Stern 111

Jetzt kommt das letzte Buch das ich von den für Leipziger Buchpreis Nominierten gelesen habe und das Sieger Buch der Belletristik Liste Llutz Seilers “Stern 111”.

Je vier Bücher von der Belletristiksschiene und vier der Übersetzungen habe ich gelesen. Verena Güntners “Power” und “Die Sanftmütigen” von Angel Igov habe ich nicht bekommen. Von den Sachbüchern habe ich nur die Andric-Biografie angefragt und von Lutz Seiler habe ich  das erste Mal etwas gehört, als er beim Bachmann-Preis 2007 gelesen und gewonnen hat.

Dann hat er mit “Kruso” 2014 den dBp gewonnen, das Buch hat mir der Alfred einmal bei dem Lyon- Flohmarkt in St. Pölten zu Weihnachten gekauft, es steht auf meiner Leseliste fürs nächste Jahr und das Lutz Seiler eigentlich Lyriker ist, merkt man dem Buch, das wahrscheinlich sehr viel Biografisches enthält, an. So ist Lutz Seiler ja , wie sein Held Carl, 1963 in Gera geboren. Das Buch ist seinen Eltern gewidmet und es beginnt, daß Carls Eltern Inge und Walter, den Sohn 1989 kurz nach der Wende verlassen haben, um in den Westen zu gehen. Er soll in Gera bleiben und das Haus hüten. Carl, ein Maurer, der Gedichte schreibt, nennt das, das “Elternrätsel”, das die ihm mit dem Schiguli an die Grenze bringen ließen und dann mit dem Akkordeon und in Wanderkleidung  entschwunden sind.

Carl hütet das Haus nicht lang, sondern geht nach Berlin, das heißt er fährt mit dem Schiguli dorthin, verbringt einige Nächte in der Linienstraße, wo glaube ich, auch Kerstin Hensel wohnt oder wohnte und ich sie zweimal dort besucht habe. Er wurd vom sogenannten “Rudel” aufgelesen, das ist eine anarchistische Künstlergruppe, die dort die Häuser besetzen, Werkzeuge klauten und eine Kneipe, die sogenannte “Assel”, hatte, wo glaube ich, auch Lutz Seiler einmal kellnerte und vorher war er in Hiddensee, was er in “Kruso” beschrieben hat und beides kommt in dem buch auch vor.

Carl bekommt eine der besetzten Wohnungen, wird Kellner in der Assel, wo es eine Ziege namens “Dodo” gibt. Er schießt zur Ergötzung der Gäste auch mit einer Kalaschnikow herum, trifft seine Jugendfreundin Effi wieder und fängt fast widerwillig zum Gedichteschreiben an. Das heißt, er ist nie mit ihnen zufrieden, wird aber doch entdeckt und verlegt und den Kontakt zu den Eltern, die eine Zeitlang durch Westdeutschland tingeln, eine Zeitlang bei einem syrischen Arzt wohnen, was Lutz Seiler in einem Interview betonte, er nicht erfunden hat, weil  das zu kitschig gewesen wäre, -gibt es vorläufig nur über Briefe, die er sich bei der Postfrau in Gera  nachschicken läßt und seinen Eltern nur zögernd schildert, daß er das Haus verlassen hat.

Die Eltern emigirieren schließlich nach Amerika. Walter, der Programmierer arbeitet dort für Hollywood. Carl besucht sie und erfährt von ihnen, daß sie schon einmal vor seiner Geburt über die Grenze und nach Amerika wollten, Bill Hailey ist schuld daran und der “Stern 111”, die Titelgebung ist ein Kofferradio, das in den Sechzigerjahren in der DDR üblich war.

Fünfhundert Seiten hat der Lyriker gebraucht, um seine Jugenderinnerungen und wieder einen DDR- und Wenderoman aufzuschreiben. Manches habe ich überflogen, manches sehr konzentriert gelesen. Ich hatte nur ein PDF, da das Buch, glaube ich,  wegen der durch Corona geschossenen Grenzen nicht angekommen ist.

Jetzt bin ich auf “Kruso” sehr gespannt und auch was ich von Lutz Seiler noch lesen werde. Es gibt im Netz auch ein Video, wo er alle Orte in Berlin in denen das Buch spielt, begeht und ihre Geschichte erzählt.

Serpentinen

Jetzt geht es weiter mit einem Buch das  auf der nächsten deutschen Buchpreisliste stehen könnte, nämlich Bov Bjergs “Serpentinen”.

Mit einem  Ausschnitt daraus hat der 1965 in Heiningen geborene  Rolf Böttcher, der sein Pseudonym nach der dänischen Stadt Bovbjerg wählte, 2018 beim “Bachmannpreis” gelesen und ich glaube ich gewonnen und bekannt ist der Autor wohl mit seinem Bestseller “Auershaus”, 2015, geworden, das ich mir, glaube ich, einmal aus den “Thalia-Abverkaufsstößen” in der St. Pöltner Kremsergasse zog, aber wie auch den Geschichtenband “Die Modernisierung meiner Mutter” gelesen habe.

“Serpentinen” hat bei “Amazon”nicht so gute Bewertungen und man kann wahrscheinlich sagen, sehr viel Neues ist bei dem Buch nicht dabei, wenn es auch wieder auf sehr ungewöhnliche und nicht chronologische Art und Weise erzählt wird.

Da geht ein Soziologe mit seinem, ich glaube, siebenjährigen Sohn auf der Schwäbischen Alp wandern. Das ist die Gegend, wo er seine Kindheit verbrachte und die erlebt er jetzt mit dem Siebenjährigen, der öfter “Um was geht es?”, fragt und zur Antwort “Serpentinen” bekommt.

Serpentinen sind in diesem Fall wohl Endlosschleifen, Echokammern des Gedächtnissen oder auch Traumatisierungen, die zu Flaschbacks führen.

Der  Vater und der Großvater vielleicht auch der Urgroßvater des Ich- Erzählers haben sich umgebracht. So sucht er mit dem Buben die Kirche auf, wo seine Eltern geheiratet haben, den Friedhof, wo der Freund Frieder begraben liegt, läß sich vom Sohn,  ständig Bier reichen und fragt ihm  das Einmaleins ab. Er hegt auch Arggressionen gegen den Buben, will ihm einmal sogar mit einem Kopfpolster ersticken und hat auch Schuldgefühle, daß er seinem Vater, der sich erhängt hat, etwas angetan hat.

Die Kindheit war, wie  damals wohl üblich und von den Kriegsheimkehrern als normal betrachtet wurde, gewalttätig. Heute gibt es Gesetze, daß ein Kind das Recht auf eine gewaltfreie Jugend hat, dafür wird heute wahrscheinlich öfter, als damals über den sexuellen Mißbrauch diskutiert, den es damals wohl auch gegeben hat.

Das Kind ging zum Pfarrer beichten, zählte dort sämtliche Gebote auf und hakte die ab, die er übertreten hat. Dabei findet ein Freund ein Pornoheft, wird vom Vater blau und grün geschlagen, hegt Mordphantasien und führt sie dann natürlich nicht aus.

Der  Erzähler kommt aus einer Arbeiterfamlie, hat seine Herkunft also verlassen und ist bei den Akademikern dann doch nicht angekommen.

Da gibt es eine schöne Stelle, die das thematisiert. M., die Mutter des Jungen ist Juristin und die Mutter des Erzählers hätte auch gerne studiert, mußte aber von der Schule abgeben und Zimmermädchen werden. Um das zu kompensieren ließ sie wohl den Sohn studieren. Vorher hat sie aber während des Abstaubends oder so gelesen und gelesen, dabei zum Beispiel die “Todesfuge” auswendig gelernt, was den Sohn, der sie mit dem Jungen im Altersheim besucht, später wundert.

Der Krieg und die Nazivergangenheit kommen, wie wohl nicht, natürlich vor und der Vater macht mit dem Sohn auch seltsame Sachen. Beeindruckend die Stelle, wo der Sohn ein Cola trinken will. So gehen sie in der Nacht in den Gastraum der Pension wo sie logieren, finden den Flaschenöffner nicht. Ein Kofferradio läuft und der Vater wird an eine Szene, die er in seiner Kindheit erlebte  erinnert. Er findet einen Werkzeugkoffer mit Filzstiften geht mit dem Sohn ins Badezimmer, malt mit ihm oder zuerst er die Fiesen an. Dann machen sie eine Nachtwanderung.

Der Sohn hat für den Vater schon vorsorglich die Bierflaschen eingepackt. Dann steigt er mit einem Seil auf einen Baum, fällt herunter und bleibt reglos liegen. Später findet sich der Vater auf der Polizeieistation und im Untersuchungsgefängnis wieder. Der Junge hat sich aber nur den Arm gebrochen. Die Mutter ruft schimpfend an, aber die Urlaub kann weitergehen.

Beide fahren dann nach Berlin zurück und der Vater hat wohl, wie im Klappentext steht, einiges gelernt und die Kurve gekratzt.

Lesen in Corona-Zeiten

Nachdem der “Welttag des Buch” vorbei und wahrscheinlich trothz schon wieder geöffneter Buchhandlungen, natürlich mit Mundschutz, Sicherheitsabstand und nur einer Person pro zwanzig Quadratmeter, etwas anders, als sonst geworden ist, widme ich mein heutiges Krisentagebuch dem Lesen, was ich, könnte man so sagen, schon längst tun hätte sollen und das auch schon habe, denn eigentlich hat ja alles, das heißt meine Beschäftigung mit der Krise mit der Absage der Leipziger Buchmesse angefangen. Da war das Virus gerade in Italien angekommen. Es gab die ersten Todes- und auch die ersten Quarantänefälle und da kamen auch die entsprechenden Literaturempfehlungen.

“Lest Camus “Pest!” hat zuerst Wolfgang Tischer vom Literaturcafe empfohlen. Später folgten ihm andere und es gab auch Gruppenlesungen aus diesem Buch, das ich, wie ich mich erinnern kann, im Sommer 1973 nach meiner Matura im Gartenhäuschen meiner Eltern mitten drin in meiner philosphischen und Weltveränderungskrise im Gartenhäuschen meiner Eltern mit Begeisterung gelesen habe.

Das lese ich jetzt nicht noch einmal, denn das tue ich angesichts meiner Bücherberge ja selten, daß ich ein Buch zweimal lese, als ich mich im Rahmen meiner “Berührungen” mit Stefan Zweig beschäftigt habe, habe ich das mit “Der Welt von gestern” getan, aber jetzt hatte ich die Bücher von “Leipziger Buchpreis” angefragt und noch andere Neuerscheinungen vor mir.

Ein Verlag hatet auch eine vierzehn Bücher-Empfehlung für jeden Tag der Quaratäne je eines. Die Pest war natürlich dabei und als dann in Österreich die Maßnahmen eingesetzt wurden, haben die Autoren, deren Lesungen abgesagt wurden, ihre Lesungen ins Netz gestellt.

Es gab und gibt die “Corona-Lesungen”, die “Corona -Tagebücher”, etcetera und ich habe, als die Veranstaltungen abgesagt wurden und ich infolgedessen auch am Abend in die Badewanne gestiegen bin, und gelesen und gelesen habe und die ersten Bücher über die Krise sind auch erschienen.

So hat mich “Rowohlt” darüber informiert, daß der Bestsellerautor Paulo Giordano, von dem ich ja zwei Bücher gelesen habe und das dritte auch gefunden habe, ein Sachbuch über “In Zeiten der Ansteckung” geschrieben hat, in dem er über die situation in Italien informiert. Das habe ich angefragt, auch versucht es über Netgalley zu bekommen, habe aber da noch auf Nele Pollatscheks “Brexit oder Oxbrigde-Buch” gewartet und dieses dann in Zeiten als Boris Johnson wegen Covid 19 auf der Intensivstation lag auch bekommen, als PFD nicht alsBuch, denn die Krise hat ja  auch die Grenzen zugemacht und so scheinen Bücner aus Deutschland nicht oder nur sehr schwer zu mir zu kommen und als mich “Rowohlt” gefragt hat, ob meine Adresse stimmt, weil sie soviele Bücher zurückbekommen, habe ich an den “Berlin-Verlag” und auch an “Suhrkamp” geschrieben und gefragt, ob sie mir das “Oxbridgde-Buch” und das von Lutz Sailer, das trotz Zusagen nicht gekommen ist, vielleicht als PDF schicken können?

Sie haben und da meine Leseliste sowohl, was das Backlistlesen, als auch die Neuerscheinungen trotzdem sehr lang ist, hatte ich auch keinen Lesemangel und habe gelesen und gelesen, was ich ja sehr gerne tue und auch alles quer durch den Gemüsegarten, die “Leipziger-Buchpreisbücher” sofern sie zu mir kamen, dann die Neuerscheinungen, da waren interessanterweise einige Krimis dabei und dann auch einige deutsche oder österreichische Neuerscheinungen von denen ich mir vorstellen können, daß sie demnächst, das heißt wenn es das dann noch gibt auf den “Deutschen oder Österreichischen Buchpreislisten” stehen können. Das heißt wiederum der “Deutsche- und der österreichische Buchpreis”, der Schweizer ebenfalls, sind ausgeschrieben, die Juries bestellt, die Bücher werden eingereicht und werden wohl, wenn nicht die Verlage vorher pleite gehen, gedruckt. Ob es die Frankfurter-Messe in diesem Sinne geben wird, kann ich mir jetzt schwer vorstellen. Aber wir fahren dort ohnehin nicht hin und die zwanzig Bücher kann man ja aus den hundertachtzig oder so eingereichten auf jedenfall aussuchen und notfalls auch wieder übers Internet vergeben.

In Österreich gilt das, was die österreichische Buchmesse und den “Österreicheischen Buchpreis” betrifft dasselbe und da ja sowohl die “Alte Schmiede”, als auch die Hauptbücherei einen Teil ihres Programms online ablaufen läßt und der Hauptverband Katja Gassner dafür engagiert hat, daß sie mit österreichischen Autoren spricht, bin ich ja diesbezüglich ganz gut informiert, habe sowohl einige österreichisches als auch deutsche Neuerscheinungen, wie  beispielsweise Bov Bjergs “Serpentinen” gelesen und das neue Buch der Claudia Bitter bei “Klever” angefragt, ob ich es bekomme ist noch nicht so klar und auf zwei mir schon versprochene “Diogenes-Bücher” wartn ich auch noch, dafür ist jetzt das PDF des Giordano- Buchs zu mir gekommen und so kann ich das, was man während einer abgesagten Buchmesse, das habe ich ja schon ganz am Anfang geschrieben und während der Ausgangssperre, die ja trotz der ganzen Diskussion über die schrittweise Geschäftsöffnunge  und der schrittweisen Sport. und Veranstaltungsbeginn immer noch gilt, am besten tun kann, nämlich lesen lesen, lesen.

Ich habe Margit Heumann ja ein wenig verstört, als ich ihr kommentierte, daß ich mich sicher nicht mit Maske in die “Alte Schmiede” setzen werde. “Man gewöhnt sich an alles!”, hat sie mir geantwortet “und ich gehe damit schon einkaufen!”

Da habe ich das Glück das das der Alfred für mich tut, dem es Spaß macht, die Verkäuferinnen damit zu schreken, daß er sich ein rotes Kopftuch so wie ein Bankräuber oder ein Wildwestheld um sich herumbildet. Das habe ich gerade in einer Eugen Szene in meinem “Kein Frühlingserwachen” so beschrieben, wo ich ja die Corona-Krise herrlich aussnütze, wie ich ja auch meine Eindrücke eigentlich gleich zu Beginn beschrieben habe, als Zeitdolument für die Nachwelt, habe ich Xeniana kommentiert, worauf sich der Uli mokierte, wer sich wohl für meine Zeitdokumente interessen würde?

Weiß ich nicht, ob das jemand tut. Ist auch egal und vielleicht nur für mich wichtig alles aufzuschreiben und was mich ja an der Krise am meisten stört, sind die Polizeimaßnahmen, daß eine Mutter beispielsweise fünfhundert Euro Strafe zahlen muß, wenn sie mit ihrem Kind Ball spielt oder drei Leuten im Wald nachgeschoßen wird, wenn sie den Sicerheitsabstand nicht einhalten. Die Diskussion, ob die Corona-App verpflichtet sein wird und ich einen Schlüßel mitnehmen muß, wenn ich kein Handy habe oder, daß Kriminalbeamte eingesetzt werden, um positive Geteste nach ihren Kontakten zu fragen.

Das stört mich und finde ich bedenklich, auch wenn der <innenminister immer lächelt und sich bei den “Österreicher und Österreichinnen und den in Österreich lebenden Menschen!”, dafür bedankt, daß sie die Maßnahmen so  brav einhalten und ich da immer denke, daß wir sehr aufpassen müßen, daß wir diese Entmüdigungen nicht noch haben, wenn Corona längst vorbei ist.

Also, es ist das Ärgste, was ich je in meinem Leben erlebt habe, daß ich mich, wie in einem dystopischen Roman dabei fühle und das jetzt auch meinen an “Alzheimer” erkrankten Egon so erleben lasse, habe ich schon geschrieben und sonst geht es mir gut.

Ich gehe wenig aus dem Haus, war nur vorigen Sonntag mit dem Alfred auf der Mostalm, wie wir das, wenn wir Sonntags in Wien sind ja immer tun, wenn ich das mit den Schüßen da schon gewußt hätte, hätte ich es vermieden,  lese und schreibe viel, auch wenn das niemanden interessiert, was ich über Corona denke und wünschen tue ich natürlich auch, daß mein Corona-Tagebuch wie mein übrigers “Literaturgeflüster” viel gelesen wird und sich vielleicht auch einige Leugte für meine selbstgemachten Bücher, das “Lese und Schreibebuch”, das jetzt an die Druckerei gehen kann, das “Fräulein No”, das noch beim Alfred liegt und das “Kkein Frühlingserwachen” das  umständlebedingt ein Corona-Roman, obwohl es gar nicht so geplant war, werden wird und an dem ich zwischen meinen Stunden, von denen ich ein Drittel telefonisch mache, eifrig auf der Terrasse schreibe.

Und natürlich wirkt sich diese Quarantäne auch auf meinen Bücherzugang aus. Da kommen Erstens, wie schon erwähnt, jetzt vermehrt E-Books oder PDFs herein, die ich ja nicht so gerne lese und wenn ich wenig aus dem Hause gehe, komme ich auch nicht zu den Bücherschränken.

Ein wenig doch natürlich, wenn ich zum Briefkasten muß oder die Plastikflaschen entsorge und so habe ich in den letzten Tagen auch Dominik Bartas “Vom Land” von dem man jetzt  sehr viel hört, Constantin Göttferts “Steiners Geschichte”, wo ich schon einmal die Präsentation in der “Alten Schmiede” hörte und als Letztes besonders erfreulich, weil es mir noch fehlte Gertraud Klemms “Erbsenzählen.”

Handlungsaufbau-Handlungslücken

Ronny Rindlers Quarantäne- Schreibkurs, wo er den Aufbau eines Romans erklärt, geht jetzt  in die sechste Woche, so lange haben wir ja jetzt schon die Ausgangsbeschränkungen, die jetzt zwar Schritt für Schritt gelockert werden, die Friseure und die Geschäfte werden nach und nach geöffnet, die Lokale soll man ab Mitte Mai wieder mit Abstandregeln betreten dürfen und die Schulen geöffnet werden. Dazu gibt es nach deutschen Vorbild wahrscheinlich, da die das in Berlin schon seit drei Wochen tun, die ersten Demonstrationen, die sich gegen die Freiheitsbeschränkungen wenden, denn eine verpflichtende Ap oder Bewegungsüberwachung soll es Gerrüchteweise, neben der Maskenpflicht auch geben, damit man aus dem Haus darf.

Daß die Maskpenpflicht für mich ein Problem darstellt und ich auch kein Handy will, habe ich schon geschrieben.

Also schreiben schreiben und zu Hause bleiben, lautet vielleicht die Alternative für die nächsten Jahre. Ronny Rindler hat seinen Quaratimokurs mit dem Handlungsaufbau und der Figurenplanung, die er heute erklärte, auch beendet, kündigte aber für nächste Woche ein neues Video an und mein “Frühlingserwachsen” wächst da ich ja brav zu Hause bin und da, beziehungsweise auch auf den jeweiligen Terrasse sehr viel schreibe.

Neunzehn Szenen, siebenundvierzig Seiten und 23 861 Worte habe ich jetzt schon und würde da einmal schätzen, daß ich mich ungefähr in der Mitte befinde, aber da auch schon wieder vor einem Fragezeichen bezüglich des weiteren Handlungsverlaufs stehe, aber wieder schön der Reihe nach:

Ich habe ja schon geschrieben, daß ich Ronny Rindlers Videos sehr hilfreich finde, ich weiß zwar nicht, ob ich als Schreibanfängerin, also vor vierzig Jahren auch so viel damit anfangen hätte können, aber damals gab es das noch alles nicht und jetzt sind diese wöchentlichen Videos, die genau richtig zu meinem Schreibeginn kamen, sehr hilfreich, denn ich will ja einmal einen Roman von der Pique auf planen, um herauszufinden, ob er dann besser wird, als die circa fünfzig, die ich eher drauflosgeschrieben habe? Und ich kann auch schon die Antwort “Wahrscheinlich nicht!”, spoilern, denn, was ich brauche ist Aufmerksamkeit und die bekomme ich, auch wenn ich das Buch im Blog vorstelle ja nicht sehr und ich habe das mit dem “Heldereiseplanen” ja, glaube ich, schon vor zwei Wochen also zu Ostern aufgegeben, als ich ein ungefähres Handlungsgerüst und fünfzehn geplante Szenen beziehungsweise einen Anfang, Mitte, Schluß und zwei geschriebene Szenen hatte.

Ab dann habe ich  losgeschrieben, habe jetzt  neunzehn Szenen und vorige Woche, als Ronny Rindler, die “Heldenreise” erklärte, da, glaube ich, zwölf Schritte beschrieben und als Aufgabe gab, daß man damit seine Handlung plotten sollte, habe ich mir das Video zwar zweimal angehört, das Gerüst aufnotiert, aber weiter geschrieben.

Mit  dem Vieraktschema von Woche vier, glaube ich, habe ich ja meine ungefähre Handlung skiziert und als ich dann mit dem Losschreiben anfangen wollte, festgestellt, daß das sehr schwierig war, da einfach Szene für Szene zu setzen. Aber die Charakterbögen hatte ich schon und so habe ich mich, ich weiß nicht, ob das gut ist oder nicht, wieder von Szene zu Szene gehandelt und das Problem mit der Corona-Krise, in der ich  mittendrin stecke und daher nicht so genau sagen kann, wie es damit weitergeht, habe ich, glaube ich, auch ganz gut gelöst, als  ich der Roswitha auch eine Maskenphobie angedichtet habe und sie mit einem lila Schal, wie ich ihn auch in der Handtasche, aber noch nie als Mundschutz verwendet habe, zuerst auf die Bank und dann ins Wien-Museum schickte, wo schon Viktor mit einer Flasche Prosecco auf sie wartet.

Dort kommen sie sich nah und die Bea ruft die ganze Zeit an und fragt “Wo bist du Mutter? Du gehörst doch zur Risikogruppe, also bleibe brav zu Haus und betrüge meinen Vater nicht mit deinen Assistenten!”, was der Egon, der ja zu seinen Studenten will, auch nicht tut. Er entwischt und wundert sich auf der Josefstädterstraße über die Maskierten und den Polizeieinsatz, glaubt, er wäre in einem dystopoischen Roman und schreibt dann für seine Studenten in der Vorlesung darüber. Die Janina hat einen Ohrringentick und der Albert andere Sorgen, als sich um den möglichen Liebhaber seiner Mutter zu kümmern. Seine Frau kotzt und klagt über Kopfschmerzen und geht in die Apotheken, um sich einen Test zu besorgen. Das ist aber keiner für oder gegen Corona und so weit bin ich bei Szene neunzehn, die vor dem Video schrieb, schon gekommen und stehe jetzt wieder vor Lücken oder großen Fragezeichen oder vielleicht davor, daß ich bald fertig bin, aber statt fünfzigtausend dreißigtausend Worte habe und Corona noch lange nicht vorbei und ich jetzt ja überhaupt noch nicht abschätzen kann, ob es im Juni eine Ausstellungseröffnung gibt, aber die kann schlimmsten Fall auch online stattfinden und Roswithas Weigerung sich mit einem Armband auf die Straße zu geben kann, darin ja auch noch vorkommen und die Demonstration, wo sich auf der gestrigen, seltsamerweise sowohl Maria Stern von der Liste Jetzt, als auch Martin Sellner von den Identitären befanden und die Oe24 Reporter, die das filmten, sich darin überschlugen, von der Illegalität, als auch den Verschwörungstheorien zu sprechen, dabei aber immer wieder betonten, daß Meinunghsfreiheit eigentlich wichtig sei und Demonstrationen eigentlich erlaubt.

Das gibt sicher Stoff für einige Szenen, die nächste wäre wahrscheinlich, die, wo sich die Roswitha wieder mit dem Viktor im Museum trifft. Jetzt vermessen sie vielleicht wirklich, Roswitha denkt darüber nach, Egon vielleicht doch in ein Pflegeheim zu geben und ihn zu verlassen. Dann ruft Janina an und sagt der Herr Professor hatte einen Unfall. Das ist dann wieder interessant, weil man jetzt in einem Spital niemanden besuchen darf und vielleicht in einem solchen, obwohl es ziemlich leersteht, nicht so gut behandelt wird.

Viktor bekommt auch Nachricht von Christine. Sie hat sich, weil in New York ja alles noch viel schlimmer ist, nach Wien zurückfliegen lassen und will wieder Kontakt zu ihm und der Egon der ja versucht, das Ganze zu druchschauen und für seine Studenten, damit sie nicht irregeleitet werden, alles aufzuschreiben. Verfaßt einen utopischen roman und wenn sich  am Ende alle im Museum oder online treffen, ist vielleicht ein utopischer Roman ala 1984 oder 2020 entstanden und der Egon liest daraus vor.

Das wäre also das mit dem ich die nächsten zwei Akten, beziehungsweise zwanzig Szenen füllen könnte und wenn ich das Zeitgeschehen immer  schön darin verpacke, beziehungsweise den Handlungsplan entsprechend  verändere, könnte was  daraus entstehen, obwowhl es wahrscheinlich sehr schwer bis unmöglich ist, einen utopischen Roman aus der Wirklichkeit zu schreiben.

Mal sehen, ich bin gespannt und das Dummy für das “Literaturgeflüsterbuch II” soll auch am Montag kommen.

Hier für die die es interessiert noch die bisherigen Schreibartikel zum Frühlingserwachen: 1 2 3 4 5

Meine Mutter, das Alter und ich

Jetzt kommt ein “Kremayr & Scheriau – Buch”, aber keines aus der literarischen Schiene, obwohl ich bei einer der ersten “Corona-Lesungen”, die Günter Kaindlsdorfer in der Hauptbücher darüber abhielt, daraufgekommen.

“Wahre Geschichten”, die, die 1961 in Graz geborene Journalistin Katja Jungwirth mit ihrer Mutter, die sie betreut, erlebte und in kurzen knappen Szenen schön von Melanie Haas illustriert, die auch, nomen est omen, meisten hasenähnliche Figuren mit lange Ohren zeichnete, aufschrieb und das Alter ist ja ein Thema, das mich, glaube ich, schon seit meiner Jugend beschäftigt.

Bin ich ja bei relativ alten Eltern aufgewachsen, hatte eine um elf Jahre ältere Schwester, die 1978 einen Autounfall hatte, habe nach dem plötzlichen Tod meiner Mutter 1991bis 1995 meinen diabetischen Vater betreut, habe in dieser Zeit auch mit Pflegeheilferinnen im Geriatriezentrum Wienerwald gearbeitet, Alfred Vater ist 2012 gestorben, seine Mutter wird von zwei vierundzwanzig Stunden Pflegerinnen betreut, über die Themen Älter werden und Demenzen habe ich auch schon sehr oft geschrieben und natürlich auch darüber gelesen, so hat Bärbl Danneberg, sozusagen die Organisatorin des “Arbeitskreis schreibender Frauen” ein Buch über die Betreuung ihrer dementen Mutter geschrieben, Elfriede Haslehner hat einen Text über den Tod ihrer Mutter, zu der sie, glaube ich, ein eher schweiriges Verhältnis hatte, geschrieben und und… und nun ein eher heiteres Buch über die Beziehung zu einer eher schwierigen Mutter, wie es, glaube ich, Günther Kaindlsdorfer bei der Lesung und dem Gespräch mit der Autorin nannte, mit einem Augenzwingern erzählt, füge ich hinzu, nachdem ich mich durch die kurzen Episoden gelesen habe.

Nachdem Katja Jungwirth fast sechzig ist und die Mutter Pharmazeutin war und die Tochter gegen Ende ihres Studiums gebar, wird sie so an die Fünfundachtzig sein und leidet an einer nicht näher genannten Krankheit. Wahrscheinlich leidet sie amÄlterwerden und der Einsamkeit. An den Wehwechen, die man wahrscheinlich mit über Achtzig hat, sie geht mit einem Rollator, das heißt sie rennt mit diesen durch die Straßen, weil sie sich ihrer Schwäche schämt und vermeidet damit Kaffeehäuser und Kinos zu besuchen. Sie sagt auch alle Besuche von Freunden ab, bricht Therapien ab und fordert die Tochter, die sie betreut zu Fürsorge und zu Besuchen auf. Sie ist auch depressiv setzt aber ihre Psychomarmaka ab und jammert dann darüber.

So begleiten wir Katja Jungwirth durch den Rollenwechsel und das Erleben des Älter- und  Schwächerwerden, einer wahrscheinlich sehr anspruchsvollen Frau, die wohl ihre Schwierigkeiten mit ihren kleineren oder größeren Wehwechenhat hat und die, so wie Katja Jungwirth sie beschreibt, auch noch sehr vital, elegant und gepflegt ist.

Die Spannungen, wo die Mutter zum Kind wird und ungeduldiger, als die Enkerln ist, werden in dem Kapitel über “Weihnachten” besonders deutlich und so geht es hin und her.

Die Mutter kann nicht, will aber,  die Tochter leidet darunter und kann sich nicht abgrenzen. Die perfekte Mutter-Tochter Symbiose könnte man so sagen und die Mutter, die wahrscheinlich im Feminismus der Siebzigerjahre  versuchte ihren Sohn zu keinen Macho zu erziehen, erzählt jetzt der Tochter, daß sie ihm nicht zumuten kann, sich um sie zu kümmern, weil er ja eine Sitzung hat, während sie vier Kinder, einen alten Hund und noch einige Enkel zu betreuen hat, nein sagen kann sie aber offenbar auch nicht. So versucht sie einen Manipulierungsplan, beziehungsweise herauszufinden, ob das, wenn die Mutter jetzt anruft, ein Notfall ist oder ihr nur einfach langweilig war, aber Langeweile oder Einsamkeit ist ja irgendwie auch ein Notfall, etcetera.

Ein interessantes Buch, dem man, wenn man es so ohne wirklich Betroffenbheit, wie es beispielsweise bei mir der Fall ist, liest, Oberflächlichkeit vorwerfen könnte, denn diese Mutter hat ja vielleicht nicht wirklich was, außer daß sie wahrscheinlich über achtzig ist, im Gesicht noch sehr gepflegt ausschaut, unter dem körperlichen Verfall leidet und nicht mehr so gut gehen kann.

Liest man es aber als vielleicht selber pflegebedürftige Mutter oder betreuende Angehörige, wird man es vielleicht anders interpretieren.

“Es ist wie in frühester Kindheit, eine Symbiose zwischen Mutter und Kind. Geht es der Mutter gut, geht es dem Kind gut.

Berührend und mit viel Humor erzählt Katja Jungwirth in ihren tagebuchartigen Texten von der Beziehung zu ihrer pflegebedürftigen Mutter, von großer Aufopferung, von kleinen, liebevollen Gesten und von all den Situationen, die sie immer wieder an ihre eigenen Grenzen bringen,”, steht am Buchrücken.

Zum Welttag des Buches

Der dreiundzwanzigsten April dem Todestag von Shakespeare und Cervantes wurde 1995 von der Unesco zum “Welttag des Buches” ausgerufen, um auf den Wert des Lesens hinzuweisen, da wurden dann Bücher oder Rosen vor den Buchhandlungen verschenkt und ich bin, glaube ich ,1998 als ich gerade meine GAV-Frauenlesung, die ich damals in der “Alten Schmiede” mit Katharina Riese, Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner und mir vorbereitete, darauf aufmerksam geworden, denn da gab es ja vom Hauptverband ein kleines Büchlein mit Leseproben von österreichischen Autoren, das habe ich mir, glaube ich, beim “Morawa” geholt und dann Gerhard Kofler, den ich wegen der Lesung in der Rasumovskygasse besuchte, gezeigt.

Ein deutsches Buch hat es damals auch gegeben und eines für Kinder und ich kann mich auch an ein Jahr erinnern, wo ich mehrere Buchhandlungen abklapperte, mehre Bücher darunter auch eines von Peter Weiss bekam, “Thalia” hat eine Aktion gehabt und eine Literaturbim, wo die Straßenbahn mit Lesungen um den Ring gefahren ist, hat es einige Jahre, auch gegeben.

Das ist inzwischen ein wenig abgeflacht, die deutschen Bücher gibt es nicht mehr, das habe ich spätestens 2007 bemerkt, als wir auf Ruths Radtour in Regensburg waren und ich da einige Buchhandlungen abklapperte, die “Wespennest-Thalia-Bücher” gibt es auch schon lange nicht mehr, dafür hat der Hauptverband seine jährliche Anthologie und auch manchmal diesbezügliche Veranstaltungen.

Anna Jeller hat ein paar Mal ihre Leseexemplare verpackt ins Schaufenster gelegt. Ich habe mir zweimal welche abgeholt und wie ich gestehen muß,  noch nicht gelesen habe, dafür habe ich aber einmal an diesem Tag bei einer Aktion der Wohnpartner aus meinen Büchern gelesen und die Hauptverbandsbücher, die schöne Sammlungsstücke sind, holte ich mir auch immer und habe mich teilweise auch durch sie gelesen.

Da gab es ja mehrere Serien, eine Zeitlang hat sie Evelyne Polt-Heinzl sehr schön gestalten.

Dann gab es das “Erlese Europa”, die “Erlesenen Menüs”, die “Erlesenen Krimis”, die, glaube ich, Eva Rossmann zusammenstellte und in den letzten zwei Jahren die “Anfänge”, jeweils die ersten Seiten oder ersten Kapitel aus Büchern österreichischer Autoren.

“Anfänge I”,  habe ich hier gebloggt, weil ich die meisten der vorgestellten Bücher schon gelesen oder bei Lesungen daraus gehört hatte.

Bei “Anfänge II”, war ich, glaube ich, nicht so gut unterwegs und habe das Buch vor kurzen nach Harland in die neuen Bücherregale geräumt und “Anfänge II” gibt es, glaube ich, choronabedingt gar nicht.

Inzwischen haben aber die kleinen Buchhandlungen  wieder aufgemacht,  können mit Mundschutz einen oder zwei Kunden bedienen und der Hauptverband bietet, glaube ich auch, einen Graphik oder Poster an.

Es wird vielleicht trotzdem alles anders sein, man kann aber auch online  bestellen, sowie E- Books lesen und ich lesen, ja, wie bekannt, als gute Krisenbewältigungsstrategie empfehle, damit einem die Decke nicht auf den Kopf fällt, man nicht depressiv wird und ich persönlich habe da ja keinen Mangel, warten ja, wie geschrieben nicht nur Ludwig Lahers “Bitter”, das ich mir einmal aus Anna Jellers Schaufenster holte, sondern auch meine überlange Leseliste auf mich und da habe ich in diesem Jahr  auch einige Neuerscheinungen der österreichischen Autorenschaft gelesen, deren Anfänge ich hier empfehlen könnte, da wären einmal

  1. Cornelia Travnicek “Feenstaub”
  2. Simone Hirth “Das Loch”
  3. Lucia Leidenfrost “Wir verlassene Kinder”
  4. Daniel Zipfel “Die Wahrheit der Anderen”
  5. David Fuchs “Leichte Böden”

Oder auch die Bücher die auf der ORF-Bestenliste stehen, die ich aber nicht gelesen habe und die auch nicht zu mir gekommen sind, wie beispielsweise

Birgit Birnbacher “Ich an meiner Seite”

Benjamin Quaderer  “Für immer die Alpen”

Michael Stavaric “Fremdes Licht”

Karin Peschka “putzt euch, tanzt, lacht”

Helena Adler “Die Infantin trägt den Scheitel links”

Valerie Fritsch “Herzklappen von Johnson & Johnson”, als kleine Auswahl vom großen Angebot und dann gibt es noch ein Buch, das ich noch nicht gelesen, wohl aber gefunden habe, als ich Ende des Monats, um meine Monatspost aufzugeben am Bücherschrank vorüber ging, nämlich das Leseexemplar von Dominik Bartas “Vom Land”, von dem ich jetzt sehr viel höre und ich schon gespannt bin, ob es auf die Debutshortlist kommt?

Also lesen, lesen, lesen, um sich von der Corona-Krise nicht unterkriegen zu lassen. Lesen und schreiben und solange es nicht direkt geht, die Lesungen online hören in diesem Sinne bin ich auch gespannt, wie das mit dem heurigen “Bachmann-Lesen” wird, von dem ich mir sehr gut vorstellen kann, daß der Bewerb online durchgeführt wird, auch wenn Wolfgang Tischer vom Literaturcafe anderer Meinung ist und Klaus Kastberger nicht  ungeschminkt in seiner Küche sitzen sehen will, aber auf die Literatur kommt es an,denke ich, nicht auf das Drumherum!

In Zeiten der Krise kann und soll man neue Wege gehen und wenn man sich zum “Welttag des Buches”, wo der Hauptverband, glaube ich, urspünglich Stephan Slupetzky ehren wollen, heuer nicht das Gratisbuch abholen kann, kann man ja zum Bücherschrank gehen, vielleicht liegen da die älteren Geschenkausgaben oder anders darin, da ja jetzt, wie ich überall höre oder lese, viele Leute ihre Quarantänezeiten nützen, um ihre Wohnungen auszuräumen.

Auf diese Art und weise ist auch Constantin Göttferts “Steiners Geschichte” zu mir gekommen, aus der ich einmal in der “Alten Schmiede” hörte, als es dort noch live Lesungen gab.

Aber jetzt werden die Corona-Lesungen onlinte abgehalten, Gertraud Klemm, Norbert Kröll und Lukas Cejpek waren da schon dran.

Kilometer 123

Mit den Krimis geht es weiter, die sich in Zeiten von Corona ganz zufällig, bei mir in besonderer Menge angesammelt haben, mit einem kleinen Büchlein des 1925 geborenen und im Sommer 2019 verstorbenen itlaienischen Autors Andrea Camilleri, dem Liebling meiner Schwiegermutter, die sich in Zeiten, als sie noch gelesen hat, seine Bücher gerne schenken ließ und, ich glaube, fast alle von ihm besitzt.

Ich habe auch einige von ihm in den den Schränken gefunden, einige davon gelesen, aber mit seiner Art zu schreiben einige Schwierigkeiten gehabt, ich glaube, seinen Stil als eher altmodisch und umständlich empfunden.

In den letzten Jahren habe ich seine Erinnerungen und den “Brief an Mathilda” gelesen und jetzt wieder einen Art Krimi, der in Italien2019 erschienen ist, wie es überhaupt offenbar noch einige nicht übersetzte Camilleri Bücher gibt, also vielleicht noch etwas folgen wird, über das ich berichten kann.

Das Buch ist, wie schon beschrieben sehr dünn, an die hundertfünzig Seiten und es überrascht durch seinen Stil, den man auf dem ersten Blick als sehr ungewöhnlich bezeichnen könnte, denn es besteht hautsächlich aus Telefonnotizen, Dialogen, Briefen und Zeitungsartikeln.

Ein Anfängerstil könnte man sagen,  vielleicht auch ein Alterwerk und diesen Umständen geschuldet. Ich glaube Camilleri war am Schluß schon blind und hat seine Werke diktiert. Es liest sich aber durchaus spannend und interessant, wenn man sich an den Stil erst gewöhnt hat und das typisch Italienische, das ich beispielsweise auch bei Michela Murgia oder Alberto Moravia sehr gut zu bemerken ist, ist auch hier wieder vorhanden, denn es geht eigentlich um eine banale Eifersuchts und Ehebetrugsgeschichte, die am Schluß eine  vielleicht zu erwartende Wendung nimmt.

Es beginnt mit den SMS einer Ester an ihren Giuilo. Sie will ihn erreichen, kann es aber nicht. Es stellt sich heraus, daß er einen  Unfall und zwar an dem titelgebenden Kilometer 123 auf der Autobahn nach Rom hatte, im Spital liegt, der Frau wird sein Handy und sein Geld ausgeliefert. Ein Krankenpfleger ermittelt und jener Giuilo ist ein Bauunternehmer, der mehrere Frauengeschichten, aber auch sonst viel Dreck am Stecken hat, so zeigt ihm seine Frau bei der Finanzpolizei an. Er versucht zu fliehen, wird an der Grenze zur Schweiz verhaftet und Ester, die über die Geschenisse an ihre Freundin Maria schreibt, macht sich, um ihn große Sorgen und auch darüber, daß ihr Ehemann Stefano nichts mitbekommt.

Marias Ehemann kommt auch ums Leben und schließlich verunglückt Ester auch genau an jenem Kilometer 123 und wir erfahren sehr viel darüber aus den Gesprächen oder Briefe eines Polizisten an seinen Vorgesetzten.

Die Briefe sind übrigens und das finde ich sehr interessant auf einer alten Schreibmaschine mit schlechten Farbband geschrieben und gedruckt, so daß das Lesen dieser Stellen etwas schwierig ist, obwohl das Ganze 2008 spielt, vielleicht Camilleris Schreibmaschine, die Polizei wird damals ja wahrscheinlich schon Computer benützt haben.

Der Kommissar hat einen Verdacht, der Vorgesetzte befiehlt ihm seine Briefe zu vernichten und am Schluß spoilere ich noch an, können sich dann die Übergebliebenen in die Arme fallen und sich über den gelungenen Coup freuen und ich habe gelernt, daß Andrea Camilleri vielleicht doch ganz interessant ist und, daß man einen Krimi auch ganz anders schreiben kann.

Und weil ichs ja mit den Namen habe, mit meiner ersten Kritikern darüber diskutierte, ob ich eine meiner Protgonistinnen Sophie Hunger nennen kann, mit Elfriede Haslehner schon darüber, ob eine meiner Geschichten “Thea Leitners verrückter Traum”, heißen darf, weil es  ja eine Journalistin gleichen Namens gibt und mir auch einige Leute sagten, daß meine Transgeschichte wegen Ulrich Plenzdorf oder sonst noch jemanden, nicht “Paul und Paula” heißen darf. Den letzten Bloggerdebutpreis hat Nadine Schneider mit “Drei Kilometer” gewonnen. Gut, da fehlen hundertzwanzig und, daß es einige Bücher mit gleichen oder ähnlichen Titel trotz des berühmten Tiitelschutzes gibt, fällt mir  auch immer wieder auf.

Wo dein sanfter Flügel weilt

Jetzt kommt wieder ein Krimi, die Corona bedingten Krisenzeiten scheinen sich bei mir, was sicher ein Zufall ist, in vielen Krimis auszudrücken, die ich von den Verlagen zugeschickt bekomme und Spannung, beziehungsweise Ablenkung kann in Zeiten, wie diesen sicherlich nicht schaden, so geht also von Argentienien der neunzehnhundertdreißiger Jahre gleich wieder in das Wien von vor zehn Jahren, in das musikalische Wien und die Klischees von Mozart und Schubert.

Ein musikgeschichtlicher Kriminalroman steht am roten Cover von Sebastian Themessls “Wo dein sanfter Flügel weilt” und der ist ein Komponist, der uns mit seinem Krimi vielleicht auch ein bißchen in die Irre führt, oder die Musikgeschichte in einen Politthriller zu verpacken versucht, der von Amerika zuerst nach Wien, dann nach Moskau und schließlich sogar, weilch ein Zufall nach Argentinien geht und von Matetee ist beispielsweise in beiden Büchern die Rede.

Aber wieder schön der Reihe nach, das bei diesem umfangreichen vierhundert Seiten Buch des “Hollizter Verlag”s, den ich  von den Büchern von Luis Stabauer und Doris Fleischmann kenne, das von  hundersten ins tausendsten und quer durch die Geschichte und die Welt schön von Verschwörungstheorien und politischen Ansichten gespickt gar nicht so klar zu verstehen ist.

Da gibt es einen Philip Mason, das ist ein amerikanischer Musikwissenschaftler, der eine Dissertation über die Verbindung zwischen Mozart und der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung schreiben will und dazu nach Wien fliegt.

Er quartiert sich bei einer quirligen alten Dame namens Sophie Witting ein, die ihn durch Wien und in die Oper und in Konzerte schleppt. Dort hört er sich den “Don Giovanni” an. Eine ukrainische Studentin namen Natalja lernt er auch kennen. Mit ihr geht er, glaube ich, in den Musikverein und da macht er eine Entdeckung.

Nämlich auf eine eher unbekannte und auch umdatierte Schubert- Symphonie. die am Schluß mit Stellen aus dem “Don Giovanni” und der “Ode an der Freude” endet.

Das veranlaßt zu Spekulatonen. So macht er sich auf die Suche nach dem guten Stück und entdeckt ein schreckliches Geheimnis. Nämlich, daß alle Musikwissenschaftler bis in die vorigsten Jahrhunderten, die an dieser Sachen arbeiteten, ermordet wurden oder gewaltsam verstorben siond.

Verschwörungstheorien gibt es, wie schon erwähnt, in dem Buch auch zu Hauf oder, die leicht lockere Diskussion darüber, die sich die Studenten, die in Nataljas Wohngemeinschaft leben, meist am naschmarkt geben.

Denn da gibt es  ein paar amüsante Nebengeschichten, zum Beispiel die von der Künstlerin, die in der Galerie, wo sie ein Bild ausgestellt hat, auf dieses pisst und es zerstört und dieses Happening, das zwar den Galeristen entsetzt, ins Internet stellt und die alte Dame bei der Phil wohnt, bekommt Besuch von Verwandten aus Argentinien. Da kommt nämlich ein junger Mann namens Rubens Abrahamovc, der eine Jüdin heiraten will. Das aber erst kann, wenn er ihren  Eltern seine jüdischen Wurzeln, also den Nichtariernachweis bringt. Dazu muß er die jüdische Gemeide aufsuchen und was er fährt er?

Er ist kein Jude, seine Vorfahren wurden nur von einem Rabbi adoptiert. Aber das ist nur ein Detail am Rande. Wahrscheinlich, um das Buch dicker zu machen, dessen Handlungsstränge, wie man bemäkeln könnte, sonst vielleicht  ein wenig schmal oder zusehr an den Haaren herbeigezogen scheinen könnte.

Denn jetzt geht es nach Moskau, immer auf den Spuren der Symphonie oder der Schicksale derer, die daran forschten. Es geht in jenes Archiv, in dem die Naziakten schlummern, das wohl schon Eugen Ruge besucht hat oder ist es ein anderes? Das von Sebastian Themessl ist jedenfalls geheimnisvoller und gewaltsam geht es darin auch zu, denn Philip und Nadalja werden verfolgt. Von der Polizei oder den Geheimangenten gejagt, können die wertvollen Akten zwar abfotografiert werden. Das Hotelzimmer wird aber durchsucht und Nadalja während der Rückfahrt nach Wien im Zug ermordet.

Im dritten Teil des Buches ergreift Adam Mason, der Bruder des Helden von dem schon am Anfag  in einem Brief die Rede ist, das Wort, denn ich habe noch vergessen, daß in dem geheimen Archiv in Moskau ein Kürzel, das sich auf  “House of Denmark” übersetzen läßt, auftaucht und das ist eine geheime Freimaurer- oder sonstige Orgainsation, die die Fäden in der Hand hält, die Musikmwissenschaftler, die auf den Spuren Schuberts forschten, töten ließ, aber auch auf der Welt den Kapitalismus verbreiten will.

Phil hat also seinen Bruder nach Wien beordert, damit er ihm hilft, die Sache aufzuschreiben und so begibt er sich mit ihm nach Argentinien, um weiter in den Archiven zu forschen. Da geht es in dieKolonie, wo der Schwager Nietzsches, den neuen deutschen Menschen züchten wollte und, wo sich später dann auch die Nazis, wie beispielsweise der berühmt berüchtigte Dr. Mengele hinflüchtete, dort ist aber eigentlich nichts los. Die Spur führt ein paar Orte weiter, dort gibt es wieder so ein  Geheimarchiv und dort trfft Phil dann gleich einen alten Bekannten, nämlich einen abgesandelten Ministerialrat und Museumsdirektor, den er schon in einer Wiener Kneipe kennenlernte, der sich als der Kopf des Geheimbundes entpuppte.

Phil wird ermordet. Der Bruder schreibt die Geschichte auf und wir haben wohl den Versuch gelesen, die Musikgeschichte in einen spannenden Krimi zu verpacken.

Manches ist dabei, wie ich auch in einer Rezension lesen konnte, wohl an den Haaren herbeigezogen. Spannend und unterhaltsam ist es wahrscheinlich allemal. Obwohl es wahrscheinlich schon stimmt, daß man die Genres nicht, wie die Äpfel und die Birnen durcheinandermischen soll. Aber Obstsalat möchte ich vielleicht anmerken, schmeckt wahrscheinlich auch sehr gut.

Väterland

Jetzt kommt ein Politthriller des 1957 in Buenos Aires geborenen argentinischen Autors Martin Caparros, ein “Wagenbach-Quartbuch”, das einen tief hineinführt in die argentinischen Klassenkämpfe von 1933 und auch noch einige reale Anspielung hat, so wird die Wahl Hitlers zum deutschen Reichskanzler erwähnt, der Gründer des phantastischen Realismus Jorge Luis Borges taucht als junger noch unbekannter Dichter auf, der Film King Kong wird erwähnt, etcetera und es beginnt damit, daß ein Freund des Tangodichters und abgebrochenen Jusstudenten Andres Riviera, der eigentlich Andrea heißt, einem Fußballstar Drogen verkauft hat und jetzt, weil der verschwunden ist, sein Geld nicht zurückbekommt. Riviera wird gebeten, den Fußballstar zu suchen und das löst eine Kettenreaktion von Ereignissen aus, die eigentlich genau betrachten, ganz banal und der üblichen Handlungskurve entsprechen, aber mit dem zeitgeschichtlichen Hintergrund betrachtet, durchaus spannend zu lesen sind.

Der Fußballstar wird von dem “charmanten Tagedieb”, steht  in der Buchbeschreibung, der bei der strengen Dona Norma zur Untermiete wohnt und in einer aus einer aus Moldawien stammenden Jüdin namens Raquel, die in buchhandlungen die Bücher ihrers als Verleger tätigen Vaters ausliefert und Gedichte schreibt, weil sie keinen bürgerlichen Mann heiraten will, sowie Herrenanhzüge trägt, verliebt ist, bald gefunden, der ihm erzählt, daß er mit einer konservativen Politikertochter namens Mercedes Olavieta zusammen war und die wird nun ermordet aufgefunden. Es ist nicht ganz sicher, ob es nicht doch ein Selbstmord war und als Riviera und Raquel zum Begräbnis kommen, feiern dort die Patrioten, die Verstorbene als Heldin und Märtyrerin. Die hatte eine Schwester, die sich in ein Kloster zurückgezogen hat und von der Hausangestellten des Vaters erfahren, die Zwei, daß der seine Kinder mißbraucht hat und die eine deshalb ins Kloster flüchtete, während sich die andere, der argentinischen Tradition, der neunzehndreißiger Jahrre entsprechend verlobte.

Rivera vermutet nun Carlos Maria de Olavieta  hätte seine Tochter ermordet. Es wird aber der Fußballstar, der zu seinen Club zurückkommen soll, verdächtig.

Schließĺich wird ein Sozialist als Täter ausgemacht.  Riviera bekommt am Schluß seine Raquel, verbringt sicher ein paar aufregende Nächte mit ihr und wir haben ein interessantes spannendes Buch eines interessanten Autors gelesen und vielleicht auch noch ein bißchen über die korrupten zeitpolitischen Zustände Argentiniens der neunzehnhundertdreißiger jahre erfahren.

Und wieder kann ich hinzufügen, daß mir die Wahl des Titels nicht ganz nachvollziehbar war.

Wie gehts mit der Heldenreise?

Ich habe ja schon geschrieben, daß ich mit meinen selbstverlegten Romanen immer meine Schwierigkeiten habe. Ich schreibe und schreibe, bin dann irgendwann damit fertig, lasse es drucken, früher habe ich die Manuskripte an Verlage geschickt und keinen Erfolg damit gehabt, seit 2000 mache ich es selbst und habe schon fast fünfzig selbstgemachte Bücher, seit 2008, seit ich blogge stelle ich sie im “Literaturgeflüster” vor, mache eine Vorschau, ein Gewinnspiel, plane eine Leserunde, auf meiner Website gibts ein Probekapitel, ein paar Bücher schicke ich dann aus, um beispielsweise eineLesung bei den “Textvorstellungen” zu bekommen, präsentiere sie am Volksstimmefest, stelle sie auf Lesungen vor, etcetera und weil das Feedback auf sich warten läßt, bleibe ich irgendwie unbefriedigt zurück.

Jetzt weiß ich beispielsweise nicht mehr so genau, wieviele Leute meine Bücher lesen. Am Anfang hörte ich manchmal, ich hätte keine Handlung, bei mir passiert nichts, ich wäre zuwenig abgehoben. Das ist das, was ich mir manchmal über mein Schreiben denke.

Gut, ich will sozial und gesellschaftskritische psychologische Romane schreiben und bin nicht experimentell und irgendwann bin ich, weil ich ja weiterkommen will und mich auch für die Schreibschulen, wie beispielsweise das Wiritersstudio, wo ich immer zu den Schnupperseminaren gehe und Webinare interessiere, die man im Netz umsonst bekommt, bin ich  auf die Heldenreise, dieses Modell von Joseph Campell aus der Mythenforschung, das Christopher Vogler für Hollywood adaptiert hat, gestroßen und konnte am Anfang nicht viel damit anfangen. Jurenka Jurk arbeitet in ihrer Romanschule sehr damit und bietet demnächst wieder ein dreiteiligen Seminar mit einem Probewebinar dazu an. Ronny Rindler, der ja jetzt im Rahmen des “Quarantimo” jeden Samstag ein Video ins Netz hineinstellt, wo er den Aufbau des Romans genau erklärt, hat sich das letzte Mal  damit beschäftigt und man kann auch sagen, man kann einen Roman mit einer Idee beginnen, wie ich das ja meistens tue und dann immer ein paar Szenen im Voraus geplant zu schreiben beginne, nach cirka sechs wochen mit dem Rohkonzept fertig und dann wie schon erwähnt unbefriedigt damit bin, so daß ich immer beim neuen Versuch mir fest vornehme es jetzt doch einmal mit der “Heldenreise” zu versuchen und dann irgendwie damit scheitere oder hängen bleibe.

Man kann es auch mit der “Schneeflockenmethode” versuchen, also zuerst seine Projekt in einem Satz aufschreiben, dann in drei bis vier bis man schließlich den kompletten Szenenaufbau hat und dann zu schreiben beginnt.

Langweilig könnte man vielleicht sagen, die Profischreibe, die alle paar Monate einen roman herauswerfen, halten sich wahrscheinlich daran und ich habe mir, da ich ja jetzt ein paar Mal dieMiniwebinare der Jurenka Jurk zu ihrem Romanfahrplan besucht habe, mir vorgenommen mit dem “Frühlingserwachen” es jetzt einmal wirklich mit dem Planen zu versuchen. Ein paar diesbezügliche arbeitsblätter haben sich da ja bei mir schon angesammelt, die Charakterbögen,die ich einmal von Jaqueline Vellguth übernommen habe, wende ich schon länger an. Jetzt habe ich auch ein Arbeitslatt zur “Schneeflockenmethode” und mir da den Aufbau des “Frühlingserwachen” ziemlich genau vor einer Woche notiert und geplant und mir dann auch beim letzten Video des Ronny Rindlers meine vier Wendepunkte notiert, was dazu führte, daß ich die Handlung im Grobkonzept, das heißt mit großen Lücken, aber den ungefähren Anfang Mtte, Schluß parat hatte.

Ein Roman von mir, beispielsweise, die die ich für den “Nanowrimo” schreibe, hat ungefähr dreißig bis vierzig Szenen. Als ich nach den vier Akt Modell, die szenen aufnotierte, hatte ich etwa fünfzehn und beschloßen, genug geplant. Jetzt fange ich zu schreiben an, denn ich bin und bleibe wahrscheinlich zumindest eine halbe Bauchschreiberin oder wie das so heißt.

Die erste Szene hatte ich da schon, denn das war eine aufgabe des Ronny Rindlers, vor zwei Wochen, um die Szenen am Schluß offen und spannend zu gestalten, damit die Leser weiterlesen. Ob ich das wirklich so genau gemacht habe, bin ich mir gar nicht sicher und auch, ob ich wirklich am Anfang begonnen oder nicht schon zu schnell eingestiegen bin?

Mein Anfang war ja die Krise und die Ausgangssperre ist schon da, Roswitha ist zu Hause, hat ein Meeting mit dem Viktor, bemerkt sie ist in ihm verliebt, während der Egon mit der Pflegehelferin in Streit gerät und die Tochter Bea in Streit gerät.

Zuviel Infodumping könnten die Schreibschullehrer jetzt wahrscheinlich mahnen und als ich vorige Woche beschloßen habe, die Arbeitsblätter zu lassen und mit dem Schreiben, wie gewohnt zu beginnen, hatte ich ein Problem. Nämlich meine Wendepunkte, aber ich wußte nicht wie ich jetzt zur Szene zwei komme? Denn wenn ich vier Akte habe und cirka vierzig Szenen brauche ich für jeden Akt zehn und kann die Roswitha nicht gleich ins Museum gehen und den Viktor treffen lassen, damit der Egon seinen Autounfall hat und am Ende die Krise vorüber ist und sich alle im <museum treffen. Das wäre ja die Handlung in einen Satz, aber wie komme ich zu den Szenen, wo sich ja bei mir beim Schreiben immer ein paar im Voraus entwickeln?

Ich hatte ein paar Tage Schreibpause, das heißt ein paar Stunden und dann bin ich ja mein “Schreibebuch” immer wieder durchgegegangen, damit es an die Druckerei gehen kann und habe immer je einen oder zwei Fehler, also noch einen Durchgang, gefunden.

Jetzt habe ich aber weitergeschrieben und momentan auch sechs Szenen, zwanzig Seiten und 9356 Worte und habe da jeder meiner Figuren eine Szene gegeben. Denn das hat mir bei der Romanplanung gefehlt, die ja eher auf die Roswitha konzipiert war.

Also die Roswitha telefoniert in Szene zwei mit dem Viktor, in Szene vier rennt der Egon davon beziehungsweise will ihn die Janina in Szene drei vorher beruhigen, in Szene fünf zieht die Esther zur Beate und ins Szene sechs trinkt der Viktor noch einmal sein Bier und beklagt seine Einsamkeit. Zwei Szenen habe ich jetzt in meinen Notizbuch noch notiert, bevor ich mir wieder die Aktstruktur vornehmen werde. Nämlich noch einmal den Egon auf die Straße schicken, die Janina bringt ihm dann heim. Er erlebt ja die Krise mit ihren Verboten auf ganz besondere Art und in der achten Szene kommts zur Maskenpflicht, die roswitha hat wie ich, ihre Schwirigkeit damit, nimmt einen Schal, den  sie muß auf die Bank und dann doch ins Museum, trifft dort zufällig den Viktor und ich wäre jetzt schon beim ersten Wendepunkt und alles weitere später, um nicht zuviel zu spoilern, damit meine Leser nicht vielleicht sagen, das brauchen wir nicht mehr lesen, wenn sie zuviel verrät.

Ich habe auch noch nicht mehr, mir vorhin aber das neue Video des Ronny Rindlers angehört, wo er das “Heldenreisemodell” des Christopher Voglers mit seiner Aktstruktur vergleicht und die Aufgabe stellt, das jetzt auf seine Szenen audzudröseln.

Das habe ich nicht gemacht, sondern meinen Blogartikel geschrieben und am Abend  gibts ja das Gratisseminar zur Jurenka Jurks “Heldenreise”, aber da bin ich nicht sicher, ob ich hineinkomme, weil ich mit dem “Zoom” ja meine Schwierigkeiten habe.