Von der öffentlichen Kunst in und um die U-Bahn

Das letzte Mal öffentliches Kunst erschreiben mit der Ruth, fünfmal habe wirdas in den letzten Wochen nun schon gemacht und haben das Texterfassen vorläufig abgeschlossen.

Das Projekt ist bei der GAV eingereicht, wird bei der GV besprochen. Dann werden wir weitersehen und für mich war es sehr interessant, passte es doch vollkommen zu meiner WienErforschung und ich habeviel gesehen über die alte und die neue, die politische und die abstrakte Kunst im öffentlichen Raum.

Über fünfzehn Projekte haben wir geschrieben, auf dem Folder der im Museumsquartier und im Rathaus aufliegt, gibt es, glaube ich, fünfzig Objekte und dann natürlich noch viele andere und ein außertourliches haben wir auch heute, wo wir sehr fleißig waren, auch noch erforscht.

Begonnen haben wir am Karlsplatz, vor dem Teil, neben dem in den letzten Jahren ja immer das Filmfestival “Kino unter Sternen” stattfand, daß es heuer, wie ich hörte, nicht mehr gibt. Aber da gibt es die “Hill Arches” von Henry Moore, die der britische Künstler der Stadt Wien schenkte, als der Karlsplatz in den Neunzehnsiebziger Jahren neu gestaltet wurde.

Zwei ineinander verschlugene Figuren vor oder in dem Teich und davor ließen sich die Touristen, die es um zehn Uhr morgend schon gab, fotografieren und spielte einer, der sich aus welchen Gründen auch immer ein en Pferdekopf aufgesetzt hat, auf der Ziehharmonika.

Dann ging es zur U-Bahn hinunter und da hat Peter Kogler in der Station Karlsplatz seine Röhren angebracht, die er von der Station kommend, über die ganze obere Halle zog. Dicke und dünnere schwarze Röhren auf weißen Hintergrund, um damit die Grenzen der Architektur aufzuzeigen und die Touristengruppen, sowie die Politzisten ziehen daran vorüber und bekommen von dem 2011 gestalteten Kunstwerk vielleicht gar nicht soviel mit.

Dann ging es hoch hinaus mit dem Blick auf das Haus am Getreidemarekt 17, Ecke Mariahilferstraße, denn da steht auf dem Sims zwischen vierten Stock und neuerbauten Dachgeschoß ein Mann im schwarzen Anzug, Chaplin-Hut und Aktentasche und macht was?

Will er hinunterspringen und wenn ja werden es die Passanten überhaupt mitbekommen oder nur in dieU-Bahn Station hinuntergehen die es zwischen Mariahilferstraße und Museumsquartier gibt und da gibt es auch ein Kunstwerk zu bewundern, nämlich das, das nicht am Plan zu sehen ist, das aber die Wiener Linien offenbar gestalten ließen, um ihre Kunden auf das naheliegende Museumsquartier hinzuweisen und so haben sie einen Künstler beauftragt, der auf den beiden Bahnsteigen insgesamt achtzehn große Bleistiftzeichnungen anbrachte, die auf die Verletzlichkeit des Lebens hinweisen.

Beim Aufgang gibt es noch ein besonderes Relief und oben  drei  Figuren.

Interessant, interessant, auf einer sind wir gesessen und haben geschrieben undsind danach ins Museumsquartier gegangen, wo mich die Ruth, um den Abschluß des Projektes zu feiern zum Essen eingeladen hat.

Hühnespieße mit Cous Cous, beziehungsweise Blunzengröstl und dann gab es noch einen Scheiterhaufen mit Rhabarba und Erdbeeeis. Sehr fein.

Dann konnte ich noch ein wenig für die nächsten drei Tage einkaufen, wo ich mich vermehrt meinem anderen Schreibprojekt widmen will und bin danach ins den Centrope Workshop gegangen, den es  noch bis Ende Juni geben wird.

Da konnte ich Stephan Teichgräber schon das Klemperer-Buch zeigen, das ich heute bekommen habe und da haben wir uns vermehrt den Motiven bei Ilija Trojanow, Michal Horetzky und Irena Douskova gewidmet.

Ein sehr interessanter Tag also, der mit der öffentlichen Kunst begonnen hat und mit der literarischen Analyse weiterging, während ich den Abend in meinem Garten verbringe, den Rasen gieße und meine vier Spontantexte aufschreiben werde.

Noch einmal drei öffentliche Kunstprojekte

Diesmal hätte ich die Ruth als ich sie um zwei an der Ecke Oper beim Hotel Bristol treffen wollte, fast verfehlt, ist sie doch auf einer Bank bei der Straßenbahnhaltestelle gessen. sie hat mir aber schon einen Brief an Frau Danielcyck geschickt, will sie unser Projekt ja auch im MUSA vorstellen und so sind wir wieder, der Kunst im dritten Reich auf der Spur, das inzwischen von einer modernen Künstlerin transkribiert wurde, in den neunten Bezirk hinausgefahren, denn dort wurde am Thury Hof, einem Gemeindebau des roten Wiens, nach 1938 ein Recke angebracht und darunter war ein Spruch von Adolf Hitler zu lesen:

“Wir bitten dich Herr Gott, laß uns niemals wankend werden und feige sein, laß uns niemals die Pflicht vergessen, die wir über nonmmen haben”

Das steht noch immer dort, das Adolf Hitler wurde nach dem Krieg entfernt und Maria Theresia Litschauer hat 2013, eine Klammer, um die Figur angebracht und sie mit einem Band zu einer Inschrifttafel verbunden, worauf man lesen kann, daß 1938 den jüdischen Mietern die Wohnung gekündet wurde.

Das war sehr interessant zu sehen, was es alles noch an Rest- NS-Kunst zu bemerken gibt. Dann wurde es noch historischer oder vielmehr moderner, denn wir sind wieder nach Aspern hinausgefahren.

Da war ich in den letzten Wochen schon zweimal, habe die Seestadt bewundert und auch auf einer Informationstafel erfahren, daß es dort bis 1927 den damals größten Flughafen gab.

Daß es schon viel früher die Schlacht von Aspern, die Napoeon verloren hat, habe ich schon in der Schule gelernt und nun gibt es in der U-Bahn Station Aspern Nord, die “Aspern Affairs” des deutschen Künstlers Stephan Huber, an den beiden Seitenwänden und auch sonst überall angebracht, die meiner Meinung nach eine Themenverfehlung sind, denn Aspern hat 1809, glaube ich, noch nicht zu Wien gehört.

Er hat aber auf der einen Tafel all die Ereignisse, die zwischen 1800 und 1830 in Wien geschehen sind, also beispielsweise die Eröffnung des Theaters in der Josefstadt und auf der anderen Seite das Ganze ein Jahrhundert später und hat hier so vermerkt, daß Sigmund Freud beklagte, daß die Psychoanalyse nirgendswo mehr mißachtet, wie in Wien werden würden.

Dann ging es, weil es so weit in der  Pampa wahrscheinlich kein Kaffeehaus gab in dem wir uns stärken konnten, nach Wien zurück, zum Rathaus und in die Konditorei Sluka, wo sich auch ein paar Jungbürger niederlassen haben, die wahrscheinlich gerade im Rathaus gefeiert wurden und ein Gläschen Wein tranken.

Wir wollten uns aber noch mit Fritz Wotrubas “Großer stehendder Figur beschäftigen, die dieser 1962, als er aus der Schweizer Emigration zurückgekommen war, dorthin stellte, um zu zeigen, daß man das Gegenständliche zugunsten der geometrischen Abstraktkion auflösen kann.

Interessant, elf Kunstwerke haben wir auf diese Art schon beschrieben. Am Mittwoch wollen wir uns am Karlsplatz noch einmal treffen. Das Projekt ist bei der GAV eingereicht und wird bei der GV besprochen werden.Ich schreibe die letzten Texte noch rein, bin dann gespannt und werde mich wieder mehr meinen Fortsetzungsgeschichten widmen, die ja mein persönliches Schreibprojekt sind, mit dem ich mich in den Monaten Mai und Juni beschäftige.

Schreibgruppe: Denkmäler

Heute abend wieder Schreibgruppe und mit Ausnahme des Roberts der ja einen Achillessehnenriß hat, sind auch alle gekommen und ich hatte wieder vor eine Szene beziehungsweise eine Challenge-Geschichte zu schreiben, die dann ab Juli ein Roman werden wird.

Da hatte ich ja schon gestern, die mit dem Unvorhersehbaren geschrieben und hatte da noch drei, vier Schreibimpulse, die ich als Thema einbringen wollte.

Da ist mir aber dann die Ruth zuvor gekommen und hat als Thema Denkmäler vorgeschlagen, wahrscheinlich als Referenz auf unsere Erkundungen bezüglich öffentlichen Raum und ich habe gedacht, macht ja nichts, denn ich hatte  ohnehin vor, daß sich die Mathilde mit dem Moritz am Albertinaplatz vor dem Hrdlicka-Denkmal trifft.

Dem Peter Czak schien das Thema gar nicht recht zu sein und er hat sich dann auch als ein Denkmalgegner erwiesen, dabei ist die Doris Kloimstein gerade dabei eines zu errichtet, das im September einer Kindergartenpädagogin gewidmet, in St. Pölten aufgestellt werden wird.

Klaus Khittl hat mit den Wörtern gespielt und mir eine Themenverfehlung vorgeworfen, was ja auch stimmt, denn mir war das Thema  nur Mittel zum Zweck und ich habe auch schon lange beschlossen, die Schreibabende, wenn es gerade passt, meiner Romanentstehung zu widmen und habe auch schon mehrmals geschrieben, daß ich gerade das äußerst kreativ und spannend finde.

Die Ruth hat dagegen überraschend nicht zu unserem öffentlichen Raum sondern über Kriegerdenkmäler geschrieben und nun voila das “Zusammentreffen auf dem Albertinaplatz”.

Einen eigenen Hrdlicka-Denkmal -Text gibt es ja auch schon und denn werde ich, wenn sie stattfindet und wir dorthin gehen, bei unserer Veranstaltung im nächsten Jahr vortragen.

“Das Hrdlicka-Denkmal am Albertinaplatz ist ein sehr berühmtes und auch umstrittenes Monument, des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka, der damit dem dritten Reich und der da stattgefundenen Judenverfolgung etwas dagegen setzten wollte.

“Ein sehr berühmtes Denkmal!”, dachte Mathilde und erinnerte sich an den Widerstand, der zu Zeiten seiner Errichtung durch die Kronenzeitung ausgerufen wurde. Damals war sie eine alleinerziehende Mutter der halbwüchsigen pubertierenden Lily gewesen. Heute war die Tochter längst erwachsen und Kuratorin am österreichischen Kulturinstitut in New York.

Alfred Hrdlicka gestorben und der Stein des Anstoßes, der den Boden aufreibende Jude, der von den Touristen oft nicht als solcher erkannt wurde, so daß sie sich daraufsetzten und die Ruhe des Ortes störten, war inzwischen mit Stacheldraht umhüllt worden, so daß niemand die weihevolle  Stimmung des Gedenkens untergraben konnte.

Es gab, wie Mathilde sah, als sie den Platz betrat, vor dem sich schon ein paar Japaner mit  ihren Handies und Kameras aufgestellt hatten, um die drei Stelen der Erinnerung für das Fotoalbum oder die Facebookseite festzuhalten, auch sonst keine Sitzgelegenheit auf dem großen Platz.

Keine Bank zum Ausruhen und Verweilen, so daß es vielleicht gar keine so gute Idee gewesen war, sich mit Moritz hier zu treffen.

Aber dieser hatte, als er sie am Morgen angerufen hatte, ihr vorgeschlagen, sich mit ihm um zwei hier zu treffen, um alles Weitere zu besprechen. Und sie war zu baff oder auch zu einfallslos gewesen, einen anderen Ort vorzuschlagen. Hatte sie doch ganz ehrlich nicht einmal gewußt, ob sie ihm treffen und was ihm als Antwort geben sollte.

“Laß uns abhauen und irgendwo neu anfangen, Mathilde!”, hatte er bei Natalies Begräbnis zu ihr gesagt und ihr sein Handy mit dem Schnappschuß von seinem Reisebus hingehalten und sie war zu baff gewesen, irgendwas darauf zu antworten.

Er hatte ihr die Ratlosigkeit von der Nasenspitze abgesehen, ihr beruhigend zugelächelt und sanft ihre Hand gedrückt.

“Keine Sorge, Mathilde, du kannst dir Zeit lassen und dir alles in Ruhe überlegen. Ich wollte dich nicht überfallen!”, hatte er zu ihr gesagt und hinzugefügt, daß er jetzt erst einmal nach Berlin zurückfahren und seine Koffer packen werde.

Das war vor sechs Wochen gewesen.Sechs Wochen in denen sie Zeit hatte, nachzudenken und heute um halb neun, hatte er sie angerufen und sie, um sich ihre Antwort anzuhören, hierher auf den großen Platz, zu dem Mahnmal gegen Krieg und Faschismus, bestellt.

Wollte ihre Antwort hören, die sie noch immer nicht wußte, obwohl sie in den letzten Wochen Zeit gehabt hatte, darüber nachzudenken und sie auch Lily angerufen hatte, um sich mit ihr darüber zu unterhalten. Aber die hatte ihr auch keinen Rat geben können. Hatte sie stattdessen nach ihrem Vater gefragt, denn Natalie mußte in ihrer Todesstunde, die Reue überkommen haben. Jedenfalls hatte sie durch einen Notar einen Brief an Lily geschickt, in dem sie ihr mitteilte, daß Moritz ihr Vater war.

“Einen schönen Nachmittag, Mathilde!”, hörte sie jetzt hinter sich seine dunkle Stimme, sah ihn auftauchen, sich vor sie stellen und ihr eine kleine rose und eine kitschige kleine Souvenierschachtel in der sich sicher Sisy-Taler oder Mozart-Kugeln befanden, hinzuhalten.

“Schön, daß du gekommen bist! Du bist sehr pünktlich! Hast du lange auf mich gewartet?”, fragte er und ließ ihren Blick über das “Tor der Hölle” und den Stacheldraht umwickeltenStraßenwaschenden Juden  schweifen. Dann schien auch er zu realisieren, daß es auf den berühmten Platz keine Sitzgelegenheit zu geben schien, den er drehte sich noch einmal um und deutete auf den Schanigarten, den es vor dem Augustinerkeller gab hin, berührte ihr Hand und sagte leise “Komm, laß uns dort Platz nehmen, Mathilde! Ich lade dich gerne auf einen Kaffee oder ein Glas Rotwein ein!”

Weitere Texte aus dem Fortsetzungsgescichtenprojekt gibt es hier: 1 2 3

Pfingstmontag im öffentlichen Raum

Heute haben wir wieder den öffentlichen Raum erschrieben, denn da gibt es auf dem Plan, den die KÖR herausgegeben hat, ja noch einiges zu erforschen, waren wir ja erst an fünf Plätzen und so habe ich mich zu Mittag mit der Ruth im “Wienerwald” bei der Bellaria getroffen, weil ich da Gutscheine für verbilligte Schnitzel hatte und haben die heutige Route festgelegt.

“Die Gerngrosssäule”, die der Aktionskünstler Franz West, der 2012 gestorben ist, in der Rahlgasse bei der Stiege errichtete, haben wir schon vorige Montag beschreiben wollen, dann ist sich das aber, weil eine fünf Unhr Stunde, nicht ausgegangen.

Also nichts wie hin und dieses Kunstwerk, das ich dem Namen nach, dem Kaufhaus Gerngross, das es ja auf der Mariahilferstraße gibt, zuordnete, unterschied sich von einigen andere, die wir bisher besuchten, von seiner Ästhetik, denn eigentlich ware diese weißé Säule, obwohl sie aus Müllbehältern zusammengebastelt war, sehr schön und auch eher konventionell anzusehen.

Oben droben thronte ein quergestelltes Ei mit der verkehrten Aufschrift “Gerngross”, keine Ahnung was das bedeutet, dagegen stand im Plan vermerkt, daß es nicht dem Kaufhaus, sondern dem Ausstrellungsmacher, Architekten und Publizisten Hidulf Gerngross, von dem ich noch etwas gehört habe, gewidmet ist und das fand ich interessant und dann wollte, die Ruth noch etwas zum Faschismus machen und da gibt es ja in der Brandmayergasse, ganz in meiner Nähe, auf einem Gemeindebau ein Wandbild aus der NS-Zeit, das, wie ich in den Bezirkszeitungen lesen konnte, für einigen Aufruhr sorgte. Denn es hat im Gegensatz zum tausendjährigen Reich, die NS-Zeit überlebt und so prangte noch lange nach dem Krieg auf dem Haus, das Bild mit dem blonden bläuäugigen Mann, seiner ebensolchen Frau, die einen Säugling in ihren Armen hält, während sich drei Kinder, zwei blonde Mädchen und ein Hitlerjunge mit der NS-Fahne mit dem Hakenkreuz an ihrem Rocksaum klammern.

NS-Idylle des Familienlebens. Das Hakenkreuz hat man entfernt, die Idylle lange gelassen und dann gab es eine Diskussion.

Was macht man mit unerwünschter, weil nicht ideologiefreier Kunst? Entfernen, verbrennen, hinunterhauen, wie die unerwünschten Bücher 1933 in den deutschen Städten. Die Künstlerin Ulrike Lienbacher hat eine Glasscheibe darauf angebracht und mit verkehrter Schrift, das Wort “Idylle” darauf geschrieben.

Ich hätte das Bild  so gelassen und unten eine Tafel angebracht: “Wir distanzieren uns von Nationalismus und Faschismus und gedenken der Opfer im dritten Reich!”

Aber so ist ein neues Kunstwer daraus entstanden, das wir zuerst gar nicht fanden, weil die Ruth gleich in den Gemeindebau hineinstrebte, es ist aber an der Ecke angebracht. Ein kleiner Bub hat es uns dann freundlich gezeigt.

Dann gab es noch etwas zu entdecken, , nämlich die Synagogge oder den Tempel, den es bis 1938 in der Turnergasse im fünzehnten Gemeindebezirk gegeben hat.

Das heißt, nein, entdecken kann man den nicht mehr, wurde er doch in der Reichskristallnacht zerstört und abgebrannt. Das Künstlerduo Iris Andraschek und Hubert Lobnig hat einen Erinnerungsort daraus gemacht, in dem es an dem Platz, wo er einstmals  stand, schwarze Betonbalken zwischen ieben Bäumen anbrachteund dazu noch ein paar Mosaike setzte, die Motive mit Früchten und Plfanzen aus der Torah zeigen.

So weit so gut und sicherlich interessant, der 2011 errichtete Erinnerungsort. Nur heute ist der Platz und das Mahnmal ziemlich heruntergekommen. Der Müllkübel in der Ecke neben der Tafel, wo es Bilder von der ehemaligen Synagoge zu sehengibt, überfüllt und stinkig, überall Papierln, Bier- und Getränkedosen, Müll und die Mosaike verblasst, die Balken ausgebleicht.

So etwas ist, glaube ich, eher eine Schande, als ein Mahnmal, aber sicher interessant, daß es das, im fünfzehnten Bezirk, wo kaum Touristen hinkommen, zu sehen ist.

Dann war es fünf vorbei und wir sehr durstig. So wollten wir am Gürtel etwas trinken, erwischten da, was wohl auch ein Zeichen der Zeit ist, ein arabisches Lokal, wo uns die jungen Männer nicht verstanden, vielleicht auch ihre Schwierigkeiten mit zwei Frauen hatten und uns zwar zwei Gläser Wasser, aber nicht die bestellten Fruchtsäfte brachten.

Und was auch den öffentlichen Raum betrifft, im “Wortschatz” gab es heute tolle Bücher. So habe ich dort Haruki Murakamis “Pilgerfahrt des farblosen Herrn Tazakii”,Ayelet Gundar-Goshen “Eine Nacht Markowitz”, David Safiers “28lange Tage, sowie Amoz Oz “Judas” dort gefunden, was ja eigentlich auch gut zum Thema passt.

Pfingstsonntag am Wasser und Fortsetzungsgeschichtenpläne

Obwohl das Wetter heute nicht so besonders war, bin ich noch einmal losgefahren, um die Seestadt zu suchen. Auch diesmal ist der U-Bahnzug nur bis zur Aspernstraße gefahren, es war aber ein junges Paar mit einem Kind im Zug, das schon deutliche Badekleidung trug und die haben auch auf den Anschlußzug gewartet und da habe ich den See dann gleich gesehen.

Einige schöne Schaukelpferde für die Kinder, ein paar ästhetisch arrangierte Boote, eine Parkanlage, die einer Frau gewidmet ist, die die erste Gartenbauschule für Mädchen gegründet hat, die Straße heißen nach Hannah Arendt  und der Kinderpsychologin  Schenk Danzinger und die Leute die mir aus den Neubauten entgegenkamen, trugen auch schon Freizeitkleidung.

Das ist ja wohl das Lebensgefühl der Seestadt, daßman von der L Wohnung aus, baden, radfahren, etcetra kann, obwohl noch alles ziemlich neu wirkt und unfertig.

Den See kann man umrunden, man kann dort auch Blumen pflücken und es gibt genau aufgestellte Regeln, was man machen darf und was nicht.

Ein paar Geschäfte gibt es auch, eine große Schule, einen schönen Kinderspielplatz,  Gesundheitszentrum, ich habe eine Bäckerei und zwei Restaurants gesehen, auch da wirkt alles noch unfertig und in eines der Restaurants, kam ein Mann, es war etwa zwölf und verlangte ein Frühstück.

Auf dem  Platz vor der Schule war ein Pfingstmarkt mit Ringelspielen, Imbißuden und Kleiderstandleln aufgebaut. Auch da waren nur wenige Leute da und das Ringelspiel fuhr los, wenn sich ein Kind hineingesetzt hat und es gibt auch, wonach ich vielleicht gesucht habe, oder neugierig war, ob es das gibt, einen offen Bücherschrank, der heißt “Nachbarschaftslade” und  es lagen auch andere Sachen, wie zum Beispiel Legosteine darin, aber ich fand, neben sehr vielen älteren Büchern, Krimis, CickLits, etcetera und das fand ich interessant Stefanie Sargnagls “Fitness”, das eine Karin im März beommen hat und offenbar schon ausrangierte.

Ich habe bei den noch sehr leeren Bänken eine Käsekrainer mit einer etwas albackenen Semmel gegessen, bin um den See herumspaziert, danach mit der U-Bahn bis zur Station Donaustadt zurückgefahren, denn wenn ich schon am Wasser war, wollte ichdas, da hat es nur leicht bis gar nicht geregnet,  ausnutzen und bin an der neuen Donau oder war es schon die Donauinsel, bin zur Reichsbrücke gegangen, dann über die Donau, den Wasserschifahren und den Grillern zugesehen unter der Reichbrücke gab es ein sehr ausgeprägtes Picknick und dann ganz zurück.

Eigentlich hätte ich auch beim Prater aussteigen können und da das Pfingstreiben genießen, aber durch den Prater gehe ich ja öfter, beispielsweise wenn ich zum Alfred  oder zur “Buch-Wien” will und beim Praterstern ist auch eine Gruppe Deutscher eingestiegen, die, was ich ebenfalls interessant fand, zum Zentralfiredhof wollten, um das Falco-Grab zu suchen.

Sehr interessant also mein Pfingsprogramm und Pfingstmärkte gibt es offenbar nicht nur in Nußdorf and der Traisen sondern auch in der Seestadt, wo allerdings das Ambiete wahrscheinlich interessanter, als die Jahrmarktbuden sind, für die nicht Bewohner jedenfalls und sonst geht es weiter mit meinen Schreibcampplänen.

Da bin ich schon ziemlich erfolgreich gewesen und habe einige abgehackt. So ist das “Blogbuster-Lesebuch” gelesen, die inzwischen fünf vorhandenen Kurztexte zum “öffentlichen Raum” habe ich ins Reine übertragen, morgen treffe ich mich, ich hoffe nur, daß es da nicht regnet, wieder mit der Ruth.

Anneika Bühemanns Schreibchallenge hat auch schon angefangen und sie hat, glaube ich, da schon zwei Kurzgeschichten veröffentlicht.

Ich habe damit  schon im Mai angefangen. Zuerst mit dem Text “Die Stipendatin” auf den Impuls “Hausarbeit” und als Nachwehe auf meine Erlebnisse  mit meinen meinen Kritiker Uli, beziehungswese der “Franz Werfel Stipendium-Veranstaltung” im Literaturhaus.

Eine Reisegeschichte habe ich mir dann auch vom Bodensee mitgenommen und eine Geschichte habe ich geschrieben, als ich mich, beziehungsweise das “Literaturgeflüster” gefeiert habe, sozusagen eine Festgeschichte, die nirgends hineinpasst, beziehungsweise von einer Stipendiatin handelt, die ich vielleicht nach New York schicken könnte zu Lily Schmidt, die ja im österreichischen Kultursinstiut Kuratorin ist und da habe ich schon im Mai angefangen zu Annika Bühnemanns Impulsen Szenen zu schreiben, die in mein “Mathilde Schmidt-Projekt” gehören.

Bei der letzten Schreibgruppe habe ich mit dem Thema “Sucht” damit angefangen und dann noch, bevor wir nach Bregenz geahren sind, zwei Impulse genommen und eine Lily-Szene geschrieben und eine, wo sich der Moritz mit der Mathailde nach dem Begräbnis der Natalie trifft.

Denn ich habe mir ja  fest vorgenommen, mit dem neuen Projekt von der depressiven Frau, die jeden Abend in der Pizzeria in ihrem Haus sitzt und ein Glas Wein trinkt und eine Zwillingsschwester-Geschichte hat, erst im Juli anzufangen.

Dann ist es aber mit Annika Bühnemanns Schreibimpulsen sehr konkret geworden.Ich habe mir die passenden ausgesucht und je eine Szene bezüglich meines Projekts geschrieben und da habe ich herausgefunden, daß das sehr spannend ist, daß da immer etwas offen bleibt und das Schreiben Spaß macht.

Wie ich das dann im  Juli mache, ob ich die die einzelnen Geschichten so lasse, oder das Ganze  chronologisch vom Anfang bis zum Ende neu schreibe, weiß ich noch nicht.

Aber irgenwie wird aus den Fortsetzungsgeschichten wohl ein Roman werden. Ein Fortsetzungsroman, ein Blogroman vielleicht. Genauer weiß iches noch nicht, aber bis jetzt können mir meine Leser, sofern ich welche habe, die das interessiert, mir ganz schön beim Schreiben über die Schulter, beziehungsweise mir ins Nähkästchen meiner Schreibwerkstatt schauen.

Nachdem ich vom Bodensee zurückgekommen bin und der Alfred nach Amerika flog, habe ich mir noch vier von Annika Bühnemanns  Schreibimpulsen herausgesucht, zu denen ich Szenen schreiben will.

Jetzt hat sie vorwiegend Bilder und eines davon ist ein einsamer Bahnsteig, da habe ich am Montag eine Geschichte geschrieben, bevor ich mich das erste Mal mit der Ruth getroffen habe und jetzt habe ich noch drei Impulse, die ich zwischen meine Praxis, den einen Ausflugs- und Wien Tag und den Öffentlichen Raumtreffen mit der Ruth, da haben wir noch drei geplant, einschrieben will.

Da wäre der Impuls “BeginneeineSznene mit dem Anfang “Ich habe noch nie etwas Unvorhergesehendes getan. Bis heute…”

Das wäre der Brief, den die Natalie in ihrem Hospitz an Mathilde, Moritz und Lily schreiben will.

Dann käme “Du macht mit deinem Freund deiner Freundin Schluß und er sie erinnert dich daran, daß Valentinstag ist”, da könnte die Mathilde an diesem in der Pizzeria sitzen und sich erinnern, wie das damals war, als sie aus Berlin plötzlich abreiste, weil Natalie ihr sagte, daß sie Moritz Freundin ist und ihn heiraten wird.

Sowie “Eine Figur schreibet einen Liebesbrief an jemanden, der seine Lebe nicht erwiedert”.

Das gibt es glaube ich schon im “Eugen Onegin” und bei mir wird die Mathilde diesen Brief an Moritz nach Lilys Geburt schreiben, ihn aber nie abschicken und dann habe ich noch einen Schreibimpuls, der mit eingefallen ist, als ich mit Ruth am Montag am Albertinaplatz war, um das Hrdlicka-Denkmal zu beschrieben. Denn da könnten Mathilde  Moritz treffen, um ihm zu sagen, daß sie doch mit ihm ihm nach Berlin und dann nach New York zur Lily fliegen will, aber vielleicht kommt die nach Berlin und das könnte auch eine Schlußszene sein und also vorher noch die ganze Zwillingsgeschwichte kommen, von der ich bis jetzt noch nichts aufgeschrieben habe.

Also vier Geschichten, die ich noch bis Ende Juni schreiben könnte und wenn dann noch Zeit ist, habe ich auch noch einige Schreibimpulse gesammelt.

Zum Beispiel einen zu der Frage, “auf was man neugierig ist”, etcetera. Aber wenn der Alfred in zwei Wochen zurückkommt, kommen auch die Hundertmarks und es ist wieder Sladky-Wanderwochenende und dann ist der Juni schon vorbei und es bleibt spannend, wieviele Challengegeschichte es bei mir werden.

Im Mai habe ich  sieben, wenn man “Die Stipendiatin”, die über die Slavenka Jagoda, die in den Roman kommen wird, und die Reisegeschichte zu den vier Projekttexten zählt.

Die “Öffentlichen Raum-Geschichten sind ja zuviele,  um sich in einen Blogbeitrag auszugehen, so habe ich sie in den entsprechenden Artikeln nur beschrieben und jetzt hätte ich Pläne für vier Geschichten und am nächsten Dienstag ist ja wieder Schreibgruppe und da werde ich spätestens die erste schreiben.

Es werden also wahrscheinlich auf zwei Monate verteilt, mehr als zehn Geschichten sein und dann entsteht aus den Geschichten wahrscheinlich ein Roman und das ist spannend und ein Experiment, das ich sehr neugierig verfolge und meinen Lesern, wenn es sie interessiert auch weiter berichten werde.

Pfingstprogramm

Pfingsten nähert sich mit Riesenschritten und diesmal bin ich wieder Strohwitwe, beziehungsweise allein zu Haus, was ich, glaube ich, schon 2005 war, als es in Wien ein großes “Bachmann-Symposium” gab und einmal habe ich  für die “Edition Splitter” Bücher auf den Judenplatz getragen und E. A. Richter hat mich dabei fotografiert und einen Lesemarathon noch in sehr guter Erinnerung hat es auch einmal gegeben.

Sonst sind wir zu Pfingsten meistens in Harland und fahren mit dem Rad nach Nußdorf an der Traisen, wo es ja einen großen Pfingstmarkt gibt.

Das fällt heuer flach, aber ich habe ja mein straffes zwei Monats-Schreib- und Rechercheprogramm, das ich eifrig betreibe, erforsche mit der Ruth den öffentlichen Raum und da werden wir uns am Montag im “Wienerwald” treffen und dort zuerst ein Schnitzel essen, bevor es an das Schreiben geht.

An einen Lesemarathon, beziehungsweise eine Bücherkastentour habe ich für heuer aber auch gedacht, denn ich will ja abwechselnd zu Hause bleiben und nach Annika Bühnemanns Vorschläge, die ja zufällererweise gerade eine Schreibchallenge macht, der ich mich bestens anschließen kann und Fortsetzungsgeschichten schreiben, weil ich ja nicht schon wieder so schnell mit denm neuen Romantext anfangen will und dann bin ich ertig und ich denke “Hui!”

Und es lief ja besher alles bestens, am vorigen Donnerstag ist der Alred losgeflogen und ich habe versucht in die Seestadt zu kommen, was zwar nicht ganz gelungen ist, es gab aber beim Museumsquartier einen Biomarkt, wo ich mich mit ein paar Gratisproben, Aufstriche und Tee eindecken konnte.

Am Freitag habe ich dann mich selbst beziehungsweise das Literaturgeflüster gefeiert, das soll man, denke ich auch, wenn es schon kein anderer tut, bin am Naschmarkt einkaufen gegangen, habe mir selbst ein Buffet gemacht, ein kleines Fläschen Sekt getrunken, in das ich die Kirschen aus dem eigenen Garten gegeben hat und dann  auch einen Text geschrieben, den ich vielleicht auch für mein Projekt gebrauchen kann.

Am Samstag war ich beim Friseur und beim “Leiner” essen, denn da hatte ich Gutscheine, habe mir dann ein Krischenttiramisu gemacht, von dem ich diesen Freitag das letzte Stück gegessen habe.

DDR-ilme beziehungsweise welche über die “Weiße Rose”, habe ich mir dann über “you Tube”, wir haben ja keinen Fernseher, auch angesehen.

Da muß ich immer aufpassen, nicht in eine Trödelphase abzugleiten, aber am Sonntag habe ich meine eigenen Bücher, was ja auch einer meiner Pläne ist gelesen und sie für gut gefunden. Tut mir leid, auch wenn meine Kritiker jetzt den Kopf schütteln und “Sie schnallt es nie!”, murmeln werden und habe mich durch das “Blogbuster-Leseprobenbuch” gelesen.

Am Montag war dann der erste Treff mit der Ruth bezüglich unseres “Öffentlichen Raums Schreiprojekts”. Das geht sie ja mit vollen Elan an und hat sogar bei der GAV drei beziehungsweise eine Veranstaltung eingereicht, wo wir dann im nächsten Jahr an drei Orte gehen werden und jeweils drei der geschriebenen Texte lesen.

Das heißt, ich sollte die fünf Texte, die jetzt habe, ins Reine schreiben, beziehungsweise lesefertig machen.

Dann gabs die ganze Woche, Montag bis Donnerstag literarische Veranstaltungen und den jetztigen Freitag hatte ich geplant, eine Büchertour, beziehungsweise Lesemarathon zu machen.

Das heißt nicht wirklich, so, wie damals mir Bücher aus den Kästen schnappen und sie zu lesen. Dazu warten zu viele auf meiner Leeliste. Aber ich wollte eine große Runde machen und das, was dabei passiert beschreiben.

Allerdings war am Mittwoch der Monatsletzte, das heißt meine Abrechnung bezülich Praxis war fällig.

Das ist diesmal bezüglich diagnostikohnehin ein wenig schwierig, da ich dazu den Alfred brauche, der ja erst am Achtzehnten zurückkommt, aber die die WPGV-Rechnungen kann ich schreiben, dachte ich am Mittwochmorgen und schaltete, noch bevor der erste Klient kam, meinen Rechner ein und siehe, ich hatte kein Internet “Ue, uje, was mache ich da?

Das mein Comüputer eingehen könnte, damit hatte ich gerechnet. Es gibt auch schon einen neuen, den der Alfred allerdings erst einrichten muß, aber damit hatte ich nicht gerechnet uind war entsprechend hilflos, was mache ich jetzt?

Zum Glück hatte ich mich für Donnerstag mit der Anna ohnehin zum Mittagessen verabredet, die mir da sehr geholfen hatt. So hatte ich am Donnerstagabend wieder das Netz und habe meine Veranstaltungsberichte beziehungsweise eine Buchbesprechung, inzwischen offline gebloggt.

Am Donnerstag traf ich mich auch wieder mit der Ruth, wir sind in die Kriau hinausgefahren und haben dort die Kunstwerke, die es an den U-Bahnsäulen gibt, beschrieben und am Freitag morgen zuerst die “WGPV-Rechnungen” ausdrucken und dann los von Bücherschrank zu Bücherschrank und ein bißchem zum Westbahnhof, der ja jetzt auch ein Shoppingcenter ist, wollte ich ebenfalls.

Es ist  ja immer die Frage, wie ereignisreich solche Büchertouren, dann letzten Endes sind. Es ist ja eigentlich nichts besonderes und wenn sich die Tasche füllt, schleppe ich schwer und habe dann meistens auch keine Lust mehr durch die Stadt zu laufen.

Am Freitag war es außerdem sehr heiß und am “Wortschatz” und bei dem Schrank am Brunnenmarkt auch nichts los. Das heißt ich habe nichts gefunden. Sehr gut, brauche ich nichts tragen und das Buch, das ich mir eigentlich zum Lesen von meiner Liste , nämlich “Tram 83” mitziunehmen wollte, hatte ich auch vergessen.

Sehr gut, brauchte ich es nicht tragen und so habe ich mich mit dem Beobachten und die Tagebuchnotizen begnügt.

Habe am Westbahnhof beim Mc Donald`s einen Cheeseburger, Pommes frites gegessen und dazu einen kleinen Bananenshake getrunken und bin dann über den Brunnenmarkt zum Zimmermannplatz gegangen, wo ich mir beim dortigen Mc Donald`s einen Kaffee besorgte und mich dann auf ein möglichst schattiges Bänchen zu setzen und oh Überraschung, diese zwei Kästchen, die ja eigentlich nie so besonders sind, waren diesmal gut gefüllt.

Lauter interessante ältere Bücher von denen ich zwar schon einge hatte, aber ein paar Roth-Ausgaben waren dabei und auf den Platz, wo ich rastete lagen auch drei Bücher, von denen ich die Siri Husquedt schon hatte.

Also zurücktragen und während ich meine Notizen schrieb und die Frau in dem weißen Kleid und den älteren Herrn mit seinen Trolley beobachteten, hatten die mir den Schtrank noch einmal besonders gefüllt.

Es gab ein Buch über den “Novemberprogrom”.

Reichskristallnacht, hat mich die Judith Gruber-Rizy belehrt, darf man nicht mehrsagen und je eines über die fünzigerund sechziger, beziehungsweise die siebziger Jahre, was mich auch sehr interessiert.

Also viel durch die Hitze zu schleppen. Ursüprünglich habe ich ja wieder bis zum Museumsquartier gehen wollen, so bin ich gleich zurückgegangen. Das heißt üer den Bücherschrank im achten, den die dortige Bezierksvorstehung, dem von Franz Gassner abgekupfert hat, was ihn sehr geärgert hat.

Dort gab es einen Alex Capus und dann gehe ich immer über die Lerchenfelderstraße und da gibt es einen alten Buchhändler mit einer meistens sehr verstaubt wirkenden “Ein Euro Kiste”, diesmal waren die “Jungen Hunde” darin, schade, schade, daß ich mir das vom Alfred zu Weihnachten kaufen ließ und dann ein brandtneues Leseexemplar, das zwar nicht verkäuflich wäre und mir die liebe Frau Meier von “Kiwi” wahrscheinlich ohnehin geschickt hätte, aber in den Blogs ist jetzt vom “Geträumten Land” von Imbolo Mbue so viel zu lesen. Mir ist es bei der Vorschau entgangen,  so kaufte ich es und fragte die Buchhändlerin nur, ob sie es gelesen hätte?

Sie hat nicht und der eine Euro ist sicher gut angelegt. Dann habe ich noch eine Rast im Esterhazypark gehalten, wo es am dortigen Flakturm auch ein Kustwerk aus der Liste gibt. Ich habe mich aber nur erfrischt, meine Wasserflasche am Hydranten neu gefüllt und bin nach Hause gegangen.

Als ich schon dort war, ist mir eigefallen, daß ich noch Joghurt und Bananen für das Müsli der nächsten Tage kaufen hätte können. Aber das werde ich entweder am Sonntag oder Montag an einem der Bahnhöfe machen oder am Mittwoch, wenn ich ins “Centrope” gehe und das Müsli vorher mit Milch und Bananenchips verzehren.

Denn ich habe ja mein Pfingstprogramm und da will ich Samstag eigentlich zu Hause bleiben, die eigenen Bücher lesen oder Fortsetzungsgeschichten schreiben und am Sonntag vielleicht noch einmal die Seestadt suchen, aber da sind ja die Geschäfte zu. Am Montag treffe ich die Ruth und am Dienstag ist wieder Schreibgruppe, so daß ich da auch nicht vor der “Alten Schmiede” oder dem Literaturhaus einkaufen könnte

Luxussorgen könnte man so sagen, denn der Kühlschrank ist ja noch gut gefüllt, das Wetter schön und meine Schreibe- und Recherchepläne habe ich bis jetzt auch sehr gut eingehalten. Nur mit der Resonanz haptert es, aber das ist ja auch nichts Neues.

Vom öffentlichen Raum zu Brigitte Hamanns Sammlungen

Mit dem Erforschen des öffentlichen Raumes mit der Ruth, die inzwischen einen Veranstaltungsvorschlag für das nächste Jahr bei der GAV einreichen wird, ist es heute weitergegangen.

Wir haben uns, vorher  war ich mit der Anna am Naschmarkt essen und Probleme mit dem Internet hatte ich auch, bei der U-Bahnstation Krieau getroffen und dort steht die U-Bahntrasse auf einer Menge Säulen und die wurden von zwei verschiedenen Künstlern bemalt.

Da gibt es einmal die “3 Brothers”, das ist ein Projekt des brasilianischen Künstlers Speto, der eine Hommage an die Brüder Villas-Boas und an die Erzählkunst der indogenen Bevölkerung Brasiliens geliefert hat, in dem er die Säulen mit kugelförmigen Gesichtern in verschiedenen Größen, die die Brüder darstellen sollten und noch eine indogene Frauenfigur dazu malte.

Wir sind im Gras auf der gegenüberliegenden Straßenseite gesessen und haben unsere Texte, was mit der wenigen Hintergrundinformation, die wir hatten, gar nicht so einfach war, geschrieben.

Dann gab es eine Pause in der Bäckerei Felber bei Kaffee und Kuchen. Danach ging es mit dem französischen Künstler Honet, der seine Säulen mit minimalistischen Figuren, beziehungsweise modernen Totemköpfen bemalt hat, weiter.

Da sind jeweils drei auf einer Säule in den verschiedensten Farben und ich habe mir während des Schreibens Gedanken gemacht, wen  die Totemköpfe wohl bewachen, was ihre Funktion unterhalb derU-Bahntrasse ist und oben brausten die grauen Silberpfeile vorbei.

Bei unserer Veranstaltung werden wir laut Ruths Plan, die beiden Stationen mit der “Gerngroß-Säule” von Franz West verbinden.

Jetzt  sind wir aber in die Servitengasse gefahren, denn da git es noch eine Ergänzungen zu den “Antifaschismus-Stationen”,die wir schon am Montag beschrieben haben.

Denn dort hat die Künstlerin Julia Schulz in den  Boden eine Vitrine eingelassen und die mit 462 Schlüsseln gefüllt, an denen jeweils ein Namensschild einer Jüdin oder eines Juden befestigt ist, die dort bis 1938 ihren Wohnsitz oder ihr Geschäft hatten.

Das regt natürlich an Geschichten über Helena Friedmann, Alfred Kohn oder Moritz Eisler, etcetera, zu schreiben.

Wir haben uns auch hier unsere Geschichten vorgelesen und uns dann getrennt. Die Ruth ist zu einer Lesetheaterveranstaltung ins Theatermuseum gefahren, ich in die Wien-Bibliothek, wo eine Ausstellung, der im Vorjahr verstorbenen Historikerin Brigitte Hamann eröffnet wurde, denn die war eine große Sammlerin und ihre Wohnung war voll von Gegenständen, Briefen, etcetera, die sie aus verschiedenen Nachläßen und Auktionen erstanden hat.

Die wurden inzwischen von der Wien-Bibliothek übernommen und dort war es, als ich zwanzig Minuten vor Beginn gekommen bin, wieder sehr voll, so daß ich nur ganz hinten einen Platz bekommen habe, mich aber da mit Agnes Pistorius unterhalten konnte, die neben mir gesessen ist.

Markus Hering hat Textbeispiele gelesen, dann kam ein Sohn von Brigitte Hamann und erzählte, wie aufregend es für ihn und seine Geschwister gewesen ist, mit den wertvollen Gegenständen, die einmal dem Kaiser Maximillian oder der Kaiserin Sisi gehört haben, aufzuwachsen.

Brigitte Hamann hat auch die Truhe gefunden, die Sisis Gedichte enthielten, die erst 1950 geöffnet werden durften und dann veröffentlicht werden sollten.

Die sind angeblich schlecht oder in der Heine-Nachfolge.

Der Alfred hat mir aber einmal zum Muttertag ein kleines Büchlein mit den Gedichten der Kaiserin Elisabeth geschenkt und Kyra Waldner oder war es Marcel Atze, berichtete von der aufwendigen Haarpflege, die die Kaiserin mit ihren fast bodenlangen Haaren hatte.

Dann gab es wieder Brot und Wein. Man konnte sich den Katalog “So schön kann Wissenschaft sein”, ein Ausspruch von Brigitte Hamann, die ich ja, glaube ich, 2012 das letzte Mal gesehen habe, als sie den “Toleranzpreis des österreichischen Buchhandels” bekommen hat, kaufen oder sich die Ausstellung ansehen, in der nur ein Teil der Exponate, wie Marcel Atze betonte, zu sehen waren.

Ich habe mir vor allem die tonaufnahmen angehört, wo Brigitte Hamann über ihre Bücher über Kronprinz Rudolf, dieKaiserin Sisi und “Hitlers Wien” berichtet hat.

Ich habe zwar keines der Bücher gelesen. Aber vielleicht finde ich einmal eines in den Schränken. Das ist sicher interessant und auch natürlich, daß der Sohn sehr offen überdie Demenz seiner Mutter berichtet hat, die ja, glaube ich, schon 2021 zu merken war.

 

Vom öffentlichen Raum zum Kuchldeutsch

Die Ruth hatte ja Idee zu den Kunstwerken, die es im öfentlichen Raum, da gibt es einen Folder, ein Schreibprojekt zu machen und dann im nächsten Jahr eine Lesung oder einen Rundgang etcetera.

Zu Ostern, als ich gerade meine Schreibcampläne bloggte, hat sie mich deshalb angeschrieben oder angerufen und mir dann bei der letzten Schreibgruppe den entsprechenden Folder übergeben.

Lauter experimentelle Kunstwerke vom Hrdklicka-Mahnmal angefangen,  bis zu den Figuren in der Kriau, igitt, igitt, aber ich bin ja neugierig und aufgeschlossen und kann eigentlich über allles schreiben, obwohl mir die in der Schreibgruppe entsehenden Texte manchmal etwas zu essayistisch sind.

Also okay und mich, wie ich glaubte, heute Mittag zu einer diesbezüglichen Vorbesprechung mit der Ruth getroffen. Die ist sehr ehrgeizig und will mit mir in den kommenden zwei Woche je zweimal losstarten und heute hat es gleich mit dem Hrdlicka- Mahnmal gegen Krieg und Faschismus am Albertinaplatz angefangen. Das kenne ich sehr gut, trifft sich da ja Jahr für Jahr die KPÖ am ersten Mai, um zum Parlament zu marschieren und heuer habe ich festgestellt, daß es keine Bänke dort gibt.

Es gibt dort unter anderen, den die Straßen waschenden Juden von der Progromnacht 1938, aber weil sich die Touristen ungehemmt immer darauf setzten, ist der inzwischen mit Stacheldraht umhüllt und vis a vis vor derAlbertina gibt es eine Bank, aber da sitzen meistens auchTouristen darauf und fotografieren sich und als wir uns zaghaft hinsetzen wollten, winkten sie ab, weil sie uns nicht au ihren Fotos haben wollten.

Wir haben es dann doch getan und, wie in der Gruppe zwanzig Minuten geschrieben. Abr was oder wie?

Wenn man Kunstgeschichte studiert, muß man das Werk beschreiben, aber das tue und will ich ja nicht und ich hatte irgendwie die Idee vielleicht auch meine Fortsetzungsgeschichten einzubeziehen.

Es könnte sich ja der Moritz mit der Mathilde dort treffen. Aber dann hatte ich keinen Blick auf die Stelen, weil an mir die Hop on -hoff off- Busse vorbeibrausten, die Fiaker ihre Pferde striegelten und ihre Kutschen putzen, wie die Ruth so s1chön geschrieben hat und ein Polizist ein paar Meter neben mir stand und das Ganze scharf beäugte.

Und da hat es vor einigen Jahren einen Protrest gegen das Mahnmahl gegeben. Heute hasten die Touristen vorbei, die in die Oper und in die Albertina wollen und wir wollten ja auch noch wohin, nämlich zum Ballhausplatz, weil es da ja inzwischen ein Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz gibt und zwar ausgerechnet auf dem Platz, wo es Ende der Achtzigerjahre eine “Kosmos-Prostestlesung” gegeben hat, weil Barbara Klein, die engagierierte Intendtantin ein aufgelassenes Sex-Kino als Spielort haben wollte, aber das wollte auch ein Jazzclub und so habe ich da einmal meine”Verwechslung” und die ist in der “Volksstimme-Anthologe” abgedruckt, die auch ein Hrdlicka-Cover hat, gelesen und gehe inzwischen manchmal ins Kosmostheater, das es inzwischen am Siebensternplatz gibt.

Und die modernen Denkmäler haben, denke ich, alle das Problem, das sie sehr abstrakt sind und ohne Anleitung nicht so leicht zu erkennen, was damit gemeint ist.

Also an der Stelle, wo einmal eine improvisierte Bühne aufgebaut war,  große Stufen, die die Touristen wahrscheinlich zum Einladuen und >Niedersetzen auffordern. Die Rutha hat geschreiben “Kinder spielen glücklich herum.”

Und es gibt natürlich eine Tafe auf der man lesen kann, daß die Bundesregierung 2008 beschlossen hat, alle Deserteure im World War II zu rehabiliteren und den Auftrag an den Künstler Olaf Nikolai gab, das in einem Mahnmahl darzustellen.

Das ist jetzt also ein großes X, das man allerdings erst so richtig erkennt, wenn man hinaufklettert. Dann sieht man, daß oben  “all all all all alone all all alll all” etcetera steht und wir haben uns auf eine der Stufen gesetzt und geschrieben.

Eine Frau ist inzwischen gekommen, die sich, glaube ich, auch für das Denkmal interessierte, ein paar Studenten diskutierten dagegenüber die Hochschulwahl und dann kam noch eine Schulklasse, deren Lehrerin ihnen erklärte, daß es am Heldenplatz inzwischen Container geben würde, weil das Parlament renoviert wird und daher für die nächsten drei Jahre in dieses verlegt wure.

Wor wollten eigentlich noch einen dritten Ort, nämlich die Franz West-Säule in der Raalgasse beschreiben. Aber ich hatte, um fünf eine Stunde und da wäre sich das dann nicht mehr ausgegangen und am Abend gab es eine Veranstaltung behiehungsweise Buchpräsentation in der “Gesellschaft für Literatur”.

“Deutschlernen von unten- Böhmakeln und Kucheldeutsch” eine Gemeinschaftsarbeitder Universität Olmütz und Bamberg und obwohlich  um halb sechs dort war, war es schon sehr voll, weil offenbar ein Fanclub hingepilert ist und auch die achtzig Euro Bücher  alle aufgekauft hatten,  so daß nurmehr ein Ansichtsexemplar über war.

Das Thema ist aber sehr interessant, obwohl heute, nachdem der Heinz Conrad ja gestorben ist, kaum mehr einer böhmakelt. Ich tue es, obwohl meine Großmutter ja von daher hergekommen ist, auch nicht und lese inzwischen ein entsprechendes Pendant, nämlich “Broken German” von Tomer Gardi und das ist es ja, was die Kids mit dem Migrationshintergrund und dem Asylantrag heute sprechen, während damals die böhmischen Köchinnnen in der Küche ihr böhnmisches Deutsch radebrechten und das die Schauspieler in den Kabaretts, ebenfalls taten.

Und der Joseph Schwejk wurde vor fünfzig oder so Jahren selbstverständlich böhmakelnd “Bitte gehorsamst, Herr Oberst!” übersetzt und der Fritz Muliar hat das hervorragend beherrscht, während der echte Joseph in Prag ja wahrscheinlich kein Deutsch, sondern Tschechisch gesprochen hat.

Aber so ist das mit den Klischees und die Leute  haben sich sich auch blendend unterhalten und sehr gelacht.

Miguell Herz-Kestranek hat  Beispiele davon vorgelesen und  sich auch beschwert, daß  man in Prag keinen böhmakelten Schwejk haben wollte.

Der ist inzwischen, glaube ich, auch anders übersetzt und nachher gab es Wein ,tschechisches Bier und Oblatten. Ich habe mich mit Ottlwald John und anderen unterhalten und denke sehr über das Deutschlernen von Unten und die veränderte Sprache nach, werde ich ja auch öfter wegen meiner Unverständlichkeit und meinen Rechtscchreibfehlern kritisiert, obwohl ich ja, glaube ich, ganu gut Deutsch oder besser Österreichisch schreiben kann und mich trotzdem nicht anpassen will.

Von der Seestadt zum Museumsquartier

Eine aktive Phase meiner zweimonatigen Textrecherche- und Geschichteschreibezeit hat begonnen, als der Alfred am Donnerstag früh mit dem Karli in das Flugzeug nach Amerika gestiegen ist, um dort dreieinhalb Wochen zu bleiben und ich habee speziell für das erste “freie” Wochenende sehr viel vor.

Mich selbst, beziehungsweise das Literaturgeflüster ein bißchen feiern, auf Einkaufstour gehen, obwohl ich mir da ja am Freitag im Traisencenter und am Samstag in St. Pöltenschon ein bißchen was zum Anziehen gekauft habe und Geschichten-, beziehungsweise Romanstudien schreiben.

Da bin ich Dank Annika Bühnemanns Schreibimpulsen ja schon fleißig unterwegs und habe bereits drei Geschichten, bezüglich meiner einsamen Pizzeria-Frau und ein ungefähres Handlungskonzept, das ich zwar, nach dem ich die Marlene Streeruwitz gelesen habe, nicht so besonders fetzig finde, habe ich auch und vor mit den Schreibimpulsen bis Ende Juni weiterzumachen. Fortetzungsgeschichte für Fortsetzungsgeschichte schreiben und dann schauen, wie weit ich damit gekommen bin.

Daß ich für ein neues Konzept durch Wien spaziere, zum  Friseur gehe und wenn nötig, mir auch was zum Anziehen kaufe, ist  nichts Neues. Da bin ich ja schon einmal im Oktober mit der U2 in die Seestadt Aspern hinausgefahren, habe dort aber eigentlich nur eine Baustelle gefunden, obwohl ich im MUSA ja von einem diesbezüglichen Schreibprojekt gehört habe, es auch eine eigene Buchhandlung gibt und mir ein E.A. Richter auch einmal sagte, er würde dort wohnen.

Was lag also näher als den Versuch zu wiederholen, obwohl ich ja ein bißchen skeptisch war, was ein Touristentag mir für mein Pronjekt bringt und da am Donnerstag ja Feiertag war, fiel das Einkaufen auch aus oder wird am Samstag nachgeholt.

Ein bißchen hatte ich Angst, daß mir nach zwei drei Stunden die Lust ausgeht, da in Wien herumzuspazieren, so habe ich mir in der vorigen schlaflosen Nacht, Gedanken gemacht, was das bringen könnte?

Daß ich wieder die Seestadt suchen werde, das war schon fix und ich hatte auch vor dort zu essen, neben dem Mc Donald`s nehme ich ja auch ganz gern einen Asia Snack, wie Beispielsweise ein Nudelbox mit Huhn. Aber das bringt nicht viel für mein Projekt und ist nichtr unbedingt literarisch. Denn große literarische Einblicke werde ich in Aspern oder in der U-Bahn nicht machen, obwohl ich am Mittwoch Michael Hammerschmid auf einem Scooter getroffen habe, als ich in die Spengergasse ging und als ich das letzte Mal von Aspern kam oder war das nach der Buch-Wien Pressekonferenz zu der Frau Führer mich einmal eingeladen hat, Stephan Eibel Erzberg, der mir sagte, daß er zum Arzt gehen müße.

Die literarischen Begegnungen passiren ja eher, wenn ich in die “Alte Schmiede” oder ins Literaturhaus gehe und auch da nicht wirklich, denn da stehe ich meistens daneben und schaue zu, wenn sich die anderen begrüßen und Küsschen auf die Wangen drücken, aber in der Phantasie läßt sich ja einiges herstellen und da passiert derzeit auch einiges in Wien und anderswo. So wurden ja am Mittwoch, die heurigen “Bachmannpreiskanditaten” bekanntgegeben. Also könnte ich Karin Peschka in der Seestadt treffen, wie sie sich auf ihren Text vorbereiten und vielleicht sogar schon das obligarorische Filmchen dreht oder Katja Gasser könnte ich an der alten Donau sitzen sehen, wo sie in ihr Handy oder Laptop schaut, um sich die neuen dBp-Kanditaten auszusuchen und Klaus Nüchtern und Petra Hartlieb sitzen daneben und tue das für den östBp.

Das ist ja interessant und da bin ich schon neugierig, obwohl man diese Vorschauen, wenn man viel Zeit und Geduld hat, auch selber machen kann und ich auch immer im August meine diesbezüglichen Tips abgebe.

Also gut, sehr literarisch ist ein Touristen-Spaziergang durch Wien höchstwahrscheinlich nicht, ich kann aber etwas darüber schreiben und vielleicht auch schon Beobachtungen bezüglich mein neues Konzept machen, das ja sowohl in Berlin, als auch in Wien und New York spielt und wahrscheinlich drei Handlungstränge hat.

Da ist der Ex Verleger Mortitz Lichternstern, der nach dreißig Jahren, seine Jugendliebe Mathilde Schmidt wiedertrifft und erfährt, daß er ein Kind mit ihr hat. Er hat auch Angst an Parkinson oder Alzheimer zu erkranken, weil das auch seinem Vater und Großvater so passierte oder weil ihm in letzter Zeit, statt der schönen Gedichte, wie vorher, lauter kindische Versreime einfallen.

So fährt er nach Wien zum Begräbnis seiner Ex Frau, von der er seit siebenundzwanzig Jahren geschieden ist und lädt Mathilde ein mit ihr in seinem Bus einfach wegzufahren.

Die weiß nicht recht, ob sie das angebot annehmen soll, reflektiert aber ihre eigene Familiengeschichte. Se war ein unerwünschter Zilling und wurde immer hinter ihre Schwster Natalie die ihr auch Moritz weggenommen hat, gereiht und dann gibt es  noch Lily und die könnte, außer daß sie in New York das österreichische kulturinstitut kuratiert, auch einen Blog betreiben oder eine Dissertation schreiben in der sie solche erforscht und da ist mir gestern eingefallen, daß ich ja auch eine Stipendiatin nehmen könnte, die ihre Recherchen auf den Spuren einer Bloggerin oder eines Blogpreises macht.

So weit so gut und so habe ich am Donnerstag zuerst nach einem guten Frühstück in der Badewanne “Yseut” fertiggelesen und bin dann ohne Wasserflasche, das Wetter war ja nicht so schön und ich wollte auch nicht so viel schleppen, aufgebrochen. Das heißt, mit der U2 in Richtung “Seestadt” gefahren, nur leider ist mein Zug nur bis zur “Aspernstraße” gefahren. So hbin ich da ausgestiegen, habe mir eine kleine, “All you can eat Nudelbox” vom Buffet zusammengesucht, die auf einer Bank gegessen und bin dann zwei Stunden auf der Suche nach der Seestadt herummarschiert, bin durch Kleingärten und Neubauten gegangen, bis ich wieder am Ausgangsort angelangt war.

Die Seestadt will sich von mir nicht entdecken lassen, könnte man so sagen, so bin ich am Rückweg beim Museumsquartier ausgestiegen und erlebte dort eine Überraschung, nämlich einen veganen Biomarkt, mit Gratiskostproben, grüner Tee und veganer Austrich wurde verteilt. Man konnte koste und so habe ich schon einen kleinen Vorgeschmack, auf das Buffet, das ich mir ja heute machen will, wenn ich meine Recherchen zu Hause weitermachen möchte und so läßt sich ein Feiertag auch angenehm verbringen und die Touristenströme dabei vermeiden, denn nach Schönbrunn, in den Prater, zur Stephanskirche oder in die Hofburg, wollte ich nicht wirklich marschieren.

Das habe ich schon vor ein paar Jahren gemacht, als ich, als “Strohwitwe” einen “Pfingstmarathon” durchführte und dabei Marlene Streeruwitz “Verführungen” las. Einen Pfingst- oder Lesemarathon werde ich aber nächste Woche wieder machen, dabei vielleicht meine eigenen Bücher lesen und die Termine für den öffentlichen Raum, den ich ja mit der Ruth erforschen will, habe ich mit ihr auch schon abgemacht.

Weiter mit den Schreibvorbereitungs- und Recherchemonaten

Den Mai und den Juni habe ich mir als Studien und Recherchemonate bezüglich des nächsten Schreibprojektes vorgenommen und habe da, da es in dieser Zeit ja auch Annika Bühnemann zehn Geschichten-Callenge gibt, einiges vor, beziehungsweise mit dem Geschichtenschreiben schon begonnen.

Ich beginne meine neuen Schreibprojekte ja immer mit Recherche beziehungsweise beende ich die Niemandszeit zwischen dem Alten und dem Neuen mit Ritualen, wie Fensterputzen, Aufräumen, dann sammle ich Material bezüglich des nächsten Projektes, laufe in der Stadt herum, um zu recherchieren oder aber auch, um einzukaufen oder mich und mein Schreiben ein bißchen zu “feiern” und zu belohnen.

In der letzten Zeit kam dann ja eine gewissen Ausgeschriebenheit dazu und die Frage, da ich schon soviel geschrieben habe, über was ich noch schreiben soll.

So kam  da irgendwann die Idee, bevor ich mit den nächsten Projekt anfange, mir Zeit zu lassen, Studien zu machen, Wurf oder Kurzgeschichten zu schreiben, etcetera und während ich all das plante, ein bißchen hat mich das ja schon im vorigen Jahr beschäftigt, als ich die “Berührungen” geschrieben habe, kam Annika Bühnemann daher mit ihrer Schreibcallenge und ich dachte “Wow, da schließe ich mich an und mache mit!”

Und sie gibt auf ihrer Twitterseite ja auch immer sehr konkrete Schreibimpulse und das ist eine Idee, die ich auch in unserer Schreibgruppe für mich entwickelt habe.

Haben wir da ja immer ein Thema, das wir uns zu Beginn, des jeweiligen Treffens ausmachen und wenn ich gerade ein aktuelles Projekt habe, schreibe ich  eine Szene zu diesem Thema und das kann ich empfehlen, das ist sehr produktiv und gibt der Geschichte manchmal einen besonderen Kick.

Und ich bin ja eine sehr Schnelle, die das Zeitlassen, obwohl sie  immer davon schreibt, eigentlich nicht kann und so ist es auch diesmal, denn irgenwann, als ich noch beim Schreiben oder beim Korrigieren des “Frühstücks” war, kam ja die Idee über eine Frau zu schreiben die jeden Abend in einer Pizzeria sitzt und dort ein Glas Rotwein trinkt, weil ich eine solche regelmäßig sehe, wenn ich von der “Alten Schmiede” oder der “Gesellschaft für Literatur” nach Hause gehe.

Das habe ich aufgeschrieben. Aber da kam dann gleich der Gedanke “Nicht schon wieder eine depressive Frau. Du hast doch schon so oft über solche geschrieben!”

Das war auch der Auslöser für die Idee mir für den Beginn des nächsten Projekts sehr viel Zeit zu lassen und statt zu schreiben oder zu planen mit Skizzen zu beginnen.

Zufällig bin ich dann, um den ersten Mai mit dem “Frühstück” fertig geworden, was der Ausläöser war zu sagen, die nächsten zwei Monate, bis zur Beginn der “Sommerfrische”, die ja jetzt nur aus verlängerten Wochenenden bestehen wird, werden der Recherche und den Skizzen dienen, sozusagen ein selbsterteiltes Stipedium, wie ich mich vor ein paar Jahren ja auch selbst zur “Stadtschreiberin von St. Pölten” erinannt habe und zwei Monate diesbezügliche Texte verfasste.

Das habe ich beschrieben, dann meine Fenster geputzt und bin am Freitag vor zwei Wochen auch schon ein paar Stunden durch Wien gelaufen, um damit zu beginnen und dann ging es, die zwei Monate sind ja zufälligerweise gut geplant, zuerst ein paar Tage mit der Ruth und dem Alfred um den Bodensee unser Geschenk an sie, um ihren siebzigsten Geburtstag zu feiern und ein bißchen an die “Dichterradkarawane” vor zehn Jahren zu erinnern.

Da hatte ich dann schon ein paar Schreibimpulse der Annika Bühnemann gesammelt und die waren teilweise sehr konkret, so war einer über “Hausarbeit eine fetzige Szene” zu schreiben und ich dachte, wenn ich dann die Fenster putze, werde ich schauen, was ich dabei Fetziges erlebe und darüber schreiben.

Weil ich aber eine Schnelle bin, habe ich nicht so lange damit gewartet, sondern das Fensterputzen in der Vorstellung vorweg genommen und so ist “Die Stipendiatin” entstanden, sozusagen, wenn man will, die erste der zehn Challenge-Geschichten und bis zum Juni, wie Annika Bühnemann vorschlägt, habe ich mit dem Veröffentlichen auch nicht gewartet.

Am zweiten Mai war dann wieder unsere Schreibgruppe und da habe ich einen zweiten Bei Annika Bühnemann gefundenen Schreibimpuls, als Thema vorgeschlagen, nämlich über “Sucht” zu schreiben, da sie vorgeschlagen hat, eine Geschichte zu schreiben, in dem ein Süchtiger seiner Sucht nicht nach gehen kann.

Und während “Die Stipendiatin” Züge von mir hat, beziehungsweise diese ganze Hoyyautorenfrage über die ich mich in den letzten Monaten mit meinen Kritiker Uli herumgestritten habe, der übrigens dazwischen auch darüber eine Geschichte geschrieben und seine Satirekunst zum Bestengegeben hat, ging es da schon, um die Mathilde Schmidt. Eine Szene über die einsame alte Frau, die mit Grippe im Bett liegt und daher nicht in ihre Lieblingspizzeria gehen und, wie gewohnt ihr Glas Rotwein trinken kann.

Und weil ich ja sehr fleißig bin, sind in der Zeit zwischen dem zweiten und dem sechsten Mai, wo wir ja nach Bregenz gefahren sind, zwei weitere Geschichten nach Annika Bühnemanns Vorschläge entstanden, die die Mathilde Schmidt zur Protagonistin haben.

In “Eine unerwartete Aufforderung” habe ich den Impus verarbeitet: “Lass uns abhauen.” Emils Augen glänzten. “Einfach wegfahren und das Leben genießen” und dann gab es noch “Deine jugendliche Figur findet heraus, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind. Was steckt dahinter?”

Da hatte ich schon das Konzept, daß die Mathilde eine Zwillingsschwester, sowie eine Tochter hat und Lilys Vater könnte Moritz Lichtenberg sein, den ihr ihre Zwillingsschwester ja einmal weggeschnappt hatte.

Drei Kurzgeschichten, die ich noch vor unserer Abfahrt geschrieben und während unserer Reise nach und nach veröffentlicht habe, die eigentlich schon zu dem Roman gehören, den ich ja erst im Juli zu schreiben beginnen will.

Man sieht, ich bin eine Schnelle, aber durch die Bodenseerundfahrt ohnehin aus meinen Konzept herausgekommen, denn da bin ich ja geradelt, Schiff gefahren, in eine Paul Klee-Ausstellung gegangen, habe Walser, Köhlmeier,  Arno Geiger und Erika Kronabitter gelesen und habe nicht an meinem Romankonzept weitergearbeitet.

Aber ich nehme mir ja seit einigen Jahren vor, wahrscheinlich seit ich “Mit achtzig Seiten um die Welt” gelesen habe, aus meinen Urlauben Kurzgeschichten mitzubringen, beziehungsweise nachher Reisegeschichten zu verfassen und in den Blog einzustellen.

Da war ich diesmal ein bißchen blockiert, denn außer mir vorzustellen, wie ich durch Überlingen spaziere und dabei Martin Walser sehe, der gerade zum Zahnarzt oder sonstwohin geht, ist mir nicht viel eingefallen und das habe ich dann geleassen, weil ich ja inzwischen auch das Buch “Mit Martin Walser um den Bodensee” gelesen habe, das wahrscheinig einige diesbezügliche Inspirationen wegnimmt oder schon erfüllt.

So bin ich letzten Montag, als wir zurückgekommen waren, zwar bis vier Uhr früh des nächsten Tages an meinen Laptop gesessen, habe die gelesenen Bücher besprochen und meinen Reisebericht geschrieben, aber keine Reisegeschichte und vielleicht ein bißchen schlechtes Gewissen deshalb gehabt.

Denn ich will ja, auch wenn mir das niemand glaubt, alles perfekt machen und bin auch sehr bestrebt, die mir gesetzten Ansprüche zu erfüllen.

So habe ich die Geschichte inzwischen nachgeholt und der “Grenzverkehr” ist, wenn man so will, meine fünfte Challenge-Geschichte und dabei haben wir noch gar nicht Juni und ich bin inzwischen ins verlängerte Wochenende nach Harland aufgebrochen, obwohl es am Donnerstag und Freitag ein sehr vielfältiges Literaturprogramm in Wien gegeben hätte, so findet ja beispielsweise das Centrope- Festival auf das ich mich ja das ganze Semester mit den demensprechenen Textanalysen vorbereite, an diesen Tagen statt.

Ich bin aber am Donnerstag mit dem Alfred und einigen Büchern nach Harland gefahren und war da ein wenig ratlos, wie ich es mit meinem Schreibcampmonat halten soll, bin aber am Freitag mit dem Alfred und der Schwiegermutter im “Bootshaus” Mittagessen gewesen und dann zur “Seedose” beziehungsweise zum Traisencenter gefahren und habe dort ein wenig eingekauft.

Slips, Socken, ein Leiberl, ein Eis gegessen und am Donnerstag fährt der Alfred ja mit dem Karli für ein paar Wochen nach Amerika.

Da habe ich auch schon einiges vor, beziehungsweise, hat sich ja die Ruth schon um Ostern bei mir gemeldet und mir vorgeschlagen, mit ihr in dieser Zeit, den öffentlichen Raum zu erforschen.

Ich will das “Blogbuster-Leseprobenbuch” lesen und dann die noch fehlenden Geschichten und vielleicht, weil ich ja so fleißig bin, noch ein paar mehr, schreiben und dann irgendwie und ganz allmählich zu meinem neuen Roman kommen, für den ich die drei schon erwähnten Geschichten sicherlich verwenden kann. Konzept dazu habe ich noch keines, beziehungsweise noch kein wirklich ausgereiftes.

Ich weiß also wieder nicht so genau, wie beginnen, fortsetzen und beenden oder doch ein bißchen. Am Anfang steht vielleicht die Grippe, dann kommt Lilys Aufforderung doch zum Begräbnis der Tante zu gehen, dort triff Mathilde Moritz Lichtenstern wieder und daztwischen rollt sie ihre Vergangenheit auf. So weit, so what und sehr fleißig.

Annika Bühnemann rät zwar auch in ihren Videos seine Schreibideen nicht zu sehr zu verraten, auf daß sie nicht gestohlen werden, aber da bin ich ich eher unbedenklich, denn natürlich kann jeder über eine Frau schreiben, die abends einsam in der Pizzeria sitzt, aber es kommen bei zwei oder drei Schreibenden sicher zwei oder drei verschiedene Geschichten heraus.

So weit, so what und sehr zuversichtlich meine zwei Schreibcampmonate sehr intensiv zu verleben und etwas kann ich noch verraten, das “Etcetera Köpfe-Heft” für das ich ja im Februar in unserer Schreibgruppe eine Geschichte geschrieben habe und die dann beim Osterspaziergang der LitGes vorgelesen habe, ist inzwischen zu mir beziehungsweise zum Alfred gekommen.

Denn der hat ja Eva Riebler seine Fotos, die auch in dem Heft enthalten sind, zur Verfügung gstellt. Da kann man also auch ein Foto von mir finden und nachlesen, daß ich meine Geschichte beim Osterspaziergang gelesen habe.

Sonst kann ich noch vermelden, am Mittwoch, um zehn werden die Namen der Glücklichen oder Auserwähleten bekanntgegeben, die heuer beim Bachmannpreis lesen dürfen, da habe ich diesmal noch keine Überlegungen angestrengt, wer das denn sein könnte und wen ich davon kenne. Bin also sehr gespannt iund schreibe beziehungsweise recherchiere bis dahin eifrig weiter und dann gibt es auch bald “Neun Jahre Literaturgeflüster” zu feiern.