Literarisches Geburtstagsfest

Das nächste Highlight, das ich selbst veranstalte, ist mein literarisches Geburtstagsfest. Das heißt, eine eigene Lesung und ein paar von sehr lieben, meist Kolleginnen, hie und da ist auch ein Mann dabei, mit Buffet und Festcharakter, das ich mir schon an die zwanzig Jahre selber zum Geburtstag schenke.
1986, damals noch in der Otto Bauergasse, habe ich damit angefangen. Das heißt, da war es noch nicht mit meinem Geburtstag verbunden, sondern im Oktober und als literarischer Salon geplant.
Ich bin aber bald darauf gekommen, daß mein Bekanntenkreis und mein Kommunikationstalent für monatliche Veranstaltungen nicht ausreicht.
Einmal im Jahr passt es schon besser und so war 1987 das erste Geburtstagsfest.
Ich habe aus “Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt”, gelesen, denn das tue ich ja gerne und die Frauen vom Arbeitskreis schreibender Frauen, den es zwar schon nicht mehr gegeben hat, aber der Kontakt zu Elfriede Haslehner, Hilde Langthaler, Valerie Szabo-Lorenz hat ja noch lang bestanden, beziehungsweise besteht er immer noch.
1987 hat auch Brigitte Guttenbrunner gelesen, zu der ich den Kontakt inzwischen verloren habe. Und die Valerie ist 1996 gestorben.
Dazwischen bin ich von der Gumpendorferstraße über die Reinprechtsdorferstraße in die Krongasse gewechselt, Arthur West hat bei mir gelesen, der 2000 gestorben ist, wie es auch einige meiner Stammgäste, wie meine alte Freundin Hansi Berger oder den Präsidenten des Clubs der logischen Denker, Josef Lembacher, der meinem Fest seinen Persönlichkeitstempel aufprägte, nicht mehr gibt.
Heute habe ich die heurige Lesung vorbereitet, die am 7. November stattfinden wird.
Die Einladungen ausgedruckt, die Adressen herausgesucht, die Kuverts adressiert und mit Marken beklebt.
Denn das tue ich immer noch mit der Post und meine Leseliste hat auch wieder Besonderes aufzuwarten.
So wird wieder Elfriede Haslehner lesen, Ruth Aspöck, die auch schon lang bei mir liest. Lidio Mosca-Bustamante, der argentinische Schriftsteller, den ich bei Hilde Schmölzer kennenlernte, zum zweiten Mal und zum ersten Mal habe ich Anni Bürkl eingeladen, die direkt aus ihrer “Romanwerkstatt” kommen wird.
Also ein stattliches Leseangebot. Dazu lade ich meinen Bekanntenkreis ein und werde wieder an die vierzig Einladungen verschicken. Wenn zwanzig Leute kommen, ist das Zimmer voll und es gibt keine Sitzgelegenheiten mehr.
Alfred macht seit einigen Jahren das Buffet. Ich moderiere die Veranstaltung und bin jedes Jahr sehr aufgeregt, ob genügend Leute kommen und habe mir schon oft geschworen, mir das nicht mehr anzutun. Werde aber sofort wieder wortbrüchig, denn es ist jedesmal ein sehr schönes Fest und etwas ganz Besonderes.
Literarische Hausmusik sozusagen, mein höchstpersönlicher Beitrag zum Wiener Literaturleben.
Ich werde aus “Der Radiosonate oder das einsame Jahr” lesen, auf meine neue Bücher hinweisen, zwei sind ja in diesem Jahr erschienen und sicher auch das “Literaturgeflüster” vorstellen und ein paar Bücher bekomme ich meist auch geschenkt.

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