Radiophones Klimastück

Ich bin ja nicht so unbedingt ein Hörspielfan, gehe aber regelmäßig zu langen Nacht oder zum Hörspielfestival, wie das jetzt heißt und manchmal auch in die “Alte Schmiede” wenn Andreas Jungwirth dort seine Radiophone Werkstatt vorstellt.

So war ich dort Anfang März 2020 bevor der Corona- Schock ausgebrochen ist und jetzt geht es ja um das Klima und um den Klimalockdown, der überall und auch in meinen dystopischen Szenen, befürchtet wird.

So hat die Drehbuchautorin oder Regisseurin Kerstin Schütze, die am Reinhardt-Seminar ein Drehbuchseminar für die dortigen Studenten hat, dort den writing room ausprobiert. Das heißt, die Drehbuchautoren schreiben ja gemeinsam an ihren Stücken und das hat Kerstin Schütze auch getan oder nein, sie ist zu der 2005 geborenen Klimaaktivistin und Poetry Slamerin Paula Dorten gegangen, die gerade ihre Matura machte, aber schon einen Prosatext in Ö1 hatte und hat sie um einen Text gebeten und so ist das Hörstück “Der Ernstfall” entstanden, das dreiundzwanzig Minuten dauert und von Paul Kraker als Nachrichtensprecher eingespielt wurde.

Der erklärt den Klimanotstand, das Wasser wird rationiert, man darf nicht mehr baden und nicht mehr schwimmen und die umweltbewußte Mutter bietet ihren Kind im Supermarkt Wassermelone und Gurken statt Scholokade an. Ein Autorin verdurstet dabei und einer probt den Aufstand beziehungsweise flüchtet auf Land, was, wie offenbar auch bei Corona streng verboten war. Interessant, daß die Polizei dann mit Wasserwerfern auf die Demonstraten losgeht und der Widerständige erschossen wird, während alle andere baden gehen und man sich fragen kann, ob das jetzt ein Traum war oder eine Dystopie?

Das Material ist wohl von den Corona-Maßnahmen inspiriert und, daß man keine Pool mehr füllen darf, wurde schon im Sommer diskutiert.

Es gab dann eine Diskussion über die Entstehungsweise und Paula Dörten scheint sprachlich sehr begabt zu sein und hat sehr poetischen Wendungen, obwohl da ja die Studenten mitgeschrieben haben und am Schluß präsentierte dann die junge Autorin ihre Lebensbiografie als Bobokind, was mich sehr an die Anna erinnerte, denn die war auch in einer freien Schule, aß Konrspitze und wenig Schokolade. Aber die wird jetzt schon vierzig und die Corona-Zeit hat in Paula Dortens Biografie auch gefeht, denn das sie sechzehn war, gab es ja die Lockdowns und wahrscheinlich keine verrauchten Zmmer, wo Marx gelesen wurde.

Interessant für eine ,die sich ja seit drei Jahren mit der Corona-Aufarbeitung beschäftigt und sehr viel, wenn vielleicht auch in einer weniger poetischen Sprache darüber geschrieben hat.