Zweiundzwanzigstes Schiele-Fest

Eva Brenner, die experimetelle Theatermacherin und Lebensgefährtin von Peter Kreisky kenne ich schon lange und sehe sie regelmäßig bei Veranstaltungen. Sie schickt mir auch immer die Einladungen zu ihren Veranstaltungen und wahrscheinlich auch zu dem von dem Schiele-Feest, das sie jetzt schon seit zweiundzwanzig Jahre in Tulln, St. Pölten und jetzt in Maria Annzbach bzw. in Neuglengbach veranstaltet.

Da habe ich wahrscheinlich gedacht, das ist nicht in Wien, das kostet Geld ,jetzt aber, da fahren wir hin, denn Neulengbach ist nicht weit von St. Pölten entfernt. Also Kulturgenuß in der Nähe.

Warum nicht? Obwohl ein Fest für den experessionischen Maler Egon Schiele, der 1918 an der spanischen Grippe starb, eigentlich nicht besonders literarisch ist oder dann doch natürlich. Denn das Fest hat immer ein bestimmtees Thema, beziehungsweise picken sich die Veranstalter immer einen Aspekte heraus, den sie dann mit Schieles Bildern beleuchten.

Diesmal war es “Das beschädigte Leben – Egon Schieles radikales Körperbilder” und das Thema ist, glaube ich, im Vorjahr entstanden als Erwin Riess anbot, dafür einen Text zu schreiben oder daran teilzunehmen und der ist ja, den ich von den Volksstimmefesten und auch von seiner Groll-Reihe kenne, im März gestorben. Also war es eine in Memorian-Veranstaltung, aber wie passt jetzt der Maler mit dem Rollstuhlfahrer und Behindertenaktiviten, der 1957 geboren wurde, zusammen?

Durch das Thema wahrscheinlich und die Veranstaltung oder der “Künstlerische Wandertag in zwei Stationen”, wie im Programm stand, begann in Maria Anzbach in, wie es ebenfalls hieß, Eva und Peters Landhaus. Der Peter ist ja im Dezember 2010 gestorben, also gehört das sehr ästhetische Häuschen in dem es sehr viele bücher gibt, jetzt der Eva allein oder vielleicht auch ihrer Schwester, die sie mir vorstellte und das Fest begann mit einem Frühstück, um elf und dann um zwölf mit einem Symposium das “Vom beschädigten Leben zur radikalen Demokratie”, ein sehr aktuelles Thema, lautete und da hat die Politikwissenschaftlerin und feministische Ökonomin Gabriele Michalitsch begonnen sich mit dem Frauen- und Männerbild, der letzten Jahre zu beschäftigen. Aber zuerst hat der Schauspieler Remi Brandner den Text gelesen, den Erwin Riess wahrscheinlich für das Symposium vorbereitet hat, wo er einem Behinderten, der in einen See gesprungen ist und nun querschnittlähmt ist, Ratschläge gibt, wie er mit seiner Sxualtiät umgebeh kann.

Dann wurden der Historiker Jakob Ludwig Hinkel und der Behindertenaktivist Volker Scbönwiese per Zoom zugeschaltet und der erstere erklärte, wie Wien zu Schieles Zeiten ausgesehen hat und der zweite referierte über den 1893 geborenen Behindertenaktivisten Siegfried Brau, der 1944 in Auschwitzsein Ende fand.

Dann gab einen Lunch, Wein und Kürbissuppe und das, was vom Frühstück übergeblieben ist und dann ging es zur zweiten Station nach Neuglengbach in eine Galerie, wo es eine Ausstellung von Leo Mayr gab und dann noch eine Performance zu einem Text von Georg Trakl “Seltsam sind die nächtlichen Pfade des Menschen” und noch einmal ein Buffet oder Brot mit ein paar Aufstriche, Kaffee und Kekse und es war sehr interessant, was im künstlerischen Sektor in der näheren Umgebung alles stattfinden kann.

Da braucht man gar nicht so weit reisen und ein paar literarische Veranstaltung in St. Pölten und Umgebung wird es in der nächsten Zeit auch noch geben.