Gestern habe ich den ganzen Tag an zwei Asylwerberbefunden geschrieben und bin gerade in die Sigmund Freud Universität zurechtgekommen, wo eine große Messie-Kunstausstellung eröffnet wurde. Die Sigmund Freud Universität nimmt sich ja des pathologischen Sammelns besonders an und hat gestern auch ein diesbezügliches Buch vorgestellt und Anna hat mein Büchersammeln auch schon einmal als ein solches bezeichnet.
“Du bist ein Bücher-Messie!”, hat sie ausgerufen. Stimmt aber nicht, wie ich spätestens nach dem Film “Sieben Mulden und eine Leiche” weiß, zu dem mich auch die Sigmund Freud Universität eingeladen hat. Denn der Messie hat keinen Überblick über seine Sammlung und ich führe ja einen Bücherkatalog und sortiere auch Überflüssige z.B. die Doppelbelege regelmäßig aus.
Heute hat sich wieder einiges bezüglich meines Fests getan. An- und Abmeldungen sind gekommen. Anni Bürkl hat geschrieben, daß ihre Romanwerkstatt doch nicht stattfindet, so daß sie früher kommen kann. Aber Peter Sladky, der Initiator von Alfreds Wandergruppe, in der ich Otto Lambauer kennengelernt habe, hat mir deshalb abgesagt, weil er so spät nicht mehr nach St. Pölten fahren will, da er seine Enkelkinder betreuen muß und deshalb seine Nachtruhe braucht.
Otto Lambauer hat mir gestern auch gemailt, daß die Idee mit der Migrantenlesung noch ein wenig warten muß und Christine Huber von der GAV hat mich daran erinnert, daß die Veranstaltungen knapp kalkuliert werden müssen.
Nun ja, in Zeiten der Finanzkrise ist das Geld rar und die Literatur hat daran zu leiden und ich habe heute in den österreichischen Neuerscheinungen herumgegooglet und dabei einige interessante Entdeckungen gemacht.
So habe ich in den Neuerscheinungslisten über einen Roman von Thomas Glavinic “Das rote Licht” gelesen, von dem ich noch nie etwas gehört habe und dann weder den Roman noch den Verlag im Neuerscheinungskatalog der IG Autoren gefunden. Vielleicht auch eine Falschmeldung oder ein Testballon? Während ich von Mike Markarts “Dillingers Fluchtplan oder Karajan umzubringen war mir ein Bedürfnis”, zwar auch noch nichts gehört habe, ihn aber nach den gefundenen Rezensionen für sehr interessant halte.
Mike Markart scheint überhaupt ein Geheimtip zu sein, dessen Bücher ich empfehlen kann, denn immer wenn ich mit ihm lese, das letzte Mal, 2001 beim Tag der Freiheit des Wortes kommen, nachher die Leute zu mir und loben ihn als großes Talent.
Und auch Bruni Langthaler hat, so habe ich durch den Neuerscheinungskatalog erfahren, ein neues Buch herausgegeben, von dem ich bisher nichts wußte. Sehr interessant. Man sieht es läßt sich allein beim Durchblättern eines Neuerscheinungskatalogs sehr viel über die österreichische Gegenwartsliteratur lernen, während ich Birgit Vanderbekes “Geld oder Leben” noch immer nicht ausgelesen habe. Dafür die “Radiosonate” durchkorrigiert, bevor ich mich an meinen ein- bis zweitäglichen Artikel machte.
Ja und in den Seiten der NaNoWriMo-Schreibwerkstatt Word War schmökere ich auch recht gern, um herauszufinden, wie es den Marathonschreibern am Tag fünf ihres literarischen Dauerlaufs geht.
Am Abend habe ich mich mit Anna und Alfred am Naschmarkt getroffen und haben dort schon ein bißchen meinen Geburtstag gefeiert und bei Umar sehr viel teuren Fisch gegessen.
Ein privates Fest, bevor es am Freitag offizieller literarisch wird und von Alfred habe ich gehört, daß für seinem Freund Karl, mit dem er in Kreta wandern war und der in der Arbeiterkammerbibliothek arbeitet, das Literaturgeflüster zu wenig wissenschaftlich ist. Aber das ist gar nicht meine Absicht.