Die Dauer der Liebe

Jetzt kommt das neue Buch der 1963 in Meran geborenen Sabine Gruber, das in zwei Wochen, wenn wir schon in Frankreich sein werden, bei den O-Tönen vorgestellt wird und Sabine Gruber habe ich, glaube ich mich zu erinnern, bei einer Vollversammlung oder Ausflug der GAV am Mondsee kennengelernt, wo sie dort Sekretärin war, bei einer “Tag der Freiheit des Wortes-Veranstaltung” in Klagenfurt habe ich sie auch getroffen und später immer bei den GVs und auf Lesungen.

Bei den O-Tönen hat sie schon früher gelesen, den “Veza Canetti-Preis” hat sie bekommen, auf der Öst ist sie gestanden und den “Reinhard Priessnitz-Preis” hat sie, glaube ich, bekommen, als ich das erste Mal auf einer Preisverleihung in Literaturhaus war und da hat sie gesagt, daß sie lange gezögert hat, den Preis anzunehmen, weil sie mit Robert Schindel einen der Initiatoren befreundet ist und ich habe sie auch öfter mit ihm gesehen, so daß ich sie für ein Paar gehalten hätte.

Dann war ich in der “Gesellschaft” und da hat sie Gedichte gelesen, die sie nach dem Tod ihres Lebensgefährten geschrieben hat. Jetzt ist offenbar noch ein Buch darüber gekommen “Die Dauer der Liebe”, einem Wolfgang Fetz 1958-2022 gewidmet, Roman steht darauf und man kann diskutieren wievie Sabine Gruber drinnen steckt und, ob das jetzt Autofiktion ist. Ich würde es Erinnerungs- oder Trauerbuch nennen und schreibe gleich dazu, das Buch hat mir gut gefallen, besser wahrscheinlich als das was ich sonst von Sabine Gruber gelesen habe.

Es handelt von einer Renata, einer in Wien lebenden Südtiroler Übersetzerin und die sitzt am Beginn in ihrer Wohnung und überhört das Klopfen. Dann macht sie doch einem Polizisten auf, der ihr den Tod ihres Lebensgefährten Konrad mitteilt und sie fährt nach Innsburck zu seiner Familie und das stellt sich gleich als Problem heraus.

Denn Renatna war trotz langjähriger Beziehung mit Konrad nicht verheiratet. Es gibt auch keine eingetragene Partnerschaft. Zwar ein Testament, aber dieses war von keinem Notar und keinen Zeugen mitunterzeichnet, nur ausgedruckt und daher wertlos und so kommt Marcel, der jüngere Bruder und räumt die Wohnung und das Wochenendhäuschen aus.

Konrad war Architekt, Fotograf und auch Zeichner. So werden seine Bilder versteigert oder ausgestellt und die Mutter Henriette, eine sehr geizige Frau, die sich brüstete, bisher alle Freundinnen Konrads erfolgreich vertrieben zu haben, hat ihr früher nur einmal ein altes Glas Honig und schon gebrauchte Servietten zu Weihnachten geschenkt.

Jetzt schickt sie Marcel zu Renata, um ihr mitzuteilen, welche Möbelstücke sie haben will und im Auto hat Marcel auch die geliebten Cassetten ausgeräumt.

Renata ist am Anfang aber sehr betäubt, trägt Konrads Schlafanzüge und Hemden und das erinnert mich an meine “Zwillingswelten”, wo die Lisbeth das auch tut.

Renata hat aber einen guten Freund namens Bruno, der sie unterstützt und eine Freudnin namens Marianne, die an Krebs l,eidet und Konrad hat Renata immer gesagt, daß er vor ihr sterben will, weil sie stärker ist als er und da kann man überlegen wie das mit der eigenen Beziehung ist? Wer wird vor einem sterben und wie wird der andere dann weiterleben?

Es gibt auch Eifersuchtsmomente, denn Notizen und Briefe werden gefunden und ein Kind einer Catarina, das mit Hilfe künstlicher Befruchtung auf die Welt gekommen ist. War Konrad der Samenspender? Aber der war zeugungsunfähig, hat das Renata, die sich Kinder wünschte verschwiegen, etcetera.

Erste Tinder Versuche gibt es auch. Aber alle Männer, die sich da melden, passen nicht, obwohl sie Konrad versprochen hat, eine neue Beziehung einzugehen. Das verwirft sie dann, wird aber am Schluß des Buches einen Bonfaz treffen, dem sie ein Mail schreiben wird.

Das Buch ist schön geschrieben, Literaturanspielungen, die im Anhang zitiert werden, wie “es ist was es ist” oder das Buch von Ruth Picardie.