Wochenende mit Doris Kloimstein und Ruth Aspöck

Die letzten Wochen waren ja sehr intensiv, so ist am zwanzigsten April mein Computer eingebrochen und seither blogge ich auf dem von Alfred und kann nicht in meine Texte hinein, kann meine Bücher nicht einordnen, keine Rechnungen schreiben und auch das Buch mit Peter Gstöttmaiers Texten mit denen ich mich ja beschäftigen soll, nicht lektorieren.

So stapeln sich am Harlander Schreibtisch schon Bücherberge und die Leipzig-Mitbringseln und am Donnerstag nach dem mein Computer nicht mehr ging, sind wir nach Krems zur “Literatur und Wein” gefahren.

Dann hat mir der Alfred seinen Computer zum Bloggen überlassen. Ich habe abgerechnet und wir sind nach Leipzig gefahren, wo es, da ja Österreich Gastland war, sehr intensiv zuging.

Zum Lesen bin ich in den letzten drei Wochen daher nicht viel gekommen, habe da gerade nur Angela Steidels “Aufklärung” ausgelesen und jetzt Carlo Emilio “Die grässliche Bescherung in der der Via Merulana”.

Vom Leipzip zurückgekehrt am ersten Mai habe ich dann einen Tag durchgearbeitet. Am dritten Mai gab es die “Dichterin feiert Dichterin Lesung” im Rathaus.

Dann begannen schon die Feiern zu “Fünfzig Jahren GAV” und die “Krit Lit”, wo ich sogar ein Stückchen aus meinen “Sozialen Kreditsystem” lesen konnte, gab es auch.

Dazwischen habe ich meinen Computer zurückbekommen, der gerade zwei oder drei Tage gehalten hat, bis er wieder seinen Geist aufgab. Jetzt soll ich einen Neuen bekommen und in der letzten Woche ist es wieder mit dem ganz normalen Literaturprogramm sprich “Alte Schmiede” mit dem Dichterloh-Festival”, der “Gesellschaft für Literatur” und dem Literaturhaus weitergegangen und da habe ich am Freitag nach dreizehn Jahren wieder beim “Tag der Freiheit des Wortes” den ich acht Jahre lang organisiert habe, gelesen.

Deshalb sind wir nach drei Wochen erst wieder am Samstag Vormittag nach Harland gefahren, dort die Anna und die Lia besucht, die gleich das Muttertagsgedicht, das sie im Kindergarten lernte, vorgesungen hat. Ich bin mit dem Rad auf den Markt gefahren, um dort Doris Kloimstein zu treffen, wie wir das ja regelmäßig tun, wenn wir am Wochenende in Harland sind.

Diesmal aber schon länger nicht, denn zu Ostern war sie nicht da oder ist es sich nicht ausgegangen. So habe ich ihr das “Flasar-Buch”, das ich ihr versprochen habe, erst jetzt geben können, sowie die Leseprobe von “Putin im Wartezimmer” und meine zwei letzten Bücher, die sie schon lange haben wollte. Und da beim Käsekrainer und Prosecco waren wir von der FPÖ “unzigelt, das heißt von vier Aktivisten in den blauen Jacken, die Bier tranken und “bärenstarke Gummibärchen” und “Heimat-Taler” zum Muttertag austeilten, die ich gleich fragen konnte, wie es jetzt mit der Covid-Aufarbeitung, die ja die schwarz-blaue NÖ-Regierung versprochen hat, ist?

“Leider schwierig!”, haben die mir geantwortet, denn da gibt es ja den Widerstand dagegen, habe ich mir aber ohnehin nicht wirklich erwartet, stattdessen für die kleine Lia ein “Muttertags-Ischler” gekauft, das sie ihrer Mama mit Gesang oder auch ohne überreichen konnte und dann nach Harland zurückgefahren.

Im Bücherschrank beim Bootshaus, wo ich jetzt immer Station mache, gab es eine Menge Kinderbücher und die kleine Lia ist dann auch gekommen, hat die Schokolade-Lade ausgeräumt und die alten Spielsachen von der Anna, die in der Küche von Alfred Großmutter lagern und ich war etwas blockiert und gehandicapt, weil eigentlich wollte ich ja mein Nachwort für das Gstöttmeier-Buch schreiben und als mir der Alfred den Ordner dann geöffnet hat, hatte ich keine Texte und keine Unterlagen und bin also mit der “Via Merulana” in die Badewanne gegangen.

Dort habe ich das Buch Sonntag früh ausgelesen, dann noch einmal die Anna und die Lia besucht, den “Muttertags-Muffin” von der Anna hatte ich schon zum Frühstück mit einem Glas Sekt Orange gegessen und dann sind wir nach Wien gefahren, denn der Alfred hatte Karten für die Kammerspiele, wo es die “Drei Groschenoper” gab, besorgt und die Ruth dazu eingeladen, weil die uns, um den Silvester auch ins Theater eingeladen hat.

Also ein intensives Wochenende mit meinen zwei literarischen Freundinnen, von der Doris Kloimstein, die ja ein engagiertes Pen-Mitglied ist zu der Ruth, die sich im GAV-Vorstand engagiert und die “Drei Groschenoper” ist auch ein Stück, das eigentlich genau in Zeiten wie diesen, wo man immer hört, daß sich die Leute die Butter auf das Brot nicht mehr leisten können, während vor einer Woche in London Millionen für die Krönung des Kings Charles, der mit einer goldenen Kutsche und einer großen Krone angefahren gab, ausgegeben wurden, denn in der Bettleroper geht es auch, um eine Krönung. Zwar um die der Queen Viktoria. Aber eine Dame mit rosa Kleid und rosa Hut, die freundlich in die szene winkte, ist da plöthzlich aufgetaucht und das Publikum schrie “Schau die Königin!”, war natürlich keine echte und eine Krönung hat auch nicht stattgefunden.

Aber ein sehr literarisches Wochenende mit meinen zwei literarischen Freundinnen und Wegbegleiterinnen. Jetzt erwarten mich noch drei intensive Praxistage und ein Literaturfestival Dann geht es zwei Wochen lang mit den Rad den Main entlang oder hinunter. Danach habe ich hoffentlich meinen neuen Computer und kann weiter meine Texte schreiben und meine Bücher fertig machen.

Zum Jahresausklang ins Theater

Ich bin ja kein richtiger Theatertyp, beziehungsweise gehe ich nur selten dorthin. In meiner Studentenzeit ging ich regelmäßig in die Oper. Bezüglich Theater kann ich mich an einige Prof Bernhardi Aufführunggen erinnern, die mich sehr beeidruckt haben, ansonsten liegt mir das Dramatische, wie wahrscheinlich auch das Dialogschreiben nicht besonders und wenn ich Theaterstücke in den Bücherschränken finde, lege ich sie meistens zurück.

Ich habe zwar mit Stephan Teichgraber, als es das noch ausschrieb, ein Theaterworkshop gemacht, sonst bin ich meistens nur im Theater, wenn dort Lesungen stattfinden. Aber für heute habe ich von der Ruth eine Theaterkarte geschenkt bekommen. Das heißt, ich hätte mit ihr in die Kammerspiele gehen sollen und morgen hätten wir sie zum Jahresausklang zu Mittag treffen sollen. Dann ist sie aber krank geworden und sie hat ihre Karte an den Alfred weitergegeben.

Das sind jetzt sehr viele Leute und außer Grippe geht auch noch das Corona-Virus herum, obwohl die Pandemie von Prof Drosten inzwischen für beendet erklärt wurde und in China, die Zero Covid Politik gescheitert ist, so daß das Virus dort jetzt wild herumgeht, das Gesundheitssystem und die Wirtschaft sind kaputt, der Silvesterpfad wird aber aufgebaut und in den Wiener Öffis muß man nach wie vor Maskee tragen.

Also ganz schön absurd, was wir da die letzten drei Jahre erlebt haben und die Theaterkarte, die mir die Ruth gegeben hat, betrifft das Stück die Zeige oder wer ist Sylvia” des amerikanischen Dramtikers Edward Albee, der 2016 gestorben ist und sich immer zu seiner Homosexxualität bekannt hat.

Ich habe von den den Stück schon etwas gehört, es aber eher für einen lustigen Schwank gehalten und war ziemlich sicher, daß es mir nicht gefallen wird, da ich mit dem Humor und der Ironie nicht sehr viel anfange, habe mich da aber wieder einmal getäuscht, denn das Stück ist wahrscheinlich eher mit Thomas Bernhard zu vergleichen, aber eines das ich, obwohl die meist älteren Leute, um mich herum, tatsächlich sehr gelacht haben, überhaupt nicht lustig gefunden habe und mich in Zeiten, wie diesen, der Cancel Culture, wo Winnetou verboten wird und in Büchern und Filmen Triigerwarnungen ausgesprochen werden, wenn das Stück die Gefühle anderer verletzen kann, darüber gewundert, aber im Jahr 2002 wo das Stück in New York uraufgeführjt wurde, konnte man sich offensichtich ungestraft über die Scheinmoral der besseren Gesellschaft lustig machen.

Geht es da ja um ein sehr glückliches und erfolgreiches Ehepaar, der Mann Architekt, Preisträger, der seinen fünfzigsten oder sechzigsten Geburtstag feiert, gerade einen großen Auftrag bekommen hat und daher von einem Freund interviewt wird, dem er dann fröhlich gesteht, daß er, obwohl er mit seiner Frau sehr glücklich ist, diese seit einiger Zeit mit einer Ziege betrügt.

Der Freund ist entsetzt und weiht die Frau ein, die dann durchdreht, das Möbilar und die Gegenstännde um sie herum kaputtmacht und schließlich mit blutverschmierten Händen, die tote Ziege in das Wohnzimmer schleppt und der homosexuelle Sohn, der von seinen Vater als Schwuchtel beschimpft wurde, wurde dabei auch sehr verstört.

Daß sich da die Tierschützer nicht aufregen, hat mich gewundert, denn soweit ich es verstanden habe hat das Stück weder heute noch gestern eine Skandal aufgelöst, obwohl vor einigen Jahren ja ein Gedicht von einer Univwand entfernt werden mußte, das von Blumen und schönen Frauen schwärmte, weil es die Gefühle von feministischen Studenten verletzte, aber vor zwanzig Jahren durfte man sich offenbar noch über die Scheinmoral der besseren Gesellschaft lustig machen und heute hat die bessere Gesellschaft, die die Kammerspiele besuchten, das Stück offensichtlich auch sehr lustig gefunden.

Was das sein sollte, habe ich nicht verstanden und auch nicht, daß der Mann am Anfang offenbar eine Demenz vorspielte, mir nur vorgestellt, wie absurd es vielleicht war, daß vor einem Jahr alle mit Masken im Publikum saßen und vorher mit ihren Ausweise und dem grünen Paß ihren Impfstatus nachweisen mußten, um überhaupt ins Theater zu kommen.

Ja die Zeiten haben sich geändert, über Homosexualität wird sich zumindestens nach außen nicht mehr aufgeregt. Die Scheinmoral der besseren Gesellschaft wird aber offensichtlich von dieser immer noch belacht, nur ich denke, daß ich das nicht lustig, sondern in Zeiten, wie diesen eher tragisch finde.

In den Kammerspielen der Dependance des Theater in der Josefstadt bin ich übrigens schon mindestens zwei Mal gewesen und da kann ich mich an eine Theater der Jugend Aufführung “Das Geld liegt auf der Bank” mit Fritz Muliar erinnern, als ich noch in die Straßergassen gegangen bin und vor einigen Jahren war ich mit dem Alfred da um mir “Harold and Maud” mit Erni Mangold anzusehen.