Dillingers Fluchtplan statt Gesellschaft für Literatur

Das Quizfieber hält mich immer noch gefangen, obwohl oder weil ich gerade dabei überhaupt nicht erfolgreich bin.
Ich bekomme zwar nach sehr viel Mühe gelegentlich ein paar Punkte mehr, rücke auf der Liste aber immer weiter zurück und bin jetzt schon auf Platz fünfzehn unten. Die anderen sind auch hier besser und ich schaffe es einfach nicht, obwohl ich es jetzt auch mit einer Maus probiere.
Es geht sich nicht aus und da gibt es auch Paralellen zu meiner produktiven literarischen Welt.
Ich habe mir aber gestern Morgen brav die Literaturprogramme durchgesehen und da gab es eine Veranstaltung in der alten Schmiede und in der Gesellschaft für Literatur wurde der Luftschacht Verlag vorgesellt.
Da wollte ich eigentlich hingehen, habe mich aber für das Hörspielstudio und das Hörspiel von Mike Markart “Dillingers Fluchtplan” entschieden, denn der hat mich mittels Mail darauf aufmerksam gemacht und auf das Buch bin ich schon während meiner Buchprämiejurytätigkeit gestoßen.
Mit dem 1961 geborenen steirischen Autor habe ich auch einmal, 1989 wird es wahrscheinlich gewesen sein, einen meiner frühen unveröffentlicht gebliebenen Romantexte oder waren es schon die “Hierarchien”, im ersten oder zweiten Stock der alten Schmiede vorgestellt. Vier oder fünf Zuhörer hatten wir, glaube ich.
Herbert J. Wimmer hat damals noch die Moderation gemacht und als ich den Tag der Freiheit des Wortes das erste Mal 2001 im Neuen Institutsgebäude organisiert habe, hat er gelesen, großen Eindruck gemacht und ist einigen Zuhörern als Talent aufgefallen.
Heuer liest er auch bei der Freiheit des Wortes.
Wer aufmerksam geworden ist, vormerken, 11. Mai, 19 Uhr, Literaturhaus, und das Hörspiel war sehr lustig.
Da verläßt einer in der Nacht seinen Körper und steigt in die Köpfe der anderen, aus denen er erst wieder herauskommt, wenn er sie getötet hat, während er von Sorgen gebeutelt wird, was mit seinem in seinem Bett verbliebenen Körper passiert, während die Wohnung nicht gelüftet wird oder der Nachbar vielleicht die Polizei verständigt.
Er verhindert stattdessen Dillingers Fluchtversuch aus einem amerikanischen Gefängnis und plaudert darüber, daß er er es war, der Jesus an das Kreuz geschlagen und den ihm sehr unsympathischen Herbert von Karajan zu Fall gebracht hat, indem er ihm in seinem Kopf immer zugerufen hat, mehr Salz zu essen, während der nach Salzburg zu den Festspielen gefahren ist.
Nun gut, das schreiben die anderen, ich habe inzwischen verzweifelt versucht schneller zu werden und mir im Radio eine Sendung über unser aller Suchtverhalten mit Gabriele Fischer von der AKH-Drogenambulanz angehört und heute morgen gab es einen Bericht über die 39. Rauriser Literaturtage, die in Salzburg von Brita Steinwendter vom 25. – 29. März unter dem Motto “Sprache:Lust.Spiel.Wut” veranstaltet werden.
Da lesen auch die anderen. Herbert J. Wimmer, Elfriede Gerstl, Josef Winkler, Peter Waterhouse unter anderen und Julya Rabinowich bekommt den Preis für ihren Roman “Spaltkopf”.
Und für diese Woche liegen noch einige Veranstaltungsvorschläge auf meinem Schreibtisch.
In der Hauptbücherei wird z.B. “Die rote Babuschka” von Dan Langu, einem rumänischen Autor, Residenz Verlag, vorgestellt.
Für meinen nächsten Roman sollte ich mir auch Notizen machen und den großen Wirtschaftsroman versuchen, auch wenn wieder nur eine Geschichte von einer erfolglosen Schriftstellerin herauskommen sollte, die ihre Depression mit Literaturspielen zu vertreiben versucht und am Abend im Rathauspark oder am Donaukanal geheimnisvolle berühmte Männer trifft.
Das kennen wir schon, werden nun die Kritiker genüßlich rufen.
Bizarre Alltagsbeobachtungen ließen sich aber allemal darin verarbeiten und jetzt gab es im Leporello auch einen Bericht über die Bildgeschichten zum “Mann ohne Eigenschaften”, die derzeit in der alten Schmiede ausgestellt sind.

Wochenendereignisse und Nero Corleone

Am Wochenende bin ich in Harland wieder ein bißchen dem Quizfieber verfallen, obwohl ich mit und ohne Maus nicht wirklich weiterkomme und die 280.000 Punkte Grenze nicht zu schaffen scheine. Ach ja der Ehrgeiz.
Dafür bin ich mit meiner “Kurzgeschichte” “Haus” nach der langen “Radiosonate” fertiggeworden.
Jetzt wird es bald wieder zwei neue Bücher geben und nun ist es Zeit für den neuen großen Roman.
Da bin ich zwar noch sehr unmotiviert. Etwas über die Wirtschaftskrise könnte es aber werden. Denn das ist auch das Thema für das nächste “Linke Wort” am fünften und sechsten September beim Volksstimmefest und der Wochenend-Standard hat sich auch diesem Thema gewidmet.
Da war es interessant, die Ratlosgkeit zu bemerken, mit der der Standard der Krise, mit der wir von morgens bis abends derzeit zugehämmert werden, begegnet.
Geht es uns jetzt gut oder nicht?
Die Leute kaufen angeblich mehr Marmelade und buchen in der Volkshochschule Kurse über das billige Kochen.
Wirklich erhellend war es aber nicht. So wie ich mich derzeit vor dem Neubeginn auch noch in den Literaturquiz flüchte.
Denn es bringt ja eh nichts und ist auch egal. Man merkt, die Depression läßt grüßen.
Dann gab es auch einige Ärgerpunkte. Eine Kritik kam von Christl Greller und der Toner des Laserdruckers ist mir ausgeronnen, was den Alfred mehr als mich erregte, während ich Kritik immer noch sehr schwer ertragen kann und ein bißchen patzig darauf reagierte.
Nach Wien zurückgefahren und die Ostersachen zum Dekorieren von Wohnung und Praxis aus dem Keller heraufgeholt.
Da fand ich auch die beiden Weihnachtsmänner, die je ein kleines Buch in der Hand halten, die es in den Schachteln aus der aufgelösten Buchhandlung aus Edith Broczas Haus voriges Jahr gegeben hat. In diesen Schachteln war auch ein kleines Katzenbüchlein von Elke Heidenreich, das ich vorhin in der Badewanne gelesen habe. Ein Buch von dem schwarzen Kater aus der Toskana, der dort alle Hennen schreckt, aber für seine schielende Schwester Rosa sorgt, dann mit dem Bücher lesenden Ehepaar Robert und Isolde in die Kölner Schickeria zieht, zum Sterben aber in die italienische Heimat kommt.
Ich habe es ja nicht so mit Katzengeschichten und bin auch kein großer Katzenfan wie Rolf Schwendter und Susanne Schneider, die am Mittwoch im Amerlingbeisl sehr viel von ihren Katzen erzählten.
Habe das Büchlein aber jetzt gelesen, während es noch ein paar ungelesene Katzenanthologien bei meinen Bücherschätzen gibt.
Als nächstes kommt zum Lesen Ralf Rathmann “Flieh, mein Freund”, aus der Buchlandung-Schnäppchenkiste an die Reihe und Ralf Rathmann stand, wenn ich mich nicht irre, auch auf der Leipziger Buchpreisliste.
In der “Radiosonate” geht es auch um Bücherschachteln aus einer aufgelösten Buchhandlung und da müssen wir noch das Buchcover machen und eine Todesmeldung gibts auch.
Gertrud Fussenegger, die alte Dame der Literatur, die ich in meinem Einleitungsreferat bei den “Mittleren” am Mittwoch erwähnte, ist am Donnerstag mit 96 Jahren gestorben.
Am Freitag habe ich im Radio einen Text von ihr über ein unterschobenes Testament gehört, der mir sehr gefallen hat. Sonst habe ich von der umstrittenen Dichterin nicht viel gelesen.
Und jetzt gibt es in den Tonspuren ein Portrait des 1979 geborenen Clemens Berger.

Paul Schatz im Uhrenkasten und Margaretner Kunst-und Kulturmesse

Bei einem meiner Spaziergänge zur Buchlandung auf der Mariahilferstraße habe ich aus der Ein-Euro-Schnäppchenkiste Jan Koneffkes Roman “Paul Schatz im Uhrenkasten” gezogen und gedacht, daß das der Erich Fried Preisträger von 2005 sei.
Was, wie ich dem Lebenslauf des Autors inzwischen entnommen habe, ein Irrtum war. 2005 hat Yaak Karsunke den Fried Preis bekommen.
Jan Koneffke, der 1960 in Darmstadt geboren wurde, lebt aber seit 2003 in Wien.
Vielleicht daher die Verwechslung, ich bin ja ein bisserl legasthen oder auch etwas schlampig.
Habe den Roman aber trotz jokers literatur quiz inzwischen gelesen und will, da Otto Lambauer mehr Rezensionen von mir wünscht, ein bißchen was darüber schreiben.
Jan Koneffke der, wie in Wikipedia steht, an die fünfzehn Romane geschrieben hat, fällt durch eine fantastische Bildersprache und die ironische Verwendung eines altertümlichen Stils auf.
Paul Schatz ist der Sohn eines schimmeligen Schildermalers, halber Israelit mit arischem Piephahn, wächst im Berliner Scheunenviertel bei seinem Großvater Karl Haueisen, der ein bedeutender Uhrensammeler ist, Tante Else und der Nenntante Ida auf.
Dann gibt es noch den Dr. Schmidt aus biegsamen Stahl, der Hitler für einen Juden hält, in den Tante Else sich verguckt, bevor sie sich mit dem Wehrmachtsoffizier Franz Klein verlobt, aber das passiert erst später.
Zuerst verstirbt der Großvater, den Mosche Sternkukker mit seinem Straußenei, aber als Logenbruder, der im Erdinnern durch das Verstellen von Zeigern Unrecht verhindern kann, weiterleben läßt.
Paul Schatz kommt zu seinem Onkel Max, dem Leiter der Quedlinburger Schloßbibliothek und wird zum Stotterer aus Überlebenswillen.
Als Kommissar Flotow Onkel Max eines auswischen will und ihn zu sich bestellt, versteckt sich Paul drei Jahre lang im Schlupfloch, entwirft phantastische Uhren, träumt von Mozart und Bach und läßt sich von Charlotte versorgen, die von ihm nach Ende der tausendjährigen Geschichte aber nichts mehr wissen will.
So daß Paul Schatz mit der großväterlichen Uhrensammlung als Sonderling von Tante Hanna verlassen, 1999 im Osten Deutschlands an Krebs verstirbt.
Das und noch viel mehr passiert in diesem wundersamen Roman mit der verdrehten Sprache und den lyrischen Bildern und das ist auch ein Weg Vergangenes zu bewältigen, sowie Geschichte verstehbar zu machen.
So weit zum Bücherlesen nach Leipzig und der Lit Cologne, der zweiten großen Buchveranstaltung, die dieser Tage still und heimlich in Köln passiert.
Hätte ich nicht Elke Heidenreich, wüßte ich nicht viel davon.
Und, daß das Kölner Stadtarchiv mit dem Böll-Nachlaß dieser Tage einstürzte und zwei Menschen verschüttete, während ich mich gerade intensiv mit dem Literaturquiz beschäftigte und versuchte über die 280.000 Punktgrenze zu kommen, habe ich auch noch nicht erwähnt.
Otto Lambauer ist schon bei 164.550 Punkten. Jetzt funktioniert das Ganze aber nicht und gestern war auch etwas anderes los.
Roman Gutsch hat mich nämlich auf eine Kultur- und Kunstmesse im Amtshaus Margareten im Rahmen der Wiener Festwochen aufmerksam gemacht, wo sich die Margaretner Kunst- und Kulturschaffenden am 12. Mai von 17 – 22 Uhr kostenlos der Bevölkerung präsentieren und damit reich werden können, wie der Bezirksvorsteher bei der gestrigen Besprechung launig versprach.
Nun ja, das ist nicht nur ein Magaretner Dilemma.
Soll man gratis oder überhaupt nicht lesen?
Die, die es nicht anders können, werden es wohl tun.
Und wenn jeder der fünfundzwanzig interessierten Künstler zehn Freunde mitbringt, ist der Saal auch voll und es wird ein Erfolg, für den der Herr Berzirksvorsteher vielleicht einen Orden oder Preis bekommt.
So war ich gestern Nachmittag also sehr beschäftigt und habe viele Mails verschickt. Meine Texte für die nächsten Lesungen und den Tag der Freiheit des Wortes am 11. Mai muß ich auch noch vorbereiten und natürlich “Das Haus” korrigieren, in dem ich jetzt anfange, Fehler zu finden.

Die Mittleren-Literatur von Frauen

Publikum

Publikum

Christl Greller

Christl Greller

Literatur und Schreiben, welche österreichische Gegenwartsautorinnen fallen Ihnen zu diesem Tehma ein?
Elfriede Jelinek wahrscheinlich, Barbara Frischmuth, Marlene Streeruwitz, Ilse Aichinger, Friederike Mayröcker?
Für Kinder schreiben Christine Nöstlinger und Renate Welsh, vielleicht haben Sie auch an die alte Dame Gertrud Fussenegger gedacht oder an ein paar andere Namen.
Im Handbuch der IG Autoren sind aber ein paar tausend Autoren eingetragen und mindestens die Hälfte wird davon weiblich sein.
Die habe ich auch nicht alle gekannt, als ich vor sechsunddreißig Jahren zu schreiben anfing.
Mein literarischer Werdegang hat ab 1978 im Arbeitskreis schreibender Frauen eine frauenspzifische Prägung bekommen. Da habe ich auch Kontakt zu einigen Autorinnen gefunden, die mich noch heute prägen.
Marie Therese Kerschbaumer ist eine davon. Elfriede Haslehner, El Awadalla, Christa Stippinger und die vor fast zwei Jahren verstorbene Erika Danneberg einige andere.
Im Sommer 1982 gab es in der alten Schmiede eine Lesung des Arbeitskreises schreibender Frauen, die sich mir als Beginn der Präsentation weiblichen Schreibens eingeprägt hat.
Der Arbeitskreis hat sich 1984 aufgelöst. Mit einigen der Autorinnen habe ich mich aber über Jahre weiter getroffen.
Es gab 1998 in der Alten Schmiede eine von mir organisierte Lesung “Die mittleren Jahre oder ein Fast-Altweibersommer”, bei der Ruth Aspöck, Hilde Langthaler, Elfriede Haslehner, Katharina Riese und ich gelesen haben.
Wiederaufgelebt wurden die Lesejausen 2002, als Anita C. Schaub im Rahmen des 1. Wiener Lesetheaters eine Frauengruppe gründete, die in monatliche Lesungen bekannte und unbekannte Frauentexte präsentierte.

Petra Ganglbauer

Petra Ganglbauer


Hier entstand auch die Idee selber mit einer Frauenlesereihe weiter zu machen, die ich 2004 und 2005 im Rahmen der Lesetheater-Frauengruppe organisierte.
2006 veranstaltete ich im Wiener Literaturhaus dann die erste Lesung “Die Mittleren – Literatur von Frauen”, wo ich mit Judith Gruber-Rizy, El Awadalla, Marlen Schachinger, Mechthild Lütjen und mir, fünf einer breiten Öffentlichkeit, vielleicht nicht so bekannte Frauen, vorstellte.
2007 wollte ich diese Reihe mit Eika Kronabitter, Petra Ganglbauer und Anni Bürkls fortsetzen, mußte aber auf Grund der Mainstream-Positionierung, bzw. weil ich offensichtlich als nicht “in” genug erscheine, in die Villa Falkenhorst in Thüringen bei Feldkirch auswandern, wo es am 14. 3. 2008 auch eine sehr schöne Lesung in einem sehr edlen Rahmen gab.
Heuer bin ich von den schönen Vorarlberger Bergen nach Wien zurückgekehrt, wo gestern im Amerlinghaus “Die Mittleren-Teil III” stattfand.
Elfriede Haslehner ist gekommen, Lidio Mosca-Bustamante, Werner Grüner, Rolf Schwendter, Susanne Schneider, verspätet ist noch meine Cousine Elisabeth hereingehuscht.

Eva Jancak

Eva Jancak

Christl Greller hat eine Stadtbeschreibung vorgetragen.
Petra Ganglbauer einen neuen Text und einen älteren, aus dem Milena Buch “Schriftstellerinnen sehen ihr Land”, in dem sie über die patriarchalen Strukturen der Grazer Literaturszene von anno dazumal berichtete.
Überhaupt ist mir wieder aufgefallen, daß die Texte alle sehr frauenspezifisch waren und da hat auch mein Prolog aus dem “Haus” gut hineingepasst.

Christa Kern

Christa Kern

Auch wenn er mehr erzählend ist, von drei starken Frauen und einer vielleicht vergessenen Primaria, während die Krankenschwestern vor hundert Jahren mit den gestärkten Häubchen hinter den Herren Ärzten herliefen, handelt er allemal.
Dann kam Christa Kern mit ihrem Märchen, das sie schon bei der Poetnight gelesen hat, von der schönen starken Frau, die ihre Tiere verläßt, um im dunklen Wald nach ihrem Traummann zu suchen und Irene Wondratschs Bildgeschichte zum Töchtertag und der von einem Eiskasten, in dem das Joghurt zerrinnt, während der Traummann Operetten spielt, die die Protagonistin nicht aushält, was, wie ich von Irene Wondratsch erfragte, autobiografisch ist.

Irene Wondratsch

Irene Wondratsch

Ein aufmerksames Publikum gab es und eine gute Stimmung.
Susanne Schneider hat mir den “Novembernebel” abgekauft, mich gefragt, ob man über das erste Wiener Lesetheater schreiben darf und sich für Teil vier der Frauenlesung angemeldet.
Da man bei der GAV aber nur mehr eine Veranstaltung organisieren kann, wird es den vielleicht nicht mehr geben, wenn ich mich nicht doch dafür entscheide und auf den Tag der Freiheit des Wortes verzichte.
Es war jedenfalls interessant und die Zusammenarbeit mit dem Amerlinghaus sehr gut.
Es gehen zwar nicht sehr viel Leute hinein und so war es mit den ca fünfundzwanzig Personen, die gekommen sind, auch sehr voll.

Büchertisch

Büchertisch

Leipzig-Wochenende

Novum-Verlag

Novum-Verlag

Am Freitag Morgen sind wir nach Leipzig zur Familie Hundertmark nach Großzschocher gefahren und am Wochenende war ich auf der Buchmesse.
Das ist immer sehr lustig, am Morgen die Straßenbahnfahrt durch die ganze Stadt.
Zuerst mit der drei oder dreizehn bis zum Hauptbahnhof und dann mit der sechzehn bis zum Messegelände, dort drängen sich dann schon die Massen und die seltsamsten Verkleidungen strömen in die Tram hinein.
Diesmal weniger Aussteller, wie der Alfred sofort bemerkte und ich heute, schon in Harland, im Kulturjournal hören konnte, aber viele Besucher und das große Thema war zwanzig Jahre Wende.
Wegen meiner Lesung in der alten Schmiede habe ich den Donnerstag und den Freitag versäumt.
Habe aber am Freitag Morgen in den Nachrichten erfahren, daß Sibyille Lewitscharoff den Leipziger Buchpreis bekommen hat und, daß Ilija Trojanow den Preis der Literaturhäuser gewonnen hat, hat mir Silvia Bartl Samstag Mittag gesagt, als ich sie beim Stand der IG Autoren getroffen habe.

Buch Wien 2009

Buch Wien 2009

Der wird immer Freitag Abend beim blauen Sofa vergeben, da gibt es dann Wein und Brezeln, aber diesmal haben wir um diese Zeit gerade in Großzschocher Abend gegessen.
Und die Lesungen, alle lesen in Leipzig, habe ich vorhin auf Anni Bürkls Blog gelesen, habe ich zum größten Teil versäumt, zumindestens die literarischen und die großen Namen.
Das heißt Daniel Kehlmann habe ich am Samstag auf dem blauen Sofa gehört und Wolf Biermann am Sonntag.
Ansonsten gab es viele Wendebücher und ganz interessant, auch einige von Adelige über die Königsfälscher und darüber, wie der Adel verpflichtet, was auch ganz gut auf der anderen Seite der Medaille zur Wende passt.
Ich bin am Samstag Morgen mit Alfred, Ute und Sabine Hundertmark zur Messe gefahren und dort herumspaziert, habe meine Tüten bzw. Sackerln mit Leseproben, Lesezeichen, Zeitungsbeilagen und was es sonst zum Einsammeln gab, angefüllt und ja richtig, die Ingrid Noll habe ich aus “Kuckuckskind” lesen gehört und den György Dalos. Zu Mittag haben wir in der Glashalle gegessen, ich Würstchen mit Kartoffelsalat, was ich meist in Leipzig esse, die anderen vegetarisch.
Ich bin zum blauen Sofa gegangen und habe zuerst, bis halb fünf, bis der Daniel Kehlmann an die Reihe kam, dort bleiben wollen.
Habe es dann aber nicht so lange ausgehalten und bin wieder ein bißchen in den Hallen herumspaziert.
In der Halle zwei tummelten sich die Manga-Fans und die waren zum Teil sehr toll verkleidet, mir war in meiner neuen schwarzen Jacke dagegen heiß.
Der Alfred hat mir aber ein Leiberl mit der Aufschrift “Lesen macht schön” vom “Magazin” gekauft, das ich am Sonntag angezogen habe, um nicht zu sehr zu schwitzen.

Geburtstagsessen

Geburtstagsessen

Ich bin am Sonntag nochmals hingefahren. Die anderen nicht, die haben Ulrikes neunundzwanzigsten Geburtstag bei einem Chinesen gefeiert, ich bin nur zu Kaffee und Kuchen gekommen und habe Ulrikes kleinen Sohn begrüßt.
Denn es war ja auch am Sonntag auf der Messe interessant, ein Buch über Czernowitz wurde vorgestellt und ein Krimi über Görlitz.
Ich habe in der Halle fünf lange den Jokers Stand gesucht, den ich aber nicht gefunden habe, weil er sich in Halle drei befand.
Dort gab es schöne schwarze Leinentaschen, Gutscheine und ein großes Gedränge, dann habe ich Wolf Biermann das erste Mal auf einer Leinwand gesehen und ihn noch einmal am blauen Sofa gehört, bevor ich meine schweren Taschen wieder nach Großzschocher schleppte.
Heute morgen waren wir kurz im Kaufland einkaufen, es ist nicht mehr so billig, wie ich es in Erinnerung hatte und sind mit einem kurzen Harlander Zwischenstop zurückgefahren.
Jetzt habe ich eine Menge zu ordnen, zu lesen und zu schauen. Es war natürlich interessant und es raucht mir immer noch der Kopf davon.

Textvorstellungen



Christine Werner

Christine Werner



Eva Jancak

Eva Jancak

Nachdem sich heute eine sehr aufgeregte Susanne Schneider Sorgen, um das Gelingen des Osterspaziergangs machte, es immer noch Ärger wegen einiger nicht bezahlten Honorarnoten gibt und auch die Krankenkasse einige Zuschußstunden ablehnte, ging es zu den schon lange angekündigten Textvorstellungen in einem neuen Rahmen, nämlich dem Schmiedemuseum, mit einem neuen Assistentinnenteam und einem anwesenden Kurt Neumann, was mich freute und auch ein wenig wunderte.
Es war aber nicht sehr voll. Die meisten, der sich angekündigt habenden Bekannten, habe ich vermißt, bzw. gerade ihre Entschuldigungsgründe gelesen.
Friedrich Hahn hat die Lesung sehr gekonnt moderiert. Das Thema Familie ist vielleicht ein wenig zu kurz gekommen, weil er sich in der Diskussion auch nach Schreibgewohnheiten und Verlagsvorlieben erkundigte.



David Schalko

David Schalko

Bei Christine Werners “Verdammt”, einem Roman um eine Scheidungsanwältin, die selbst geschieden wird, ist mir der negative Grundton und einige gekonnte Wendungen aufgefallen, die ich mir merken wollte, sie aber, da ich sie nicht aufschrieb, vergessen habe.
Es ging aber viel um Depression und das dachte ich, wäre mein Thema.
Ich war auch als nächste dran und habe eine Ludmilla und eine Leopold Szene gelesen und den Travnicek-Text, die, wie Christine Werner quergelesen hat, schon gekannt.
David Schalko, der erst später gekommen ist und offenbar ein bekannter Fernsehautor ist, aber nicht.



Cornelia Travnicek, Friedrich Hahn

Cornelia Travnicek, Friedrich Hahn

Er hat von einer SS-Uniform im leeren Kasten seiner Großmutter gelesen und davon, daß er in einem anderen Kasten, seine vor Jahrzehnten gestohlene Jeansjacke entdeckte, in dem er nackt gelegen ist, während sein bester Freund mit seiner Geliebten vögelte, da er mit ihr verheiratet ist.
Das Publikum zerkugelte sich bei dem Text, der offenbar auch “Mottenkugeln” oder “Mottenstreifen” hieß. Ich habe es weniger lustig gefunden, habe mit lustigen Texten aber meine Schwierigkeiten.
Dann gab es noch ein Gruppenfoto mit einer japanischen Germanistin und die Frage einer Zuhörerin, wie man an die Themen kommt, die man nicht selbst erlebt?
Man recherchiert sie oder stellt es sich so vor.
“Es lebe die Fantasie!”, rief Helma Giannone, die neben Irene Wondratsch doch gekommen ist.
Ein Buch habe ich verkauft und jetzt geht es nach Leipzig, wo heute ja der Preis der Buchmesse vergeben wurde.
Ich melde mich dann wieder.

Bibliotheca total

Wien muß Alexandria werden, wünscht sich Robert Sommer, überlegt, was Bürgermeister und Kulturstadtrat tun müssen, damit das geschieht und gab diesen Wunsch am Montag gemeinsam mit Konstantin Kaiser in der Sendung “Leporello” kund.
Was prompt mein schlechtes Gewissen rührte, denn ich wollte mir ja Wladimir Frieds Fotoausstellung ansehen, aber zum “Tribunal”, der Diskussion mit Gerhard Ruiss zu der sozialen Lage der österreichischen Autoren und Autorinnen, hatte ich ohnehin vor, auf den Gaussplatz 11 zu gehen und bis dahin habe ich mir das Programm des “Aktionradius” noch genauer angesehen.
Denn die Idee ein Monat dem Thema Buch zu widmen, ist ja durchaus verlockend.
Der Stadt die Bücher wiederzugeben, weil die einzige Buchhandlung der Brigittenau ja im Jänner geschlossen wurde und der Aktionsradius stellt Autorenfotos aus, diskutiert mit den IG-Autoren, besucht aber auch die Wohnung der Marianne Fritz, bzw. wandert vom a.punkt, Otto Lambauers Lieblingsbuchhandlung über den Mandelbaumverlag zu der Bibliothek von unten, die Wiens größte anarchistische Büchersammlung enthalten soll.
Also bin ich nach einem eher frustrierenden Arbeitstag zum Gaussplatz hinausgewandert und habe zuerst die Autorenfotos bewundert.
Hier wurde ich ein wenig enttäuscht, denn es sind natürlich wieder die Bilder der Prominenz, die ausgestellt wurden.
Alles was in der Autorenszene Rang und Namen hat und von Wladimir Fried fotografiert wurde, hängt eher kleinformatig an den Wänden.
Felix Mitterer, Rolf Schwendter, Robert Schindel, Renate Welsh, Erich Hackl, Marie Therese Kerschbauer, Katja Lange-Müller etc.
Wieder nur die großen Namen. Von den Kleinen und den Mittleren keine Spur, dabei sind zum Autorentribunal, alles inklusive, fünfzehn Personen, davon durchaus einige anarchistische Autoren gekommen.
Aber auch Christine Werner, mit der ich morgen in der Alten Schmiede lesen werde.
Robert Sommer von der Obdachlosenzeitung Augustin hat eröffnet und berichtet, daß im Literaturteil des Augustins die Arbeits-und die Obdachlosen veröffentlichen hätten sollen.
Gekommen sind aber die Autoren, die schon Rang und Namen hatten und haben ihre finanzielle Obdachlosigkeit demonstriert, so daß Robert Sommer seine Zeitung allen geöffnet hat.
Gerhard Ruiss hielt sein Einleitungsstatement, dann erzählte Katharina Tiwald, daß ihr Leben aus Deutschkursen für Migrantenmütter, einem Lehrauftrag an der Uni, abendlichem Schreiben und dem Wochenende auf einem Biobauernhof im Burgenland besteht, weil das ihr Freund so haben will.
Daniela Schmeiser, die ich von ihrer Lesung in der Szene Margareten aus dem Buch “Würstlprater” kenne, das Horst Gelter aus seiner Büchersammlung aussortierte und mir erzählte, daß er die Autorin von seinen Kursen auf der künstlerischen Volkshochschule kennt, ließ wissen, daß sie auch Begräbnisreden schreibt, jetzt aber einen Job als Kulturmanagerin hat und daher nicht mehr zum Schreiben und zum Malen kommt.
Es gab eine lange Diskussion mit den unterschiedlichen Meinungen der fünzehn anwesenden Autoren, hat der Staat für die Autoreninteressen zu sorgen oder soll man sich die mittels kreativer Eigeninitiativen selbst erstreiten, die Gerhard Ruiss gekonnt moderierte und die Rede immer wieder auf die Google Bucherfassung brachte.
Gerald Grassl brachte Vergangenes und Leute, die das Urheberrecht für einen Schaden halten, gab es auch, es war also ein interessanter Abend in der Bibliotheca total in der Brigittenau, wenn ich auch nicht wirklich Neues erfahren habe, das war aber auch nicht zu erwarten.

Frauentag und Frauenlesungsvorbereitungstreffen

Das Harlander Wochenende war ein bißchen hektisch.
Weil seit Donnerstag Nachmittag gabs in Wien keinen Internetanschluß und ich wollte ja die Frauenlesung vorbereiten.
Also alle Unterlagen nach Harland schleppen und dabei die Kitab-Verlagsadresse prompt verlieren und dort gleich aufgeregt, weil Janko Ferks Anmeldung für den “Tag der Freiheit des Wortes” offenbar verloren gegangen ist, er sehr beharrlich reagierte und es mich immer sehr verunsichert, wenn etwas schiefläuft oder nicht klappt.
Dann die Frauen und die Medien angeschrieben, einen vorläufigen Blogeintrag mit der Radiosonatenankündigung verfaßt und mit dem vollgefüllten Auto auf die Baumgartner Höhe gefahren um für den “Haus” Umschlag zu fotografieren.
Dabei war Frauentag und da hat Ruth Aspöck in der Galerie NUU eine Veranstaltung organisiert.
Zuerst wollte ich nicht kommen, dann dachte ich, es geht sich aus, weil wir am Nachmittag ohnehin nach Wien zurückfahren.
Alfred hat mich mit dem Auto hingebracht und ich bin gerade zu Ruth Aspöcks Lesung zurechtgekommen und habe von dem ersten, von der Grazer Autoren Versammlung veranstalteten Block, die Lesungen der Salzburger Autorinnen Bettina Balaka und Margret Kreidl versäumt.
Es war sehr voll, ich habe gerade weit hinten einen Platz bekommen.
Nach der Pause wurde es leerer und ich konnte mich in einen bequemen Fauteuil weiter vorne setzen und die bekannten und auch unbekannten Gesichter studieren.
Das Wiener Lesetheater, bzw. Christa Nebenführ, Andrea Pauli, Judith-Gruber-Rizy und Ruth Aspöck lasen aus einem Essay von Heidi Pataki “Fluchtmodelle: Zur Emanzipation der Frau”, der 1972 bei Jugend und Volk erschienen ist und es war sehr spannend, die Veränderungen zu überlegen.
Was hat sich seit damals, seit den frauenbewegten Siebzigerjahren, in denen ich zu studieren begonnen habe, getan?
Sehr viel hoffe ich, außer, daß wir älter geworden sind.
Oder auch nicht, denn der freie Hochschulzugang, auf den wir ja so stolz waren, ist inzwischen zu einer Farce geworden und ich habe in der nächsten Pause mit Robert Egelhofer und einer nicht sehr ausländerfreundlichen Frau über den Vorschlag der Frau Unterrichtsminister, daß die Lehrer zwei Stunden länger unterrichten sollen, diskutiert.
Es gab Gewürztee, Reis, Linsen und rote Rüben, die diesmal zu bezahlen waren, nur die mit Marzipan gefüllten Datteln waren umsonst, so daß ich mich damit vollstopfte, Wasser trank und auf den Film wartete, der vor dem Frauenfest gezeigt werden sollte.
Ein Film aus dem Jahr 1982 mit dem Titel “Das Fest”, zu dem Marie Therese Kerschbaumer das Drehbuch geschrieben hat und der von einem Frauenfest handelte, bei dem man sehen konnte, wie die meist bekannten Autorinnen, vor siebenunzwanzig Jahre ausgesehen haben.
Das war interessant und spannend, manche waren nicht zu erkennen, einige schon gestorben und andere nicht darauf.
So war der gesamte Arbeitskreis schreibender Frauen, mit einer jungen schönen Bärbl Danneberg, Erika Danneberg und Valerie Szabo-Lorenz, die beide schon gestorben sind, zu sehen.
Bruni Langthaler und ich fehlten und ich kann mich auf dieses Frauenfest, das im Lusthaus stattgefunden hat, nicht erinnern.
Irgendwie ist das an mir vorbeigegangen, obwohl ich mich im Arbeitskreis schreibender Frauen sehr engagierte.
Die Solidarität unter den Frauen muß damals aber größer gewesen sein.
Zu mindestens nach außen. So hat Marie Therese Kerschbaumer den Film gemacht, Elfriede Jelinek hält ein Pamphlet in die Höhe bzw. versteckt sie sich dahinter, Elfriede Gerstl gibt ein aufmüpfiges Interview, von Heidi Pataki ist ihr berühmtes Gedicht “Praxis” – Als Immanuel Kant die Fenster putzte…” zu hören und der Arbeitskreis schreibender Frauen schrieb seine Namen auf eine Tafel und eine kaum zu erkennende Hilde Schmölzer präsentiert ihr Buch “Frau sein & schreiben”.
Was ist davon geblieben?
Elfriede Jelinek hat den Nobelpreis bekommen und geht nicht mehr aus dem Haus.
Die Literatinnen haben sich zum Teil dem Mainstream angepasst und veranstalten Schreibseminare, die man bezahlen kann und sehr viel Solidarität habe ich auch nicht verspürt, als ich mich so umgesehen habe.
Zu mindestens sind es schöne Erinnungen, wenn es sich auch nur um versäumte Gelegenheiten handelt.
Und das angekündigte Frauenfest fand 2009 mangels Teilnehmerinnen auch nicht statt.
Denn als Alfred um ca. neun Uhr kam, war nur mehr die Galeristin mit ihren Freunden da und ich habe mich immer noch mit der unter den vielen Ausländern leidenden Frau unterhalten.
Gestern gab es dann das Vorbereitungstreffen zu meiner Frauenlesung am nächsten Mittwoch, die sich auch auf den Arbeitskreis schreibender Frauen bezieht, obwohl ich die in der dritten Staffel lesenden Frauen nicht von dort kenne.

Radiosonate

Radiosonate

Radiosonate

Eine kleine Vorschau für alle interessierten:

Die Radiosonate oder das einsame Jahr

Was passiert, wenn man so allein und einsam ist, daß man niemand anderen als die anonymen Stimmen zweier Radiomoderatoren hat, die einen durch den Tag begleiten?
Die wenig erfolgreiche Schriftstellerin Elsa Eisenstein möchte mit der Beantwortung dieser Frage die ultimative Romanausschreibung eines deutschen Großverlages gewinnen.
Während der Ressortchef des Kulturprogramms seine beginnende Parkinsonerkrankung seiner Kollegin Amanda Silberkandl verheimlichen will.
Aber die hat andere Sorgen, da sie gerade von einem tschetschenischen Asylwerber eine unbekannte Mozartsonate zugesteckt bekommen hat und auch noch mit ihrer sich in der Pubertät befindenden Tochter Natalie zurechtkommen muß.
Wie meist in meinen Texten geht es auch hier um das Leise, leicht zu Übersehenede in einer perfekt stilisierten immer inhumaner werdenden Welt.

So weit, so gut, jetzt geht es an den Verlag bzw. an die Druckerei. Mal sehen, was damit passiert.
Probelesen soll man bald auf meiner Homepage www.jancak.at. können. Ein Stückchen gibt es in der Volksstimmeanthologie schon jetzt.

Vorbereitungen zum Osterspaziergang

Vom Quizfieber zurück, derzeit bin ich auf Platz drei mit 277.196 Punkten gekommen, mehr schafft, glaube ich, mein Computer nicht, habe ich mich gestern mit Rolf Schwendter getroffen, um mit ihm den Osterspaziergang des ersten Wiener Lesetheaters, der am Ostermontag in Margareten stattfinden wird, vorzubereiten.
Die gehen nämlich jeden Ostermontag durch einen anderen Wiener Bezirk und bleiben an den Plätzen oder vor den Häusern stehen, wo berühmte Autoren gewohnt haben, um aus ihren Texten vorzulesen.
Das erste Mal bin ich vor ein paar Jahren durch den dritten Bezirk mitgegangen und das war sehr beeindruckend und voriges Jahr habe ich mir gedacht, daß ich einiges über Margareten weiß, weil ich einmal einen solchen Spaziergang mit der Frau Bezirksrat Steininger gemacht, eine Erzählung “M.M. oder die Liebe zur Germanistik”, darüber geschrieben habe und auch einige der Margaretner Autoren z.B. Jeannie Ebner oder Paul Wimmer gekannt habe.
Die Route ist schon festgelegt, es geht am 13. April, für alle, die es sich schon vormerken wollen, um 13 Uhr bei den Waldviertner Stuben auf der Wiedner Hauptstraße los und dann in ca zehn Stationen bis zum Cafe Standard in die Margaretenstraße hinunter.
Ich werde aus meiner Erzählung lesen, in der eine vorzeitig in Pension geschickte Lehrerin ihre Dissertation über Jura Soyfer fertigschreibt, ihre Margaretner Wurzeln entdeckt und in der Szene Margareten einige Lesungen erlebt.
Aber auch Paul Wimmer ist ein Margaretner Original, vielleicht wird seine Nichte, die sich um Weihnachten bei mir gemeldet hat, aus seinen Texten lesen.
Dann habe ich mit Rolf Schwendter, dem derzeitigen GAV-Präsidenten, über die “PEN-GAV” Konflikte diskutiert, weil er meinte, daß er die Margaretner PEN-Mitglieder nicht so kennt.
Den GAV-PEN-Konflikt, bzw. die GAV-Gründung im Jahre 1973 kann man sehr gut in dem Buch von Innerhofer aus dem Jahr 1985, “Die Grazer Autorenversammlung” nachlesen. Inzwischen ist die GAV bzw. deren Mitglieder auch schon in die Jahre gekommen und es offenbar nicht mehr so selbsverständlich in die GAV einzutreten, weil alles andere nicht in Frage kommt.
So erzählt Rolf Schwendter gerne die Geschichte, wie er einmal im Cafe Rathaus gesessen ist und sich am Nebentisch einige Autoren lautstark darüber unterhielten, daß sowohl die GAV als auch der PEN nichts für die jungen Autoren ist.
Mag sein, für mich ist die GAV Mitgliedschaft trotzdem sehr wichtig und gibt es auch einige Großveranstaltungen, die damit verbunden sind.
So den Tag der Freiheit des Wortes, anläßlich der Bücherverbrennung der Nazis am 10. Mai 1933, den Josef Haslinger ins Leben gerufen hat und den ich seit 2001 organisere und dann, derzeit besonders aktuell, die Lyrik im März, da findet die nächste Veranstaltung von Rolf Schwendter organisiert am 19. 3. im Universitätscampus statt.
Elfriede Haslehner, die unter anderen großen Autoren, wie Friederike Mayröcker, Elfriede Gerstl, Robert Schindl, Marie-Therese Kerschbaumer, Manfred Chobot, Gerhard Ruiss ect. lesen wird, hat mir gestern das Programm geschickt.
Das werde ich aber auslassen, denn da ist das ÖAAG-Supervisorentreffen und da gab es ja Schwierigkeiten mit der Auszahlung der Honorare, also das Berufliche vor das Lyrische gestellt, obwohl, wie ich von Rolf Schwendter weiß, Gerhard Jaschke, nach seinem Schlaganfall, wieder daran teilnehmen will.
So jetzt ist noch einges für das Vorbereitungstreffen meiner Frauenlesung vorzubereiten, dann mache ich meinen Praxistag und am Abend will ich in die Sigmund Freud Universität schauen, denn da wird passend zum Frauentag ein neuentdecktes Tagebuch “Wie benimmt sich der Prof. Freud eigentlich?”, eine junge Ärztin begibt sich 1921 zu Freud in Therapie, vorgestellt und das passt gut zum “Haus”, an dem ich wieder eifriger korrigieren will.
Übrigens im Wiener Stadtroman “Wie süß schmeckt Schokolade” habe ich mich auch ein wenig mit der Sigmund Freud Universität beschäftigt.