Vier Sprachen in der Buchhandlung tempo nuevo

Eigentlich habe ich heute zu Hause bleiben und in der Badewannde den Hans Pleschinksi weiterlesen wollen. Die Sommerlesereihe im Cafe Prückl st ja schon zu Ende und am Rathausplatz zum Filmfestival wollte ich nicht gehen.

Dann habe ich in der Früh Ö1 gehört, kann ich ja noch, das Radio ist ja angemeldet, daß es in der Buchhandlung “tempo nuevo” eine Buchvorstellung des Romans des baskischen Autors Kirmen Uribe Urbieta “Das Vorleben der Delfine” in dem es um eine ungarische Freiheitskämpferin geht, gibt und ich habe, weil das alles für mich sehr unbekannt war, mich entschlossen hinzugehen. Es hätte am Abend in Ö1 zwar auch ein Konzert gegeben und das Architekturfilmfestival im MQ in dem ich früher mit meiner Hauptschulkollegin Christa U. wurde auch eröffnet.

Also bin ich nach meinen Stunden und dem Korrigieen meiner “Toten” in die Taborstraße hinmarschiert und habe mir überlegt in welcher Buchhandlung ich landen werde, denn in der Taborstraße, in der früher dieIris lebte, gibt es ja zwei und in beiden war ich schon und, daß der Roman von Stefan Kutzenberger aus dem Spanischen übersetzt wurde, hatte ich schon herausgefunden und Stefan Kutzenberger, der ja auch Autor ist, habe ich auch schon bei einigen Lesungen gehört.

Die Buchhandlung “tempo nuevo” war sehr voll. Gekannt habe ich niemanden. Es war auch recht heiß und es war eine Lesung oder ein Gespräch in vier Sprachen, denn, daß es außer im deutschsprachigen Raum keine Wasserglaslesungen, sondern Buchpräsentationen gibt, hat Stefan Kutzenberger gleich erklärt und auch, daß er einmal in New York bei einer langen Nacht der Literatur als österreichischer Repräsentant eingeladen war und da den 1970 geborenen baskischen Autor kennenlernte und sich bald in seinen Roman verliebte und den seinen Verlag, das ist inzwischen der “Berlin Verlag”, vorschlag.

“Nur wenn Sie ihn übersetzen!”, war die Antwort.

“Das kann ich nicht!”, antwortete Stefan Kutzenberger. Dann vergaß er auf das Probekapitel, hat es doch gekonnt und die Lesung oder die Buchpräsentation begann mit einem Gespräch auf Englisch. Dann las Kirmen Uribe eine Seite auf Baskisch, wie das Buch geschrieben und dann von ihm auf Spanisch übersetzt wurde und von dort hat es dann Stefan Kutzenberger übersetzt und es geht darin, um die ungarische Pazifistin Rosika Schwimmer, die 1877 in Budapest geboren wurde und 1948 in New York gestorben ist.

1920 ist sie von Wien aus dorthin emigiriert und diese Stellen wurden dann auf Deutsch gelesen, bzw. die, wo sie die amerikanische Staatsbürgerschaft beantragte, aber nicht bekommen hat, weil sie nicht im Krieg auf Leute schießen wollte.

Das Buch besteht aus drei Teilen und wenn man fragtm was die Pazifistin mit Delphinen zu tun hat, kann man auf die erste Seite verweisen, wo es um Lamias geht, die sich in Delphine verwandeln und am Schluß gab es noch ein Gedicht zu hören, wo es auch darum geht und Kirmen Uribe erwähnte noch, daß es in dem vierteiligen Buch auch um seine Familiegeschichte und die Geschichte der Migration geht und auf die ungarische Pazifistin ist er gekommen, als die 167 Schachteln Nachlaß in einer New Yorker Biblkiothek bearbeitete.

Da gab es schon Kapitel zu einem Roman oder Biografie, der aber nie veröffentlicht wurde und Kirmen Uribe hat zu schreiben angefangen.

Interessant, interessant, was es alles gibt und was man vielleicht versäumt, wenn man nicht mehr Ö1 hört. Aber wenn man diese Zwangsgebühr sowieso zahlen muß, kann ich mir die Verweigerung noch überlegen.

Wieder bei den Wilden Worten

Jetzt  war ich ja zweimal nicht bei den “Wilden Worten”. Am elften März war das nicht geplant, denn da hat ja im “Tiempo Nuovo”, die Abschiedslesung von der Bruni stattgefunden, bei der ich dann allerdings auch nicht war, weil abgestürzt und mit dem Gips im Krankenhaus und im April hatte ich noch meine Veranstaltungspause, allerdings Karin Ivancsiscs “Die Gastgeberin” inzwischen schon gelesen und jetzt habe ich mich, als ich Rchard Weihs Einladung bekommen habe, dafür entschieden, obwohl in der “AS” ja, glaube ich, gerade das Lyrikfestival  “Dichterloh” stattfrindet, aber Stefan Kutzenbergers Roman “Friedinger” klang interessant und von Stefan Kutzenberger hatte ich in der Vorwoche auch noch nichts gehört. Das hat sich zwar inzwischen geändert, da er nächste Woche auch im Cafe Westend lesen wird und am Donnerstag bei Stephan Teichgräbers Centrope-Festival”, also doch umdisponieren?

Ging nicht, weil schon eine sechs Uhr Stunde, also werde ich den 1971 in Linz geborenen Literaturswissenschaftler demnächst zum dritten Mal hören, was ich ja eigentlich zu vermeiden versuche, aber ein Roman, wo der Protagonist Stefan Kutzenberger heißt, klingt interessant, obwohl das ja nicht so neu ist.

Der macht dann noch einen Schreiburlaub in Griechenland, wo er den Herrn Friedinger trifft und der erzählt ihm etwas von einem “Noricum-Skandal” und verbotenen Waffenlieferungen, wie in der Ankündigung steht.

Dann kam es doch ein bißchen anders, denn der junge Mann, dessen Debut bei “Hanser” erschienen ist, erzählte etwas von  Bob Dylan und dann von einer Sexszene im einer Clelia und dann doch das oben erwähnte, aber um nicht zu spoilern konnte er nichts von der Krimihandlung lesen, weil er wollte doch die drei mitgebrachten Bücher verkaufen.

Also ging es um Sex statt, um Crime bei der Lesung und Richard Weihs bedauerte, daß er dann nicht das, sondern die “Noricum-Handlung” ins Programm geschrieben hat.

Dem Publikum hat es trotzdem gefallen und applaudierte heftig und bei den Wunschgedichte, die dann verlesen wurde, konnte ich erahnen, wer aller im April im Publikum war.

Die Mechthild Podzeit-Lütjen, die Ruth Aspöck, die Judith Gruber-Rizy, die Susanne Toth, das who ist who, der heimischen Literaturszene und wahrscheinlich der Freundeskreis von Karin Ivansciscs. Diesmal waren Margit Heumann da, ein Autor, der vor cirka einem Jahr gelesen hat und ein paar Freunde von Stefan Kutzenberger und ich kann gespannt sein, welche Szenen er am Donnerstag und Dienstag lesen wird und, wie er dann sein Publikum unterhält?

Freie Wildbahn hat es diesmal keine gegeben, beziehungsweise keinen Autor, der sich honorarlos in sie hineinbegeben wollte. So habe ich meine Wunschgedichtworte, auf das Wunschgedichtformular geschrieben, ein bißchen in dem Buch geblättert und mir auch von Margit Heumann versichern lassen, daß sie morgen in den “Republikanischen Club” kommen wird.

Und weil der Alfred ja in Kuba ist, gibt es diesmal kein Bildmaterial