Inzwischen ist die Buch-Wien Geschichte und ich schreibe über den letzten Tag. Den Sonntag, an dem ich mit Alfred hingehen und Ruth Aspöck und Robert Egelhofer treffen wollte. Mit Anni Bürkl hatte ich um elf einen Treffpunkt bei den IG-Autoren ausgemacht, den sie aber absagte. Und Alfred ist darauf gekommen, daß er nach Harland fahren muß. Also wanderte ich alleine hin, traf Ruth und Robert in der Eingangshalle, die mir gleich ein Handy hinhielten, Alfred teilte mit, sein Auto springt nicht an und er weiß nicht, ob er kommen kann. In der Halle trennten wir uns wieder und ich traf Eleonore Zuzak, die sich wunderte, daß ich anwesend war.
“Sie haben doch gesagt, es gefällt Ihnen nicht?”
Habe ich nicht, sondern es mir nur größer vorgestellt und Gabiele Ecker hat mir auch gesagt, daß ursprünlich die ganze Halle B und auch C geplant waren, sonst habe ich es aber sehr genossen. Mit Leuten geredet, Bücher angeschaut und das ging besser als im Rathaus, man kam gleich in Kontakt und wurde meist auch freundlich empfangen.
Und viele Autoren. So saß ich irgendwann mit Ruth Aspöck, Walter Baco und Peter Paul Wiplinger beim Kitab-Stand, weil ich mir die Bücher von Judith Gruber-Rizy und Marlen Schachinger ansehen wollte und konnte gleich etwas über Peter Paul Wiplingers neue Bücher erfahren und, daß das Appartement in Rom, das das Außenamt den Stipendiaten zur Verfügung stellt, immer noch sehr schäbig ist, habe ich auch gehört.
Dann habe ich dem Verleger meine Bücher gezeigt und bei Walter Baco Kekse genascht, bevor ich zur Kocharena gegangen bin, wo zuerst ein philosophisches Kochbuch vorgestellt wurde und man anschließend Toni Möhrwalds Hasenrücken mit Linsen und roten Rüben auf Salat serviert verkosten konnte.
Danach habe ich Ruth und Robert nicht mehr gesehen und mir allein ein paar Lesungen angehört, zum Beispiel Thomas Raab “Der Metzger sieht rot”, bis der Alfred doch gekommen ist und die Buch-Wien zur Geschichte wurde.
Es war sehr intensiv, ich habe einen Haufen interessanter Erfahungen gemacht, auf einigen Buffets zuviel gegessen und vor, in der nächsten Zeit etwas leiser zu treten. Zu weniger Lesungen gehen, um die Radiosonate bald zu beenden und vielleicht auch im Literaturgeflüster etwas weniger zu berichten. Die Buch-Wien ist vorbei, ich war dabei und bin auch auf der Fotogalerie und im Messe-Blog auf einigen Bildern vetreten (www.lesefestwoche.at) und hoffe sehr auch im nächsten Jahr wieder hinzukommen.
Lange Nacht der rumänischen Literatur
Am Samstag bin ich nicht zur Buch-Wien, sondern ins gute alte Rathaus gepilgert und dort, wo sonst die Buchwoche war, was die meisten, mit denen ich gesprochen habe, bedauern, denn das war doch so schön, es war gratis, man konnte anschließend auf den Christkindlmarkt gehen und Punsch trinken, fand der 3. Alzheimertag mit einem Fachsymposium statt.
Ich habe einen grünen Rucksack voller Werbematerialien nach Hause geschleppt, viel schwerer, als die Buch-Wien Ausbeute und bin noch auf die Mariahilferstraße, um meine zwei Thalia Gutscheine einzulösen.
Danach zwei Stunden geordnet und meine Messeimpressionen in mein Messetagebuch eingetragen, bevor ich zur langen Nacht der rumänischen Literatur ins rumänische Kulturinstitut aufgebrochen bin. Es war mir nicht ganz klar, ob die Veranstaltung zur Lesefestwoche zählt oder nicht, in dem rosa Heftchen habe ich sie nicht gefunden, wenn man im Google die Buch-Wien aufruft, findet man aber das Lesezeichen mit der Ankündigung und auf der Buch-Wien gibts auch viele rumänische Veranstaltungen.
Die Direktorin hat den Messezusammenhang in ihrer Einleitung aber erwähnt und es gab eine deutschsprachige Lesung von fünf rumänischen Autoren und einer Autorin.
Am Anfang habe ich mich fremd gefühlt, weil offenbar nur Rumänen und keine Stammbesucher da waren. Die Texte lagen aber am Büchertisch, die Bücher selber sind zum größten Teil nicht übersetzt.
Der erste Autor, der von Gabriel Kohn eingeleitet wurde, hieß Stefan Agopian und war sehr selbstbewußt.
“Ich habe den Roman mit achtundzwanzig Jahren geschrieben, damals hatten wir eine Diktatur, deshalb mußte ich ein großartiger Schriftsteller werden!”
Als man ihn nach der Handlung fragte, antwortete er “Ich habe keine und Becket auch nicht und er hat trotzdem den Nobelpreis gewonnen.
Dann wurde eine junge Frau vorgestellt, die 1974 geborene Ioana Nicolaie, die einen Roman über Bukarest geschrieben hat und wie Ingo Schulze ihre Erfahrungen vom Übergang der Diktatur in den Kapitalismus schildert. So hat sie tagelang nur Orangenmarmelade gegessen, bis sie davon gerochen hat und sie schreibt auch von seltsamen Birnen, die Avacado heißen.
Vintila Corbul, der von Mircea Vasilescu vorgestellt wurde, scheint schon gestorben zu sein und hat den “Fall von Konstantinopel” beschrieben.
Dann gab es eine Pause, in der ich Helmuth Niederle sah, es aber nicht schaffte, ihn auf das Glavinic Buch anzusprechen, als ich es dann tat, war die Antwort unbefriedigen, denn er hat nichts gewußt, bzw. ist es ihm nicht aufgefallen.
Vorerst ging es weiter mit einem Roman von Horia Ursu mit dem spannenden Titel “Die Belagerung Wiens”, an dem er dreizehn Jahre geschrieben hat und dessen Held den schönen Namen Flavius Tiberius trägt. Es geht um die Schlachtung eines Schweines, hat aber einen Herrn im Publikum sehr erregt. Der Autor meinte, in Klausenburg tragen viele Leute römische Namen und Wien ist eine Metapher, eine Vorstellung des Glücks oder die Sehnsucht nach Mitteleuropa, während Bukarest nicht die wahre Hauptstadt ist, die heißt Klausenburg, was eine intensive Diskussion auslöste.
Auch der nächste Autor kam aus Klausenburg und sprach gut Deutsch, weil er die deutsche Schule besuchte, was der Dolmetscher nicht wußte und Vlad Musatescu hat eine Art Satire geschrieben, in der er selbst vorkommt, sich aber Al Conan Doi in Anspielung an den berühmten Krimischriftsteller nennt.
Es war also interessant, danach gab es ein Abendessen, Krautrouladen mit Polenta, Pilzen und Käse und einen guten Glühwein, wo ich doch bekannte Gesichter entdeckte.
Anna Lindner nämlich, die sich offensichtlich sehr für rumänische Literatur interessiert und eine Stammbesucherin, die ich oft bei Buffets sehe, in der letzten Woche aber nicht.
“Gehen Sie zur Buchmesse?”, habe ich sie gefragt und die gleiche Antwort bekommen.
“Zu teuer und im Rathaus war es schöner!”, während die Veranstalter, wie ich im Buch-Wien-Blog gelesen habe, mit der Besucherzahl zufrieden sind und ich bin es auch, gehe ich ja noch einmal hin.
Buch-Wien und Lesewochesplitter
Als ich Mittwoch nach Haus gekommen bin, habe ich gedacht, daß ich meinen Gutscheinsegen dafür nützen kann, mir bezüglich der Jurysitzung am nächsten Dienstag, die Neuerscheinungen duchzusehen, die liegen dort doch sicher auf und so bin ich Donnerstags bei einer Windstärke von 100 Stundenkilometern losgestartet und es war auch interessant. An den Schulklassen vorbei zu den IG Autoren und dort “Und trotzdem” für Johanna König abgegeben und den Walter Baco gefragt, wie es mit der Litera in Linz so war?
Er hat mich an seinen Stand gebeten, sich für den Tag der Freiheit des Wortes angemeldet und mit mir ein Buch getauscht.
Schwieriger wurde es, als ich versuchte zu einem Kaffee-Gutschein zu kommen, aber schöne Lesungen an den Bühnen, die jeweils an den zwei Seiten aufgebaut waren, die Akustik dröhnte zwar von einer Bühne zu der anderen, so daß das Programm kurzfristig unterbochen werden mußte, aber viel rumänische oder tschechische Literatur vermittelt von Kulturkontakt.
Beim Novum-Stand, wo ich elf meiner inzwischen zwanzig Bücher drucken ließ, gab es schöne Taschen, Attraktion der Schülerinnen. Ich begab mich zum Luftschacht-Stand, um mir Hanno Millesis “Nachzügler” und Stephan Alfares “Meilengewinner” anzusehen. Dort haben mich nacheinander Angelika Reitzer, Helmuth Schönauer und Ruth Aspöck begrüßt.
Dann mußte ich gehen, um rechtzeitig in meiner Praxis zu sein. Die Frau, die mit ihrem Kind zur Diagnostik kommen wollte, hat sich aber sehr verspätet. Dann hatte ich noch zwei Stunden und wollte am Abend ins Sigmund Freud-Museum, um die Booker-Preisträgerin Anne Enright anzuhören, die ich von Frankfurt in guter Einnerung hatte. Ich war aber nicht sicher, ob ich rechtzeitig fertig werden würde. Dann kamen einige Mails von Franz Josef Huainigg vom Ohrenschmaus, der mir mitteilte, daß es Schwierigkeiten mit dem Lyrikpreisträger gäbe. Er hat eine Notentscheidung treffen müssen und hoffe, ich könne mit seiner Entscheidung leben. Ich wollte aber keine Jurybegründung für einen Preisträger schreiben, der gar nicht ausgesucht wurde.
Ich blieb zu Haus und schrieb an einem Mail, in dem ich meinen Unmut schilderte. Jetzt scheint sich alles eingerenkt zu haben. Es gibt keinen Lyrikpreisträger und wir müssen für das nächste Jahr die Ausschreibungsbedingungen besser definieren, damit klar ist, wer als Mensch mit Lernschwierigkeiten gilt und welche Kriterien es für einen Literaturpreis gibt und am Freitag bin ich wieder in den Prater marschiert und habe mir das Buch von Johanna König abgeholt, in dem sie die Bewältigung ihrer Krebserkrankung schildert.
Peter Paul Wiplinger hat sich am Stand gegenüber die E-Books erklären lassen und bei Milena habe ich die Betreuerin verärgert, als ich ihr gesagt habe, daß ich es schade finde, daß das kein reiner Frauenverlag mehr ist.
Ich habe mir Mieze Medusas Buch angesehen, die dann selbst gekommen ist und als ich bei der Edition Roesner in Erich Sedlaks Satiren blätterte, sagte mir die Verlegerin, das ist der Autor, mit dem ich dann ein bißchen Smalltalk betrieb.
Die Verlegerin hat mir einen Kaffee gegeben und Hilde Schmölzer hat mich daran erinnert, daß sie um 3/4 12 aus der Revolte der Frauen liest. Danach ging es zur Kocharena, wo Weißweine aus Südtirol serviert wurden und ein Starkoch Kürbissuppe und Risotto kochte, das man verkosten konnte. Eine Frau, die ich dabei kennenlernte, hat mir erzählt, daß sie die Messekarte bei Radio Wien gewonnen hat.
Beim Podium gab es eine Diskussion übers Lesen mit Michael Krüger, Friedrich Achleitner, Thomas Glavinic und Konrad Paul Liessmann und als ich mich umdrehte, entdeckte ich den Herrn, der mir am Montag versichert hat, daß er sicher nicht in die Buch-Wien geht.
Dann folgte Elke Heidenreich, die berühmte Moderatorin, die ihren Job verlor, weil sie sich Marcel Reich-Ranickys Fernsehkritik angeschlossen hat.
Ich mußte gehen, weil ich eine Stunde hatte, vorher habe ich bei den Thalia-Losen drei Nieten und zweimal das kleine Oetker Backbuch gewonnen.
Am Abend bin ich in das Schauspielhaus, wo Droschl sein dreißigjähriges Bestehen feierte. Dort war die Creme de la Creme der österreichischen Literatur zu finden. Es gab ein tolles Programm, Musik mit Walter Famler am Schlagzeug und den Literats und einige Autorenlesungen, die den Verlag vorstellten.
“Wie werde ich eine Droschl-Postkarte?”, fragten die Autoren. Danach ein noch tolleres Buffet, das wirklich viel und reichlich war.
Cornelia Travnicek habe ich gesehen, die inzwischen auch in ihrem Blog davon berichtet (frautravnicek.wordpress.com), Barbara Fischmuth, Werner Kofler , Bodo Hell und auch das Ehepaar, das ich vor Jahren bei der Schreibwerkstatt der Gewerkschaft kennengelernt habe und die viel Bewunderung erregten, weil sie beim Augustin veröffentlichten. Dann habe ich einen Text der Frau gelesen und in ihm fast wörtlich “Kress” von Christa Stippinger erkannt, mit der sie einen der ersten Max von der Grün-Preise gewonnen hat.
Buch-Wien-Eröffnung
Ab 12 wurde heute das heurige Stadt-Wien-Gratisbuch “Weiter leben” von Ruth Klüger im Messezentrum verteilt.
Ich hatte vor, es abzuholen, da ich am Montag aber auch die Einladung zur Messeeröffnung bekommen habe, habe ich umdisponiert, um nicht sinnlos herumzulaufen, meine fünf Uhr Stunde verschoben, wieder an meinem Roman korrigiert und dann noch einige Messetreffen ausgemacht.
So habe ich Margot Koller ein Mail geschrieben, die ja nach Wien kommen will und an Johanna König gemailt, die Donnerstags um fünf auf der Messe liest und ein Buch über ihre Krebserkrankung geschrieben hat, das mich sehr interessiert.
Dann bin ich losgestartet und hatte wohl die Vorstellung, ich begebe mich jetzt nach Leipzig oder Frankfurt.
Ich war sehr früh daran, bin durch die riesige leere Eingangshalle gegangen, habe auch das Gratisbuch bekommen und dann, ohne daß mich ein Mensch nach meiner Einladung fragte (im Rathaus voriges Jahr war das ganz anders) durch einen Eingang marschiert und plötzlich zwischen ein paar Sesseln und Buchständen gestanden und eine Weile herumgegangen, bis ich kapiert habe, das ist es.
Die Veranstalter und die Eröffnungsredner haben sich aber gefreut, daß alles viel schöner und viel größer als im Rathaus ist und da ich die totale Nutznießerin der Veranstaltung bin, wünsche ich den Organisatoren auch alles Gute und viel Erfolg!
Iliya Trojanov hat in seiner Eröffnungsrede nach dem Bundespräsidenten und der Frau Minister von einem Gedächtnisgreis gesprochen, der in der Berggasse nahe dem Freud-Museum die Obdachlosenzeitung Augustin verkauft und weil er die schon hatte, ihm für gute Wünsche und Brennesseltee vier Sternstunden der Geschichte überlassen hat, so daß er von dem Mohr erzählen konnte, der dem Fürsten Liechtenstein untertan war, sowie den Herren Karadzic und Kopitar, die im Wiener Gasthof weißer Wolf im Jahre 1814 die serbokroatische Sprache begündeten.
Dann gab es noch die Geschichte vom Fräulein Doktor Druskowitz , die als erste Östereicherin und zweite Frau in Zürich promovierte, aber leider 1918 in einer Nervenheilanstalt verstorben ist, weil sie durch zu männliches Verhalten aufgefallen ist.
Dann erschien der wiederauferstandene Casanova, der ein Plädoyer für den Urheberschutz hielt und Stalin und seine Gedenktafel an dem Haus in der Schönbrunner Schloßstraße kamen ebenfalls noch vor.
Glücks- oder Unglücksmomente Österreichs zur Buchmessen Eröffnung. Danach der Messerundgang, Fingerfood und Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster in der Kochbucharena und natürlich Prominentenschauen.
Elfriede Haslehner war da, die sich über meine Anwesenheit wunderte und Ruth Aspöck, die die Frau von Fritz Verzetnitsch erfreut begrüßte und gleich verschwand. Ditha Brickwell beim Wieser Stand, wo es wieder frisch heruntergeschnittenen Schinken gab und außer den üblichen österreichischen Ständen auch einige aus Osteuropa, ein paar deutsche Gemeinschaftsstände habe ich auch gesehen.
So daß ich zwei Stunden später zwei doch recht schwere Säcke vom Prater nach Hause schleppte und obwohl ich schon viel gesehen habe, werde ich morgen, Freitag und am Sonntag meine Gutscheine brav einlösen und bin auf das Weitere gespannt.
Lesewoche-Eröffnungsfest
Das hätte ich beinah versäumt, obwohl ich das kleine rosa Programmheftchen der Buch Wien schon am 24. Oktober, als ich von der Allgemeinen Unfallversicherung nach Haus gegangen bin, aus einer Buchhandlung mitgenommen habe. Hätte mir nicht Ingrid Posch von Alfreds Wandergruppe, die bei meinem Fest gewesen ist, vorigen Montag ein Mail geschickt und mich dazu eingeladen. Denn eigentlich hatte ich das Programm der Lesefestwoche ziemlich ignoriert. Einige Veranstaltungen, wie die zur langen Nacht der rumänischen Literatur und des Droschl Verlagsfestes, sowie die Ausgabe des Ruth Klüger Gratisbuches habe ich mir zwar vorgemerkt, aber meine ursprüngliche Idee, bei den IG Autoren oder dem Hauptverbandes des Buchhandels nachzufragen, ob sie mir nicht eine Gratiskarte geben könnten, habe ich aufgegeben, als ich herausbekommen habe, daß man, wenn man 3x über 8 Euro kauft, die Messe um nur 2 Euro fünfzig besuchen kann.
Dann kam die Einladung von Ingrid Posch und die Mitteilung, daß ihre Tochter zu dem jungen Organisatorenteam gehört und ich habe angefragt, ob ich eine Gratiskarte haben kann und eine Woche nichts davon gehört. Inzwischen war die Literatur der Ukraine und eine Mutter, deren Tochter mit Anna in der Rahlgasse war, die ich öfter bei literarischen Veranstaltungen treffe, hat mir gesagt, daß sie gern zur Buchwocheneröffnung gehen würde, weil sie die Festrede von Ilija Trojanow hören will.
Ich hatte inzwischen einen zweiten Bücherpaß gestempelt, weil mir Alfred bei Anna Jeller auch Alina Bronskys Scherbenpark kaufte und fand, als ich von der Literatur der Ukraine nach Hause gekommen und meinen Blog geschrieben habe, sowohl ein Mail von Ingrid Posch als auch von ihrer Tochter vor.
Ich bekomme Gutscheine für die Buch Wien, sechs Stück sogar, was meine Pläne etwas durcheinanderbringt, denn Donnerstag und Freitag habe ich am Nachmittag Stunden und am Samstag ist im Rathaus Alzheimertag und da habe ich mich zum Fachsymposium angemeldet. Ich habe also Ruth Aspöck angerufen und mich mit ihr und Robert zum Messebesuch am Sonntag verabredet und bin, nachdem die neuen GAV-Nachrichten und die ersten Anmeldungen zum Tag der Freiheit des Wortes gekommen sind, zur Eröffnung der Lesefestwoche ins Mueseumsquartier gegangen.
Und die war festlich, die üblichen Stammbesucher, die mich mehr oder weniger ignorierten, aber auch Alexandra Millner, Herr Lindner und der etwas streitbare Herr, den ich von den Widerstandslesungen des Jahrs 2000 kenne, der mich nicht ganz ernst zu nehmen scheint.
Eleonore Zuzak ist mit ihrem Bruder gekommen und hat bedauert, daß sie sich angemeldet hat, obwohl in dem Programmheftchen etwas von freiem Eintritt stand. Ich saß vorne in der dritten Reihe und konnte, da ich früh daran war, den Eintritt der Prominenz beobachten. Dann folgten die Eröffnungsreden. Thomas Maurer führte durch das Programm und das war lustig launig.
Olga Flor hat aus ihrem Kollateralschaden von einer inkontinenten Frau gelesen, dann folgten Andrea Dusl und Thomas Glavinic, der nicht aus dem roten Licht, sondern aus dem letzten Roman las und sich immer wieder auf den Moderator bezog, dann schloß sich der Vorhang und Thomas Maurer merkte launig an, daß jetzt einer der dreißig Anwesenden lesen könne, der sicher einen unveröffentlichten Roman dabei hätte, dann öffnete sich schon der Vorhang, man konnte die Seiten wechseln und das Buffet genießen, bevor es auf der anderen Seite weiterging.
Drei der eingeflogenen Ukrainer haben gelesen, Andrey Kurkow, Juri Andruchowytsch und Askold Melnyczuk, der Amerikaner ist und auf Englisch las.
Kathi Posch hat mir die Gutscheine übergeben und Einladungen für die Eröffnung lagen am Pressetisch. Es gab auch einen Büchertisch und Alexander Potyka und Manfred Maurer haben darauf hingewiesen und ich habe Anni Bürkl gemailt, daß ich sie auf der Buch-Wien treffen kann, weil sie sich dort, wie sie in ihrem Blog beschreibt, aufhalten will.
Am Mittwoch wird das Gratisbuch vergeben und eigentlich wollte ich am Abend am Galeriespaziergang teilnehmen, jetzt habe ich mich für die Eröffnung angemeldet und bin gespannt, wie es werden wird, aber auch ein bißchen deprimiert.
Ukrainisches Wochenende
Dieses Wochenende wieder voll literarisch unterwegs mit der Literatur im Herbst, der alten Schmiede, die schon Freitag Abend losgegangen ist. Aber da habe ich im Palais Niederösterreich Bücher geschnorrt, also erst ab Samstag Nachmittag, aber dafür voll durch.
Die Literatur im Herbst ist ja äußerst interessant, wird da meist ein osteuropäisches Land, Griechenland und die Türkei waren auch schon dabei, vorgestellt und man bekommt Texte und Autoren zu hören, zu denen man sonst keine Gelegenheit hat.
Ich bin zwar erst vor einigen Jahren eingestiegen, damals war Bulgarien das Gastland, weil es meistens an meinem Geburtstagswochenende stattfand, die von Walter Famler mit seinen Ko-Kuratoren organisierte Veranstaltung ist aber ein echtes Gustostück zum Erweitern des literarischen Horizonts und Hinausschauen über den Tellerrand.
Diesmal also Ukrainie und da war ich weniger unbedarft, als bei anderen Länderschwerpunkten, denn es gab schon vor zwei Jahren eine Veranstaltungsreihe von Kulturkontakt und von Andrej Kurkow, mit dem ich mich damals am Karlsplatz sogar intensiv unterhalten habe, habe ich auch “Picknick auf dem Eis” gelesen und für Thalia besprochen.
Die ukrainische Literatur war mir also nicht so unbekannt, sondern ist bei mir durch die orange Revolution als sehr aktiv eingespeichert.
Es gibt aber auch einen anderen Aspekt der Ukraine, nämlich Czernowitz mit Josef Burg und den K. u. K. Pflastersteinen, die es auch Lemberg geben soll. Aber das habe ich immer als zwei paar Schuhe voneinander getrennt.
Diese Veranstaltung hat beides zusammengebracht. Und so ist Erich Klein in seiner Eröffnungsrede, von der K. u. K. Monarchie und dem Kaiser Franz Josef ausgegangen, was ich nicht erwartet habe, aber natürlich gehört es dazu und so sind die jungen Poetry Slammer, Jury Andruchowytsch und Andrej Kurkow, von dem oben Erwähnten auch nicht zu trennen.
Gestern ist es mit einer alten Ex-Kommunistin losgegangen, die in Moskau in die Schule ging und Wassili Grossmann übersetzte, der zwei Stalingrad-Romane geschrieben hat, bei Stalin aber in Ungnade fiel und so erst spät herauskam. Dann kam die Übersetzerin von Bruno Schulz “Zimtläden” und auch der Büchertisch war sehr vielfältig bestückt.
Dann hat schon Andrej Kurkow aus “Herbstfeuer” gelesen, wo eine alte Dame ihren Gatten verbrennt, weil sie ihn in ihrer beiderseitigen Sprachlosigkeit zufällig erschlagen hat, dann folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema “Ukraine-Zentrum Europas?”, wo zwar auch der 12. November hineinschwirrte, aber einige interessante Themen zur Sprache kamen, von den Kindern nämlich, die mit viel Geld alleine aufwachsen, weil die Eltern Gastarbeiter sind und der großen Eurohoffnung, aber auch die ukrainische Zweisprachigkeit. Interessant ist auch, daß viele der eingeladenen Autoren Germanistik studiert haben, bzw. gut Deutsch können.
Dann kam der zweite Star des Abends, nämlich Juri Andruchowytsch mit seinem neuen Roman, der auch in Frankfurt vorgestellt wurde und für mich besonders interessant, eine Nachempfindung seiner legendären Performance Gruppe “Bu-Ba-Bu”, sowas wie ukrainischer Poetry Slam, von dem ich gar nicht wußte, daß es das gibt.
Heute ging es an einem besonders schönen Ort weiter, nämlich am Brigittenauer Sporn, wo der Donaukanal beginnt, mit einer Präsentation des Buches “Graue Donau – schwarzes Meer”, bei der auch der Serbe Dragan Velikic und der Rumäne Mircea Catarescu teilnehmen sollten und mich an meine Donauradfahrt von Ybbs bis Regensburg mit Ruth Aspöcks “Edition die Donau hinunter” vor eineinhalb Jahren erinnert hat.
Es war aber auch ein schöner Spaziergang bei sehr schönem Herbstwetter am Donaukanal mit einer Führung durch die “Via Donau” und einem Buffet mit Canapes und wundervollen Torten der Konditorei Oberlaa.
Danach zurück ins Odeon, da las Claudia Erdheim weiter, die auch nicht unbedingt eine ukrainische Autorin ist, aber mit ihrem Roman “Längst nicht mehr koscher”, ihre Familengeschichte beschrieben hat. Dann gab es noch Gedichte und zum Schluß, als Special Guest, Mircea Catarescu, weil Erich Klein ein noch umfassenderes Konzept verfolgte, aus dem dann nichts geworden ist.
In die weite Welt des Palais Niederösterreich
Gestern gab es keine Eintragung, weil literarisch nichts los war, “nur” eine Einladung zur Ausstellungseröffnung “George Braque” im Bank Austria Forum. Das erste Mal, daß ich diesbezüglich eine Einladung erhielt. Ich weiß auch nicht, wem ich sie zu verdanken habe, meinem Bankfreund Reinhold Rheden oder der Tatsache, daß ich mich gelegentlich bei Gewinnspielen der Bank Austria beteilige und schon die ganze Edition “Zwei” – Wiesers zweisprachige Reihe zur osteuroäischen Literatur, eine Milena Krimi-Anthologie und eine Führung in die Schütte-Lihotzky Ausstellung gewonnen habe. Oder aber, weil es sehr voll war und es offenbar zwei Arten von Einladungskarten gab, infolge der Bankenkrise, die Empfängerkartei erweitert worden war?
Es war jedenfalls sehr festlich, mit Fernsehkameras, Peter Weck und Bundespräsidenten und auch sehr interessant, denn ich habe von dem Picasso-Freund und Weggefährten noch nie etwas gehört, weil er offenbar nur selten ausgestellt wird und in Österreich noch nicht zu sehen war. Und am Eingang standen junge Mädchen, die die kleinen Büchlein mit dem Buch-Wien Lesefestwochenprogramms verteilten.
Am Freitag wurde es auch wieder literarisch. Ich habe am stundenfreien Vormittag korrigiert und bei den Nanowrimo-Writern herumgegooglet und einen Blog gefunden, der Cornelia Travniceks neuem Buch alles beste wünscht.
Kauft “Die Asche meiner Schwester”, rät der Blogger, der auch empfiehlt, nett zu den Schriftstellern zu sein, die damit leben müssen, die Flut der unverständlichen Absagebriefe zu ertragen (schriftstellerwerden.blogspot.com) und ich hatte ja eine Einladung zu der Verleihung der Hans-Weigel-Literaturstipendien, der Hans Weigel Buchpräsentation, sowie zur Travnicek-Lesung und dem philosophischen Salon, zu dem ich mich schon angemeldet hatte, abgesagt und bin in das Palais Niederösterreich in die Herrengasse gegangen.
Es war sehr voll und bin wegen meiner letzten Stunde wieder etwas zu spät gekommen und sah zwei Reihen vor mir meinen lieben Hausgenossen Josef Fröhlich mit Partnerin sitzen, hab ihn aber beim Buffet nicht mehr gesehen, um das sich alle drängten und die Brötchen und die Wurstsemmeln waren auch bald weg.
Ich bin herumgegangen, habe die Bekannten begrüßt und mit denen geredet, die mit mir Smalltalk treiben wollten. Cornelia Travnicek habe ich ebenfalls nicht mehr gesehen und den Namen der einen Stipendiatin nicht recht verstanden gehabt.
Gabriele Ecker von der Kulturabteilung NÖ, bei der ich vor Jahren einmal in St. Pölten eine Frauenlesung veranstaltet habe, hat ihn mir auf Anfrage genannt und ich habe, von einem Glas Wein ermutigt, überlegt, wie ich ihr sagen soll, daß ich “Die Asche meiner Schwester” gerne lesen will.
Dine Petrik hat mich schon vorher angesprochen und ich habe auch mit Gabriele Petricek geplaudert, ihr meine Bücher gezeigt und von meinen Blog erzählt.
“Das lese ich nicht gerne!”, hat sie mir gesagt. Es ist aber sehr interessant, auch wenn es Zeit kostet und eine manchmal weg vom Schreiben bringt.
Ich bin nach einer weiteren Runde am Prominententisch mit der Lektorin, Peter Paul Wiplinger und Sascha Manowicz und den Autorinnen gestanden und habe zögernd mein Anliegen herausgestottert.
“Gebe ich Ihnen gerne”, hat Gabriele Ecker gleich gesagt und jetzt habe ich den neuen Travnicek-Roman und kann ihn, wenn ich ihn gelesen habe, im Literaturgeflüster besprechen. Was allerdings noch dauern wird, habe ich doch gerade mit dem Uwe Tellkamp begonnen und das ist ja ein umfangreiches Buch und literarisch ist an diesem Wochenende und in den nächsten Wochen bis zur Buch-Wien viel los.
Frauensicht
Am Dienstag bin ich bei zwei Veranstaltungen mit zwei herausragenden Buffets gewesen, bei denen ich mich jeweils überfressen habe und dazwischen zwei Stunden bei Thalia auf der Landstraße in den Neuerscheinungen herumgeblättert. Andrea Winkler, Eva Rossmann, Uwe Bolius, aber auch Ludwigshöhe von Hans Pleschinsky.
Bei der Festveranstaltung im Haus der Industrie, der Plattform gegen Gewalt gabs Literaturgespräche mit Psychotherapiekolleginnen und einen Buchverkauf und am Mittwoch war die Frauenlesung, in der Galerie Heinrich anläßlich der Literaturtage im November, die Edith Waclawicek, eine pensionierte Bibliothekarin und Mitglied des Schriftstellerverbands, seit einigen Jahren in der Goldschmiede veranstaltet.
Judith Gruber-Rizy organisiert dort die Frauensichten. Diesmal auf Vergangenheiten und so habe ich am 12. November die “In der roten Bar” genannte Nora-Szene aus der “Radiosonate”, in der es sowohl um den 12. März 1938, als auch um die Konfrontation zweier Altachtundsechziger mit einer sogenannten Zeitzeugin in der Spielbar des Volkstheaters geht, noch einmal gelesen.
Die Frauensichten waren aber all umspannender.
Marlen Schachinger, die gar nicht angekündigt war, hat ein Stück aus ihrem Roman “Nur du allein” gelesen, der mich aus gegebenem Anlaß sehr interessiert.
Monika Giller, das neue GAV-Mitglied, ist mit ihrem gekürzten Medea-Monolog weit in die Vergangenheit zurückgegangen, während sich Hilde Schmölzers Vaterhaus und Judith Gruber-Rizys Rosa Szenen thematisch um das dritte Reich, sowie die Nachkriegszeit ansiedelten.
Bruni Langthaler hat aus ihrem neuen Buch gelesen und Elfriede Haslehner hat sich an den Tagebuchtag angelehnt und ein paar Eintragungen um eine gescheiterte Beziehung der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts hervorgeholt.
Spannend also und diesmal gut geheizt. Im letzten Jahr hab ich, glaube ich, sehr gefroren, aber Hilde Schmölzer hat den Veranstaltern am Nachmittag sehr eingeheizt, so daß es warm war und es gab auch ein paar Zuhörer.
Zwar nicht besonders viele, denn es waren ja sehr viele Konkurrenzveranstaltungen. So hat Christa Kern im Lesetheater bei einem Schnitzler-Abend mitgemacht und im Literaturhaus war der monatliche Abend des Schriftstellerverbandes. Dine Petrik ist trotzdem gekommen, auch Iris Franc mit einer ehemaligen Untermieterin, die mir die “Hierarchien” abkaufte und Otto Lambauer, der Literaturexperte und Bücherkäufer.
Diesmal gab es als Honorarersatz eine Flasche Wein, was die schreibende Frau natürlich freut, nicht ganz umsonst zu lesen und nach der Lesung sind wir noch im Gastraum zusammengesessen.
Klatsch und Tratsch und einige Interna, zuerst im größeren Kreis, dann mit Alfred und Otto Lambauer, wo die neuesten Infos vom Ohrenschmaus, dem Literaturpreis für Menschen mit Lernbehinderungen, der bald vergeben wird, besprochen wurden.
Denn es gibt ja Überschneidungen. Barbara Rett ist in der Ohrenschmaus Jury und hat im Haus der Industrie Dienstags die Auktion moderiert und Manuel Gras, der Sohn einer Psychologenkollegin, die ich dort getroffen habe, hat drei seiner Werke zur Verfügung gestellt. Danach sind wir mit dem Bus nach Hause gefahren und haben Susanne Schneider, die zweite neue GAV-Kollegin getroffen, die gerade von der Lesetheater- Veranstaltung gekommen ist, so daß wir noch ein bißchen über Literatur geplaudert haben.
Geld oder Leben
Jetzt habe ich die Erzählung oder Kurzroman von Birgit Vanderbeke doch ausgelesen.
Ich habe vor Jahren einmal im Radio Kulturcafe die Besprechung in der literarischen Soiree gehört. Da ist das Buch aber nicht gut angekommen, dann habe ich es voriges Jahr beim Buchkultur Quiz bei “Rund um die Burg” als letztes Buch gewonnen, als ich von der Marathonveranstaltung herausgekommen bin.
Jetzt habe ich es gelesen und schon erwähnt, daß mir der schnodderige Ton, in dem ein Kind der Siebzigerjahre locker von den Glücksansprüchen des Kaptalismus schreibt, von Vätern die mit Sprühsahne ihr Geld verdienen, in der Fabrikssiedlung zu Führungskräften aufsteigen und sich keine billigen Schuhe mehr leisten können, bis sie zu ihren Mändis nach Amerika verschwinden, die Kinder an der Uni die Basisdemokratie studieren, vor der die Väter ursprünglich gewarnt haben, um sie doch hinzutreiben, man die Uhren ins Pfandhaus bringt und sich auf der Bank nach Sparbüchern mit sieben Mark fünfzig Einlage erkundigt, weil der kleine Bruder das Geld der unbedarften Schwester nach Amerika vertelefoniert, die dann mit ihrem Hänschen, die Pullover für Söhnchen Mascha selber strickt und Pilze sammeln geht, der sich schließlich auch nur Markenschokolade wünscht und Kabelfernsehen konsumiert, während man sich am Ende der Geldvermehrung wieder an die Großmutter im Osten erinnert, die an Pfifferlinge und Hüte glaubte, sehr gefallen hat und jetzt, ein paar Jahrzehnte später in unserer Kapitalismuskrise erhält das Buch noch eine ganz besondere Aktualität.
Das Muschelessen, das ich als nächstes lesen wollte, werde ich vorläufig aufschieben und mich gleich an den Uwe Tellkamp machen.
Und dann habe ich es heute amtlich bestätigt bekommen. Die Edition Gallitzin ist eine Fiktion, was ich für eine interessante Idee für einen Glavinic Roman oder auch eine eigene Erzählung über den Literaturbetrieb, der mich ja immerwährend fasziniert, halte, über ein Buch zu schreiben, das einen Preis gewinnt, obwohl es gar nicht existiert.
Ansonsten hat mir Ingrid Posch gemailt, daß ihre Tochter Kathi die Buch-Wien organisiert und uns zu der Eröffnung des Lesefestes nächsten Montag ins Museumsquartier eigeladen, was mich daran erinnert hat, daß ich mich ursprünglich an den Hauptverband des Buchhandels oder die IG Autoren wenden wollte, um nachzufragen, ob ich eine Gratiskarte haben kann (ich schreibe auch in meinem Blog darüber), dann habe ich es gelassen.
Alfred hat mir den Bücherpass abgestempelt und ich habe mir gedacht, daß wir am Sonntag, der für den Messebesuch in Frage kommt, nach Harland fahren werden. Jetzt habe ich bei der Ingrid vorsichtig angefragt.
Es ist aber auch egal, weiß ich ja ohnehin schon eine ganze Menge über die österreichischen und die anderen Neuerscheinungen.
Und heute bin ich in die Eröffnung der Lederleithner Adventaustellung, statt in die alte Schmiede gegangen. Glühwein, Mandarinen, Lebkuchen und Maroni hat es dort gegeben. Die Maroni waren köstlich, nur so knapp angeschnitten, daß ich mir beim Öffnen die Finger blutig geritzt habe, was auch ein wunderschöner makaber-masochistischer Romaneinfall sein kann.
Geteiltes Wochenende
Dieses Wochenende also wieder sehr viel los, wie meist um meinen Geburtstag. Da hetzte ich meistens zwischen der Exil-Literatur, der Literatur im Herbst, meinem Fest und einer Weinverkostung hin- und her und mußte auslassen bzw. splitten.
So auch heuer. Zwar gibt es die Weinverkostung des Herrn Fischer nicht mehr und die Literatur der Ukraine findet erst nächste Woche statt. Dafür gab es dieses Wochenende zu den Exil-Preisen die Erich Fried Tage.
Von der Jurorenlesung der Edition Exil im Literaturhaus am Donnerstag habe ich schon berichtet. Da waren zwar nicht viele Zuhörer, trotzdem habe ich es stark erlebt und interessante Gespräche gehabt. Am Freitag war mein Fest und den darauffolgenden Samstag bin ich lang im Bett geblieben und habe mir, neben der geschenkt bekommenen Literatur, beispielsweise dem Bösen Wien, die Radio-Sonate vorgenommen und bin am Abend ins Amerlinghaus gegangen und nicht ins Literaturhaus, wo Katja Lange-Müller, die heurige Alleinjurorin, aus ihren “Bösen Schafen” gelesen hat.
Aber im Amerlinghaus gab es, das wußte ich aus Erfahrung, ein tolles Buffet, gesponsert vom Amerlingtbeisel, türkische Vorspeisen, Reis mit Hühnercurry bzw. Kichererbsen und sehr süßes Baklawa, von dem ich dann die Nacht nicht schlafen konnte, während ich die Bachmannpreisträgerin von 1986 schon im Frühjahr in der Hauptbücherei erlebt habe.
Da wurde eine Anthologie mit den literarischen Debuts vorgestellt und Alfred hat mich hingeschickt, die Bösen Schafe signieren zu lassen, um sie Ute Hundertmark zu schenken, als wir mit ihr mit dem Rad nach Passau fuhren.
Es war ein intensiver Abend und ein interessantes Gespräch mit Doron Rabinovici und Katja Lange-Müller, die viel von ihrem Studium am Johannes R. Becher Literaturinstiut erzählte und die bösen Schafe sind mir bekannt, seit vor beinah einem Jahr die Sendung Les.Art im Literaturhaus aufgenommen wurde und Christa Nebenführ, die vor mir saß, als erste die Preisfrage herausbrüllte und das Buch gewonnen hat.
Also trotz Alfreds tollen Buffet gestern ins Amerlinghaus marschiert und es war auch interessant. Die Textproben der meist sehr jungen Teilnehmer, die meist aus dem ehemaligen Jugoslawien stammten und zum Teil sehr selbstbewußt und rotzfrech auftraten.
Als ich mit meinem gefüllten Teller auf der Suche nach Alfred war, der sich mit der Frau eines Kulturbeamten unterhalten hat, deren Tochter mit Anna in die Schule ging, sagte er mir, da drinnen ist die Konkurrenz und hat die Silvia Bartl gemeint, die offenbar mit Lale Rodgarkia-Dara befreundet ist und die ich auch als sehr aufgeschlossen erlebt und schon an anderen Literatur-Orten getroffen habe. Das Literaturhaus wird schon nicht leer gewesen sein und wenn, ist es nicht mein Problem und nach dem Buffet gab es noch eine Life Performance mit dem Preisträgertext im Hof. Ich habe einige Bekannte getroffen und bin heute ins Literaturhaus zu der Preisverleihung der Erich Fried Tage gegangen, was auch eine sehr interessante Veranstaltung ist. Vor einem Jahr hat Peter Waterhouse den Preis bekommen und ich habe Heinz Lunzer auf meine nicht gestattete Veranstaltung angesprochen. Jetzt war Heinz Lunzer zwar anwesend, aber schon im Ruhestand. Es gab eine Menge Gratisbücher und als ich die auf meinen Platz deponierte, hat mich eine Stammbesucherin angepflaumt und mich beschuldigt, daß ich ihre Handtasche verstellt hätte.
Den Preis hat Katja Lange-Müller an Alois Hotschnig vergeben und ich fand, sowohl ihre Laudatio, als auch seine Lesung, bei der er sich auf Erich Fried bezog, sehr interessant. Ich habe auch ein Buch von ihm, das ich noch lesen muß, den Erzählband “Die Kinder beunruhigte das nicht”, das Alfred bei einer “Rund um die Burg”- Veranstaltung gewonnen hat, obwohl ich Erzählungen nicht so gerne lese, sondern lang ausschweifende Romane bevorzuge, aber Katja Lange- Müller hat gerade diese Form besonders gelobt. Danach war es nicht so konfliktbeladen, wie im vorigen Jahr, obwohl ich, als ich die Bibliothek betreten wollte, als erstes Silvia Bartl sah. Es gab aber einige Besucher, die sich mit mir unterhielten, eine bildende Künstlerin hat mich sogar angesprochen. Eleonore Zuzak klagte, daß am Mittwoch sowohl die Frauenlesung in der Galerie Heinrich, als auch die Monatslesung des österreichischen Schriftstellerverbandes ist.
Es gibt sehr viele Literaturveranstaltungen, das finde ich fein und jetzt ist es schon finster, obwohl ich noch im Garten das Laub wegrechen und mit Alfred den üblichen Sonntagsspaziergang auf die Sophienalpe machen wollte.









