Vorschau auf das Wochenende

Heute einmal nicht Gesellschaft für Literatur, obwohl es da eine Veranstaltung der Plattform Bibliotheksinitiativen gibt, wo Edith Waclavicek, Eva Kittelmanns neues Buch “Die Aufgabe oder Eros wie im Himmel so auf Erden”, vorstellt und Edith Waclavicek ist jene pensionierte Bibliothekarin, die glaube ich, ihre Literaturtage im November in der Galerie Heinrich nicht mehr macht, bei der es in den letzten Jahren aber immer eine Frauenlesung gab und die ich, glaube ich, bei den “Mittleren I” noch im Literaturhaus oder bei der “Frauen lesen Frauen – eigene Texte Lesung”, die ich dort einmal organisierte, kennenlernte, weil sie den Text für eine ihrer Publikationen haben wollte. Sie hat dann Judith Gruber-Rizy eingeladen jährlich bei ihrer Literaturveranstaltung eine Frauenlesung zu organiseren, diesmal gibt es keine mehr wegen Honorarstreitigkeiten und auch sonst habe ich nur von der Gesellschaft für Literatur Veranstaltung gehört und wäre wahrscheinlich hingegangen, interessiere ich mich ja sehr für Literatur. Wir werden dieses Wochenende aber wieder einmal nach Harland fahren und da waren wir seit der Sommerfrische ja nur an einem Wochenende. Alfred ist zwar öfter hinausgefahren, um seinen Eltern bei der Gartenarbeit zu helfen, aber ich hatte immer literarische Termine, jetzt passt es aber einmal, ein beschauliches Wochenende am Land zu verleben und auch mit der Korrektur der “Frau auf der Bank”, die ich jetzt an die sechs Wochen mehr oder weniger intensiv Szene für Szene durchgegangen bin, bin ich heute fertig geworden und werde jetzt das gesamte Manuskript, Rohentwurf 94 Seiten oder 43.502 Wörter, da müßte ich mich für den Nanowrimo noch ein bißchen anstrengen, solange durchgehen, bis ich damit zufrieden bin und es dem Alfred zur PDF-Erstellung übergeben kann. Erfahrungsgemäß werde ich damit noch bis Jänner oder Februar brauchen, habe aber schon Sara Wipauer für den Klappentext gewinnen können und ihr den Rohtext gerade geschickt.
Ein Foto brauchen wir auch noch, aber da bietet sich vielleicht eine Bank im Rathauspark beim Springbrunnen an, wo ein Teil der Erzählung oder des Romans ja spielt. Die letzten Wochen hat es mich bezüglich Buch-Wien und anderer Literaturveranstaltungen ja herumgerissen und dann korrigiere ich meine Texte nach der Fertigstellung des Rohentwurfes ja nicht so gern, so gesehen, kann das Wochenende in Harland, wo es nichts als Radfahren als Alternative gibt, ein bißchen Ruhe bringen, bzw. gibt es da Arno Surminskis “Jokehnen” als Badewannenlektüre und das ist eine Rückerinnerung an den Polenurlaub und ein Buch, daß es außerhalb meiner Hundert-Bücher-Liste gibt, die ich mir ja als Challenge vorgenommen habe. Sieht man auf die andere Leseliste bemerkt man, daß da schon hundetneun Titel stehen und von den ursprüglichen hundert sind zehn noch nicht gelesen, wenn ich die bis zum 31. Dezember schaffen will, muß ich mir ein bißchen auf die Finger spuken, bzw. bezüglich Rezensionsexemplaren aufpassen und so habe ich gestern die Gesellschaft für Literatur auch verlassen ohne genauer nachzufragen, wie ernst das Angebot des Autors, daß sich die Zuhörer je ein Buch mitnehmen könnten, gemeint war, habe ich ja meine Geburtstagsbücher schon auf die Liste von 2012 geschrieben und da ist jetzt ein neues Buch dazugekommen, nämlich Judith Scharlanskis “Hals der Giraffe”, das ich von Trude Kloiber bekommen habe, die ich am Nachmittag besuchte und das ist eine Schulkollegin aus der Straßergasse, die zufällig eine Gasse weiter wohnt und mich vor ca zehn Jahren einmal auf der Straße angesprochen hat. Seither kommt sie zu meinen Geburtstagsfesten und bringt mir immer eine aktuelle Neuerscheinung mit und ich besuche sie meistens danach zu Kaffee und Kuchen und tratsche mit ihr ein bißchen über mein literarisches Leben bzw. meinen Frust und da gab es in der letzten Zeit ja einigen und auch ein paar depressive Artikel darüber. So zum Beispiel, meine Erfahrungen vor zwei Wochen mit dem Alpha-Literaturpreis und als ich da vorgestern in der Gesellschaft für Literatur den Literaturkompass der Zeitschrift Buchkultur fand, entdeckte ich auch prompt die Ankündigung zu der Veranstaltung, um 18. 30 hat sie angefangen, deshalb war ich kurz nach sieben vor zwei Wochen so ganz allein mit den Empfangsdamen und dem strengen Herr und von einer Einladung, die dazu nötig ist, ist nichts dabei gestanden. Das zu dem Vorwurf, daß ich mich da ohne Einladung einschmuggeln wollte, wenn man nicht will, daß das literarisch interessierte Publikum dazukommt, darf man es auch nicht im Literaturkompaß ankündigen, denke ich und habe die Ankündigung ausgeschnitten und hingeschickt, mal sehen, ob diesmal eine Reaktion kommt?
Ein zweiter Frust ist die Sache mit dem Amerlinghaus und da gibt es am Dienstag den 29. November um 17 Uhr eine Demonstration, die beim Omofuma-Denkmal beim Museumsquartier startet und ins Rathaus führt, wäre schön, wenn alle, denen das Amerlinghaus am Herzen liegt und die vielleicht wollen, daß Literaturveranstaltungen, wie die “Mittleren VI” dort stattfinden können, hingehen und ihr Engagement zeigen. Ich werde das tun, allerdings werde ich es nicht bis zum Rathaus schaffen, sondern um halb sieben ins Museumsquartier gehen, denn dort findet am Dienstag den 29. November um 19 Uhr die Verleihung des “5. Ohrenschmauses – Literatur von und für Menschen mit Lernbehinderung” statt und da werde ich die Laudatio für den Lebensbericht-Preisträger halten und ich lade natürlich ebenfalls alle ein, sich zu splitten und hinzukommen und dafür kann man sich bei www. ohrenschmaus.net anmelden.
So geht es also weiter mit dem Literaturherbst, der allmählich ein Winter wird. Nächste Woche gibt es noch die Fried-Preis Monsterveranstaltung, ansonsten habe ich vor etwas intensiver an den “3 S” zu korrigieren, die ausstehenden Bücher zu lesen und vielleicht auch schon Ideen für das nächste Projekt zu sammeln, obwohl ich mir dazu ja wieder, ich verspreche es wirklich, sehr viel Zeit lassen will, um an meiner Personenführung zu arbeiten und von der Trivialität meiner Sprache ein Stückchen weg zu kommen, mal sehen, ob mir das gelingt?
Ich bin aber, wie meine Leser wissen, diesbezüglich etwas toleranter und habe nicht so einen elitären Literaturbegriff, daß ich nur das aller Abgehobenste gelten lasse, das gilt auch für Rechtschreibfehler, weil ich ja eigentlich für die Freiheit der eigenen Schreibweise bin und so bin ich bezüglich Aktionen, wie dieser mit den tausendachthundertfünfzig Fehlern in dem Kafka-Buch über das ich gestern berichtet habe, etwas ambivalent. Natürlich soll man in Zeiten wie diesen, wo an die zwanzig oder auch schon dreißig Prozent funktionaler Analphabeten unsere Schulen verlassen, auf die Bildungsmisere aufmerksam machen, mir ist aber ein schreibender Mensch mit Rechtschreibfehlern lieber, als einer der gar nicht schreibt und liest und sich nicht für Literatur interessiert.Und was ich schade an der Sache finde ist, wenn jetzt die tausend an die Schulen verschickten Bücher so einfach weggeschmissen werden, wie ich ja in einigen Artikeln lesen konnte, da wäre ich eher für ein Ratespiel, wer die meisten Fehler findet.

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