Die Verbesserung von ganz Österreich

Jetzt kommt ein kleiner Nachtrag, eine Mißerfolgsmeldung oder auch ein Lückenfüller. Denn die “Schule für Dichtung” deren Newsletter ich beziehe, seit ich einmal eine diesbezügliche Veranstaltung besucht habe, hat zu Jahresbeginn zu einen Literaturwettbewerb aufgerufen, wo der Siegertext beim Österreich-Schwerpunkt in Leipzig auf der berühmten Schaubühne Lindenfels, wo ich nicht war, weil ich den Preis nicht gewonnen habe, präsentiert werden sollte.

Und obwohl ich mich eigentlich nicht mehr an Ausschreibungen beteilige, früher habe ich das sehr viel und sehr oft getan, habe ich mich hingesetztfr, den Text geschrieben und natürich nicht gewonnen, ganz klar und eindeutig. Weil wahrscheinlich sprachlich nicht gut genug, zu wenig experimentell und das Corona-Thema, kommt auch noch vor und jetzt brauche ich, weil ich inzwischen täglich blogge, einen Artikel, daher liebe Leser und Kritiker wieder ein Textbeispiel, wo ihr mir, wenn ihr wollt, Feedback geben könnt. Ihr könnt meinetwegen auch die Wörter nachzählen, es waren ohnehin nur dreitausend Zeichen erlaubt. Besser wäre es aber, wenn ihr euch auf den Inhalt konzentriert und wir darüber diskutieren können.

Leider habe ich keine Ahnung, wer den Preis gewonnen hat und wieviele Autoren sich daran beteiligten. Die Doris Kloimstein hat es, glaube ich, also voila, das ist mir dazu eingefallen:

“Die Verbesserung von ganz Österreich”

“Österreich muß besser werden, das ist einfach, kurz und bündig, knapp und klar. Ganz Österreich oder zuerst mit einem Viertel, einem Neuntel, etcetera, beginnen, was höchstwahrscheinlich leichter erreichbar ist.

In diesen angstgeschüttelten, manipulativen Zeiten, ist das überhaupt sehr wichtig, ganz einfach, richtig und sehr klar.

Österreich verbessern, aber wie machen wir das? Schöner soll es werden. Das ist klar und gar nicht zu bestreiten. Aber wie oder was? Das weiß der stinknormale Durchschnittsösterreicher, die Durchschnittsösterreicherin, um ordnungsgemäß zu gendern nicht. Das lernen wir nicht in den Schulen. In Zeiten, wie diesen, wo der Literaturunterricht gesundgeschrumpft wurde, sowieso nicht. Orientieren wir uns also an der Literatur und nehmen wir uns ein Beispiel an ihren Helden.

Was haben wir da in Sachen Freundlichkeit? Den großen Thomas Bernhard und sein Herumgeschimpfe natürlich. Denn der ist das große Vorbild der österreichischen Gegenwartsliteratur. Das klingt logisch, damit werde ich bestimmt den großen Preis gewinnen und eine Musterösterreicherin werden.

Also, Österreich ist ein fürchterliches Land. Das Fürchterlichste vom Fürchterlichsten und wenn es erst fürchterlich genug ist, ist die Verbesserung erreicht. Wir haben schon gewonnen und uns über unsere deutsche Geschwister erhoben.

Oder nein, in Zeiten, wie diesen, ist es das Geschimpfe nicht. Zumindest wünscht sich das die Hobbyliteratin. Damit will sie es nicht machen und es geht auch um die Sicherheit.

Österreich wird besser, wenn es sicherer ist und dafür haben wir den Datenschutz und die digitale Überwachungsindustrie. Gesünder muß es ebenfalls werden und deshalb muß die allgemeine Impfpflicht her. Wieder halt und abgebrochen, Hobbydichterin oder bist du eine Schwurblerin? Dann bist du schon disqualifiziert und von allen Diskussionen ausgeschlossen. Also halten wir uns an die Freiheit und die ist eine Tochter der Kunst, hat schon der hehre Friedrich Schiller gesagt. Aufgepasst, eine Tochter hat er geschrieben und kein Sohn. Das ist nur seine Ode, die, die Menschheit zu Brüdern machen will. Also wieder gendergleich und wenn ich eine Ehrenösterreicherin werde, werde ich die Bundeshymne mit den Töchtern singen, weil ich eine solche bin.

Also hoffen wir bezüglich der Österreichverbesserung, daß bei der nächsten Wahl kein Freiheitlicher gewinnt, der Österreich zur Festung macht.

Freiheit schöner Gottesfunke, Töchter des Elysiums und wir feiern freudentrunken all die schöne Verbesserung.

Österreich besser machen, toleranter werden, wieder miteinander reden und nicht nur nach schärferen Gesetzen rufen, sondern auf Eigenverantwortung vertrauen.

Und um den guten alten Oswald Wiener nicht zu vergessen, denken wir am Schluß, als aufrechte EU-Menschen, auch wenn wir in Niederösterreich oder Vorarlberg leben, an Mitteleuropaund machen auch dieses ein bisschen besser.”