Zu viele Bücher

Es gibt zu viele Bücher kann man immer  wieder auf den Blogs lesen, wo dann, wie das etwa zum diesjährigen Tag des Buches bei “Buchrevier” geschah, die Verlage dazu aufgerufen werden nur mehr ein oder zwei neue Titel pro Saison herauszubringen, beziehungsweise, die Buchmessen in Leipzig und Frankfurt alternierend nur mehr alle zwei Jahre zu veranstalten.

Etwas dem ich sehr ambivalent gegenüberstehe, beziehungsweise hätte ich da vor ein paar Jahren noch gesagt oder geschrieben, so ein Blödsinn, denn es ist ja sehr schön, daß so viele Leute schreiben und eigentlich interessiert mich alles und ich möchte auch möglichstst alles lesen.

Was sowohl stimmt, als auch nicht stimmt. Denn, das es viel viel mehr Bücher gibt, als man lesen kann ist sicherlich richtig. Hundertfünfzig schaffe ich etwa in einem Jahr und and die siebzig- achtzig- oder vielleicht sogar neunzigtausend erscheinen jährlich. Das kann kein Mensch lesen, natürlich klar.

Daß mich die meistens Bücher aber immer noch interessieren und ich sie lesen will, ist ebenfalls klar und ich tue mir mit Aufforderungen, daß man Bücher ruhig abbrechen soll, weil sie vergeudete Lebenszeit darstellen, wenn sie einem oder einer nicht gefallen, immer noch sehr schwer, beziehungsweise lehne ich sie ab und lese alle Bücher zu Ende.

Das heißt, eines habe ich einmal abgebrochen, weil mir der Inhalt zu gewaltvoll war, wenn ich sie, wie den Arno Schmidt beispielsweise nicht mehr verstehe, überfliege ich sie oder blättere sie rasch zu einem Ende. Ich verreiße nicht und weiß auch eigentlich gar nicht, was schlechte Bücher sind?

Zumindestens ist bei den tausend, die ich in den letzten zehn Jahren meines Blogs besprochen habe, kein solches, wie man  leicht nachprüfen kann.

Das heißt, es sind natürlich welche darunter, die von besserer und nicht so guter literarischer Qualität sind, das heißt Erzählende, Experimentelle, Krimis, Chick Lit, Fantasy, etcetera und es sind weche darunter, die mir gut und welche, die mir weniger gut gefielen, weswegen sie noch lange nicht schlecht sein müßen.

Ich weiß inzwischen auch ungefähr mit welchen Autoren ich vielleicht weniger anfangen kann, das sind meist die zu lustigen, den Sedaris beispielsweise oder auf Österreich bezogen, die Bücher von Radek Knapp und Martin Amanshauser beispielsweise, obwohl bei des letzteren Reiseberichten trifft das auch nicht zu.

Und ich lese mich eigentlich durch alle Generes, das heißt, stimmt auch nicht ganz, ich lese bevorzugt Gegenwartsliteratur oder überhaupt Literatur, aber wenn sie älter als hundert Jahre ist interessiert sie mich dann vielleicht nicht mehr so sehr, die der Zwischenkriegszeit aber wohl und ganz besonders. Ich lese auch aber weniger Krimis und Liebesromane und bei Phantasy, Horror und Sciece Ficton setze ich eher aus, wie wohl auch bei der erotischen Literatur, obwohl ich sie probiert habe., in dem es immer Bücher gegeben hat.

Ich lese, obwohl ich immer schreibe, daß ich das eigentlich nicht so mag auch Experimentelles und bevorzugt, den psychologischen Realismus, die Politik und die Systemkritik, wenn man das so zusammenfassen kann und ich habe, glaube ich, immer schon gerne gelesen und Bücher gesammelt.

Und bin auch in einem sozialistischen nicht sehr bürgerlichen Haushalt aufgewachsen. Ein richtiger Arbeiter war mein Vater nicht, die Mutter schon, die hat zuerst gestickt und dann geputzt. War der Vater doch Referent der Büchergilde Gutenberg und wenn man Parteimitglied war, haben die “Kinderfreunden” den Kindern ein Buch zu Weihnachten unter den Christbaum gelegt. So daß ich mit Ferdinand Bruckner und Vera Ferra Mikura aufgewachsen bin und obwohl keine öffentliche Büchereibenützerin, da habe ich mit den pädagogischen Ansätzen der älteren Bibliotkarinnen eher schlechte Erfahrungen gemacht, habe ich in derHauptschule die Schulbibliothek benützt und in der Straßergasse einmal, während eines Schikurses bei dem ich nicht mitgefahren bin, begeistert der Frau Professor Friedl beim Aufräumen der Schulbibliothek geholfen.

Dann habe ich maturiert, schon zwei Jahre vorher beschloßen,Psychplogie zu studieren und zu schreiben, bin nach der Matura sehr stark in einer philosophischen oder Weltveränderungskrise gewesen und habe mir Bücher gekauft und gekauft. Rilke, Nietzsche, Schopenhauer, Freud, etcetera, all das, was ich gekannt und in der Schule gehört habe und bin erst etwas später zur zeitgenößischen Literatur übergegangen.

Habe die dann aber regelmäßig gelesen, später mit dem Kaufen aufgehört, getauscht und die offenen Bücherschränke benützt und allmählich mit den Anfragen von Rezensionsexemplaren angefangen, beziehungsweise wurde ich zunehmend angefragt.

Zuerst geschah das eher durch die österreichischen Verlage, denn als Buzzaldrin 2013 mit dem Buchpreisbloggen angefangen hat, habe ich mich, obwohl ich das auch sehr gerne gemacht hätte, noch nicht getraut, die deutschen anzufragen. 2015 habe ich das dann getan und die Bücher zum größten Teil erhalten und seit ich das mache, bekomme ich die Herbst und Frühjahrsvorschauen und weil ich da ja immer begeistert bin und schlecht nein sagen kann, ist meine Leseliste angewachsen und angewachsen, betziehungsweise komme ich derzeit kaum mehr dazu meine Backlist zu lesen, das heißt die ungelesenen Bücher, die ich schon in den Regalen habe oder beispielsweise in den Schränken und in den Abverkaufskisten finde.

Ich möchte nicht sagen, daß das ein wirkliches Problem für mich ist. Es ist eher keines, obwohl ich eigentlich schon weiß, daß ich, wenn ich beispielsweise, wie geschehen “Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse,” ein Buch, das ich mich schon immer interessierte, in den Bücherschrank gefunden habe, oder Hilde Spiels “Kati auf der Brücke” mir vor einer Woche auf der KritLit um fünf Euro kaufte, höchstwahrscheinlich nicht lesen kann. Weil die Bücher auf der Leseliste in zehn Jahren landen würde und ob ich dann noch lesen kann und werde, ist fraglich, noch dazu, wo ich wegen der Rezensionsexemplare zum Abwarten der anderen Liste nicht wirklich komme und die Bücher dann schon seit ein oder zwei Jahren zum Jahresende herunternehme. Dafür habe ich anderes, die Neuerscheinungen, gelesen und kann die dann in den Bücherschränken liegen lassen, was auch nicht schlecht ist.

Ich lese alle Rezensionsexemplare, die ich bekommen, bei den anderen Blogs habe ich gemerkt, daß das gar nicht mehr so ist und die schreiben, wie kürzlich “Herzpotensial” auch etwas davon, daß das Bloggen sie in die Nähe eines Bücherburnouts brachte, beziehungsweise ihr Leseverhalten veränderte.

Letzteres stimmt für mich, obwohl ich da von keinem unter Druck setzen sprechen und das auch nicht negativ meinen würde, auch. Aber natürlich fühle ich mich verplichtet Rezensionsexemplare zu lesen und zu besprechen. Ich bespreche aber jedes Buch, das ich lese, schon weil ich meine Besprechungen, Rezensionen würde ich sie nicht nennen, als meine persönliche Erinnerungsstützte betrachte. Deshalb spoilere ich auch sehr und fordere niemanden zum Lesen oder Kaufen der Bücher auf und fühle mich den Verlagen, auch wenn ich angefragt habe, auch nicht verpflichtet und ich kann auch schreiben, daß da eigentlich überhaupt kein Druck kommt.

Den scheinen sich die Blogger vielleicht selber zu machen und wenn ich, was jetzt nicht mehr so oft möglich ist, weil der “Morawa” um halb sieben statt um sieben schließt, durch eine Buchhandlung durchgehe, um in die “Alte Schmiede” zu kommen, schaue ich mir die Bücherstapeln an, freu mich, wenn ich das und das Buch schon glesen habe und fühle mich ein bißchen unwohl, wenn ich es beispielsweise auch gerne haben aber noch nicht bekommen habe, was derzeit eigentlich nur bei Ljuba Arnautovics “Im Verborgenen”, so ist, weil ich mir “Wiesengrund” beim Literaturhausflohmarkt gekauft habe und jetzt auch nicht weiß, wann ich es lesen werde, außer wenn es auf die Bp-Liste kommt, dann werde ich es vorziehen und das Mareike Fallwickl Buch soll jetzt doch zu mir kommen und ist schon unterwegs.

Und ich habe, was man vielleicht ein bißchen, als unter Druck setzen verstehen könnte, von Jänner bis jetzt  Rezensionsexemplare gelesen und nur vier Bücher von meiner Backliste, obwohl ich da an die fünfzig sehr Interessante stehen habe. Voriges Jahr war das auch so, da habe ich auch von Mai bis Mitte August die Liste so gut es ging, hinuntergelesen, denn im August habe ich  schon wieder brav die dBp und die östBp-Liste angefragt und ein paar Verlagsschauen habe ich mit meinen Wünschen auch bekannt gegeben.

Das wird heuer auch so sein, daß ich, wenn ich Glüück oder Unglück habe, ich stehe da wirklich in der Mitte und habe vorige Woche auch noch ein paar Rezensionsexemplare angefragt, bis August mich durch meine Bücherschrank und Aberkaufsschmankerln lesen kann.

Im August fahren wir eine Woche in die Schweiz und da liegen schon einige diesbezügliche Bücher im Bad. Die Buchpreisbücher werde ich wieder anfragen, höchstwahrscheinlich, hoffe aber, daß ich bei den fünzig Rezensionsexemplaren, die ich dieses Jahr schon gelesen habe, einige darunter sein werden und ein paar Vorschauen habe ich auch ausgefüllt und da fällt mir das Zurückkhalten ja immer schwer, weil mich, wie schon erwähnt, eigentlich alles interessiert und ich gerne alles lesen will.

Das mittelt sich dann aus, weil nicht alles zu mir kommt und ich die Backlist dann im Dezember oder so gegen die, der neuen Liste austausche, denn, daß ich da was Tolles liegen lassen, bringe ich, ich habe es probiert, nicht zusammen und denke auch, warum sollte ich das?

Es gibt wichtigere Probleme, als daß ich zuviele Bücher bei mir  stehen habe und unter Druck setzen sie mich nicht, so daß ich keinen Verlag auffordern möchte, weniger zu verlegen und auch niemanden, weniger zu schreiben, weil ich ja mit Recht fürchte, daß ich es bin, die dann, weil es so viele Bücher gibt, auf meine Anfrage, ob ich ein Rezensionsexemplar schicken soll, abgelehnt werde.

Das heißt, das tue ich nicht wirklich, schreibe bei meinen Buchpromotionen aber immer, daß ich welche verschicke und die Idee einer Leserunde bei einem neuerschienenen Buch würde ich auch gern aufrechterhalten und da habe ich ganz vorsichtig, ein paar Leute angefragt und die besagten ausweichenden Antworten bekommen, daß man eben leider leider nicht alles lesen kann.

Das kann ich natürlich auch nicht, lese mich aber gerne kreuz und quer durch den Büchergarten, fahre  nicht schlecht dabei und habe meistens immer interessante Bücher entdeckt, so daß ich eigentlich, auch wenn ich die Übersicht vielleicht nicht immer habe und mich erst kürzlich darüber wundere daß ich von Colson Whitehead schon ein Buch habe und auch eines von Jaroslav Rudis, es nicht bedauere, daß es soviel Bücher gibt und eigentlich auch nicht fürchte, in ein Bücherburnout zu kommen und selbst, wenn, gibt es sicher viel Schlimmeres als das.

Doppelzüngige Kremser Pointen

InKrems gibt es nicht nur das NÖ-Literaturhaus  in Stein, wo ein Teil der “Literatur und Wein” stattfindet und die Kunstmeile mit der Minoritenkirche, wo eine zeitlang der “Kramer-Preis” vergeben wurde, es gibt auch die Galerie “Kultur Mitte” in der oberen Landstraße, wo ich höchstwahrscheinlich durch die Ruth hingekommen bin.

Jedenfalls hat sie dort eines ihrer Bücher vorgestellt, mit dem Robert Reisetexte gelesen und auch einmal eine Freundin hingebracht, die über die Mutter von Liszt referierte. Das letzte Mal war ich, glaube ich, anläßlich der Ausstellung zu “April in Stein” dort, bekomme aber regelmäßig die Einladungen, die gleich in Doppelpack zu mir kommen und und in zwei Wochen stellt die Ruth dort ihr neues Buch vor, da ist aber der Alfred in Amerika und ich in Wien beim “Augustin-Grillfest” höchstwahrscheinlich.

Aber heuer sind wir wieder mal am Freitag nach Harland gefahren, weil der Alfred vorher eine Vorlesung hatte und da habe ich eine Einladung zu einer Ausstellungseröffnung, kombiniert mit einer Buchpräsentation gekommen und weil ich ja in einem gewissen Rahmen sehr neugierig bin, habe ich dem Alfred vorgeschlagen,  hinzufahren und meine letzte Stunde so gestaltet, daß ich um fünf fertig war.

Denn der ehemalige Schuldirektor WilhelmMaria Lipp, 1955 in St. Pölten geboren, hat seinen ersten Gedichtband mit humoristischen Versen herausgegeben und das mit den Illustrationen des  1947 in Krems geborenen Zeichners Leo Leitner, der schon  2002 an Krebs verstorben ist, verbundern und da dessen Kinder jetzt einen Leo Leitner Förderverein gegründet und ein Werkverzeichnis herausgegeben haben oder werden, wurden seine Werke heute in der Galerie Wien Mitte präsentiert und die war sehr voll mit der Kremser Society.

Der Bürgermeister, der einmal Leo Leitners Arzt war, sowie die Tochter des Zeichners hielten einleitende Worte, Franz Kral der Galerie- Obmann, erzählte seine Schmankelrn zu dem Kremser Original, wie er ihn vorstellte und der Autor gab aus den vier Abteilungen seines Bandes jeweils Kostproben zum besten, die wie er es selbst bezeichnete, irgendwo zwischen Wilhelm Busch und Eugen Roth angesiedelt sind.

Also nicht unbedingt mein Literaturgechmack, aber ich schaue ja, wie ich immer schreibe, gerne über den Tellerrand. So hatte ich kein Problem damit und die Zeichnungen haben mir zum Teil auch sehr gut gefallen.

Es gab anschließend von der Tochter gestiftet, ein buffet mit großen Schinken und Bratenplatten, während es sonst ja eher Brötchen gibt und der Wein zur Selbstbezahlung ist. Diesmal war sogar ein Faß Bier aufgestellt, aber das ist nichts für mich, da ich mich ja fast auschließlich an Rotwein halte und während ich meine Bratenbrötchen gegessen habe, ist mir die KritLit und die Buchpräsenation von Robert Streibel zur Louis Mahrers “Bora” eingefallen und ich dachte, ich könnte  Franz Kral nach ihm fragen, denn der war oder ist ja  kommunistischer Gemeinderat und Louis Mahrer war Kommunst und als ich diese Namen aussprach, wurde mir gleich sein Sohn Wolfgang gezeigt, der mir sehr viel und freundlich von seinem Vater erzählte und als ich dann wieder zu meinem Platz gegangen bin, um meine Brötchen weiterzuessen, habe ich entdeckt, daß hinter mir ein Plakat hing, das auf die Buchpräsentation und Ausstellungseröffung zu Louis Mahrers “Bora” hinweis, die im April 2017 stattfand.

Da habe ich sicher auch die Einladung bekommen, aber nicht weiter beachtet. Man sieht die Stadt Krems ist eine kulturelles Fundgrube und wenn man aufmerksam genug ist, bekommt man auch die weniger bekannten Strömungen mit.

Zu Ruths Lesung werde ich wie schon erwähnt nichtbesuchen, bin aber gespannt, ob sie auch die Kremser  kulturelle Elite anzieht, aber wahrscheinlich muß sie da ihre Freunde mitbringen und ich habe ich Buch auch schon gelesen.

Schreckliche Gewalten

Jetzt kommt Buch fünf von meiner Backlist in diesem Jahr, um dieses Buchhandelsfachausdruck zu verwenden, den ich eigentlich nicht mag und Buch achtzen des dBp 2017, während die dBp-Jury 2018 zu der interessanterweise auch der “Kaffehaussitzer” gehört, der ja den “Buchblog-Award” gewonnen hat und schon bei den offiziellen Buchpreisbloggern war, also diese große Ehre nicht mehr gewinnen konnte.

Ich blogge ja seit 2015 für mich selbst und  die deutschen Buchpreisbücher 2017 und habe jetzt auch alle, siebzehn schon im vorigen Jahr beim offiziellen Lesen, mir Jakob Noltes “Schreckliche Gewalten” zum Geburtstag schenken lassen und Buch neunzehn und zwanzig,  “Schlafende Sonne” und Flugschnee” habe ich im Jänner bekommen, als wir zum Umtrunk der zum Geburtstag bekommmenen Riesenflasche geladen haben und “Schreckliche Gewalten” des 1988 geborenen Jakob Nolte, leider gibt es in dem “Matthes & Seitz-Bändchen” keine biografischen Angaben, so daß ich das erst googlen mußte, das im Vorjahr auf der Longlist stand, ist sicher ein sehr interessantes Buch.

Ob es leichter oder schwerer zu lesen, als Lehr “Schlafende sonne” ist, wird sich, wenn überhaupt, erst nächstes Jahr entscheiden. Es ist aber nicht, wie ich irgendwie dachte, ein Wehrwolfroman, sondern Nolte wird mit Schwitters und dem jungen Georg Klein verglichen, von der experimentellen Sorte und auch der berühmte Satz, der vor einem dreiviertel Jahr überall herumschwirrte:  “Eines Nachts verwandelt sich Hilma Honik in ein Monster und tötet ihren Mann. Ihre Kinder sind von nun an fortan auf sich selbst gestellt. Iselin entscheidet sich dafür in Bergen zu bleiben und Edvard bereist die Ränder der Sowetunion auf dem Weg nach Afghanistan”, steht nicht am Anfang des Buches, wie ich dachte oder in einigen Rezensionen gelesen habe, sondern am Buchrücken und damit ist eigentlich schon alles gesagt oder gar nichts, denn es ist, wie wahrscheinlich schon aus dem bisher Geschriebenen klar wird, kein Buch von dem man den Inhalt so einfach herunterspoilern kann.

Es scheiden sich an ihm auch die Geister, wurde es von einigen doch als sehr toll von anderen wieder als eher enttäuschtend bewertet. Je nach dem von welcher Seite man kommt wahrscheinlich. Hat man sich einen spannenden Wehrwolfroman erwartet, ist man enttäuscht, liebt man Kurt Schwitters oder Georg Klein ist man das wahrscheinlich auch und ruft noch immer: “Warum stand es nicht auch auf der Shortlist oder hat sogar den dbp 2017 gewonnen?”

Ich bin wieder in der neutralen Mitte. Habe mir, ich gebe es zu, etwas anderes erwartet, habe aber vor kurzem Wandeler-Deck und zwar noch nicht Schwitters, aber schon Georg Klein gelesen, habe wie beim “Buch der Zahlen” nicht viel verstanden. Aber irgendwie immer den Eindruck, daß das ein sehr interessantes Buch ist, das ich da lese und es mir deshalb auch zum Geburtstag gewünscht, da ich es von “Matthes&Seitz” nicht bekommen habe.

Es ist auch außerlich ungewöhnlich “Schreckliche Gewalten und Jakob Nolte” steht ganz klein und ganz oben am Cover, “Roman und Matthes & Seitz Berlin” ganz klein unten. Sonst gibt es ein schwarzes Viereck, das bunt umrandet ist, hinten den oben zitierten Satz und Schande über “Matthes & Seitz”, weil mich das ja immer sehr stört, keine biografischen Anfgaben.

Das Buch besteht dann ähnlich, wie das Cover aus überschriftlosen Kapitel oder Abschnitten, die zwischen einer Zeile und mehreren Seiten variieren und aus zwei Teilen, der erste “Honik” genannt, so heißt besagte norwegische Familie und einen kürzeren zweiten, die zwischen “Frühling”,”Sommer”, “Herbst” und “Winter” unterscheidet und das Leben einer Hyänenfamilie in den afhghanischen Bergen schildert.

Man sieht nochmals, es ist sehr kompliziert und es wird auch im ersten Teil munter hin und hergesprungen und von besagter Wilma Honik ist eigentlich sehr wenig die Rede. Es kann aber sein, ich habe etwas überlesen, denn das Buch springt hin und her. Namen werden ein und wieder ausgeführt, Geschichten erzählt und die Gewaltgeschichte, um auf den Titel zurückzukommen von den Neunzehnsechzigerjahren aufwärts, das besagte Ereignis passierte, glaube ich, 1974 in dem norwegischen Städtchen Bergen, zitiert, den Terroranschlag von München 1972 beispielsweise, Flugzeugentführungen, den schwarzen September und auch Schwesterchen Iselin, die sich ja für Bergen entschied, gründet eine Wohngemeinschaft und setzt sich hier mit zwei anderen Frauen für die Rechte der Prostiutierten ein, in dem sie sie als Geisel nimmt, während der Bruder von Riga aus über Kiew und odesser nach Afghanistan will, sich da auch mit zwei Männern zusammentut und ein norwegisches Flugzeug entführt und dabei einen Anschlag macht.

Es passiert aber auch viel Banaleres in dem Buch. Eine Kuh wird entführt und es wird, glaube ich, auch behauptet, daß die Erde eine Scheibe ist und der Mond im Inneren hohl ist.

Pessoa und Mandelstam werden zitiert. Über Pessoa steht auf Seite zweihundertvierunddreißig “Pessoa war ein loses Kollektiv von Vielschläfern, Protopunks und Hysterikern, deren Hauptwerk  das Buch der unsichtbaten Langweile, eine recht aufwendiger poetisierte  Alltagsbeschreibung darstellt. Aphorismen, wie “Der Besitz besitzt den Besitzer” oder “Ein Roman ist die Geschichte dessen was nie war” machten es der Intellegenzia der Partei einfach, sie für ihre Sache umzudeuten.”

Und über Mandelstam heißt es: “Ossip Mandelstam war ein russischer Schriftsteller. Er schrieb Gedichte gegen alles, wofür Stalin einstand (sowohl als Politiker als als Mensch). Mandelstam unterstellte Stalin beispielsweise, dass er Himbeeren mochte. Mandelstam konnte auch nichts mit diesem Schnurrbart anfangen oder dem Gulag oder der Tatsache, dass er seine Meinung nicht ändern durfte. Er verfasste Gedichte gegen die Unterdrückung. Daraufhin kam er in Gefängnis und wieder ins Gefängnis und starb im Dezember 1937 unter den entsetzlichen Bedingungen eines sowetischen Arbeitslager. Heutzutage gilt er als einer der wichtigsten Vertreter der höheren russischen Zensur.”

Es gibt aber auch Haikus oder was sich Noltes Protagonisten darunter vorstellen, wie:

“Dümmer als

Schlau Fauler

Als Wach”    oder

“Viele Dinge

Wären

Romantisch”

oder die Beschreibungen des Inhaltes der Rucksäcke, die Iselin und ihre Gefährten auf ihre Exkursionen mitnehmen:

“Moiras Rucksack

-2 Maschinenpistolen

-3 Kurvenmagazine a 30 Patronen

-2 Sturmmasken

-1Beutel für Wertsachen

-Unterwäsche

-Brems Tierleben, Band 2: die Vielfüßler, Insekten und Spinnenkerle (1915”)

Und so weiter und so fort. Ich könnte hier noch seitenlang interessante Textstellen anführen, der “BH” wird beispielsweise mit dem Begriff des “Metiers” verglichen. Es wird erklärt, was ein “Brimborium ist und “Zwei Arten zu sterben”:

“Peng peng peng

bla bla bla”

Man sieht, es ist wirklich kein herkömmlicher Werwolfroman. Wahrscheinlich nicht einmal eine Satire darauf. Aber sicher ein interessantes Buch, was wieder einmal die Bandbreite der besten belletristischen Neuerscheinungen eines Jahres deutlich macht und nun lese ich auf meiner “Backlist” weiter.

Da steht ja noch sehr viel Interessantes darauf, warte auf weitere Rezensionsexemplare und bin natürlich auf die Longlist des dBp 2018 schon sehr gespannt und rate, wieviele Bücher ich davon schon gelesen habe werde…?

Und um noch auf einen Bloggerartikel zu reagieren, wieviel Druck das Bloggen machen und, wie sehr es einem die Freude am Lesen nehmen kann, den ich bei “Herzpotenal” kürzlich las.

Nein, ich bin nicht davon betroffen. Ich lese immer noch neugierig und begierig über den Tellerrand und schreibe oder spoilere dann meine Besprechungen für mein persönliches Erinnerungsarchiv eher locker hinunter, weil mich die Flüchtingkeitsfehler, die ich dabei vielleicht übersehe, eigentlich nicht wirklich stören und ich mich auch immer noch darüber freue, wieviel Bücher es gibt und, wie unterschiedlich man schreiben kann.

 

Haut, ein Stück

Oder ein Stück Haut oder eine trans-poetik-performance, die Marion Steinfellner, Herbert J. Wimmer und der experimentelle Musiker Michael Fischer nun schon zum fünften Mal im Literaturhaus aufführen.

Nach Wasser, Lich, Wald, Salz, war jetzt die Haut ein lebenswichtiges Element, wie Barbara Zwiefelhofer in ihrer Einleitung erklärte, an der Reihe und die Sessel waren wieder an den Rand gestellt.

Herbert J. Wimmer und Marion Steinfellner in schwarz und die Performance wird offenbar immer professioneller, so lagen diesmal kleine rote Einladungskarten auf, so daß ich die Textschnipsel von da hoffentlich fehlerfrei übernehmen kann:

“haut ist eine tanzkonstante

haut ist eine augenblicksschlange

ein lippenhautkörper

ein lippenkörper

 

wo und wie stark: spüren

wo und wie stark: mitteilen

 

schlangenkörperhaut

ich bin ein augenblick

klangsamtschlängelnd

ich ist ein augeblick

 

my skin is your blanket

your skin is my blanket”

Aneinandergeschmiegt Körper an Körper, stehend oder sitzend mit ausgestreckten Beinen wurden diese Textpassagen und auch andere, obwohl es diesmal, glaube ich, etwas weniger Textlastig, als früher war, performiert.

Dann kam, das war, glaube ich, auch eher neu eine länger Tanzeinlage von Herbert J. Wimmer bevor sich Marion Steinfellner ihrer Hose und ihres Oberteils entledigte und sich von Herbert J. Wimmer mit Packpapier einhüllen und zukleben ließ.

Eine wilde Tanzperfomance, der Buthotänzerin folgte, die schon vorher das Publikum in Deutsch und Englisch zum Mittanzen aufgefordert hat.

Drei Stücke wurden diesbezüglich ausgewählt und wenn ich mich nicht irre, war die Tanzbeigeisterung diesmal etwas verhaltener als im letzten Jjahr und nachher standen alle rauchend auf der Straße, wenn man sich nicht am Büchertisch die Wimmer Bücher anschaute, sich die “Kolik“kaufte in der die Texte der letzten vier Performances enthalten sind, die sicher eine spannende experimentelle Literaturvariante sind, beziehungsweise sich die Ausstellung von Alfred Goubran und dem Fotografen Gerhard Maurer “WO ICH WOHNE BIST DU NIEMAND”, die es im Literaturhaus derzeit gibt, anschaute und vorher war ich noch, damit ich es nicht vergesse, bei meinem zwei Personen Workshop in der Spengergasse und da sind wir mit dem George Orwell, bis zur Seite sieben gekommen, um alle im englischen Original enthaltennen Metaphern und poetischen Vergleiche aufzuspüren.

Anton Wildgans-Preis 2018

Angela, Josef, Eva © Industriellenvereinigung – Elisabeth Kessler

Angela, Josef, Eva © Industriellenvereinigung – Elisabeth Kessler

Den “Anton Wildgans-Preis” der seit 1962 von der Industriellenvereinigung vergeben wird, gibt es seit 1962 und wird wie es so schön heißt, an Autoren, die schon ein Werk geschaffen aber auch noch eines vor sich haben, vergeben und wie man auf “Wikipedia” nachlesen kann, hat ihn schon das “Who ist who der österreichischen Literatur bekommen.

Derzeit sind Barbara Neuwirth, ebenfalls Preisträgerin, Marianne Gruber, Ehrenprädisdentin der “Gesellschaft für Literatur” und ein Herr Johann Holzner, Mtglied der Jury und ich bekomme seit 2011 seit Arno Geiger den Preis bekommen hat, eine Einladung. War also seither dabei, nur im Vorjahr, wo Robert Seethaler, der Preisträger war, nicht, denn da bin ich ja mit der Ruth und dem Alfred um den Bodensee geradelt, aber heuer, wo die experimentelle Aurtorin Sabine Scholl den Preis bekommen hat, wieder.

Mit ihrem Vater, einem älteren Herrn im Steireranzug, habe ich das Haus der Industrie betreten und dann gab es wieder, wie in den letzten Jahren, Musik des Damensaxophonquartetts, Marianne Gruber hielt diesmal die Laudation und las ein Gedicht der Autorin, das sehr stark an das Wildgans Epos “Ich bin ein Kind der Stadt, die Leute meinen und spotten weithin über einen, daß solch ein Stadtkind keine Heimat hat…” angelehnt war und folgendermaßen lautete “Ich bin ein Kind des Alten, des Kalten hielt mein Ohr hin und wartete auf den Übergang  abgeschoben, ein Kind von Kindern des zweiten Welt umfassenden Kriegs.”

Ich habe von der experimentellen Autorin die auch Professorin in Leipzig und am Institut für Sprachkunst ist, nicht sehr viel geselesen, war aber bei der Vorstellung ihres Krimis in der “Gesellschaft für Literatur” und von “Die Füchsin spiricht”, was Marianne Gruber in ihrer Laudatio erwähnte, habe ich auch schon etwas gehört.

Dann kam die Preisverleihung und die Dankesrede, bis auf die Minute genau im Programm fixiert, die sich auf ein Gedicht von Anton Wildgans bezog. Petra Hartlieb hat wieder den Büchertisch gemacht. Es gab Brötchen und süße Sachen.Ich habe mich mit der Angela und ihrem Partner unterhalten. Susanne Ayoub, Arno Geiger und andere Prominete gesehen. Fotografiert wurde ich auch, mal sehen, ob ich das Foto im Blog präsentieren kann.

Pfingstmontag-Retreat

Über meine Pfingstrituale habe ich schon öfter geschrieben. Als Studentin, junge Psychologin und eifrige Besucherin des Klubs der logischen Denker bin ich da auch  einige Male mit dem Herrn Lembacher nach St. Gallen, Steiermark zum Pfingsttreffen mitgefahren.

Das war in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts, später bin ich vielleicht einmal zum Frans nach Holland gefahren und noch später waren wir in Harland Radfahren und so seit einigen Jahren, wenn es geht, nach Nussdorf an der Traisen zum Pfingstfest und richtig, davor war ja auch einmal so ein Fest für Friederike Mayröcker, glaube ich in Mürzuschlag wozu die GAV eingeladen hat, der Alfred hat mich am Pfingstsamstag von dort abgeholt. Wir wollten eigentlich auf den Hochschwab, aber leider hat es geregnet. Als der Alfred vor einigen Jahren zu Pflingsten irgendwo war, ich glaube, in Rumänien, habe ich einen Lesemarathon veranstaltet und im Vorjahr, da war er in Amerika, bin ich, glaube ich, endlich in die Seestadt hinausgekommen und habe am Tag darauf mit der Ruth, die ja jetzt, glaube ich, mit Erika Brunngraber am Gardasee sitzt, den öffentlichen Raum erforscht und einmal, da war der Alfred auch nicht da, ich glaube es war 2006, da gabs ein großes Bachmann-Spezial zu einem runden Geburtstag, eine Ausstellung im Palais Palfy, einen Stadtspaziergang durch das “Ungarngassenland” und zum Cafe Raimund, wo ich, glaube ich, zum ersten Mal von Hans Weigel “Unvollendeter Symphonie” hörte, die ich ja inzwischen gelesen habe und heuer war es wieder mal besonders hektisch und auch anders, obwohl der Alfred fährt ja schon seit einigen Jahren zu Pfingsten auf einen Betriebsausflug, am Pfingstmontag.

Deshalb wollten wir zuerst auch nicht nach Harland, aber ich wollte ja zum Pfingstfest nach Nussdorf an der Traisen radeln.  Vorher gab es am Donnerstag und am Freitag den literarischen Lenz im Centrope und da wollte ich auch hin.

Der Alfred war am Freitag, wie meist an seinem Altersfreizeitfreitag in Harland bei seiner Mutter, die jetzt langsam dieOrientierung verliert, um elf Uhr abends aufsteht, die Türen aufläßt oder nicht öffnet. So wollte er mit dem Pflegedienst sprechen, aber die hatten keine Zeit, zum Arzt zur Blutabnahme wollte er mit ihr auch, aber der oridiniert immer noch im ersten Stock und hat keine Zeit für Hausbesuche. So war es ihr, glaube ich, zu anstrengend, was zuerst zu einer Prellung und dann am Samstag morgen. als wir nach Harland wollten, zu einem Anruf von der Anna führte, die Oma hat um zwei Uhr früh den Notknopf gedrückt, weil sie nicht vom Fernsehsessen aufkonnte, lag am Boden und ist jetzt im Spital, wo zwar nichts außer der Prellung gefunden wurde, sie aber noch einen Tag zur Beobachtung bleiben sollte und den Alfred durcheinanderbrachte und wir wußten nicht, ob wir nach Nussdorf radeln, er zum Pfingstausflug nach Budapest, die Brüsselreise, die er vor einer Woche mit seiner Gewerkschaftsfraktion machen wollte, ist wegen eines Streiks einer anderen Gewerkschaft ins Wasser gefallen und nächste Woche mit dem Karl für ein Monat wieder in die USA fliegen kann?

Das scheint inzwischen geregelt, die Oma  wieder zu Haus, hat eine Abendbetreung, der Alfred ist, glaube ich, schon in Budapest, im Orbanland, angekommen und ich hatte vor in Wien einen Pfingsmontag-Retreat zu machen, sprich so viel wie möglich an der “Unsichtbaren Frau” zu korrigieren, damit die endlich einmal an den Alfred zur Druckfertigstellung gehen kann.

Ich schreibe ja jschon seit Herbst daran und bin da, wie ich, glaube ich, auch schon geschrieben habe, wieder in einer Art Krise, denn was sollte ich da anderes , als es ist ohnehin egal und ich kann und schaffe es nicht, denken, wie mir der Uli, der sich jetzt ja nicht mehr meldet, mir schon oft genug erklärte und die Idee des neuen Werks ist auch nur recht vage und ich weiß nicht recht, ob die Geschichte mit der Krankenschwester, dem Psychiater, der vielleicht wieder Theo Hardenberg heißt und dem feschen Chirugen, die die depressive Magdalena Kirchberg, die ihre Depression in der Pension ins Netz stellen will, auf der Kreuzung Pilgrammgasse Wienzeile sah, wirklich jemanden interessieren wird? Habe ich mir ja mit den Leserunden, die ich bei meinen letzten beiden Büchern machen wollen, sehr schwer getan und bin eigentlich damit gescheitert.

Aber gut, die “Unsichtbare Frau” wird fertig werden, dann mache ich mir wahrscheinlich oder hoffentlich im Juni, wenn der Alfred in Amerika ist, wieder ein paar schöne Schnuppertage und schaue, wie es mit dem nächsten Projekt werden wird und heute ist ja wieder Zeit für einen Writersretreat.

Zur Erklärung, ich habe mit der “Unsichtbaren Frau” diese Geschichte von der letzten Wahl und der jungen prekären Deutschlehrerin Amanda Siebenstern, die während der Nacht aktiven oder passiven Widerstand leistet und dort Donald Trump oder eigentlich eher einen reschen feschen Minister besucht, im vorigen Herbst begonnen. Da habe ich aber viel getrödelt und mir stattdessen lieber Wahlkampfvideos angeschaut. Trotzdem ist es nur ein halber Nanowrimo geworden, denn ich hatte am ersten November schon an die zehntausend korrigierten Worte und bin mit denen in die erste Halbzeit der fünfzehn kostenlosen Schreibmarathontage des Writersmarathon gegangen, habe da etwa vierzigtausend Worte geschrieben und den Rest dann bis Ende November und zum Korrigieren bin ich Anfang Dezember wieder ins Writiersstudio gegangen, denn da hatte ich ja einen Gutschein für einen kostenlosen Writerretreat. Lleider war ich an diesem Tag ein wenig krank und mit dem Korrigieren bin ich auch noch nicht fertig, weil ich derzeit während der Woche nicht wirklich dazu komme, so bin ich immer noch beim Szene für Szene korrigieren, bin damit bei Szene vierundzwanzig oder Seite siebzig.

Aber in Harland geht das nicht richtig, weil ich da keinen funktionierenden Drucker habe und so dachte ich fein, wenn der Alfred in Budpest ist, werde ich korrigieren und korrigieren und der schönen Ordung einen Artikel einstellen, der das beschreibt und sich “Pfingstmontagsretreat” nennt, denn wegen meiner vielen Stunden, habe ich in der letzten Zeit auch einige Abendtermine versäumt, was nicht wirklich etwas machte, weil ich derzeit sehr viel Rezensionsexemplare hatte oder habe, so daß stattdessen Buchbesprechungen kamen und Zeit für Zustands- oder Schreibberichtberichte, hatte ich in der letzten Zeit auch nicht wirklich, was auch nichts machte, denn ich kann ja nicht immer schreiben “Bin mit dem Korrigieren der “Unsichtbaren Frau” noch immer nicht weiter gekommen!”, weil das wahrscheinlich nicht nur dem Uli nicht interessiert.

Wir waren also gestern mit dem Auto zwei Stunden kurz in Nussdorf an der Traisen, weil vorher kam ein Krankenpfleger, um die Nachtbereuung zu besprechen. Dann holte der Alfred für die Oma und mich was vom Mc Donalds, er hat ein Grillhendl dort gegessen, ich einen Spritzer getrunken, mit den Herzingers geplaudert, Kirschen gepflückt und zurück zur Nachmittagsbetreuerin und dann nach Wien und da hatte ich schon die Idee, daß ich eigentlich wieder etwas über Bücher, es gibt ja soviele und bekommt man, wenn man bloggt ein Bücherburnout, wie man derzeit in einigen Blogs lesen kann und dann will ich  auch, weil ich ja jetzt zu meinem Schreibjubiläum eine Serie über mein eigenes Schreiben habe, noch einen Artikel über meine politischen Bücher schreiben. Aber wenn ich das mache, komme ich nicht zum Korrigieren und Schande über mich, wie mache ich das und eigentlich ist da ja ohnehin egal, weil es  außer mich eh niemanden interessiert und so weiter und so fort….

Jetzt ist es Mittag, ich liege mit dem neuen Strandkleid, das ich mir eigentlich für die Terrasse kaufte, im Bett, habe einen Spinatstrudel aufgetaut, der noch von Alfred letzten Betriebsratfest stammt, meine Artikel schreiben, dann Ralph Rothmanns “Im Frühling sterben”, ein Buch von meiner Backlist auslesen und die Writerretreats, wenn nicht noch etwas durcheinanderkommt, wohl auf den Juni verschieben, denn eigentlich geht es mit dem Korrigieren ohnehin ganz gut voran.

Auch wenn der Text noch nicht fertig ist, ist er sicher interessant und, daß ich in meiner Art ganz gut schreibe, glaube ich auch und wenn mir das niemand glaubt, ist mir das eigentlich auch egal, weil ich das ja, weil ich so viel lese schon selber ganz gut einschätzen kann.

Bin aber gerne, um die Probe aufs Example zu machen, bereit, an Blogger oder andere Interessieren Rezensions- oder Leseexemplare zur Verfügung zu stellen.

aber ich weiß schon, es gibt zu viele Bücher und wenn man bloggt kommt man leicht unter Zugszwang, obwohl mir das glückerlicherweise noch nicht passierte, obwohl ganz ehrlich, vor ein paar Tagen habe ich auch ganz freundlich eine freundliche Anfrage abgelehnt.

Cartoons zur Hochzeit

Jetzt kommt wieder was aus dem “Holzbaum-Verlag”, der zu meiner Freunde wieder etwas literarischer  wird, hat er doch im Vorjahr einen Thrillerwettbewerb ausgerufen und da wird im Herbst das Siegerbuch erscheinen.

jetzt geht es aber weiter mit der Cartoon-Reihe von der ich ja schon eine ganze Sammlung in den verschiedensten Größen habe und die “Cartoons zur Hochzeit” sind ein grün gehaltenes kleines Heftchen, in dem drei Heuchschrecken auf dem Cover zu sehen sind und die Pfarrerschrecke zur Braut “Sie dürfen jetzt den Bräutigam fressen!”, aha, gut in der Naturgeschichte aufgepasst oder jetzt wieder was dazu gelernt und das Thema Hochzeit scheint in Zeiten, wie diesen, wo es ja regelrechte Brautplanungsgesellschaften und solche Geschäfte gibt, die meine Klienten, wenn sie zu solchen Hochzeiten eingeladen sind, mehr als einmal stöhnen ließen, ein heißes Thema und das Büchlein ist sicher auch sehr gut als Präsent zur Hochzeitsfeier geeignet, man kann es ja in ein quadratischen Kuvert stecken und den meist dazugewünschten größeren Schein dazulegen oder es zu einem Röllchen formen und mit einer schönen Schleife dekorieren.

Herausgegeben ist es wieder von Clemens Ettenauer, gezeichnet haben die üblichen Wiederholungstäter Ari Plikat, der den Bräutigam die Braut praktischerweise gleich in die Küche tragen läßt, Dorthe Landschulz, wo sich der wahrscheinlich noch nicht Bräutigam, als beziehungsunfähig erklärt, weil er ihr beim Beziehen der Bettwäsche helfen soll, aber vielleicht ist es auch schon der Ehemann.

Egon forever ist, glaube ich, neu im Bunde der Holzbaum-Cartoonisten, HUSE läßt die Schnecken “zu mir oder zu dir?”, fragen und Jean la Fleur macht sich über die Burkaträgerinnen lustig in dem er “Jeder Topf findet seinen Deckel” postet, Katzi macht sich an die Statistiken und klärt dabei ein paar wichtige Fragen, etwa die “Wer bei der Hochzeit den meisten Spaß hat” oder “Was Singlemänner öfter kaufen als die die in festen Beziehungen leben”.

Marco Finkenstein klärt in seinem Bild die Eßgewohnheiten.  Markus Grolik führt den “Heirat-O-Mat” in das Büchlein ein und erklärt uns auch  wie “Bäcker ihre Heiratsanträge machen?”.

Cartoons von Matrattel und und Michael Dufek gibt es auch. Das Coverbild stammt von Olga Hopfauf.

Schilling & Blum läßt Pinguine verwirre “So, so – ich sehe also aus wie deine Deine-Ex”, aber vielleicht sind das auch Burkaträgerinnen, die diese Frage stellen können? Uwe Krumbiegel läßt “die Pfunde purzeln”, ein böser Cartoon füge ich die politisch korrekte Gutmenschin gleich hinzu, am Schluß erfahren wir noch etwas über “Jin und Jan inder Ehe” und wär es noch genauer will, kann sich am Beschreibungstext orientieren:

“Wie sieht der Heiratsantrag eines Bäckers aus? Warum beenden Polygamisten eine Beziehung? Wie arbeiten Scheidungsfotografen? Und wer hat bei der Hochzeit eigentlich am meisten Spaß? Diese und andere Fragen werden hier beantwortet.”

“Aha!”, kann man da nur sagen und nach dem Büchlein greifen, das auch nur wohlfeile fünf Euro kostet.

Und Marx stand still in Darwins Garten

Nun kommt, etwas verspätet zum zweihundertsten Geburtstag, ein Buch über Marx oder eigentlich ist es doch eher eines über den berühmten Naturforscher Charles Darwin, denn die am Bodensee aufgewachsene Germanistin und Journalistin Ilona Jerger entdeckte, daß beide Herren nicht nur ungefähr zur selben <Zeit gestorben sind, sondern sie haben auch in unmittelbarer Nähe gelebt.

Marx in seinem Exil in London mit seiner Haushälterin Lenchen, die ein Kind von ihm hatte, seine Frau Jenny ist kurz vor ihm gestorben,  Charles Darwin mit seiner gottesfürchtigen Emma und dem Pudel Polly in der Nähe Londons und obwohl der Buchtitel es vermuten ließe, sind die beiden sich nie begegnet, wie Ilona Jerger in ihrem Nachwort schreibt, in dem sie auch sehr schön erläutert, wie das Schreiben von biografischen Romanen, das mich ja sehr interessiert, vor sich geht.

Einige in dem Buch vorkommenden Personen, wie Marx und Engels, Darwin und sein Vetter Francis Galton sind rela existiert habende Personen und dann gibt es wieder die erfundnen, wie den freidenkenden Arzt Dr. Becket, der das Verbindungsglied zwischen Marx und Darwin stellt.

Denn das Buch spielt 1881, Darwin in den Siebzigern, erforscht gerade das Leben der Regenwürmer, seine fromme Frau leidet unter seiner Gottlosigkeit und überlegt, daß sie ihn dann ja nach seinen und ihren Tod nie wieder sehen wird können, denn ein Ungläubiger kommt ja nicht in den Himme und da er sehr leidend ist, wird er von Dr. Becket betreut, der ihm erzählt, daß er jetzt auch einen anderen berühmten Patienten hat, nämlich den sechzigjährigen Marx, den sein letzter Hausarzt wegen  seiner Zahlungsunfähigkeit verlassen hat, denn Marx  lebt in seinem Exil unter ziemlich prekären Verhältnissen, das Silber wird ins Pfandhaus getragen, obwohl Friedrich Engels seinen “Mohr” wie Marx genannt wird, sehr unterstützt und auch bereit ist Dr. Beckets Rechungen zu bezahlen.

Der Arzt erzählt beiden Patienten vom jeweiligen anderen und schummelt dabei auch ein wenig. Denn Marx hat dem berühmten Naturforscher zwar einmal sein “Kapital” mit Widmung geschickt und der hat sich auch brav dafür bedankt. Hat es aber nicht gelesen, denn der Naturforscher ist ja, obwohl von Gott abgewandt, eigentlich sehr büerglich und hält so nicht besonders viel vom Kommunismus.

Dr. Becket eher schon und so ist er auch erfreut, daß Marx einmal bei einem Abendessen bei den Darwis war. Da war nicht nur Emmas Hausgeistlicher, sondern auch drei Herren, die von einem Kongreß aus London kamen und mit Darwin diskutieren wollten, eingeladen. Einer davon war Marx Schwiegersohn und der hat ihn gleich mitgebracht, was zu peinlichen Szenen während des Mahles führte, denn die fromme Emma hält nicht viel von Kommunisten und Gottesleugnern, obwohl sie dem Heiseren bereitwillig durch den ebenfalls fiktiven Diener Joseph Hustensaft offerieren läßt.

Der Priester fällt infolge des Disputes vom Sessel, was zu einem dramatischen Höhepunkt der Szene führt, Marx geht mit Darwin indessen in den Garten und der steht dort still herum, erstens weil ihm die Ärzte das Schweigen emphlen haben, zweitens weil er vielleicht nicht soviel mit Darwin diskutieren will und in den folgenden Kapiteln kommt es zu zwei weiteren Todesfällen.

Zuerst stirbt der Ältere, Marx kommt zum Begräbnis und vorher ließ Emma auch den Priester holen, zündete die Kerzen an und bittet ihn um die heiligen Sakramente, die Darwin aber verweigert.

Marx ist etwas später, nämlich 1883 gestorben und wird auf dem Highwigate Cemetery, in dem Grab beerdigt, in dem schon seine Frau Jenny liegt, die 1881 an Krebs verstorben ist.

Darwin hatte, obwohl von der Kirche ausgestoßen ein, wahrscheinlich gegen seinen Willen, kirchliches Bebgräbnis und Detail am Rande wie Ilona Jerger schreibt, der Hund <polly ist nur einen Tag später als Darwin gestorben.

Ein interessantes Buch, das sicher einen kleinen Einblick in das Werk der beiden großen Köpfe geben kann. Wer also nicht gleich das “Kapital” oder das “Kommunistische Manisfest”, das ich ja in den berühmten DDR-Ausgaben irgendwo in meinen Regalen stehen habe, beziehungsweise “Über die Entstehung der Arten” oder das “Buch über die Regenwürmer” lesen will, kann hier ein bißchen in das Leben und Wirken der Beiden eintauchen.

Darwin ist in dem Buch ein größerer Platz eingeräumt. Hier begleiten wir ihn durch mehrere seiner Träume, die ein bißchen sein Leben und sein Werk erklären. Marx kommt ein bißchen weniger vor.

Trotzdem hat man nach der Lektüre, glaube ich, ein gutes Zeitbild bekommen und, daß Marx und Darwin gleichzeitig gelebt haben ist sicher eine Erkenntnis, die vielleicht nicht so präsent ist. Zumindest schreibt auch Ilona Jerger in ihrem Nachwort, daß ihr das gar nicht so bewußt gewesen ist.

Elfter literarischer Lenz mit slowenischer Literatur

Den literarischen Lenz im Centrope, die Maiveranstaltung, die Stephan Teichgräber zur Literatur Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und Österreichs organisiert, gibt es nun schon zum elften Mal.

Ich war leider nur einmal vor drei Jahren dort. Vorher ist die Veranstaltung irgendwie an mir vorbei gegangen, obwohl ich Stephan Teichgräber schon seit der Zeit kenne, als er die Veranstaltungen der Szene Margareten organisierte und mich dazu eingeladen hat.

Vor zwei Jahren waren wir wohl in Kroatien und im Vorjahr ist der Alfred gerade aus Amerika zurückgekommen oder dorthin gefahren. Da habe ich aber das Centrop Workshop besucht und mit Stephan Teichgräber und Jakob Eder sozusagen ein Semester lang die dort vorgestellte Literatur diskutiert.

Jetzt gibt es den Utopie-Workshop und im vorigen Semester den zur Partisanenliteratur, dafür geht es sich diesmal aber wieder aus, das Theaterbrett in der Münzwardeingasse zu besuchen. Da heißt, ich habe mir das so organisert, daß wir erst Samstagfrüh nach Harland fahren, denn da ist ja Pfingsten und da will ich gerne wiedermal zum Pfingstmarkt nach Nussdorf an der Traisen.

Stephan Teichgräber ist ja wirklich ein unermüdliches Original und es verdient ihm großer Dank, daß er in der Dokumentationsstelle in der Spengergasse Vorträge und Wirkshops organiert, auch wenn da nur ein oder zwei Leute hinkommen und das kleine, aber feine Festival in der Münzwardeingasse, wo man ein paar bekannte Österreicher und dann meist für mich unbekannte Tschechen, Slowaken oder Ungarn in der Originalsprache und der Übersetzung hören kann.

So war es auch heuer. Es begann Anna Weidenholzer mit ihren “Herren, die die Seesterne” tragen, ein Buch, das ich ja schon gelsen habe und Anna Wiedenholzer, glaube ich, daraus auch einmal in Göttweig lesen hörte und das ist ja interessant, denn das “Literatur und Wein Festival” ist ja immer bummvoll und sauerteuer ist es auch. Während das kleine tschechische Theater meist ziemlich leer ist, es aber eine interessante Literatur dort zu hören gibt und meist ziemlich übersehen wird.

Stephan Teichgräber führte mit der Autorin ein Gespräch und fragte sie und das war für mich, die mittlerweile einzige Utopie-Workshopteilnehmerin, interessant, ob ihr Roman utopisch ist, weil ja der Karl seine Interviepartner die er zum Thema Glück befragt, M1-.. bzw. F2-… nennt und erwähnte, daß ja Jewegnij Samjatin in “Wir” seinen Personen auch Namen und Buchstaben gibt. Ich weiß nicht, ob Anna Weidenholzer, die Anspielung verstanden hat? Sie hat jedenfalls eifrig genickt. Dann kam der 1978 in Bratislava geborene Ondrej  Stefanik, der so, wie der tscheoslowakische Staatsgründer heißt und der las aus seinem Roman “Ich bin Paula” für den er, glaube ich, einen Buchpreis gewonnen hat, auf Tschechisch, während die deutschen Übersetzungen von Studenten einer Schauspielschule gelesen wurde.

Dann wurde es Ungarisch und Zoltan Lesi, der seit sieben Jahren in Wien lebt, habe ich, glaube ich, schon im Literaturhaus gehört. Der hatte einen Gedichtzyklus, der sich mit transgender Sportlern die in der Olympiade 1936 in Berlin aufgetreten oder nicht aufgetreten sind, beschäftigte. Das gab eine interessante Dikussion und Vratislav Manacks Text, der 1988 in Westböhmen geboren wurde, wurde nicht nur ins Deutsche sondern auch ins Ungarische übersetzt und am Schluß wurde es wieder österreichisch und bekannt, denn Franzobels “Floß der Medusa” mit dem er den bayrischen Literaturpreis gewonnen und auf der Shortlist des dBps gestanden ist, habe ich ja nicht nur bei den O-Tönen gehört sondern vor zwei Jahren in der “Alten Schmiede” auch in einer Vorschau, als das Buch noch nicht erschienen war.

Dann gabs wieder Brötchen und Gelegenheit zu Gesprächen in verschiedenen Sprachen, wie im Programm angekündigt war und am Freitag ging es am Nachmittag mit einem Vortrag zur slowenischen Literatur im “Doml” weiter, obwohl die eigentlich nicht zum “Centrope” gehört, Ivan Cankar aber, der große slowenische Dichter einige Zeit in Wien gelebt hat, so daß es für Stephan Teichgräber in Ordnung war Jana Vollmaier Lubej, die derzeit in Wien eine Gastprofessur hat, einzuladen, um über die “Multikultalität, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kontakte bei der modernen slowenischen Literatur zu sprechen. Ich war die einzige Zuhörerin und habe so wieder ein Privatissimum über die bedeutensten slowenischen Schriftsteller bekommen, die ja auch öfter in der “Alten Schmiede”, im Literaturhaus oder bei der “Buch-Wien” zu hören sind.

So habe ich Drago Jancar schon öfter in der “Alten Schmiede” gehört, von Boris Pahor die “Villa am See” gelesen und von Lojze Kovacic, das waren die Beispiele die Jana Vollmaier Lubej brachte, habe ich auch schon einiges in meinen Regalen. Sie erwähnte dann noch einen jungen, 1980 geborenen Dichter Goran Vojnovic, dessen Roman “Vaters Land” bei “Folio” erschienen ist und Gabriela Babnik, die, glaube ich, noch nicht auf Deutsch übersetzt wurde, sich aber in ihrem Werk viel mit Akfrika beschäftigt und auch einige Zeit dort gelebt hat.

Dann hatte ich noch eine Stunde, bevor es wieder in die Münzwardeingasse ging und hier eröffnete Mechthild Podzeit-Lütjen mit der ich eine Zeitlang in der “Frauen lesen Frauengruppe” des ersten Wiener Lesetheaters war, die sich inzwischen  Jonke nennt oder nannte. Sie stellte den Band “welch eine liebe der geheime grund”, vor, der, glaube ich, vor zwei Jahren erschienen ist, aber Gedichte enthielt, die ich noch von derZeit kannte, wo wir gemeinsam gelesen habe und las dann eine sehr poetische Geschichte, die von Blutrache und einem Mann, der seine Familie bei einem Flugzeugabsturz verlor, handelte.

Poetisch ist es dann auch geblieben, denn die 1947 slowakische Schauspielerin und Autorin Zusanna Ciganova beschäftige sich in ihrem Buch “Aksal oder Ebeil” mit der Liebe, während die 1968 geborene Ungarin Virag Erdös sehr schöne und auch sehr politische Gedichte vortrug, Balladen, die auch vertont sind, die ungefähr so klingen:

“He sagt schon ihr Klugscheißer, wie soll es sein, wen schmeißen wir raus, wen lassen wir rein?”, die sich, wie im Gespräch deutlich wurde, auch an Demostrationen in Budapest beteiligt oder solche organisiert.

Reinhard Kaiser-Mühleckers “Fremde Seele dunkler Wald” habe ich auch schon gelesen, weil es ja 2016 auf beiden Buchlisten stand und es bei der deutschen soar auf sie Shortlist schaffte und der wie Stephan Teichgräber zitierte von Peter Handke aos zwischen “Stifter und Hamsum” bezeichnet wurde. ich habe von ihm schon zwei andere Bücher gelesen und war auch auf mehreren  Lesungen und am Schluß wurde es audiovisuell, es ging nämlich um einen Comic des 1984 geborenen und in Prag lebenden Marek Sindelka “Heilige Barbbara”, wo es um Verwandlungen, Mißhandlungen, eine Sekte und Journalisten, die die Sache aufklären wollen, geht.

Sehr sehr spannend der elfte literarische Lenz mit sehr unterschiedlichen Texten jüngerer und auch älterer Autoren, die wahrscheinlich einen guten Einblick der mitteleuropäischen Gegenwartsliteratur gibt, so daß man sich, wie Stephan Teichgräber in seinem Schlußwort erwähnte, schon auf das nächste Festival freuen kann.

Seht, was ich getan habe

Jetzt kommt, nein, kein Krimi, auch wenn es vielleicht so angekündigt wird, sondern die literarische Aufarbeitung eines realen bis heute ungeklärten Mordfalls, der 1892 in Fall River, USA passierte und dem sich die in Melbourne lebende Sarah Schmidt, die einen Master in kreativen Schreiben und als Bibliothekarin gearbeitet hat,  in ihrem Debut angenommen hat.

Im August 1892 wurden in Fall River Andrew Borden und seine zweite Frau Abby von einer Axt erschlagen  aufgefunden.

Im Haus ist das irische Hausmädchen Bridget und die zweiunddreißigjährige Lizzy, ihre um zehn jahre ältere Schwester Emma, ist bei einer Freundin auf Besuch. Mehrere Indizien weisen auf Lizzy.  Sie wird des Mordes angeklagt. Verbringt zehn Monate im Gefängnis, wird dann freigesprochen und stirbt nachdem sie sich 1905 von ihrer Schwester trennte und nie mehr mit ihr gesprochen hat, 1927.

Das findet man so bei “Wikipedia” und auch in der Zeittafel, die Sarah Schmidt dem Roman angefügt hat, den sie, sie hat wohl sehr gut  recherchiert und auch einige Zeit in dem Wohnhaus der Bordens, das heute ein “Bed und Breakfast” ist, zugebracht, aus vier unterschiedlichen Perspektiven erzählt und hier sowohl Lizzy, als auch der älteren Schwester, dem Hausmädchen und einem Mann namens Benjamin, der offenbar fikitiv ist, eine Stimme gibt.

Die meistens Kapitel spielen am Tag des Mordes, beziehungsweise davor, so wird das Geschehen sehr gründlich durchgekaut, beziehungsweise spielen auch Rückblenden in die Vergangenheit eine größere Rolle, eines auch 1905, als Emma, die Schwester verläßt und nun werden die Geschehnisse aus den unterschiedlichen Perspektiven und Blickwinkeln aufgerollt oder wiedergekaut, wie man weniger wollwollend schreiben könnte.

Es beginnt damit, daß Lizzy, den zerstümmelten Vater findet, sie schickt das Hausmädchen zum Arzt, die Nachbarin kommt und danach die Polizei, während Emma zu dieser Zeit noch bei ihrer Freundin ist und eigentlich beschlossen hat, dort Malunterricht zu nehmen und nie mehr zurückzukommen.

Das Hausmädchen erzählt auch ihre Sicht der Dinge. Sie will eigentlich nach Irland zurück, Abby Borden läßt sie aber nicht, nimmt ihr sogar das gesparte Geld weg und Emma ist Lizzy bös, weil die einige Zeit in europa war, was sie nicht durfte.

Emma hat nachdem ihre Mutter bald nach Lizzys Geburt gestorben ist, die Schwester sozusagen aufzezogen, bis eben die Stiefmutter ins Haus kam, die von Lizzy immer noch als Missis Borden angesprochen wird, kümmert sich auch nach dem Mord sehr um sie und verläßt sie erst 1905, denn das hat sie ihrer Mutter so versprochen und als sie doch einmal heiraten will, erwischt sie Lizzy mit ihrem Bräutigam beim vorehlichen Sex, erpresst Emma mit ihrem Versprechen, die sich dann von ihrem Verlobten trennt.

Das ist vielleicht so fiktiv, wie die Tatsache, daß der Vater kurz vor dem Mord, Lizzys Tauben den Kopf abhackte, weil sie Schmutz machen und Krankheiten bringen. Der Einbruch, der früher stattfand und weshalb auch alle Türen abgesperrrt werden, findet man, glaube ich, bei “Wikipedia” und hier steht auch, daß er Lizzy zugeschrieben wurde.

Es kursieren auch allerlei Krankheiten und Gerüchte, um Vergiftungen, wegen verdorbenen Essen, die in den letzten Tagen passierten und so ist auch der Onkel John zu der Familie gekommen, um sich um die beiden Mädchen zu kümmern.

Hier wird es dann wahrscheinlich wieder fiktiv, denn der Onkel lernt auf seiner Reise einen sehr gewalttätigen jungen Mann namens Benjamin kennen, der sich an seinem Vater rächen will und beauftragt ihn wohl in das Haus einzudringen und Andrew zu ermorden. Der kommt auch, findet eine Gelegenheit in das versperrte Haus zu kommen, findet aber nur die Leichen und man weiß wieder nicht, wer es getan hat, nur wie es vielleicht gewesen sein könnte.

Was bei einem Roman, um einen ungekärten realen Mordfall auch sehr schwierig ist, weil man da ja seine Phantasie nicht zu sehr spielen lassen kann, sondern sich an die Fakten halten sollte. Wenn man das tut, wird es aber vielleicht ein wenig langweilig, beziehungsweise kommt man auch nicht weiter, als zu dem, was  schon in den Polizeiakten steht.

So beklagen sich bei “Wikipedia” auch einige Leser wegen der nicht stattgefundenen Spannung, die zwar “unheimlich und fesselnd zugleich” am Buchrücken versprochen wird, wo auch etwas von einem “neuen literarischen Talent” steht.

Nun das habe ich auch nicht so gefunden. Zwar schafft die Autorin, glaube ich, ein sehr dichtes Bild von dem stickigen Leben im vorvorigen Jahrhundert, das zwei ältere Mittelschichttöchter im Haus eines autoritären Vaters und wahrscheinlich streitsüchtigen Stiefmutter führen mußten, mit allen Sinnen zu zeichnen. so daß man den Miff und den Gestank förmlich riechen kann.

Spannend habe ich es aber eigentlich nicht empfunden, sondern eher langwierig und weitschweifend und am Schluß weiß man wahrscheinlich auch nicht wirklich, was damals in dem Haus geschehen ist, hat sich aber ein bißchen mit dem Fall beschäftigt und ist in die Vergangenheit eingetaucht.

Den gewalttätigen Benjamin habe ich auch als etwas störend, unsympathisch und unrealistisch empfunden. Er war aber wahrscheinlich das Spannungsemelemt, das Sarah Schmidt brauchte, um in in die Geschichte einzutauchen und einen Roman aus den Polizeiakten zu machen.

Was mir aber an dem Buch wirklich gefällt und was wahrscheinlich der Grund war, warum ich es mir schicken ließ, ist das schöne Cover. Die Frau in dem schwarzen Kleid mit dem weißen Kragen, von der man nur den Rücken sieht und die ihre Hände auch dorthin verschränkt.