Turbulenzen beim SP-Parteitag

Ich bin ja, wie ich immer schreibe in einem der sozialistischen Gemeindebauten aufgewachsen. Der Vater Sozialist, Parteifunktionär, Angesteller in der WGKK, am Abend Mitarbeiter in der Tanzschule Hernals, die damals den Sozialisten gehörte, Referent der Büchergilde Gutenberg und ich war als Kind einige Jahre rhythmisches Tanzen bei den “Kinderfreunden” zu Weihnachten gab es für die <kinder der Parteimitglieder immer ein sozialistisches Kinderbuch von Vera Ferra Mikura, Friedrich Feld, etcetera unter dem Christbaum und als ich wahlberechtigt war und nicht hinging, hat sich einer der Funktionäre bei meinen Vater beschwert, der auch Wahlbeisitzer war.

Die Sommer habe ich meistens in einem Ferienheim der Kinderfreunde in St. Veit an der Glan, wo ich mit fast sieben fast ertrunken wäre und kurz vorher Masern hatte, in Klein St. Paul, Kaprun etcetera und nach meinen Psychologiestudium habe ich eine Zeitlang bei den “Kinderfreunden” gearbeitet. Da war ich auch Parteimitglied, weil ich dort angestellt sein wollte. Später bin ich wieder ausgetreten und habe mich eigentlich immer linker als die immer bürgerlicher werdende SPÖ gefühlt.

Aber in den heroischen Siebzigerjahren unter Kreisky studiert, wo die Schulbücher und die Straßenbahnfahrt für Schüler und Studenten gratis waren und diese Zeit als sehr stark erlebt.

Dann habe ich mich im “Arbeitskreis der schreibenden Frauen” literarisiert, der vom “Bund demokratischer Frauen” gegründet wurde und die KPÖ gewählt. Ene zeitlang auch die Grünen. Dann wieder KPÖ und bis 2019 regelmäßige Lesungen beim Volksstimmefest. Einmal habe ich in dieser Zeit auch die SPÖ gewählt um Jörg Haider und die FPÖ zu verhindern. Da hat mir der Martin geraten, Caspar von Einem, der damals Innenminister war, eine Vorzugsstimme zu geben. Nachher war er das nicht mehr. Das war mir eine Lehre und 2018 als wir die zweite schwarz-blaue Regierung hatten, habe ich den Aufruf von GAV und IG-Autoren für den Rücktritt von Innenminister Herbert Kickl zu unterschreiben.

Da habe ich dann gleich eine Einladung der SPÖ bekommen in die Partei beizutreten und, als es nach Ibizza zu einer Neuwahl kam immer wieder Einladungen der Vorsitzenden Rendi Wagner mich am Wahlkampf zu beteiligen und Veranstaltungen zu besuchen. Ein paar Mal habe ich das getan und 2019 gedacht, jetzt muß ich die Grünen wählen um die FPÖ zu verhindern, was, wie ich hier schon angedeutet habe, ein Reinfall war und jetzt habe wir 2020 grün türkis und die SPÖ unter dem Vorsitz von Pamela Rendi Wagner einer sehr engagierten Frau, Spitzenbeamtin im Gesundheitsministerium, dann Gesundheitsministerin, bevor sie die erste weibliche Vorsitzende wurde und die Männer haben zugeschlagen und sie wegzumobben versucht, was sie vier Jahre selbstbewußt widerstanden hat. Dann kam der burgenländische Parteichef Hans Peter Dokozil und zwang sie zu einer Mitgliederabstimmung, die etwas skurril begann.

Denn da hieß es plötzlich, jeder der in die Partei eintritt, kann nicht nur mitwählen, sondern auch selbst Vorsitzender werden, was zur Folge hatte daß sich Gerald Grosz, Martin Sellner und sogar eine Giraffe bewarben und auch ein paar einfache Funktionäre. Dann hieß es, man muß dreißig Unterstützungserklärungen vorlegen und inzwischen hat sich auch Andi Babler, der sehr engagierte Bürgermeister von Traiskirchen, um den Vorsitz beworben.

Die Giraffen und auch die anderen Parteimitglieder wurden ausgeschieden, was bei einigen, die schwuren, daß sie die dreissig Stimmen hatten, Unmut erregte und dann kam es zum Kampf zwischen Pamela Rendi Wagner, Hans Peter Doskozil und Andi Babler, das heißt, eigentlich haben nur die zwei letzteren gekämpft und die Auszahlung der Mitgliederwahl hat sehr lang gedauert.

Da waren wir schon in Kitzingen als die Ergebnisse bekanntgegeben wurden und die waren ungefähr gleichverteilt. Hans Peter Doskozil mit dreiunddreißig Prozent, der erste. Andi Babler, der zweite und die Vorsitzende am Schluß, die ihre Funktionen zurücklegte.

Eigentlich arg, was Sozialisten mit ihren Frauen machen und dann wurde gestritten ist jetzt der Drittelerste der Sieger oder soll es eine Stichwahl geben, die, wie man hörte, Andi Babler, der Provinzpolitiker, wie er von manchen verächtlich genannt wurde, gewinnen würde.

Andi Babler setzte eine Wahl beim außertourlichen Parteitag durch, die am letzten Samstag in Linz stattfand. Da gab es zwei engagierte Reden, die von Hans Peter Doskozil, sprach funktionärhaft von den schlechtverdienenden Menschen, die er unterstützen würde. Andi Babler rief engagiert, die “Genossinnen und Genossen!”, auf, engagiert in die “Neue Zeit zu ziehen!”, und unterlag dreiundfünfzig und siebenundvierzig Prozent, was den Alfred, als er beim Kuba-Fest davon hörte, Frustation auslöste.

Hans Peter Doskozil rief seinen Mitbewerber auf die Bühne, versprach, daß wenn er die nächste Wahl gewinnen würde, weder mit blau noch mit schwarz koalieren würde, was unmut erregte und am Montag sollte er in Löwelstraße kommen und sein Team bekanntgeben.

Kam aber nicht und als ich um vier, zwischen meinen Stunden,, OE24 auftrehte, glaubte ich meinen Augen nicht zu trauen und dachte kurz an einen Schrez.

Fehler bei der Auszählung, die Ergebnisse wurden vertauscht. Hans Peter Doskozil ist der Sieger und eine fehlende Stimme nach der gesucht wurde, hat es auch gegeben. Spott und Häme, sowie großes Kopfschptteln. Das kann es doch nicht sein, um so mehr, da vorher einer der Wahlleiter wegen Befangenheit abgelöst und durch eine Doskozil Vertraute ersetzt wurde, die dann bekannte, daß sie die Stimmen, was sie eigentlich sollte, nicht nachgezählt hat.

Dann wurde wieder ausgezählt. Diesmal mit einem Notar, einem Rechtsanwalt und viel Presse und man kann nur hoffen, daß es so bleibt und gespannt sein, wie es mit der SPÖ weitergeht und ich habe mich entschlossen, das nächste Mal wieder links, KPÖ plus oder wie immer das heißen wird, zu wählen.

Was ich gern auf dem Volksstimmmesfest verkünden würde, aber da werde ich wohl wieder nicht lesen, obwohl es mir fast versprochen wurde.

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