Vom Partisanenworkshop zur Wiener Filmdystopie

Der Mittwochnachmittag gehört ja schon seit fast einem Jahr der Literaturwissenschaft, sprich dem Centropeworkshop im vorigen Semester und in diesem der Partisanenliteratur.

Da habe ich ja in den Weihnachtsferien “Der Tod heißt Engelchen” gelesen. Dann gehört auch noch Italo Calvino “Wo Spinnen ihre Nester bauen” dazu. Das war vorige Woche dran, diese Woche habe ich in einer alten russischen Ausgabe von Alexander Fadejews “Die junge Garde” mit sehr schönen Illustrationen geblättert. Der 1901 geborene sowetische Schriftsteller der Stalins Kulutrupolitik, wie ich in “Wikipedia” las, sehr unterstützte und auch einige Schriftsteller verbannen ließ, hat sich 1956 umgebracht und ist wahrscheinlich inzwischen fast vergessen. Zumindestens habe ich noch nicht sehr viel von ihm gehört, bekomme da also am Mittwoch Nachmittag von Stephan Teichgräber, dem Slawistien, der die Bücher meist in Originalsprache liest, Nachhilfeunterricht. Dann haben wir uns auch noch vielleicht nicht ganz zum Thema passend mit Peter Esterhazys “Produktionsroman” beschäftigt, der glaube ich, eine Parodie auf den sozialistischen Realismus darstellt und von Terezia Mora ins Deutsche übersetzt wurde.

Dann habe ich mein neues Buch, das gestern von der Druckerei gekommen ist, bezahlt. Vorher habe ich meine Beleg- und Werbeexemplare weggeschicht und ein Buch, wie ich das schon länger mache, in den “Wortschatz” mit einer Widmung hineingelegt.

Ich hoffe, es findet seinen Leser. Dann hatte ich noch eine Stunde und hätte eigentlich ins Literaturhaus zur oberösterreichischen Literatur oder in die “Gesellschaft” zu einer Kafka-Veranstaltung gehen wollen.

Dann ist aber eine Filmdystophie, für die der ORF sehr viel Werbung macht, so daß ich in den letzten Tagen in Ö1 öfter davon hörte, dazwischen gekommen und ich mag ja Romane wie der “Circle”, “1984” oder “Schöne neue Welt” und diesmal ist, glaube ich, auch noch ein bißchen die Verarschung der Psychologie oder der Leistungsgesellschaft dazugekommen.

Nämlich “Life Guidance” von Ruth Mader, wo Martin Leidenfrost das Drehbuch geschrieben hat und der Lobbyist Alfons Mennsdorf-Pouilliy mit einem Gewehr auftritt.

“Life Guidance” zeigt ein Wien nach der Gleichschaltung: eine Armee von <leistungsträgern steht dem mit Schlagermusik sedierten Volk gegenüber” steht in der ORF-Beschreibung.

Die dürfen keine Gefühle zeigen, sehen alle gleich aus, bewegen sich wie Marionetten und wenn sie auffallen, werden sie einem “echten Rorschachtest” mit einer “falschen” Anweisung unterzogen, bekommen eine Anpassungsstörung diagnostiziert, wenn sie sagen, daß man “Freiheit und Transparenz nicht gegeneinander ausspielen soll”, sowie einen “Llife-guidance Berater”, während in den Schlafburgen, die sedierten  “Unterschicht-Zombies” herumwanken.

Das spielt sich im “Karl Marx Hof” ab, was vielleicht eine ironisierte Verbindung zum realen Sozialismus und der “Dokumentationsstelle für ost und mitteleuropäische Literatur” sein könnte und die Leistungsträger residieren in der WU, während sich die Überwachungszentrale im ORF-Zentrum am Küngiglberg befindet, deshalb vielleicht die viele Ö1 Werbung.

Also ganz schön ironisch, aber auch ziemlich unlogisch und wiedersprüchig, obwohl ohne Zweifel auch sehr spannend und vielleicht gar nicht mehr soviel von unserer alltäglichen Wirklichkeit entfernt, nur sehr überhöht, aber das muß, habe ich inzwischen gelernt, Literatur ja sein und die Filme höchstwahrscheinlich auch.

In der Beschreibung steht noch etwas, daß die Reaktionen bei der Pressevorführung zwischen “Begeisterung zu fad, platt und schon hundertmal gesehen” reichte.

Ich würde sagen, für mich lag es in der Mitte. Spannend wars, aber nicht logisch zu erkklären und das leere Wien mit den Leistungs- und  Unterschicht-Zombies” auch irgendwie beklemmend.

Im Herzen der Gewalt

Bei meinem 2018 Lesen, da suchen sich ja die Buchtuber achtzehn Bücher aus, die sie in diesem Jahr lesen wollen, während ich schon über sechzig auf der Liste habe, komme ich jetzt zu den Geburtstagsbücher, also zu Edouard Luis  “Im Herzen der Gewalt”, das ich mir dazu wünschte, als ich während meines Frankfurtsurfings ein Monat früher ein Interview mit dem 1992 geborenen blonden Franzosen hörte, Frankreich war da das Gastland und daraufhin habe ich  begonnen mich für die französische Literatur zu interessieren, beziehungsweise sie für sehr poltisch zu halten.

Zwei andere FrankreichBücher habe ich inzwischen schon gelesen, das waren Rezensions-Exemplare, die mir “Ullstein” freundlicherweise schickte, da hatte ich dann die poltische Situation, bei Eduourd Luis eigentlich nicht oder nur indirekt.

Der Autor, steht im Klappentext ist vierundzwanzig Jahre alt und schon mit seinem ersten auobiografischen Roman “Das Ende von Edy” in dem er das Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen in der französischen Provinz und die Mobbingerfahrungen, die er als Homosexueller dort erlebte, beschreibt, berühmt geworden.

Was ja eigentlich sehr überraschend ist, hätte ich doch angenommen, daß ein Verlag die Autbiografie eines Zwanzigjährigen nicht druckt. Bei Eduouard Luis, der eigentlich Bellegueule heißt, ist das offensichtlich anders und das zweite Buch ist, wie ich weitergelesen habe, schon in über zwanzig Sprachen übersetzt und verfilmt worden.

“Buchrevier” hat es unter seine Flops des Jahres gereiht und als ich am Freitag im Literaturhaus zu lesen begonnen habe, hätte ich ihm fast zu gestimmt.

Das heißt, natürlich nicht, denn das Buch ist ja kein Roman, obwohl das prompt drin steht, sondern ein wahrscheinlich mehr oder weniger authentischer Bericht einer Vergewaltigung, also etwas, was natürlich interessiert und die Handlung ist sehr einfach und schnell erzählt.

Eduoard Luis geht an einem Weihnachtsabend mit zwei Büchern, die er geschenkt bekommen hat, von seinen zwei Freunden Geoffrey und Didier nach Hause. Da wird er von einem jungen Mann, im Buch steht Kabyle, irgendwo habe ich Algerier gelesen, namens Reda angesprochen. Er nimmt ihn in seine Wohnung mit. Es kommt zum Sex zwischen beiden, dann geht Eduard duschen und, als er aus der Dusche kommt, findet er sein Handy nicht mehr und sieht, daß sein I-Pot aus Redas Tasche ragt. Er spricht ihn darauf an, der antwortet, daß er seine Mutter beleidigt hätte, wenn er ihm des Diebstahls verdächtigt und beginnt ihm zu würgen, dann gibt es noch eine Vergewaltigung und eine Attacke mit einem Messer, bevor er Edouard den Verfolger los wird.

Er geht dann zuerst ins Krankenhaus, später auf die Polizei, um eine Anzeige zu machen, dann zu einem Freund, wo er schläft, beziehungsweise fährt er Heim zu seiner Schwester und die Geschichte wird, wenn ich sie recht verstanden habe, sowohl von ihm, als auch von der Schwester erzählt und ein paar Rückblendungen gibt es auch.

Die Ich-Form wechselt sich mit dem “er” immer wieder ab und es wird auch nicht chronologisch, sondern in Schleifen und Wiederholungen, so wie das bei Flashbacks offenbar ist, erzählt. So beginnt es, daß er sich zuerst dreimal duscht und die Bettwäsche wechselt.

Nach und nach kommt man in die Geschichte, in das Memoir, in das Gewalterlebnis, die Vergewaltigung und die Bedrohung hinein. Ein bißchen hatte ich, ob der Brisanz des Themas, den Zweifel, ob man das Buch nicht rassistisch interpretieren könnte.

Erduard Luis schreibt auch etwas davon und wenn ich so bedenke, daß die Patrioten sich derzeit ja sehr über die Gewalt aufregen, die von den Flüchtlingen ausgehen, die ihrer Meinung nach jede Frau vergewaltigen, habe ich da ein wenig ein ungutes Gefühl.

Trotzdem war das Buch  teilweise  sehr spannend zu lesen. Mit manchen anderen Teilen habe ich mir schwerer getan, so daß ich es auf keinen Fall als Flop bezeichnen würde.

Wenn auch, wie schon erwähnt ein vielleicht  ungutes Gefühl zurückbleibt und natürlich die Frage, warum ein Buch, das von der Gewalterfahrung eines Mannes erzählt, ein Bestseller werden kann, während viele anderes, vielleicht auch nicht uninteressantere unbeachtet bleibt?

Distanzen der Heimat

Jetzt war ich ja schon fast ein Monat nicht mehr in der “Alten Schmiede”, die Weihnachtsferien haben die Veranstaltungen unterbrochen, aber auch sonst habe ich jetzt öfter um sechs oder sieben eine Stunde, so daß sich das nicht mehr ausgeht und vorigen Montag, wo glaube ich eine Veranstaltung war, war unser “Wein-Vernichtungsfest”, am Dienstag, die Schreibgruppe, am Donnerstag waren wir im Theater “Zucker-Büstenhalter”, das Stück einer polnischen Autorin in der “Märchenbühne Apfelbaum”, was zwar auch literarisch ist, aber über Theater blogge ich ja nicht so gern, genausowenig, wie über Filme, weshalb ich gleich anmerken will, daß am Mittwoch, wo wir ins <kjno gehen werden, wahrscheinlich ein Partisanenbericht, aber keine Filmbesprechung kommen wird, aber heute wieder einmal Textvorstellungen moderiert von Mieze Medusa, die mich während des Wartens auf dem Klo freundlich fragte, wie es mir den ginge>?

“Gut!, antwortete ich.

“Ich schreibe, lese, blogge und gehe jetzt weniger zu Veranstaltungen, weil ich mehr Studen habe und im übrigen leide ich darunter, daß ich es nicht in den Literaturbetrieb beschaftt habe!”, das könnte zu meinem Standardsatz werden, so wie andere unter ihre Artikel schreiben: “Und im übrigen bin ich der Meinung…

“Aber ich versuche, das mit meinen Blog zu kompensieren!”, habe ich dann gleich selbstbewußt hinzugefügt.

“Ich weiß nicht ob der bekannt ist!” und gleich versichert bekommen, daß er das wäre.

Na ja, wenn man nach bestimmten Namen oder Veranstaltungen des Wiener Literaturbetriebes googlet, kommt man wahrscheinlich gar nicht um mich herum, ob man das möchte oder nicht und heute bei den Textvorstellungen ein interessantes Thema, obwohl das einer Dame im Publkum, die nach  Barbara Eders und Gabriel Furmuzachis Lesung, die Veranstalterin fragte, nach welchen Kriterien sie ihre Textauswahl treffe?

Sie würde keine Gemeinsamkeiten in Stil und Form treffen und noch mitten in Hamed Abouds Lesung ist sie dann gegangen.

Dabei ist das Gemeinsame das Fremde, Barbara Eders Text, die ja einmal im “Institut für ost und mitteleuropäische Literatur” einen Vortrag über Comics halten sollten, die ich beim letzten Volksstimmefest persönlich kennenlernte und die auch einige Jahre Lektorin an einer ungarischen Uni war, beschäftigte sich mit Frauen, die in einer Lagerhalle in der ungarischen Provinz Elektroschrott sortieren und freiwillig in das Lager gehen, weil sie da überhaupt Geld verdienen, der sehr gewollt mit bestimmten Reizwörtern spielt, mit dem Lager einmal, dann gibt es tote Hunde, prekäre Verhältnisse und der Text, das ist auch sehr interessant, ist noch unveröffentlicht, während Barbara Eder schon einen anderen Erzählband veröffnentlich hat, auf den Mieze Medusa öfter hinwies und mit einer Geschichte daraus hat sie 2015 beim “Exil Preis” gewonnen.

Der Rumäne Gabriele  Furmuzachi hat das heuer getan, so habe ich seinen Text “Klick” oder Auszüge daraus schon zweimal gehört und der Text, weshalb die Dame vielleicht Schwierigkeiten hatte, die Gemeinsamkeiten zu finden, beschäftigt sich nicht so offensichtlich mit dem Fremdsein, hintergründig schon, denn da trägt ein Fotograf ein krankes Kind in ein Krankenhaus, was mich schon bei der Literaturhauslesung an den “Erlkönig” erinnert hat.

Diesmal ist es nicht so schlimm, denn das Kind hat, als der Arzt es untersucht schon das Schlimmste hinter sich und der Fotograf, der aus Bulgarien kommt und besser Englsich, als Deutsch spricht, hat sich vorher überlegt, in welcher Sprache er die Sympotme des Kindes erklären soll. Der Text ist übrigens und das ist interessant, auf Englsich gechrieben und dann von seinem Autor auf Deutsch übersetzt wurde.

Dann wurde es überhaupt international, denn das Buch des Syriers Hamed Aboud, der in Österreich zu leben scheint, “Der Tod packt einen Geburtstagskuchen” ist in einem Schweizer Verlag erschienen, es ist zweisprachig, deutsch arabisch und die Übersetzerin ist eine Deutsche und Hamed Aboud, das ist interessant, setzt sich mit den schweren Thema Flucht, Krieg und Vertreibung auf sehr poetische Art und Weise auseinander.

So läßt er seinen Protagonisten in einem Panzer durch die Gegend rasen, klettert auf Minarette hinauf kauft in der Fremde Unterwäsche und erinnert sich daran, daß seine Mutter die Hemden seines Vater und seines Bruders in der Waschmaschine immer verfärbte und er nun mehr weder den Mantel seines Vaters, noch die Schuhe seines Bruders tragen kann und der Tod, der Kuchen bäckt ist eine Metapher auf das neue Leben, das nach dem Untergang des alten wieder entsteht.

Sehr interessant und in Zeiten wie diesen eine sehr wichtige Lesung, obwohl ich zwei der Autoren ja schon gekannt habe. Der dritte war für mich, glaube ich, eine Neuentdeckung und nochmals interessant.

In der Zeitschriftengalerie gab es paar “Wespenneste” zur freien Entnahme, ich habe zugegriffen, vielleicht als Entschädigung, weil ich jetzt die “Manuskripte” nicht mehr bekomme, weil die Stadt Wien das Abo, das ich bezog, schon 2012 eingestellt hat, was die Redaktion das, zu meinem Glück oder ihrem Unglück jetzt erst bemerkte und mir sowohl das Heft, das zu der Literatur im Herbst zum Thema “Jugoslawjia revisited”, als auch das zu “Mare Nostrum” mitgenommen habe.

Eine “Volltextnummer” gab es auch und weil ich dem Alfred, als er mich fragte, wohin ich heuer auf Urlaub fahren wil?l “In die Schweiz!”, antwortete hat er mir sowohl eine”DumontNummer” zu diesem Thema, als auch Thomas Küngs “Gebrauchsanweisung für die Schweiz” mitgebracht. Dabei war die Schweiz ja erst vor einigen Jahren Gastland in Leipzig, wo ich mir ja auch ein paar Bücher und Broschüren mitgenommen habe.

Werkberichte

Hier wieder ein Schreibbericht, den ich in Anlehnung an den Sommerartikel “Vorgestern, gestern, heute, morgen” nennen könnte, denn bei der offenbar schreibunbegabten Autorin geht es rund zu und die Schreibereignisse überstürzen sich.

So gibt es bei dem “Vorgestern”, dem im Dezember schon erschienenen “Vor dem Frühstück kennt dich keiner”, schon drei Meinungen bei der Leserunde. Ich vergebe dafür aber noch Bücher. wer Lust hat  das Buch zu lesen, einen Kommentar zu schreiben und mit den anderen zu diskutieren, soll sich bitte melden.

Vom nächsten, den Bloggeschichten “Besser spät als nie”, wo es schon die Vorschau gibt, habe ich  erfahren, daß das Buch bereits fertig ist und demnächst ausgeliefert wird.

Also wird der Promotionsartikel mit Buch und Bild, wo ich auch zu einer Leserunde aufrufen möchte, wahrscheinlich nächste Woche erscheinen.

Da vergebe ich auch wieder fünf Bücher, für den, der sich daran beteiligen will. Da sich die Geschichten, die ich im Mai und Juni  oft nach Annikas Bühnemann Schreibimpusen geschrieben habe, aus denen sich die Erzählung zusammensetzt im Netz befinden, kann man das Buch dann, glaube ich, auch schön mit der “Urform” vergleichen.

Dann gibt es das Morgen, das inzwischen zum Heute wurde, die “Unsichtbare Frau”, eigentlich die Fortsetzung der “Besser spät als nie-Geschichten”, wenn man so möchte, da ist mir ja einiges von der Erzählung übergeblieben.

Im August oder Anfang September als ich mit dem Korrigieren fertig war, habe ich mit dem Schreiben begonnen.

Da war aber sehr viel los, das Buchpreislesen beispielsweise und dann war ich auch bezüglich Wahlkampf und den entsprechenden Videos oder Diskussionen so nah dran, daß ich nicht immer zum Schreiben gekommen bin oder das, was entstanden ist, Ende Oktober noch vor dem Nanowrimo wieder umänderte und umschrieb.

Dann habe ich flott vier Tage beim Schreibmarathon des Writersseminar mitgemacht, danach eine Woche pausiert und das Wochenende darauf die fünfzigtausend Worte fertiggeschrieben und den Rohtext beendet.

Zum Korrigerien der Rohfassung habe ich dann bei einem Writerretreat am elften Dezember begonnen, dann ein Wiener Wochenende dazu benützt, wo ich noch ein bißchen krank war und die drei Weihnachtswochenenden, die wir in Harland verbracht haben.

Da ich Harland nur einen kaputten Drucker habe, habe ich mit dem Szene für Szene Korrigieren erst gestern begonnen und da ich derzeit relativ viele Klienten habe, komme ich nicht sehr oft dazu und dann ist auch noch immer die Frage im Kopf: “Wozu tue ich mir das an? Ich korrigiere es dann fertig, lasse es fünzigmal drucken und dann meldet sich kein Mensch der das lesen will und sich dafür interessiert?”

Ich weiß, meine Art des Schreiben und des Veröffentlichens ist vielleicht ein wenig ungewöhnlich. Hat aber seine Geschichte und das Selfpublishing höre und lese ich  immer, boomt und hat schon seine Erfolgsautoren und, wo steht geschrieben, daß man das unbedingt immer nur bei “Amazuon tun muß?

Eigentlich nirgends und eigentlich tue ich das mit meiner Art der Veröffentlichung schon bald zwanzig Jahre und eine Blogpräsentation ist ja vielleicht genauso gut, wie wenn ich meine Leserunden bei  beispielsweise “Lovelybooks” mache.

Vielleicht nicht, wenn man keine Leser hat, die sich dafür interessieren, das weiß ich schon und so dümple ich mit dem Korrigeren wahrscheinlich langsam weiter, hoffe, daß ich nach Leipzig oder vor dem Sommer damit fertig bin und weil ich immer von dem “Ausgeschrieben” schreibe und, daß ich nicht wieder über eine depressive Frau schreiben möchte, kann ich gleich hinzufügen, es gibt  schon eine neue Idee.

Die hatte ich ja vor ein paar Wochen oder sind es schon Monate, ich weiß nicht mehr so genau, als ich wahrscheinlich vom Literaturhaus nach Hause kam und bei der Pilgramgasse vor der Kreuzug stand und in ein Auto sah.

Über die Insaßen könnte ich eine Geschichte schreiben habe ich gedacht. Dann ist der Name Magdalena Kirchberg dazu gekommen. Ich habe ja oft schöne, sprechenden Namen, über die man dann auch diskutieren kann und die hat sich dann in eine Magdalena,70, depressiv.

Die geht nach Hause uind bloggt ihr Leben im Netz. Da habe ich auch ein Vorbild gefunden und in eine Magda, 35, abgespaltet. Die ist ihr früheres Ich, beziehungsweise ihre Tochter, also drei Personen und den Beginn des Romans ohne zu wissen, wie ich jetzt den Chrirugen, die Krankenschwester und den Psychiater, die in dem Auto sitzen könnte, zu der Magda ein und zwei in Verbindung bringe, habe ich am Dienstag bei der Schreibgruppe begonnen.

Da habe ich gedacht, die Szene ist gut, aber, wie mache ich einen Roman daraus? Solche Fragen habe ich öfter und da bekomme ich dann manchmal auch die entsprechenden Kommentare und natürlich bin ich wahrscheinlich manchmal zu schnell, aber jetzt hat sich die Geschichte bei mir weitergentwickelt und vielleicht komme ich bei der Geschichte zu einem akzeptablen Handlungsfaden.

Es ist ja auch noch immer die Frage, wird der Text jetzt “Magdalena Kirchberg bloggt einen Roman” oder “…bloggt ihr Leben” heißen?

Momentan tendiere ich zum zweiteren und Magdalenas Bigorafie ist eine ähnliche wie man sie schon in meinen anderen Depressionsgeschichten finden kann. Vielleicht ein bißchen radikaler.  Gymnasium, abgebrochenes Studium, dann diverse Jobs bis zur Geringfügigkeitsgrenze mit denen sie sich über Wasser hält und ihr Leben finanziert. Und dann möchte die Magdalena ein guter Mensch sein, den anderen helfen, die Welt retten, etcetera, damit kommt sie in die Psychatrie und eine Schozodiagnose. Das ist vielleicht die Verbindung zu dem Auto die mir bisher fehlte.

Sie hat auch eine Tochter, die hat sich, damit habe ich  mich ja in der letzten Zeit beschäftigt, durch die psychisch kranke Mutter überfordert gefühlt, sie hat eine Sozialpädagoginnenausbildung gemacht, lebt jetzt in Graz mit einem Kollegen,  arbeitet in einem Wohnheim ist schwanger, hat den Kontakt zur Mutter abgebrochen und erfährt erst jetzt wieder über ihren Blog von ihr, wo die jetzt depressive Magdalena von ihrer Depression erzählt, beziehungsweise Autogeschichten hineinstellt, die sie erfindet, wenn sie beispielsweise von einer Vernissage oder vom Literaturhaus nach Hause geht, an einer Kreuzung stehen bleibt und sich Gedanken über das Leben der Menschen im Auto oder auch der anderen Passanten macht.

So könnte es gehen, denke ich und werde wahrscheinlich, während ich korrigiere, weiter darüber berichten und dann im Frühling oder Sommer, wenn die “Unsichtbare Frau” fertig ist mit dem Schreiben anfangen.

Ich bin ja keine große Vorausplanerin und auch keine Parallellschreiberin. Aber so könnte es gehen denke ich, bin gespannt, hoffe, daß ich an diesem Wochenende, wo es ja auch eine Demo wegen schwarz blau und vielleicht auch wegen der Reden des neuen Innenministers gab, noch ein bißchen zum Korrigieren der “Unsichtbaren Frau” komme, wo ich jetzt Szene für Szene korrigiere und derzeit bei der ersten Alfons Szene und eigentlich mit dem Ganzen sehr zufrieden bin.

Olga

Der 1944 bei Bielefeld geborene Bernhard Schlink, von dem ich als ich 1996 nach Klagenfurt gefahren bin, mir “Selbs Betrug” gekauft oder gelesen habe, der dann mit dem “Vorleser” berühmt wurde, den ich im Zug las als wir von unserer Donauradfahrt von ulm nach Regenburg nach Wien zurückgefahren sind, hat ein neues Buch geschrieben, das ich jetzt sozusagen auch “vorab” gelesen habe.

Am Cover ist eine eine Frauengesttalt auf einer Kippe am Meer zu sehen und am Buchrücken steht etwas vom späten neunzehnten Jahrhundert und Deutschland und Afrika beziehungsweise den Irrwegen die diese Geschichte aufzeigt, was mich, da ich schon die erste Seite gelesen habe, wo ein kleines Mädchen zu ihrer Nachbarin geht, anfangs verwirrte.

Dann dachte ich lange,ich hätte ein sehr altmodisches Buch gelesen und wieder etwas, was nicht wirklich neu, sondern ohnehin schon huntermal geschrieben wurde, geht es doch in dem ersten Teil des dreihundert Seiten Buches, um eine Liebesgeschichte zwischen , einem armen Mädchen das Lehrerin wurde und einem Gutbesitzersohn, aber nein, es geht und das steht auch Buchrücken, wenn ich den nur ordentlich gelesen hätte, um eine willensstarke Frau, die sich durch die Wirren des Lebens kämpft, nicht aufgibt, aber eigentlich von Anfang an schon verloren hat.

Diese Frau isrt Olga, beziehungsweise das kleine Mädchen, das am Anfang des buches bei der Tür der Nachbarin steht, die sich mit ihr anfreundet und sich um sich kümmert. Das passiert in einer kleinen polnischen Stadt und Olgas Eltern kommen bald ums Leben, so daß sie von der Großmutter, die in Ostpreußen lebt und mit der Heirat ihres Sohnes mit einem polnischen Fräulein nicht einverstanden war, zurückholt. Die will ihr nun auch einen deutschen Namen geben, will sie Helga nennen, aber da wehrt Olga sich und setzt sich durch. Das Verhältnis zur Großmutter ist nicht sehr gut, sie freundet sich mit den Gutskindern Herbert und Viktoria an und setzt es, die ihr die höhere Mädchenschule verwehrt wurde, unter Mühen und Selbststudium durch, daß sie auf das staaliche Lehrerinnenseminar nach Posen gehen kann.

Herbert ist ein, wie Schlick ihn beschreibt ein “Läufer” oder “Renner” und die “Weite des Horizonts”, eine sehr poetisch beschriebe Methapher spielt in dem Buch auch eine Rolle und natürlich auch die Grenzen, die das Leben vor allem den Frauen setzt.

Der Läufer mit dem Olga bald ein außereheliches Verhältnis hat, sie ist ja nicht standesgemäß, flieht vor der elterlichen Strenge nach Afrika, wird dort Soldat in den Kolonien und in einen Krieg verwickelt und als er zürckkommt, in den  Neunzehundertzehnerjahren träumt er von einer Expedition in die Antarktis und will dort offenbar eine neue Kolonie errichten.

Olga besteht indessen ihr Lehrerinnenexamen und geht in ein kleines Dörfchen unterrichten. Wohnt in einem kleinen Haus, wird dort von Herbert besucht, der in Tilsit, offenbar der nächsten Stadt, einen Vortrag über seine  geplante Expedition hält, sieht ihr beim Marmeladekochen oder Schulheftverbessern zu und bricht dann, so um 1913 auf, verspricht ihr vorm Winter zurückzusein und kommt doch nicht.

“Mein Lieber, letztes Jahr wolltest du vor Weihnachten zurück sein, dieses Jahr wollten es die Soldaten. Auf  euch Männer ist kein Verlaß”, wird ihm Olga postlagernd in eine norwegische Stadt schreiben.

Aber das erst später  oder doch, sie schreibt ihm Briefe, unterrichtet weiter, spielt Orgel in der Kirche, versucht manche begabte Kinder auf die höhere Schule zu schicken und scheitert an den Eltern, die dafür kein Verständnis haben und besucht eine Familie mit einem kleinen Kind namens Eik, mit denen sie sich angefreundet hat.

Der erste Weltkrieg kommt und die Soldaten sterben, die jahre ziehen ins Land und Herbert kommt immer noch nicht zurück, dann naht bald schon der zweite und Eik, der Ziehsohn mit dem sie sich angfreundet hat, gesteht ihr, daß er zur SS will, was sie erbost und mit ihm bricht. In den Dreißigerjahren ertaubt sie, wäre dann aber bald auch, weil ja keine Nationalsozialistin ohnehin aus dem Schuldienst entlassen worden, besucht eine Gehörlosenschule, um das Lippenablesen zu lernen, muß nach ende des Krieges flüchten, kommt in eine kleine deutsche Stadt und bringt sich als Näherin durch das leben, bis sie eine kleine Pension bekommt.

“Dann nähte sie nur noch in unserer Familie, in der sie sich besonders willkommen fühlte, was sie hier verdiente, reichte ihr als Zubrot”, lautet der letzte Satz des ersten Teils und dann im zweiten, wechselt der Erzählstil.

Es kommt zu einem Ich-Erzähler, namens Ferdinand, den man leicht für autobiographisch halten könnte, ein Junge aus einem Pfaffershaushalt mit etlichen Kindern und offenbar wenig Geld. Die Mutter, die den Vater unterstützen und den Haushalt führen muß, hat wenig Zeit für den Jüngsten, der auch noch kränklich ist. Da springt Olga ein, setzt sich an sein Bett, zieht in auf, fördert ihn, ist mit vielem auch nicht einverstanden, wird immer älter und, als er schon an der Universität ist und Philosophie studiert, wird er eines Tages von der Mutter angerufen. Oga wurde bei einem Anschlag auf das Bismark-Denkmal schwer verletzt und liegt im Spital. Er reist zu ihr, hält ihr ihre Hand, die kalt ist, als er eingeschlafen, wieder aufwacht.

Beim Begräbnis erscheint noch ein Kriminalinspektor, der wissen will, was die Neunzigjährige nachts beim Bismarck-Denkmal zu suchen hatte? Er weiß es auch nicht, studiert fertig, erbt von ihr ein Sparbuch, heiratet, geht als Beamter ins Unterrichtsministeriumn, dann ins Pension, wird verwitwet und fängt dann an, öfter an Olga zu denken. Schließlich erfährt er von Briefen, die es in einer norwegischen Stadt bei einem Antiquitätenhändler zu kaufen gibt. Er bekommt auch eine Nachricht von Eiks Tochter, die ihm von ihrem Vater, einem Kriminalbeamten, der auch schon gestorben ist, erzähl. Kauft von Olgas Sparbuch, die Briefe, die sehr teuer sind, denn Olgas postlagernd geschriebene Briefe an Herbert, die von 1913 bis 1972, ihrem Todesjahr gehen, sind ja nie angekommen, weil er  offenbar verschollen, erfroren, etcetera und nie gefunden wurde.

Im dritten Teil gibt es nun die Briefe zu lesen und man erfährt darin einiges, was vorher unklar war. So, daß Eik ihr Kind von Herbert war, von dem sie ihm erst in den Briefen etwas sagte. Man erfährt auch von ihrer Aufmüpfigkeit und ihren Widerstand. Sie beklagt, daß eine Lehrerin, wenn sie heiraten will, den schuldienst verlassen muß. Daß die Lehrerinnen immer viel weniger, als die Lehrer verdienen, nicht aufsteigen dürfen, etcetera. Man erfährt von ihren Bruch mit Eik, als er zu den Natinalsozialisten ging und sie schreibt ihm immer Briefe, obwohl sie 1915 damit aufhören will  und ihn für sich für tot erklärt. Mal ist sie ihm böse, mal verständnisvoll. In den Dreißigerjahren nimmt sie den Briefwechsel wieder auf. Schreibt ihm von ihrer Ertaubung, ihrer Flucht und dem kleinen etwas langweiligen Ferdinand, um den sie sich nun angenommen hat und 1972 schreibt sie ihm  den letzten Brief. Schreibt, daß sie, als der Wassertum, der ihrem Haus gegenüberstand, gesprengt werden sollte, sich von den Sprengmeistern alles erklären ließ, dann ein paar Stangen Dynamit gestohlen hat, mit dem sie als Akt ihres Widerstand gegen die Mmacht der Obrigkeit, das Bismarck-Denkmal in die Luft sprengen will.

“Ich weiß noch nicht, wann ich es tun werde. Aber  seit ich weiß, daß ich es tun werde, geht es mir gut. Und ich bin Dir nahe. Deine Olga”, so endet der letzte Brief.

Daß sie es getan hat, dabei ums Leben kam, während das Denkmal standgehalten und höchsten einene kleine Delle abgekommen hat, wie der langweilige oder kritische Ferdinand noch bemerkte, wissen wir auch und wir haben das Werk eines bald vierundsiebzigjährigen Autors gelesen, in dem wohl alle Lebensweisheit und die Aufarbeitung des vorigen Jahrhunderts liegt.

Nichts wirklich Neues und die drei Teile sind wohl auch eine Wiederholung, beziehungsweise haben wir das, was in den Briefen steht, schon zum größten Teil im ersten Teil erfahren. Trotzdem ist der Stilwechsel überraschend. Das Buch vielleicht gerade in seiner “altmodischen Langsamkeit” interessant und einiges Neues und das, was man vielleicht für sich überdenken kann, gibt es darin sicher auch.

Der sechsundsiebzigste Slam

Nachdem mein Besuch beim letzten Poetry Slam kurz vor Weihnachten problemlos klappte, habe ich die literarische Saison 2018 fast wieder mit dem Slam B begonnen, den sechsundsiebzigsten wie Diana Köhle erläuterte, ich war bis jetzt nur bei dreien, werde aber vielleicht eine Slam-Expertin, obwohl ich beim nöchsten in Harland bin und beim übernächsten vielleicht in Leipzig, es ist aber sicher interessant, sich das in Serie zu geben, weil man da ja die Slamer kennenlernt, die vielleicht in ein paar Jahren zu literarischen Größen, wie beispielsweise Elias Hirschl erwachsen.

Ich war wieder schon vor sieben da, habe noch dem Bücherschrank einen Besuch angestattet, dann einen Haufen Bücher mitgeschleppt, wo ich jetzt mit einem Blick in meinen Katalog daraufgekommen bin, daß ich die Hälfte schon zu Hause hatte und in der Wartestunde, habe ich Edouard Luois “Im Herzen der Gewalt”, ein Buch von dem ich im Rahmen meines Frankfurt-Surfings etwas hörte und es mir zum Geburtstag schenken ließ, zum Lesen mitgenommen. Das letzte Mal habe ich ein Weihnachtsbuch, den “Winterschwimmer” dort gelesen, und interessant, daß Louis autobiografischer Roman auch zu Weihnachten handelt, obwohl er kein Weihnachtsbuch ist, ganz im Gegenteil.

Platz habe ich wieder problemlos in der dritten Reihe bekommen und interessant, daß es heute nur zwölf Anmeldungen gab, also alle lesen konnten das letzte Mal fiel ja Christian Schreibmüller weg.

Das Opferlamm, die Präsentation des vormals Siegers fiel ebenfalls weg, so zog die Glücksfee gleich die Reihenfolge und Osama den ich, glaube ich, schon vom letzten Mal kannte, begann mit einem Text über den Verkehr im öffentlichen Verkehr.

Dann kam Bernie, der von dem Erdäpfel Erich, der die Eräpfelin Erika liebt und nicht zum Pommes werden will, slamte und Tom aus Graz, der jetzt anders heißt, mit einer verspäteten Weihnachtsgeschichte.

Interessant, daß wieder ein paar Bekannte unter den Slamer waren, aber auch einige die zum ersten Mal auftraten. Einer setzte sich beim Lesen seiner Gedichte hin, womit er natülrlich nicht gewonnnen hat. Eine junge Frau hatte, glaube ich, ein Debut mit einem Text über die Menschlichkeit.

378 die Beginnerin der zweiten Runde brachte eine Publikumsbeschimpfung, ein Text der mir wahrscheinlich deshalb nicht so gefiel, während mich die junge Frau, die folgte. dadurch beeindruckte, daß sie einen Text über ihre schizophrene Mutter las, die hatte,glaube ich, auch den lauteren Beifall, trotzdem hat die sehr extrovertiert wirkende junge Frau, die eine Ziffer als Namen hat, gewonnen und im dritten Teil wurde es, glaube ich, wie von Diana Köhle schon angekündigt sehr politisch, die neue Regierungsbildung, brachte zwei Slamer zum Dichten und Diana Köhle wies auch auf die Demo hin die morgen stattfindet und  in der vierten Runde rappte unter anderen “Schreibi” über einen “Schnorrer.

Er hat nicht gewonnen und so traten nach der Pause Tom mit einem Text,der nur aus Werbeslogans bestand, gegen 378 die ebenfalls eine Weihnachtsgeschichte hatte, gegen einen Text, der nur aus Fragen bestand und gegen Lea die auf Englisch über sich erzählte an.

Gewonnen hat der Fragetext und Poetry Slam ist interessant, weil junges Publium,  viel Interesse, interessante Themen und ein volles Haus und auf die besten Texte von vier Jahren Tagebuchslam hat Diana Köhle auch wieder hingewiesen.

Sickster

Jetzt gehts vorerst mal mit der Wiener Leseliste aus den Vorjahren weiter und da steht ja “Sixster”, Thomas Melles Debutroman mit dem er 2011 auf der Longlist des dBp stand, ganz oben.

Ein buch das ich mir an dem Tag, an dem in der “Alten Schmiede”, die literarische Erleuchtung ausgefallen ist und ich nicht wußte, wie ich die zeit bis zur “Kolik Lounge” verbringen sollte, um einen Euro bei “Kupptisch” aus der Abverkaufskiste zog, weil es  am Buchrücken einige Einschnitte hatte und das Buch ist gleich zweimal interessant. Erstens einmal passt es bestens zu der Unverständlichkeitdiskussion oder dem was sich die Buchhändler auf den Buchpreislisten wünschen, weil die Leser lieber etwas leicht verständliches Spannendes, als etwas sprachlich Kompliziertes kaufen und dann ist es ja der erste “Depressions oder Psychoseroman” von den drei mit dem Thomas Melle mit seinem Memoir “Die Welt im Rücken” den dBp 2016 dann doch nicht gewonnen hat.

Mit Buch zwei “Dreitausend Euro” ist er ja, gaube ich, 2014 auch auf der Shortlist gestanden und das Buch habe ich mir weil mich das Thema interessierte, vom Alfred schenken lassen und  damals nicht gewußt, daß Melle da auch, aber auf ganz anderere und viel leichter lesbarere Art und Weise das Thema psychische Krankheit beschreibrt, in der “Welt im Rücken” macht er es biobgraphisch und bei “Sickster” würde ich mal sagen, sehr kompliziert, so daß auch ich, eine glaube ich schon sehr versiierte Leserin, die ersten hundert Seiten brauchte, um in den Stil hineinzukommen und halbwegs zu verstehen, um was des da geht.

Auf den buchrücken hat glaube ich die Zeitschrift “Literaturen” von Sigrid Löffler begründet und nicht der Blog von Sophie Weigard geschrieben “Ein abschüßiges hartes und herzergreifendes Debut. Melle nimmt das voll Risiko. Er bricht Kälte durch Pathos und ist ganz sicher eines nicht, der nächste Popliterat”.

Ob das stimmt, weiß ich nicht, weiß ich ja nicht einmal genau, was ich mir unter einen Popliteraten vorstellen kann, aber ich könnte mir vorstellen, daß das Buch das ist, wie die Literaturkritiker von der qualifiziertesten Sorte, die gute Literatur haben wollen.

Neu und unverständlich, sprachlich auf hohen Niveau und ohne Rücksicht auf die psychischen Befindlichkeiten des Autors würde ich noch keck einwerfen, denn Thomas Melle hat sich ja inzwischen geoutet und damit, wie man vielleicht auch unken könnte, die eleitären abgehobenen Kriitiker entlarvt, die ja in dem Buch noch euphorisch schreiben:

“Ein beschädigtet Text über Lebens- und Systemfehler. Ein kaputter Roman über eine kaputte  Gegenwart, so nah an jetzt, dass es wehtut” Berliner Morgenpost oder

“Ein besseres Buch über trostlose junge Großstädter ist in den letzten Jahren nicht geschrieben worden.” Spex.

Worum geht es in dem Buch werden jetzt meine Leser von mir wissen wollen und das, Leute, ist gar nicht so einfach zu erzähen oder doch natürlich, denn das steht ja auch am Buchrücken.

Es geht um einen Magnus der ist Journalist bei einer Tankstellenzeitung, dann gibt es noch einen Thorsten, der ist in der Ölfirma, der die Tankstellen gehören Manager und trinkt, um das harte Leben, in das er da geraten ist, zu packen, sich munter dahin. Dann kokst und kifft er auch und hat eine Freundin namens Laura und die übt sich in Selbstverletzungen und kratzt ihre Wunden immer wieder auf, wohl auch, um auch das harte Leben der frühen Zweitausenderjahren mit allen ihren Krisen und Neoliberalismus durchzustehen und am Buchrücken steht noch etwa,s daß Magnus, der inThorsten einen Schulfreund wiedergetroffen hat, ihm seine Freundein wegnimmt. Das Klappentexter, habe ich nun ganz anders gelesen, für mich war da nichts von zarter Liebesgeschichte, sonder eher das rauhe Leben der Erfolgsgesellschaft pur.

Das Buch ist in einigen Teilegegliedert, beginnt mit Magunus Abiturentenzeit, die glaube ich, in Bonn passierte, dann säuft und kifft sich Thorsten im zweiten Teil durch das Leben und die Vorstandsetage. Dann gibt es jahreszeitlich besonders interessant, ein Christmas Kapitel, wo Magnus Familiengeschichte erläuert wird und um die Psychose, in “Die Welt am Rücken”,  bestens beschrieben, geht es im vierten Teil.

2016 hat mich verwirrt, das einige der Blogger, die ewig wiederkehrenden Schübe in dem Buch langweilig fanden.

“Hä?”, dachte da die Psychologin in mir.

In “Sixster” gehts, vom Autor abgewandt im Crashkurs durch die sensible Journalistenseele und dann treffen Magnus und Laura sich in der Klinik wieder und thorsten steht draußen, von seiner firma inzwischen beurlaubt, da ein kleiner Probedialog, um in den Stil des Buches einzuführen.

“Glauben Sie, ich bräuchte ruhe?”, fragte Thorsten.

“Ein wenig Urlaub, vielleicht.”

Das täte Ihnen sicherlich gut!”, sagt Francoise Starck”

“Wenn Sie meinen.”

“Das meinen wir”

Dann meine ich das auch”

“Das will ich auch gemeint haben”

So geht es offenbar zu in den Vorstandsetagen, wenn untragbar gewordenen Mitarbeiter entlassen werden und dann steht er also vor der Klinik und säuft und kotzt. Aber nicht sehr lange, denn Magnus und Laura holen ihn, glaube ich, hinein, beziehungsweisen machen sie dann zu dritt einen Aufstand und eine Revolution in der Ölfirma und so endet das Buch, Teil eins von Thomas Melles Krankekengeschichte, einem sprachlich nicht sehr leicht zu lesenden Buch, das damit die Befindlichkeit der 2000er Jahre ausdrückt, wie die Literaturkritiker jubelten und die wahrscheinlich erst fünf Jahre später begriffen, daß damit auch Thomas Melles psychische Befindlichkeit mit gemeint war und der Durchschnittsleser, der, der sich nach seiner harten Arbeit in einem Tankstellenshop oder einer Öllfirma unterhalten und erholen möchte und daher lieber zum Krimi oder Chick Lit greift, wird an dem Buch nicht viel Gefallen finden und “Das ist mir zu komplierzt sagen!”, wie ich fürchte und denke, die ich ja manchen meinen Lesern auch nicht sehr verständlich bin.

Wieder MUSA und Partisanenworkshop

Vom “Partisanenworkshop” das nach den Weihnachtsferien wieder begonnen hat, hat es auch wieder mit  Teresa Präauer und Martin Horvath, einem Stipediaten und einer Förderungspreisträgerin die Literatur im MUSA gegeben.

Der Name Martin Horvath ist vor ein paar Jahren durch das Netz und die Literaturveranstaltungen gegeistert. als sein “Mohr im Hemd oder Wie ich auszog die Welt zu retten” erschien. Dann ist es um ihm still geworden, während Teresa Päauer erst vor kurzem den “Erich Fried-Preis” gewonnen hat und auch im Vorjahr bei den “O- Tönen” aus ihrem “Oh Schimmi” glesen hat und vorher beim “Bachmannpreis” gelesen.

Der 1967 in Wien geborene Marthin Horvath, der auch als Musiker unterwegs ist, schreibt inzwischen an einem neuen Roman “Zwischen den Jahren” und hat aus diesem beziehungsweise seinem erschienenen 2012 “Mohr im Hemd” gelesen und da hat er die damaligen Flüchtlingssituation als Schelmenroman beschrieben. Eine Situation, die sich, wenn man die Videos des Martin Sellner sieht, inzwischen sehr verschlechtert hat und so war es spannend daraus die Geschichte von “Ali, dem Tomatenpflücker” zu hören und in “Zwischen den Jahren” geht es um den Holocaust.

Da zieht ein Historikaer in eine Wohnung in der Leopoldstadt und recherchiert über die jüdische Familie die einmal dort leb. Jahre später schwebt der Geist der zehnjährigen Tochter dort herum und eine sehr makabre Geschichte, die ein bichen an Friedrich Torbergs “Hier bin ich mein Vater”, erinnert, hat der Autor auch gelesen.Da mjuß der schriftsteller Max in Auschwitz oder so, einem Sturmbandführer im dortigen Lazarett eine Geschichte erzählen und am Ende entscheiden, wer von den Insaßen sterben soll und wird mit der kleinen Schwester dazu erpresst und das ist die, die später in der Wohnung des Historikers herumgeistert.

Das war sehr sehr spannend und interessant, um so mehr, da sich meine “Wiener Verhältnisse” ja auch mit diesem Thema beschäftigen.

Aus “)h Schimmi” habe ich dagegen schon einige Male eine Lesung gehört und die Geschichte von dem Mann der sich aus Liebe zum Affen macht, kann mich, glaube ich auch nicht so begeistern, obwohl Teresa Präauer ohne jeden Zweifel eine großartige Vortragende ist.

Sie scheint auch sehr kritisch zu sein, hat sie sich doch im Gespräch mit Julia Danielcyck anschließend über die Kritiker beschwert, die ihren Roman nur nacherzählen würden und hat von einer “Inhaltsneurose” gesprochen. Als ich sie beim Wein darauf angesprochen habe, daß mir das sehrwichtig ist, hat sie mir “Sie sind aber keine Literaturkritikerin!”, geantwortet.

“Ich denke schon ein bißchen!”, war meine Antwort.

Zuumindestens blogge ich sehr viel und spoilere da auch sehr und es ist, denke ich nicht nur die Form und die schöne Sprache, sondern auch ein bißchen der Handlungsbogen, wie ich ja auch beim ersten Autor sah, wo ich wirklich gebannt war, obwohl mir das eigentlich nicht mehr so oft passiert und auch beim Debutpreis, der jetzt wirklich für Klaus Cäsar Zehrer entschieden wurde, hat man ja sehr genau gesehen, daß sich die Bloggerjury, zugegeben, keine professionellen Kritiker, eher für das leichter zu Lesende Handlungsorientiere entschieden haben und das denke ich, soll auch so sein, obwohl ich Julia Weber, auch eine Sprachkünstlerin, meine Hauptstimme gegeben habe.

Wieder einmal Schreibgruppe

Das neue Jahr ist dann gleich weiter mit einer Schreibgruppe gegangen, die Ruth, die Doris, der Peter Czak und neu als Gast Margit Heumann ist gekommen, der Robert ist auf Kur, Klaus Khittl fehlte auch und als Thema habe ich mir heute irgendwann gedacht, könnte ich  “Kreuzung” vorschlagen, denn da bin ich ja einmal vor ein paar Wochen oder Monaten gestanden, bei der Pilgramgasse, wo ich wahrscheinlich vom Literaturhaus nach Hause gegangen bin, habe in ein Auto gesehen und mir gedacht, daß ich über die Personen oder  die Phantasien, die man über die Leute, die darin sitzen, meinen nächsten Roman schreiben könnte.

Jetzt bin ich davon ja noch sehr weit entfernt, weil ich derzeit kaum zum Korrigieren der “Unsichtbaren Frau” komme, aber die Schreibgrupppen dienen für mich ja auch zum Szenensammeln und voila, für die die es interessiert, so könnte mein nächster Roman “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman” könnte er ja heißen, beginnen:

“An diesem Abend war Magdalena Kirchberg bei einer Veranstaltung im Literaturhaus gewesen. Es war um das Thema “Buchkritik” gegangen und drei mehr oder weniger bekannte Literaturkritiker hatten ihre diesbezügliche Meinung kundgetan und sich lauthals darüber gestritten, ob gute Literatur verständlich sein müsse oder nicht?

Eine stadtbekannte Buchhändlerin war auch am Podium gesessen und hatte sich darüber beklagt, daß auf den Buchpreislisten lauter unverständliche sprachlich komplizierte Titel stehen würden, die sich in ihrem “Buchkontor” nicht verkaufen lassen würden, weil die Leute lieber Krimis oder Liebesromane lesen würden und war von der Kritikerrunde ausgelacht und nicht ernstgenommen worden.

“Es stimmt aber doch ein bißchen!”, hatte Magdalena Kirchberg, nachdem sie nach  Veranstaltung noch ein Glas Rotwein getrunken hatte, gedacht und sich dann auf ihren Heimweg gemacht.

Es stimmt aber doch ein bißchen, auch wenn es die Herren von der Kritikerrunde nicht hören wollen und lautstark eine  andere Meinung vertraten.

Meine Nachbarin liest am liebsten Andrea Camillieri und die Kids, denen ich in der Straßenbahn, im Park oder im Schwimmbad begegne, begeistern sich für Harry Potter oder Stephenie Meyer und lassen die Bücher von John Fante oder Thomas Lehr, die die Kritiker so hochgelobt haben, außen liegen.

Es stimmt aber doch ein bißchen dachte Magdalena Kirchberg, zog die Mütze  tiefer in die Stirn hinein, band den Schal ein wenig fester um den Hals und blieb vor der Kreuzung Ecke Hofmühlgasse – Wienzeile stehen.

Die Ampel zeigte auf rot. Sie mußte eine Pause machen, konnte nicht, obwohl sie gut in Schwung gewesen war,  weitergehen, obwohl vor ihr gerade  ein Auo stand. Ein weißer BMW mit, wie sie sehen konnte, drei Insaßen, hatte vor dem Rotlicht abgebremst, denn das Signal stand noch immer auf Rot und sie mußte weiter stehenbleiben, konnte nicht weitergehen, sondern abwarten, bis sich die Ampel wieder auf grün umstellen würde.

“Shit!”, dachte Magdalena Kirchberg und atmete tief durch. Warum war sie nur so ungeduldig? Denn eigentlich hatte sie ja Zeit. Es hetzte sie niemand und keiner, denn es würde sie, wenn sie zehn Minuten später, den Schlüßel in ihre Wohnungstüre steckte, ohnehin nur ein leeres Zimmer, eine leere Küche und ein leerer Abstellraum erwarten, denn Magda war war schon vor fünfzehn Jahre ausgezogen und sie lebte seither allein.

Alleine in einer leeren   Wohnung, die sie nur  für denVortrag kurz verlassen hatte und in zehn Minuten wieder betreten würde, um sich zuerst in Bad zu begeben und sich später in ihr Bett zu legen. Da kam es auf ein zwei Minuten Warten gar nicht an. Hätte man gedacht und war auch  logisch. War es aber nicht für sie. Nicht für Magdalena Kirchberg, die als Kind und Jugendliche auch Magda gerufen wurde. Jetzt aber vor ihrem siebzigsten Geburtstag stand, den Schal fest, um ihren Hals gebunden, die Mütze tief in die Stirn gezogen hatte.

Schäfchen zählen, wenn man einschlafen wollte und die Sekunden, wenn man vor einer Ampel stand und die grüne Farbe erwartete, so hatte sie es vor Jahren enmal in einem Volkshochschulkurs gelernt und das tat sie jetzt auch eifrig.

“Eins, zwei, dre!” und da fiel ihr Blick, weil das rote Ampellicht noch immer nicht auf die grüne Farbe gewechselt hatte, wieder auf den weißen BMW,  der abwartendvor ihr stand. Drei Personen befanden sich, wie sie sehen konnte darin, zwei Männer und eine Frau. Die Männer spekulierte Magalena Kirchberg, der das Zählen zu viel geworden war und daher über Gedankenspekulationen, wie sie es nennten wollte, dankbar war, waren etwa, um die fünfzig. Zwei elegant gekleidete, schlanke Körper, wie sie sehen konnten. Die Frau, die am Rücksitz saß, war etliche Jahre jünger.

Wer könnten sie sein, spekulierte Magdalena munter weiter und dachte gerade, daß es zwei Ärzte wären, die vom  AKH oder Wilhelminenspital nach Hause fuhren. Ein Psychiater und ein Unfallchirurg vielleicht, die die OP Schwester Hildegard, Claudia oder Svetlana aus Gefälligkeit mitgenommen hatten, als sich  die Ampel auf grün umstellte und Magdalena weitergehen konnte.”

Sehr originell ist das wahrscheinlich nicht und auch noch nicht wirklich ausgereift, eben der allererste Versuch und das mit den drei Insaßen ist auch sehr klischeehaft. Die Magda konnte aber sowohl, die fünfunddreißigjährige Magdalena, als auch deren Tochter sein und der Roman erscheint natürlich auf deren Blog.

Also auch nicht sehr originell und wem es interessiert, den Beginn habe ich von Ruths Vorschlag “Buchkritik” übernommen, denn da beschäftigt mich ja in den letzten Tagen, die  Buchhändlerkritik, die beim Debutpreis aufgekommen ist,  sehr, daß auf den Buchpreislisten lauter Bücher stehen, die die Leute nicht lesen wollen, weil zu schwer und unverständlich, während Krimis und Chick lits ja nicht auf solche Listen kommen.

Peter Czak hat wieder eine seine Teufelsgeschichten geschrieben, Margit Heumann überraschte mit einem Krawattenknoten der zum Mord an seine Krawattenträger fähig war. Die beiden anderen Texte waren wieder essayhaft und nun bin ich gespannt, wie es mit meinem Work on progress weitergeht, beziehungsweise, wie lange ich zum Korrigieren der “Frau” noch brauche und ein paar Bücher für meine  Leserunde zu der ich nach wie vor aufrufe, habe ich auch wieder verteilt.

Mit einem Fest ins neue Jahr

Ich habe ja zu meinem Geburtstag von der Angela und dem Josef, die ich regelmäßig bei den MUSA-Veranstaltungen oder in der Wien-Bibliothek treffe, eine Flasche aus dem Jahr 1998 bekommen, die der Alfred damals weggetragen und ins Schlafzimmer gestellt hat, so daß wir sie nicht geöffnet haben.

Später haben wir das dann auch nicht getan, weil für zwei Personen viel zu viel, so daß vom Alfred der Vorschlag gekommen ist, das mit einem Fest zu tun, zu dem wir ein paar unserer Freunde einladen.

Beziehungsweise wollten wir das beim Martin und der Zuaruhi, die zum Geburtstagsfest nicht kommen konnten, ohnehin schon tun, so sind es dann neun Personen geworden, die gekommen sind. Ein paar haben das Fest auch versäumt. Ein paar andere, wie die Margit Heumann und die Ruth sind gekommen und der Alfred ist heute an seinem altersfreizeitfreien Montag den ganzen Tag in der Küche gestanden und hat Tapas gekocht.

So ist es dann ein schönes Fest geworden, mit dem wir sozusagen, nachdem die letzten Weihnachtsfeiertage vorüber sind in das neue Jahr hieneinglitten und Bücher, das kann ich  auch gleich verraten, habe ich auch bekommen.

Drei Stück sogar und oh Überraschung, ich habe jetzt die ganze deutsche Buchpreisliste von 2017 komplett und muß jetzt die letzten drei Bücher nur noch lesen, denn der Otto von Alfreds Wandergruppe, der Germanist,  Musiktherapeut und Ohrenschmausmitbegründer und mein literarischer Verstärker des ersten halben Literaturgeflüsterjahrs, hat mir Birgit Müller Wielands “Flugschnee” gebracht, denn der kauft sich bei der Brigitte Salanda, glaube ich, immer den gesamten Buchpreisreigen und kommt dann nicht nach mit dem Lesen und hätte mir fast, wie er mir sagte “Jako Noltes “Schreckliche Gewalten” gebracht und dieses Buch habe ich zwar auch noch nicht gelesen, mir aber vom Alfred zum Geburtstag schenken lassen.

Dann kamen der Martin und die Zaruhi und drückten mir Orhand Pamuks “Diese Freiheit in mir” in die Hand und die Trude aus der Straßergasse, die in der Straße gegenüberwohnt und deren Einladung zu meinem Fest ich heuer zurückbekommen habe, wiel ich eine falsche e-mailadresse hatte, ich sie aber am Tag dafür als ich zur “Buch Wien” wollte, in der Kettenbrückengasse zufällig getroffen habe, hat mir Thomas Lehrs “Schlafende sonne” gebracht. Das Buch habe ich mir von ihr gewünscht,von der Dame aber, die ich immer bei Literaturveranstaltungen treffe, gehört, da es nicht zu rezensieren ist.

Also schwer zu lesen, wie der Peltzer, anno 2015. Solche bücher stehen ja immer auf den Buchpreislisten, obwohl die Buchhändler stöhnen und die Leser das nicht lesen und das war auch, glaube ich, so heuer beim Debutpreis, wo es ja gestern eine interne Debatte unter den Mitjmuroren gegeben hat, weil die ihre Wertung abgeben mußten und da hat, das kann ich gleich verraten, Klaus Cäsar Zehrers “Genie” gewonnen, wenn ich richtig nachgerechnet habe und weder Julia Weber, noch Juliana Kalnay  oder Jovana Reisinger mit ihren sprachexperimentellen Büchern.

Aber zurück zum Fest, die Iris, die auch zum Geburtstag nicht kommen konnte, war noch da und die Ruth mit der habe ich dann gleich den Termin für unseren Spaziergang durch den öffentlichen Raum im April ausgemacht. Dann hat der Alfred mit dem Otto die riesengroße Weinflasche, der Korken ist dabei ein bißchen zersplittert, aufgemacht und den Wein ausgeteilt und wir auf Gesundheit oder das neue Jahr angestoßen.

Dann ist es mit den Essen, sprich mit den Tapas losgegangen. Zuerst gab es Garnelenspieleße, dann solche mit Rindfleisch, Huhn mit Sherry und Rosinen hat es auch gegeben, Fisch und grünes Lamm, beziehungsweise spanisches Gulasch und zum Schluß noch einen Mandelkuchen.

Sehr viel und reichlich also, dazwischen wurde viel über die neue Regierung und andere Umstände diskutiert und Margit Heumann habe ich für die morgendliche Schreibgtruppe eingeladen.

Der Wein wurde ausgetrunken, Kuchen ist für morgen, glaube ich, noch über und wahrscheinlich auch noch ein paar Speisen für das Mittaggessen und die Geschichte mit den “Manuskripten” die ich ja glaubte, als Stadt Wien Abo zu beziehen ist jertzt auch geklärt.

Die Stadt Wien hat das Abo schon 2012 eingestellt, wie mir Julia Danielcyk schon vorige Woche sagte. Das ist aber offenbar weder zu mir noch zu der Zeitschrift durchgedrungen, die mir erst jetzt eine Rechnung für 2017 schickte. Also auch schön verwirrend, aber jetzt ohne “Manuskripte” aber mit vielen schönen Bücher und einer Regierung, die jeden Tag mit einer anderen Neuerung aufhorchen läßt, ins neue Jahr und worüber ich morgen bei der Schreibgruppe schreiben werde, weiß ich noch nicht, weil ich ja noch keinen aktuellen Text habe, da ich ja immer noch an der “Unsichtbaren Frau” korrigiere.

Das heißt eine Idee gibt es schon, beziehungsweise ein Titel “Magdalena Kirchner schreibt einen Roman” könnte der sein und die ist entweder 70 oder 35 hat also eine Alter Ego, beziehungweise eine Tochter, depressiv ist sie wahrscheinlich auch und sie sieht an der Kreuzung bei der Kettenbrückengasse ein Auto mit drei Personen vor ihr stehen. Das schreibt sie als ihre Bloggeschichte ins Inernet und der Druckauftrag bezüglich “Besser spät als nie” ist auch schon an den Digitaldruck ergangen.

Man sieht das neue Jahr hat mich schon umfangen, die Kalender sind aufgehängt und die Weihnachtsdekorationen habe ich schon letzte Woche weggeräumt.