Poet-Night am neuen Ort

Die “Poet-Night”, diese Veranstaltung des ersten Wiener Lesetheaters, das, glaube ich, 2000 von Rolf Schwendter eingeführt wurde, wo sich die schreibende Mitglieder präsentieren konnten, hat lange im “Siebenstern” stattgefunden, ursprünglich hat das um drei Uhr Nachmittag begonnen und bis in den frühen Morgen gedauert und es wurden im sieben Minuten Rhythmus gelesen. Nach dem Tod von Rolf Schwendter haben das Hahnrei Wolf Käfer und Andrea Pauli die Organisation übernommen. Ich habe mit Ausnahmen der Corona-Zeiten immer dort gelesen. Das letzte Mal 2019 im “Siebenstern” Im Vorjahr war es dann im Weinhaus Sittl und jetzt im Repubikanischen Club, der auch einen neuen Ort hat und ich habe entweder aus meinen Bücher oder aus neuen Texten gelesen und meistens auch, weil ich ja sehr interessiert am Schreiben der Anderen sehr interessiet bin, die ganze Zeit dort geblieben.

So auch am Freitag um halb sechs bin ich zur Fischerstiege hinmarschiert, denn jetzt fängt es erst um sechs an. Es gab vier Leseblöcke. Ich war am Letzten angekündigt und in der Aussendung hat es geheißen, daß man sich Essen und Getränke mitnehmen soll, weil keine Gastronomie, was mich gewundert hat, weil ich ja öfter hingehe und weiß, daß es dort Wein, Kekse und Soletti gab, aber wenn da fünfunddreißig Leute lesen, reichen vielleicht zwei Weinflaschen nicht aus, habe ich gedacht und mir eine Minieralwasserflasche zur Hälfte mit Roten angefüllt und war auch wenig verwundert, ob der neue Raum, der ja eher klein ist, ausreicht für die fünfunddreißig Leser und deren etwaigen Bekannten und im Gegensatz zum Sittl war auch die Veranstaltung om Programm angekündigt.

Andrea Pauli hat aber viele Sessel aufgestellt und es gab auch genügend Getränke und was zum Knabbern und so ist es mit den Bekannten und Unbekannten losgegangen, die Lustiges, Heiteres, Sketches, Lyrik, Romanauszüge, etcetera, vortrugen.

“Es lebe die Vielfalt!”, sagte Andrea Pauli mehrmals und dann begann es mit dem mir unbekannten Heinz Achtsnit, der einen eher lustigen Text vorgetragen hat.

Mit Andrea Gayer habe ich schon öfter gelesen, sie brachte Gedichte und Heidi Hagl las eine sehr amüsante Balkongeschichte von Susanne Schneider, die sich krankheitsbedingt entschuldigen ließ.

Anka Mairose Pavlovski ist auch eine Stamm leserin und beschäftigte sich in ihren sieben Minuten mit dem Älterwerden und dann kam der 1955 in Kärntnen geborene Axel Karner mit dem ich auch schon öfter gelesen habe und der mir seine Gedichtbände schickte, beziehungsweise mir zwei bei “Wieser” erschienene Bändchen übergeben, so daß ich mich nach meinen Buchpreislesen, der Lyrik widmen kann. Bei der Poet-Night lesen auch immer ein paar Prominente.

Bettina Balaka brachte Auszüge aus ihrem “Zauberer von Cobenzl”, Robert Schindel zum Teil sehr lustige Gedichte und Lydia Mischkulnig war diesmal sehr politisch oder utopisch, hat sie sich doch mit der Ernährungsumstellung beschäftigt.

Im zweiten Block las Susanne Ayoub eine Flüchtlingsgeschichte, Anita Schaub poetische Texte, die offenbar aus einem Film stammen und Sascha Wittmannr war auch sehr politisch in ihrem Text, der dem Alfred der am Freitag mit dem Karli nach Italien gefahren ist, sehr gefallen würde. Nur die Unterschrift “Die Grünen” fehlten in dem Text, wo es um das Verbieten des Rauchens, des Zucker und Fett, alles nur zum Wohlbefinden, ging. Birgit Schwaner beschäftigte sich mit dem “Wartezimmer”.

Bei Richard Weihs kam es wie Andrea Pauli launig betonte, zu einem Genrewechsel, brachte er doch seine Gstanzln. Dann kam es zu einem Wiedersehen mit Peter Campa, der wieder seine tiefgründigen Wien-Beobachtungen brachte.

Dann wurde es kabaretistisch denn Renate Woltron und Manuel Gierisch bringen immer Ausschnitte aus ihrem Kabarettprogramm.

Den dritten Block begann Christl Greller mit einigen Gedichten und Christa Kern las wieder ihren aktuellen Text aus den “Entladungen”. Mit Christa Messner und Gabriela Schwaiger wurde es wieder lustig. Christa Messner sang und reimte von der Schönheit des Lebens und Gabriela Schweigers Schlangengeschichte nach einem realen Vorbild, war sehr berührend.2

Dann folgte schon Block vier, den begann Judith Gruber-Rizy, die ich, glaube ich, bei der letzten Poet Night” das letzte Mal gesehen habe und sie brachte einen Text über die Schön-und Scheußlichkeiten des Salzkammerguts, wo man laut dem Liedtext ja angeblich so gut kann…

Dann folgte ich mit zwei Szenen aus meinen “2035- eine Utopie”, die ja den “Toten”, die jetzt beim Alfred auf das Fertigwerden warten, angefügt sind.

Eva Jansenberger, die ich auch schon von den “Poet-Nächten”, kenne, wurde, glaube ich, vor einer Woche in die GAV aufgenommen. Waltraud Zechmeister, die eine berührende Geschichte von einer Bettlerin brachte, ist auch dort Mitglied und die Karbaretistinnen Ingrid Jantzen und Monika Schmatzberger die meistens als Letze nach ihren Vorstellungen lesen, machten es wieder lustig, während sich Hahnrei Wolf Käfer sehr poetisch mit dem Körper beschäftige.

Das war die lange Nacht des Lesetheaters oder der österreichischen Literatur, während wahrscheinlich gleichzeitig in Frankfurt auch solche stattfanden und am Wochenende geht es mit dem Frankfurt-Surfing weiter.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *