Die Buchpräsentation von Eva Rossmanns “Evelyns Fall” fand Mittwochabend im Caritaslager-Carla statt, am 7. 9. gabs was im Weinkeller Döllinger am Wunderberg in Auersthal, heute und morgen kann man in Buchingers Gasthaus “Zur alten Schule” um 49 Euro per Person ein Menü mit zwischendurch gereichten Lesehappen genießen.
Soviel nur zu den Unterschieden von arm und reich und bei der Präsentation im Caritaslager war das auch zu merken.
Das Caritaslager Carla ist ein Second Hand Shop mit einer riesigen Lagerhalle, die vom Mittersteig bis zu unserem Haus reicht und als ich im Juli von einer Filmveranstaltung nach Haus gekommen bin, hat der Alfred jemanden über das Dach laufen gesehen.
Alte Möbel, Bücher ect. werden dort verkauft, Kleiderpakete ausgegeben und die Lesung fand in alten Polstermöbel statt. Das Caritasrestaurant Inigo hat Brötchen verkauft und Getränke ausgeschenkt, der Direktor Michael Landau hat eröffnet. Die Alexander Bach-Marius Band hat den September Song von Kurt Weill, der einen roten Faden durch das Buch zieht, vorgetragen, dann kam die Autorin und erklärte, wie sie zu dem wichtigen Thema gekommen ist, denn als sie an dem Buch zu schreiben begonnen hat, hat sie noch nicht gewußt, daß 2010 das europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ist, aber sie kocht seit dem Krimi “Ausgekocht” ja regelmäßig bei Manfred Buchinger in der “Alten Schule” und da gibt es gleich in der Nähe ein verfallenes Häuschen, das man höchstens in Rumänien vermuten würde und vor der “Alten Schule” stand eines Nachmittags ein nagelneuer Maybach und der Besitzer zeigte allen voller Stolz die silbernen Sektgläser, die es darin gibt.
Die Idee für Krimi Nummer zwölf war geboren und Eva Rossmann schuf bewußt eine Geschichte, die die Gegensätze von arm und reich verbinden sollte. Sie hat bis zu der Stelle, wo Mira Valensky in dem Schuppen niedergeschlagen wird gelesen, dann gab die Band ein Konzert, die Eva Rossmann bei einer Hochzeit kennenlernte, es gab das Buffet, wo mir Alfred ein Brötchen und ein Gläschen Wein kaufte, eine Spendenbox von der man reichlich Gebrauch machen sollte, gab es auch und ich habe das Publikum kaum gekannt.
Den Caritasdirektor natürlich, Jessica Beer von der Hauptbücherei war da und Robert Huez vom Literaturhaus. Evelyn Polt-Heinzl ist auch schnell hinausgehuscht, sonst waren es mir eher unbekannte Damen und Herren.
Alfred hat ein Buch für seine Mutter gekauft und es signieren lassen, Eva Rossmann war auch da sehr freundlich und professionell im Smalltalk und jederzeit bereit für ein Foto und der Herr, der vor uns signieren ließ, erzählte , daß er “Wahlkampf” in einer der Caritaskisten um einen Euro gefunden hat.
Bei Buchlandung im Columbus Center gibt es übrigens für den, den es interessiert “Ausgekocht” oder “Millionenkochen” um 2.95 und eine Hörbuch CD mit Eva Rossmanns Stimme vom neuen Buch gibt es auch.
Es war also ein interessanter Abend in einem ungewöhnlichen Rahmen und einer der wenigen Fälle, wo ich das Buch schon gelesen hatte. Angelika Reitzer, die ja in ihrem Roman, zumindestens was den sozialen Rückzug betrifft, ein ähnliches Thema aufgegriffen hat, hat Dienstag launig in die Diskussion eingeworfen, daß sie sich erwarte, daß man das Buch schon gelesen hat, sonst könne man es sich noch kaufen, diesmal hatte ich es und Leselustfrust, die es inzwischen auch gelesen hat, hat es mit ihrer Besprechung schon verlinkt.
Ansonsten ist das Thema Armut gerade im fünften Bezirk sehr aktuell, dem sich besonders Wolf Goetz Jurjans sehr annimmt, hat er sich ja für einen Sozialmarkt eingesetzt und die Idee der offenen Büchekastenlandschaft übernommen und das Caritaslager, das, wie mir Roman Gutsch erzählte, eine neue engagierte Leiterin hat, die viele Veranstaltungen macht, gibt es auch.



