Aktionstage und Frankfurt Vorschau

Die letzten Tage gabs ein dichtes Veranstaltungsprogramm, das Freitag mit dem Tag des Kaffees und einer Einladung des Bezirksblattes, zwischen acht und zehn ins Bank Austria Kunstforum zu Kaffee und Frühstücksschmankerln, sowie freien Eintritt in die Frieda Kahlo-Ausstellung, zu kommen, die mir die lange Nacht der Museen ersparte, begonnen hat. Danach war das Supervisionsvorgespräch noch einmal so schön und die Post hatte auch ein Aktionsprogramm anzubieten, weils wirklich wichtig, ja nur dort passiert, die ausgescourten Beamten werden es wissen, wo man das Porto bezahlt bekam, wenn man einen Brief hinbrachte. Das wäre ideal für die Einladungen zu meinem Geburtstagsfest gewesen, die ich ja wirklich lieber mit der Post verschicke, die Einladungen sind aber noch nicht geschrieben…
Am Samstag gings weiter mit dem “Leiner”- Damentag, der zumindest mir immer ein besonderes Kaufhauserlebnis vermittelt. Junge Männer in grünen T-Shirts öffnen die Türe und tragen angeblich die Einkaufstaschen. Sekt und Pago steht am Info-Point, im zweiten Stock gabs eine Teeverkostung und so bin ich mit meinem Foto in die “Twinings”-Presseunterlagen gekommen und ein paar Proben für zu Hause gab es auch.
Dann wurde zu Wahlkampfszeiten, die neue U2-Strecke vom Stadion bis zur Aspernstraße mit Musik, Gratiskugelschreiber in allen Farben, Bürgermeisteransprachen, roten Schirmen, Hüpfburgen, Gratisfahrt und einem Riesenandrang mit Volksfestcharakter eröffnet und am Nachmittag fand für die Kunstinteressierten, der zweite Jeunesse Tag im Museumsquartier mit zwanzig Konzertkostproben von Klassik, Jazz, World und neuer Musik statt. Da wurde zwar das gleichzeitig stattfindende StadtLesen mit dem Bücherkasten und den Sitzsäcken etwas verdrängt, zumindest akustisch wird es schwer gewesen sein, sich auf das Lesen zu konzentrieren, aber ich lese meine Bücher ja zu Haus und bin dort am Abend sehr erschöpft hingekommen und habe mit dem Alfred noch schnell “Mimis Bücher” an die Druckerei geschickt.
Jetzt habe ich die “Absturzgefahr” weiterzukorrigieren und muß die Geburtstagseinladungen schreiben. Morgen gibts bei den Mariahilfer Frauen Wochen, die Lesung mit Cornelia Harwanegg, Agnes Lecher, Helga Pucher und mir.
Dann gehts schon ab nach Frankfurt, allerdings nur virtuell, bzw. mit dem Buch von Martin Mosebach, obwohl von Haymon und vom Residenzverlag schon Einladungen zu Verlagsfesten und Standbesuchen gekommen sind.
Argeninien ist bei der Buchmesse heuer Gastland und wenn man sich ein bißchen über die Trends der argentinischen Literatur informieren will, kann man das sehr gut in der “Standard”-Wochenendausgabe, wo man erfährt, daß Maria Kodoma, die Witwe von Jorge Luis Borges, einem der großen argentinischen Stimmen, der fast den Nobelpreis bekommen hätte, am 12. Oktober in der Gesellschaft für Literatur in der Herrengasse lesen wird. Da ist mir eingefallen, daß ich einen ungelesenen Borges Erzählband habe, den mir Martin Potschka einmal zum Geburtstagsfest brachte. Von Erich Hackl, der sich auch viel mit der argentinischen Literatur beschäftigt und daraus übersetzt, gibt es einen Artikel im “Album” über Rodolfo Walsh und sein Argentinien-Buch “Als ob ein Engel”, das ich auch einmal zum Geburtstag bekommen habe, das sich mit dem Verschwinden einer Studentin während der Militärdiktatur beschäftigt, habe ich gelesen.
Sonst weiß ich nicht viel über die Literatur Argentiniens, kenne aber Lidio Mosca-Bustamente, den Arzt und Schriftsteller, der schon lang in Österreich lebt, von ihm habe ich zwei Bücher gelesen und der magische Realismus ist mir auch ein Begriff, aber von dem, las ich im “Standard”, haben sich die jüngeren Autoren, die über Fast food, Cinecenters, Slums, Gewalt und Drogen schreiben, längst distanziert und Ariel Magnus Roman “Ein Chinese auf dem Fahrrad”, habe ich vor kurzem in der Hauptbücherei kennengelernt.
Frankfurt wird also auch im Wohnzimmer sicher interessant und meine Leseliste hat sich auch ohne Borges, um mindestens ein Buch erweitert, habe ich doch Aldous Huxley “Schöne neue Welt”, eines der Bücher, das man unbedingt gelesen haben sollte, im Bücherschrank gefunden. Alfred hat es zwar auf Englisch in Harland liegen und man sollte ja mehr Originalsprache lesen, ich werde es aber trotzdem auf Deutsch versuchen.

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