Buch-Wien-Eröffnung

Ab 12 wurde heute das heurige Stadt-Wien-Gratisbuch “Weiter leben” von Ruth Klüger im Messezentrum verteilt.
Ich hatte vor, es abzuholen, da ich am Montag aber auch die Einladung zur Messeeröffnung bekommen habe, habe ich umdisponiert, um nicht sinnlos herumzulaufen, meine fünf Uhr Stunde verschoben, wieder an meinem Roman korrigiert und dann noch einige Messetreffen ausgemacht.
So habe ich Margot Koller ein Mail geschrieben, die ja nach Wien kommen will und an Johanna König gemailt, die Donnerstags um fünf auf der Messe liest und ein Buch über ihre Krebserkrankung geschrieben hat, das mich sehr interessiert.
Dann bin ich losgestartet und hatte wohl die Vorstellung, ich begebe mich jetzt nach Leipzig oder Frankfurt.
Ich war sehr früh daran, bin durch die riesige leere Eingangshalle gegangen, habe auch das Gratisbuch bekommen und dann, ohne daß mich ein Mensch nach meiner Einladung fragte (im Rathaus voriges Jahr war das ganz anders) durch einen Eingang marschiert und plötzlich zwischen ein paar Sesseln und Buchständen gestanden und eine Weile herumgegangen, bis ich kapiert habe, das ist es.
Die Veranstalter und die Eröffnungsredner haben sich aber gefreut, daß alles viel schöner und viel größer als im Rathaus ist und da ich die totale Nutznießerin der Veranstaltung bin, wünsche ich den Organisatoren auch alles Gute und viel Erfolg!
Iliya Trojanov hat in seiner Eröffnungsrede nach dem Bundespräsidenten und der Frau Minister von einem Gedächtnisgreis gesprochen, der in der Berggasse nahe dem Freud-Museum die Obdachlosenzeitung Augustin verkauft und weil er die schon hatte, ihm für gute Wünsche und Brennesseltee vier Sternstunden der Geschichte überlassen hat, so daß er von dem Mohr erzählen konnte, der dem Fürsten Liechtenstein untertan war, sowie den Herren Karadzic und Kopitar, die im Wiener Gasthof weißer Wolf im Jahre 1814 die serbokroatische Sprache begündeten.
Dann gab es noch die Geschichte vom Fräulein Doktor Druskowitz , die als erste Östereicherin und zweite Frau in Zürich promovierte, aber leider 1918 in einer Nervenheilanstalt verstorben ist, weil sie durch zu männliches Verhalten aufgefallen ist.
Dann erschien der wiederauferstandene Casanova, der ein Plädoyer für den Urheberschutz hielt und Stalin und seine Gedenktafel an dem Haus in der Schönbrunner Schloßstraße kamen ebenfalls noch vor.
Glücks- oder Unglücksmomente Österreichs zur Buchmessen Eröffnung. Danach der Messerundgang, Fingerfood und Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster in der Kochbucharena und natürlich Prominentenschauen.
Elfriede Haslehner war da, die sich über meine Anwesenheit wunderte und Ruth Aspöck, die die Frau von Fritz Verzetnitsch erfreut begrüßte und gleich verschwand. Ditha Brickwell beim Wieser Stand, wo es wieder frisch heruntergeschnittenen Schinken gab und außer den üblichen österreichischen Ständen auch einige aus Osteuropa, ein paar deutsche Gemeinschaftsstände habe ich auch gesehen.
So daß ich zwei Stunden später zwei doch recht schwere Säcke vom Prater nach Hause schleppte und obwohl ich schon viel gesehen habe, werde ich morgen, Freitag und am Sonntag meine Gutscheine brav einlösen und bin auf das Weitere gespannt.

Lesewoche-Eröffnungsfest

Das hätte ich beinah versäumt, obwohl ich das kleine rosa Programmheftchen der Buch Wien schon am 24. Oktober, als ich von der Allgemeinen Unfallversicherung nach Haus gegangen bin, aus einer Buchhandlung mitgenommen habe. Hätte mir nicht Ingrid Posch von Alfreds Wandergruppe, die bei meinem Fest gewesen ist, vorigen Montag ein Mail geschickt und mich dazu eingeladen. Denn eigentlich hatte ich das Programm der Lesefestwoche ziemlich ignoriert. Einige Veranstaltungen, wie die zur langen Nacht der rumänischen Literatur und des Droschl Verlagsfestes, sowie die Ausgabe des Ruth Klüger Gratisbuches habe ich mir zwar vorgemerkt, aber meine ursprüngliche Idee, bei den IG Autoren oder dem Hauptverbandes des Buchhandels nachzufragen, ob sie mir nicht eine Gratiskarte geben könnten, habe ich aufgegeben, als ich herausbekommen habe, daß man, wenn man 3x über 8 Euro kauft, die Messe um nur 2 Euro fünfzig besuchen kann.
Dann kam die Einladung von Ingrid Posch und die Mitteilung, daß ihre Tochter zu dem jungen Organisatorenteam gehört und ich habe angefragt, ob ich eine Gratiskarte haben kann und eine Woche nichts davon gehört. Inzwischen war die Literatur der Ukraine und eine Mutter, deren Tochter mit Anna in der Rahlgasse war, die ich öfter bei literarischen Veranstaltungen treffe, hat mir gesagt, daß sie gern zur Buchwocheneröffnung gehen würde, weil sie die Festrede von Ilija Trojanow hören will.
Ich hatte inzwischen einen zweiten Bücherpaß gestempelt, weil mir Alfred bei Anna Jeller auch Alina Bronskys Scherbenpark kaufte und fand, als ich von der Literatur der Ukraine nach Hause gekommen und meinen Blog geschrieben habe, sowohl ein Mail von Ingrid Posch als auch von ihrer Tochter vor.
Ich bekomme Gutscheine für die Buch Wien, sechs Stück sogar, was meine Pläne etwas durcheinanderbringt, denn Donnerstag und Freitag habe ich am Nachmittag Stunden und am Samstag ist im Rathaus Alzheimertag und da habe ich mich zum Fachsymposium angemeldet. Ich habe also Ruth Aspöck angerufen und mich mit ihr und Robert zum Messebesuch am Sonntag verabredet und bin, nachdem die neuen GAV-Nachrichten und die ersten Anmeldungen zum Tag der Freiheit des Wortes gekommen sind, zur Eröffnung der Lesefestwoche ins Mueseumsquartier gegangen.
Und die war festlich, die üblichen Stammbesucher, die mich mehr oder weniger ignorierten, aber auch Alexandra Millner, Herr Lindner und der etwas streitbare Herr, den ich von den Widerstandslesungen des Jahrs 2000 kenne, der mich nicht ganz ernst zu nehmen scheint.
Eleonore Zuzak ist mit ihrem Bruder gekommen und hat bedauert, daß sie sich angemeldet hat, obwohl in dem Programmheftchen etwas von freiem Eintritt stand. Ich saß vorne in der dritten Reihe und konnte, da ich früh daran war, den Eintritt der Prominenz beobachten. Dann folgten die Eröffnungsreden. Thomas Maurer führte durch das Programm und das war lustig launig.

Beim Buffet

Beim Buffet

Olga Flor hat aus ihrem Kollateralschaden von einer inkontinenten Frau gelesen, dann folgten Andrea Dusl und Thomas Glavinic, der nicht aus dem roten Licht, sondern aus dem letzten Roman las und sich immer wieder auf den Moderator bezog, dann schloß sich der Vorhang und Thomas Maurer merkte launig an, daß jetzt einer der dreißig Anwesenden lesen könne, der sicher einen unveröffentlichten Roman dabei hätte, dann öffnete sich schon der Vorhang, man konnte die Seiten wechseln und das Buffet genießen, bevor es auf der anderen Seite weiterging.
Drei der eingeflogenen Ukrainer haben gelesen, Andrey Kurkow, Juri Andruchowytsch und Askold Melnyczuk, der Amerikaner ist und auf Englisch las.
Kathi Posch hat mir die Gutscheine übergeben und Einladungen für die Eröffnung lagen am Pressetisch. Es gab auch einen Büchertisch und Alexander Potyka und Manfred Maurer haben darauf hingewiesen und ich habe Anni Bürkl gemailt, daß ich sie auf der Buch-Wien treffen kann, weil sie sich dort, wie sie in ihrem Blog beschreibt, aufhalten will.
Am Mittwoch wird das Gratisbuch vergeben und eigentlich wollte ich am Abend am Galeriespaziergang teilnehmen, jetzt habe ich mich für die Eröffnung angemeldet und bin gespannt, wie es werden wird, aber auch ein bißchen deprimiert.

Ukrainisches Wochenende

Dieses Wochenende wieder voll literarisch unterwegs mit der Literatur im Herbst, der alten Schmiede, die schon Freitag Abend losgegangen ist. Aber da habe ich im Palais Niederösterreich Bücher geschnorrt, also erst ab Samstag Nachmittag, aber dafür voll durch.
Die Literatur im Herbst ist ja äußerst interessant, wird da meist ein osteuropäisches Land, Griechenland und die Türkei waren auch schon dabei, vorgestellt und man bekommt Texte und Autoren zu hören, zu denen man sonst keine Gelegenheit hat.
Ich bin zwar erst vor einigen Jahren eingestiegen, damals war Bulgarien das Gastland, weil es meistens an meinem Geburtstagswochenende stattfand, die von Walter Famler mit seinen Ko-Kuratoren organisierte Veranstaltung ist aber ein echtes Gustostück zum Erweitern des literarischen Horizonts und Hinausschauen über den Tellerrand.
Diesmal also Ukrainie und da war ich weniger unbedarft, als bei anderen Länderschwerpunkten, denn es gab schon vor zwei Jahren eine Veranstaltungsreihe von Kulturkontakt und von Andrej Kurkow, mit dem ich mich damals am Karlsplatz sogar intensiv unterhalten habe, habe ich auch “Picknick auf dem Eis” gelesen und für Thalia besprochen.
Die ukrainische Literatur war mir also nicht so unbekannt, sondern ist bei mir durch die orange Revolution als sehr aktiv eingespeichert.
Es gibt aber auch einen anderen Aspekt der Ukraine, nämlich Czernowitz mit Josef Burg und den K. u. K. Pflastersteinen, die es auch Lemberg geben soll. Aber das habe ich immer als zwei paar Schuhe voneinander getrennt.
Diese Veranstaltung hat beides zusammengebracht. Und so ist Erich Klein in seiner Eröffnungsrede, von der K. u. K. Monarchie und dem Kaiser Franz Josef ausgegangen, was ich nicht erwartet habe, aber natürlich gehört es dazu und so sind die jungen Poetry Slammer, Jury Andruchowytsch und Andrej Kurkow, von dem oben Erwähnten auch nicht zu trennen.
Gestern ist es mit einer alten Ex-Kommunistin losgegangen, die in Moskau in die Schule ging und Wassili Grossmann übersetzte, der zwei Stalingrad-Romane geschrieben hat, bei Stalin aber in Ungnade fiel und so erst spät herauskam. Dann kam die Übersetzerin von Bruno Schulz “Zimtläden” und auch der Büchertisch war sehr vielfältig bestückt.
Dann hat schon Andrej Kurkow aus “Herbstfeuer” gelesen, wo eine alte Dame ihren Gatten verbrennt, weil sie ihn in ihrer beiderseitigen Sprachlosigkeit zufällig erschlagen hat, dann folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema “Ukraine-Zentrum Europas?”, wo zwar auch der 12. November hineinschwirrte, aber einige interessante Themen zur Sprache kamen, von den Kindern nämlich, die mit viel Geld alleine aufwachsen, weil die Eltern Gastarbeiter sind und der großen Eurohoffnung, aber auch die ukrainische Zweisprachigkeit. Interessant ist auch, daß viele der eingeladenen Autoren Germanistik studiert haben, bzw. gut Deutsch können.
Dann kam der zweite Star des Abends, nämlich Juri Andruchowytsch mit seinem neuen Roman, der auch in Frankfurt vorgestellt wurde und für mich besonders interessant, eine Nachempfindung seiner legendären Performance Gruppe “Bu-Ba-Bu”, sowas wie ukrainischer Poetry Slam, von dem ich gar nicht wußte, daß es das gibt.
Heute ging es an einem besonders schönen Ort weiter, nämlich am Brigittenauer Sporn, wo der Donaukanal beginnt, mit einer Präsentation des Buches “Graue Donau – schwarzes Meer”, bei der auch der Serbe Dragan Velikic und der Rumäne Mircea Catarescu teilnehmen sollten und mich an meine Donauradfahrt von Ybbs bis Regensburg mit Ruth Aspöcks “Edition die Donau hinunter” vor eineinhalb Jahren erinnert hat.
Es war aber auch ein schöner Spaziergang bei sehr schönem Herbstwetter am Donaukanal mit einer Führung durch die “Via Donau” und einem Buffet mit Canapes und wundervollen Torten der Konditorei Oberlaa.
Danach zurück ins Odeon, da las Claudia Erdheim weiter, die auch nicht unbedingt eine ukrainische Autorin ist, aber mit ihrem Roman “Längst nicht mehr koscher”, ihre Familengeschichte beschrieben hat. Dann gab es noch Gedichte und zum Schluß, als Special Guest, Mircea Catarescu, weil Erich Klein ein noch umfassenderes Konzept verfolgte, aus dem dann nichts geworden ist.

In die weite Welt des Palais Niederösterreich

Gestern gab es keine Eintragung, weil literarisch nichts los war, “nur” eine Einladung zur Ausstellungseröffnung “George Braque” im Bank Austria Forum. Das erste Mal, daß ich diesbezüglich eine Einladung erhielt. Ich weiß auch nicht, wem ich sie zu verdanken habe, meinem Bankfreund Reinhold Rheden oder der Tatsache, daß ich mich gelegentlich bei Gewinnspielen der Bank Austria beteilige und schon die ganze Edition “Zwei” – Wiesers zweisprachige Reihe zur osteuroäischen Literatur, eine Milena Krimi-Anthologie und eine Führung in die Schütte-Lihotzky Ausstellung gewonnen habe. Oder aber, weil es sehr voll war und es offenbar zwei Arten von Einladungskarten gab, infolge der Bankenkrise, die Empfängerkartei erweitert worden war?
Es war jedenfalls sehr festlich, mit Fernsehkameras, Peter Weck und Bundespräsidenten und auch sehr interessant, denn ich habe von dem Picasso-Freund und Weggefährten noch nie etwas gehört, weil er offenbar nur selten ausgestellt wird und in Österreich noch nicht zu sehen war. Und am Eingang standen junge Mädchen, die die kleinen Büchlein mit dem Buch-Wien Lesefestwochenprogramms verteilten.
Am Freitag wurde es auch wieder literarisch. Ich habe am stundenfreien Vormittag korrigiert und bei den Nanowrimo-Writern herumgegooglet und einen Blog gefunden, der Cornelia Travniceks neuem Buch alles beste wünscht.
Kauft “Die Asche meiner Schwester”, rät der Blogger, der auch empfiehlt, nett zu den Schriftstellern zu sein, die damit leben müssen, die Flut der unverständlichen Absagebriefe zu ertragen (schriftstellerwerden.blogspot.com) und ich hatte ja eine Einladung zu der Verleihung der Hans-Weigel-Literaturstipendien, der Hans Weigel Buchpräsentation, sowie zur Travnicek-Lesung und dem philosophischen Salon, zu dem ich mich schon angemeldet hatte, abgesagt und bin in das Palais Niederösterreich in die Herrengasse gegangen.
Es war sehr voll und bin wegen meiner letzten Stunde wieder etwas zu spät gekommen und sah zwei Reihen vor mir meinen lieben Hausgenossen Josef Fröhlich mit Partnerin sitzen, hab ihn aber beim Buffet nicht mehr gesehen, um das sich alle drängten und die Brötchen und die Wurstsemmeln waren auch bald weg.
Ich bin herumgegangen, habe die Bekannten begrüßt und mit denen geredet, die mit mir Smalltalk treiben wollten. Cornelia Travnicek habe ich ebenfalls nicht mehr gesehen und den Namen der einen Stipendiatin nicht recht verstanden gehabt.
Gabriele Ecker von der Kulturabteilung NÖ, bei der ich vor Jahren einmal in St. Pölten eine Frauenlesung veranstaltet habe, hat ihn mir auf Anfrage genannt und ich habe, von einem Glas Wein ermutigt, überlegt, wie ich ihr sagen soll, daß ich “Die Asche meiner Schwester” gerne lesen will.
Dine Petrik hat mich schon vorher angesprochen und ich habe auch mit Gabriele Petricek geplaudert, ihr meine Bücher gezeigt und von meinen Blog erzählt.
“Das lese ich nicht gerne!”, hat sie mir gesagt. Es ist aber sehr interessant, auch wenn es Zeit kostet und eine manchmal weg vom Schreiben bringt.
Ich bin nach einer weiteren Runde am Prominententisch mit der Lektorin, Peter Paul Wiplinger und Sascha Manowicz und den Autorinnen gestanden und habe zögernd mein Anliegen herausgestottert.
“Gebe ich Ihnen gerne”, hat Gabriele Ecker gleich gesagt und jetzt habe ich den neuen Travnicek-Roman und kann ihn, wenn ich ihn gelesen habe, im Literaturgeflüster besprechen. Was allerdings noch dauern wird, habe ich doch gerade mit dem Uwe Tellkamp begonnen und das ist ja ein umfangreiches Buch und literarisch ist an diesem Wochenende und in den nächsten Wochen bis zur Buch-Wien viel los.

Frauensicht

Eva Jancak

Eva Jancak

Am Dienstag bin ich bei zwei Veranstaltungen mit zwei herausragenden Buffets gewesen, bei denen ich mich jeweils überfressen habe und dazwischen zwei Stunden bei Thalia auf der Landstraße in den Neuerscheinungen herumgeblättert. Andrea Winkler, Eva Rossmann, Uwe Bolius, aber auch Ludwigshöhe von Hans Pleschinsky.

Bei der Festveranstaltung im Haus der Industrie, der Plattform gegen Gewalt gabs Literaturgespräche mit Psychotherapiekolleginnen und einen Buchverkauf und am Mittwoch war die Frauenlesung, in der Galerie Heinrich anläßlich der Literaturtage im November, die Edith Waclawicek, eine pensionierte Bibliothekarin und Mitglied des Schriftstellerverbands, seit einigen Jahren in der Goldschmiede veranstaltet.

Judith Gruber-Rizy organisiert dort die Frauensichten. Diesmal auf Vergangenheiten und so habe ich am 12. November die “In der roten Bar” genannte Nora-Szene aus der “Radiosonate”, in der es sowohl um den 12. März 1938, als auch um die Konfrontation zweier Altachtundsechziger mit einer sogenannten Zeitzeugin in der Spielbar des Volkstheaters geht, noch einmal gelesen.
Die Frauensichten waren aber all umspannender.

Marlen Schachinger

Marlen Schachinger

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Judith Gruber-Rizy

Judith Gruber-Rizy

Marlen Schachinger, die gar nicht angekündigt war, hat ein Stück aus ihrem Roman “Nur du allein” gelesen, der mich aus gegebenem Anlaß sehr interessiert.

Monika Giller, das neue GAV-Mitglied, ist mit ihrem gekürzten Medea-Monolog weit in die Vergangenheit zurückgegangen, während sich Hilde Schmölzers Vaterhaus und Judith Gruber-Rizys Rosa Szenen thematisch um das dritte Reich, sowie die Nachkriegszeit ansiedelten.

Bruni Langthaler hat aus ihrem neuen Buch gelesen und Elfriede Haslehner hat sich an den Tagebuchtag angelehnt und ein paar Eintragungen um eine gescheiterte Beziehung der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts hervorgeholt.

Elfriede Haslehner

Elfriede Haslehner

Monika Giller

Monika Giller

Bruni Langthaler

Hilde Langthaler

Spannend also und diesmal gut geheizt. Im letzten Jahr hab ich, glaube ich, sehr gefroren, aber Hilde Schmölzer hat den Veranstaltern am Nachmittag sehr eingeheizt, so daß es warm war und es gab auch ein paar Zuhörer.

Zwar nicht besonders viele, denn es waren ja sehr viele Konkurrenzveranstaltungen. So hat Christa Kern im Lesetheater bei einem Schnitzler-Abend mitgemacht und im Literaturhaus war der monatliche Abend des Schriftstellerverbandes. Dine Petrik ist trotzdem gekommen, auch Iris Franc mit einer ehemaligen Untermieterin, die mir die “Hierarchien” abkaufte und Otto Lambauer, der Literaturexperte und Bücherkäufer.
Diesmal gab es als Honorarersatz eine Flasche Wein, was die schreibende Frau natürlich freut, nicht ganz umsonst zu lesen und nach der Lesung sind wir noch im Gastraum zusammengesessen.

Diskussion

Diskussion

Klatsch und Tratsch und einige Interna, zuerst im größeren Kreis, dann mit Alfred und Otto Lambauer, wo die neuesten Infos vom Ohrenschmaus, dem Literaturpreis für Menschen mit Lernbehinderungen, der bald vergeben wird, besprochen wurden.

Denn es gibt ja Überschneidungen. Barbara Rett ist in der Ohrenschmaus Jury und hat im Haus der Industrie Dienstags die Auktion moderiert und Manuel Gras, der Sohn einer Psychologenkollegin, die ich dort getroffen habe, hat drei seiner Werke zur Verfügung gestellt. Danach sind wir mit dem Bus nach Hause gefahren und haben Susanne Schneider, die zweite neue GAV-Kollegin getroffen, die gerade von der Lesetheater- Veranstaltung gekommen ist, so daß wir noch ein bißchen über Literatur geplaudert haben.

Geld oder Leben

Jetzt habe ich die Erzählung oder Kurzroman von Birgit Vanderbeke doch ausgelesen.
Ich habe vor Jahren einmal im Radio Kulturcafe die Besprechung in der literarischen Soiree gehört. Da ist das Buch aber nicht gut angekommen, dann habe ich es voriges Jahr beim Buchkultur Quiz bei “Rund um die Burg” als letztes Buch gewonnen, als ich von der Marathonveranstaltung herausgekommen bin.
Jetzt habe ich es gelesen und schon erwähnt, daß mir der schnodderige Ton, in dem ein Kind der Siebzigerjahre locker von den Glücksansprüchen des Kaptalismus schreibt, von Vätern die mit Sprühsahne ihr Geld verdienen, in der Fabrikssiedlung zu Führungskräften aufsteigen und sich keine billigen Schuhe mehr leisten können, bis sie zu ihren Mändis nach Amerika verschwinden, die Kinder an der Uni die Basisdemokratie studieren, vor der die Väter ursprünglich gewarnt haben, um sie doch hinzutreiben, man die Uhren ins Pfandhaus bringt und sich auf der Bank nach Sparbüchern mit sieben Mark fünfzig Einlage erkundigt, weil der kleine Bruder das Geld der unbedarften Schwester nach Amerika vertelefoniert, die dann mit ihrem Hänschen, die Pullover für Söhnchen Mascha selber strickt und Pilze sammeln geht, der sich schließlich auch nur Markenschokolade wünscht und Kabelfernsehen konsumiert, während man sich am Ende der Geldvermehrung wieder an die Großmutter im Osten erinnert, die an Pfifferlinge und Hüte glaubte, sehr gefallen hat und jetzt, ein paar Jahrzehnte später in unserer Kapitalismuskrise erhält das Buch noch eine ganz besondere Aktualität.
Das Muschelessen, das ich als nächstes lesen wollte, werde ich vorläufig aufschieben und mich gleich an den Uwe Tellkamp machen.
Und dann habe ich es heute amtlich bestätigt bekommen. Die Edition Gallitzin ist eine Fiktion, was ich für eine interessante Idee für einen Glavinic Roman oder auch eine eigene Erzählung über den Literaturbetrieb, der mich ja immerwährend fasziniert, halte, über ein Buch zu schreiben, das einen Preis gewinnt, obwohl es gar nicht existiert.
Ansonsten hat mir Ingrid Posch gemailt, daß ihre Tochter Kathi die Buch-Wien organisiert und uns zu der Eröffnung des Lesefestes nächsten Montag ins Museumsquartier eigeladen, was mich daran erinnert hat, daß ich mich ursprünglich an den Hauptverband des Buchhandels oder die IG Autoren wenden wollte, um nachzufragen, ob ich eine Gratiskarte haben kann (ich schreibe auch in meinem Blog darüber), dann habe ich es gelassen.
Alfred hat mir den Bücherpass abgestempelt und ich habe mir gedacht, daß wir am Sonntag, der für den Messebesuch in Frage kommt, nach Harland fahren werden. Jetzt habe ich bei der Ingrid vorsichtig angefragt.
Es ist aber auch egal, weiß ich ja ohnehin schon eine ganze Menge über die österreichischen und die anderen Neuerscheinungen.
Und heute bin ich in die Eröffnung der Lederleithner Adventaustellung, statt in die alte Schmiede gegangen. Glühwein, Mandarinen, Lebkuchen und Maroni hat es dort gegeben. Die Maroni waren köstlich, nur so knapp angeschnitten, daß ich mir beim Öffnen die Finger blutig geritzt habe, was auch ein wunderschöner makaber-masochistischer Romaneinfall sein kann.

Geteiltes Wochenende

Dieses Wochenende also wieder sehr viel los, wie meist um meinen Geburtstag. Da hetzte ich meistens zwischen der Exil-Literatur, der Literatur im Herbst, meinem Fest und einer Weinverkostung hin- und her und mußte auslassen bzw. splitten.
So auch heuer. Zwar gibt es die Weinverkostung des Herrn Fischer nicht mehr und die Literatur der Ukraine findet erst nächste Woche statt. Dafür gab es dieses Wochenende zu den Exil-Preisen die Erich Fried Tage.
Von der Jurorenlesung der Edition Exil im Literaturhaus am Donnerstag habe ich schon berichtet. Da waren zwar nicht viele Zuhörer, trotzdem habe ich es stark erlebt und interessante Gespräche gehabt. Am Freitag war mein Fest und den darauffolgenden Samstag bin ich lang im Bett geblieben und habe mir, neben der geschenkt bekommenen Literatur, beispielsweise dem Bösen Wien, die Radio-Sonate vorgenommen und bin am Abend ins Amerlinghaus gegangen und nicht ins Literaturhaus, wo Katja Lange-Müller, die heurige Alleinjurorin, aus ihren “Bösen Schafen” gelesen hat.
Aber im Amerlinghaus gab es, das wußte ich aus Erfahrung, ein tolles Buffet, gesponsert vom Amerlingtbeisel, türkische Vorspeisen, Reis mit Hühnercurry bzw. Kichererbsen und sehr süßes Baklawa, von dem ich dann die Nacht nicht schlafen konnte, während ich die Bachmannpreisträgerin von 1986 schon im Frühjahr in der Hauptbücherei erlebt habe.
Da wurde eine Anthologie mit den literarischen Debuts vorgestellt und Alfred hat mich hingeschickt, die Bösen Schafe signieren zu lassen, um sie Ute Hundertmark zu schenken, als wir mit ihr mit dem Rad nach Passau fuhren.
Es war ein intensiver Abend und ein interessantes Gespräch mit Doron Rabinovici und Katja Lange-Müller, die viel von ihrem Studium am Johannes R. Becher Literaturinstiut erzählte und die bösen Schafe sind mir bekannt, seit vor beinah einem Jahr die Sendung Les.Art im Literaturhaus aufgenommen wurde und Christa Nebenführ, die vor mir saß, als erste die Preisfrage herausbrüllte und das Buch gewonnen hat.

Exilpreisträger

Exilpreisträger

Also trotz Alfreds tollen Buffet gestern ins Amerlinghaus marschiert und es war auch interessant. Die Textproben der meist sehr jungen Teilnehmer, die meist aus dem ehemaligen Jugoslawien stammten und zum Teil sehr selbstbewußt und rotzfrech auftraten.

Als ich mit meinem gefüllten Teller auf der Suche nach Alfred war, der sich mit der Frau eines Kulturbeamten unterhalten hat, deren Tochter mit Anna in die Schule ging, sagte er mir, da drinnen ist die Konkurrenz und hat die Silvia Bartl gemeint, die offenbar mit Lale Rodgarkia-Dara befreundet ist und die ich auch als sehr aufgeschlossen erlebt und schon an anderen Literatur-Orten getroffen habe. Das Literaturhaus wird schon nicht leer gewesen sein und wenn, ist es nicht mein Problem und nach dem Buffet gab es noch eine Life Performance mit dem Preisträgertext im Hof. Ich habe einige Bekannte getroffen und bin heute ins Literaturhaus zu der Preisverleihung der Erich Fried Tage gegangen, was auch eine sehr interessante Veranstaltung ist. Vor einem Jahr hat Peter Waterhouse den Preis bekommen und ich habe Heinz Lunzer auf meine nicht gestattete Veranstaltung angesprochen. Jetzt war Heinz Lunzer zwar anwesend, aber schon im Ruhestand. Es gab eine Menge Gratisbücher und als ich die auf meinen Platz deponierte, hat mich eine Stammbesucherin angepflaumt und mich beschuldigt, daß ich ihre Handtasche verstellt hätte.
Den Preis hat Katja Lange-Müller an Alois Hotschnig vergeben und ich fand, sowohl ihre Laudatio, als auch seine Lesung, bei der er sich auf Erich Fried bezog, sehr interessant. Ich habe auch ein Buch von ihm, das ich noch lesen muß, den Erzählband “Die Kinder beunruhigte das nicht”, das Alfred bei einer “Rund um die Burg”- Veranstaltung gewonnen hat, obwohl ich Erzählungen nicht so gerne lese, sondern lang ausschweifende Romane bevorzuge, aber Katja Lange- Müller hat gerade diese Form besonders gelobt. Danach war es nicht so konfliktbeladen, wie im vorigen Jahr, obwohl ich, als ich die Bibliothek betreten wollte, als erstes Silvia Bartl sah. Es gab aber einige Besucher, die sich mit mir unterhielten, eine bildende Künstlerin hat mich sogar angesprochen. Eleonore Zuzak klagte, daß am Mittwoch sowohl die Frauenlesung in der Galerie Heinrich, als auch die Monatslesung des österreichischen Schriftstellerverbandes ist.
Es gibt sehr viele Literaturveranstaltungen, das finde ich fein und jetzt ist es schon finster, obwohl ich noch im Garten das Laub wegrechen und mit Alfred den üblichen Sonntagsspaziergang auf die Sophienalpe machen wollte.

Nach dem Fest

Das Geburtstagsfest ist vorbei, es war sehr voll und schön. Ich glaube, diesmal waren an die fünfundzwanzig Leute da, das ist mehr, als bei manchen öffentlichen Lesungen. Das Literaturhaus war Donnerstag beispielsweise nicht so voll. Lidio Mosca-Bustamante hat zwar krankheitshalber abgesagt. So war es eine reine Frauenlesung und Alfred hat ein tolles Buffet gemacht. Roastbeefbrötchen vor der Lesung und seinen bewährten Schweinslungenbraten im Blätterteig danach und Apfelstrudel. Ich habe am Vormittag die Sessel aufgestellt, die Küche abgeräumt und bin zum klinischen Mittag gegangen. Danach hatte ich drei Stunden, habe mich umgezogen und ein Roastbeefbrötchen genascht.

Elfriede Haslehner

Elfriede Haslehner

Eva Jancak

Eva Jancak

Dann hat schon Iris Franc geläutet und es ist Zug um Zug gegangen und da auch Anni Bürkl rechtzeitig kommen konnte, haben wir pünktlich angefangen. Ruth Aspöck hat einen Text gelesen, den sie für die Rampe geschrieben hat, der aber offensichtlich während ihres Rom Stipendiums entstanden ist. Die Geschichte von einem Flaneur, der durch Rom spaziert und für den sie sich Ottwald John zum Vorbild wählte. Die Rampe wollte aber nur Linz-Flaneure und hat den Text nicht genommen, erzählte sie uns später. Und ich dachte, der Rom-Schauplatz hätte sich ja leicht in den Linzer Hauptplatz und den Schloßberg verändern lassen. Es war aber trotzdem interessant. Anni Bürkl hat wieder aus ihrem Krimi gelesen, den ich schon von der Villa Falkenhorst kenne, in der wir im März gelesen haben. Dann kam Elfriede Haslehner mit der Satire “Warum ich zu schreiben aufgehört habe” und einem Gedicht über Frauenschuhe, die zu eng und zu schmal sind und zu hohe Absätze haben. Dann habe ich meine zwei letzten Bücher vorgestellt. Aus “Und trotzdem” habe ich ja im vorigen Jahr gelesen und diesmal die ersten beiden Szenen mit Xaver Mayerhofer und Amanda Silberkandl aus der Radiosonate, sozusagen als Probelauf.

Nette Gespräche und ein wenig Tratsch aus dem literarischen Alltag. Anni Bürkl und Hilde Schmölzer hatten einiges zu erzählen, was ich noch nicht wußte und Hilde Schmölzer hat mir ihr “Böses Wien der Sechziger”-Gespräche und Fotos mitgebracht, das bei Mandelbaum neuaufgelgt wurde und das sie in Frankfurt vorstellte. Es hat großes Aufsehen erregt und auch sonst habe ich ein paar Bücher bekommen. So hat mir Karl Stubenvoll den “Kaiser von China”, des neuen Bachmannsiegers hingehalten und “Hast du das schon?” gefragt.

Hilde Schmölzer

Hilde Schmölzer

Zuhörer

Zuhörer

Hatte ich nicht und möchte ich auch gerne lesen. Nur leider war es bei Wolfram Huber anders. Denn, als der mir ein dickes Buch hinhielt und ansetzte “Ich weiß, daß du dich für die ehemalige DDR interessierst, ahnte ich schon Böses. Warum hat er mir nicht den neuen Ingo Schulze mitgebracht? Uwe Tellkamps “Turm” scheint wirklich ein Verkaufserfolg zu sein, um den man nicht herumkommt. So habe ich es der Anna gegeben, die das wegen ihrer Freundin Elke auch gern liest und wundere mich, daß ich bei den vielen Büchern, die es gibt, bei meinen Festen meistens eines bekomme, das ich schon habe. Und der Gedichtband von Dietmar Füssel ist heute auch gekommen. Sozusagen ebenfalls ein Geburtstagsgeschenk.

Hilde Schmölzer geriet dann noch in Streit mit Elfriede Haslehners Lebensmenschen Franz, der ihr bei der Kürzung ihres neuen Buches helfen soll. Sie konnten sich nicht einigen, ob die Seiten oder die Zeichenzahlen zählen.

“Sag mir wieviele ich weglassen soll!”, rief sie immer wieder, während er heftig erwiderte, daß es auf die Seitenzahl nicht ankommt, weil man die beliebig variieren kann. Über was die Leute so in Rage geraten und ich kann jetzt meinen Geburtstag feiern, den ich Sonntag habe und diesmal habe ich mich bezüglich meines Fests auch nicht aufgeregt, sondern es viel lockerer genommen.

Jurorenlesung

Heute bin ich wieder ins Literaturhaus gegangen. Gab es ja die Jurorenlesung des Exil-Literaturpreises, der übermorgen im Amerlinghaus vergeben wird. Eine wichtige Veranstaltung und ich interessiere mich ja sehr für Literatur. Allerdings waren nur wenige Leute da, als ich gekommen bin.

“Gibt es eine andere Veranstaltung?”, hat mich die Silvia Bartl gefragt und es sicher lieb gemeint und ich habe meine Verkrampfung gespürt, obwohl ich mich ja sehr bemühe. Es ist wohl ehrlich, daß meine Kränkung tief gegangen ist und ich mich seither im Literaturhaus nicht willkommen fühle.

Aber die Bibiane und ihr Hund sind immer nett zu mir und ich habe ihr, während wir auf das Publikum warteten, erzählt, daß ich, während ich heute an der “Radiosonate” arbeite, das Journal Panorama mit der Berichterstattung zur Reichskristallnacht zur Hälfte versäumt habe, obwohl mich die authentische Lifesendung von der Nacht zum 10. November 1938 sehr interessiert.

Dann gab es eine Überraschung. Lale Rodgarkia-Dara, die mich 2001 für die Literaturhausschiene im Radio Orange zumTag der Freiheit des Wortes interviewt hat und mit der ich öfter, wegen der Transitliteratur, die schließlich zu deutsch türkischen Einkaufssackerln für den Brunnenmarkt geworden ist, mailte, hat den ersten Preis gewonnen und mir wieder ein paar Sackerln gegeben. Darin lassen sich ja gut Bücher verschenken und mir ist eingefallen, daß sie eine Favoritin für Otto Lambauers Migrantenlesung wäre, wenn es die doch geben wird.

Dann hat die Lesung angefangen und die in Bremen geborene Petra Lehmkuhl einen sehr trendigen Text von jungen Frauen, die zwischen dem Amerlingbeisl und der Konditorei Aida hin- und her pendeln und dort Topfenkolatschen essen, gelesen.

Dann kam Peter Zimmermann, der Bücherschreiber und Ex Libris-Moderator, dessen Ansagen ich manchmal etwas überheblich finde, der mich aber mit seinem Odessa Buch faszinierte und ich meine Reise nach Odessa im Blindflug nachgeschrieben habe, weil es das Buch in der Thalia Wühlkiste nicht mehr gab, als ich es kaufen wollte und schließlich Radek Knapp, den geborenen Polen, der in Österreich Karriere machte und den ich ebenfalls von der Nachwuchsstipendiumjury 1991 kenne.

Was ein Schragerl ist, weiß ich noch immer nicht, obwohl ich der Definition nach, eine echte Wienerin mit tschechischer Großmutter bin, aber in den Ottakringer Hinterhöfen geht es, glaube ich, inzwischen anders zu, da ist das tschechische Wienerisch der damaligen Arbeiterkinder sicher längst dem türkischen bzw. exjugoslawischen Dialekt gewichen.

Christa Stippinger hat mir die Anthologie gegeben, ich habe mich bei Peter Zimmermann erkundigt, ob er etwas über den neuen Roman von Thomas Glavinic weiß und bin mit Buch und Sackerln nach Haus gegangen.

Trotz Kränkung also lehrreich und gestern habe ich in einigen schlaflosen Stunden, das weitere Programm überlegt. Das Wochenende wird ja wieder intensiv, im Amerlinghaus der Exil-Literaturpreis, im Literaturhaus der Erich Fried Preis an Alois Hotschnig vergeben und ich werde mich nach meiner Geburtstagslesung wieder splitten müssen.

Zwei Wochen später gibts dann die Buch-Wien, bei der Ruth Klügers “weiter leben” in hunderttausend Exemplaren verteilt werden wird. Sie wird am 21. in der Nationalbibliothek lesen, während im Schauspielhaus das Droschl-Verlagsfest ist, zu dem ich gehen will.

“Wie komme ich zu dem Buch?”, habe ich gestern fast panisch gedacht und mir ist eingefallen, daß für die Buch-Wien nicht viel Zeit sein wird, gibt es ja am Samstag im Rathaus auch den Alzheimertag mit einer Fortbildungsveranstaltung, zu der ich mich angemeldet habe und am Sonntag werden wir wohl wieder nach Harland fahren.

Ich will aber ohnehin keinen Eintritt zahlen, obwohl mir Alfred, als er mir das Uwe Tellkamp Buch kaufte, den Bücherpass in der Buchhandlung Jeller abstempeln ließ. Heute habe ich herausgefunden, daß das Buch schon am Mittwoch den 19. 11. um 12 in der Messehalle verteilt werden wird und außerdem ist es noch an vielen anderen Orten erhältlich.

Am 24. 11 gibts noch eine Exclusiv Gala im Wiener Rathaus und ein Gewinnspiel, bei der man zwei mal zwei Karten gewinnen kann. Da habe ich mich auch beteiligt, die Chance zu gewinnen, ist aber sicherlich viel kleiner, als bei Dietmar Füssels Gewinnspielen, dessen Gedichtband noch kommen soll.

Literaturalltag

Gestern habe ich den ganzen Tag an zwei Asylwerberbefunden geschrieben und bin gerade in die Sigmund Freud Universität zurechtgekommen, wo eine große Messie-Kunstausstellung eröffnet wurde. Die Sigmund Freud Universität nimmt sich ja des pathologischen Sammelns besonders an und hat gestern auch ein diesbezügliches Buch vorgestellt und Anna hat mein Büchersammeln auch schon einmal als ein solches bezeichnet.
“Du bist ein Bücher-Messie!”, hat sie ausgerufen. Stimmt aber nicht, wie ich spätestens nach dem Film “Sieben Mulden und eine Leiche” weiß, zu dem mich auch die Sigmund Freud Universität eingeladen hat. Denn der Messie hat keinen Überblick über seine Sammlung und ich führe ja einen Bücherkatalog und sortiere auch Überflüssige z.B. die Doppelbelege regelmäßig aus.
Heute hat sich wieder einiges bezüglich meines Fests getan. An- und Abmeldungen sind gekommen. Anni Bürkl hat geschrieben, daß ihre Romanwerkstatt doch nicht stattfindet, so daß sie früher kommen kann. Aber Peter Sladky, der Initiator von Alfreds Wandergruppe, in der ich Otto Lambauer kennengelernt habe, hat mir deshalb abgesagt, weil er so spät nicht mehr nach St. Pölten fahren will, da er seine Enkelkinder betreuen muß und deshalb seine Nachtruhe braucht.
Otto Lambauer hat mir gestern auch gemailt, daß die Idee mit der Migrantenlesung noch ein wenig warten muß und Christine Huber von der GAV hat mich daran erinnert, daß die Veranstaltungen knapp kalkuliert werden müssen.
Nun ja, in Zeiten der Finanzkrise ist das Geld rar und die Literatur hat daran zu leiden und ich habe heute in den österreichischen Neuerscheinungen herumgegooglet und dabei einige interessante Entdeckungen gemacht.
So habe ich in den Neuerscheinungslisten über einen Roman von Thomas Glavinic “Das rote Licht” gelesen, von dem ich noch nie etwas gehört habe und dann weder den Roman noch den Verlag im Neuerscheinungskatalog der IG Autoren gefunden. Vielleicht auch eine Falschmeldung oder ein Testballon? Während ich von Mike Markarts “Dillingers Fluchtplan oder Karajan umzubringen war mir ein Bedürfnis”, zwar auch noch nichts gehört habe, ihn aber nach den gefundenen Rezensionen für sehr interessant halte.
Mike Markart scheint überhaupt ein Geheimtip zu sein, dessen Bücher ich empfehlen kann, denn immer wenn ich mit ihm lese, das letzte Mal, 2001 beim Tag der Freiheit des Wortes kommen, nachher die Leute zu mir und loben ihn als großes Talent.
Und auch Bruni Langthaler hat, so habe ich durch den Neuerscheinungskatalog erfahren, ein neues Buch herausgegeben, von dem ich bisher nichts wußte. Sehr interessant. Man sieht es läßt sich allein beim Durchblättern eines Neuerscheinungskatalogs sehr viel über die österreichische Gegenwartsliteratur lernen, während ich Birgit Vanderbekes “Geld oder Leben” noch immer nicht ausgelesen habe. Dafür die “Radiosonate” durchkorrigiert, bevor ich mich an meinen ein- bis zweitäglichen Artikel machte.
Ja und in den Seiten der NaNoWriMo-Schreibwerkstatt Word War schmökere ich auch recht gern, um herauszufinden, wie es den Marathonschreibern am Tag fünf ihres literarischen Dauerlaufs geht.
Am Abend habe ich mich mit Anna und Alfred am Naschmarkt getroffen und haben dort schon ein bißchen meinen Geburtstag gefeiert und bei Umar sehr viel teuren Fisch gegessen.
Ein privates Fest, bevor es am Freitag offizieller literarisch wird und von Alfred habe ich gehört, daß für seinem Freund Karl, mit dem er in Kreta wandern war und der in der Arbeiterkammerbibliothek arbeitet, das Literaturgeflüster zu wenig wissenschaftlich ist. Aber das ist gar nicht meine Absicht.