas habe ich schon und werde am 12. März in der alten Schmiede daraus lesen, obwohl es schon eine faszinierende Idee ist, die Literatur im Kopf mit dem Leben zu verbinden.
In der Radiosonate gibt es auch ein bißchen was darüber zu lesen.
Denn da geht die Elsa Eisenstein ein Jahr lang weniger aus dem Haus, um ihren ultimativen Großroman über hundert Jahre Einsamkeit zu schreiben und da muß ich noch korrigieren und für den Roman “Das Haus” sollten wir uns demnächst auf die Steinhofgründe begeben, um ein Foto für die Umschlagseite zu machen und eine Frage, wer in die Heil- und Pflegeanstalt auf Hochzeits- oder andere Reise geht, kann man beim jokers-quiz auch beantworten.