Offener Brief gegen die ORF-Zwangssteuer

Ich war eine intensive Ö1-Hörerin, habe da schon ein paar Kultureintrittskarten gewonnen und ein paar Mal beim Ö1-Quiz mitgemacht. Fernseher habe und hatte ich keinen und da ein paar Mal die kontrollierenden Herren durch die Wohnung geführt.

Und dann hat sich die Medienlandschaft geändert. Es gibt private Dienstleister und Streamingangebote und immer mehr Haushalte haben offenbar den Fernseher abgemeldet. Aus Deutschland hörte man schon lange, da gibt es eine Zwangsgebühr, die alle bezahlen müssen, ob sie Fernsehen oder nicht und wer das verweigert wird sogar eingesperrt!

“Absurd!”, habe ich damals gedacht. Das war noch vor Corona-Zeiten, wo dann vieles möglich wurde, was ich vorher für unmöglich gehalten hätte und so hörte man auf einmal, das wird auch in Österreich so kommen, weil man ja den ORF streamen und daher gratis hören kann und daher hat der eine Verfassungsklage eingebracht und dort wurde entschieden, es müssen in Zukunft alle zahlen, egal ob sie fernsehen oder nicht.

Also eine ORF- Zwangssteuer in Zeiten der höchsten Inflation, wo man ohnehin immer hört, daß sich immer mehr Leute überlegen, ob sie essen oder heizen sollen und die Familienministerin hat, als das Gesetz im Parlament beschlossen wurde, ein wenig hinterhältig berichtet, daß die, die bisher brav ihre ORF-Gebühr bezahlten, ab nun nur mehr fünfzehn statt vierundzwanzig Euro zahlen werden müssen, was eine tolle Maßnahme der Regierung ist.

Aber was ist mit denen die bisher nicht fernsahen und die nun ungegfragt zum Handkuß kommen und vielleicht sogar, wie das jetzt ja Mode ist, wenn sie sich darüber aufregen, zu den Zwangsgebührengegnern gezählt werden?

Dabei gäbe es eine ganz einfache Methode das schwarzsehen abzustellen. Wenn ich den ORF streamen will, komme ich, wie bei den Zeitungen zu einer Paywall und kann bezahlen. Tue ich das nicht, weil, ich glaube, den öffentlich rechtlichen Sender nicht zu brauchen, dann zahle und sehe ich das eben nicht und ich bin zu dem Schluß gekommen, daß ich ihn nicht brauche, denn wenn ich an die Corona-Berichterstattung denke, wo ein Film über die Maßnahmengegner gezeigt wurde und da nur höchst seltsame Personen interviewt wurden, so daß die “brav zahlenden ORF-Hörer” einen falschen Eindruck von den Demonstration bekommen haben, denn da habe und das kann ich bezeugen, weil ich da auf einigen war, durchaus normale Menschen, zwar ein paar konservative und FPÖ-Wähler wahrscheinlich, aber keine Exel-Menschen und keine, die glauben, daß die Erde eine Schreibe ist und das halte ich für keine objektive Berichterstattung und natürlich bin ich gegen eine Zwangsgebühr, wie ich auch gegen den Masken– und den Impfzwang war und kann nun überlegen, was mache ich dagegen? Wie kann ich mich wehren?

Eine Petiton habe ich, wie auch hunderttausend andere unterschrieben, hat aber wie sich merken ließ nicht viel genützt. Die Regierung hat sich geweigert, die Unterschriften entgegenzunehmen, was ich sehr seltsam finde. Also wie dagegen demonstrieren? Wird es Massendemonstrationen geben und bin ich dann, wenn ich mich ihnen anschließe weine Zwangssteuergegnerin?

Bin ich wahrscheinlich und ich werde demonstrieren und weiterhin nicht fernsehen und das auch nicht streamen, habe ich auch bisher nur selten und seit Corona höre ich auch weniger Ö1 und habe, wenn ich es hörte, sehr seltsame Aussagen und Berichterstattung über die Maßnahmenkritiker gehört.

Mein Protest könnte also sein, auch nicht mehr Ö1 zu hören und ich kann mich auch allein über das Kulturgeschehen informieren. Über Literatur wurde, das konnte man beispielsweise bei den IG-Autoren hören, ohnehin viel zu wenig. Kann alleine Bücher lesen“, alleine in die “Alte Schmiede”, zu Konzerten und ins Kino gehen.

Aber das ist vielleicht zu wenig Protest und wie spare ich nun die monatlichen fünfzehn Euro ein?

Da könnte ich beispielsweise Monat für Monat einen Brief an den ORG schreiben:

“Sehr geehrte Damen und Herren! Heute wollte ich eigentlich ins Kino gehen, aber leider wurde mir meine monatliche ORF-Zwangssteuer abgezogen, wollte mir ein neues T-Shirt kaufen und mußte daher leider darauf verzichten, zu Hause bleiben und mein altes weiter tragen!”

Das Monat für Monat abschicken, aber nicht mit der Post schicken um nicht noch einen Euro oder mehr dafür zu bezahlen Also nur per Mail und das wird dann wahrscheinlich im Mistkübel landen. Leben wir doch in höchst autoritären Zeiten, wo auf die Meinung der Bürger und ihren Protest wenig bis keine Rücksicht genommen wird!

Und wenn ich mich mit einer Tafel “Ich bin gegen die ORF-Zwangsgebühr!”, vor den Küniglberg oder die Argentinierstraße stelle, gelte ich warhscheinlich, wie die, die gegen die Russland-Sanktionen und für den Frieden waren, als Volksfeindin und Kollaborateurin, als Reichsbürgerin wahrscheinlich und natürlich für rechts, wie das ja auch alle sind, die meinen, daß die Corona-Maßnahmen überzogen waren und es ist ja auch so, daß die FPÖ bereits versprochen hat, wenn sie den nächsten Bundeskanzler stellt, die Zwangsgebühr wieder abzuschaffen. Aber die werde ich nicht wählen.

Was also tun? Den ORF verweigern, nicht mehr schauen, nicht mehr streamen und darüber nachdenken, wie man die Zwangsgebühr am effektivsten einsparen kann, wenn man für die Verweigerung schon nicht ins Gefängnis gehen oder exekutiert werden will?

Es ist wirklich eine verrückte Welt in der wir derzeit leben. Mal sehen wie es weitergeht und natürlich weiter protestieren und seine Meinung äußern!