Zwei runde Geburtstage

Die “Autorinnen feiern Autorinnen-Reihe”, die Julia Danielcyck eingeführt hat, als sie Literaturbeauftragte der Stadt Wien wurde, gibt es jetzt zum fünften Mal.

Das erste Mal hat Marlene Streeruwitz Berta von Suttner gefeiert und es gab gleichzeitig, glaube ich, ein Fest der FPÖ, so daß die Besucher herumgeführt wurde, damit sie nicht vom Buffet mitnaschen konnten.

Danach hat Marlene Schachinger Betti Paoli gefeiert, Marie von Ebner Eschnenbach gefeiert von Ruth Klüger folgte und im letzten Jahr hat Julija Rabinowitsch Mela Hartwig vorgestellt und heuer war statt Else Feldmann zum Anschlußjahr, wie ich es mir eigentlich wünschen würde, Jeannie Ebner dran, weil die ihren hundertsten Geburtstag im November feiern würde und Peta Ganglbauer, die GAV-Präseidentin und experminetelle Autorin, die im April sechzig wurde, wurde zum Feiern ausgewählt, was ich eigentlich, als die einzige Gemeinsamkeit zwschen den beiden Autorinnen sehen würde und Petra Ganglbauer hat in den Archiven der Wien Bibliothek über die, wie sie meinte, inzwischen vergessene Autorin geforscht, aber sie, wie sie betonte, leider nicht persönlich gekannt, nur ein oder mehrmals gemeinsam publiziert hat.

Da ist sie wohl, wie ich motzen könnte, niemals in die “Gesellschaft der österreichischen Literatur” gegangen, denn da war die 2004 Gestorbene öfter zu Gast und ich habe mich auch öfter mit ihr unterhalten und mir ihre Angst, die sie hatte, weil sie in der Nähe der Justizstrafanstalt Mittersteig wohnte, vor den Insassen hatte, angehört, etwas, was ich damals, glaube ich, nicht wirklich verstanden habe, jetzt aber sehr wohl würde.

Dann gabs einmal einen literarischen Spaziergang durch Margareten mit der Frau Bezirksrat Steininger, glaube ich, hat sie geheißen, die mich auch in die Szene Margareten eingeladen, aber kein Honorar gezahlt hat, so daß die Lesung, 2002, glaube ich, nicht stattfand, obwohl die Einladungen schon gedruckt waren und wir sind durch den Durchgang, den es am Mittersteig gibt, in Richtung Zentagasse, Frage an alle, wer wohnt wohl da, gegangen und haben, die schon etwas hilflos wirkenden alte Dame mit einer Zigarrette zwischen den Fingern, auf einer Bank sitzen sehen.

“Das ist die Frau Ebner!”, habe ich gesagt, worauf sich alle auf sie stürzten und sie fotografierten und nein die Frau Mayröcker haben wir dann in der Zentagasse natürlich nicht getroffen, nur erwähnt, daß die Lebensmenschin von Ernst Jandl dort wohnen würde und ich bin in den Siebzigerjahren, als ich zzu Schreiben begonnen habe, auf das Buch “Die Wildnis früher Sommer” gestoßen, da meine schwester oder meine Mutter Mitglieder der “Buchgemeinschaft Donauland” waren und irgendwie habe ich wohl gehört, daß Jeannie Ebner, die große Mäzenin oder Literatenförderung ist und ich habe ihr, glaube ich, etwas geschickt, aber keine Antwort bekommen, dafür eines meiner früheren Werke, keine Ahnung mehr, was da war, mit einem ihrer Zitate “Die Liebe ist des Weibes ganzes Wesen, der Mann hat dazwischen zu tun!”, geschmückt.

Dann ist etwas später Thomas Bernhards “Holzfällen” erschienen und damals noch keine Ahnung, daß Jeannie Ebner, die Mitherausgeberin der Zeitschrift “Literatur und Kritik” wohin ich auch meine frühen Texte schicke, das Vorbild der, Jeannie Billroth war.

Dann sind die Jahre vergangen und die literaturbegeisterte Literaturgeflüsterin hat Jeannie Ebner in der “Gesellschaft für Literatur” angesprochen und, als sie dann pflegebedefürftig war, wurde sie, glaube ich, von Paul Wimmer, der ja auch in der Krongasse wohnte und inzwischen auch  schon verstorben ist, betreut.

So weit meine Jeannie Ebner Erinnerungen, als ich dann schon bloggte, bin ich auf dem Blog von Monika Bargmann gestoßen und war auch bei einem ihrer Vortrage über Jeannie Ebner in der Berggasse und inzwsichen habe ich wahrscheinlich auch auf Jeannie Ebner vergessen , so daß es sehr gut ist, daß Petra Ganglbauer, die experimentelle Autorin mein Gedächtnis auffrischte, aber erst hat wieder eine Frau Nowak, wie im letzten Jahr die Veranstaltung eröffnet und zum Glück vergessen, darauf hinzuweisen, daß ihr Maria Lassnigs Zilk-Porktrait nicht gefällt.

Dann kam Julia Danielczyk und erzählte schon was über die Autorin und ein O-Ton Beispiel aus dem Jahr 1976 gab es auch.

Brigitte Schwens-Harrant hat wieder einen Teil der Rede in der Wiener Zeitung angedruckt, die auf den Sitzen lag, obwohl sich Petra Ganglbauer eigentlich nicht an die Reihenfolge gehalten hat.

Sie hat in ihrer Rede, die Werke der Autorin zitiert, ihre Beziehung zu Thomas Bernhard erläutert, der damals bei dem literarischen Abendessen der Literaturmäzenin im Ohrensessel saß und über die fürchterliche Literaturszene resumierte. Das Buch habe ich mir, glaube ich, gleich nach Erscheinen, ich war damals Assistenin an der II HNO Klinik, gekauft und auf unsere Wochenendereise nach München, die wir damals öfter machten, mitgenommen und natürlich nichts verstanden obwohl ich mich ja schon damals sehr für die österreichische Literaturszene interessierte und bin darauf glaube ich erst später als Alexandra Miller ihr bei “Braumüller” erschienene Dissertation in einem Salon der Nationalbibliothek vorstellte.

Inzwischen ist Jeannie Ebner, wenn ich das richtig verstanden habe, vergriffen und ich müßte nachsehen, ob und was von ihr, ich in den Bücherschränken gefunden habe und nach der Rede konnte man sich am Büchertisch umsehen. Es gab  Wein und andere Getränke. Ich habe mich mit der Angela, dem Josef und noch einigen anderen Stammbesuchern unterhalten.

Gertraud Klemm war da, Ilse Kilic, Fritz Widhalm und sicher noch eineige andere Autoren. Daniela Strigl und Monika Bargamnn auch und es war sehr interessant von einer Autorin zu hören, die auch ich inzwischen fast vegessen habe und das nächste Mal, schreibe ich wieder, würde ich mir Else Feldmann, als gefeierte Autorin wünschen, von der ich  einige Bücher gelesen habe und die 1942 in Sobibor umghekommen ist und ich würde mir sogar zutrauen, die Laudatio zu halten, werde aber höchstwahrscheinlich nicht gefragt.

Und es gibt zwischen Petra Ganglbauer und Jeannie Ebner, wie mir jetzt noch eingefallen ist, abgesehen von der Sprache, doch einige Gemeinsamkeiten, so engagieren sich beide ja sehr für die Autoren, die eine als GAV-Präsidentin, die andere war glaube ich bei den IG-Autoren aktiv und schreibpädagogische Interessen kann man bei beiden höchstwahrscheinlich auch orten, auch wenn sich Jeannie Ebner vielleicht nicht als sloche verstand.

Von der Dokumentationsstelle ins Belvedere

Jetzt war ich schon lange nicht in der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur beim “Utopie-Workshop”, weil Osterferien, dann hat Stephan Teichgräber abgesagt, vorige Woche war unser literarischer Spaziergang und heute war ich mit Stephan Teichgräber allein und wir haben lange, wie er es am Ende nannte, ungeordnet durcheinander gepaudert.

Über das Buch “Die Kinetik der Lügen”, was ich eigentlich mitbringen wollte und die Frage, ob ein Buch über die Entstehung des “Frankensteins” zur utopischen Literatur zählen kann?

Margaret Atwoods “Der Report der Magd” schon, das hat Stehpan Teichgräber gleich in sein Skriptum, das er im Workshop erstellen will, aufgenommen und dann gibt es auch schon das Programm für den “Literarischen Lenz im Centrope”, im “Theaterbrett”, das die Dokumentationsstelle ja veranstaltet.

Da war ich vor drei Jahren seither nicht mehr. Heuer habe ich wieder vor zu gehen und da lesen Franzobel aus dem “Floß der Medusa”, Anna Weidenholzer aus “Weshalb die Herren Seesterne tragen”, Rainer Kaiser Mühlecker aus “Fremde Seele, dunkler Wald”, Bücher, die ich schon gelesen habe und von den österreichischen Autoren noch, welch Überraschung Mechthild Podzeit-Jonke, wie sie sich ja jetzt nennt und dann noch ein paar mir unbekannte Tschechen und Ungarn, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Einen Vortrag über slowenische Literatur gibt es vorher auch noch und Stephan Teichgräber hat mir am Ende der Veranstaltung noch ungarische Bücher gezeigt, die er von einer Buchmesse in Budapest, wo er am Wochenende war, mitgebracht hat und dann ist es wieder sehr spannend und ein wenig abseits von meinem “Beuteschema” ins Belvedere gegangen.

Das heißt so ungewöhnlich ist das auch nicht, denn ich interessiere mich ja für jede Form von Kunst und ins Belvedere, in die Gemäldeausstellung bin ich, kann ich mich erinnern, als Studentin öfter gegangen und auch einmal mit Dieter Schrage, als er noch lebte und es die “Augustin-Führungen” noch gab.

Jetzt hat mich “Kremayr & Scheriau” vor einer Woche angeschrieben und mich zu einer Buchpäsentation anläßlich der Ausstellung “Klimt ist nicht das Ende, Aufbruch in Mitteleuropa” eingeladen, denn die Germanistin Margret Greiner hat eine Romanbiographie über Margarete-Stoneborough-Wittgenstein, die Schwester vonPaul und Ludwig Wittgenstein geschrieben und die wurde 1905 von Gustav Klimt gemalt, wie die Eröffnungsrednerin in ihrer Einleitung betonte.

Das Buch, das das Gemälde am Cover hat, lag am Bücherjtisch auf und die in München lebende Autorin hat sich, glaube ich, quer durch das Buch gelesen. Begonnen hat sie mit dem Wunsch der Mutter, daß sich die Tochter von dem Meister malen lasse, weil die gerade dabei war, sich mit einem Amerikaner zu verheiraten, der Vater hat das Gemäde bezahlt. Der Meister hat ein wenig gezögert, der Bruder Ludwig hat gemotzt. Am Ende waren alle begeistert und Margarete, die Kunstmäzenin, die den ererbten Reichtum als Verpflichtung sah, Gutes damit zu machen, hat sich mit ihrem Mann in Berlin niedergelassen und die zehn Zimmer-Wohnung ganz im Stil der Wiener Werkstätten eingerichtet, was Bruder Ludwig, als er auf Besuch kam, irriterte, denn mit solchen Gabeln konnte man nicht den von Margarete selbstgemachten Rinderbraten und wahrscheinlich auch nicht den Apfelstrudel essen.

Die Ehe der Beiden war etwas schwierig, sie lebten getrennt, waren aber nicht geschieden, Margarete kaufete auch ein Bild von Schiele, was ihre Schwester Hermine irritierte, weil zu freizügig. Die Nazis kamen, Margarete emigrierte nach New York. Ihr Mann hat sich 1938 in ihrem Haus in Gmunden umgebracht. Sie ist, glaube ich, nach Österreich zurückgekehrt und 1958 gestorben und ich habe von Margarete  Stoneborogh Wittgenstein, die Gretel gerufen wurde, noch nie etwas gehört, was sich jetzt etwas geändert hat.

Es gab dann noch Fragen an die Autorin, die sagte, daß sie sehr viel für ihre Bücher recherchiere. Sie hat auch schon eines über Emilie Flöge, Klimts Lebensgefährtin geschrieben und hält viel von den Wiener Fin de Sciecle-Frauen und dann sehr schnell romanhaft die Geschichte hinunterschreibe und jetzt kann ich mit meiner Eintrittskarte, die mir Ursula Rinderer freundlicherweise zur Verfügung stellte, bis August einmal in die Ausstellung gehen.

Wenn der Afred im Juni in Amerika ist und ich mit dem Korrigieren der “Unsichtbaren Frau” fertig bin, ist wahrscheinlich Zeit das zu tun.

Wahre Geschichten von Ljuba Arnautovic und Zdenka Becker

Die 1951 in Kursk geborene Ljuba Arnautovic habe ich bei einer der “Edition Exil- Lesungen” um Literaturhaus kennengelernt. Da hatte sie gerade einen der Preise gewonnen, sollte lesen, war aber irgendwie heiser und dann habe ich sie meistens bei einer Lesung von Karin Peschka mit der sie befreundet zu sein scheint, getroffen und sie auch ein paar Mal in der im  fünften oder sechsten Bezirk auf der Straße gesehen.

Nun hat sie bei “Picus” ihr Debut herausgegeben, ein Buch das ich zwar angefragt habe, aber nicht zu bekommen scheine, was sehr schade ist, denn ich bin ja an Debuts sehr interessiert und das Thema erscheint mir auch sehr interessant.

“Im Verborgenen” heißt der Roman und Manfred Müller hat ihn gerade eingeleitet, als ich den Veranstaltungssaal in der “Gesellschaft für Literatur” betreten habe und es geht darin um den Krieg, beziehungsweise um eine Frau die im Krieg Juden versteckte und die Stelle aus der Ljuba Arnautovic gelesen hat, hadenlte von einem Juden, der seine Sachen am Donaukanal oder an der Donau abgelegt hatte und die sie findenden Polizisten gehen dann zu einer Aloisia, eine alte Frau die nicht seine Mutter ist, obwohl er sie im Abschiedsbrief so genannt hat und diese Aloisa war ein Bauernmädchen, das als Dienstmädchen bei den Eltern dieser Juden arbeitete und den Sohn oder Enkel offenbar aufgezogen hat.

Im anschließenden Gespäch stellte sich heraus, der Roman ist offenbar autobiografisch, obwohl als Fiktion geschrieben, denn die Geschichte von Ljuba Arnautovics Großmutter und sie hat einen österreichischen Vater und dessen Geschichte kommt auch in dem Buch, beziehungsweise in dem Folgeband vor, an dem Ljuba Arnautovic schon schreibt.

Sehr interessant, könnte man sagen und das betrifft wohl auch das nächste Buch, obwohl “Samy” von Zdenka Becker kein Debut ist, und ich von der 1951 in Eger geborenen in Bratilava aufgewachsenen und in St. Pölten lebenden schon einige Bücher gelesen habe.

Es ist auch eine wahrs Geschichte, wie sie Manfred Müller erzählte, allerdings nicht die, der Großmutter oder des Vaters, sondern einer Frau, die sie in Amerika kennenlernte, als sie dort Writer in Residence war.

Die Frau hat offenbar in der DDR ein dunkelhäutiges Kind geboren, das dann nach der Wende oder schon vorher von den Neonazis diskriminiert wurde.

Zdenka Becker hat die Geschichte, an der sie zehn Jahre geschrieben hat, in die Slowakei verlegt und Samy ist der Sohn eines in Österreich lebenden indischen Psychiaters, wurde 1980 geboren, wächst bei seiner Mutter in Bratislava auf und wird in der Schule als Zigneuer beschimpft.

Auch sehr interessant, das bei “Gmeiner” erschienene Buch, das ich wahrscheinlich ebenfalls nicht lesen werde. Dafür warten aber noch die “Töchter der Roza Bukovska” auf mich, das ich mir einmal bei diesem Lyon Flohmarkt kaufte, um wieder den Bogen nach Österreich und St. Pölten zu spannen, wo ich Zdenka Becker machmal auf dem Markt treffe, wenn wir dort am Samstag unsere Würstel essen.

Zehn Seiten Lesen zum Welttag des Buches

Seit einigen Jahren wird am 23. der Welttag des Buches gefeiert, weil da in Katalonien Blumen und Rosen verteilt werden und Cervantes und Shakespeare gestorben oder geboren worden sind.

Seit einigen Jahren wird da vom österreichischen Hauptverbandein Gratisbuch verteilt, daß ich mir immer sehr begierig hole und das meistens aus Buchproben, die zu einem bestimmten Thema,  besteht, die eben Lust aufs Lesen machen sollen.

“Anfänge” heißt der heurige Band, der mit Unterstützung der Zeitschrift “News” von Heinz Sichrovsky herausgegeben wurde und das heurige Thema des schönen grünen Buches sind die ersten zehn Seiten von dreizehn eher jüngeren österreichischen Gegenwartsautoren beziehungsweise Autorinnen.

Ich holfe mir ja immer das Buch und lese es dann nicht, weil erstens keine Zeit, denn meine Leseliste ist ja sehr lang und dann bin ich  auch kein wirklicher Leseprobentyp, das heißt einige der Bücher: “Erlesenes Menü”, “Erlesenes Reisen” und “Erlesenes Europa”, alle anderen nicht habe ich geschafft.

Also habe ich zuerst überlegt, daß das Büchlein wahrscheinlich weit unten auf meiner Leseliste landen wird und leider leider, wie so viele andere nie gelesen werden wird, obwohl ich es seit einigen Jahren bei der Bücherinsel ganz problemlos bekomme.

So war es auch heuer. Es war zwar eine Dame vor mir in der Buchhanlung die das Buch dann auch bekommen hat und mit einem Blick auf das Buch. beziehungsweise die Gegenwartsrome oder auch des einen Lyrikbandes von dem da als Appetizer, die ersten zehn Seiten abgebildet waren,  damit sich möglichst viele Leute in die österreichische Gegenwartsliteratur einlesen werden, habe ich aufgeatmet und erleichtert gedacht: kein Problem, das Buch kann ich besprechen und auf meine heurige Leseliste setzen, denn die meisten der Bücher habe ich schon gelesen. bezeihungsweise bei den “O-Tönen” oder anderswo schon davon gehört.

Also los zu meiner Buchbesprechung über ein nicht gelesenes Buch, was ja auch eine sehr originelle Sache ist. Das Cover ist schön grün “Anfänge – neue österreichische Literatur steht darauf.”

Dann gibt es eine Einführung für die, die es noch nicht wissen, was der “Welttag des Buches ist, danach ein Vorwort und ein Bild von Heinz Sichrovsky, der, glaube ich, News-Redakteur” ist.

Der erzählt, daß die österreichische Literatur sehr vielfältig ist, erwähnt vorher was ja eigentlich nicht so österreischisch ist, Frau Ava und Heinrich Heinre, kommt danach ein bißchen österreichischer, zu Peter Handke und Elfriede Jelinek und dann kommen wir schon zum Inhaltsverzeichnis, beziehungsweise zu der Aufforderung “Entdecken Sie die Anfänge – die ersten zehn Seiten der folgenden Werke.”

Ich weiß nicht, wer das macht und mir bleibt, wie schon erwähnt, gar nicht so viel zu entdecken, aber los mit einem klienen Einblick in meiner Lesestatistik oder meiner Öeseausbeutung, obwohl Nava Ebraimis, der 1978 in Tehern geborene zweiten österreichischen Debutpreisträgerin “Sechzehn Wörter” habe ich nicht gelesen, obwohl ich es nach Bekanntgabe der österreichischen Buchpreisliste im vorigen September angefragt habe.

Dafür war ich aber bei der Debutpreisvorstellung in der Arbeiterkammer und auch bei der Preisverleihung, habe also einen kleinen Einblick bekommen und wenn ich das Buch mal finden werde, werde ich es natürlich lesen, sofern es zu mir kommen sollte.

Buch zwei ist dann der Unbekannte in der Leseprobensammlung, nämlich Christoph Linhers “Ungemach”, denn von dem 1983 in Bludenz geobrenen, der Germanistik studierte, habe ich noch nie etwas gehört und daher auch sein bei “Müry Salzmanm” erschienenes Buch noch nicht gelesen. Also ran an die Leseprobe, damit die Neugier wächst und vielleicht habe ich Glück und ich finde es einmal. ich freue mich schon darauf und bin voll gespannt, aber eigentlich keine Leseprobeleserin, weil ich ja am liebsten gern das Ganze haben will.

Zum Glück gehts dann mit etwas Bekannten weiter, nämlich mit Irene Diviaks “Liebwies”, die auch auf der letzten Debutpreisliste gestanden ist. Da habe ich das Buch gelesen und es hat mir auch gut gefallen, so daß ich es sehr gern auf der Shortlist des “Bloggerdebutpreises” gehabt hätte, wo es aber nicht gestanden ist.

“Chicago” das zweite Buch der 1990 in Wien geborenen Theodora Bauer habe ich ebenfalls gelesen. Dafür steht noch das “Fell der Tante Meri” irgendwo in meinen Regalen und warten auf das Lesen und in “Chikago” geht es für alle, die es wissen wollen, um das Auswandern aus dem Burgenland in die USA und wieder zurück und es ist bei “Picus” erschienen.

Marie Luise Lehners “Fliegenpilze aus Kork”, ist nicht der Debutroman, der 1995 geborenen Sprachkunststudentin und “Alpha-Preisträgerin”, deren nchstes Buch im Herbst bei “K&S” erscheinen wird und von mir schon bestellt wurde.

Larua Freudenthaler wurde 1984 in Salzburg beboren. Ihr Debutroman “Die Königin schweigt” wurde letzten Sommer bei den “O-Tönen” vorgestellt und sehr gelbot. Ihr erstes Buch, das ich mir einmal von einer “Buch-Wien” mitgebracht habe, liegt auf meinen Regalen, heißt “Der Schädel von Madeleine” besteht aus “Paargeschichten” und auch bei “Müry Salzmann” erschienen.

Elias Hirschl bei “Jung und Jung” erschiene Erfahrungen eines Zivildieners “Hunder  schwarze Nähmaschinen” habe ich auch noch nicht gelesen, aber bei einer Lesung im Literaturhaus gehört. Gespannt auf das Buch bin ich auch und warte, daß ich es einmal finden.

Dann kommt ein Lyrikbändchen, das mir Anita Keiper vor einiger Zeit freundlicherweise zuschickte, nämlich  Mario Hladicz “Gedichte zwischen Uhr und Bett” , für mich eine Überraschung, das  Heinz Sichrovsky für die österreichische Literatur  Entdeckung der Durchhschnittleser, auch Lyrik aussuchte und ich zitiere aus “Einem Tagebuch”:

“heute ein Tag an dem sich kaum etwas verleugnen ließ.

Die Umgebung leuchtete in den Farben die ihr zugeteilt worden waren.

Vormittag warf ein Nachbar

Erinnerungen weg in rauhen Mengen.

Bald darauf kam die Post nur aus Routine.”

Aufmerksame Leser werden sich jetzt denken, daß ich bei der Behauptung, ich hätte das Leseprobenbüchlein schon gelesen,  ein bißchen hochgestapelt habe, denn auch Sophie Rayers “Schildkrätentage” habe ich nur bei einer Lesung in der “Alten Schmiede” gehört und muß das Buch erst finden oder die ersten zehn Seiten lesen.

Dann kommt Cordula Simon “Der Neubauer” und meine Leser werden genüßlich schreien: “Ätsch, Ätsch, auch noch nicht gelesen, du Angeberin! und ich antworte darauf “Stimmt, aber das Buch liegt schon in meinen Badezimmer, da  es mir “Residenz” freundlicherweise und ganz unverlangt zusandte.Ich werde noch cirka fünf Bücher vorher lesen und dann ist es schon dran. Lesung habe ich noch keine daraus gehört, obwohl Cordula Simon glaube ich in Leipzig daraus gelesen hat und Alfred hat  das Buch auch für die Anna zum Geburtstag gekauft.

Dafür habe ich Mascha Dabics “Reibungsverluste” gelesen, denn das Buch stand ja auf der österreichischen Debutpreisliste und es hat mir sehr gefallen. In der “Alten Schmiede” und bei den “O-Tönen” habe ich auch daraus gehört.

Jakob Pretterhofers “Tagwache”, die Erfahungen eines Wehrdieners habe ich auch bei den “O-Tönen” kennengelernt. Gelesen ist es auch noch nicht. Es liegt aber in den Regalen und vorher ist es beim Literaturhaus-Flohmarkt gelegen und da habe ich es mir vor ein paar Wochen kurz nach Ostern gekauft.

Dann gibts noch Raphaela Edelbauers “Entdecker, eine Poetik” und die ist glaube ich auch eine Sprachkunststudentin. Ich habe sie bei der letzten “Buch-Wien” lesen gehört und mir überlegt, ob ich Ralph Klever wegen dem Buch anschnorren soll, ihn dann aber nicht gesehen und Raphalela Edelbauer hat inzwischen mit ihrem Buch in “Rauris” gewonnen.

So durchgelesen durch das Leseprobenverzeichnung. Leser, habt ihr mitgezählt? Fünf Bücher habe ich gelesen. Zwei werde ich früher oder später lesen. Die meisten Anderen auf einer Lesung gehört und eines ist mir völlig unbekannt. Also vielleicht doch auf die Leseproben stürzen…?

Ansonsten ist dieser “Tag des Buches” eher ziemlich an mir vorübergegangen, obwohl Ingrid J. Poljak ja schon am Samstag diesbezügliche Lose verteilte. Vor einigen Jahren gab es bei Anna Jeller zwei Blinddates mit ihren Leseexemplaren und bei einem Grätzelfest habe ich einmal auch aus meinen Büchern gelesen.

Im Vorjahr gab es eine Lesung im Hauptverband, vor zwei Jahren ein Bild von dem Buch auf meinen Blog und ein anderes Bildshooting habe ich in St. Pölten auch einmal gemacht und noch ein paar andere Welttagartikel geschrieben.

Ansonsten habe ich gestern zwei Bücher im offenen Bücherkschrank gefunden, eines wieder zurückgegeben, weil doch nicht so ganz zu meinem Bücherschema passend. Melissa Broders “Fische” habe ich von “Ullstein” ein zweites Mal zugeschict bekommen und jetzt kann ich mir aussuchen, ob ich es der Anna schenken oder in den Bücherschrank legen kann und Gerlinde Hofer vom “Ohrschmaus” getroffen. Ihr “Mimis Bücher” gegeben und mit ihr über eine mögliche Lesung daraus gesprochen, aus der ich ja schon einmal bei einer “Bücherschrank-Lesung” gelesen habe.

So und jetzt auf in die Badewanne um bis zu meiner ersten Stunde ein Stückchen in Antonia Baums “Still leben” weiterlesen, damit ich bald zu Cordula Simon komme.

Olga Flor politisch

Doron Rabinovici und Olga Flor

Doron Rabinovici und Olga Flor

Eigentlich habe ich heute ins Literaturhaus gehen wollen, denn da hat  Jaroslav Rudis, der heurige Gewinner des Preises der Literaturhäuser gelesen, aber da kam der Alfred daher und sagte “Ich will zu Olga Flor in den Republikanischen Club!”

Und weil ich an Alfreds arbeitsfreien Montag gerne immer etwas mit ihm gemeinsam machen wollte, habe ich  umdisponiert, obwohl ich mir schon, dachte, daß ich die 1968 in Wien geborenene Autorin vielleicht nicht ganz verstehen werde, denn sie schreibt ja sehr kompliziert.

Der “Residenzverlag” hat eine “Unruhe bewahren” genannte essayistische Reihe von der ich schon einige Bände gelesen habe und ihr “Politik der Emotionen” genannter Band wurde heute vorgestellt. Als wir vor sieben den Veranstaltungssaal erreichten war es schon sehr voll.

Klaus Nüchtern habe ich gesehen, Helene Hofmann und einge andere und Doron Rabinovici hat morderiert. Der Alfred hat das Buch gekauft, so daß ich Olgas Flors Vortrag, die sehr viel mit schneller Stimme gelesen hat, mitverfolgen konnte, denn es stimmt, das Buch, das in zwei Teile nämlich “Irrwitz” und “Witz” geteilt ist, war sehr kompliziert, obwohl es eigentlich, um etwas sehr einfaches, nämlich die politische Lage in Österreich 2018, den Rechtsruck , den wir gerade erleben, etcetera, gegangen ist.

Olga Flor zitierte aber Hannah Arendt und las dann einige Kapitel, die  die “Angst” und den “Neid” der kleinen Leute betreffen, die nicht aufheulen, weil ein paar Millionäre einen Großteil des Kapitals besitzen, sondern nur, wenn es der Nachbar ein bißchen besser als sie hat.

Es ging auch um die “Vertwitterung oder “Die Twittergewitter” der Gesellschaft und das betrifft natürlich Donald Trump und bei der Diskussion haben sich erstaunlich viele Leute gemeldet und interessant, Olga Flor, weil vielleicht ein bißchen unverständlich, wurde angegriffen, viel zu intellektuell, um den Nerv der Zeit zu teffen und viel zu schnell, lautete die Kritik und eine spannende Frage ist ja auch, was können wir uns davon mitnehmen, um den Rechtsruck aufzuhalten?

Die wurde, glaube ich, nicht so ganz beantwortet. Olga Flor gab aber erstaunlich konkrete Antworten und Auskünfte. Nachher gab es wieder Wein und Knabbereien und heftige Diskussionen, die wieder an der Frage rührten, ob es jetzt schon fünf nach oder noch fünf vor zwölf ist?

Interessant jedenfalls und wieder etwas gelernt, obwohl es  kein literarisches Buch ist, das vorgestellt wurde, sondern eher ein zeitnah aktuelles und eigentlich sollten wir uns, glaube ich, schon überlegen, wie wir den Rechtsruck stoppen können, bevor es dafür zu spät ist.

Die Kinetik der Lügen

Zweiundertjahre nach dem Erscheinen des “Frankensteins”, den ich inzwischen, wie ich glaube, gefunden, aber noch nicht gelesen habe, kommt jetzt ein schon 2016 beim “Hommunculus” erschienenes Buchs des 1958 bei Dresden geborenen Olaf Trunschke, das ich mir aus Leipzig mitgenommen habe, das wohl auch zu einem aktuellen Anlaß erschienen ist, denn den Sommer 1816 haben sowohl Lord Byron, sein Lleibarzt, der Dichter Shelley, sowie Mary Godwin, als auch deren Schwester Claire am Genfer See verbracht.

Dort war es, glaube ich, kalt und verregnet, so vertrieb sich die Gesellschaft die Zeit mit Gespenstergeschichten und der Clou war der Frankenstein der damals erst achtzehnjährigen Mary, schwanger vom damals noch verheirateten Percey Shelley.

So lautet die Legende und das Wissen, was man wohl über die Entstehung des berühmten “Frankensteins”, diese Grudselgeschichte, um die Erschaffung eines künstlichen Lebenswesens, hat, von dem man schon gehört und vielleicht das Buch gelesen und den Film gesehen hat.

Ich habe beides noch nicht, wollte mir einmal auf einer der Buch-Wochen im Rathaus, die englische Ausgabe um zwei Euro kaufen. Habe zulange gezögert und wahrscheinlich das deutsche Buch ungelesen in meinen Regalen und mich jetzt durch Olaf Truschkes Roman gelesen, der der Legendenbildung und den Mythen, um die Entstehung wohl noch eine Krone aufsetzt, wie man sagen könnte und auf eine höchst eigenwillige Art und Weise durch das Leben der Mary Shelley führt.

Er verbindet es mit einer heutigen Handlung, läßt er doch einen Dokumentarfilmer einen Film über das berühmte CERN-Institut drehen und der reist mit einer Maria dort herum. Beide Handlungsstränge werden verquickt und, wie der Beschreibungstext lautet: “….ohne, daß sie es merken verstricken sich dabei ihre Lebensläufe unaufhaltsam mit denen der historischen Akteure” und das macht es für eine, die es gewohnt ist, sich beim Lesen an Struktruen, wie Zeit, Handlung und Chronologie zu halten, etwas schwierig, da Olaf Trunschke gleich in die Geschichten hineinspringt, Spekulationen anstellt, vom Hundersten ins Tausendste kommt, nicht chronologisch erzählt und auch seinen Ich-Erzähler auf einmal Droschken sehen läßt, beziehungsweise Shelley plötzlich T-Shirts trägt, einen Museumsshop besucht, Mary Shelley mit Bus und Eisenbahn fährt, man einen Pparkplatz sucht, etcetera.

Etwas von der spannenden Geschichte bleibt aber trotzdem hängen und wenn es auch nur Gedanke ist, jetzt endlich den “Frankenstein” zu lesen oder sich mit Lord Byron zu beschäftigen. Da gibt es auch noch die “Golem-Saga” und vieles andere, was in dem Buch erwähnt wird, habe ich von den Gruselgeschichten des neunzehnten Jahrhunderts ja nur den “Dracula” gelesen.

Mary Wollstonecraft-Shelley, lehrt mich Wikipedia, wurde 1797 in Llondon geboren und ist dort 1851 gestorben. Sie war die Tochter der berühmten Frauenrechtlerin Mary Wollstonecraft, die kurz nach ihrer Geburt verstarb und des politischen Anarchisten William Godwin. So wurde sie wohl sehr freizügig erzogen und konnte schon mit sechzehn mit Percey Shelley auf Europareise gehen, den sie erst nach dem Tod seiner Frau heiraten konnte, von ihm drei Kinder hatte, von denen nur eines überlebte. 1922 ertrank Percy Shelley während einer Segeltour. Mary Shelly kehrte nach England zurück. Ihr Buch wurde, glaube ich, anonym oder unter einem Männernamen herausgegeben. Sie schrieb noch andere Romane, Gedichte und auch Reisebücher und während meiner Leseprobenjagd, in Würzburg, Essen und Leipzig, habe ich auch ein Heftchen über ihre “Streifhzüge durch Deutschland”, die deutsche Erstausgabe, die pünktlich zum Zweihundertjahrsjubiläum erschienen ist, gefunden.

Das alles kann man auch, wenn auch weit unübersichtlicher in Olaf Trunschkes Buch finden, der auch die Fragen stellt, was menschliches Leben ist?

In CERN soll oder gibt es einen Computer namen G.O.L. E.M., der  viel schlauer als die Menschheit ist und im neunzehnten Jahrhundert wurden Experimente gemacht, wie man Leichname mittels Galvanisierung wieder zum Leben erwecken kann.

Das alles erfahren wir in dem Buch, in dem auch die Frage gestellt wird, ob der berühmte Frankenstein nicht vielleicht auch von den Gebrüdern Grimm erschaffen worden sein könnte?

Es gibt auch ein Tagebuch zu der Entstehung, um das sich so manches Rätsel prangt, so daß, wie man auch in einer “Amazon-Rezension” lesen kann, fast ein Krimi aus der Entstehungsgeschichte wurde.

Es geht in die Schweizer Berge, zum Eigner und zur Jungfrau: “In Grindelwald kaufte sich Byron neue Karten – Karikaturen der Berge, die Gipfel mit Gesichtern: Der Eigner will zur Jungfrau, aber der Mönch steht im Weg” und nach Paris, wo man nach der französoschen Revolution Marie Antoinettes Disneyland, Klein Trianon besichtigte “Östlich davon hatte sich Marie Antoinette, ein idyllisches Dörfchen bauen lassen: Mit Mühle und Molkerei, einem Taubenhaus und einer Fischerei, einem Aussichtsturm und natürlich dem Haus der Königin mit Zimmern für Billard und Ball. Claire versuchte sich vorzustellen, wie die Königin mit silbernen Haaren und Eimerchen aus Porzellan das schlichte Landleben zelebrierte….”

Und so weiter durch die Geschichte vor zweihundert Jahre und dem, was im Leben der Mary Shelley, um ihren berühmten “Frankenstein” passierte und in die Geschichte danach in das Cern von 2016 und jetzt wieder zwei Jahre später, können wir uns ja gut ausgerüstet in das “Zweihundert Jahre “Frankenstein-Jubiläum” stürzen.

Literatur im Augarten

Die Lesenden (Waltraud Zechmeister fotografiert grade)

Die Lesenden (Waltraud Zechmeister fotografiert grade)

Manfred Loydolt

Manfred Loydolt

Literarische Spaziergänge scheinen jetzt sehr modern zu sein, habe ich doch vor kurzem mit der Ruth einen gemacht und da drei Kunstwerke im öffentlichen Raum aufgesucht, die wir im Vorjahr beschrieben haben.

Es gibt den Osterspaziergang der LitGEs in St. Pölten an dem ich mich regelmäßig beteilige und früher hat es auch den des ersten Wiener Lesetheaters gegeben, wo man immer durch einen Bezirk gegangen ist und an den literarischen Orten Lesungen abgehalten ist. Seit Rolf Schwendter gestorben ist, gibt es den, glaube ich, nicht mehr, obwohl ich heute mit Manfred Loydolt, einem Urgestein des ersten Wiener Lesetheaters durch den Augarten gegangen ist und der ist für Nichtwiener, ein großer Park zwischen dem zweiten und zwanzigsten Bezirk, der, glaube ich, einmal von Josef II gegründet oder dem Volk übergeben wurde.

Erika P. Dellert-Vambe

Erika P. Dellert-Vambe

Es gab da einen Streit, weil die Wiener Sängerknaben  einen Konzertsaal errichtet haben. Es gibt, glaube ich, ein Museum darin und viele schöne Alleen und er ist ein Park zu dem ich eigentlich recht wenig Bezug habe, weil er eigentlich sehr wenig meine Wege kreuzt, weil ich ja jetzt im Smmer eher in Harland bin, statt in Wien eine Parkanlage aufzusuchen.

Sascha Wittmann

Sascha Wittmann

Bei der Vollversammlung der GAV habe ich aber die Karten und den “Hammer 95” eifrig verteilt. Das hat zwar wenig geholfen, weil ich glaube, dadurch niemand zu dem Spaziergang gekommen ist. Ich bin aber mit Waltraud Zechmeister in Kontakt gekommen und die hat mir auch eine Karte für einen literarischen Spaziergang durch den Augarten in die Hand gedrückt und weil ich einige der Lesenden gekannt bin und sehr an literarischen Aktionen interessiert bin und außerdem dieses Wochenende in Wien, bin ich mit dem Alfred hingegangen.

Das Wetter war außerdem noch traumhaft schön. Nach dem eher langen Winter ist der Sommer sehr rasch gekommen und begonnen hat der Spaziergang am Wallensteinplatz. Da begrüßte Waltraud Zechmeister, die Teilnehmer und sagte etwas über den Augarten.

Cornelia Schäfer

Cornelia Schäfer

Es gab ein Foto und dann sind wir losmarschiert.  Sieben Stationen und eine Schlußveranstaltung in einem Lokal in dem Waltraud Zechmeister auf dem Tag genau, wie sie sagte, vor drei Jahren ihre Hochzeit feierte und begonnen hat Manfred Loydolt mit einem Text, den ich schon kannte, weil er ihn einmal bei der “Poet Night” gelesen hat, nämlich eine Hommage auf Rolf Schwendter oder ein heiterer Text über die erste Begegnung und das Erstaunen darüber, daß jemand, der, wie ein Sandler aussieht, ein dreifacher Doktor, GAV-Präsident und Universitätsprofessor ist.

Luis Stabauer

Luis Stabauer

Dann gings  ins erotische Fach, da hat nämlich Erika Dellert-Vambe etwas über Sado Maso gelesen und die dritte Leserin war, glaube ich, Sascha Wittmann, die mit Luis Stabauer in einer literarischen Gruppe namens “Textmotor” ist und auf die ich schon im Internet gestoßen bin, beziehungsweise ihn einmal bei dieser Kleinverlagsmesse Hietzing kennenlernte, wo, glaube ich, auch einige der anderen Autoren waren.

Cornelia Schäfer hatte, glaube ich, eher esoterische Texte, während Sascha Wittmann eine Geschichte aus einer Anthologie verlas, die den Besuch einer Frau, die ihre Freundin, die aufs Land gezogen ist, etwas boshaft schilderte.

Ingrid J. Poljak

Ingrid J. Poljak

Luis Stabauer hat einen Ausschnitt aus seinen “Weissen”, ein sehr politischer Roman, den ich schon gelesen habe, vorgetragen  und Ingrid j. Poljak, die Krimiautorin ist mir auch aus dem Netz bekannt und ich habe sogar eines ihrer Bücher einmal in der Telefonzelle bei der “Seedose” gefunden.

So ging es durch den  schönen Park, immer ein Stückchen zu Fuß und dann eine Lesestation, wobei man die anderen Besucher beim  Turnen oder beim Lagern auf der Wiese beobachten konnte.

Waltraud Zechmeister

Waltraud Zechmeister

Waltraud Zechmeister bildete mit ihren Gedichten den Schlußpunkt und dann ging,s wie schon beschrieben zur “Reblaus”.

Dort gab es einen Büchertisch und weil am Montag “Tag des Buches” ist, gab es auch eine Verlosung, die Ingrid J.Poljak veranstalte. Jeder bekam eine Nummer, drei Lose wurden gezogen. Ich war natürlich nicht dabei, habe aber, wie schon erwähnte, eines der Pollak Bücher auf meinem Harlander Bücherstapel und jeder hat dann noch, während man seinen Sommerspitzer trank und seine Apfelspalten aß, ein weiteres Stück aus seiner Textwerkstatt gelesen und ich habe wieder einige neuen Autoren kennengelernt, denn der Literaturbetrieb spielt sich ja nicht nur bei den Festivals oder in der “Alten Schmiede” ab und durch den Augarten bin ich auch gewandert, was ebenfalls sehr interessant war.

Cafe Gerstl to go

Ausstellung "cafe gerstl to go" in der SFD

Ausstellung “cafe gerstl to go” in der SFD

Ausstellung "cafe gerstl to go" in der SFD

Ausstellung “cafe gerstl to go” in der SFD

Die “Schule für Dichtung” gibt es seit zwanzig oder fünfundzwanzig Jahren. Ich war jedenfalls im vorigen Jahr bei dem Fest im “Rabenhof” und dazu habe ich mich auch angemeldet und seither bin ich im Verteiler und bekomme die Aussendungen.

Habe mich einmal um einen Gratisplatz beworben und natürlich nicht bekommen, no na und für zwei kostenlose Online Klassen habe ich mich auch angemeldet, aber nichts geschrieben, denn ich schreibe ja nicht experimentelle oder visuelle Poetry, sondern realistische Prosa und dafür gibt es, glaube ich, keine Klassen und auch Lehrerinnen für das Bloggen beispielsweise werden nicht gresucht.

Ich kann mich auch noch an eine GAV-GV erinnern, wo Ide Hintze aufgetreten ist und verkündete, daß er eine “Schule für Dichtung” gründen will, denn damals gab es das ja nicht, da mußte einen noch die Muse küssen und man den Genie-Gen zum Schreiben haben.

Das hat sich inzwischen sehr sehr geändert und eine Vorvorläuferin der Schreibeschulen und der Hochschullehrgänge für Sprachkunst, war ja, glaube ich, auch der “Arbeitskreis der schreibenden Frauen” und diesbezüglich hat mich  auch einmal Ide Hintze angerufen und  sich erkundigt und ich war viel zu schüchtern, um mich als Lehrerin anzupreisen.

Ide Hintze, neben Helmuth Seethaler einer der ersten Zettelpoeten ist inzwischen verstorben und Fritz Ostermayer hat die Leitung der Schule übernommen, die ja, lang lang ists her, als es noch das alte “Rund  um die Burg-Festival” gegeben hat, immer zu Mittag dort aufgetreten ist und ihre Klassen präsentierte.

Mit Fritz Ostermayer habe ich mich einmal länger in der “Kolik-Lounge” des Schauspielhauses unterhalten, die es inzwischen auch nicht mehr gibt und im vorigen Herbst hat mich der Alfred in eine Veranstaltung ins Literaturhaus geschleppt, wo Fritz Ostermayer mit Doris Knecht konferierte.

Inzwischen habe ich den Alfred in die Mariahilferstraße 88a geschleppt, wo die “Schule für Dichtung” residiert, denn da habe ich  eine Einladung zu einer Vernissage und Klassenzwischenpräsentation bekommen, denn Augusta Laar und Judith Nika Pfeifer habe ja in der schönen alten Mezzanin Wohnung ein Cafe Gerstl to go installiert.

Das heißt am langen Gang Cafehausbilder, Rechungen und Platten aus den Fünfzigerjahren angebracht, denn Elfriede Gerstl 2009 verstorben war ja eine begnadete Wiener Stadtflaneurin und Kaffeehausgängerin und ich kann mich erinnern, daß ich einmal, es ist noch viel länger her und ich wohnte noch in der Otto Bauergasse, die ja sehr in der Nähe von der Mariahilferstraße 88 ist, einen Stadtbummel unternommen habe und da Elfriede Gerstl in der konditorei Aida in der Wollzeile sitzen sah. Die kleine alte Dame mit dem Hut und ich habe mich nicht getraut sie anzusprechen.

Augusta Laar, Judith Nika Pfeifer, Fritz Ostermayer

Augusta Laar, Judith Nika Pfeifer, Fritz Ostermayer

Dann bin ich mit ihr wahrscheinlich durch die GAV in Kontakt gekommen, sie ist auch sehr regelmäßig in die “Alte Schmiede” gegangen und als ich einmal zu dem “Wespennestfest gehen wollte, aber keine Einladung bekam, weil ja nicht unter den ersten hundert Wiener Autoren, hat sie mich einfach mitgenommen.

Sie hat auch einmal auf einem meiner Geburtstagsfeste gelesen. Ich war auf ihrem Begräbnis und habe auch sonst im Blog ein bißchen was über sie geschrieben.

Jetzt also das Cafe to go in der Mariahilferstraße. Alte Platten und Cafehausbilder installiert von Augusta Laar und Judith Nika Pfeifer und als Erstes hat die freundliche Sekretärin auf das Kabinett verwiesen, wo man sich mit Getränken versorgen konnte.

“Ran an die Tränke!”, hat Fritz Ostermeyer dazu freundlich aufgefordert und nach der obligatorischen viertel oder halben Stunde ist es  losgegangen. Fritz Ostermayer hat die zwei Kuratorinnen und Klassenleiterinnen interviewt und gefragt, wie oft sie ins Kaffeehaus gehen würden.

Nun ich bin als Studentin öfter in ein solches zum Schreiben und zum Lesen gegangen, ins Cafe Gloria, in der Otto Bauer Gasse, das es nicht mehr gibt, ins Cafe Jelinek eben dort beziehungsweise weiter unten, ins Cafe Sperl, jetzt gehe ich nicht mehr oder nur mehr ganz selten, meistens zu Veranstaltungen. So hat die Schreibgruppe ja lange im Cafe Fortuna vormals Ludwig stattgefunden, aber das war ja eher ein Tschocherl, als ein Wiener Cafehaus und Fritz Ostermeyer fragte die beiden Autoren was und ob sie dort schreiben würden?

Haikus, Skizzen aber keine Romane, hat er vermutet. Aber Robert Schindel schreibt die sehr wohl im Kaffeehaus und ich habe früher da auch meine Szenen verfaßt. Dann kam der Gerstl Enkel aus ihrer Ehe mit  Gerald Bisinger und hat auch ein Gedicht vorgelesen und vorher gab es ein paar Gedichte aus dieser Onlineklasse, Da gab es ja zwei Vorlagen aus Gerstl Texten und man konnte sich den ersten Satz schnappen und weiterschreiben.

Elffriede.Aufzeichnungssysteme, die nicht mehr so heißt, hat das auch getan, dann ging es zu der Ausstellung. Die beiden Kuratoren erklärten etwas dazu und Herbert J. Wimmer Elfriede Gerstls letzter Lebensmensch hat auch eine Gedicht dazu beigesteuert, beziehungsweise eine Liste von all den Kaffeehäusern verfaßt, in denen er mit Elfriede Gerstl war.

Mariahilferstraße vom Balkon der SFD

Mariahilferstraße vom Balkon der SFD

“cafe gerstl

im veränderungsoffenen listengedicht

als mindmap einer kommunikation

und ihrer verteilung übrrt die stadt,

der gesprächs-orte mit elfriede gerstl,

erscheinen cafes, die es noch nicht gibt,

im stadtzeitraum seit neunzehnghundertdreiundsiebzig….

Das war das Jahr meiner Matura und auch das, wo sich die GAV gegründet hat und nachher bin ich mit dem Alfred noch lange auf dem Balkon gestanden, habe auf die Mariahilferstraße hinuntergeschaut, mich mit einer jungen Studentin unterhalten, die das Büro betreut, der Alfred hat sich mit dem Gerstl Enkel unterhalten und ich habe wieder ein sehr interessantes Stück Wiener Literaturgeschichte erlebt.

Krimitage ohne Krimis

In Wien gibt es ja öfter Krimitage, die, glaube ich, ziemlich regelmäßig in der Hauptbücherei stattfinden, einmal war ich in einer diesbezüglichen Veranstaltung im Schauspielhaus und die die Krimilesungen in den Wiener Kaffeehäusern gibt es auch.

Sehr oft gehe ich dort nicht hin, wie ich ja auch nicht sehr oft Krimis lese, aber diese Woche finden zwei solche Veranstaltungen in der Hauptbücherei statt und da ich an beiden Tagen bis sechs Stunden habe, bin ich heute erst sehr spät dorthin gekommen und  daher die Einleitung versäumt, wo wahrscheinlich erklärt wurde, daß das Motto der heurigen Veranstaltung “Zeit und ihre Geschichte” heißt und deshalb stehen höchstwahrtscheinlich auch Nichtkrimis am Programm, wie beispielsweise Bettina Balaka, wo ich mich wunderte, als ich ihren Namen im Programmfolder fand.

Als ich aber um halb sieben die Stiegen hinaufhetzte und mich in den erstaunlich leeren Raum in die zweite Reihe neben Bettina Balaka setzte, saß gerade der einzige Krimiautors des Abends am Lesepult, nämlich der mir bisher unbekannte Michal Gerwien, der aus seinem bei “Gmeiner” erschienenen Buch “Gründerjahr” las, von dem ich eigentlich nicht sehr viel mitgekommen habe.

Nur, daß es um irgendeine Leiche ging und um ein paar Kriminalinspektoren und der Autor erkärte dem Publikum auch, daß es damals noch keine Datenbank für die Fingerabdrücke gegeben hätte, so daß die Auswertung schwierig gewesen wäre.

Zum Glück gab es aber einen Büchertisch und so fand ich durch den Beschreibungstext heraus, daß es in dem Buch, um München 1918 ging, wo der Schriftsteller Kurt Eisner gerade den Freistaat Bayern ausgerufen hat.

Da habe ich ja vor kurzem einen Nichtkrimi darüber gelesen und den hätten die Veranstalter eigentlich auch vorstellen können, denn als der Autor mit seiner Lesung fertig war, trat der Moderator oder Organisator auf, erklärte noch einmal kurz das Motto und wies dann auf Dagmar Fohl hin, deren ebenfalls bei “Gmeiner” erschienenen Buch “Alma” auch kein Krimi ist, denn da geht es um einen Cellisten namens Aaron Stern, der mit seiner Frau leo 1938 nach dem Novemberprogrom gerade noch nach Kuba ausreisen konnte, nur leider mußten sie die neugeborene Tochter zurück lassen und der Roman beschreibt, erklärte der Moderator die Suche des Vaters nach dem Krieg nach seinem Kind.

Die Stellen, die die aus Hamburg gekommene Autorin las, befaßten sich aber mit der Zeit bis zur Ausreise und das war spannend und auch Bettina Balaka hat mit ihren  “Exkursionen in die Gegenwart der Vergagenheit – Kaiser Krieger Heldinnen” keinen <krimi geschrieben, sondern eher Essays, wenn ich das richtig verstanden habe und sie erzählte auch viel von der Frauengeschichte.

Nämlich, daß es bis 2000 keine Pilotinnen bei der AUA gegegeben hatte, zitierte Adelheid Popp und las dann auch eine Stelle vor, wie sie bei einer Führung durch die spanische Hofreitschule erfahren hat, daß es dort keine weiblichen Pferde und keine weiblichen Reiterinnen geben würde, weil das das Ensemble stören und die männlichen Pferde und Reiter in Unruhe versetzen würde.

Nun ja, vielleicht auch ein bißchen kriminell oder krimihaft, die Frauenunterdrückung.Nachher gab es Wein und Knabberstangen und der Veranstalter erwähnte vorher noch, daß morgen Beate Maly, Beate Maxian und Herbert Lackner, der ehemalige “Profil-Redakteur” lesen würden.

ich weiß aber nicht, ob ich hingehen werde, weil Erstens wieder eine sechs Uhr Stunde und Zweitens wird morgen in der “Schule für Dichtung” eine “Gerstl -Ausstellung” eröffnet.

Vom ersten Spaziergang zum dritten Poliversale-Abend

Eva Jancak, Ruth Aspöck, Robert Egelhofer © Gerlinde Hofer

Eva Jancak, Ruth Aspöck, Robert Egelhofer © Gerlinde Hofer

Heute war also unser erster literarischer Spaziergang bezüglich der Kunst des öffentlichen Raums. Da bin ich ja mit der Ruth im vorigen Jahr an fünf Nach- beziehungsweise Vormittagen jeweils zu drei  Kunstwerken gegangen und wir habe je zwanzig Minuten lang Spontantexte dazu geschrieben, die wir einander vorgelesen habe.

Damit wars für mich eigentlich erledigt, für die Ruth aber nicht, hat sie doch die Veranstaltung bei der GAV eingereicht, drei Spaziergänge wollte sie machen. Der Erste fand bei Denkmälern, die all mit der faschistischen Vergangenheit zu tun haben, heute statt und den “Hammer 95” in dem einige der Texte abgedruckt sind, gibt es als Begleitung auch, denn da sind wir mit dem Alfred an einem Wochenende im Februar die Orte nochmals abgegangen, um die entsprechenden Fotos zu machen.

Diesmal gibt es keine Alfred Fotos, weil ja Nachmittag und er auf der WU beziehungsweise auf einem Betriebsratsseminar, das heißt ein paar hat mir Gelinde Hofer, die neue “Ohrenschmaus – Organisatorin”, die gekommen war, freundlicherweise zur Verfügung gestellt und außer ihr waren noch Ingrid Messing da, die ich beim letzten Osterspaziergang getroffen habe, wo ich schon ein bißchen Probe gelesen habe, Erika Pavlovsky, Erika Brunngraber, der Chemiker Manfred und noch ein paar bekannte und auch mir unbekannte Leute da.

Am Ballhausplatz beim Denkmal für die “Verfolgten der NS- Militärjustiz”, der zweiten Station, die wir vor einem Jahr abgegangen sind, ist es losgegangen.

Robert Eglhofer, der  inzwischen Kunstgeschichte studiert, hat ein paar einführende Worte zum Denkmal und den jeweiligen Künstlern gesagt. Dann haben wir unsere Texte gelesen, noch einen Rosenstrauch bewundert, das Wetter war ja sehr schön und dann ging es weiter zum Servitenplatz und zu den “Schlüsseln  gegen das Vergessen”.

Da war vielleicht besonders interessant, daß sich ein kleiner Hund auf das Denkmmal und die Schlüssel gelegt hat, der sich vielleicht sonnen wollte und so ungewollt im Mittelpunkt der Veranstaltung stand.

Dann gings gleich weiter zum “Thuryhof”, dem ehemaligen sozialistischen Gemeindebau, wo noch immer das völkische Skulptur des katholischen Bildhauers Alfred Crepaz mit einem Hitlergedicht zu sehen ist.

Robert Eglhofer erwähnte in seiner Einleitung, daß es in dem Gemeindebau nach der Übernahme ein NSDAP-Parteilokal gegeben hat, in dem wohl vorher die Sozialisten ihr Büro hatte und hinter der Skulptur gibt es auch ein Lokal, in dem sich jetzt allerdings ein Architekturbüro befindet.

Wir haben uns ein bißchen mit der Architektin unterhalten, bevor wir in das Pub in der Liechtensteinstraße aufgebrochen sind, das einmal “Zur Flucht nach Ägypten” hieß und in dem Heimito von Doderer angeblich öfter verkehrte.

Danach war ich unschlüßig, ob ich in die “Gesellschaft für Literatur” zum dritten Abend der heurigen Poliversale, die heute dort stattfand gehen sollte, den ersten Abend am Montag habe ich versäumte, weil der Alfred lieber mit mir ins Kino gehen wollte, aber diesmal stellte Michael Haammerschmid, der “Poliversale-Moderator” seinen neuen Kindergedichtband vor und zeitlich ist es sich auch gut ausgegangen.

Sehr gut sogar, denn Erstens konnte ich zu Fuß hingehen, zweitens noch kurz in die Buchhandlung “Kuppitsch” schauen, um mir jetzt doch das TB von Klaus Modick “Konzert ohne Dichter” zu kaufen und als ich dann in der Herrengasse, am tschechischen Zentrum vorbeiging, sah ich einen Catering-Bus davor stehen.

“Aha, da gibts eine Veranstaltung!”, habe ich gedacht, bin aber weitergegangen. Es kam aber der Josef, den ich öfter bei Veranstaltungen sehe heraus und fragte mich “Hast du fünf Minuten Zeit, dann gehe hinein, denn da gibts das Feinste vom Feinen!”

Und das war eine Fotoausstellung von Robert Vano, der seinen Zyklus  “Memories” vorstellte und dazu gab es Grammeln, Schinken, Presskopf und andere Wurst und auch ein Gläschen Wein, so daß ich ziemlich gestärkt und dennoch pünktlich in die “Gesellschaft für Lliteratur” kam, die diesmal viel leerer als gestern war, obwohl es schon sieben vorbei war.

Kurt Neumann und einer der “Alten Schmiede- Assistenten” waren  aber da, denn es ist ja eine “Alte Schmiede-Veranstaltung”, Karin Peschka, Ljuba Anautovic, Susanne Ayoub, Christl Greller und noch einige andere und außer Michael Hammerschmid trat auch noch der 1952 in Salfelden geborene Ludwig Hartinger auf, der Lektor bei “Wieser” war, auch auf Slowenisch schreibt und sehr feine eher kurze tagebuchartige Gedichte hatte, die wie Manfred Müller in seiner Einleitung betonte, ganz erstaunlich zuMichael Hammerschmids “Schlaraffenbauch” passten.

Den “Hammer 96”, der der “Poliversale” gewidmet ist, gibt es übrigens auch.