
Im Augenblick geht es rund um mit den literarischen Veranstaltungen. Ich bin da ja eine Marathon-Besucherin, die möglichst nichts auslassen will und so sind wir dieses Wochenende nicht, wie wir es eigentlich wollten, nach Harland gefahren, denn da hatte ich mich ja für das W. H. Auden Festival in Kirchstetten bzw in Schloß Totzenbach angemeldet. Auf diese Veranstaltung bin ich, glaube ich, Ende Juli gekommen, als ich da bei einer Lesung in St. Pölten war.

“Das Land liest”, heißt die Veranstaltungsreihe, die vom niederösterreichischen Lteraturhaus veranstaltet wird, wo ein Monat lang an verschiedene Orten in NÖ literarische Veranstaltungen stattfanden und da gibt es dieses Wochenende das W.H. Auden Festival, am Freitag mit einer Auftakt Veranstaltung. Also fahren wir am Donnerstagabend nach Harland und dann nach Kirchstetten, wo sich auch einmal Josef Weinheber umbrachte, habe ich gedacht. Dann bin ich aber daraufgekommen, daß es am Sonntag am Heldenplatz in Wien eine Demo zum geplanten WHO-Pandemievertrag gibt und da will ich als Corona kritische Person natürlich teilnehmen. Also den Gesprächsreigen “Auden heute? Heute: Auden!”, auslassen und nach Wien fahren.

Dann kam die Einladung von Batya Horn zu einem Konzert in Memorian von Renald Deppe und wir beschlossen erst Freitag Früh nach Harland zu fahren. Aber da war ja auch das Henisch-Symposium, also erst am Fraitag nach Schloß Totzenbach und dann wollte der Alfred noch nach Wien fahren, weil wir dann in Harland nichts zum Frühstücken hätten und das Schloß Totzenbach ist ein sehr idyllischer Ort, den der Alfred gleich intensiv fotografierte. Die Ingrid von der Wandergruppe, die gerade vom zweiten Ramsau-Aufenthalt zurückgekommen ist, im Buffetraum getroffen, die die “Auden-Semmeln” herrichtete und dann ist es in das schön renovierte Schloß gegangen, wo dem britisch amerikanischen Dichter W. H. Auden, der von 1957-1973 die Sommermonate in Kirchstetten verbrachte und dort auch begraben ist, ein Festival gewidmet war und das hat moderiert von Helmut Neundlinger, und musikalisch begleitet von dem im Libanon geborenen Marwan Abado mit dem ich, glaube ich, schon einmal oder öfter am Volksstimmefest gelesen hat, mit einem Eröffnungsvortrag von Ferdinand Schmatz begonnen, der in das Werk des Dichters einführte.

Dann waren der letzte “Wildgans-Preisträger” Christoph W. Bauer und die Schweizer Armin Senser und Raphael Urweider eingeladen zu Textzeilen aus Audens Werke Gedichten eigene Gedichte zu verfassen.
Am Samstag ging es dann zu W. H. Auden in Kirchstetten und da wurde am Bahnhofplatz aus seinem letzten Auto, einem gelben VW-Käfter, der einige Jahre im freien gestanden ist, eine Installation gemacht, nämlich das Auto angeschraubt und Postkarten, wo wieder zwölf Dichter, wie Gerhard Ruiss, Simone Hirth, Verena Stauffer, Maria Seisenbacher, etc, ein Gedicht nach einer Auden-Zeile geschrieben haben. Die kann man sich dann aus einer Kappe entnehmen und das Ganze wurde um elf feierlich eröffnet.
Die in Kirchstetten lebende Simone Hirth von der ich schon einige Bücher gelesen habe, hielt eine Eröffnungsrede und betonte dabei , daß diese Installation gebraucht wird. Der Bürgermeister lud anschließed ins Gemeindeamt zu Würstel, Kuchen und Getränke ein, bis es dann mit einem geführten Spaziergang zu Audens Grab und seinem Haus in dem er mit seinem Partner Chester Kallmann gelebt hat und das zwischen ein von Helmut Neundlinger neukuratiertes Museum ist. Man kann auch sein Arbeitszimmer sehen und verschiedene Interviews, Briefe, Postkarten etcetera.
Sehr interessant durch den Ort zu gehen, wo es ja einen zweiten bekannten Schriftsteller nämlich den 1892 geborenen Josef Weinheber mit seinem “Wien wörtlich” und einigen Hitler-Gedichten, der sich 1945 erschoßen hat gibt, der dort auch ein Museum und einen Platz hat. Die dritte Dichterin im Ort ist jetzt Simone Hirth und am Abend, wir sind inzwischen nach Harland gefahren, um die Post zu holen und ein bißchen Rad zu fahren, ging es weiter mit dem Poesie-Festival und zwar haben da, weil Dagmara Kraus offenbar ausgefallen, die drei Autoren von gestern ihre Auden-Weiterdichtungen wiederholt. Dann kam die slowenische Autorin Anja Golub die sich mehr mit der den Überschwemmungen in ihrer Heimat als mit Auden beschäftigt hat und dann kam noch eine Performance nämlich Natascha Gangl mit den”3 Knaben schwarz”, wo einer Helmut Neundlinger war, den ich, glaube ich, schon einmal bei den “Wilden Worten” hörte und das war es dann für mich.
Ein sehr intensives literarisches Wochenende, wieder viel gelernt und mit dem Lesen und dem Schreiben geht es natürlich weiter und da gibt es bei mir demnächst auch eine Buch-Präsentation.