In Memorian und zweiter Nanotag

Die vorläufig letzte Literaturhausveranstaltung, Livestreams soll es ja weitergeben, am Allerseelen Tag und da hat, glaube ich, vor Jahren, die Elfriede Gerstl die Memoriam-Veranstaltung zum Gedenken verstorbener GAV-Mitglieder eingereicht, die später von Karin Ivancsics weiter organisiert wurde und so auch heute, am Vorabend des zweiten Lockdowns stattfand und der Alfred am Friedhof von St. Pölten, ich selber bin keine so besondere Friedhofgeherin, seinen Schulfreund Heribert getroffen hat, sind wir erst sehr spät nach Hause gekommen, so daß ich das Ernst Jandl Video, wo er, glaube ich, in der Carengee Hall stand und unter tobenden Applaus laut “Napoleon” brüllte und das ich einmal im Wien-Museum hörte, fast versäumte. Dann kam Rosa Pock auf die Bühneund las H. C. Artmann-Texte gefolgt von Verena Stauffer, die den angekündigten Andreas Unterweger der jetzt ja, glaube ich, die “Manuskripte” leitete, vertrat und Texte in Memoriam zu dem am 29. Mai verstorbenen Alfred Kolleritsch las, der wie sie sagte, auch einer von denen war, der alleine sterben mußte und den man nicht besuchen durfte.

Ich schreibe ja immer, daß ich lange Texte an die “Manuskripte” schickte und dem Herrn Kolleritsch einmal schrieb “Einmal werden Sie mich schon nehmen!”, wenn ich jetzt schon einen Text im “Wespennest” habe!”

“Welch ein Irrtum!”, würde Ernst Jandl wohl dazu sagen und dabei das “lechts mit den rinks” verwechseln und ich habe auch einmal mit Alfred Kolleritsch wegen meines “Stadt Wien-Manuskripte-Abos” telefoniert, das ich noch jahrelang bekommen habe, obwohl die Stadt Wien das Abo schon längst gekündigtigt hat.

Dann ging es mit Gabriele Petricek weiter, die Texte von der 2010 im Freiburg im Breisgau verstorbenen Adelheid Dahimene las, deren “Rauchernovelle”,die Gabriele Petricek erwähnte, ich gelesen habe und die ich 1996 in Klagenfurt kennenlernte, als sie dort beim “Bachmann-Preis” las, im Herbst darauf, hat sie bei “Rund um die Burg” gelesen und Gabriele Petricek erwähnte, daß sie sie öfter im Cafe Westend getroffen hat und sie ihr einige Gedichte geschickt oder gewidmet hat.

Axel Karner, der mich auch zu der Veranstaltung eingeladen hat, las drei Gedichte des ebenfalls 2010 verstorbenen Kärntner Dichters C. H. Bünker und der hat 1989 den “Preis der Arbeit” in Klagenfurt bekommen, den es dort eine Zeitlang gegeben hat und wo ich mit meiner “Slavica” auch Finalistin war.

Herbert J. Wimmer folgte und er hat diesmal keine Gerstl-Texte, sondern die, des im Jänner verstorbenen Hermann j. Hendrich und da war ich gerade in der Regionalversammlung der IG-Autoren, als ich von seinem Tod erfahren habe, die Ruth, die, glaube ich, heute auch bei Veranstaltung war, bei den Livestreams kann man ja die Besucher nicht gut sehen, nur die Mitarbeiter, die zwischen den Lesungen mit ihren Masken zum Desinfizieren auftauchten, hat ein Buch in ihrer “Editon-die Donau hinunter” von ihm herausgebracht und Herbert J. Wimmer hat einen Textteil von einer Fahrt nach Graz in den Sechzigerjahren daraus gelesen bei dem mich die vielen Wortwiederholungen, daß er beim “Spiegel” lesen schwarze Finger bekam und auf einer Matrazze in einer Galerie schlafen wußte, wo ihm ein Freund, der den Schlüßel dazu hatte, auch immer einsperrte, verwunderte und ich habe Hermann J. Hendrich auch ganz gut gekannt und ihn bei vielen Lesungen getroffen.

Dann kam Dominika Meindl und erinnerte an den im Februar2020 verstorbenen Atterseer Fischer und Dichter, Hans Eichhorn, den ich, glaube ich, auch schon in der “AS” hörte und las aus einem Buch Gedichte, die offenbar von ihm für eine Lesung vorgereitet wurden und auch ein paar Stücke aus Marlen Haushofers “Wand”,die in Zeiten, wie diesen wahrscheinlich besonders beklemmend waren, zuminderst habe ich es so empfunden, Dominika Meindl war aber auch ganz gerührt und zuletzt folgte Karin Ivancsiscs und erzählte über ihre Begegnungen mit dem ebenfalls 2010 verstorbenen Andreas Okopenko, da bin ich ja zu seinem Achtziger im Literaturhaus zu spät gekommen und war dann auch an einem sehr heißen Sommertag bei seinem Begräbnis am Grinzinger Friedhof wo ich noch lange und vergeblich das Bernhard Grab suchte.

Das war es dann, die vorletzte Live-Literaturhausveranstaltung.

“Bleibt gesund!”, sagten Karin Ivancsics und Barbara Zwiefelhofer, die erste noch, bis zum nächsten Jahr,wo vielleicht wieder einige GAV-Kollegen gestorben sind und ich kann noch ganz kurz von meinem “Zweiten Nano-Tag” berichten.

Wir sind ja am Samstag ganz spät, als ich von der Demo und der Alfred von Italien zurück war, nach Harland gefahren, so daß ich erst gestern dazu gekommen bin, mich auf der “Nanoseite” anzumelden und die Daten für das neue Projekt einzutragen. Trotzdem habe ich da schon 15 000 Worte hochgeladen. Zum Weiterschreiben bin ich gestern aber nicht gekommen, weil eine Buchbesprechung und dann waren wir noch auf der Rudolfshöhe warscheinlich auch das letzte Mal essen.

Aber heute habe ich zwei Szenen geschrieben und zwar bezeichnenderweise, die, wo am ersten Juli, als der Lockdown vorläufig beendet war, am Karlsplatz bei der “Demo für Kunst und Kultur” standen, Rosa ihren ersten Praktikumstag bei “Picus” hinter sich hat und die Mar sich an der “Angewandten” beworben hat, 17 000 Worte habe ich jetzt, bin also, weil ja geschummelt und fast ein Monat vorgeschrieben, weit voraus, aber wieder etwas unsicher oder weit weg von meinem Text, obwohl ich mir schon am letzten Freitag einen vorläufigen Handlungsplan notierte, aber die Ereignisse überschlagen sich ja und halten mich im Bann, so daß mein innerer Kritiker wieder schreit “Ich kann es nicht!” oder ich nicht recht weitezukommen scheine, obwohl ja eine der nächsten Stationen, die Wiedereinführung der Maskenpflicht sein könnte, da bekommt Rosa ihren Einkaufsauftrag wieder, die Zahlen steigen, irgendwann wird Benedikt positiv getestet und und bis zum zweiten Lockdown und bis dahin, wo die Mathilde dann ins “Nicht Geimpfte-Ghetto” zieht, hätte ich ja Stoff genug ud wahrscheinlich auch Zeit, obwohl ich jetzt, Anbetracht der besonderen Umstände, die einen ja zu schaffen machen kann, wieder neue Klienten nehmen kann.

Und während ich das geschrieben habe, war in der Wiener Innenstadt der Teufel los, ein Terroranschlag hat stattgefunden, fünfzehn Verletzte, einige Tote und ein enormer Polizeieinsatz, der die Ruth fast nicht in ihre Wohnung ließ und so, wie es scheint auch den Lockdown ein bißchen verschob oder unwichtig machte.

Lockdown und Demos

Die Zahlen steigen und steigen und seit dem Herbstbeginn und der Ampeleinführung hat es eine Verschärfung nach der anderen gegeben, zuerst war es eine freiwillige Maskentragung in allen Geschäften, dann wurde das per Verordnung eingeführt, bei Farbe orange und das war Wien gleich als Erstens galt in der “Gesellschaft für Literatur”, das Maskentragen auch während der Veranstaltung, dann hieß es nur zehn, dann sechs Leute bei privaten Feiern, in Wohnungen kann das offenbar nicht kontrolliert werden und sollte freiwillig eingehalten werden, weil sich die Leute vorwiegend bei privaen Parties treffen, so daß es auf einmal sechshundert postiv Gegeste pro Tag waren, da gibt es jetzt ja Teststraßen, wo sich die Urlaubsrückkehrer testen lassen konnten. In den Schulen wird gegurgelt, so daß es, glaube ich, derzeit über fünfzehntausend Tests täglich gibt und es gab drei Berechnungen, wie sich die Zahlen entwickeln könnten, die schlechteste wäre tausend positiv Getestete pro Tag.

Derzeit sind es aber schon fünftausend und die Spannung stieg. Es kamen die Herbstferien, die es heuer, das erste Mal, glaube ich, zwischen dem Nationalfeiertag bis nach Allerheiligen gibt und da gab es ein Gerücht von Norbert Hofer am dreiundzwanzigsten Oktober kommt der zweite Lockdown.

“Das ist nicht nur eine Ente, sondern ein ganzer Entenstall!”, antwortete Gesundheitsminister Anschober, aber die Zahlen stiegen weiter an, zuerst hieß es, das sind junge Leute, die werden nicht krank und in den Spitäler gibt es nur wenige Hospitalisierte, dann hieß es plötzlich, das KFJ kann keine Covid-Patienten mehr aufnehmen und wenn wir so weitermachen reichen die Spitalskapitzitäten nicht aus.

In den Bundesländern Tirol und Salzburg wurden wegen der Reisewarnungen aus Deutschland, um zweiundzwanzig Uhr geschlossen, in Wien wurde die Registrierungspüflicht eingeführt. Es kam die Wahl und man hörte immer, Deutschland liegt viel besser bei den Zahlen, als in Österreich, deshalb kam es auch zu den Reisewarnungen und am Dienstag hieß es plötzlich Deutschland führt ab nächster Woche den zweiten Lockdown ein, Bayern ist da, glaube ich, schon ein bißchen vorausgeprescht und in einzelnen Orten gab es schon eine Quaratäne.

Wann kommt der neue Lockdown?, wurde gefordert und nun ist es so weit und wurde gerade bei einer Pressekonferenz verkündet und oh Schreck, es ist kein Lockdown light, sondern offenbar ein schwerer, nämlich eine nächtliche Ausgangssperre, nur Kontakt zu einer anderen Familie, Restaurants geschloßen, keine Veranstaltungen und nur Schulen und Geschäfte offen, etcetera und das Ganze offenbar den ganzen November.

Ich habe aber schon geschrieben, daß mir das ohnehin nicht soviel macht, beziehungsweise sich bei mir nicht so viel verändert, da ich ja, weil ich keine Maske trage, ohnehin schon seit längeren nur auf die Bank, zum Postkasten, in Harland radfahren und auf Demos gehe, wenn es welche gibt und ich sie herausbekomme und, daß das mit den Demos etwas schwierig ist, habe ich schon geschrieben, obwohl ich anfangs ganz sicher war, daß ich dort die Leute treffe mit denen ich früher auf den Donnerstagsdemonstrationen war. Aber weit gefehlt, als ich im Mai auf einer war, stand ich ein paar Meter neben Martin Sellner und als in Berlin die Leute im August auf die Straße gingen, hieß es das sind Covidioten, Corona-Leugner und Verschwörungstheoretiker und auch sonst ist auf den Domstrationen auf denen ich inzwischen war, manchmal etwas seltsames passiert, so wurde eine Fahne, die wie eine Regenbogenfahne aussah zerrisen, weil das Doppelherz, das darauf war offenbar ein Symbol für Kinderschänder war und dann hieß es, Homosexuelle wären Kinderschänder, was nicht so war, trotzdem war für den einunddreißigsten Oktober eine Großdemonstration geplant.

Andi Pianka hat mich darauf aufmerksam gemacht und nachdem gestern die neuen Lockdownregeln vorabgekündigt wurden, hieß es bei OE 24-TV ständig, daß man diese Covdiotendemo verbieten solle, weil es auch am Nationalfeiertag eine gegeben hatte, bei der ich nicht war, weil der Alfred den Karli eingeladen hat, wo, weil die Demonstranten auch keine Masken tragen wollten, welche verbrannt wurden und es in der Weihburggasse, wo sich die Ärztekammer befindet und dort der kritische Arzt Dr. Eifler, der weil, er formlos Maskenbefreiungsbestätigungen ausgestellt hat, ausgeschloßen wurde, seinen Aussweis eingeworfen hat, sehr eng war, so daß der Mindestabstand, der ja jetzt wieder eingeführt wurde, offenbar nicht eingehalten wurde und man sich jetzt nur mehr mit sechs Personen reffen darf.

Eigentlich habe ich ja nicht gedacht, daß ich auf die Demo gehen gehen kann, weil wir ja nach Harland fahren wollte, dann ist der Alfred aber überraschend mit dem Karl am Dienstag nach Italien gefahren, obwohl es dort ja auch die Lokale um achtzehn Uhr geschloßen werden, also hatte ich Zeit auf den Heldenplatz zu gehen und ein bißchen ein mulmiges Gefühl weil ich ja nicht wußte, was sich dort wieder abspielen würde und auch nicht so genau wußte, wie das mit der Maske ist, aber der Heldenplatz ist groß genug und fünfzehntausend Teilnehmer waren dann auch nicht da, so daß Platz genug war, den Einmeterabstand, wie die Polizei öfter durchsagte, einzuhalten und die Veranstalter die Leute auch aufforderten, weil ja Halloween einen Maskenball zu veranstalten, daß es aber heute keine Halloweenfeiern geben soll, hat der Gesundheitsminister ohnehin öfter erklärt, wie die Leute auch aufgefordert wurden, während der Herbstferien nicht auf Urlaub zu fahren.

Es war auch eine gute Stimmung und für mich überraschen auch Leute, die gar nicht so konservativ aussahen und Themen, die man diskutieren kann, gibt es ja genug. So berichtete, die Pyschologin Elisabeth Mayerweck von den Schwierigkeiten, die Kinder mit dem Maskentragen haben können. Ein Schüler bestätigte das und rief zu einer Telegramgruppe auf. Ein Pfarrer aus Deutschland erzählte von einem Begräbnis, wo, die Angehörigen von ihrer Mutter nicht verabschieden konnten, weil es zuerst hieß, es ist noch nicht so weit und dann war sie schon gestorben.

Gutes Wetter, aber auch sehr viele Polizisten, einer hat ein Bild von einem Elefanten mit der Aufschrift “Einführung der Maskenpflicht” fotografiert, fünf andere, die in einer Gruppe standen, haben von einer Frau ein Madonnenbildchen mit dem Zusatz, daß man das jetzt brauche, überreicht bekommen, was sie auch nahmen.

Die Demo hätte bis neunzehn Uhr gedauert und dann hätte es noch einen Lichtermarsch über die Ringstraße gegeben und morgen gibts auch noch ein Programm, aber da bin ich, weil wir ja nach Harland fahren wollten, gegangen und da sind mir eigentlich viele Halloweenkostüme aufgefallen und die Schanigarten noch geöffnet.

Dann habe ich mir Pressekonferenz angehört mit den neuen Verordnungen angehört, wo es ja dann Schluß mit lustig ist, keine Weihnachtsmärtke, kein Ganslessen und da man sich ja auch nur mit einem Haushalt treffen kann, fällt auch mein Geburtstagfest weg. Jetzt können wir nur hoffen, daß die Zahlen sinken, daß man wenigstens Weihnachgten feiern kann.

Anticoronademo, Linkswahlkampfauftakt und Rathausplatz

Seitdem Corona über uns hereingebrochen sind, die Veranstaltungen wegfallen und man ohne Maske nicht mehr in die öffentlichen Räume darf, lebe ich recht zurückgezogen und gehe ja nur in Harland Radfahren und Wien eher nur zum Postkasten oder auf die Bank, aber heute, wo ja eigentlich das Volksstimmefest und die “Linke Wort-Lesung” stattfinden hätte sollen, wo ich vielleicht schon ein Stückchen aus einem meiner Coronatexte vortragen hätte können und da habe ich sogar einen brandneuen, aber heute war wieder ein sehr intensiver Tag, der sich am Dienstag damit anbahnte, daß die Ruth nachdem ich von meiner Sommerfrische aus Harland zurückgekommen ist, mich angerufen hat und uns fragte, ob wir mit ihr nicht auf dem Rathausplatz gehen wollten, denn da endet ja jetzt bald das Filmfestival und da bin ich früher ziemlich regelmäßig hingegegangen, um mir die kostenlosen Musikfilme anzusehen.

Aber heuer ist ja alles anders und da hatte Bürgermeister Ludwig die Idee, den Rathausplatz in Logen einzuteilen. Man muß sich anmelden und wird dann auf den Platz geführt oder hat den auf einen Zettel stehen und ich habe gedacht, nie gehe ich da hin, die Ruth meinte aber nur sie müße ihren Namen angeben, was wahrscheinlich auch nichts nützt, wenn sie oder jemand anderer den Virus hat und Maske braucht man auch nicht und ich habe zugesagt, dann kam aber vor ein paar Tagen eine Einladung zum Wahlkampfauftakt der Links-Partei, die sich dazu, da ja heuer kein Volksstimmefest stattfindet, die Jeusuitenwiese dazu ausgesucht hat und gestern habe ich noch nachgeschaut, ob es nicht vielleicht doch eine Corona- Demo gibt, denn nachdem in Wien, die Ampel ja auf Corona gelb geschaltet ist, weil ja täglich über hundert Neuinfektionen muß man ja überall Maske tragen und das neue Covid Gesetz soll ja nicht so ohne sein und Glück gehabt. Es gab eine Samstag um zehn Uhr am Resselpark, also habe ich den Alfred der in seinem grünen Leiberl, die Pension dazu nützt für die Grünen Wahlkampf zu machen bis zur Kettenbrückengasse begleitet und bin dann in den Resslpark marschiert.

Dort ist ist sogar Bodo Schiffmann gekommen, der ja ein bekannter Corona- Gegner ist und viele Leute aus Berlin, die beweisen wollten, daß die Demo dort letzte Woche doch nicht von so vielen Rechten unterminiert war, wie die Medien behaupten.

Es gab auch ein paar Erfahrungsberichte von dem Wienerleben mit Corona, wo Menschen mit anderen Erkrankungen, als Corona nicht behandelt wurden oder die von Kindern, die am Montag in die Schule müssen und keine Masken wollen.

Bis drei hätte die Demo gedauert, ich habe mir aber ein tiefgefrorenes Saltimbocca aus dem Eisschrank genommen, so daß ich zurückmußte und dann, wie immer am Wochenende vor Schulbeginn in den Prater auf die Jesusitenwiese, wo der Wahlkampfauftakt genau dort stattfand, wo eigentlich die Lesung sein sollte. Statt Sigi Maron-Bühne, früher hat sie Jura Sofer geheißen oder Siebensternbühne, ein lila Poster statt dem Maron Profil.

Einige Bekannte, aber nur wenige die früher gelesen haben, da habe ich eigentlich nur die Elfi Resch gesehen, die Uli Fuchs war aber da und ein paar Leute, die ich von der KPÖ-Margareten kennen, der Kurto Wendt natürlich auch, denn die LiInks-Partei ist ja aus den Donnerstagsdemos entstanden und die wurden ja, glaube ich, auf dem Voksstimmefest vor zwei Jahren verkündet, daß es sie wiedergeben würde.

Jetzt probten noch die Musiker, die es zu diesem Wahlkampffest auch gegeben hat, auf der Bühne, dann kam eine Frau und hielt ihre Ansprache seltsamerweise auf Englisch, was ich nicht so ganz verstand, weil es ja um den Wiener Wahlkampf geht. Dann kamen ein paar kurze Reden der Spitzenfunktionäre und dann,was ich besonders schön fand eine junge Frau, die jiddische Arbeiterlieder sang und dabei erzählte, daß sie auch für den Wahlkampf kandiert und den Kurto auf den Demos kennengelernt hat.

“He,he, he nieder mit H. C. und mit der neuen ÖVP”…

Das hat sie wohl bis zum vorigen Mai gesungen. Jezt sang sie es wieder und fügte noch hinzu “Mit links ist es immer Donnerstag”.

Mal sehen, es stellten sich dann die Bezirkskanditaten vor und sagten, was sie alles verändern wollen. Das waren meist junge Leute mit den großen Idealen, die also beispielsbweise enteigenen und aus dem Theresianum ein Schwimmbad für alle machen wollen.

Mal sehen ob es ihnen gelingt, ich konnte aber wegen dem Filmfestival nicht länger bleiben. Denn der Rathausplatz ist ja weit von der jeusuitenwiese entfernt und wenn man keine Maske tragen will und kein Pferd zum Reiten hat und dort war es dann wohl geordnet, man mußte sich registrieren also seinen Code scannen, sich dann die Hände desinfizieren, bevor man in seine Loge durfte und dort gab es dann ein Nusical von Reinhard Fendrich oder wahrscheinlich mit Hits von ihm “I am from Austria,” das war sowohl ein wenig kitschig, als auch lustig und ich habe also einen sehr abwechslungsreichen gelben coronaampeltag gehabt, wo ich, was ja auch ein wenig seltsam ist, lustig von links nach rechts hüpfte und wieder zurück.

Mal sehen, was noch kommt und richtig eine grüne Maske mit Filmfestivalmotiv zum Zusammenbastel hat man beim Eintritt auch überreich tbekommen, während sie einem auf der Demo Formulare in die Hand drückten, wo man sich selbst vom Maskentragen befreien konnte, nun habe ich weder Asthma noch Panikattacken.

Meine sonstigen Gründe, daß ich mir damit lächerlich vorkommen würde, ließen sich zwar wahrscheinlich, als Maskenphobie umdeuten, aber ob das so einfach anerkannt wird?

Ohne Kunst wirds still

Als ich das letzte Mal auf der “Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur- Demo” war, ich gehe da nicht auf alle, weil ich Erstens ja sowieso daneben stehe, Zweites nicht immer mitbekam, wenn welche waren, Gerhard Ruiss schickte das ja nur einmal aus, hat Erwin Leder, den ich vom Lesetheater kenne, zu einem Schweigemasch “Ohne Kunst wirds still” aufgerufen. Das habe ich mir gebe ich zu, auch nicht gemerkt, denn man kann ja nicht immer demonstrieren, diesmal hat aber Gerhard Ruiss, der ja heuer den H.C. Artmann-Preis bekommt, wieder dazu eingeladen und ich habe mir ja, da ich ja mit dem Korrigieren vom “Frühlingserwachen” jetzt fertig bin, meine Stundenfreiezeit vorgenommen, mir mein Wien wieder zurückzuerobern, beziehungsweise ein paar Recherchetage für meinen nächsten Text zu machen, auch ein bißchen was einzukaufen, da war ja in den letzten Monaten nicht viel und heute hatte ich nur um zwei und um drei Stunden und da wollte ich zum Yves Rocher, meine Gutscheinkarte einlösen.

Da war ich zwar schon am Montag, als ich ins Weinhaus Sittl gegangen bin, aber die haben, wahrscheinlich Corona bedingt nur bis sechzehn Uhr offen, dann bin ich in das schöne Spiezeuggeschäft in die Westbahnstraße gegangen, wo ich vor dreißig Jahren für die Anna ja ein paar schöne Holzspielzeuge kaufte, die ich nach und nach der Lia bringe und dann bin ich zurück, weil ich habe das Wetter falsch eingeschätzt und daher in meiner Jean stark geschiwtzt, richtig bei den beiden Bücherschränken gab es reiche Beute und beim Nordsee habe ich mir auch ein Backfischmenü gekauft. Das war aber nur ein kaltes Stück Fisch in einemWeckerl, mit Pommes und Sauce Tatare und einem Getränk nach Wahl und den Nachmittag wo ich ja weiter flanieren hötte können, war der Schweigemarsch, um drei, wo man entweder von der Urania oder von Schottenring losmarschieren hätte können, aber ich hatte ja eine drei Stunde, bin daher gleich zum Karlsplatz, wo die Sclußkundgebung stattfinden sollte und dann auf den Ring, weil dort noch nichts los war.

Am Swarzenbergplatz habe ich dann die Gruppe getroffen, die Uli Fuchs begrüßt und mich angeschlossen. Den Jopa Jotakim habe ich mit Fahrrad gesehen, die GAV hat es auch ausgeschickt, den Grezgorz Kielawski, dann den Peter Paul Wiplinger mit Maske, als wir schon wieder am Karlsplatz waren und die Erika Parovsky mit der ich mich unterhalten habe.

Das Programm war sehr reichhaltig, zuerst haben sich die Organisatoren vorgestellt und dann haben verschiedene Künstler von den verschiedenen Sparten ihre Corona bedingte Forderungen an die Regierung gestellt, weil sie sich ja übersehen und übergangen vorkommen.

So fordern sie ein Kunstministerium, das hatten wir schon mal, schwarz blau eins, hat es, glaube ich, abgeschafft und ein Grundeinkommen von ,glaube ich, monatlich sechhundert Euro. Da kann ich sicher nicht einreichen und fühle mich, obwohl ich ja übermorgen meinen zwölften Bloggeburtstag feiere, ein wenig abseits und nebenbei stehe und mein neues Buch, das ich herumzeigen hätte können, habe ich auch zu Hause gelassen, weil ich nicht so viel schleppen wollte.

Zuerst sprach also eine Zirkusakrobatin und ein paar Jongleure haben dazwischen ihre Bälle hochgeworfen. Einen Chor gab es auch und die vierundneunzigjährig Erni Mangold, die die Jungen zum Widerstand aufrief.

Gerhard Ruiss, der ganz am Schluß seine Rede hielt, habe ich gesehen und mich dann an den Teich, dort wo die Henry <Moore Statue steht, die ich ich ja mal mit der Ruth beschrieben habe. Die war nicht da, aber Barbara Eder, die ich, glaube ich, vom Linken Wort oder von der “Alten Schmiede” kenne und die sehr kritisch ist, hat sich zu mir gesetzt und wir haben uns lange über die Situation der Künstler unterhalten, so daß ich die folgenden Statesments darüber fast versäumte.

Zu regnen hat es auch angefangen und was Corona betrifft, scheint sich ja jetzt einiges zu wenden. Denn langsam geht alles auf. Zum Rathausplatz- Filmfestival muß man sich zwar, glaube ich, anmelden, aber die O-Töne beginnen in zwei Wochen und der Sommer beginnt auch, wo ja die “Alte Schmiede”, die “Gesellschaft” und das Literaturhaus schließen und die Leute versuchen, wie ich, wieder normal zu leben.

Das heißt, drängen sich am Donaukanal und in den Bädern und gehen ohne Sicherheitsabstand demonstrieren. Da gab es ja letzte Woche drei in Favoriten, wo die rechten türkischen Jugendlichen oder die, die den Wolfsgruß zeigten, gegen die Kurden hetzten. Die Zahlen steigen deshalb langsam wieder an. Die Regierung warnt von der zweiten Welle und ich versuche mich an die Abstandsregel zu halten, stelle mich möglichst in den Hintergrund, gebe niemanden die Hand und auch keine Küßchen und werde morgen noch einmal in Wien herumlaufen und am Freitag gibts dann in Harland beziehungsweise in St. Pölten einen großen Literaturgeflüsterfeiertag, denn da wird ja mein Blog, wird da das Literaturgeflüster zwölf Jahre an.

Der entsprechende Feierartikel, den ich schon geschrieben habe, fällt zwar wegen oder auch ohne Corno ein wenig resignierend aus, der zweitausenste Kommentar wurde aber schon von meiner lieben Freundin Doris Kloimstein in Gedichtform geschrieben und das finde ich auch sehr interessant, genauso wie daß die Bücherschrankfunde diesmal sehr reichlich war, ich gehe aber mit einem Sommerbuch in den Sommer und bin auf das was noch kommen wird, sehr gespannt.

Stuill ist es am Karlsplatz übrigens nicht sehr gewesen, denn zumindestens die Künstler sind sehr laut für ihre Rechte eingetreten und das Gespräch mit Barbara Eder war sehr interessant.

Vorsichtiger Veranstaltungsbeginn

Rückkehr zur Normalität ist angesagt, ob zur gewohnten alten oder der neuen mit Überwachungsapp, Impfzwang und Polizeieinsatz bei Covidverdacht, bleibt noch abzuwarten, ich versuche meine alte mit meinetwegen Sicherheitsabstand und ohne Händeschütteln beizubehalten, obwohl ich ja geschrieben habe, daß ich höchstwahrscheinlich schon etwas verändert wird.

Der Rückzug ist vielleicht angesagt oder hat schon stattgefunden, denn höchstwahrscheinlich wieder keine Rückmeldungen bezüglich meiner Buchaussendung und die einzigen Rückmeldungen auf meinen Blog bestehen oft nur aus Ulis Meldung, daß ich nicht schreiben kann, was ich wieder kommentiere, daß das nicht stimmte, denn ich schreibe ja schon sehr viel und sehr lang und ob wirklich so schlecht, bleibt dahingestellt.

Ich nehme es mit der Rechtschreibung nicht so genau, stimmt, versuche auch eher im realistischen Bereich zu bleiben und vor allem und das ist, glaube ich, das Hauptproblem, scheine ich es nicht zu schaffen, das Interesse der anderen zu wecken.

Finde ich schade, werde es aber höchstwahrscheinlich in den zwanzig Jahren, die mir noch bleiben auch nicht ändern können, also zurück zum Rat des Pastors B., den er mir, glaube ich, in den Siebzigerjahren gab, nur für mich selbst zu schreiben, damals habe ich das als unnötigen Rückzug empfunden und habe empört abgewinkt.

Die Bruni hat mir, glaube ich, auch einmal den Vorschlag gemacht, um ein Stipendium einzureichen, wo man kein Geld bekommt. Das war es auch nicht, was ich wollte, denn das wäre ja die zwei Klassengesellschaft und dann hat sie mir einmal gemailt, ich wäre distanzlos, weil sich Susanne A. beklagt hat, daß ich sie gleich geduzt hätte und gefragt habe, ob ich vom “Siemens-Literatupreis” mit ihr zurückfahren kann?

Das habe ich lange nicht verstanden. Distanzlos ich doch nicht? Jetzt verstehe ich, was sie meinte, denn als mir der Alfred Kollertisch, der jetzt ja gestorben ist meine Texte an die “Mansukripte” immer wieder zurückschickte und nicht nahm, habe ich ihm einmal trotzig naiv geschrieben “Aber einmal werden sie das tun!”

” Welch ein Irrtum würde Ernst Jandl, der demnächt seinen zwanzigsten Todestag begeht, reimen und dabei die “r” und die “l” vertauschen, was ich nicht tue, weil mir das zu mühsam ist.

Das mit dem “Nobelpreis” ist auch ein Irrtum, ich weiß, würde ihn aber trodem gerne haben, keiner wird mich vorschlagen, lieber Uli, das weiß ich auch, aber trotzdem habe ich ab, den Siebzigerjahren meine Texte unentwegt trotzig überall weiterverschickt und habe nicht gesagt “Ich bin eine Hobbyautorin!“, sondern war erstaunt, als das die kleine Anna einmal meinte.

Nein, bin ich nicht, noch immer nicht, weil die, die mich so nennen, damit die Unprofessionalität ausdrücken wollen. Was den monetären Erfolg betrifft, bin ich es wohl, aber da bin ich nicht allein, das trifft wahrscheinlich auch auf die zu, die hin und wieder einen Preis oder ein Stipendium bekommen oder ihre Bücher in Klein oder sogar Mittelverlagen haben.

Das habe ich nicht, sondern zum Glück immer von meinem Brotberuf leben können, so habe ich kaum literarische Einnahmen, jetzt daher auch keine Ausfälle und meine Bücher, was ja leider immer noch das große Fettnäpfchen ist, seit 2000 selbst verlege oder drucken lasse und seit 2008 über mein Schreiben, sehr im verborgenen blogge.

Zum Herumschicken und Bewerben habe ich irgendwann aufgehört und das war es ja auch, was, glaube ich, die meinen, die mich distanzlos nennen, das war einmal die Anna und der Uli, JuSophie hat es auch getan.

Gerhard Jaschke hat mir einmal gesagt, daß mich Kollegen “penetrant, widerlich und possesiv!”, nennen würden. Da war er böse auf mich, später ist er viel freundlicher geworden und hat mein “Literaturgeflüsterbuch” sogar in höchsten Tönen gelobt.

Aber gut, ich interpretiere mir das so und bin ja Jahrzehnte lange jede Woche mehrmals zu literarischen Veranstaltungen gegangen und habe und tue das immer noch, auch die Bücher der Kollegen gelesen und denke, daß man das, als “distanzlos aufdringlich und posessiv” bezeichnen kann, das immer wieder probieren im Literaturbetrieb, obwohl man mir ja eh schon so oft gesagt hat, daß ich da nicht lesen kann oder nein, gesagt hat man mir das nicht wirklich, sondern mich eher ignoriert und in den letzten Jahren wurde ich von den Veranstaltern im Literaturhaus, “Alte Schmiede”, “Gesellschaft” uauch immer freundlich gegrüßt, wenn auch nicht umarmt, aber das darf man jetzt sowieso nicht, was aber nicht heißt, daß ich da vielleicht mit Ausnahme der “Textvorstellungen” lesen kann, daß mich das in der lezten Zeit etwas deprmierte und mir dachte, wozu gehe ich da hin, wenn die dort auch nicht zu meinen Lesungen kommen oder meine Bücher lesen?

Dabei habe ich mir meisten, wenn ich mir das dachte, schon die Schuhe angezogen und die Tasche genommen, denn was sollte ich denn sonst tun und interessant ist es ja irgendwie schon sich in der Literatur auszukennen und man kann auch darüber bloggen und für sich ein enormes literarisches Archiv schaffen.

Der Ulihat das, glaube ich, einmal “Sinnlosen Content” genannt. Das glaube ich nicht, daß es das ist, aber man muß sich wahrscheinlich schon dafür interessieren, um sich mit den Wiener Literaturbetreib auszukennen.

Das hat sich jetzt auch erübrigt, zweimal sogar. Im Vorjahr war es der Knöchelbruch der mich sechs Wochen von der Szene wegbrachte, jetzt das Corona-Virus, aber seit einer Woche sind Veranstaltungen bis hundert Personen ja wieder erlaubt und fangen auch ganz vorläufig wieder an sich zu bilden, obwohl da ja noch nicht klar ist, ob man mit Maske kommen, sich vorher anmelden muß, etcetera?

Cornelia Stahl, die sich in der letzten Zeit sehr lieb um mich kümmert, hat mir das Probgramm der “Frauenhetz” geschickt, zwölf Personen, Anmeldung, Maske, also her nicht, der “Republikanische Club” fängt auch wieder am 24. an und ersucht um Ameldungen, da ja dieMaskenpflicht ab Fünfzehnten mit Ausnahme der Apothken, Friseure und Öffis fällt, habe ich mich da angemeldet, bin aber draufgekommen, daß mir die gebotene Buchpräsentation doch zu politisch ist, dafür fängt Richard Weihs am Montag wieder mit seinen “Wilden Worten” an und wird Eva Schörkhuber präsentieren.

“Braucht man eine Maske, sonst komme ich?”, habe ich geschrieben.

“Nein, wir rücken nur die Sesseln weiter auseinander!”, hat er mir geantwortet und normalerweise kommen dort ohnehin nicht so viele Leute hin.

Die “Alte Schmiede” fängt Mitte Juni auch wieder an und ersucht um Eintritt mit der Maske nachher darf man sie herunternehmen. Aber ich kann nach dem Fünzehnten ja noch einmal anfragen und so geht es weiter mit der Normalität, die ja für mich wahrscheinlich, weil ich mich schrittweise doch in meine Pension verabschieden werde, die ich ja schon lang beziehe, doch eine neue wird, eine mit weniger Veranstaltungen vielleicht und vielleicht auch, um ein weniger distanzloses Bemühen um eine Einladung zum “Alpha”, zum “Österreichischen Buchpreis” und wie das mit der “Buch-Wien”, die stattfinden wird und schon eifrig wirbt, ist mir auch noch nicht klar, denn mit Maske sicher nicht.

Aber mal sehen, bis November ist es ja noch Zeit und da käme auch mein Geburtstagsfest, wozu ich ja schon die Schweizer Dame, die ich im letzten November in Basel getroffen habe, eingeladen habe und Peter Cak hat mich auch schon danach gefragt.

Aber ich könnte ja zehn bis fünfzehn Leute einladen, sonst staut es sich in der Küche und lesen lassen, wer das mag. Mal sehen und es ist auch spannend, wie das mit dem Corona-Virus, das ja eigenlich gar nicht, trotz geöffneter Grenzen, öffener Hotels, etcetera, weiter ansteigt, weitergehen wird?

“Wir müssen vorsichtig sein!”, sagen der Gesundheitsminister und der Bundeskanzler.

Ja, natürlich, aber mit Kanonen auf Spatzen schießen und dabei alles andere rundherum niederdonnern, ist vielleicht auch nicht das Wahre und so können wir nur auf die zweite Welle oder den nächsten Grippevirus warten und dazwischen vielleicht auch Hans Christian Andersens “Des Kaisers neue Kleider”, denken.

Ich werde natürlich weiterschreiben, beziehungsweise korrigieren, weiterlesen und in den Blog auch die eine oder andere weitere Szene meines Corona-Textes stellen, obwohl ich die Stellen mit dem dystoposchen Roman, die Egon Herweg an seine Studenten schreibt, vielleicht noch ein bißchen auffüllen und präzisieren muß und wenn ich damit fertig bin schnappe ich das Notizbuch, das ich einmal in der “Seedosenzelle” fand und dem schon ein bißchen was eingetragen war und werde mir rund herum Recherchenotizen machen, weil ich mich dann ja wieder auf Recherchetouren und zwischen durch auch einen Kaiserpritzer trinken oder vielleicht auch wieder zum McDonalds gehen kann.

Zwei Meter Abstand für Kunst und Kultur

Ich bin ja in den letzten Wochen in Wien fast nur aus dem Haus gegangen, um auf die Bank, zum Briefkasten, zur Mülltonne und zum Bücherschrank und natürlich zu Demos zu gelangen.

Klingt in in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen, der Maskenpflicht und des Sicherheitsabstandes ein wenig absurd, war aber so und die ersten Demos hat es für mich am ersten Mai gegeben, da ist der Maiaufmarsch in sehr sehr abgespeckter Form in die Demo für Kunst und Kultur hineingefloßen und ich habe mich zweimal ein wenig gewundert. Erstens, daß ich niemanden kannte und zweitens habe ich mich gefragt, was ich hier eigentlich mache, außer meine Füße zu vertreten, denn ich habe ja weder beim Härtfallfond noch beim Künstlerunterstützungsfond eingereicht, weil ich ja keinen literarischen Einnahmensverlust, da sowieso keine literarischen Einnahmen habe.

gewundert habe ich mich auch, keine Literaten dabei gesehen zu haben und auch, daß Gerhard Ruiss nicht das Wort ergriffen und eine schwungvolle Brandrede gehalten hat.

Als ich vor zwei Wochen auf diesen Spaziergang für das Ende der Maskenpflicht gewesen bin, habe ich einen Teilnehmer zu einem anderen etwas von einer Kunstdemo sagen gehört, bin aber erst zu Hause darauf gekommen, daß ich die versäumt habe oder eigentlich aus den obigen Gründen wieder nicht.

Inzwischen waren ja schon die Restaurants und die Geschäfte aufgesperrt und die Künstler mit der Staatssekretärin Ulrike Lunacek höchst unzufrieden, weil die bei einer Pressekonferenz etwas von “Kein Küßen und kein Spucken auf der Bühnen und auch keine Blasmusik!”, gesagt hat.

Das führte dann zum Rücktritt, inzwischen ist Andrea Ecker, die jetzt Mayer heißt, Staatssekretärin und die Kinos, beziehungsweise, Veranstaltungen bis unter hundert Personen können heute aufsperren, die Salzburger Festspiele wird es auch geben.

Die neue Staatssekretärin hat einen neuen Unterstützungsfond für bei der SVA versicherte Künstler, also auch nicht für alle, angekündigt und Gerhard Ruiss hat mir ein Mail geschrieben und mich zu der dritten Demo für Kunst und Kultur eingeladen.

Es geht also etwas weiter, habe ich gedacht und bedauert, daß ich wieder eine fünf Uhr Stunde hatte, also zu spät kommen werde.

Aber vorher hat mir noch Cornelia Stahl gemailt, daß das Interview, das sie am 30.4. mit mir machte am 23. 6 zwischen achtzehn Uhr und achtzehn Uhr dreißig im “Literaturfenster” im Radio Orange gesendet wird.

Wer es hören will, bitte vormerken. Dann hat sie mich noch in den Eissalon am Margaretenplatz eingeladen, wo der Service, ein bißchen anders als früher, Selbstbedienung und nur Wegwerfgeschirr, war und literarisch ist diese Woche auch einiges losgewesen.

So habe ich sehr viele Kommentare bekommen, der Rudi , die Margit Heumann, hat sich gemeldet, Peter Cak hat mir gesagt, daß er die Schreibgruppe gerne wieder beleben möchte, Doris Kloimstein hat mich gefragt ob ich auf die Demos gehe?

Mit der Ruth habe ich abgemacht mich dort mit mir zu treffen. Als ich aber nach dreiviertel sechs losgestapft bin, hat es zu Schütten angefangen. Das hat dann zwar wieder aufgehört. Die Ruth war aber offenbar schon weg oder vielleicht auch gar nicht da, als ich patschnaß den Maria-Theresia Platz mit dem Denkmal der Kaiserin zwischen den zwei Museen erreichte. Ein Orchester war unter einem Zeltdach improvisiert, der Schauspieler Cornelius Obonja hat Ulrike Lunacek verteidigt und wurde ausgebuht.

Ich denke auch, daß sie genau soviel dafür kann, wie die anderen Minister, daß nichts weitergegangen ist und wahrscheinlich auch nicht weniger Ahnung von der Kultur als Werner Kofler oder Sebastian Kurz hat, aber man geht ja immer auf die Frauen los und versucht sie hinauszudrängen. Susanne Scholl, die Literatin, Journalistin und Oma gegen Rechts habe ich wieder versäumt, aber die Rede der Schauspielerin Andrea Eckert angehört. Lukas Cejpek gesehen, Gerhard Ruiss nach seiner rede gefragt, ob er mein Buch bekommen hat. Ein Kunstministerium wurde wieder gefordert und das bedingungslose Grundeinkommen. Es gab musikalische Einlagen, eine Frau hat ein Lied gesungen, Dudelsackpfeifer haben den “Lieben Augustin”, gespielt und gesungen: “Geld ist weg, Kultur im Dreck” und am Schluß, da war mit schon ziemlich kalt, hat noch Harry Stojka gespielt und ich glaube auch gesungen.

Der geforderte Mindesabstand von zwei Meter wurde nicht ganz eingehalten, von der Regierung wird aber ohnehin nur einer verlangt und im Freien gibt es auch keine Maskenpflicht und die soll ja “Hurrah, Hurrah!”, in vierzehn Tage in den Geschäften wegfallen und nur mehr in den Verkehrmitteln, beim Friseur und wahrscheinlich auch bei den Innenveranstaltungen gelten, also vorläufig keine “Alte Schmiede” und kein Literaturhaus, etcetera, aber die werden wahrscheinlich im Juni ohnehin kein Programm zusammenbringen. Dann kommt ja die Sommerpause und bei mir gibt es, kann ich schon verraten, während ich meinen Corona-Kurzroman korrigiere und vielleicht auch noch verändere noch mindestens zwei Szenenschmankerl, denn ich bin ja eine aktiv schreibende Frau, auch wenn ich im Literaturbetrieb so danebenstehe, daß ich weder eine “Steuerbefreiung bei Kunstankäufenm noch eine umgehende Verbesserung der Künstlersozialversicherung” fordern kann und richtig Erwin Leder, den ich vom Lesetheater kenne ist auch aufgetreten und hat etwas von einem Schweigemarsch der Kunst erzählt, der am ersten Juli am Ring stattfinden wird, denn wenn es “Keine Kunst und Kultur gibt, stirbt das Land!”,

Das weiß ich jetzt nicht so genau, ob das wirklich stimmt. Für mich waren die Corona-Zeiten jedenfalls sehr intensiv, was das Schreiben und das Lesen betrifft.

Wieder Doml statt Demo-Dilemma

Wieder ein Deja vue bezüglich Stephan Teichgräbers Centrope-Workshop. Im vorigen Jahr als das Thema die “Revolutionsliteratur” war, war ab dem 10 März bis, glaube ich, Mai Pause weil ich mir da ja den Knöchel gebrochen und danach einen Gips hatte, jetzt hat Corona das Sommersemester unterbrochen  und im März hat es wieder nur eine Workshopwoche gegeben, denn dann wäre Leipzig gewesen. Das wurde zwar abgesagt, aber Stephan Teichgräber hat trotzdem zu seiner Schwester fahren wollen, dann kam die Ausgangssperre und wir haben den Workshop abgesagt, obwohl, wie sich nachher herausstellte Arbeitssitzungen und private Treffen immer möglich gewesen wären, aber jetzt gibt es die ja nicht mehr, Treffen, Restaurantbesuche und sogar Demonstrationen sind möglich, weil trotzdem bezüglich Ansteckungsgefahr Ängste bestanden haben wir uns erst heute das erste Mal getroffen und weiter mit der Gegenwartsliteratur gemacht. Stephan Teichgräbers Festival wäre auch letzte Woche gewesen, das ist jetzt auf Herbst verschoben. Er hat aber, wie er mir erzählte in der Zwischenzeit weiter an der Centropeliteratur gelesen und auch die Leseliste entsprechend erweitert.

Da haben wir ja im letzten Semester den “Hammer” und die Radka Denemarkova anaylsiert, ich habe noch zusätzlich “Ein herrlicher Flecken Erde” und “Wintersberg letzte Reise” gelesen” und mir für heute Vea Kaisers “Blasmusikpopp” das auf meiner Liste steht mitgenommen. Im März hatte ich ja geplant mir  Szilard Borbelys “Die Mittellosen” aus Harland mitzunehmen, weil ja in der “Gesellschaft” sein Gedichtband “Berlin Hamlet” vorgestellt wurde, da war ich dann aber schon nicht, weil ich mich in keine Anwesenheitsliste eintragen wollte und dann wurden ja die Veranstaltungen ohnehin bis auf Weiteres abgesagt.

Also nur mit der Vea Kaiser heute ins “Doml” marschiert, von drei bis fünf und mir um sechs und sieben je eine Stunde eingeteilt,  dann bin ich daraufgekommen, daß es um halb fünf eine Demo gegen die Maskenpflicht am Heldenplatz gibt und das wäre ja etwas für mich, da ich da den “Corona-Wahnsinn” eigentlich auch stoppen will, da aber die FPÖ der Veranstalter war und ich ja eigentlich zu keinen FPÖ- Veranstaltungen gehen will, hat es mir die Terminkollision dann nicht mehr so viel ausgemacht,  um so mehr, da das jetzt doch wahrscheinlich  eine Veranstaltung gegen die Asylbewerber geworden ist, da jetzt ja Corona-Fälle in einigen Asylheimen aufgetreten sind.

Also wäre wahrscheinlich doch die Gegenveranstaltung, die die Linken um vier am Burggring, glaube ich veranstaltet haben, in Frage gekommen, denke ich und kann mich über das Corona-Dilemma wundern, daß da die FPÖ offenbar die Einzigen ist, die sich gegen die Freiheitsbeschränkungen und Bevormundungen aufregen, habe mit Stephan Teichgräber darüber und auch über seine Leseerlebnisse gesprochen.

Er hat sich ja wieder viel mit tschechischen und slowakischen Autoren beschäftigt, hat Denisa Fulmekova erwähnt, die im  1967 in Bratislava geboren wurder und schon einige Bücher wie “Nuno” und “Dr . Mraz” geschrieben hat, sowie die Bücher von Harald Darer und Norbert Kröll. Harald Darers “Blaumann” der ja auf der letzten Öst-Liste gestanden ist, habe ich gelesen, Norberts Krölls zweiten Roman “Wer wir wären” wurde im Rahmen der Corona-Lesungen in der “Alten Schmiede” von Johannes Tröndl vorgestellt.

Ein dichtes Programm also und wieder ein kleiner Einstieg in das Veranstaltungs- beziehungsweise in das Workshopprogramm der Gegenwartsiteratur des Centropes, das nächste Workshop wird es wieder in zwei Wochen geben, weil Stephan Teichgräber, glaube ich, in der nächsten übersiedelt und ob es wegen der geschlossenen Theater etwas mit dem Theaterworkshop wird ist auch noch nicht so klar.

Die Kulturschaffenden die ja eifrig demonstrieren weil sie immer noch vom einem totalen Knockout betroffen sind, während inzwischen ja schon die Lokale aufsperrten und man sogar maskenlos in einem Gasthausgarten sitzen darf, haben inzwischen auch einen kleinen Erfolg erzielt, beziehungsweise eine neue Kulturstaatssekreätrin. Ulrike Lunacek, die ja sehr angegriffen wurde, ist inzwischen zurückgetreten, Andrea Mayer, die ich von den Preisverleihungen noch als Andrea Ecker kenne, ist ihre Nachfolgerin und Veranstaltungen ab hundert Personen können ja, glaube ich, Ende Mai wieder stattfinden.

Das würde dann wahrscheinlich auch die “Alte Schmiede”, die “Gesellschaft” und das Literaturhaus betreffen. Da wird man wahrscheinlich vorläufig wohl so, wie derzeit in die Kirchen, mit Maske hingehen müßen.

Bei Freiluftaufführungen wird das vielleicht anders sein und da hat der Alfred bei seinen Lokalbesuchen, die er wieder sehr in Anspruch nimmt, die Veranstalter der O-Töne getroffen, die ihm verraten haben, daß die wahrscheinlich stattfinden werden und, daß es dafür auch schon ein schönes Programm gäbe.

Ich bin diesbezüglich also gespannt und kann was den “Bachmannpreis” betrifft, verraten, daß der auch vom 17. – 21. Juni auch online stattfinden wird,  die Namen und die genaueren Details werden am 28. Mai folgen. Da kann ich auch gespannt und neugierig sein und sonst kann ich vermelden, daß ich diese Woche auch noch einmal Cornelia Stahl getroffen habe, um ihr mein neues Buch zu übergeben und das habe ich ja auch an die “Alte Schmiede” an die Frau Danielcyck von der Kulturabteilung der Stadt Wien, an Gerhard Ruiss von den IG Autoren an die Natonalbibliothek und sogar an Manfred Müller von der “Gesellschaft” geschickt. Sehr optimistisch, daß ich in Zeiten wie diesen,  positive Antwort bekomme, bin ich ja nicht, aber wie schreibe ich immer, mal sehen, ich bin schon sehr gespannt.

Mit Links

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine gesellschaftspolitisch sehr engagierte und aktive Frau, die in einem der schönen Gemeindebauten, aus den dreißiger Jahren, erbaut aus den Mittel der Wohnbausteuer aufgewachsen, weil meine Eltern im World war II ausgebomt wurden und der Vater als aktives SPÖ-Mitglied Anspruch auf eine Gemeindewohnung hatte, die damals, wie ich glaube, ausschließlich den SPÖ-Mitglieder vorbehalten war, so daß ich die Partei als soziale Kontrolle erlebte, was mich veranslaßte, nie mehr mit einer ausnahme sie SPÖ zu wählen.

Die Ausnahme war Anfangs der achtziger Jahre, als ich da eine Zeitlang bei den “Kinderfreunden” arbeitete und die nur Parteimitglieder anstellten.

Als ich das erste Mal wählen durfte, so zwischen neunzehnund zwanzig, weil damals das Wahlalter, beziehungsweise die Großjährigkeit von einundzwanzig auf neunzehn herabgesetzt wurde und ich 1973 dazwischen war, habe ich, ich gebe es zu, als Prostest gegen meinen Vater, die ÖVP gewählt und mir damals auch die “Presse” öfter gekauft.

Mein Vater hatte die “Arbeiterzeitung” abonniert, die Mutter, die sozialistische “Frau”.

Das habe ich auch nur einmal getan und bin dann, glaube ich, sehr bald auf die KPÖ gestoßen, weil mich die Monika ja in den Bund der demokratischen Frauen bzw. in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” brachte, die sich damals im” Rotpunkt” auf der Reinprechtsdorferstraße trafen.

Irgendwann habe ich dann auch die Grünen gewählt, bin aber bald wieder zur KPÖ zurückgekommen, lese ja auch schon seit vielen Jahren am Volksstimmefest und die Ausnahme war irgendwann in den Neunzigerjahren wahrscheinlich, als der Martin mich aufforderte, das zu tun, um den Haider-Aufstieg zu verhindern, damals war Caspar Einem Innenminister, ich habe ihm meine Vorzugsstimme gegeben, nachher war er es nicht mehr und ich habe mir geschworen, nie wieder.

Bis auf letztes Jahr, da habe ich kurz daran gedacht es zu tun, weil ich ja weil ich Anfang des Vorjahres von der GAV oder den IG-Autoren dazu aufgerufen, für den Rücktritt von Innenminister Kickl unterschrieben habe und da auf einer SPÖ-Seite gelandet bin, die mich einlud in die Partei einzutreten und mir später, als das Ibiza Video auftauchte und Neuwahlen ausgerufen wurden, Einladungen zu ihren Wahlveranstatlungen schickte, bei drei bin ich gewesen und habe auch kurz daran gedacht, vielleicht doch die SPÖ zu wählen, weil die KPÖ ja nichts bringt. Der Alfred hat begonnen sich sehr für die Grünen zu engagieren, Wahlzettel verteilt, etcetera und ich habe mich entschloßen, mit einem Gefühl, daß ich es vielleicht bereuen würde, die Grünen zu wählen.

Ob ich das bereuen soll, weiß ich noch nicht? Denn eigentlich, das habe ich ja heute dem Uli kommentiert, bin ich ja dafür, was Neues auszuprobieren und nur wer wagt gewinnt. Aber Kopftuchverbot bis vierzehn, Ausreisezentren und Sicherheitshaft sind eigentlich nicht das, was ich will, absolut nicht, aber gut, schauen wir uns an, wie es wird und dieses Wochenende wären wir wieder nach Harland gefahren, sind wir aber nicht, obwohl wir dort ein neues Bücherregal  aufzustellen haben, weil mich der Alfred auf eine Gründungsversammlung einer neuen neuen Linkspartei aufmerksam machte, zu der er gehen will, obwohl er sich ja nach wie vor für die Grünen engagiert und, obwohl er für die Wien – Wahl, die ja in diesemJahr stattfinden wird, wo alle schon nervös sind, gar nicht wählen darf weil, er ja in Niederösterreich seinen Hauptwohnsitz hat.

“Dann geh ich mit!”, habe ich gesagt und mich nicht recht ausgekannt, spalten sich die jetzt von der KPÖ ab oder wird es eine große Linkspartei geben, die dann fünf Gemeinderäte ins Rathaus bringen, die ich, das ist glaube ich, fix, wählen will und Kurto Wendt den ich von den Volksstimmefestlesungen kenne und der ja die Donnerstagsdemonstrationen organisierte, ist einer der Veranstalter oder Aufrufer und da kann ich mich auch erinnern, daß es auf der letzten Demo auf der ich war schon Arbeitsgruppen gegeben hat, die ein Programm erarbeitet haben, vielleicht hat sich da “Links-Wien” gegründet und nun gut, schauen wir uns das einmal an und weil wir ohnehin in Wien geblieben sind, konnte ich mir auch Stephans Teichgräber “Dramatiker-Workshop geben” und da mit ihm nach Sopron und nach Györ ins Theater gehen und in Sopron kann ich gleich verraten, gibt es ein literarisches Programm nämlich “Per Gynt” und ein Stück nach einem Roman von Sandor  Marai, während  in Györ Agatha Christie aufgeführt wird und, glaube ich, auch eine Dramatisierung eines Romans von Magda Szabo.

Dann bin ich also in die VHS Schwendtergasse hinausgewandert, wo die Gründungsversammlung stattfand und habe da schon vorher Mails bekommen, daß sich viel mehr Leute, als erwartet angmeldet haben und ungefähr zehn habe ich von diesen meist sehr  jungen Leute auch gekannt.  Das Logo war die Farbe Lila, die auf auf den Flyern und auf  der großen Bühne zu sehen war, auf der Grundsatzstatesments  abgegeben wurden, daß für ein sozales Wien, die freie Fahrt auf den Öffis, ein bedingungsloses Grundeinkommen, der Kampf gegen Rassismus, der Einsatz für die Frauen und ein leistbares Wohnen für Wien wichtig ist und bei der letzten Wahl habe ich, glaube ich, auch nicht die KPÖ, sonders das Bündnis “Wien anders” gewählt, das in fünf Bezirken Bezirksräte hat, einer davon ist Margareten, also hat meine Stimme, was bewirkt und ein paar dieser Bezirksräte waren auch da, ein paar Leute habe ich vom Volksstimmefest gekannt, aber eigentlich waren  nur sehr wenige Bekannte da und ob es nun, da um eine  neue Einheitspartei oder um eine Abspaltung  geht, ist mir nicht so ganz klargeworden, ich werde es aber  herausbekommen, da ich bei der Wien-Wahl, die es im wahrscheinlich im Oktober geben wird, eine linke Partei wählen möchte, obwohl ich mich entschlossen habe, am Samstag nicht mehr in den fünfzehnten Bezirk zu gehen, um die weiteren Ziele in Kleingruppenarbeit zu eräutern und am Abend eine große Party zu feiern, sondern mich in einem “Writersretreat” und einem möglichst intensiven Korrigiertag “Meinem Schreiben und meinen Büchern” zu widmen, was mir ja auch sehr wichtig ist und von der anderen Seite kann ich vermelden, hat  sich  eine neue Bewegung gegründet, die sich “Die “Österreicher” nennt und gegen das Linke kämpfen will, so daß es politisch in diesem Jahr wohl noch sehr spannend wird.

Die neue Regierung

Jetzt wieder etwas Politisches, ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine sehr politische Frau, was sich auch in meinen Büchern ausdrückt, die ich regelmäßig oder Auszüge daraus am Volksstimmefest vorstelle, ich habe gegen schwarz-blau eins im Jahr 2000 geschrieben und demonstriert, habe bei den “Widerstandslesungen”, die es damals von El Awadalla und Traude Korosa organisiert, gelesen und die 1956 in Nickelsdorf geborene Elfriede Awadalla, die ich im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennengelernt habe, wollte ja auch 2016 für die Bundesprädisdenwahl kanditieren und die Bundespräsidentenwahl, wo Alexander van der Bellen und Norbert Hofer gegeneinander antraten und, die dann auch wiederholt werden mußte, hat mich auch sehr interessiert.

Da ist dann ja auch schon mein dritter und, wie sich herausstellte eher rechter Dauerkritiker Uli aufgetreten, dessen Blog ich dann auch einige Zeit verfolgte und dann gabs 2017 eine vorgezogene Neuwahl und kurz danach, natürlich von Präsident van der Bellen angelobt, eine eine neue diesmal türkis-blaue Regierung, in der “Unsichtbaren Frau” habe ich über die Wahl geschrieben, die von den Rechten dieses Landes, als die beste aller Zeiten gelobt wurde.

Die Linken und die Grünen sahen das etwas anders und so hat es seit Oktober 2018 auch wieder Donnerstagsdemonstrationen gegeben, bei einigen bin ich mitgegangen, nicht bei allen und durch meinen Sturz bedingt, im März 2019 konnte ich das auch einige Zeit nicht, kann mich aber erinnern, daß es mich sehr ärgerte, daß die neuen GAV- Jour fixes immer an einen Donnerstag angesiedelt waren.

“Da ist die Demo!”, habe ich gesagt und, als ich dann erfuhr, daß der nächste im Frühjahr 2019 angesetzt war, “Dann gibt es die Demos wahrscheinlich nicht mehr!”

“Da ist die Regierung schon weg!”, hat Ilse Kilic geantwortet, was ich nicht glaube, als ich aber im Mai auf die “KritLit” gegangen bin, habe ich am Morgen in den Nachrichten von diesem Ibiza-Video erfahren, das seither Österreich und die halbe Welt erregte, zur Regierungsumbildung und Neuwahlen führte, wo die Grünen wieder gewonnen haben.

Der Alfred hat sich sehr stark dafür eingesetzt, ich ein bißchen weniger.

Bei der Wahlparty bin ich aber auch gewesen und jetzt wird es eine grün- türkis Regierung geben, die bald angelobt werden wird und sie sich, wie man hört, auch für das Kopftuchverbot bis vierzehn, die Sicherheitshaft, etcetera, also keine grünen Themen, eisetzen, dafür aber ein großes Umweltministerium bekommen wird.

“Herbert Kickl kann sich freuen!”, vloggt der Politvlogger Gerald Grosz und die Identitären fürchten sich vor der neuen grünen Justizminsterin Alma Zadic.

Man hört also sehr widersprüchiges und ich bin, ohnehin immer sehr pessimistisch, gespannt, was sich jetzt tut in dem schönen Österreich und wünsche den Grünen wirklich sehr, daß sich, wie sie es ja auf ihren Versammlungen versprochen haben, ihre Handschrift durchsetzt. Österreich wird das sicher brauchen, auch wenn die Rechten dagegen sind und gegen “Fridays for Future” hetzen.

Eine neue Linkspartei, die bei den Wien Wahlen antreten will, soll sich dieses Wochenende auch gründen, ich werde darüber berichten.

Noch einmal Republikanischer Club

osef Steinbach, Peter Huemer, Alfred Noll

Josef Steinbach, Peter Huemer, Alfred Noll

Den Saisonbeginn, bis die “Alte Schmiede” und das Literaturhaus aufsperren, habe ich jetzt dreimal im Republikanischen Club verbracht, wo es ja eher politische als literarische Programme gibt, obwohl ich schon zweimal dort gelesen habe, einmal im Rahmen der GAV in einer von Irene Wondratsch organisierten Veranstaltung zum Thema Männer und Frauen  und im Mai habe ich aus der “Unsichtbaren Frau” gelesen, ein sehr politisches Buch, das den Wahlkampf 2017 beschreibt, ohne zu wissen, daß es ein paar Tage später diese Regierung nicht mehr geben wird und sich seither politisch viel verändert hat.

Es gibt eine Übergangsregierung, eine Wahl am 29. September. Bücher wurden geschrieben, Journalisten sind zu Parteien und Nationalratsabgeordnete von dort wieder weggegangen.

ich bin seither auf einigen Widerstandsdemos gewesen und zu zwei Wahlveranstaltungen der SPÖ.

Am Samstag zum Wahlkampfauftakt der Grünen und am Freitag davor stellte im Republikanischen Club der vormalige” Kurier-Herausgeber” und jetziger Neos-Kanditat Helmut Brandtstätter sein Buch “Kurz und Kickl – Ihr Spiel mit der Macht und der Angst” vor.

Da war es im RC natürlich viel voller als  bei meiner  Mai – Lesung, wo ich gerade fünf Zuhörer hatte und gestern war es dann literarisch mit Günter Kaindlsdorfers Debut. Ein bißchen weniger Leute aber schöne Gespräche und heute wollte  der Alfred in den Club , ist er doch ein Fan von Alfred Noll, dem Rechtsanwalt und gerade noch Abgeordneten, den wir im Jänner im Schauspielhaus hörten, der zu Josef Steinbach bei “Sisyphus” erschienen Politthriller, der vom ehemaligen Journalisten Peter Huemer moderiert wurde, diskutieren sollte.

Josef Steinbach ist ein 1941 geborener, ehemaliger Universitätsprofessor, der in seiner Pension zu schreiben angefangen hat und in “Narren führen Blinde” offenbar die österreichischen Ereignisse vorweggenommen hat.

Hat er doch das Buch, das im Frühjahr erschienen ist, in dem es, wie im Klappentext steht, um “Trägheit, Freunderlwirtschaft und populistische  Parolen geht”.

Ein Salzburger Unternehmer wird von seinen Freunden in die Politik gedrängt und findet sich offenbar auch in einer Art Übergangsregierung, als Bundeskanzler wieder, was offenbar der Grund war, daß das Buch so prominent im RC vorgestellt wurde.

Josef Steinbach hat ein Kapitel aus der Mitte des Buches gelesen, wo es nur so von Ministern, Erpressungen und schönen Frauen wimmelte, nachher drehte sich die Diskussion natürlich um das österreichische Politikgeschehen.

Alfred Noll wurde zu der gegenwärtigen Parlamentssituation befragt. Peter Huemer erwähnte  die Gründlichkeit des Autors, der in einem Detail erwähnte, daß man den Niedergang eines Landes daran erkennen würde, daß sich die Frauen mehr Lippenstifte kaufen würden, weil sie sich alles andere nicht mehr leisten können.

Das ist mir zwar bisher nicht aufgefallen, wäre aber interessant nachzuprüfen.

Anschließend gab es wieder Wein und Knabberein. Man konnte sich das Buch signieren lassen, das jetzt  auf meinen Lesestapel kommt.

Da ich aber im Rahmen meines Buchpreislesens schon über dreißig Bücher warten, werde ich es wohl erst sehr lange nach der Wahl lesen können, wo wahrscheinlich schon wieder alles anders sein wird, ob es aber besser wird, würde ich bezweifeln.