Startertag

Die Sommerfrische ist vorbei, wir sind nach Wien zurückgekommen, die Fenster sind geputzt und am Dienstag in der Schreibgruppe habe ich den Beginn der ersten Szene meiner “Unsichtbaren Frau” geschrieben.

Da bin ich ja am letzten Sommerfrischendonnerstag mit dem Korrigieren meiner “Fortsetzungsgeschichten” fertiggeworden und jetzt ab in das neue Projekt?

Da habe ich ja schon geschrieben, daß ich das  eigenlich im November im Zuge des Nanowrimos machen wollte und jetzt ein wenig skeptisch bin, was ich bis dahin machen soll? Wieder Material sammeln, Szenen schreiben oder gleich einsteigen und dann im November vielleicht schon fertig sein und den Nano zum Korrigieren verwenden?

Da habe ich auch geschrieben, daß ich mir diesmal nicht zwei Monate Zeit bis zum Beginn, was ich dann  ohnehin nicht schaffte, nehmen wollte, sondern gleich beginnen. Allerdings bin ich jetzt auch beim doppelten Buchpreislesen und sollte da  auch einiges tun, denn, ich glaube, es liegen an die zehn Buchpreisbücher in meinen Bad und wahrscheinlich nicht sehr viel weniger PDFs und Neuerscheinungen, die aufs Lesen warten.

Aber natürlich will ich beides machen. Am Morgen lesen, dann Praxis und schreiben und am Abend zu Veranstaltungen gehen, die ja auch bald beginnen. So ist ja mein Rhythmus und daran halte ich mich auch.

So habe ich am vorigen Montag, bevor ich ins Weinhaus Sittl zu dem “Joe Berger-Abend” gegangen bin, mir das graue Notizbuch, das mir der Alfred in Lindau am Bodensee gekauft hat, durchgeschaut und schon ein paar Eintragungen gemacht, beziehungsweise mir die Struktur meines neuen Proekts überlegt.

Das ist ja irgendwie ein Überbleibsel der Forsetzungsgeschichten. Denn dort wollen Lily Schmidt und Slavenka Jagoda ja einen Blogroman über eine unsichtbare Frau schreiben und am Montag ist mir, glaube ich, so ungefähr eingefallen, daß die Amanda Siebenstern heißen wird, acht- oder neunundzwanzig jahre alt ist, vergleichende Literaturwissenschaft studiert hat und jetzt als prekäre Germanistin in einer Ottakringer Zimmer Küche Wohnung wohnt. Sie war ein paar Jahre Lektorin in Segedin, unterrichtet Deutsch als Fremdsprache an der VHS Ottakring und was ja jetzt nicht so klar ist, ist die Frage, wer sind jetzt die Protgagonisten?

Lily und Slavenka in New York oder Amanda in Wien, die sich Nachts mit Donald Trump im weißen Haus trifft oder Sebastian Kurz, beziehungsweise H. C. Strache bei ihrem Wahlkampf begleitet und, daß der Blog von einem amerikanischen Professor an der Standford Uni, namens Jonathan Smith, beobachtet wird, habe ich auch geplant, aber wen beobachtet er, den Blog von Slavenka und Lily oder den der Amanda Siebenstern?

Am Dienstag habe ich,  nachdem klar war, daß das Thema “Muße -Muse” und nicht unsichtbar war, mit der Slavenka Jagoda begonnen, die Szene dann am Mittwoch, glaube ich, fertig und in meinen Textordner geschrieben. Denn es soll  diesmal kein Blogroman werden und da war dann schon die Idee, die zweite Szene gilt der prekären Literaturwissenschaftlerin Amanda Siebenstern und am Freitag hatte ich keine Stunde.

Also ideal ihn mit einem weiteren Ritual mit dem ich meine neuen Sachen gerne starte, zu beginnen.In Wien herumfahren oder laufen, Recherchen machen, Leute beobachten, plotten, aber auch zm Mc Donalds gehen, einkaufen, shoppen Touristin spielen, das habe ich  im Mai und Juni, als der Alfred in Amerika war, intensiv gemacht.

Diesmal wußte ich nicht so recht, ob ich das wirklich will? War auch etwas unruhig, wegen der Post, denn ich warte  noch auf einige Bücher und habe dann immer Angst, daß sie verloren gehen. Bin aber so um neun losgestartet. Da habe ich noch geglaubt, es gebe um fünf eine Venisage in der “Alten Schmiede” und geplant, das vielleicht zu kombinieren oder zu dort zu beenden. Dann bin ich daraufgekommen, daß die Vernisage möglicherweise in Budapest stattfindet und dort wollte und konnte ich auch so schnell nicht hin.

Also eine kleine Runde und ich habe da auch meine bevorzugten Wege. Einer wäre sicher eine Bücherkastentour, aber dann schleppe ich nach und nach einen Haufen Bücher mit mir herum und habe dann keine so rechte Lust mehr zum weiterforschen. Die Hauptbücherei und da die Ecke mit den Zeitungen ist auch so ein Ort. Da habe ich schon öfter recherchiert und diesmal brauche ich  auch Material aus Zeitungen.

Wie ist das mit Donald Trumps Plänen, die mekikanischen Einwanderer zweiter Generation zurückzuschicken? Wie mit dem Nordkoreakrieg oder den österreichischen Wahlkampf?

Das läßt sich  nicht so ad hoc herunterschreiben. Amanda geht ins weiße Haus und weckt den Präsideenten auf und diskutiert mit ihm darüber?

So bin ich schnell am Sand oder an der Wand. Also in die Hauptbücherei  Zeitung lesen und zuerst wollte ich das Ganze mit einem Frühstück beim Mc Donalds beginnen, weil ich da ja Gutscheine hatte und ich das auch gern tue. Also in Richtung Kettenbürckengasse und “Wortschatz” aufgebrochen und da ist mir eingefallen, ich könnte ja, wenn sie schon offen hat, die Buchhandlung in der Margaretenstraße aufsuchen und nach dem Leseprobenbüchlein zum öst Buchpreis fragen.

Die hatten es im letzten Jahr zwar nicht, heuer aber schon und so bin ich etwas später mit einen kleinen Caffe Latte und einem Bacon Toast, der eigentlich eine Flade ist, im Fritz Grünbaum Park gelandet und habe mir meine zweite Szene,  ausgedacht.

Danach Mariahilferstraße und “Thalia”, die Bücher die dort liegen anschauen, sich über die ärgern, die noch nicht gekommen sind und vielleicht auch nicht kommen und sich über die anderen freuen und dabei auch die vorwiegend Kundinnen beobachten. Richtig, für meine unsichtbaren Frau-Geschichte bringt mir das nicht viel. Aber das Ganze ist  offenbar ohnehin ein Startertag. Ein bißchen herumlaufen, schauen und Gutscheine einlösen, bevor es beginnt.

So bin ich  zum Westbahnhof und dann in die Hauptbücherei, wo ich mir diesmal drei Zeitungen nahm. Sonst schreibe ich dort immer nur in mein Notizbuch und ein paar Themen herausgesucht. Da gibt es ja auchzwei Video der  FPÖ “Neulich bei den Hubers”, das die Amanda sehen könnte, nachdem sie von der Volksshochschule nach Hause kommt.

Dann zum offenen Bücherkasten in die Westbahnstraße. Richtig, diesmal wollte ich nur eine kleine Tour und habe dort genausowenig etwas gefunden, wie beim “Wortschatz”

Macht ja nichts, denn ich muß jetzt  ohnehin Buchpreislesen und werde so das “Powerbuch” in dem es, glaube ich, auch um das Netz und Blogs geht, das ich mal im Schrank gefunden und mir gedacht habe, das könnte ich als Recherchelektüre nehmen, vorerst nicht lesen.

Dann bin ich über das Museumsquartier in die Stadt und dort zu dem japanischen Fastfoodrestaurant in der Rotenturmstraße. Da ich dort, als ich vorige Woche zum Delphintheater und zum Volkstimmefest ging, gesehen habe, es gibt was Ansprechendes  um 4.90 und sich damit an den Donaukanal in die dort bereitstehenden Liegestühle setzen.

Es war ja sehr heiß und schön nur leider hat mich der junge Japaner nicht ganz verstanden, als ich nachdem er die Box mit den Knusperbällchen vollgefüllt hatte, sagte, ich wolle auch noch, wie angeschrieben Reis dazu. Eine Frau hat mir dann auch gebratenen Reis oder Nudeln geben wollen und dann, als ich sie fragte, ob sie keinen weißen Reis hätten, damit eine andere Box ziemlich angefüllt und mir nur oben ein paar der saucenlosen Knusperstücke draufgelegt, so daß das Mahl ziemlich trocken war.

Trotzdem noch einmal Mc Donalds und einen Smoothie Gutschein beim Mc Cafe einlösen. Dort konnte ich den Barrista beobachten, wie er einen Kollegen einschulte und dabei ziemlich wild mit der Schaummilch hantierte, so daß die Theke überall vollgeschüttet war und nicht sehr appetitlich aussah.

Sicher sehr interessant und vielleicht auch einmal einbaubar.

Danach zurück, um meinen Lesern von meiner heutigen Recherche zu erzählen und dann vielleicht mit der zweiten Szene zu beginnen, bevor ich in die Badewanne gehe, um dort Uwe Timms  “Ikarien” zu  lesen, damit ich möglichst bald wieder zu den deutschen Buchpreisbücher komme und da wurde bereits die Shortlist festgelegt, die am Dienstag verlautbart wird.

Da würde ich mir rein nach dem Mainstreamfeeling Zaimoglu, Bonne, Lüscher, Regner, Schulze und als Quotenfrau Poschmann vorstellen können.

Auf den Blogs höre ich auch immer, daß Franzobel große Chancen hätte und da habe ich inzwischen auch das PDF bekommen.

ich selber habe seit der Bekanntgabe ja nur fünf Bücher gelesen, weil Zaimoglu und Wolf  schon im Frühling gelesen wurde und werde morgen mit Michael Wildenhain weiterlesen, dann kommen  Sven Regner und endlich, worauf ich mich schon freue, Robert Menasses “Hauptstadt” dran.

Bei “Nach Onkalo” warte ich  noch immer, ob nicht doch noch  das Buch kommt, bevor ich mich an das PDF mache.

Ich bin gespannt und lese auch bei den offiziellen Bloggern eifrig nach, die jetzt ihre Rezensionen langsam einstellen und schon einiges gelesen habe.

Das hindert vielleicht ein bißchen in den eigenen Roman hineinzukommen, umsomehr, wenn man unwillkürlich denkt, “Wird ohnehin nichts!”, aber das will ich ignorieren und arbeite auch hart daran, in die Sache hineinzukommen. Sei es  im September und Oktober oder erst im November, das ist egal und Material sammeln ist diesmal besonders wichtig.

Da lenkt das Lesen ein wenig ab, stimmt schon, aber dazu passend hat mich die “Schule für Dichtung” zu einer kostenlosen Webklasse mit Jujlia Rabinowich zum Thema “Wahlkampf” eingeladen. Das bringt mich vielleicht wieder hinein und mir gleichzeig die kostenlose “Dialogklasse” für die ich mich angemeldet habe, abgesagt.

Aber macht ja nichts “Ich schreibe trotzdem weiter”, habe ich zurückgeschrieben und das werde ich auch tun.

Phantome

Daß der 1983 in Tirol geborene Robert Prosser, dessen literarische Karriere, ich, glaube ich, seit 2009 verfolge, als er damals gemeinsam mit Cornelia Travnicek und Clemens J. Setz, als Newcomer am Cover Der “Buchkultur” war, verfolge, 2017 auf die deutsche LL kam,war für mich eine Überraschung und auch, daß er seinen Roman “Phantome” bei “Ullstein” und nicht mehr bei “Klever” verlegte, wo “Strom” “Feuerwerk” und “Geister und Tatoos” erschienen sind,  das Debut war übrigens 2009 und nicht 2013, wie auf dem Klappetext steht, dachte “Hui, ein Autor mit einer sehr eigenständigigen poetrryslamähnlichen Pross und dem entsprechenden Vortragsstil,prosa, auf dieser Liste und las dann erstaunt, daß sich die Blogger über den über den Bosnienkrieg spielenden Roman freuten und keine Rede, daß das ein eher experimenteller Autor ist.

Gut, “Geister und Tatoos” handelt, glaube ich auch von Bosnien. Ich habe keines der drei frühen Bücher gelesen, war aber, bei jeden, glaube ich auf einer oder mehreren Lesungen, im Literaturhaus, der “Gesellschaft”, in der “Alten Schmiede”, sogar im Schauspielhaus, etcetera.

Dann habe ich bei einigen Bloggern noch gelesen, daß ihnen an dem Buch mißfallen würde, daß es mehr reportagenhaft als literarisch wäre, dachte “Aha!”, wunderte mich und fing zu lesen an, nachdem mir “Ullstein” das Buch sehr bald und sogar zweimal schickte, nachdem ich auf eine Einladung zu einerPräsentation nach Hamburg, glaube ich, zu kommen, noch einmal ein Rezensionsexemplar anfragte.

Was soll ich sagen? “Ullstein” toll, “Longlist” ebenso und herzliche Gratulation, aber wo ist der eigenständige unverwechselbare Ton, für den er wahrscheinlich den “Priessnitz-Preis” bekommen hat?

Ein bißchen ist davon noch, zumindestens am Anfang da, denn der erste 2015, spielende Teil beginnt in Wien und wird von einem Sprayer erzählt, der aufzählt, wie es ist, sich an Polizei und Security mit der Spraydose vorbei in den Untergrund zu schleichen und dann am Klo, in das er sich flüchtet, noch einen Mönch zu treffen, der sehr verständnisvoll ist.

Der Klappentext spricht zwar auch von einem Sprayer, erzählt dann aber von Anisa, die 1992 nach Wien flüchtete. Jahre später reist ihre Tochter Sara mit ihrem Sprayerfreund wieder nach Bosnien, um den Spuren ihrer Mutter nachzuforschen.

Das klingt interessant, haben die Blogger meist auch gesprieben oder geyoutubt. Ist es sicher auch, aber ein gänzlich anderer Robert Prosser, als ich ihn kenne und das finde ich ein bißchen schade, aber vielleicht muß ich mich an die geänderte Stilrichtung erst gewöhnen.

Die beiden reisen also nach Bosnien. Sara war mit ihrer Mutter schon 2004 da, die, nachdem sie nach Österreich flüchtete, ihren Vater nie wieder sah und auch ihren Freund Jovan, ein bosnischer Serbe, der in die Armee eingezogen wurde, verlor. Hier hat sie einen Richard geheiratet und nicht mehr viel über ihre Vergangenheit gesprochen. Sara will ihre Wurzeln aufspüren und 2015 wird auch zwanzig Jahre nach dem Geschehen, des Massenmordes von Srebenica gedacht.

Dann kommt der zweite in fünf Kapitel aufgeteilte Teil, der in das Jahr 1992 führt und abwechselnd von Jovan und Anisa erzählt. Sie ist hier schon in Wien in einem Flüchtlingslager, er bei der Armee, desertiert, wird aber eingefangen und muß sich dann am Ende sich wohl auch engtscheiden, ob er bei einem Massenmord abdrücken oder selbst das erste Opfer sein will?

Er entscheidet sich offenbar für seine  “Pflicht” und das Leben, denn der dritte Teil, der auch 2015 spielt, führt überraschenderweise nach Krems-Stein, wo Jovan, der dort wegen eines Einbruchs bei einem Juwelier einsitzt, bald entlassen werden soll.

Wie schon beschrieben, ein sehr überraschendes und auch sehr sprunghaftes Buch, das sicher viel Information über den Balkankrieg und über die Schicksale derjenigen, die 1992 nach Österreich geflohen sind, dort in die Schule kamen und dann wahrscheinlich in Tirol neben Robert Prosser auf der Schulbank, etcetera, saßen, erzählt.

Es gibt auch ein Nachwort, wo der Autor von seiner Recherchearbeit für den Roman erzählt. E hat interviews geführt und berichtet von den Vorbilder die zu seinem Jovan, seiner Anisa, etcetera, führten.

Also fein, daß es neben den sehr abgehobenen brillant geschriebenen Mainstream-Werken, wie beispielsweise, das eines Jonas Lüschers, Ferdun Zaimoglus, den ich ja bekanntermaßen den Preis wünsche und Mirco Bonne, dessen Midlifecrisesgeschichte mir nicht sehr glaubhaft erschien, auf die Longlist kam. Denn es ist sicher interessant, sich über die Schicksale seiner Nachbarn, Hausmeister, Schulkollegen, Putzfrauen, die vielleicht ein ähnliches Schcksal hatten, Gedanken zu machen und in einer ähnlichen Dichte habe ich davon auch noch nicht gelesen, obwohl es ja schon andere Bücher über Jugendliche gibt, die den Balkankrieg erlebten, beziehungsweise von dort nach Deutschland oder anderswohin geflüchtet sind.

Das Cover, das sollte ich vielleicht noch erwähnen, ein dunkelroter glänzender Umschlag mit einem großen tränenden Auge, gefällt mir überhaupt nicht.

Die österreichische Buchpreisliste und ihre Beziehung zu den O-Tönen

Jetzt ist sie da, die zweite österreichische lange Buchpreisliste, die, wie ich höre, in Deutschlan ziemlich unbekannt ist und wenn man sich so die Namen der nominierten Bücher durchsieht und sie mit meiner vor ein paar Wochen getroffenen Schätzung, vergleicht, dann sieht man, es gibt, wenn man regelmäßig zu den O-Tönen geht, nur wenige Überraschungen oder doch. Ein paar experimentelle Bücher von denen ich öfter hörte, die aber irgendwie an mir vorbeigegangen sind, wie das, der Brigitta Falkner oder des Oswald Eggers, und  von Franz Schuhs “Magazin des Glücks”, ein Buch das es meiner Schätzung nach schon seit ewigen Zeiten gibt, war für mich auch eine Überraschung.

An Doris Knecht neues Buch hätte ich ja bei der deutschen Liste gedacht und das ht der Alfred heuer in Leipzig ja gekauft, aber dann der Anna geschenkt, während ich, als er in Amerika war, “Wald” gelesen habe, was einmal im Schrank für mich lag.

Also keine sonderlichen Überraschungen, aber da hatte ich ja nach den letzten O-Tönen, als Katja Gasser dort bedauerte, dam man Florjan Lipus den großen österreichischen Staatspreis verwehrte, die Idee, daß wir, wenn, er auf der Liste steht, schon genauso den Preisträger hätten, wie es im Vorigen Jahr die Frau Mayröcker war.

Ist er aber nicht uind war auch nicht so. Natürlich, denn Katja Gasser ist ja in der Jury für den deutschen Bp und tüftelt, während ich gerade eine Longlistlesepause mache und mich mit literarischen Reportagen beschäftige, aus, wer da nächste Woche auf die kurze Liste kommt?

In der österreichen Jury sind die Buchhändlerin und Amazon-Hasserin, Petra Hartlieb, deren “Wunderbare Buchhandlung”, ich noch lesen muß, Klaus  Kastberger, der bei den O-Tönen moderierte, Klaus Nüchtern vom Falter und Kristina “Pfoser vom ORF und die mir eher unbekannte Wiebke Porombka, die, glaube ich, schon einmal in der dBpjury war und ich hätte noch gedach,t Brigitte Schwens Harrant, aber die war vielleicht schon im vorigen Jahr dort und wer, werden jetzt meine Leser vielleicht fragen, steht  nun auf der langen Liste und auf der kurzen für die Debuts?

Also als erstes eine Überraschung, obwohl es eigentlich nicht so unerwartet ist.

  1. Oswald Egger “Val di Sol,   dann folgt zweitens wieder sehr experimentell und daher für mich unerwartet
  2. Brigitta Falkner “Strategien der Wirtsfindung, aber da gab es schon eine Ausstellung im Literaturhaus darüber
  3. Olga Flor “Klartraum” endlich ein OTöne -Treffer, aber auch ein sehr kompliziertes Buch, ob ich es verstehen werde>?
  4. Paulus Hochgatterer “Der Tag an dem mein Großvater ein Held war”, decapo o-tönig und sehr kurz für die Vielleserin also erholsam
  5. Doris Knecht “Alles über Beziehungen”, ein Buch, das an mir bisher vorbei gegangen ist. Aber vielleicht kann ich es mir von der Anna holen, wenn “Suhrkamp” es mir nicht schickt.
  6. Eva Menasse “Tiere für Fortgeschrittene” ist auch o-tönig und erholsam, weil schon gelesen
  7. Robert Menasse “Die Hauptstadt”, war nicht bei den O-tönen, weil offiziell noch nicht erschienen, steht aber auf der dBp und liegt in meinem Badezimmer und ich freue mich schon auf das Schwein, das da durch Brüssel rennt
  8. Karin Peschka “Autolyse Wien” wieder o tönig, wieder ein Treffer und beim Bachmannpreis wurde ein Textauszug auch gelesen.
  9. Doron Rabinovici “Die Außerirdischen” o-tönig und ein Buch, auf das ich mich sehr freue und bitte, bitte, lieber “Suhrkamp” schick es mir, denn ich habe Doron Rabonivice schon im MQ gefragt, ob er damit wieder auf die Shortlist kommen wird und
  10. Franz Schuh “Fortuna aus dem Magazin des Glücks”, ein Buch, das Christa Nebenführ, glaube ich, schon bei ihrer Glücksreihe in der “Alten Schmiede” vorstellte oder darüber sprach. Ich bin nicht sicher, ob ich es verstehen werde,  werde es aber sicher lesen , denn die liebe Frau Rössler von Deuticke, die mir ja schon voraussagte, ihr Verlag steht darauf, es mir bereits mit dem Franzobel-PDF schickte, das nicht auf der Liste steht. Aber macht ja nichts, höre ich ja allethalben, der wird den dBp gewinnen oder zumindestens auf die Shortlist kommen.

Also bevor es zum Debutpreis geht, die Trefferanalyse, zwei bis fünf könnte man sagen, denn Olga Flor und Eva Menasse habe ich unter eins bis zehn geschrieben. Hochgatterer, Rabinovici und Menasse dann nur erwähnt und schade, lieber Dietmar Füssel, daß es nichts mit der Longlist wurde.

Aber macht ja nichts, man kann sein Buch trotzdem lesen,  soll es auch und es gibt noch soviel anderes. Ich habe ja inzwischen auf dem Volksstimmefest Gertraud Klemm gefragt, ob sie glaubt, daß sie mit ihrem neuen Buch auf die Liste kommt? Anna Jeller hat es jedenfalls in ihrem Schaufenster liegen und für die, die mich immer unersättlich nennen, Theodora Bauer hat auch ein neues Buch, das nicht auf dieser Liste steht und Picus hat mir schon geschrieben, daß er es mir schicken wird.

Also wieder mehrgleisig und durcheinander lesen und es würde mich auch interessieren, was meine Leser von der Liste halten, aber richtig, es gibt ja noch den Debutpreis und der hat auch zwei O-Töne Treffer, nämlich

1.Mascha Dabic “Streuungsverluste” und

2.Irene Diwiak “Liebwies” auf das letztere Buch freue ich mich besonders und  werde es auch lesen, denn die liebe Frau Rössler hat es mir auch geschickt und dann kam noch das für mich völlig unbekannte Buch von

3. Nava Ebrahimi “Sechszehn Wörte” darauf.

Also lesen, lesen, lesen und ich erwähnte vielleicht der Vollständigheit halber, daß ich da schon sieben deutsche Bp-Bücher hinter mich gebracht habe und jetzt “Refuges Wordwide”, die literarischen Reportagen aus dem “Wagenbach Verlag” lese und dann mit Uwe Timms “Ikarien” weitermache. Ein Buch, das auch nicht auf der dLL steht, es aber sicher könnte, bevor ich mit entweder dem “Singen der Sirene” oder mit “Nach onalko” weitermache, aber das ist das einzige Buch, das ich von der “Netgalley” öffnen konnte. Der Verlag hat mir aber inzwischen geschrieben, daß er es mir schicken wird und da ich ja lieber richtige Bücher als Dateien lese, warte ich  lieber noch ein bißchen, umsomehr, daß ich ja auch noch den Seven Regener, den Robert Menasse, die Sasa Mariaa, Salzmann, den Ingo Schulz und und und zur Auswahl habe….

 

In die Herbstarbeit

Der Herbst hat zwar noch nicht begonnen, aber der September und da gibts ja am Wochenende traditonell vor Schulbeginn, das Volksstimmefest im Prater, wo ich lesen werden und deshalb sind wir am Donnerstag nicht mehr nach Harland gefahren, sondern in Wien geblieben.

O Töne gab es auch nicht mehr. So waren wir am Rathausplatz bei einem Konzert des ebenfalls schon verstorbenenen George Michael aus London und am Freitag ging es, nachdem ich die Abfrechnung schon gestern machte, ans Fensterputzen.

Meine Leser wissen, das ist das Ritual zwischen dem Alten und Neuen und da habe ich ja letzten Donnerstag bevor ich zu den letzten O Tönen gegangen bin, die Korrekturen von “Besser später als nie” beendet, das Manu an den Alfred geschickt, den Beschreibungstext geschrieben. Das Cover wird diesmal eine Pizza sein, die der Alfred ja oft von einer Pizzeria aus der Kettenbrückengasse bringt und nein, es ist nicht die, in der ich immer die ältere Frau sitzen sehe, wenn ich von der “Alten Schmiede” oder der “Gesellschaft für Literatur” nach Hause gehe.

Jetzt geht es also an das “Morgen”, ab ersten September und eigentlich wollte ich den Blogroman über die unsichtbare Frau, die versucht auf friedlichen Wege, die Weltansichten der Herren Putin, Trump etcetera, etwas zurechtzurücken, im November beim “Nanowrimo” schreiben.

Was mache ich also? Wieder zwei Monate warten, durch die Stadt streunen und Ideen sammeln, um dann vielleicht am einunddreißigsten Oktober wieder festzustellen, daß ich eigentlich schon allles habe und jetzt einen “Korrigier-Nano” machen könnte?

Wahrscheinlich nicht, wahrscheinlich werde ich die Fenster putzen, beziehungsweise ist das wahrscheinlich schon getan, wenn dieser Post erscheint, ich bin ja eine Vorausschreiberin und dann Notizen sammeln. Überlegen, was ich eigentlich schreiben will und da gibt es ja mehrere Ansätze.

Die Slavica Jagoda und die Lily Schmidt, die wir schon aus “Besser spät als nie” kennen, können in New York den Blogroman über die unsichtbare Frau schreiben und in die Welt schicken.

Aber die könnte ja auch ihre eigene Stimme haben und sie könnte eine erfolglose Autorin sein, die ihre Aktionen ins Netz verlegt, eine Amanda irgendwas, den entsprechen klingenden Namen müßte ich mir erst suchen und, daß da der Exverleger Moritz Lichtenstern auf ihre Spur kommt, ist eigentlich schon ein alter Hut, den man schon in der Anna findet, da heißt der Verleger zwar anders und die Autorin schreibt über ihre Großmutter und über keine unsichtbare Frau, aber wie sagte schon der alte Heimito, man schreibt immer den selben Roman sein Leben lang.

Ein wenig abwandeln könnte man das neue Work in Progress aber schon, also wird die Amanda, ich nenne sie mal so vielleicht auf einen Don Quijote  von rechts nach links treffen und sich mit ihm duellieren.

Die entsprechenden Vorerfahrungen, habe ich da ja in den letzten Monaten vielleicht schon gemacht, während sie versucht die Welt zu retten, in dem sie nachts Donald Trump und Wladimir Putin erscheint und ihnen sanft ins Gewissen redet.

Aber eigentlich könnte ich  auch vom österreichischen Wahlkampf schreiben und die Amanda mit Sebastian Kurz streiten lassen.

Mal sehen, meine Ideen sind, wie man merken kann, noch recht vage und unausgegoren. Vielleicht auch, weil ich noch nicht wirklich weiß, ob ich mich da jetzt hineinsteigern und darauflosschreiben soll, um dann im November nicht recht zu wissen, wie ich es mit dem “Nanowrimo” mache.

Der im Vorjahr ist ja auch ausgefallen, weil ich da, glaube ich mit meiner “Kroatiengeschichte”  beschäftigt war.

Ein wenig Materialsuche wäre also wahrscheinlich doch sehr brauchbar und dann habe ich  vor einiger Zeit im Schrank ein Buch gefunden, das sich mit Blogs beschäftigt. Das habe ich auf meine Leseliste gesetzt und gedacht, das nehme ich als Vorbereitungslektüre, aber jetzt bin ich ja mit meinem Buchpreislesen, das sich ja bald verdoppeln wird, sehr beschäftigt.

Da lese ich gerade Buch sieben, nämlich das im “Ullstein Verlag” erschienene des Robert Prossers und staune, wie sehr der auf einmal realistisch schreibt, habe noch ein PDF in meinem Kasten, fünf Bücher im Badezimmer und zwei oder drei sollten eigentlich noch kommen, der Rest ist Schweigen oder liegt in meinem Bücherregal der “Netgalley” und ich kann sie nicht öffnen.

Also lesen, lesen, damit die Verlage nicht Wochen auf meine Besprechungen warten müßen. Da komme ich vielleicht gar nicht so zum Recherchieren, obwohl ich ein paar Recherchetage sicher machen werde, aber wahrscheinlich nicht zwei Monate lang. Da packt mich sicher vorher die Ungeduld, beziehungsweise nehme ich mir diesmal nicht soviel Zeit dafür.

Die Veranstaltungen beginnen jetzt auch allmählich. So gab es am Freitag eine Lesetheaterveranstaltung, am Montag nach dem Volksstimmefest, noch eine Veranstaltung im Weinhaus Sittl und die “Alte Schmiede” hat mir auch schon das Programm geschickt.

Das sind meine Herbstpläne. Lesen und schreiben neben meiner psychotherapeutischen Arbeit und gespannt sein, wie das mit den Longlisten werden wird, das natürlich auch und der Alfred sollte inzwischen die Korrekturen von “Vor dem Frühstück kennt dich keiner” einarbeiten, damit ich das nochmals korrigeren kann,  sich “Besser spät als nie” ansehen und das Coverfoto machen.

 

Lichter als der Tag

Buch sechs der Longlist  ist ein typisches “Schwiergermutterbuch”, also eines, das man von der Longlist kaufen und der Schwiegermutter, Frau oder Mutter auf den Gabentisch legen kann, ein Shortlistbuch wohl auch, zumindestens ist der 1965 am Tegernsee geborene Mirco Bonne 2013, glaube ich, schon mit “Nie mehr Nacht” auf der Shortlist gestanden. Ich habe das Buch, glaube ich, einmal im Schrank gefunden, aber genauso noch nicht gelesen  wie der “Eiskalte Himmel”, das eine bibiliophile Wu-Kollegin dem Alfred einmal, glaube ich, um zwei Euro verkaufte.

Gesehen und gehört habe ich den Autor einmal in der “Gesellschaft für Literatur”, nun das PDF des neuen Longlistenbuchs gelesen und was soll ich dazu sagen?

Es ist ein Buich für die Schwiegermutter, eines, was vielleicht auf die Shortlist kommt, aber eigentlich nichts Neues und ob die hunderttausendste Midlifekrise Geschichte des Mannes um fünfzig wirklich berühren kann, ist die Frage?

Es ist aber sicher das, was sich der Buchmarkt und die Lektoren wünschen, wahrscheinlich auch das, was die Buchhändler empfehlen.

Eine sehr schöne Sprache, immer wieder Wortneuschöpfungen und interessante Satzwendungen, es geht, wie schon der Titel sagt um das Licht und um Wespen und Hummeln, ist RaimundMärz der Held ja ein Insektenspezialist, obwohl er sein Biologiestudium nie abgeschlossen hat.

Er ist fünfzig, also aus der Midlifekrise eigentlich schon heraus, aber heute lebt man ja länger und das Buch ist in drei Teile gegliedert, in denen das Lcht, die Kunst, Gemälde, die Wespen und noch vieles andere. eine große Rolle spielen.

Es geht um eine Kinderfreundschaft, als Kinder haben sie sich kennengelernt und sind in einem wahrscheinlich lichtumflutenden Dorf und einen wilden Garten zusammen aufgewachsen.

Raimund, Moritz, Floriane und später ist noch die Dänin Inger dazugekommen, die nach dem Tod ihrer Eltern in das Dorf zu ihrer Tante zog.

Sie haben ihre Jugend mitsammenverbracht, Paare gebildet, ausgewechselt, sich getrennt sind vom Dorf nach Berlin gezogen. Raimund ist mit Flori dann nach England gegangen, wo sie Zahnmedizin und er Bilologie studierte oder nicht und im ersten Teil sind sie nach Hamburg zurückgekommen, leben dort schon einige Jahre, Flori, als Kieferchrurgin, März als Redaktuer beim “Tag”

Sie haben zwei Töchter Priska und Linda und am Beginn des Buches bringt Raimund Linda auf den Bahnhof, weil sie dort mit ihrer Klasse in ein Landfschulheim fährt.

Linda wird auch das “Elsternkind” genannt, weil sie kleptomanische Adern hat und als Raimund zurückgehen will, sieht er plötzlich Inger wieder, beziehungsweise einen Flashmob, den die Klasse ihrer Tochter Pippa auf dem Bahnhof aufführt.

Das löst eine Katastrophe aus, denn Inger, die jetzt mit Moritz verheiratet ist, war Raimunds große Liebe. Pippa, werden wir später erfahren, ist auch von ihm und als Raimund in seine Redaktion zurückkommt, begrüßt ihn sein Freund Bruno mit den Worten, das er wie ein Gesprenst aussehen würde.

Ganz ehrlich, das ist für mich nicht ganz nachvollziehbar, daß einer, der nach sechzehn Jahren oder so seine Jugendliebe wiedersieht, so ausflippt.

Raimund, der Insektenspezialist tut es aber, läßt sich von der Redaktion beurlauben und fährt zu Pippas Schule und ihr dann nach in das Reihenhäuschen nach, wo sie mit ihrer Mutter lebt.

Wo ist Moritz? Ist er verschwunden oder vielleicht sogar tot?

Raimund fährt nach Hause und hat Alpträume so, daß er nachts aufschreit und laut “Ohlsdorf!”, ruft.

Das bringt Floriane auf den Plan, die ihm einen Brief Ingers überbringt, schon von Monaten geschrieben, wo sie ihm von einer Krankheit Moritz schreibt und ihn bittet, alles aufzuklären.

Floriane hat einen bösen Brief zurückgeschrieben und verschwindet in das Wochenende. Raimund bleibt zurück, säuft und säuft und fährt am Montag mit Bruno nach Stuttgart.

So endet der erste Teil. Der Zweite, der für mich unnötig wäre, weil ohnehin  schon alles gesagt, führt zwanzig Jahre zurück, wo sich die Paare bildeten und wieder trennten. Floriane war beispielsweise mit Moritz zusammen und im dritten Teil fährt Raimund mit Bruno, dem Frauenhelden, der überall seine Freuninnen hat, nach Stuttagart, zu einem Fußballspiel oder in in eine Kunstgalerie.

Das ist nicht ganz klar, aber dort kommt Raimund auf ein Bild eines Camille Carrots, eines Frühimpressionisten “Weizenfeld in Marvan”, wo das mit dem Licht passt oder besonders ist. So hebt Raimund von seinem Konto und dem von Flori, der erfolgreichen Zahnärztin, fünfzigtausend Euro ab und fährt in das Landschulheim Lindys, wo er seine eigene Tochter entführt und mit ihr nach Lyon entweicht. Dort das Bild, das sich im dortigen Museum befindet, entwendet und dann dank Brunos Hilfe wieder in sein altes Leben zurückkehrt,  das Leben geht weiter,  begnnt nicht noch einmal von vorne und endet auch nicht in der Katastrophe, wie man vielleicht, als von Rasierklingen die Rede war, erwartet hätte.

Ein tolles Buch, perfekt konstruiert und keine Katstrophe ausgelassen und dann noch in einer wunderschöne n Sprache, könnte man so sagen oder aber auch, das ist ja unrealistisch, Mittelschicht, das was in meinem Leben nie passiert und viel zu abgehoben.

Bin gespannt, was die Kritiker sagen werden und, ob es auf die Shortlist kommt oder vielleicht den Preis gewinnt, für den ich mir ja den Zaimoglu wünsche, aber Franzobel, höre ich bei den Blogs, hat auch ganz gute Chancen, aber das Buch müßte  erst zu mir kommen, weil ich das bei “Netgalley” angeforderte, ja nicht öffnen kann.

Katie

Nun kommt Buch fünf des heurigen deutschen Buchpreislesens und die 1966 in München geborene Christine Wunnike ist schon vor zwei Jahren mit “Der Fuchs und Dr. Shimura” auf der LLgestanden.

Damals hat ihr “Literaturen” eine Außenseiterchance zugesprochen und ich habe das schmale Büchlein, das von den Erscheinungen eines ajpananischen Psychiaters im neunzehnten Jahrhundert handelte, zwischen zwei Fortbildungsveranstaltungen in der Buchhandlung Kuppitsch überlogen.

Nun habe ich vom “Berenberg-Verlag”, wo das Buch erschienen ist, das PDF erhalten und muß sagen, Christine Wunnike bringt wirklich einen besonderen Ton in die Gegenwartsliteratur und auf die langen Listen.

Wieder ein ungewöhnliches Thema, wieder das neunzehnte Jahrhundert, diesmal England und das Besondere an dieser Gespenster-Wissenschaftesgeschichte ist, wie in der Beschreibung steht, daß alles daran wahr und wahrhaftig ist, denn eine Florence Cook, einen Professor Crookes und eine Katie Morgan oder King hat es wirklich gegeben,wie man bei “Wikipedia”  nachgooglen kann.

Das wieder schmale Bändchen ist  in fünfzehn Kapitel gegliedert und Christine Wunnike habe ich bei “Amazon” gelesen, hat eine besondere Sprache.

Richtig und einen feinen leicht sarkastischen Ton, in dem sie beschreibt, daß der Professor  Kaffee  zum Tee nimmt oder wie sie alle Mister oder Miss beziehungsweise Missis nennt.

Im ersten Kapitel geht William Crookes, der Herausgeber der chemischen Zeitung zu Michael Faraday, den Erfinder des Faradayischen Käftigs, um ihn etwas Wissenschaftliches zu fragen, nur leider ist der Gelehrte schon alt und senil, sitzt im Rollstuhl und schweigt vor sich hin.

Dann gehen wir in das Haus des Setzers Mister Cook, der dort mit seiner Frau, dem Dienstmädchen und den zwei Töchtern Florence und Selina lebt und Florence oder Florrie, wie sie der Vater nennt, ist ein ewig kränkeldes Kind, das sich verbiegen kann und den Wunsch hat berühmt zu werden.

Das Hausmädchen erzählt ihr von den Seancen oder dem “Sitzen”, das damals die Gesellschaft für sich erfunden hat und die,  glaube ich, sechszehnjährige wird bald ein berühmtes Medium, das sich in einen Kasten sperren, fesseln und annageln läßt und dort erscheint ihr Katie im weißen Hemd, eine vor zweihundert Jahren geborene Kinds- und Gattenmörderin und Professor Crookes soll ein Gutachten erstellen, ob Florence eine Betrügerin ist.

Nach einigen Zögern läßt sie sich nach London zu dem Professor und seiner zum achten Mal schwangeren Frau Nelly bringen, wird dort im grünen, das heißt mit Arsenik versuchten Zimmer einquartiert.

Katie erscheint wieder und verführt, sowohl den Assistenten, als auch die Professorengattin, der erzählt sie im Bett interessant Geschichten und der Professor der Kaffee zum Tee nimmt, hat sich in sein Labor zurückgezogen.

Nun wird Florence bald weltberühmt, tritt im Ägyptischen Salon solange auf, wie es Katie gefällt. eines Tages sagt die nämlich “Ich habe genug!”, ins Publklikum und zerfließt und wir können rätseln, wie es weiter mit der Wissenschaft geht.

Das heißt, Florence zieht sich von Selina betreut in ein Häuschen am Land zrück, das Radium wird erfunden, Darwin macht seine Forschungen und ja Gespenster hat es wohl auch gegeben.

Zumindestens Gespenstergeschichten im nebeldusteren London und Christine Wunnike hat eine vorzügliche wissenschaftliche Geschichte draus gemacht, nun wahrscheinlich keine Ausßenseiterchance mehr, denn ich habe von dem im März erschienenen Buch auf den Blogs mehrmals gehört, daß es auf die LLkomme n wird, vielleicht kommt es auch auf die Shortlist.

Ich bin gespannt und ein anderes Buch, das von Piraten im neunzehnten oder schon achtzehnten Jahrhundert handelt, steht ja auch noch auf der Liste, aber da  müßte ich erst ein PDf bekommen, daß sich mit meinem Programm auch öffnen läßt.

Buchpreisblognotizen

Die deutsche Longlist wurde vor knapp zwei Wochen bekannt gegeben und ich habe davon bisher vier Bücher gelesen, das heißt zwei davon im Frühjahr und die zwei anderen, eines in Buchform auf dem Berg und bei dem anderen das PDF danach.

Ich lese und blogge mich jetzt ja das dritte Mal durch die Liste, beim ersten Mal war es ein Experiment, da habe ich geschaut, daß ich alle Bücher lese, bin deshalb in Buchhandlungen gegangen, habe mir welche ausgeborgt und welche schenken lassen und zehn von den Verlagen bekommen.

Beim zweiten Mal wußte ich schon, daß da ein Monat später die österreichische Liste kommt, durch die ich mich auch lesen wollte, also nur lesen was kommt, das waren neunzehn deutsche Longlist Bücher und fünf von der österreichischen Liste und weil ich ja 2013, als Mara Giese mit dem Buchpreibloggen begann etwas zögerlich war, ob die Verlage auf mich reagieren würden, sie taten es und so mir die liebe Frau Meier von “Kiwi” heuer in Leipzig bei Kaffee und Keksen die ganze Herbstvorschau vorgelesen.

Ich habe bestellt und bestellt und werde demnächst mein Longlistenlesen kurz unterbrechen, weil  Uwe Timms “Ikarien” an die Reihe komtmen, das leider nicht auf die LL kam, aber, daß da ja nur sehr wenige Neuerscheinungen stehen und durchaus nicht alles was man sonst  noch lesen sollte, war mir ja immer bewußt.

Also beim dritten Mal dreigleisig lesen, die dLL, die öst und dann das andere, wie das im nächsten Jahr ist, weiß ich nicht, vielleicht mache ich da bei einem Antiquariatspreislesen mit und heuer kam auch noch dazu, daß die deutsche LL an einem österreichischen Feiertag verlautbart wurde, in Bayern war der auch, so kamen an diesem Dienstag sofort einige Abwesenhaitsnotizen zurück und am nächsten Tag mailte mir “Jung und Jung”, sie würden mir Monika Helfers “Schau mich an, wenn ich mit dir rede” schicken.

Das Buch ist noch nicht gekommen, dafür habe ich Jonas Lüschers “Kraft”, die zweite Zusage auf dem Berg gelesen, dann kamen einige PDFs und eine etwas hantige Antwort von “Hanser”, man würde sich über mein Interesse freuen, hätte aber kein RE mehr und ich solle mir das Bloggen deshalb nicht verderben lassen.

Keine Sorge, tue ich nicht und dann meldet sich die Frau Rössler von  “Deuticke-Zsolnay”, den österreichischen “Hanser- Töchtern” und machte mich darauf aufmerksam, daß es auf der “Net-Galley”, die Bücher für Blogger die über den dBp schreiben wollen, bereitstehen.

Auf diese Seite hat mich schon “Aufbau” einmal aufmerksam gemacht und sie ist es auch, die den “Blogger Award” vergeben wird, für den ich mich nominieren ließ.

Fein könnte man denken, denn dann käme ich an das Hanser-Buch, hatte dann, als ich vorige Woche nach Wien kam, schon Robert Prossers “Phantome” geschickt bekommen und “Suhrkamp” hat mir seine Bücher auch zugesagt.

Aber leider war dann zwar das Anmelden, an dem ich, glaube ich, schon einmal gescheitertt bin, ich kenne mich mit dem Internet ja nicht so aus, einfach, das Herunterladen der bestellten Bücher aber schwierig, denn außer Kerstin reiwuß “Nach Onkalo” ließen sich die angefragten Bücher, wegen eines besonderen Kopierschutzes mit meinem “Ubunto- Programm nicht öffnen. Zum Glück habe ich aber bei allen außer der “Shlafenden Sonne” und” Flugschnee” schon die Zusagen und die Frau Rössler schickt mir vielleicht das Franzobel-PDF, bei den österreischen Büchern, die auf die iLste kommen, hat sie es mir schon versprochen.

Die ersten Tage nach der Listenbekanntgabe sind ja immer  spannend, da hat man die Zusagen, wartet auf die Bücher und wird etwas nervös, beziehungsweise befürchtet man, nicht so schnell zum Lesen zu kommen und diesmal hat mir ja “Kiwi” eine Woche vorher vier Bücher geschickt, die ich erst nach und nach ausgelesen habe.

So habe ich jetzt also außer “Evangelio” und “Walter Nowak bleibt liegen” inzwischen auch das “Jahr der Frauen” gelesen, ein Buch, das sonst an mir vorübergegangen wäre und das mir sehr gefallen hat und auf dem Berg Jonas Lüschers “Kraft” und werde jetzt mit dem zweiten PDF, nämlich Christine Wunnikes “Katie” beginnen.

Die stand ja schon 2015 mit “Der Fuchs und Dr. Shamura” auf der Liste und dahabe ich das Buch zwischen zwei Fortbildungsveranstaltungen bei “Kuppitsch” gelesen.

Dann warten noch die PDFs von “Lichter als der Tag” und eben Kerstin Preiwußs Buch auf mich, aber das werde ich mit dem Buch von Gerhard Falkner auch bekommen und “Galiani” hat mir heute geschireben, daß sie auch schon den Sven Regner an mich abgeschickt haben.

Vielleicht wartet der also in Wien auf mich und ich habe viel zu lesen, Michael Wildenhain “Das Singen der Sirene” ist auch schon zu mir gekommen und ich müßte jetzt nur noch auf den Ingo Schulze, Jakob Noltes “Schreckliche Gewalten” und auf das buch der Birgit Müller Wiland warten, aber dann gibt es ja schon die österreichische Liste und auf die bin ich  auch scon sehr gespannt.

Ich finde, das habe ich sicher schon geschireben, das Buhcpreislesen sehr interessant und meine  Einstellung zum Bp hat sich durch das Buchpreislesen auch verändert.

Das Tolle daran ist für mich, daß ich da auf Bücher komme, die sonst an mir vorübergegangen wären, ich weiß aber, daß es viele andere gibt, die auch interessant zu lesen wären und es ist auch sicher spannend, die Meinungen der anderen im Netz zu verfolgen.

Die offiziellen Buchpreisblogger schweigen da ja noch etwas still, beziehungsweise haben sie ihre drei Bücher und das Leseprobenheftchen erst bekommen und zeigen sie auf ihrer Facebookseite her , einige lesen schon daran, bloggen aber noch über etwas anderes und da habe ich ja auch noch interessante Bcher auf meinen Badezimmerstapel liegen und Edith Kneifls “Der Tod liebt die Oper” habe ich bei meiner Fahrt zur Seedose heute auch in der dortigen Bücherzelle gefunden. Ein Buch, das heuer erschienen ist, aber Krimis stehen ja nicht auf den Listen und für den “Perutz-Preis”, wurde es, glaube ich, auch nicht nominiert.

Mit Kraft ins Gesäuse

Ennstalerhütte

Ennstalerhütte

Morgenblick von der Ennstalerhütte

Morgenblick von der Ennstalerhütte

Am Wochenende war wieder Skadky-Wandergruppe, diesmal ohne den Peter, der leider Kreuzschmerzen hatte, aber, wie ich hörte, schon wieder mit seinen Enkeln aktiv unterwegs ist und für alle, die es noch nicht wissen, diese Wanderwochenenden mit Alfreds ehemaligen Lehrer und seinen Schulkollegen, finden seit zweitausend regelmäßig, einmal zu Beginn des Sommers und einmal zu Ende statt und wir wandern regelmäßig mit.

Der Peter, der sich auch hobbymäßig betätigt hat einmal auf Holzscheiben für jeden Teilnehmer eine Art Medaille eingebrannt, wo man sehen konnte, wie oft man mitgegangen ist, wir liegen da ziemlich vorn und seit 2015 gibt es noch eine Neuerung, da ich seit damals ja Buchpreisblogge und so bin ich einmal mit Getraud Klemm ins Gebirge gegangen, voriges Jahr war es, glaube ich, der E-Bookreader, der mich begleitete und diesmal Jonas Lüschers “Kraft”, das am Donnerstag gekommen ist, ich habe zwar noch drei PDFs auf Lager, da wir am Donnerstag aber sehr spät nach den O Tönen nach Harland gekommen sind, war keine Zeit, die PDFs in den Reader zu überspielen und eigentlich ganz ehrlich, liest es sich im Buch mit dem Bleistift, wo man alles anmerken kann, auch besser. Man muß es zwar tragen, stimmt und so habe ich mir den Lüscher, mein dBp 17 Buch Nummer vier mitgenommen, obwohl es mir am Donnerstag nicht gelungen ist, mit Zadie Schmidts “Swingtime” fertig zu werden.

AmTamischbachturm

AmTamischbachturm

Bei der Ennstalerhütte

Bei der Ennstalerhütte

Aber das sechsshunder Seiten Bch war mir einfach zu dick und mit einem Buchpreisbuch zum zweiten Wandertermin, Sladky 32 oder 33, wenn ich mich nicht irre, hat schon fast Traditon, obwohl diesmal alles anders war, weil der Peter fehlte, wie ich noch ausführen kann.

Wir waren wieder eine kleine Gruppe, Anni, Manfred, aber die sind uns ohnehin immer voraus, so daß wir sie meistens nur in den Hütten sehen, ich bin mit dem Alfred aber am Freitag morgen aufgebrochen und wir sind nach Gstatterboden gefahren, wo wir im Nationalparkpavillon zu Mittag gesgessen haben, ein mit Kürbiskernen, der steirischen Spezialität, paniertes Schnitzel und dann stießen noch der Hans und die Erika hinzu und wir sind auf die Ennsthalerhütte hinaufgewandert.

Es war sehr heiß und ich war mit einer Jeans viel zu warm angezogen. So habe ich mir die Beine hinaufgerollt und das Unterleiberl ausgezogen, das Sonnenkappel aufgesetzt und los ist es gegangen.

Ich gehe sehr kontinuierlich, aber sehr langsam, so haben wir wieder länger gebraucht und in der Hütte war sehr idyllisch, aber leider wetterbedingt überbelegt, so daß wir uns zu acht  sechs Matrazen teilen mußten, sind ja später noch der Gunther und die Doris hinzugekommen und während ich auf die Hütte marschierte, quälte mich die Fragen, wer wird uns diesmal den “Zirben” bestellen, wie es der Peter immer machte.

Ich trinke zwar keinen Schnaps, aber das ist schon Traditon und es stellte sich heraus, daß der Peter auch den Hans diesbezüglich beauftragte und so war auch das gerettet.

Für die Gipfelfotos war auch gesorgt, beziehungsweise wollte der Peter auch diese sehen und so sind wir am Samstag auf den Tamischbachturm hinaufgewandert.

War sehr schön, da fehlten dann zwar die Firnbonbons oder die “Nimm zwei”, die der Peter immer verteilte. Wir sind aber auch so hinuntergekommen und so waren wir schon zu Mittag wieder in der Hütte, wo ich Grammelknödel aß, der Alfred einen Rinderbraten und die Hütte hatte fast einen Haubenkoch, zumindestens war das Essen sehr schön garniert. Dann brachen die anderen auf, der Alfred wollte nicht mit, die Doris und der Gunther klettern, die Anni und der Manfred sind ja sehr schnell, so daß ich die ohnehin immer sofort verliere und ich wollte eigentlich lesen, denn es warten ja die Bücher von der langen Liste und da schon bald die von der öst und auch noch einiges andere kommt und ich auch ein bißchen müde war und eigentlich immer einen Mittagsschlaf mache und es auf der Hütte auch so schöne Liegestühle gab, habe ich mir vom Gunther, als der im Lager seinen Helm holte, das Buch bringen lassen und gelesen und gelesen…

“Faul!”, hat es der Alfred heute den beiden Autostoppern, die er zum Seeboden brachte, genannt, ist es nicht, denke ich. Das Buch ist jedenfalls schon ausgelesen und den Blick auf das herrliche Panorama gab es auch. Das Gesäuse ist ja sehr schön und ich war mit dem Alfred schon einmal vor ungefähr dreiundddreißig Jahren da und der Wandergruppen waren wir auch einmal dort.

Da hat es am Vormittag aber sehr geregnet, so daß wir statt auf den Berg ins Stift Admont gingen und dort die Führerin immer den Apostel Paul mit dem Peter verwechselte, was mich zu einer Szene in der “Zusteigerin” veranlaßte.

Diesmal war es aber schön und es waren auch sehr viele Kinder auf der Hütte und am Abend gab es eine Grillerei, allerdings nur für das Hüttenpersonal und die Hütte war sehr voll und so war es auch ein bißchen laut…

Aber alles gut und heil überstanden und wieder mit der Erika, dem Hans, dem Gunther und der Doris, im Nationalparkpavillon  Mittag gegessen.

Diesmal einen Backhendlsalat und nachher einen Eiskaffe, die Anni und der Manfred waren schon fort und dann zurück nach Harland, wo die Sommerfrischenwochenenden zu Ende gehen.

Morgen bin ich noch in Harland, wo ich putzen und wenn es sich ausgeht, Radfahren werde. Dienstag gehts nach Wien zurück und da am Samstag ja das Volksstimmefest ist, werden wir in Wien bleiben und auf diese Art und Weise langsam in den Herbst hineingleiten und da ich mit dem Buchpreislesen sehr beschäftigt bin, wird mir auch sicher nicht langweilig werden.

Kraft

Jetzt kommt Buch vier der heurigen dBp LL. Der Einstieg fällt da immer schwer, wenn man plötzlich, die Zusagen, die PDFs und die Bücher hat, mit dem Lesen nicht so schnell nachkommt und auch nicht so recht weiß, welches Buch man auf den Berg mitnehmen soll?

Am besten wären da zwar die PDFs und da habe ich auch einige, aber da wir am Donnerstag erst sehr spät von den O-Tönen nach Harland kamen, war keine Zeit mehr zum Überspielen in den E-Beookreader und so habe ich mich für Jonas Lüschers “Kraft” entscchieden und das war ja ein heißer Longlistenkanditat und ich habe das Buch auch schon eine Nacht zu Hause gehabt, da aber nicht hineingeschaut, weil ich ja noch sehr mit den Frühjahrsbüchern beschäftigt war, aber Jonas Lüscher hat aus seinem ersten Roman “Kraft”, der “Frühling der Barbaren” ist ja eine Novelle, obwohl er damit, glaube ich, schon 2013 auf der LL oder war es sogar die SL stand, gelesen und der Lehrer, den ich immer in der “Alten Schmiede” sehe, hat es mir mit der Bitte es  signieren zu lassen, übergeben.

Es lag auch lange eine “Buchkultur” am  Harlander Klo, wo Jonas Lüscher auf dem Titelbild war. Die Buchbesprechung muß ich erst lesen, das Buch habe ich schon und ich denke “Kraft” ist sicher ein Shortlistenkanditat und ich würde es neben “Evangelio” auch auf meine persönliche Shortlist stellen, obwohl man bei vier gelesenen Büchern noch nicht sehr viel sagen kann.

Schon der Beschreibungstext klingt sehr spannend. Da soll ein Universitätsprofessor, Richard Kraft, ein am Leben gescheiterter Mensch, Schulden und von seiner Frau und seinen zwei Kindern kann er sich nur  mit Geld befreien, im Silicon Valley in achtzehn Minunten erkären, warum alles gut ist und wie man das Gute noch verbessern kann?

Das ist die “Leibnitzsche Formel” und die “Theodiziee Frage” und wenn Kraft gewinnt, bekommt er von einem Milliadär viel Geld, wenn nicht bleibt alles, wie es war oder nicht?

Das fand ich sehr spannend. Das buch war es dann manchmal weniger und der doppelte Doktor Richard Kraft, der in Philosophie und in Germanistik promovierte, ist eigentlich ein eher kraftloser Mensch.

Sein Leben wird erzählt und der 1976 in der Schweiz geborene und in München lebende Jonas Lüscher, hat, glaube ich, auch Philosphie studiert und erklärt im Anhang, warum er an seiner Dissertation scheiterte und welche Zitate er für das Buch verwendet hat.

Richard Kraft, wahrscheinlich so alt, wie sein Autor oder etwas älter, wurde in den Achtzigerjahren sozialisiert. Jedenfalls studierte er wahrscheinlich in dieser Zeit und lernte dort auch seinen Freund Istvan kennen, der mit einer Schachdelegation in den Westen kam und dort vergessen wurde.

Der ist inzwischen in Amerika Professor und hat Kraft zu dieser Challenge eingeladen und nun reist er von seiner Frau Heike geduldet, dorthin, damit er sich mit Geld von seiner schlechten Ehe loskaufen kann.

Das wurde mir zuwenig geschildert, dafür ist viel von zwei anderen Frauen, einer Ruth und einer Johanna die Rede und das Buch ist auch eher in skurillen Episoden geschrieben.

So verwendet Lüscher oft die Formulierung “Unser Kraft” und springt von der Vergangenheit in die Gegenwart, erzählt die politische Sozialisierung in den Achtzigerjahren. Der Fall der Mauer, Krafts Begegnungen mit Helmut Kohl und auch andere Episoden.

Dann geht er wieder in die Gegenwart und erzählt Krafts Schwierigkeiten bei der Einreise in die USA, sein Rucksack riecht, denn dort hat eine der Zwillingstöchter ein Mortadellabrot vergessen, so bekommt er Schiwerigkeiten mit dem Schnüffelhund. Er versenkt dann auch ein Boot, was seine finanziellen Schwierikeiten noch erhöht, trifft seine Frauen oder denkt über sie nach, was ihn daran hindert, seine Thesen festzuhalten, damit er die Million Dollar auch gewinnen kann.

Skurril auch die Begegnung und das Abendessen mit demMilliardär. Der lädt Kraft und Istvan zu einem Nudelessen ein. Das wird dann zwar von dem Lokal bezahlt, das sich ein Geschäft mit dem Milliadär erwartet und Kraft kommt auch nicht zum Essen, weil er dem Milliardär seineIdeen schildern will und auch die Szene ist skurill, wo er in der Bibliothek zwei Studenten oder schon Absolventen trifft, die sich über die Frage, was Erfolg ist, unterhalten.

Eine Frage, die man wahrscheinlich genauswenig, wie die, warum alles gut ist, wie es ist, beantwortet kann und so scheitert unser guter Kraft auch letztlich draran, wirft die Notizen in den Müll und springt in die Schlinge und ich denke die Welt ist nicht gut und man sollte trotzdem versuchen sie zu verbessern und, ob ein neoliberaler Wettbewerb, wo einer die Million gewinnt und die anderen leer ausgehen, gut ist, weiß ich auch nicht?

Aber der deutsche Buchpreis ist ja auch ein solcher und ich habe mich auch für einen Bloggeraward angemeldet, wo man abstimmen kann, welcher Blog am besten gefällt und der Sieger wird dann Buchpreisblogger und bekommt einen hundert Euro Buchgutschein.

Das gewinne ich bestimmt nicht, blogge aber schon seit drei Jahren Buchpreis und habe mehr Bücher auf meiner Leseliste, als ich wahrscheinlich lesen kann.

So weit so gut, Jonas Lüscher, dem ich alles Gute für die Shortlist wünsche, ist übrigens auch auf der Bloggerdbutpreislonglist, wo er meiner Meinung nach nicht hingehört, weil er ja mit “Der Frühling der Barbaren” schon auf der dBp LL stand, als sicherlich keine Debutant ist, aber da steht ja “Novelle” darauf.

Man sieht also das Leben ist kompliziert und ich sollte mich  eigentlich darüber freuen, wenn er dort auf die Shortlist kommt, denn dann habe ich das Buch  schon gelesen und hätte mir etwas erspart.

Das Jahr der Frauen

Jetzt kommt Buch drei der 2017 LL oder eigentlich das erste das ich im diesjährigen Buchpreislesemarathons lese und wieder war der Einstieg etwas schwierig, denn von dem 1967 in Bielefeld geborenen Soziologen und Werbetexter der seit 204 in Genf lebt, habe ich erstens noch nie etwas gehört und zweites ist “Das Jahr der Frauen”, der dritte Teil einer Trilogie, mit Teil zwei ist er im Vorjahr auf der Schweizerbuchpreisliste gestanden, was offenbar an mir vorbeigegangen ist und außerdem habe ich von “Weissbooks”, wo das Buch erschienen ist, wegen der hohen Anfrage ein PDF zur Verfügung gestellt bekomen und da kann man nicht anstreichen, ich kann es zumindestens nicht, nur mitschreiben und so habe ich bei den beiden Lesetranchen etwas geschwitzt, um den Inhalt zusammenzubekommen, denn vorweg gesagt, Christoph Höhtker macht es seinen Lesern nicht leicht, ganz im Gegenteil.

So kann man bei “Literaturlärms” Video über den deutschen Buchpreis, auch hören, daß man an dem Buch nicht sehr interessiert ist.

Na klar, ein Buch, wo ein Mann in einem Jahr zwölf Frauen vernachen will und diesbezüglich mit seinem Psychotherapeuten eine Wette eingeht, daß er sich, wenn er das geschafft hat, suizidieren darf, macht es seinen feministischen Leserinnen nicht leicht.

Den psychologischen Psychotherapeutinnen unter ihnen auch nicht, weil da ja schon zum wievielten, ich weiß nicht Mal, der Psychologe mit dem Psychiater verwechselt wird, aber ich weiß der Autor spielt bewußt damit und in der Schweiz ist es wahrscheinlich auch ganz anders, als bei uns im schönen Wien, der Stadt Sigmund Freuds, aber die kommt in dem “Roadmovie”, wie ich in der bishlang einzigen “Amazon-Rezension”, das Buch ist erst vor kurzem erscheinen, lesen konnte, das es eines wäre, auch vor.

Aber schön der Reihe nach, damit sich meine Leser auskenen und mir nicht vorwerfen, ich würde unverständlich schreiben.

Aber wie erwähnt, leicht ist das nicht, denn wahrscheinlich sollte man doch die ersten beiden Teile vorher gelesen haben, zumindest habe ich mir das gedacht, als am Anfang viel von einer Mari, ihren Pillen und einem Zusammenbruch, die Rede war, die, wie ich ergoolget habe, im ersten Teil eine Rolle spielt.

Also der Protagonist ist der etwas vierzigjährige Frank Stremmer, ein Deutscher, der in Gef in einer offenbar sehr exklusiven PR-Firma arbeitet und der geht am Beginn des Buchs zu seinem Psychotherapeuten und schließt mit ihm besagte Wette ab.

Dann geht es los in zwölf Kapitel und einem Anhang und die tragen Namen wie “La Ville d`Antibes”, “Die Präfektur Totorri” oder “Marseilles les Quartiers nord”, aber auch das täuscht, denn das Kapitel “Großraum Fürth-Nürnberg” spielt sich hautsächlich in Mallorca ab und dorthin wollte er ja mit seiner brasilianischen Masseusse Adela fahren, das ist seine Februarfrau und im Jänner lernt er eine schwedische Künstlerin Malin, die in Zürich lebt, über eine Kontaktannauce kennen.

So geht es dahin von Frau zu Frau und daziwschen geht er in seine Firma, wo es auch Frauen gibt. Eine Liz, eine Valerie und eine rassige schwarzgekleidete Schwarze namens Karen aus Nairobi. Es gibt dort aber auch einen Chef namens GonzalesBlanco und ein Valparaiso-Projekt. Er selber arbeitet an einem Zwiebelprojekt und die Nazis scheinen auch eine gewissen Rolle zu spilen.

So geht es also in atemberaubenden Tempo dahin und damit das Ganze noch ein bißchen komplizierter wird, wird zwischendurch, wie das wahrscheinlich auch in internationalen Fimen üblich ist, Englisch und Französisch gesprochen. In Mallorca bandelt er mit einer Claudia an, während ein Jürgen ein Geschäft mit ihm machen will und mit Lliz muß er im September, glaube ich, auch nach Wien und da mit ihr in einem Appartement der Firma statt in einem Hotel wohnen. Wien, die Stadt Sigmund Freuds gefällt ihm sehr, nur mit den Frauen scheint es trotz des Appartement nicht zu klappen, so geht er zwar in ein Restaurant und bestellt dort ein vegetarisches Blunzlgröstl, man sieht der Phantasie Höhtkers ist keine Grenze gesetzt und dort tritft er auch zwei Frauen, die sich aus einem Genderbuch vorlesen.

Eine davon trifft er später auf einem Fahrrad in Berlin wieder und im Flugzeug nach Mallorca eine Svenja aus  Hamburg, die er später bei seinem Therapeuten, als seine Freundin ausgibt.

Der ist aber ohnehin nicht gut auf ihn zu sprechen, hat Stremmer doch viele Termine bei ihm abgesagt und ob es etwas mit der Wette oder der Freundin wird, weiß man auch nicht so genau, denn im Dezember muß er wegen eines Projektes nach Afrika und dort kommt er im Kugelhagen des Bürgerkrieges um und wir haben dann nur im Anhag das Protkoll eines anderes Mitarbeiters nämlich Eric Martin Lynbergs und das reißt dann noch ab.

Was soll ich, die psychologsch psychotherapeutische feministische Wienerin dazu sagen, die eigentlich auch nicht so viel von unverständlicher experimenteller Literatur hält?

Es ist ein gutes Buch und ein interessanter Einstieg in das Buchpreisleseprojekt 2017, also lesen, auch wenn ich, wie ich fürchte nicht alles davon verstanden habe. Das macht aber, glaube ich, nicht so viel und frauenfeindlich habe ich es trotzdem man das anehmen könnte, eigentlich nicht empfunden.