Feministische oder auch unfeministische Schreibgespräche

Wieder einmal “Reden vom Schreiben” im Literaturmuseum. Das ist die Veranstaltungsreihe, die die GAV bekommen hat, damit sie dem Literaturmuseum wohl gesinnt ist, als es vor der Gründung Proteste dagegen gegeben hat, könnte man flapsig  meinen und  ein paar Mal im Jahr ein schon ältereres mit einem jüngeren Mitglied interviewt und vorgestellt wird.

Die jüngeren sind dann die aufstrebenden Stars, die älteren sind das schon länger und Leute wie ich bleiben über, unke oder jammere ich weiter und ich war auch ein paarmal bei den Gesprächen.

Bei der Ersten mit Robert Schindel und Anna Weidenholzer auf jedenfall, da hat auch Renata Schmidtkunz interviewt und weshalb sich ein Herr im Publkum beschwerte, keine Fragen zugelassen.

Bei der zweiten, wo Marie Therese Kerschbaumer dran war, war ich mit dem Alfred in Deutschland und als ich zurückkam, hatte ich eine Suchanfrage auf meinen Blog, die sich nach der Veranstaltung erkundigte.

Heute waren Gertraud Klemm und Margit Schreiner dran und ich bin seit langem wieder einmal ins Literaturmuseum gekommen und auch noch ziemlich spät, denn wieder, was ich jetzt öfter habe, eine sechs Uhr Stunde.

Dafür einen Platz in der ersten Reihe und diesmal hat nicht Bernhard Fetz, der gar nicht da war, sondern eine junge Dame vorgestellt und ich habe auch niemaneden von der GAV gesehen, am Anfang war, glaube ich, Petra Ganglbauer da und wurde begrüßt jetzt wurde nicht einmal erwähnt, daß es eine GAV-Veranstaltung war.

Renata Schmidtkunz stellte die Autorinnen vor und erwähnte vorher, daß sie einmal einen Preis bekommen hat, weil sie sich für die Bordelleklame am Flughafen beschwert hat.

Man sieht, es wird schon irgendwie feministisch oder frauenbewegt, was ja heute schon fast ein Schimpfwort sein könnte, Ronja von Rönne hat sich einmal dagegen empört und bei den Identitären  gibt es, glaube ich, auch schon Frauen mit antifeministischen Seiten, die sich Mann und viele Kinder wünschen.

Es waren aber, ob zufällig oder geplant, zwei sehr feministisch oder als feministisch geltende Autorinnen oder was vielleicht auch ein Zufall ist oder nicht, welche die autobiografisch oder  von Hausfrauen. und  Mütterthemen schreiben.

“Hausfrauensex” heißt, glaube ich, das Buch mit dem die 1953 in Linz geborene Margit Schreier berühmt geworden ist. Ein böser  Monolog eines Mannes, der von seiner Frau verlassen wurde.

Ihr letztes Buch heißt “Das menschliche Gleichgewicht”. Daraus hat sie eine Stelle gelesen und zwar eine, die eher essaystsch  anmutete, nämlich eine Beschwerde über die über Sechzigjähreigen, denen man nicht recht machen könnte.

“Ich bin über sechzig!”, sagte sie am Schluß und erzählte ein bißchen über den Schreibprozeß. Sie wollte über die Insel auf der sie öfter ist, schreiben und über eine Freundin die von ihrem Sohn ermordet worden ist.

Und die 1971 geborene Gertraud Klemm hat auch ein neues Buch.

“Erbsen zählen” heißt es und ich habe es an dem Tag an dem ich mit der Ruth wegen unseres Schreibprojektes bei Julia Danilcyck im Kuöturamt der Stadt Wien war, in ihrem Büro liegen gesehen und dann noch in der Auslage von Anna Jeller und es scheint wieder den typischen Klemmschen Sound zu haben, nämlich eine Frau, Annika 29, hat sie Gertraud Klemm vor ihrer Lesung vorgestellt, besucht eine Veranstaltung in einem Vereinshaus, wo offenbar eine Psychologin über das Glück oder über Gefühle doziert und beobachtet die Mittelschichtmütter, die im Publikum sitzen und lästert über sie, die ihr Leben ihren Kindern widmen, sie füttern, waschen und ihnen Allergien anzüchten und die Psychologin am Podium rührt eine Seelensuppe an, in die sie ein paar Tennisbälle mischt, wo einer dann in Annikas Schoß landet.

Alles sehr sehr flapsig erzäht und ein Sound, den ich vielleicht nicht so mag, weshalb ich auch mit Gertraud Klemm vielleicht Schwierigkeiten habe. So hat mir ihr “Aberland” mit dem sie ja beim “Bachmannpreis” Fuore machte und dann auch auf der dBp Longlist stand, nicht so gefallen, weil es mir zu larmojant war.

Interessant war aber, daß Gertraud Klemm im Gespräch erzählte, daß sie das Gefühl hatte, daß sie damit in Klagenfurt nicht so angekommen sei und die männlichen Juroren ihren Ton nicht ausgehalten hätten, weil ich das anders in Erinnerung habe.

Da dachte ich und habe mich darüber gewundert, jetzt ist der große Star geboren, erlebte aber bei der Preisverleihung, wie sie von einer Runde zu der anderen rückte, bis es dann endlich was beim Publikumspreis geworden ist.

Es gab sich dann ein Gespräch über Feminismus oder Nichtfeminismus. Hat Gertraud Klemm ein feministisches Buch geschrieben? Und sie sagte, man würde ihr Antifeminismus vorwerfen und die Männer würden das nicht so gerne lesen, während die Frauen wieder und da waren wir ja schon beim Thema, das mich in der letzten Zeit etwas beschäftigt hat. Und wieder interessant, Gertraud Klemm war auch in der Veranstaltung im Cafe Siebenstern und sie meinte, was ich eigentlich nicht so nachvollziehen kann, daß Frauen weniger  ehrlich schreiben sondern Schreibwerkstattprosa produzieren, was fast ein wenig verächtlich klang.

Renata Schmidtkunz fragte auch nach, was Schreibwerkstattprosa ist, zu glatt,zu einheitlich gebügelt, was wieder interssant ist, weil Gertrud Klemm selber von einer Schreibwerkstatt kommt und dort, glaube ich,  auch Pädagogin war und ich denke auch nicht, daß Frauen so uninteressant schreiben.

Ganz im Gegenteil habe ich mich jetzt ja beim dBp durch einige mir eher glattgebügelt erscheinende männliche MidlifekriseRomane gequält, während eine Frau eine Parodie darüber geschrieben hat, die dann aber leider nicht gewonnen hat und jetzt habe ich gerade Doris Knechts Geschichte über den sich durchvögelnden Viktor beendet, die mir glaube ich, genauso wenig gefällt, wie die, wo Frauen über die Kinder anderer Frauen schimpfen oder sich über die Mütter aufregen, die vielleicht welche wollen.

Es wurden dann noch die ersten feministischen Schreiberinnen der Siebzigerjahre Karin Struck und Brigitte Schweiger erwähnt, die sich nicht durchsetzen konnte und Margit Schreiner meinte, sie wären selber schuld gewesen, weil sie subjektiv gejammert hätten, als ihr Leid zu objektivieren.

Das mußt man wohl, wenn man autobiografisch schreibt, das ganze etwas literarisieren und ich habe auch interessant gefunden, daß das autobiografische Schreiben hier so positive gesehen wurden, meint man sonst ja öfter, daß man das nicht darf und nicht soll, weil das nicht wirklich literarisch ist. Aber das ist wohl auch das was Gertraud Klemm bedauerte, daß sie dadurch von den Männern in eine Schublade gesteckt werden würden und daß Männer keine Frauenliteratur lesen würden, die Frauen aber schon.

Margit Schreiner meinte noch, daß Thomas Bernhard, der ja auch  jammert oder eher schimpft, “weiblich” schreiben würde und ihr “Hausfrauensex” ist ja, glaube ich, in seinem Stil. Dann ging es ins Publkum das diesmal ein paar Fragen stellen durfte und sich dabei  auch mit dem Feminismus beschäftigte

Eine interessante Veranstaltung mit zwei wichtigen literarischen Stimmen, obwohl ich glaube, daß die österreichische und auch die andere Gegenwartsliteratur noch viele andere hat, was ich sehr gut finde und auch immer aufrufe über den Tellerrand zu schauen. Schreibschulen sind wichtig, das”Institut für Sprachkunst” auch.Das sozialkritische Schreiben ebenso, wie das experimentelle.

Derzeit  lese ich ja sehr viel, so daß ich fast mit dem eigenen Schreiben ein wenig stocke, das heißt damit  nicht wirklich weiter komme, auch glaube, daß die zehntausend Worte, die ich schon habe nicht gelungen sind. Aber es kommt ja bald der November und damit der “Nanowrimo” und diesmal der Schreibmarathon des Writersstudio,wo ich  mitmachen will.

Miniaturen und eine kurze Erzählung

In der “Alten Schmiede” gab es heute wieder ein Doppelprogramm und ich habe die Hälfte versäumt, weil eine sechs Uhr Stunde. Aber dann kam der 1977 in Wien geborene Xaver Bayer, “Priessnitz-Preisträger”, von dem ich schon einige seiner bei “Jung und Jung” erschienenen Bücher gelesen habe und in einem hat mich, glaube ich, eine Stelle, wo eine Schulklasse in Mauthausen  beim MC Donald`s sitzt und sich über den Schrecken des KZs hinweglacht, sehr beeindruckt.

Jetzt habe ich schon länger nichts mehr von dem Autor gelesen und gehört. Das heißt, das stimmt nicht ganz. Im Vorjahr hat er mit Hanno Millesi, dem heurigen “Priessnitzpreisträger” eine Ausstellung im Literaturhaus über Literaturzeitschriften der Siebzigerjahre kuratiert und ein entsprechendes Buch herausgegegen und diesmal war die “Alte Schmiede”, als ich sie eine Viertelstunde früher betreten habe, sehr leer.

Das  stimmt auch nicht ganz, Gerhard Jaschke, Alice Harmer, Thomas Northoff habe ich später gesehen und Markus Köhle, der ja auch zu Zeitschriften forscht, hat eingeleitet und erklärt, daß Xaver Bayer, der sich seit ich ihm das letzte Mal gesehen habe, optisch sehr verändert hat, aus zwei Büchern lesen würde.

Nämlich aus dem Miniaturband,”Geheimnisvolles Knistern aus dem Zauberreich”, das sind Alltagserlebnisse und Alltagsbeobachtungen, erzählt in schöner Sprache und dann aus der bei “Haymon” erschienenen Erzählung “Atlas”.

Das ist ein sehr dünnes Bändchen, so an die zwanzig Seiten, die machen das, glaube ich, manchmal und Markus Köhle erzählte noch etwas, daß da einer sich auf einem Atlas Phantasien herbeizaubern würde und es um Flucht ginge.

Das stimmte dann gar nicht, es geht eher, um Religion erläutete der Autor und las dann fünf Miniaturen vor, die damit in Zusammenhang stünden und dann eine sehr skurille, phantastische, märchenhafte Geschichte, von einem Mann , einem Obdachlosen, der sich in eine verfallene Kirche im Wald zurückgezogen hat, dort den Altar mit einem mumizifierten Reh und einem Sack Spielzeuge, die er aus einer Mülldeponie gezogen hat, schmückte. Denn er war vorher Innenraumaustatter und eines Tages komt ein Mann in die derart geschmückte Kirche, setzt sich vor dem Beichtstuhl und erzählt eine ähnlich verworrene Geschichte, wie er einen Kunden besuchen wollte, aber weil sein Auto kaputt war mit einer Kutsche fuhr, wo das Pony hinten angehängt war, er bei einer Rastätte halt machte, die auch schon ziemlich verfallen war, es kam auch niemand, um ihn zu bedienen und auf einmal zog ein Zug vorbei und alles war weg und lag in Trümmern.

An dieser Stelle hat Xaver Bayer zu lesen aufgehört. Man kann das ja selber nachlesen, wie das immer so schön heißt. Es gab dan auch ein Gespräch, wo sich keiner mit Fragen meldete.

Dabei hättte ich wahrscheinlich viele gehabt, aber die fallen einer erst später ein. So las Markus Köhle nur noch einen Satz, aus den Minaturen, glaube ich  vor, daß das Publkum keine Fragen hätte oder so und schloß die Veranstaltung  und ich habe mich noch ein bißchen am Büchertisch umgeblickt. Beziehungsweise versucht, die paar fehlenden Seiten noch weiterzulesen. Hatte dann aber auch keine rechte Lust dazu und Gerhard Jaschke hat mir das “Feribord 29″, Gedichte von Sophie Reyer gegeben und die habe ich ja erst kürzlich in der “Alten Schmiede” gehört.

Mein Notizbuch, in dem ich ja immer alles mitchreibe, habe ich diesmal zum Mitnehmen vergessen, so habe ich mir die Noizen diesmal auf einem der bunten Kärtchen, wo sich Herbert J. Wimmer ja immer Gedanken über das Gegenwartsgeschehen, nämlich der “Gegenwartskarte”- “dezent rezent rezent dezent” gemacht.

Zeitschriftenpräsentation: Idiome

In der “Alten Schmiede” wurde heute eine weitere Literaturzeitschrift vorgestellt. Da gibt es ja eine eigene Reihe “Literatur als Zeit- Schrift”, die von Daniel Terkl, Lena Brandhauer und Paul Dvorak kuratiert werden und heute waren die “Idiome” dran.

Das ist eine bei “Klever”, von Florian Neuner herausgegebene Zeitschrift oder eher eine Anthologie, die einmal im Jahr erscheint, hundert Seiten hat, die heute präsentierte Jubiläumsnummer “Idiome X” hat hundertachtzig und Florian Neuner, Lisa Spalt war auch Gründungsmitglied und eine Zeitlang Mitherausgeberin, erklärte, daß die Zeitschrift entstanden ist, weil man der reflexiven Prosa neben der Lyrik und dem Roman einen Platz einräumen wollte und der Anspruch ist, wie man schon wahrscheinlich merkt, ein experimenteller.

Das war auch im Publikum zu merken Liesl Ujvary, Michaela Hinterleitner, Fritz Widhalm, Ilse Klilc, Karin Spielhofer, Angelika Kaufmann und und und…

Und der Roman, der zum Beispiel, der  in Hauptstadt der EU spielt, wo die schweine herumlaufen, wie Florian Neuner erklärte und alle kicherten, kam schlecht weg, denn die “reflexive Prosa” hat ja ihren eigenen Anspruch und in den “Idiomen” einen eigenen Raum und ich glaube an dem Tag, wo Anne Cotten, die mit dem Versepos, die im Vorjahr auf der Longlist des östBp stand, im MUSA präsentiert wurde und ich wegen der Muttertagveranstaltung früher dran war, bin ich am Büchertisch gestanden und habe die “Idiome” durchblättert und dabei mit Ralph Klever geplaudert. Jetzt war der, glaube ich, nicht da, dafür Wolfgang Helmhart, Hermann J. Hendrich und Walter Pilar, die in der Sondernummer Texte hatten, die sie präsentierten.

Aber erst stellte Florian Neuner die  Zeitschrift vor und erklärte, daß es zum Jubiläum eine eigene Schiene gegebenen hatte, es wurden da nämlich je ein experimenteller Autor, andere dürfen, glaube ich, dort nicht verlegen, mit einem bildenden Künstler usammengespannt durften sich ein Wort ziehen und dazu arbeiten.

Wolfgag Helmhart, den ich ja auch immer im MUSAsehe und den ich wieder zu meinem literarischen Geburtstagsfest eingeladen habe, der Rudi und Margit Heumann, die da lesen werden, waren übrigens auch im Publikum  und  Waldemar Franz Rösch wählten das thema “Unterfütterung” und Wolfgang Helmhart trat dazu in seinem, wie er sagte, letzten Hemd, beziehungsweise barfuß in einem weißen Malerkittel, den er “Elfriede Aufzeichnungssysteme” abgekauft hat und las seine Texte vor. An der Wand wurden dazu die entsprechende Bilder präsentiert und den Briefwechsel des Malers an den “Sehr geehrten Herrn Helmhart!”, gab es auch dazu.

Dann kam der 1934  Heinrich J. Hendrich, der mit dem experimentellen Filmemacher Marc Adrian befreundet war und las einen theoretischen Text über ihn und der letzte war der 1948 in Ebensee geborene Walter Pilar, den ich immer bei den GAV Veranstaltungen sehe.

Der hat ein Lebenswertk in mittlerweile drei Bände “Lebensee” heißt es und ein Teil davon scheint in den “Iodmen X ” abgebildet zu sein. Reflexive Prosa in oberösterreichischer Mundart und der Inhalt der Lebenswerke scheint zu sein, daß der Autor in Ebensee, eine Gegend, wo wir mit Alfreds Wandergruppe auch schon waren, wandert geht und dazu mit seinen Gesprächspartner philosophiert oder seine Lebensansichten austauscht.

Spannend, spannend, dann gabs noch eine Diskussion mit vielen Fragen. Wer finanziert die Zeitschrift, Honorar gibt es keinen. Die Druckkosten sind subventionert und das Heft hat eine ISBN-Nummer und man kann sie sogar im Buchhandel kaufen.

Dürfen auch Frauen verlegen?, fragte Michala Hinterleitner und Florian Neuner merkte nochmals das Auswahlsystem “Literatur als sprachkunst” eben, keine narrative Romane, wo die Außerirdischen erscheinen, die Schweine herumrennen oder, wie das ja bei mir öfter der Fall ist, die alten Frauen sterben und die jüngeren depressiv sind.

Die Hefte konnte man sich dann am Büchertisch auch kaufen und ich habe mich mit  Margit Heumann noch ein bißchen über die Frankfurter Buchmesse und die Störungen, die es dort gab, ungterhalten.

Klartraum

Jetzt kommt Buch fünf der österreichischen Buchpreisliste, das vierte und das letzte, das ich habe, der kurzen, beim östBp verhält es sich umgekehrt wie beim deutschen, denn da hatte ich am Tag der Shortlistverkündigung noch keines der Bücher gelesen, beim Öst waren es drei und das vierte “Klartraum” ist jetzt gefolgt.

Daß es sich bei der 1968 in Wien geborenen und in Graz lebenden “Veza-Canetti-Preisträgerin”Olga Flor, um eine komplizierte Autorin, beziehungsweise um ein kompliziertes Buch handeln könnte, habe ich schon geahnt oder gewußt, schließlich hat sie  auch Physik studiert.

Ich habe die Diskussion bei ihrer GAV-Aufnahme verfolgt, sie dann das erste Mal, glaube ich, 2003 gesehen, als es da beim steirischen Fest am Rathausplatz eine Lesung mit steirischen Autoren gab, eine Lesung aus “Die Königin ist tot”, habe ich in der Hauptbücherei verfolgt,den sogeannten Bloggerroman “Ich in Gelb” gelesen und im Sommer war ich auch bei den O-Tönen, wo ihr neues Buch “Klartraum” vorgestellt wurde und da erklärte, die Moderatorin, ich glaube, es war Daniela Strigl, es handle sich, um einen Liebesroman. Dann hat Olga Flor sehr schnell und hastig höchstkomplizierte Passagen von Gott und die Welt könnte man so sagen und ich habe nichts verstanden.

Es sind auch, glaube ich, ein paar Leute gegangen und ein paar werden sich vielleicht gedacht haben, daß das Buch der Debutantin, die ja auch auf der Öst steht und die ich erst lesen muß, verständlicher war.

Jetzt steht “Klartraum” auf der Shortlist, was mich nicht wundert, denn Olga Flor gilt ja als hochlititerarisch:

“Olga Flor gehört zum Besten, was die österreichische Literratur zur Zeit hat”, schreibt auch Helmut Gollner im “Falter”, bzw, am Buchrücken und ihr “Kollateralschaden” ist auch, 2009 glaube ich, auf der deutschen Longlist gestanden.

Wenn man die Qualität der Literatur an der Sprache, den komplizierten Sätzen, Wenungen und Wortschöpfungen mißt, stimmt das bestimmt, was das Lesevergnügen und die Verständlichkeit, ein Anspruch, den ich vor allem beim zweiteren hätte, wäre ich mir nicht sicher oder würde mich fragen, wer außer Kritikern das Buch zu Ende gelesen hat?

Ich vermute nicht sehr viel und meine Schwiegermutter, eine passionierte Krimileserin würde es wahrscheinlich nicht verstehen und ich eigentlich auch nicht, obwohl mich ja irgednetwas immer wieder zu den Worträuschen einer Andrea Winkler und eines Richard Obermayr zieht.

Olga Flor würde ich auch dazuzählen und sie in eine Reihe mit Lydia Mischkulnig, der neuen “Canetti- Preis Trägerin” stellen, aber nein, Olga Flor ist ernsthafter, distanzierter und das Buch, wo ich, ich wiederhole es, nicht so ganz verstanden habe, warum es hier eigentlich geht, hat mich mehrmals an die Jelinek und in besonderen an deren “Liebhaberinnen” erinnert.

Ich glaube, es ist derselbe Grundton oder dieselbe Absicht, die dahintersteckt und wenn ich mich nicht irre hat Olga Flor auch an einer Diskussion zum siebzigsten  Geburtstag der Nobeltreigträgerin mitgewirkt und hier beklagt, daß ihr die Kritiker immer Distanziertheit vorwerfen.

Ich tue das jetzt auch und begründe es damit, daß die Protagonisten in dem Buch keine Nnamen haben sondern A, C, G und vorwiegend P heißen.

Das ist die Frau, die durch das Buch hastet, das in Kapitel, wie “Verlust 1”, “Glück  7”,  “Komik 1” bis zu “Lust 12” haben und wenn mich jetzt jemand fragt, was mir ja immer sehr wichtig ist, zu spoilern, was hier eigentlich passiert?

So habe ich verstanden, P hat sich von ihrem Geliebten oder Exgeliebten getrennt, kommt nicht von ihm los, schreibt ihm Abschiedsbriefe, liegt dazwischen in einer Wohnung auf dem Boden oder unterhält sich mit einer Nachbarin darüber, wie teuer Kinder kommen oder ob es peinlich ist, wenn man bei der Elternvertretung um Unterstürzung für den Schikurs ansucht?

Man sieht, Olga Flor ist auch hoch politisch und P denkt, während sie sich die Frage stellt, wo jetzt die Liebe im Zeiten des Neoliberalismus bleibt, sich auch mit der Flüchtlingsfrage beschäftigt, beziehungsweise sich als ehrenamtliche Helferin betätigt, wird wie schon geschrieben, über Gott und die Welt, die Wirtschaft und deren Korrumpierung und noch vieles andere nach.

P dürfte, mit dem Spilern ist es hier wirklich schwer, weil die Handlung fortwährend von einem Thema zum anderen springt, man sich mal in Berlin, dann wieder in Wien oder auf einer Reise mit A., dem Exgeliebten befindet, den P offenbar, während des Studiums kennenlernte.

Beide haben Beziehungen so gibt eine C und, glaube ich, einen T Ob P Kinder hat, wurde mir nicht ganz klar. A. aber schon und P wollte das wohl auch, unabhängig bleiben. A scheint, wie das so ist, höher gestellt als P zu sein, die in prekären Verhältnissen leben dürfte und dann gibt es noch “Möglichkeit” genannte Kapitel, wo eine G, eine Paketzustellerin, auftrittt, die offenbar ein Verhältnis mit A eingehen könnte. Es gibt auch  einen Fahrradboten, der eigentlich Islamforscher ist und einen Unfall hat und mit dem haben vielleicht P und G zu tun.

Sehr kompliziert für die Spoilerin, die vielleicht in dem Versuch Struktur in dem Buch zu finden, das Eigentlich übersehen hat. Aber ja, da gibt es noch eine Geschichte, wo sich OlgaFlor über den Literaturbetrieb, beziehungsweise über die E- Bookleser und die Fantasyschreiber lustig macht, beziehungsweise ihnen genaue Anweisungen gibt, wie man eine solche Handlung kostruieren muß, damit die Bankdaten am Ende stimmen.

Am Ende löst sich, glaube ich, A von p und C, As Gattin hat ein Problem mit ihrem Computer, geht daher in den ihres Göttergatten , findet die Mails, schickt sie an sich selbst und beschließt genüßlich sich von ihm, nachdem er sich endlich von P getrennt hat,  zu trennen und eine Quellenangabe gibt es in dem Buch auch.

“Die Pallindrome auf Seite 251 stammen von Brigitta Falkner”, die ja mit ihrem neuesten Buch ebenfalls auf der Shortlist steht.

Man sieht, Olga Flor ist tatsächlich kompliziert und experimentell und wenn ich jetzt raten soll, ob sie den Öst gewinnen wird, würde ich aus den schonzitierten Gründen “Nein!”, vermuten. Denn das würden die Buchhändler vermutlich aufschreien und stöhnen “Nicht schon wieder so ein kompliziertes Buch mit Minderheitengeschmack, den unsere Käufer nicht wollen!” und auf die sicher leichter zu lesende kryptische PTSD-Geschichte von Paulus <Hochgatterer hinweisen.

Von Frankfurt

Ich war mit dem Alfred zweimal, einmal 2000 und dann noch 2002 auf der Frankfurter Buchmesse. Das erste Mal haben wir da in Mainz das zweite Mal in Wiesbaden gewohnt und sind am Abend brav in Hotel zurückgefahren und noch keine Ahnung von den Veranstaltungen und Empfängen, ich hätte auch keine Einladung gebabt und mir beim zweiten Mal geschworen, ich fahre da nie wieder hin, außer es lädt mich jemand ein, was leider nicht passierte.

Als ich dann 2008 bloggte, war ich erstaunt, daß man ganz einfach mit dem Internet aufs blaue Sofa, etcetera kann und war begeistert. Da gab es auch die Blogger mit den kleinen Filmen, die sie machten, wo Barbara Frischmuth mit einer türkischen Autorin durch die Halle ging und von der Bloggerin, als Begleitung vorgestellt wurde, wow, das habe ich dann mit einem Glas Wein in der Hand sehr genossen, habe geschaut, was ich schauen konnte, da auch den Autor Raffael Chirbes kennengelernt, den ich sonst vielleicht noch nicht kennen würde und habe ab da jedes Jhr zwischen meinen Stunden soviel we möglich virtuell nach Frankfurt gestoßen, habe darüber gebloggt und wurde 2011 glaube ich von JuSophie gerügt, ich solle doch etwas Sinnvolleres machen, als da zu surfen.

Ach ja, natürlich, wenn ich mir da die Diskussionen auf dem blauen Sofa anhöre, kann ich keine Kontakte knüpfen und das soll man ja in Frankfurt, höre ich immer und deshalb fahren die Autoren  hin und ich habe glaube ich, 2000 auch verschämt die “Hierarchien” mein erstes selbstgemachtes Buch in der Tasche gehabt und es verschämt herumgezeigt. Aber in Leipzig habe ich das dann meisten gar nicht mehr in der Tasche, weil ich nicht so viel herumschleppen will und da sitze ich  auch am blauen Sofa oder im Österreich Cafe und bin viel zu schüchtern jemanden anzusprechen, und wenn, dann sagt der höchstwahrscheinlich “Ich habe keine Zeit!” und läßt mich stehen.

Durch das Bloggen hat sich das  etwas geändert, denn seit 2015 lasse ich mich für Leipzig  akkreditieren und seit 2015 betreibe ich auch das Buchpreisbloggen und seit ich auch die deutschen Verlage anschreibe, schicken die mir ihre Einladungen. so habe ich jetzt auch welche zu Bloggertreffen, und heuer ein Programmheft bezüglich des Schwerpunktlandes Frankfurt und eine Einladung zu einem Champagner-Frühstück.

Das Glas Sekt werde ich mir jetzt selber einschenken, ein Haufen neu erschienener Bücher liegt in meinem Badezimmer und für die Buchpreisverleihung am Montag habe ich sogar eine Stunde verschoben.

Gestern als ich in der “Alten Schmiede” war, wurde in Frankfurt mit dem französischen Präsidenten und Angela Merkl eröffnet und die beiden sind durch den Gastpavillon gegangen und heute Mittwoch ging es  offiziell los.

Da gibt es dann sehr viel, nicht nur das blaue Sofa und die 3 Sat-Gespräche, wo ich mir das Programm schon ausdruckte und inzwischen auch schon den neuen deutschen Buchpreisträger Robert Menasse über Europa sprechen hörte, gefolgt von Richard David Precht, der seine neue Philosophie vorstellte. Eva Demski tat das mit ihrem Memoiren und der Büchnerpreisträger Jüügen Becker, von dem ich es noch nicht schafftee, ein Buch zu lesen, hat sein neues Langgedicht über Vögel vorgestellt.

Das Literatucafe hat ein Progremm, die IG Autoren, die uns  2000  Ausstellerkarten gaben, weil ma ja als reines Publikum erst ab Samstag hineindarf, stellen aus und haben ein Programm. Da dürfen Autoren, die ein neues Buch haben daraus lesen und sich ihren Flug, glaube ich, selbst zahlen und schauen, daß sie gleich wieder zurückfliegen oder irgendwo schlafen können und auch sehr interessant, der erste “Blogger Award” wird vergegben. Da bin ich gespannt ob ihn Wolfgang Tischer bekommt, obwohl ich mit dessen Meinung  bezüglich der roten Hosen in seinem Beitrag,  nicht einverstanden bin.

Ein neuen “Blog-Busterpreis” wird ausgeschrieben,  Stars treten auf, die auch ein Buch geschrieben habe, die Selfpblischerhaben ihre Hallen und noch viel mehr.

Und ich werde mich die nächsten vier Tage neben meiner Praxis und anderer Termine auch wieder soviel, wie möglich dort aufhalten. Am Donnerstag fahren wir wieder nach Harland, da muß ich dem Alfred wohl wieder im Garten helfen und am Sonntag nach Wien zurück, weil wir ja Wahl haben und ich mir keine Wahlkarte hole.

Inzwischen hatte sich Ayelet Gunder-Goshen von der ich heuer “Löwen wecken” gelesen habe, auf das blaue Sofa gesetzt, umvon ihrem neuen Buch “Die Lügnerin” zu erzählen, in dem sie ein Plädoyer  auf das Lügen hielt, dem ich nicht ganz zustimmen konnte.

Dann kam der erste Franzose nämlich Emmanuel Carrere, dier ein Buch über die Flüchtlingssituation “Brief an eine Zoowärtin aus Calais” geschrieben hat, in dem um die Einstellung der Callaier zu dieser Frage, geht.

Dann kam der Lyriker David Wagner mit einem syrischen Autor und erzählte von einem Tandem-Projekt, wo sich deutsche Autoren mit Flüchtlingen verbanden und ein Buch herausgeben werden.

Danach kam eine Frankfurt Pause, denn dann bin ich in die “Dokumentationsstelle für ost-und mitteleuropäische Literatur” gegangen ist und dann blieb noch ein bißchen Zeit mich in die kleinen Filmchen hineinzuschnuppern, um ein bißchen Messe-Feeling, von dem, was abseits vom blauen Sofa passiert ist, so ist beispielsweise Nathalie Nothomb mit einem großen Hut durch den Frankreich-Pavillon herumgegangen und hat erzählt, wie man sich als Belgierin fühlt und bei 3-Sat war Ingo Schulze  zu Ganst und hat von seinem “Peter Holz” erzählt und Thomas Lehr hat das über die “Schlafende Sonne” getan, die ja noch zu mir kommen muß.

Am Donnerstag begann es auf dem blauen Sofa mit dem Debutroman von Theresia Enzensberger “Blaupause”, den ich gerne auf der Blogger-Debutshortlist hätte, leider habe ich, weil um zehn eine Stunde, nur das Ende des Gesprächs gehört, wechselte dann zu 3-Sat über, denn da war Iris Radisich, die ein Buch darüber geschrieben hat, das erklären soll, “Warum die Franzosen besser als die Deutschen schreiben?”

Da glaub ich zwar nicht wirklich, daß das stimmt, finde die französische Literatur aber sehr interessant und habe mir auf meinem Nachttischchen jetzt schon einen ganzen Stoß aufgestapelt und in Iris Radisichs Buch ging es viel um Satre, den französischen Existenzialisten aus den Sechziger und Siebzigerjahren von dem sie den Bogen bis zu Michelle  Houellebeqc  und seiner “Unterwerfungs-Stimmung” spannt.

Dann wurde auf dem blauen Sofa der “Aspekte-Literaturpreis” vergeben, den Juliana Kalnay für “Die kurze Chronik des allmählichen Verschwindens”, ein bei “Wagenbach” erschienenes Buch, das, ich glaube, schon im Februar gelesen habe. Die junge Frau, die in Spanien lebte und argentinische Wurzeln hat und in “Hildesheim” studierte, erzählte, wie sie zum Schreiben des Buchs im Stil phantastischen Realismus kam.

Sie hat mit einer Geschichte angefangen und es hat sich dann langsam zum Episodenroman entwickelt. Auch da hoffe ich, daß das Buch auf die Debutpreis-Shortlist” kommt. Denn da hätte ich weniger zu lesen, bei Sasha Marianna Salzmann, die dann aufs Sofa folgte, bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich mir das wünschten sollte, da habe ich den so angepriesenen neuen frischen Shortlist-Ton noch nicht so ganz gefunden. Vielleicht kommt das noch und auf das blaue Sofa ist inzwischen Ilija Trojanow gekommen, der ein Buch zu dem aktuellen Thema “Flucht” geschrieben hat.

“Wen man am blauen Sofa sitzt, kann man die ganze Messe erleben und braucht sich nicht durch die Hallen bewegen!”, hat gestern, glaube ich, ein Moderator gesagt und so ging es mir am Donnerstag in meinem Schlaf-Bücherzimmer, um zehn und um sechs eine Stunde, die zweimal Diagnostik, die ich am Nachmittag machen sollten sind ausgefallen, so habe ich mir Mittagessen gekocht und bin während des Mittagsschläfchens, das ich ja gerne halte,  einem afrikanischen Autor namens Alain Mabanckou gefolgt, der, glaube ich, ein Buch mit Fotografien gemacht, das er seiner Mutter zeigen oder sich an sie erinnern kann.

Die 1992 in Köln geborene Mariana Lecky, die ich, glaube ich, einmal mit  der ukrainischen Autorin Marina Lewyka, verwechselt habe, war mir dagegen bekannt, dachte ich doch, sie würde es mit “Was man von hier aus sehen kann”, eine offenbar etwas esoterische Dorfgeschichte, auf die LL kommen.

Dann kam wieder ein mir Unbekannter und offenbar auch ein Wunderkind, nämlich der 1992 geborene Soziologiestudent Edouard Louis, der mit seinem Buch “Im Herzen der Gewalt”, offenbar schon seine Autobiografie geschrieben hat und in sehr anklagenden Worten, die Gewalt und Armut, die derzeit in Frankreich herrscht, beschrieb.

Dann kam noch eine Autobiografie oder eigentlich wie Peter Nadas, den ich in diesem Jahr schon zweimal in Wien hörte, nannte “Aufleuchtende Details “Memoiren eines Erzählers”, aus denen er, glaube ich, auch schon im Literaturhaus gelesen hat.

Dann wurde es wahrscheinlich voll vor dem blauen Sofa, denn es tauchte Salman Rushdie auf, dessen “Golden House”, das in New York City spielt, gerade auf Deutsch erschienen ist und diskutierte mit der Moderatorin, ob seine Hauptfigur eine Donald Trump-Parodie ist oder nicht.

Die gebürtige Polin Emilia Smechoswski hat ein Buch “Wir Strebermigranten” geschrieben, das wahrscheinlich auch gute Hintergrundinformation gibt, dann ging ich auf die ARD-Seiten, wo Sven Regner seine “Wiener Straße” vorstellte und sich auch mit einem Stofftaschentuch schneuzte, was sie Moderatorin sehr verwunderte.

Auf das blaue Sofa kam dann noch ein Prominenter nämlich Daniel Kehlmann, der ein Buch über Till Eulenspiegel geschrieben hat, das bisher an mir vorbeigegangen ist.

Und in der “Blauen Stunde” ging es um die Oktoberrevolution, die ja heuer auch ein Jubiläum hat.

Danach habe ich eine “Arte-Bühne” entdeckt, wo es ebenfalls Liveübertragungen gibt und mir dort einen Film über die französische Literatur “Die Macht der Bücher” angesehen und  ein Interview mit der in Deutschland geborenen und in Frankreich aufgewachsenen Autorin Gila Lustiger, von der ich auch schon ein Buch gelesen habe, angehört, die ebenfalls auf die sehr politische französische Literatur mit ihren vielen aus anderen Ländern stammenden Autoren wie Boualem Sousal, Patrick Chamoiseau, Alain Mabanckou, Mahtias Enard, Karin Tuil etcetera hinweisen. Von Karin Tuil habe ich ich ja einmal “Die Gierigen” im Schrank gefunden. “Die Zeit der Ruhelosen” muß noch zu mir kommen und finde es sehr faszinieren, wie aktuell und politisch die französische Gegenwartsliteratur ist, die an in Frankfurt präsentiert wird und mein Literaturbild erweitert, höre ich ja immer noch gelegentlich, daß man nicht politisch schreiben darf und steckte da bei meinem momentanen Projekt ja auch ein bißchen fest.

Ich habe ja während meines “Frankfurtsurfens”, meine Leser werden es gemerkt haben, weiter “österreichischen Buchpreis” gelesen.

“Der Tag an dem mein Großvater ein Held war”, ist erschienen, das “Magazin des Glücks” wird es noch und “Klartraum” von Olga For ausgelesen und gebloggt, deshalb bin ich am Freitag erst spät auf das blaue Sofa gekommen. Da verschwand gerade, was ich sehr schade finde, aber man kann es ja nachschauen” Sten Nadolny, der ein Buch “Das Glück des Zauberers” geschrieben hat.

Während des Korrigierens gab es zwei Bücher auf dem Blauen Sofa, nämlich Rana Yogeshwar “Nächste Ausfahrt Zukunft” und Christiph Markschies “Aufbruch oder Katerstimmung zur Lage des Reformationsjubiläums. Trotz “Evangelio”, hat mich letzeres nicht so interessiert. So switschte ich zu 3-Satz, wo Frank Witzel seinen neuen wahrscheinlich “verrückten” Roman vorstellte und dann während des Mittagesses kochen. Es gab Kalbschnitzel mit Kartoffelsalat, verfolgte ich John Burnside, den ich schon in Krems hörte, auf dem blauen Sofa. Dann habe ich noch einmal Sven Regner gehört und dann kam wieder eine französische Autorin, Leila Slimani, deren Bestseller “Dann schlaf auch du”, die französische Literatur ist, ja, wie ich inzwischen herausgefunden habe, sehr interessant , wo es, glaube ich, um ein Kindermädchen, beziehungsweise den Tod deren anvertrauter Kinder ging.

György Dalos hat zum Jubiläuumsjahr ein Buch zum “Untergang des Hauses Romanov” geschrieben.

Danach ging es in den Garten, Nüße einklauben, Unkraut wegführen mit dem Hund Ouzo spielen, der ja in den “Sommererlebnissen” seine Rolle spielt, beziehungsweise das Cover ziert und den Blogger-Award, das heißt eine Reise in ein Hamburger Literaturhotel und die Möglichkeit im nöchcten Jahr Buchblogger zu werden, haben der “Kaffeehausitzer”, der das schon einmal war und ein Instagram betreibender Buchhändler gewonnen, der kann dann den hundert Eurobuchgutschein gleich in seinen Laden lassen, ich gratziliere herzlich, finde schade, daß ich das wahrscheinlich nie gewinnen werden, obwohl mein Blog ja auch schon sehr viel Inhalt hat und werde weiter Buchpreis und auch anderes bloggen.

Danach bin ich auf den 3-Stat Stand gegangen und habe dort sehr viel Bekanntes gefunden, zuerst aber zwei Bücher, die in meinem Badezimmer liegen und die ich wahrscheinlich im Dezember, wenn Heinrich Böll, der inzwischen fast vergessene Nobelpreisträger, von 1972, den hundersten Geburtstag feiern würde, lese, nämlich die Erstherausgabe seiner Kriegstagebücher, was er eigentlich gar nicht wollte. Ralf Schnell der Herausgeber, der auch ein Buch “Böll und die Deutschen” geschrieben hat, stellte die beiden Bücher vor und verwies auf Bölls Bedeutung und dann hörte ich Uwe Timm, der seine seine “Ikarien” vorstellte, Katja Gasser sprach mit Mirco Bonne über “Lichter als der Tag” und nannte es ein bedeutendte Buch, die SL konnte sie offensichtlich nicht durchsetzen und dann kam gleich  Gerhard Falkner  mit seinem Shortlistbuch, alles Bücher, die ich schon gelesen habe, was eigentlich ein gutes Gefühl ist.

An Prominenz gab es am Freitag, Ken Follet, Dan Brown, Udo Lindenberg und die belgische Königin oder Prinzessin und am Samstag ging es, um neun  mit  Ranga Yogeshwar, dem Physiker mit einem indischen Vater und einer luxenburgischen Mutter, den ich schon auf dem Sofa gehört habe, weiter.

Und der wahrscheinlich bekannteste Kolumnist Deutschlands Axel Hacke, wie ihn der Moderator am blauen Sofa vorstellte, hat ein Buch “Über den Anstand in schwierigen Zeiten” geschrieben, zu dem ihm Donald Trump inspiriert hat.

Ich habe dann noch ein bißchen in dem Video über Vorstellung der neuen Blogbusterpreisrunde mit Denis Scheck und Tobias Nazemi gesurft, da geht es ja in die zweite Runde, es gibt ein neues Bloggerteam, Wolfgang Tischer vom Literaturcafe ist unter anderen dabei und die durften alle sagen, was sie sich von den eingereichten Texten wünschten, da waren die Ansprüche wieder sehr hoch. Die Texte sollten schon ziemlich fertig sein, sonst würde man sie gleich weglegen, da gibt es aber, denke ich zum Glück auch das Selfpublishing, konnte mir das Video aber nicht zu Ende anschauen, da wir uns, um zwölf mit Doris Kloimstein am Markt getroffen haben, mit der wir dann auch ins Stadtmuseum gegangen ist, wo sie eine Ausstellung über den PEN, bei dem sie ja Mitglied ist, kuratierte.

Danach zurück und weitergesurft. Am blauen Sofa war Stefanie Sargnagel, die, seit sie den Publikumspreis in Klagenfurt gewonnen hat, ihre Facebookstatusmeldungen bei “Rowohlt” verlegt und die mit Luzia Braun mehr oder weniger locker ausplauderte, sich über die rechten Verlage, die es auf der Buchmesse gab, es hat da ja Tumulte und Störungen gegeben, ärgerte und über ihre Burschenschaft erzählte.

Vorher hat Gregor Gysi genauso locker über sein Jusstudium in der DDR geplaudert, während bei 3 Sat über den Einfluß der Lliteratur bei den Fernsehserien gesprochen wurde und um fünf gab es wieder eine blaue Stunde, wo Alina Bronsky,  die auch Jugendbücher schreibt, Kirsten Boie und Paul Maar über “Geschichten von Kim, Thabo und dem Sams” und darüber, ob die Texte jetzt leichter zu lesen, als früher mußten, diskutierten.

Am Sonntag wurde, um elf der “Friedenspreis des deutschen Buchhandels” an die kanadische Autorin Margret Atwood verliehen. Da hielt Eva Menasse, die Laudatio und lobte sehr den “Report der Magd”, ein Roman, der vor dreißig Jahren geschrieben wurde und jetzt nach Donald Trumps Wahl wieder aktuell geworden ist und den ich vor kurzem im Schrank gefunden habe,  den ich, wie wahrscheinlich noch einige andere Atwood-Bücher noch lesen muß.

Dann ging es mit dem Rad nach St. Georgen zum Mittagessen, danach nach Wien zur Wahl.In Frankfurt wird indessen die Messe zu Ende gehen und wer jetzt ein Resume von mir wissen will:

Mir hat das Surfen gefallen und ich habe, glaube ich, durch die Filmchen und Artikel einen guten Überblick erhalten, war erstaunt über die Vielfältigkeit und Gesellschaftskritik der französischen Literatur, bin auf dem “Report der Magd” neugierig und auf die “Buch-Wien”, die in einem knappen Monat stattfindet, sehr gespannt.

Daß es auf der Buchmesse eine Rauferei wgen den rechten Ständen, die dort waren und, daß wir wahrscheinlich demnächst eine schwarz-blaue Regierung bekommen werden, gefällt mir dagegen weniger, kann aber vermutlich nichts dagegen machen, als Bücher lesen und da waren gerade Doron Rabinovices “Außerirdische” an der Reihe, die ja ganz gut dazupassen, aber leider nicht auf der Shortlist des östBp sind.

 

Fortuna: Aus dem Magazin des Glücks

Über Buch vier des österreichischen Buchpreises Franz Schuhs “Fortuna – Aus dem Magazin des Glücks”, war ich etwas erstaunt, als ich es auf der Longlist stehen sah, gut, daß beim österreichischen Bp nicht nur Romane sondern auch Essays, Gedichte, etcetera stehen können, ist bekannt aus dem vorigen Jahr, aber dieser Titel des 1947 geborenen Philosophen, Schriftsteller und Essayisten, “Wespennest-Begründer” ist er auch, wie man ihn nennen könnte, war mir  ebenfalls sehr bekannt und so konnte ich  im erstenMoment gar nicht glauben, daß das Buch, das auch längere Zeit bei Anna Jeller in der Auslage stand, wirklich erst in diesen Jahr erschienen ist.

Der Iirrtum klärt sich leicht auf, denn das “Magazin des Glücks” ist auch eine Reihe, die es im Ex Libris, der österreichischen Büchersendung gibt oder gab und die höre ich ja relativ oft und so ist der bei  “Zsolnay” erschienene Band wahrscheinlich  ein best off zum  siebzigsten Geburtstag sozusagen.

Das Glück ist, sagt man ein Vogerl und war auch das Thema der Podium Sommerreihe im Cafe Prück beziehungsweise der Auftaktveranstaltung in der “Alten Schmiede” und da war Franz Schuh mit seinem Buch zu Gast und hat, glaube ich, auch die Stelle zitiert, wo Lotte Tobisch, die Schauspielerin und Operballorganisatorin beziehungsweise Schirmfrau des Altersheim für Künstler in Baden, wo jetzt auch Ottwald John zu Hause ist, sagte, daß  man im Alter zwar Freude aber keinen Spaß mehr haben kann und darüber kann man wahrscheinlich genauso diskutieren, wie über Franz Schuhs Thesen, die mir manchmal etwas schwierig und widersprüchig scheinen.

Ich habe auch schon “Schwere Vorwürfe und schmutzige Wäsche”  gelesen, von dem ich nicht viel verstanden habe. Also hatte ich meine diesbezüglichen Vorurteile, als ich das Buch, beziehungsweise das PDF, das mir Susanne Rössler von “Zsolnay” schickte und war erstaunt, denn es ist gar nicht so philosophisch, wie ich vordergründig dachte.

Mischen sich doch Gedchte mit eher kurzen essayistischen Texten und Franz Schuh, als Dialiektdichter, den ich regelmäßig bei verschiedenen Veranstaltungen sehe, war für mich eine Überraschung und das Vorwort des Buches, habe ich, glaube ich, auch schon einmal gehört.

“Ich schreibe über das Glück, weil ich erstens Glück hatte und zwar so viel, daß ich dem vermeintlichen Unglück trotzen kann.”

Vorher hat er schon von einem “Dummdödl”, “Nicht nachschlagen, das Wort habe ich erfunden”, geschrieben, der in einer Bahnhofhalle steht, mit dem Rucksack einen Schalter berührt, worauf eine Stimme “Hallo!”, sagt, der Dödl “unabsichtlich angekommen”, antwortet “und wenn sie nicht gestorben sind, dann sind noch immer unabsichtlich angekommen.”

Was das mit dem Glück zu tun hat, ist auch nicht ganz klar, aber das ganze Buch, das ursprüglich “Leidenskraft und Lebenswille” heißen sollte”, aber der Verlag war dagegen, weil es dann kein Mensch kaufen würde, besteht  aus Assoziationen und Gedankensplittern mit denen uns Franz Schuh in seine, wie schon beschrieben vielleicht nicht immer so ganz nachvollziehbare Gedankenwerlt einführt.

Da kommt ein Zitat Schopenhauers “Es gibt nur einen angeborenen Irrtum, und das ist der, das wir da sind, um glücklich zu sein”, das von einem “Schopenhauer am Inn” genannten, längeren Gedicht oder Text in Gedichtform gefolgt wird.

Dann geht es auf die Mariahilferstraße über die Franz Schuh offenbar gehen mußte, wenn er zu Weihnachten seine Eltern besuchte, die Mutter hatte “Alzheimer”, eine Krankhei, die auch Arno Geigers Vater hatte.

In seinem “Alten König in seinem Exil” hat er ausführlich geschrieben, was Schuh im nächsten Kapitel immer noch in Beziehung auf seine Mutter zitierte und sich dann interessanterweise mit der Frage beschäftigt, was dieses Buch nun ist?

Ein “Memoir” würde ich vom “Writersstudio” geschult sagen, aber Franz Schuh ist ja Philosphph und denkt an die Wiener Schule.

“Nein, Avantadistisch ist es nicht und auch kein Roman!” und darüber habe ich mich ja einmal mit Ludwig Laher herumgestritten, weil mich das ärgerte, das das Buch immer so genannt wird.

Franz Schuhs Mutter litt also, wie Arno Geigers Vater an Alzheimer, wo man wahrscheinlich auch dieskutieren kann, ob das eine Krankheit oder einfach das Ende eines inzwischen sehr medizinbegleiteten Lebens ist und mit Glück hat die Begleitung dementer Angehöriger wahrscheinlich auch nicht viel zu tun, obwohl die Betroffenen, wie ich höre, das oft sind, wenn sie ins Reich der Kindheit hinübergleiten, aber die war meistens auch nicht sehr glücklich.

Thomas Mann wird mit seinen “Buddenbrocks” und dem “Hochstapler Felix Krull”, ein Paradebeispiel des Glücks, wie Franz Schuh, meint  zitiert. Karl Kraus kommt mit seiner “Walpurgisnacht” vor und natürlich der Schelm des Hauses, der braven Soldat Schwejk, der mit dem “Dummdödln”, den ersten Weltkrieg überstand, während sich sein Verfasser, glaube ich, zu Tode gesoffen hat.

Mit dem Zufall beziehungsweise den Lehrern die Franz Schuh im Gymnasium hatte geht es weiter, bevor es zum freien Willen und  zur Sucht und damit zu weiteren sehr persönlichen Bekenntnissen des Autors geht.

Denn Franz Schuh ist ja stark übergewichtig.

“Adipositas” nennen das die Fachleute, die Wiener meint Franz Schuh wollen vom Lateinischen nichts wissen und beschimpfen ihn als “Fettsack” und wenn er zum Arzt geht, der natürlich zum Abnehmen und zu mehr Bewegung rät, dann begrüßt er ihm gleich fröhlich mit diesen Worten.

Dann gehts in den Gemeindebau, wo Franz Schuh  im fünzehnten Bezirk aufgewachsen ist. Der Vater war, wie er schreibt, einer der die Staatspolizei kommunistisch unterwandert hat. Das war in den fünziger Jahren vielleicht noch möglich, heute wo das ja schon ein Schimpfwort ist, wahrscheinlich nicht mehr und da kommen wir gleich in den Wahlkampf, beziehungsweise zu unserem derzeitigen Bundeskanzler Christian Kern, der,  als er vor fünfzehn Monaten sein Amt von Werner Feymann übernommen hat, gesagt haben soll, er sei von seiner Herkunft proleatirscher als manch anderer Bundeskanzler, weil auch in einem Gemeindebau aufgewachsen. Ein Proleatirer im Nadelstreif und das hebt sich ab von dem bösen Wort Prolet mit dem der Wiener und wahrscheinlich auch manch anderer die Leute aus der sogenannten Unterschicht, heute heißt das, glaube ich, bildungsfernere Schicht, so gern beschimpft.

Franz Schuh preist aber die Gemeinschaft, die es in den Gemeindebauten in den Fünfzigerjahren gab. Die Kinder trafen sich beim Fußballspielen, der Hausmeister schimpfte dann wenn sie das Gras betraten, was ja damals strengt verboten war und der Vater mußte noch im hohen Alter die Kohlen aus dem Keller holen, denn die Fernwäreme hat es erst später gegeben.

Ernst Hinterberger der ja auch in einem Gemeindebau wohnte und immer viel von den “kleinen Leuten” hielt und sein “Kaisermühlenblues” wird zitiert. Da Gänsehäufel und das Schutzhaus zur Zukunft, wo wenn ich nichts durcheinanderbringe, Franz Schuh seine Maturafeier absolvierte.

Und so gehen wir durchs Buch, kommen vom “Haß” zum “Passt oder passt nicht”.

Dem Wirt, wo Franz Schuh seine Sommerfrische verbringt, passen die vielen Flüchtlinge nicht und Franz Schuh nicht seine Maßschuhe, die er sich einmal anfertigen ließ. Der Schuster verwies ihn an die Firma “Humanic”, die ja immer noch durch ihre avantgardistische Werbung vom “Franz” berühmt ist. Und der Herr Schuh heißt ja Franz.

Clemes J. Setz und seine “Stunde zwischen Frau und Gittare” wird erwähnt und Conchita Wurst, die eigentlich Tom Neuwirth heißt und 2014 für Österreich den Songcontest gewonnen hat.

Man sieht Franz Schuh ist ein gelehrter Mann, der sich für alles interessiert und auch ein Udo Jürgens Fan und so ist er zu dessen achtzigsten Geburtstag im Bademantel auf eine Demonstration am Ring, die dort nicht stattfinden durfte mitgegangen.

Er erzählt auch, was ich schon bei einer der Cafe Prückl -Lesungen hörte, daß der Titel seines “Magazins” eingentlich von Ödon von Horvath stammt und kommt ganz am Schuß des Buches, das immer wieder von Gedichten durchsprenkelt wird, die sich teilweise auf die vorangehenden Gedichte beziehen, ins AKH und auf sein Übergewicht zurück. Denn er soll sich dort einer Operation unterziehen und da muß er erst vom Internisten dafür freigegeben werden.

Ein interessantes Buch und eines das ganz anders war, als ich gedacht hatte. Hatte ich mir doch hochphilosphische Abhandlungen vom Leben erwartet, die ich nicht verstehen würde, man kann aber über das Leben, das Glück und das Unglück auch ganz locker plaudern und Franz Schuh ist mit seinem “Magazin des Glücks” nicht auf die “Shortlist des österreichischen Buchpreises gekommen”. Ob das ein Glück oder ein Unglück ist, mag sich für ihn erweisen.

 

Der Tag an dem mein Großvater ein Held war

Die Shortlist des öst Bp wurde am Dienstag bekanntgegeben und ich habe das dritte Buch daraus gelesen.

Die menschlichen Tiergeschichten der Eva Menasse schon im Frühling, “Kiwi” ist ja so nett und schickt mir die Vorschauen und dann die gewünschten Bücher.

Ihren Halbbruder der ja auf beiden Listen steht, im Rahmen des deutschen Buchpreislesen und Auszuüge aus der kurzen Geschichte des 1961 in Amstetten geborenen Kinderpsychiaters Paulus Hochatterer bei den O- Tönen.

Da war ich ein bißchen verwirrt von der Geschichte und habe mich nicht recht ausgekannt, habe gedacht, nicht schon wieder von den letzten Kriegstagen und mich gefragt, ob die Leute damals ihre Traumatisierungen wirtklich so erlebten, wie der Kinderpsychiater sie heute beschreibt?

Denn es war in dem Gespräch und bei der Lesung viel davon zu hören, daß alles  ganz anders sein könnte, die Nelly lügt, um ihre Wirklichkeit zu verdrängen, etcetera.

Jetzt habe ich die hundertzwölf Seiten lange Geschichte, die in sich noch vier weitere Geschichten hat, gelesen und während des Lesens öfter gedacht, daß da  in dem kurzen Buch eigentlich sehr sehr viel passiert.

Die Geschichte von dem abgesprungenen amerikanischen Kampfflieger, von dem russischen Kriegsgefangenen, der Göring ein Bild gestohlen haben kann, von der von dem Apothekernazi mißbrauchten Isolde und dann natürlich von dem Großvater, der eigentlich gar keiner ist.

Viel zu viel in hundertzwölf Seiten und ,wie kommt das zusammen?, habe ich gedacht.

Aber es ist eigentlich ganz einfach und Paulus Hochgatter, der am Mittwoch auch in Ö1 zu hören war, hat ganz recht, wenn er immer wieder kryptisch sagte, daß das alles auch ganz anders sein könne und eigentlich ist in dem niederösterreichischen Dorf im März und am ersten April 1945 vielleicht dann wieder nicht so viel passiert oder doch, der Krieg ging zu Ende und die Katastrophe, die Traumatisierung, die Zerstörung bleiben zurück.

Die Geschichte spielt auf einem Bauernhof,  der Bauer, die Bäuerin mit ihren fünf Töchtern, der Sohn ist eingerückt und in Wirklichkeit schon gefallen, aber das hat Laurenz, der etwas spinnerte Bruder des Bauern, wie er von sich selber sagt, verschwiegen und da ist Nelly, die Ich Erzählerin, dreizehnJahre alt und sie war eines Tages da, in einer blauen Jacke, konnte sich an nichts erinnern und es wurde rekonstruiert, daß sie die Tochter einer durch Fliegerbomben ums Leben gekommenen Flüchtlingsfamilie sein könne.

Sie sagt dann später, sie komme aus einem Dorf bei Temesvar, aber sie sagt und denkt sehr viel. Sie denkt sich durch   ihre Traumatisierung, die dissoziiet würden die Kinderpsychiater und Psychologen sagen und siebeobachtet sehr viel dabei.

Sie hat von Laurenz auch ein paar Schreibhefte bekommen und darin schreibt sie Geschichten, die alle dann auch wieder gut ausgehen, so wurde der amerikanische Pilot, der auf der Wiese gefunden wurde, von der aufgebrachten Menge nicht aufgehängt und der Sohn der Agnes, die die Annemarie, die deswegen und auch wegen anderen, ins Bett macht, adoptieren will, das habe ich nicht ganz verstanden, denn sie hat ja eine Familie, der die traumatisierte Nelly ja auch zur Pflege übergeben wurde, aber der Sohn der Agnes ist in einen Bach gefallen und dann wieder von einem Mädchen mit einer blauen Jacke gerettet wurden.

Dazwischen kommt ein Nazi zu dem Bauern, erzählt von der nicht eingehaltenen Verdunkelung und die Bäuerin holt wahrscheinlich Speck und Eier aus der Speisekammer, um noch einmal davon zu kommen. Isolde, die Hutverkäuferin, breitet ein Leintuch über den Ausstellungstisch aus, damit ihr der Apotheker, die Tabletten gibt, die sie für ihre Mutter brauch.

Das  alles wird nur angedeutet und kann, konnte natürlich anders sein, schließlich wurde Paulus Hochgatterer erst 1961 geboren und hat nicht erlebt, wie es wirklich war.

Der Kriegsgefangene Michail, ein Supratemist, taucht mit einem Bild in einer Rolle auf und wird von der Familie aufgenommen. Auch andere Ausgebombte sind am Hof und helfen bei den Erdäpfeln. Es ist die Karwoche, die Bäuerin färbt Eier. Da kommen auf einmal zwei Leutnants herbei, quartieren sich ein, verlangen am Karfreitag einen Braten.  Die katholische Bäuerin hat Schuldgefühle und denkt an das Fegefeuer, der vorwitzigen Nelly, die natürlich ganz anders heißen kann, Elisabeth, beispielsweise und sich für Märtyrer interessiert, ist das egal. Sie hat dem Russen eingeredet, er solle sagen, er würde aus Donauschwaben kommen.

Das glaubt ihm der Leutnant nicht und die Striche, Kreise und Quadrate, der Suprametischten, die Schlößer Häuser, Menschen und abschießende Flugzeuge darstellen sollen, entartete Kunst haben die Nazis dazu gesagt und er soll deshalb auch erschossen werden.

Das ist auch so eine Geschichte aus Nellys Heft wahrscheinlich, denke ich mir und der Großvater, der in Wahrheit keiner ist, Nelly in ihrer Dissoziation aber so zu ihm sagt, sie hat einen Kriegsschaden nennen die anderen das, was wir heute Traumatisierung nennen, taucht auf und sagt “Schämen Sie sich nicht! und der Russe wird nicht erschossen.

Das habe ich schon ganz anders gehört, aber natürlich auch, daß solche Geschichten wirkten und man soll sie natürlich versuchen, ganz klar.

Am Ende macht die Annemarie wieder ins Bett, Nelly weicht ihr Leintuch ein, steckt ihre Hefte in Annemaries Schultasche, dazu das Bild in der Rolle und haut ab.

Aber vielleicht ist auch hier alles anders und es kann natürlich nicht schaden, immer wieder von den letzten Tagen des Krieges zu hören, obwohl sich die Realität durch das fortwährende Erzählen natürlich auch verändert, wie die Kinderpsychiater sicher ebenfalls wissen.

Paulus Hochgatterer ist mit seiner kurzen Erzählung im Vormonat auf der Bestenliste des ORF gestanden und ich habe mir gedacht, er wird den Öst gewinnen, jetzt steht Robert Menasse darauf, dem ich das eigentlich wünsche, aber Doron Rabinovici habe ich noch nicht gelesen und danach kann für mich auch wieder alles anders sein.

Chikago

Nein, das ist kein Flüchtigkeitsfehler, denn Theodora Bauers zweiter bei “Picus” erschienener Roman, heißt wirklich so und auf die Idee ist die 1990 in Wien geborene und im Burgenland lebende Autorin, deren “Fell der Tante Meri” noch  in den Regalen wartet und die von der Schreibwerkstatt des Semier Insaif, die er immer in der “Gesellschaft für Literatur” vorstellt, glaube ich, gekommen, als sie in Kittsee oder sonstwo eine Siedlung mit diesem Namen sah, denn im armen Burgenland, das erst 1921 zu Österreich gekommen, ist, die Grenze mitten durch das Feld geschnitten und die Burg von Bratilava, das vormals Pressburg hieß, ließ sich auch noch sehen, hat es zwei große Auswanderungswellen gegeben. In den Zwanziger- und in den Fünzigerjahren und von der ersteren war auch Alfreds Tante Ida betroffen, die ich mit ihm und der Anna 1989 das erste Mal in dem Vorort von New York, wo sie lebte besuchte und  Alfred mit der Anna dann noch einmalzu ihrem hundertesten Geburtstag dort war.

Theodora Bauer hat geforscht, ist ins Auswanderungsmuseum gegangen, das es im Burgenland gibt und auch in eines in Hamburg, wo die Leute ausgeschifft wurden. In Chicago ist sie vielleicht auch gewesen und am Schluß des Buches kann man in den Danksagungen  lesen, wer ihr aller bei der Arbeit geholfen hat.

Die “Gesellschaft für Literatur” wird da erwähnt, das Literaturhotel “Die Wasnerin” das ja Autoren Aufenthaltsstipendien gewährt und auch der zwanzigste Klagenfurter Literaturkurs, wo der Text vielleicht besprochen wurde und dann ist, wie man am Klappentext nachlesen kann, Theodora Bauer “gelungen ihren Protagonisten Seele, ihrer Geschichte Realsimus, ihrem Schicksal Tragik und Schönheit verleihen.”

So ganz bin ich zumindestens mit dem, was die Realistik betrifft, nicht einverstanden, ist mir doch ein klein Wenig zu viel Sex und Crime dabei, zumindestens, was das Crime betrifft, denn da passieren ja zwei Morden, die dem ganz normalen burgendländischen Auswanderern, der aus seinem Elend heraus in die USA gefahren ist und von dort wieder zurück oder auch nicht gekommen sind, wahrscheinlich nicht passierte.

Trotzdem war das Buch, das in vier Teilen, die  die Jahreszahlen 1921, 1922, 1937 und nochmals 1937 tragen, sehr beeindruckend und es werden in den vier Teilen eigentlich sehr abgeschlossene Geschichten erzählt, für die man vielleicht  ein bißchen braucht, um ganz in sie hineinzukommen, denn Theodora Bauer versteht ihr Handwerk und hat auch eine sehr poetische Sprache, spart vor allem, was, was ich ja auch immer höre,  den guten Roman ausmacht, sehr viel aus.

Es beginnt also 1921 im burgenländischen Dort an der Grenze und da sind die Schwestern Alica oder Ana und Katarina oder Katica, man sieht schon die Sprachvielfalt und vielleicht auch, die der verschiedenen Nationalitäten und den verschieden ausgesprochenen Namen.

Ana und Katica sind Halbgeschwister, denn Anas Mutter ist bei der Geburt gestorben, da hatj sich der Vater eine andere Frau geholt, die dann, wie das damals so war, auch bei der Geburt gestorben ist. Der Vater ist Schmidt, die Zigeunersiedlung liegt  nebenan.

1921 ist auch der Vater gestorben und Katica, die schöne wurde auf einem Fest von Feri, Ferenc, Feric oder Franz, dessen Eltern und Geschwister schon in die USA ausgewandert waren und zum Teil wieder zurückkamen, geschwängert. Jetzt will er auch dorthin, denn die Zeiten sind schlecht, keine Arbeit, keine Aussicht auf eine Lehre, etcetera.

Er kann aber nicht, wie er will, denn eines Tages steht Katica an der Schwelle und sagt, sie kommt mit, denn sie will kein lediges Kind. So rüstet sie schon zur Hochzeit, nimmt das Kleid der toten Mutter, das natürlich nicht mehr passt, aus der Truhe am Dachboden und Feri hat Schwierigkeiten, denn die Schiffspassage für Katica kostet Geld, das er nicht hat. So gerät er in illegale Machenschaften, ein Gendarm wird im Wald erschossen und Anica, die schweigsame oder mutige, Halbkroatin, es werden immer wieder kroatische Sätze in das Buch eingestreut, nimmt das Heft in die Hand, erpresst die Schiffspassage und kommt ebenfalls nicht.

1922 sind sie dann in Cicago, haben zuerst bei der Familie von Feris Bruder gewohnt, Feri beginnt zu arbeiten und zu trinken, obwohl da ja damals, glaube ich, Zeiten der Probibition waren, es hat aber versteckte Lokale gegeben, wo Branntwein ausgeschenkt wurde und Katica stirbt ebenfalls bei der Geburt. Feri gerät in eine Schlägerei und dieses Kapitel endet, daß Maria, die Schwägerin, die ebenfalls schwanger ist, Ana das Kind, den kleinen Josip, der später Joe oder Josef heißen wird, aus der Hand nimmt und sagt, sie weiß für sie eine gute Stelle, als Haushälterin.

Dann kommen wir ins Jahr 1937 und da gibt es in Chicago Probleme, denn Joe hat von Cathy, seiner Schwester, erfahren, daß sie das gar nicht ist, das löst in ihm einen Schock aus, denn Maria und Kristof haben ihn verschwiegen, daß sie nicht seine richtigen Eltern sind. So kommt er erbost in das vornehme Haus, wo seine Teta Ana, Haushälterin ist und die junge Lily White, die die Welt ergründen und sich auch, um die Armen von Chicago kümmern will, verlangt von Auntie Ana, daß ihr Neffe Josip sie dort hinführen will.

Da wird es jetzt auch ein bißchen kryptisch, denn es wird sehr viel geschwiegen in dem Buch, was ja psychologisch nachzuvollziehen ist. Der Geist der Missis, die im Haus herumspukte und sich als nervenkrank erwies und in eine Klink abgeschoben wurde, hat mich aber ein bißchen an Daphe de Maurier oder die englischen Gespensterromae erinnert.

Sei es, wie es ist, Herr White, wie er sich nennen läßt, ist nach dem Tod seiner Frau, der wenige Jahre später in der Nervenheilanstalt erfolgt ist, viel auf Reisen und seine Tochter Lily, der schweigsamen Haushälterin, die immer knickst, obwohl Lily, das gar nicht will, überlassen und Josip führt die unsichere, sie scheinen alle so, um die fünfzehn, sechzehn zu sein, zu einer Demonstration, weil die Arbeiter der Fleischfabriken streiken und Lily steht imit ihrem Hut und den teuren Schuhen in der ersten Reihe und sieht zu, wie die Polizei auf die Streikenden schießt und sie mit Tränengas betäubt.

Das versetzt sie und das erscheint mir unglaubwürdig, wenn nicht wieder so, wie in den Romanen aus dem neunzehnten Jahrhundert, kitschig, in eine Art von Katatonie. Josip schleppt sie, wie einen Mehlsack auf seinen Schultern heim und die Tante verlangt von ihr, daß er sie fortan jeden Tag besucht. Das macht er eine Zeitlang und sitzt am Bett, der sich schlafend Stellenden und das denke ich, hätte, in der Welt der Klassenunterschiede, wie sie damals herrschten, wo man alleine nicht in die “schlechten” Vierteln gehen konnten, eine Haushälterin niemals gemacht und das mit den verrückten Mädchen, die dann in den Nervenheilanstalten verschwinden, sollte eine 1990 geborene Autorin, wenn sie über das Amerika von 1937 schreibt, vielleicht auch nicht verwenden.

Sei es wie es ist, Cathy, die Cousine und nicht wirkliche Schwester ist Josip bei seinen Besuchen in die reiche Villa, eifersüchtig gefolgt und steht vor der Tür. Lily, am Fenster und läuft den beiden im Nachthemd in den Park zu dem See nach, wo Cathy schließlich ertrinkt und Ana muß wieder handeln, beziehungsweise mit dem Neffen zurück ins Burgenland flüchten.

Aber das hat sich ja inzwischen auch verändert, zwar ist die Armut nicht kleiner geworden, ganz im Gegenteil, aber die blonden Burschen, die illegalen Nazi, marschieren für die Zukunft und streuen, die noch verbotenen Hakenkreuze aus und wenn man das mit den Videos der Identitären, die heute im Netz zu sehen sind, vergleicht, wird einer schlecht und kann nur hoffen, daß Theodora Bauer da wieder übertrieben hat.

Josip, der jetzt nicht mehr Joe, weil ein echter Deutscher ja nicht so heißt, gerät in die Fänge solcher  Jungnazis, marschiert mit, streut Hakenkreuze aus, was man ja für eine Kinderei halten könnte, aber dann trägt er die Fahne, als es an das Haus einer aufmüpfigen offenbar sozialistischen alten Frau gegen soll, das angezündet wird. Es wird auch ein Stein auf dem das Wort “Zigeuner” steht, in Anas Elternhaus geworfen und die jüdischen Geschäfte werden sowieso beschmiert.

Ana steht daneben, beobachtet, schweigt und ist, wie das bei den kleinen Leuten halt so ist, unfähig sich zu  wehren und kann nur hoffen, daß die Zukunft, keinen “Faschingsumzug bringt, von dem dann später  niemand etwas gewußt haben will”.

Das können, denke ich, wir auch so hoffen und vielleicht noch etwas dagegen tun. 1937 ist achtzig Jahre vorbei und der Roman  trotz seiner meiner Meinung nach unnötigen Übertreibungen, sehr interessant und ich kann das Lesen sehr empfehlen.

Workshop zur Partisanenliteratur

Ich habe ja Psychologie nicht Literaturwissenschaft oder Germanistik studiert und noch vor meiner Matura beschloßen, das mit dem Schreiben gleichzeitig zu tun.

Ungefähr im fünften Semenster, wo ich warhscheinlich ein bißchen frustriert war, habe ich eine Vorlesung des damals noch sehr jungen Assistenten Wendelin Schmidt-Dengler besucht, kurz überlegt, vielleicht doch Germanistik zu studieren und Bibliothekarin zu werden und es dann geleassen.

So bin ich Psychologin und Psychotherapeutin geworden, die über vierzig Jahre sozusagen erfolgfrei schreibt und sich immer schon,  schon als Studentin sehr für Literatur interessiert hat.

Herausgekommen sind  über vierzig Jahre später über vierzig selbstgemachte Bücher, fast schon zehn Jahre Blog und eine Serie von Veranstaltungen, die ich besucht habe.

Seit fast zehn Jahren kann man das alles nachlesen, auch die Bücher die gelesen habe, die ich sammle, über die ich Buchpreis– oder sonstwie blogge und im vorigen Semester hat mich eine Eindadung Stephan Immaneul Teichgräber von der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur erreicht, an einem Workshop zur Literatur des Centropes” teilzunehmen, weil die ja immer ein diesbezügliches Festival veranstalten.

Ich bin hingegangen und habe die Veranstaltung dann ein Semester lang gemeinsam mit einem Philosophen besucht und viel dabei gelernt, obwohl ich ja in den literarischen Analysen nicht sehr versiiert bin, bei meinen Buchbesprechungen entsetzlich spoilere, den Inhalt nacherzähle und dann mehr oder weniger auf mich bezogene literarische Portraits daraus mache.

Dieses Semester haben mich gleich zwei Einladungen von der Dokumentationsstelle erreicht, so daß man fast sagen könnte, ich betreibe der Pensionszeit nahe, ein Privatliteraturstudium dort und das, was ich da studiere, ist wohl auch sehr spziell, denn Stephan Immanuel Teichgräber hat einen sehr speziellen Geschmack.

So hat er diesmal zu einem Workshop zur Partisanenliteratur in Mitteleuropa und dann noch zu einem Arbeitskreis “Zaza” eingeladen, wo man diese Sprache lernen  kann. Das sollte am Freitag Nchmittag passieren, wo ich ja vierzehntägig in Harland bin, die Partisanenliteratur, wie der Centrope-Workshop am Mittwoch.

Ich habe mich mal für beide angemeldet, dann gedacht, daß “Zaza” doch zu speziell ist und ich da vielleicht nur ein bißchen hineinschnupperm möchte. Dann gab es  ohnehin keine anderen Teilnehmen und Stephan Immanuel Teichgräber, der noch andere Seminare und Vorlesungen hält, hat auch nicht soviel Zeit und so habe mich mit Herrn E. heute mit der Partisanenliteratur beogonnen.

Partisanenliteratur, was stellt man sich darunter vor?, war Stephan Immanuel Teichgräbers erste Frage und mir ist da schon vorher die “Rote Zora” eingefallen und sonst eigentlich nicht viel. oder doch natürlich.

Maja Haderlap schreibt in ihrem “Engel des Vergessens” davon und in dem neuen Buch in Ivan Ivanij und anderen, die ich so lese, ist wahrscheinlich auch davon die Rede. In dem Infoblatt, mit dem Stephan Immanuel Teichgräber einlud, war aber die Rede, daß es in Österreich so gut wie keine gäbe. Der Grund soll in dem Workshop erforscht werden und Stephan Immanuel Teichgräber hat uns auch drei Bücher angegeben, mit denen wir uns beschäftigen sollen.

“Wo Spinnen ihre Nester bauen” von Italo Calvino, dann Ladislav Mnacko “Der Tod heißt Engelchen” und dann noch “Die junge Garde eines Russen”, dessen Namen ich  nicht ganz verstanden habe.

Interessant könnte man so sagen und das ist es sicher auch, interessiere ich mich ja eigentlich für jede Art von Liiteratur und auch weit über den Tellerrand, obwohl ich mit dem doppelten Buchpreislesen und dem Gastland Frankreich der Frankfurter Buchmesse, sowie auch mit anderen Neuerscheinungen noch sehr beschäftigt bin.

Die Diskussion ging dann auch hin und her und wir landeten auch bei der Frage, ob die realsozialistische Literatur der DDR und der ob sie einen ästhetischen oder literarischen Wert hätte? Sie gilt inzwischen auch sicher, als veraltet und so ist es wahrscheinlich schon ganz gut, sein diesbezügliches Wissen aufzufrischen und sich damit zu beschäftigen und die “Rote Zora”, die ich einmal in einem der Schränke gefunden habe, will ich auf jeden Fall lesen.

Also das nächste Semester sehr beschäftigt, vielleicht wird noch mal eine Literaturwissenschaftlerin oder eine literaturwissenschaftlich gebildete Person aus mir, obwohl ich ja ganz ehrlich glaube, daß ich das schon bin.

Wenn sich eine über vierzig Jahre mit der Literatur und dem Literaturbetrieb beschäftigt, kann das gar nicht anders sein und es wird da schon, wenn es das noch gibt, ein “Genieparagraph” in Frage kommen.

Bei der Etablierung des Psychologengesetzes war es ja auch so, daß während der Übergangszeit Leute auf der Liste standen, die nie Psychologie studierten und hier handelt es sich ohnehin, um mein Privatvergnügen.

Ich habe da nur an eine Diskussion mit meinem Kritiker Uli gedacht, der mir  im Frühling öfter kommentierte, daß er mich für eine Hobbyautorin hält und meine literarische Flüchtigkeit bemängelte, obwohl er selber keine Bücher liest und sich für Literatur, wie Lyrik auch nicht sehr  zu interessieren scheint.

Nun, ich tue das und bin derzeit  auch mit der Frankfurter Buchmesse sehr beschäftigt, die “Ohrenschmaus-Jurysitzung”, der Bloggerdebutpreis und der “Nanrowrimo” beziehungsweise der Schreibmarathon des “Writersstudio” zu dessen fünfzehnjährigen bestehen kommt auch noch auf mich zu, die “Buch-Wien”, der österreichische Buchpreis und und….

Aber einen Einblick in die in Österreich nicht sehr existierende Partisanenlitetatur ist sicher sehr interessant und ich habe mir schon die entsprechenden Unterlagen ausgedruckt.

Sophie Reyer und Alfred Goubran in der Alten Schmiede

Während in Frankfurt die Eröffnung losging, bin ich in die “Alte Schmiede” gepilgert, wo von Johannes Tröndle zwei Bücher vorgestellt wurden, die es nicht auf die LLs geschafft haben, es aber durchaus hätten können.

Zuerst kam die 1984 geborene Sophie Reyer mit einer schildkrötengrünen Jacke, denn ihr neuestes bei “Czernin” erschienenes Buch heißt “Schildkrötentage”, behandelt eine Verwandlung und ist, im Gegensatz zu den eher experimentellen Vorpublikationen der Musikerin und Filmerin, die ich auch bei den “Wilden Wörten” hörten und hier sogar meine “Anna” vorstellte, sehr realistisch, obwohl so realistisch auch wieder nicht. Denn die Flora, die an die vierzig gehende Hauptperson, wird langsam alt, beziehungsweise verwandelt sie sich in eine Schiuldkröte. Sie bemerkt am morgen im Badezimmer eine Falte im Gesicht, geht zur Ärztin, die ihr Chrirugie oder Psychotherapie empfielt, dann erinnert sie sich an die Schildkröten, die als Kind nicht haben durfte und Rückchenschmerzen kommen auch noch dazu.

Sophie Reyer hat zwei Kaptiel aus ihrem Buch gelesen und dazu zwei oder sogar vier Schildkröten vor sich hingestellt und dann noch aus einem anderen Buch und der 1964 in Graz geborene Alfred Goubran, der bevor er zu schreiben anfing, die “Edition Selene” betrieb, zu der ich auch immer hinschickte, ihm aber, glaube ich, nicht gefallen konnte, ist wohl zu individuell für eine Buchpreisliste und er schreibt an einem sieben Bücherprojekt, vier Bände gibt es davon schon, in dem immer dieselben Personen vorkommen und wenn ich mich nicht irre, habe ich schon eine der Präsentationen gehört.

Johannes Tröndle baute die Bücher jedenfalls vor sich auf und leitete genau und gründlich in das Schreibprojekt ein. Alfred Goubran las dann am Stehpult aus dem gerade erschienenen Band “HERZ.EINE VERFASSUNG” und erzählte, daß er sehr schnell schreibe und sich beim Schreiben inspierieren lasse.

in dem Projekt geht es um einen schonen verstorbenen Schriftsteller namens Aumeier, Gobrans Alter Ego höchstwahrscheinlich und im präsentierten Band, um einen Theaterdisponenten, der sich plötzlich in einer Anstalt befindet von einer Schwester mit Mundgeruch mit Medikamenten versorgt wird, die er deshalb nicht nehmen will, beim Kopierer Schreibpapier findet und noch andere seltsame Begegnungen beziehungsweise Träume hat.

Interessant interessant neben all dem Buchpreislesen auf zwei neue Werke von zwei vielleicht nicht so gekannte Stimmen zu stoßen und weil es zwischen den zwei Lesungen eine halbe Stunde Pause gab, habe ich mir mein fünftes Ost nämlich Olga Flors “Klartraum” mitgenommen, das ich schon im Sommer in den O-Tönen hörte, aber leider habe ich noch immer nicht wirklich verstanden, worum es dabei geht, obwohl es ja auf die Shortlist gekommen ist.