Putin im Wartezimmer

Als ich an meinen “Ukraine-Blues”ö schrieb und da Schwierigkeiten hatte, mir Wladimir Putin in einem Marmeladeglas vorzustellen, beziehungsweise fürchtete, daß die diesbezüglichen Geschichte naiv oder kitschig werden könnte, habe ich das Angebot bekommen, ein Buch namens “Putin im Wartezimmer” zu lesen und ich dachte wui, das könnte mir ein Vorbild sein oder da könnte ich eine Idee bekommen, wie das die anderen machen und habe mir das Buch aus dem “Unken-Verlag” bestellt, das von der 1951 in Freiburg geborenen Ärztin Lou Bihl geschrieben wurde.

Da habe ich dann ein ganzes Paket, bestehend, aus Süßigkeiten, einem Plakat, einer Tasche und einigen Leseproben dazu bekommen und das Buch jetzt gelesen.

Meine Putin-Geschichte kann ich anmerken, ist im Rohtext fertig, sehr kurz geworden, um die Geschichten habe ich mich wohl ein wenig herumgedrückt und eine richtige Antwort habe ich auch nicht bekommen, aber ein sehr interessantes Buch gelesen, in dem Wladimir Putin gar nicht vorkommt.

Zumindest nicht als reale Personl Er sitzt nicht im Wartezimmer und dort sitzt eigentlich überhaupt keiner. Spielt das Buch in monatlichen Abständen von Februar 2022 bis Oktober doch in einer Diätgruppe einer Ärztin, die über ihre Patienten ein Buch schreiben will.

“Politischer (Arzt) Roman ist die Genrebezeichnung und Daniel Horowitz hat das Ganze sehr schön illustriert.

Das Buch ist in zwei Perspektiven geschieben und hat zwei Ich-Erzählerinnen. Einmal, die namenlose Ärztin, Chefin genannt, die das Alter-Ego der Autorin sein könnte und dann, die der syrischen Putzhilfe und die Ärztin macht, wie schon erwähnt, eine Diätgruppe, die von einer Hand voll übergewichtiger Patienten besucht wird. Da gibt es eine Kira, einen Kevin, einen Professor, eine Frau Luxner, einen Politiker, eine Frau Glueck, etcetera und da die Gruppe im Februar beginnt, wird, bevor die Frau Doktor kommt, viel politisiert und da werden die Themen, die das Land bewegen besprochen. Darf man Waffen liefern?, braucht es Atomstrom?, hat Putin Parkinson?, ecetera.

Das Corona-Thema wird auch thematisiert. Alle tragen natürlich Masken und Amira, die Putzfrau soll der Frau Doktor auch darüber berichten und die berichtet dann von ihren Patienten.

Da geht es um die Frage, ob Frau Luxner Alzheimer hat? Kevin der sich in eine Rauferei verwickelt wird behandelt. Kira hat Blut im Stuhl, dann aber nur rote Rüben gegessen und so geht es durch das Jahr und die politische Situation.

Am Schluß jedes Kapitels wird dann das Thema vorgestellt, das in der Gruppe behandelt werden soll. Im August geht es in die Sommerpause und das wird gebührend in einem Restaurant gefeiert und da dürfen dann Schnitzel und Buletten gegessen werden.

Das Ganze wird durch den Tod der Frau Luxner überschattet, so daß das Scchlußkapitel auf einen Friedhof und nicht mehr im Wartezimmer spielt und ich habe wieder ein sehr interessantes Buch gelesen, das in den Arbeitsalltag einer praktischen Ärztin, die ein bißchen, die Supermama ist, einführt und dann auch, wenn vielleicht auch auf eine etwas konservative Art und Weise in die politische Situation einführt und das wäre auch der Kritikpunkt, denn der Tonfall ist manchmal etwas altmodisch, was bei einer älteren Ärztin nichts macht, bei der jungen Flüchgtlingsfrau klingt das aber etwas unglaubwürdig.

Trotzdem kann ich das Lesen des Buches sehr empfehlen, weil ich die Art das Thema zu behandeln, sehr originell und auch gelungen fand.