Liebe und Tod auf Bali

Weiter geht es mit dem “Vicki Baum-Schwerpunkt”, der vorläufig ein kleiner ist, denn 2016 habe ich von den sechs geplanten Bücher nur “Die Karriere der Doris Hart” gelesen und “Liebe und Tod auf Bali” in das neue Jahr hinübergenommen, was ein interessantes Buch einer interessanten Autorin ist, die ja irgendwie den Ruf  einer  Chick Lit oder Trivialschreiberin hat, mit “Stud chem  Helene Willfüer,” 1928 schlagartig berühmt wurde und damit ihren Beitrag zur neuen Sachlichkeit lieferte.

“Menschen im Hotel” gilt als Kolportageroman, mit “Hotel Shanghai” hat sie das Leben der jüdischen Emigranten in China beschrieben und weil sie auch einige Monate in Bali war, erschien 1937, zeitgleich mit dem ChickLit “Doris Hart”, der Roman “Liebe und Tod auf Bali”

“Entgegen dem Titel handelt es sich nicht, um eine Liebesgeschichte, sondern um eine romanhafte Schilderung des von Ritualen bestimmten Lebens eines balinesischen Dorfs und seine Vernichtung durch holländische Kolonisalitoren am Anfang des letzten Jahrhunderts”, steht bei “Wikipedia”.

Das klingt gar nicht so verlockend, beweist aber wieder, daß die 1888 in Wien geborene und 1960 in Hollywood verstorbene Hedwig Baum eine sehr vielseitige Schriftstellerin war, bei der es sich lohnt, ihre Werke zu entdecken. Nun ich habe ja noch einige auf meinen Leselisten und zumindestens die, die in Harland sind, werde ich heuer höchstwahrscheinlich auch lesen.

“Liebe und Tod auf Bali” beginnt mit einem Vorspiel, ein alter offenbar holländischer oder deutscher Arzt Dr. Fabius, der schon längst die einheimischen Gebräuche angenommen hat, kehrt von seinem Dienst im Spital heim zu seinem Hof und sieht dort in den Vorhöfen zwei Menschen sitzen, einen Schnitzer und einen Bauern, die ihn lange mit höflichen Gesprächen aufhalten, bevor der Arzt erfährt, daß der Sohn des Bauern Putuh, der zum Tempeltänzer ausgebildet werden soll, krank ist und wahrscheinlich Malaria hat.

Er eilt mit dem Bauern hin und am Rückweg überfallen ihn Visionen, von der Zeit, um Neunzehnhundert, als die Holländer in das Dorf eindrangen, den Fürstenpalast zerstörten, an deren Stelle jetzt moderne Hotelanlagen stehen.

Dann geht es in die Zeit um 1907 und da strandete ein chinesisches Schiff vor dem Dorf Taman Suri und die Einheimischen bemächtigten sich der Waren, wie es Brauch war, denn was die Götter an das Land schwemmen, gehört ihnen, der Chinese Kwe Tik Tijang verlangt Schadenersatz vom Fürsten Alit, der zahlt nicht.

Die holländischen Kolonisatoren, die Verbesserungen bringen wollen, also die Hahnenkämpfe und das Witwenverbrennen verbieten, mischen sich ein und am Schluß des Romanes ist das Dorf zerstört und der Chinese unterschreibt, dem holländischen Beamten Boomsmer, daß er siebentausendfünfhundert Gulden Schadenersatz erhalten hat.

Dazwischen ranken sich neun Kapiteln, die vom Leben des Dorfes an Hand des Bauern Pak, seinen zwei Frauen, seinen Söhnen und Töchtern, seinen Hahnenkmpfen etcetera erzählt, seine Schwester Lambon, ebenfalls zur Tempeltänzerin ausgebildet und in den berühmten Tänzer Raka verliebt, wird dem Fürsten, der eigentlich eher ein weltfremder Gelehrter, als ein Frauenliebhaber ist, als eine von sechs Nebenfrauen zu seinem Geburtstag zugeteilt.

Das erfolgt in großen Ritualen, sie trifft sich eine Zeit heimlich mit Raka, dem besten Freund des Fürstens, bis der die große Krankheit und den Aussatz bekommt. Pak gewinnt mit einem schönen Hahn und während er noch überlegt, ob er den nicht einem Schmied verkaufen soll, kommen die Beamten des Fürsten und erklären ihm, daß er dazu auserwählt worden ist, dem Fürsten den Hahn zu schenken und nehmen ihn ihm weg, was Pak  dazu bewegt, als die Holländer das Dorf angreifen, weil sich beim Begräbnis seines Vaters drei seiner Frauen mit ihm verbrennen ließen, obwohl das doch streng verboten ist, nicht mitanzugreifen, sondern sich in dem Hof eines Abtrünnigen zu verschwazen.

Ein Teil der Bauern,auch Lambon und Raka tun das aber schon und gehen mit dem Fürsten in den Tod und die Tradition verschwindet. Die Holländer beginnen zu herrschen und in den Bali-Führern entnehme ich “Wikipedia”, wird das Buch den Bali Touristen, als Lektüre wärmstens empfohlen. Deshalb gibt es auch relative viele Rezensionen bei “Amazon” zu finden.

Ich war einmal mit dem Alfred und der kleinen Anna in Bali und habe das wahrscheinlich in seinem Führer auch so glesen und bedaudert, daß ich das Buch nicht habe, jetzt habe ich es gelesen und empfinde es durchaus interessant. Es regt auch angesichts der Tatsache, daß ich mir in der letzten Zeit einige Videos der Identitären, die sich und ihre Identität durch die Flüchtlingskrise und die Masseneinwanderung bedroht fühlen, auch zum Nachdenken an.

Aber die Gebräuche, Rituale und Tempelfeste gibt es in Bali, glaube ich, noch immer und ansonst ist das Land wahrscheinlich sehr amerikanisiert und als ich vor dreißig oder fünfunddreißig Jahren öfter in Holland war, habe ich die indonesischen Reistafeln, die man dort essen konnte, als etwas sehr Besonderes und Außergewöhnliches erlebt, das man bei uns noch nicht kannte.

Daß sich die Witwen in Bali nicht mehr mitverbrennen lassen müßen, ist natürlich gut, Gewalt gegen Frauen und Massenvergewaltigungen soll es aber, wie man  hört, immer noch dort und auch in Indien geben.

Ins neue Jahr mit Hilde Schmölzer, Elfriede Haslehner, sowie Schreib-und Lesepläne

Nach einem sehr intensiven Silvestertag, es war sehr kalt aber auch sehr sonnig und wir waren sowohl am Markt unser Würstel beziehungsweise unsere Leberkäsesemmel essen, als auch auf der Rudolfshöhe, wo der neue junge Pächter sehr viele junge Leute angezogen hat und es süßen Orangenpunsch gab, sind wir nach acht zu Hilde Schmölzer nach Hütteldorf gefahren und das hat fast schon Tradition, weil wir ja so manche Jahreswechsel bei der 1937 in Steyr aufgewachsenen Journalistin und Feministin, die bald ihren achtzigsten Geburtstag feiern wird, verbrachten.

Ich habe den Namen Schmölzer, weil sie ja viele Bücher zur Frauengeschichte, zum bösen Wien, zu den Hexen, zur Pest in Wien über Rosa Mayreder und natürlich das “Frau sein und schreiben”, ein Buch in dem Portraits von Elfriede Jelinek, Friederike Mairöcker, Ilse Aichinger, Brigitte Schwaiger, etc, aber seltsamerweise keines von Elfriede Gerstl, obwohl die 1982, als das Buch erschien, eigentlich schon bekannt war, enthält, das wir auch im “Arbeitskreis schreibender Frauen” besprochen haben, schon gekannt, als ich Hilde Schmölzer dann einmal  im Literaturhaus bei einer GV der IG Autoren, persönlich kennenlernte, dann haben wir uns immer wieder bei Lesungen des Lesetheaters, vor allem in der Frauenreihe “Frauen lesen Frauen”, wo sie sich ja sehr engagiert, gehört, sie kommt regelmäßig zu meinen Geburtstagsfesten und bringt mir ihre Bücher mit und wie geschrieben, einige Silvester, wo ich auch den argentininischen Schriftsteller Lidio Mosca Bustamante, der ja auch gerne bei meinen Geburtstagsfesten liest, kennenlernte, verbracht.

Jetzt war es eher eine kleine Runde, eigentlich außer uns nur Elfriede Haslehner und ihren Lebensmensch Franz und die habe ich ja in den späten Siebzigerjahren beim “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennengelernt, wo sie eine ausstrebende Lyrikerin war, deren Gedichte in vielen Literaturzeitschriften erschienen.

Jetzt ist sie auch schon über fours achtzig, hat ihre Haare inzwischen nicht mehr rotgefärbt und es gab wieder Aufschnitt, Heringsalate, Obstsalat, Petit  Fours und vor allem vom Alfred selbstgemachte Kekse, die er am zweiten Weihnachtsfeiertag dann machte, denn was ist Weihnachten ohne Kekse, die ihm dann so gut gelangen, daß er vorgestern noch einmal dreimal soviel davon machte und Hilde Schmölzer ein großes Tablett davon mitbrachte.

Die Böller und die Kracher um Mitternacht gab es dann auch zu bewundern, obwohl es diesmal, vielleicht wegen der Ereignisse von Köln im vorigen Jahr und denen in Berlin vor Weihnachten, leiser war, ich habe auch vorher bei der Oma einen Bericht über den Polizeieinsatz im Fernsehen gesehen, den es diesmal am Sylvesterpfad um Gewalt zu verhindern, gab, wo an die Frauen Notrufpfeierln verteilt wurden.

Aber trotzdem laut und bunt ins neue Jahr, das Jahr 2016 war ja sehr gewaltsam, dem neuen werden große politische Veränderungen vorausgesagt, mal sehen, Silversteransprache wird es heuer bei uns keine geben, denn der neue Bundespräsident wird ja erst am 26. Jänner angelobt und auch ich habe für 2017 einige Pläne.

Zuerst einmal und gleich übermorgen werde ich meinen Pass verlängern, denn wir werden ja nicht nur Ende Jänner, gleich nach Hilde Schmölzers Geburtstagsfest in der “Wien Bibliothek” nach Salzburg fahren, wo ich mit Margot Koller, Manfred Chobot und Wolfgang Kauer eine Lesung im “Afro Asiatischen Institut” haben werde, sondern höchstwahrscheinlich wieder nach Leizpzig zur Messe, dann im Mai oder Juni mit Ruth Aspöck, mit der ich ja auch schon einige Silvester feierte und,  die ja im Februar ihren siebzigsten Geburtstag feiern wird und über Silvester in Triest war, so daß sie nicht zu Hilde Schmölzer kommen konnte, mit dem Rad um den Bodensee und dann vielleicht noch nach Portugal zum Sardinenfest, obwohl ich ja, wegen den vielen Sicherheitsvorkehrungen, nicht so gerne fliege.

Die entsprechenden Bücher habe ich mir in den letzten Tagen schon herausgesucht und auch meine Leseliste, die ich ja im vorigen September entrümpfel habe, wieder aufgerüstet.

Jetzt ist sie wieder lang und geht weit in die Zukunft, obwohl so lange nicht mehr, wie sie einmal war, weil ja die Erfahrung lehrte, wenn ich mir zu viele “alte” Bücherschnmankeln daraufsetze, komme ich mit den Rezensionsexemplaren und den Neuerscheinungen nicht mehr nach, denn da habe ich mir ja schon an die zwanzig vom Frühahrsprogramm bestellt, haben mir ja diesmal auch einige deutsche Verlage ihre Vorschauen geschickt, “Aufbau” “DVA”, “Kiepenheuer und Witsch”, dann der kleine Schweizer “Lenos-Verlag” mit dem ich ja über den deutschen Buchpreis in Kontakt gekommen bin und bei “Braumüller” habe ich mir selber zwei Bücher angefragt. Mal sehen, wie das wird.

Seit ich Buchpreislese, was ich höchstwahrscheinlich wieder tun werde, weil das ja ein tolles Leseerlebnis ist, ist meine Bücherliste explodiert und so habe ich auch heuer wieder die besten Vorsätze meine 2017 Leselist, auf der ja wirklich sehr viele schöne Schmankerl stehen, zu schaffen, wenn ich dann aber von den Neuerscheinungen höre, kann ich ich schlecht nein sagen, frage auch an und dann wird es wahrscheinlich wieder eine schöne Mischung zwischen alt und neu und mein “Vicki Baum Schwerpunkt, wo ich ja 2016 sechs Bücher lesen wollte, wird auch 2017 weitergehen. Denn 2016 habe ich nur “Die Karriere der Doris Hart” geschafft.

“Tod und Liebe in Bali” werde ich zwar jetzt demnächst auslesen und besprechen, die vier anderen Bücher auf der Leseliste aber erst ein wenig später, wenn ich dann hofffentlich dazu komme, lesen und gleich mit dem Weihnachtsbuch von 2016, nämlich dem neuen Eva Rossmann Krimi weiterzumachen. Denn das habe ich ja früher meistens zu Weihnachten getan und auch fast alle ihrer Bücher, nur die letzten nicht, gelesen.

Ja und neben dem Lesen geht es auch mit dem Schreiben weiter und da habe ich  wieder große Pläne und ein neues Projekt.

Zwar will ich wieder beim “Nanowirimo” mitmachen, den habe ich ja 2016 ausgelassen, wenn ich aber wirklich für das neue Buch ein Jahr brauche, wird mich das auch nicht stören.

Das habe ich aber ohnehin nicht geschafft, denn meistens ist  der Rohentwurf in ein paar Wochen fertig, danach korrigiere ich ein paar Monate und dann erscheint das Buch, von Digitaldruck.at fünfzig mal gedruckt und keiner schaut es an, wenn ich nicht vielleicht doch einen Lesungstermin in der “Alten Schmiede” bekomme.

Ja ein wenig Förderung und Aumferksamkeit wäre schon gut, das wäre auch mein Wunsch für 2017 und mein Vorsatz das Projekt “Vor dem Frühstück kennt dich keiner ist der Arbeitstitel” wachsen und kommen zu lassen.

Da bin ich ja noch immer ein wenig ausgeschrieben, beziehungsweise habe ich das ja seit 1973, wo ich mit dem Schreiben begonnen habe sehr viel.

Ganze Bücherstöße, über vierzig Selbstgemachte sind erschienen und natürlich gleichen sich meine Themen, denn auch ich schreibe, wie ja, glaube ich, Heimito von Doderer einmal sagte, immer den gleichen Roman, ein Leben lang und meine das gar nicht so negativ.

2016 habe ich ja mit der Vorstellung meiner Lieblingsbücher und meinen Romananfänge begonnen, da ist ja auch ein schönes “Mimikrispiel” daraus entstanden, mit dem und mit den Anfängen in den “Vorschauen” oder “Promotionstext” will ich auch weitermachen und die Bücher in denen Themen vorkommen, die vielleicht auch in dem neuen Buch eine Rolle spielen, habe ich mir auch herausgesucht.

Da geht es ja um eine wohnungslose Frau, die durch Wien herumkrebst und beobachtet, die Felizitas Fee, in der “Viertagebuchfrau” beschrieben ist da vielleicht das Vorbild und die “Selma” von der “Frau auf der Bank”, den Theo Hardenberg, den Psychiater daraus, der ja auch in den “Berührungen” vorkommt, gibt es auch schon wieder, zu dem geht ja Therese Schwarzenberg, die ehemalige Lehrerin und selbstmordgefährdete, man sieht, die gleichen Themen verfolgen mich, die sitzt aber inzwischen im Bus nach Beglgrad, denn die Idee von der Depressiven mit dem Endbahnhof, war ja schon früher da, als die mit dem Bibliotheksgespenst, das muß ich auch noch ausarbeiten.

Da habe ich ja ursprünglich gedacht, die Dorothea Wewerka kommunziert mit den Helden ihrer Bücher, aber das bringe ich wahrscheinlich doch nicht so zusammen, obwohl ich es in der übernächsten Szene, die ich schreiben werde,  versuchen will.

Vorläufig habe ich sieben Szenen, zwanzig Seiten und 9074 Worte.

In der Nächsten lernt der junge Identitäre, Fabian Hirschmann, der seine Identität ja durch die Massenzuwanderung, der vielen Moslems und die Flüchtlingskrise, die wir derzeit haben, bedroht sieht und in der Hauptbücherei für eine Aktion über Prinz Eugen forschen will, die linke Medizinstudentin Sophie Prohaska, die Schwester der Bibliothekarin Karonine, die Freundin von Therese ist, kennen und verliebt sich vielleicht in sie.

In zwischen “Hütteldorf und Heiligenstadt”, in den Achtzigerjahren geschrieben und in der “Reise nach Odessa” gibts ja auch ein paar  konservative junge Männer, die  mit meinen Heldinnen  in Kontakt kommen und in Beziehung mit ihnen treten.

Vor ein paar Tagen habe ich  die “Viertagebuchfrau”, den Roman, den ich über die ersten hundert Tage von schwarz blau schrieb, wieder gelesen bzw überflogen und war erstaunt, wie gut konstruiert wenigstens der Anfang ist.

Dann wirds vielleicht unklarer und ich habe den Rest auch nur noch überflogen, jetzt aber wieder den Vorsatz einen großen Roman aus dem “Frühstück zu machen.

Zur Promotion würde ich ja Hilfe von außen brauchen, zu Verlagen schicke ich es aber nicht mehr hin, sondern mache es weiter selber, da bin ich ja inzwischen eine, wenn auch unbeachtete Pionierin, zu “Amazon” stell ichs wahrscheinlich wieder nicht hinein, sondern promote es mit meinen Gewinnspielen selbst.

Da wäre ein wenig Beachtung gut, aber ich weiß schon Selbstgemachtes hat es noch immer schwer und wenn dann noch die Orthografie nicht so ganz angepasst ist, man, daß mit scharfen “ß” schreibt und auch noch ein paar oder auch viele Flüchtlingkeitsfehler hat.

Aber erst müßen bei mir ja sowieso die Ideen kommen, da habe ich schon einige, drei Handunlgstränge, den von Fabian-Sophie, den der Therese und den der Dorothea Wewerka, obwohl ich da ja noch nicht wirkich so genau weiß, wie es lang gehen soll.

Also wieder Zeitlassen, die drei Geschichten kommen zu lassen. Meine Schreibhemmungen habe ich ja durch das Bloggen verlogen, jetzt schmore ich im eigenen Saft und dümple im “Literaturgeflüster” völlig daneben dahin, schreibe aber trotzdem weiter, versuche mir wieder viel Zeit zu lassen, um meine Geschichte kommen  zu lassen, die dann auch umzuschreiben und zu überarbeiten, das wäre mein Ziel für 2017 und wenn sie dann auch noch ein bißchen Bachtung findet, angeschaut und gelesen wird, wie ich ja auch die Bücher der anderen sehr gerne und sehr viel lese, wäre das sehr schön!

In diesem Sinne wünsche ich allen meine Lesern ein schönes neues Jahr mit vielen Büchern und literarischen Neuentdeckungen, viel Freude und natürlich auch dasBeste für die politische Situation, die ja im Augenblick ein wenig schwirig ist.

Zurückgeschaut

Jetzt kommt der Jahresrückblick und die Frage, wie 2016 so für mich war? Ein gutes Jahr, ein schlechtes oder wieder  unverändert?

Ein bißchen schon wahrscheinlich, obwohl ich, was das Schreiben betrifft, so produktiv, wie nie zu vor gewesen bin. Sind doch fünf Bücher in diesem Jahr erschienen.

Davon die ganze Flüchtlingstrilogie, also “Die Pensionschockdepression oder Selmas Kopftuch”, “Die ereignisreichen Sommererlebnisse vier präkärer Literaturstudentinnen” und “Nika, Weihnachtsfrau”, die ich zwar alle nicht 2016, sondern schon ein Jahr früher geschrieben habe.

Dann sind noch “Paul undPaula” und “Nicht berühren oder Notizen zur Romanentstehung” erschienen und diese beiden Bücher sind in diesem Jahr entstanden.

Dann gibts noch noch “Claire-Klara-Clarisse”, die Kroatiengeschichte, die noch beim Alfred liegt und etwas Neues habe ich in den Weihnachtsfeiertagen auch angefangen.

Arbeitstitel “Vor dem Frühstück kennt dich keiner”.

Vorläufig gibt es sechs Szenen, achtzehn Seiten und 7764 Worte und ich bin auch noch nicht so recht zufrieden, beziehungsweise weiß ich noch nicht so recht, wie das werden wird?

Habe aber drei Handlungsstränge, beziehungsweise vier oder fünf Personen, da gibt es einmal die schöne Obdachlose Dorothea Wewerka, die das vielleicht gar nicht ist und dann die depressive Therese Schwarzenberg, sowie den jungen Identitären Fabian Hirschmann,,die Bibliothekarin Karoline Prohaska und ihre Schwester Sophie, eine engagierte Medizinstudentin, in die sich Fabian vielleicht verliebt.

Also nicht sehr Neues, aber das was mich interessiert und worüber ich eigentlich schreiben möchte, weiß ich vielleicht noch nicht wirklich und ein bißchen ausgeschrieben, beziehungsweise demotiviert wegen des mangelnden Feedbacks bin ich auch.

Aber jetzt konzipieren, mit meinen Bücher in die Badewanne steigen, planen, etcetera, damit es irgendwann, im nächsten Jahr mein dreiundvierzigstes Selbstgemachtes werden kann.

Wui, das ist sehr viel, eine ganze Bücherreihe an Ideen,  über vierzig Jahre schreiben und die Frage, warum es ausgerechnet mir nicht gelingt, literarisch aufzufallen, ist  auch  noch immer nicht beantwortet.

Hatte ich ja auch heuer meinen “Troll”, der mein schlechtes Schreiben beschimpfte und sich dann auch noch als Pegida-Fan entpuppte.

Etwas was man ja fast lustig finden könnte, denn ich mag ja ein bißerl schlampert sein und mich nicht so gut präsentieren können. Meine eigene Rechtschreibung habe ich auch, aber ich habe viel geschrieben und kann es also eigentlich, auch wenn man es mit dem Maßband vielleicht nicht so vermessen kann.

Das Feedback ist aber nicht sehr da, das stimmt, auf meine Gewinnspiele bekomme ich kaum Reaktionen, obwohl ich ein paar neue Kommentierer hatten und das “Mimikry-Gewinnspiel” mit zwei sehr schönen Texten hat es in Bezug der “Berührungen” auch gegeben.

Gelesen habe ich ein bißchen weniger als sonst und das bezieht sich sowohl auf meine Bücherliste, da waren es gerade hundertachtundverzig Bücher, als auch auf meine Lesungen.

Da gibt es die Fixpunkte, wie das “Linke Wort beim Volksstimmefest” mit der Anthologie “Lebenszeichen, die auch erschienen ist,  die “Poet Night”, mein literarisches Geburtstagsfest, dann den Osterspaziergang der LitGes, wo ich gerne mitgehe, aber sonst nicht viel.

Bei der “Anderen Buchmesse” habe ich mich ja schon im Vorjahr überworfen, so daß es den Slam nicht mehr gibt, weil es ja ein bißchen nervig war, immer zu lesen und den anderen beim Gewinnen zuzuschauen und, als es das “Fest für Kunst und Kultur” in Margareten gegeben hat, waren wir Kroatien.

Dafür hat mich im Sommer Bernadette Zeilinger ins Amerlinghaus zu einer muskalischen Lesung eingeladen und ich habe, höre und staune, auch im Literaturhaus gelesen, allerdings nur auf der Publikumsschiene und aus den “Sommerereignissen”, eine Fatma Challaki Szene, die habe ich, glaube ich, auch in St. Pölten gelesen und im Amerlinghaus und werde sie auch im Jänner in Salzburg lesen, aber da sind wir schon im nöchsten Jahr.

Jetzt geht es erst ans Zurückschauen und da habe ich ja noch einen kleinen Text geschrieben.

 “Die Präsidentin auf dem Opernball”, den ich auch bei “Poet Night” gelesen habe, angeregt durch das Opernballthema in der Schreibegruppe im Februar, denn El Awadalla hat ja für die Bundespüräsidentenwahl kanditieren wollen, dann nicht genügend Unterschriften gehabt und dann hatten wir im ersten Durchgang einen grünen und einen blauen Kanditaten und bei der Stichwahl einen grünen, der sehr sehr knapp vorn gelegen ist, so daß die Wahl wegen Formfehlern wiederholt werden mußte und dann doch gut ausgegangen ist, weil es mich sehr geärgert hätte, wenn wegen Formfehler, die es immer schon gegeben hat, ein anderer gewonnen hätte.

Wir werden also im Jänner einen neuen Bundespräsidenten bekommen und mit der Schreibgruppe wird es höchstwahrscheinlich auch nicht weitergehen oder vielleicht doch, habe ich jetzt die ersten Termine fixiert und an die noch vorhandenen Teilnehmer ausgeschickt.

Bis Dezember haben wir uns jedenfalls getroffen und jetzt hat sich auch Peter Czak wieder gemeldet, beziehungsweise ist er bei meinem Geburtstagsfest gewesen und will vielleicht weitermachen.

Und was das Lesen betrifft, habe ich, wie schon erwähnt, weniger als je gelesen, aber sehr interessante Bücher, ich habe wieder Buchpreisgebloggt, diesesmal gleich doppelt, so wohl, die deutsche Liste fast vollkommen gelesen, dann die halbe österreichischen und die österreichischen Buchdebuts und dann bin ich  noch völlig überraschend in die “Debutpreis-Bloggerjury” gekommen, da kann im Gegensatz zu den “offiziellen Bücherbloggern” offenbar jeder mitmachen der literarisch bloggt und das Lesen war sehr interessant, noch dazu, daß ja auch meine Kanditatin gewonnen hat.

Außer der Debutpreisjury gibt es ja noch den “Ohrenschmaus”, der 2016 das zehnte Mal vergeben wurde, da gab es eine neues Buch und eine Diskussion auf der “Buch-Wien”, die es heuer zum neunten Mal gab und zum dritten Mal den Bücherquizz, da habe ich heuer mitgemacht, aber Pech gehabt, das heißt ich war sehr aufgeregt und dann haben sich die Fragen auch, um sehr viel anderes, als um Bücher gedreht, also kein Buchgutschein, aber macht a nichts.

Todesfälle gibt es zu beklagen, so habe ich auf der “Buch-Wien” erfahren, daß Ilse Aichinger gestorben ist und bezüglich meiner “Berührungen”, habe ich heuer  sehr viel Stefan Zweig und auch  meinen Doderer nochmals gelesen.

In “Leipzig” sind wir gewesen, wieder offiziell als Bloggerin und bei “Buch und Wein” und auch anstonsten habe ich sehr viele Veranstaltungen besucht und bin auch auf sehr vielen Preisverleihungen gewesen.

Mit dem “Alpha” klappt es auch und ansonsten sehr viel unverändert, weiter neben dem Literaturbetrieb, keine Einladung zu den “Textvorstellungen”, keine Entdeckung und und und….

Und trotzdem werde ich weiterschreiben so gut ich es kann und weiterlesen, da habe ich ja meine Leseliste umstrukutriert  und bin im Dezember wieder auf vielen Flohmärkten gewesen, habe vor heuer meine Leseliste zu schaffen und fürchte, daß ich es nicht kann, weil ja schon einige Frühjahrsbücher auf mich warten und Buchpreisbloggen, sowohl was die österreichische als auch die deutsche Liste betrifft, werde ich wahrscheinlich auch.

Also vielleicht ein nicht so besonders ereignisreiches Jahr, aber doch ein interessantes, das wir heuer wieder bei Hilde Schmölzer, die ja im Jännner ihren achtzigsten Geburtstag mit einem Fest in der “Wien-Bibliothek” feiern wird, beenden werden und für das nächste Jahr wieder Pläne bezüglich des Schreibens und das Lesens. In diesem Sinne wünsche ich allen meinen Lesern wieder ein schönes neues Jahr!

Weiter mit dem Blogroman

Da ich  mit der “Liebe vun Tod auf Bali” nicht so schnell weiterkomme, gibt es hier noch ein Stück aus der “Nika, Weihnachtsfrau”

Mehr darüber und die bisherigen Kapitel ist hier nachzulesen 1 5 19 25 29

“Mittwoch, 30.Dezember

Nika hatte es, nachdem ihre Einkäufe erledigt waren, wirklich auf die Mariahilferstraße getrieben und nun lagen eine rote Strickmütze und ein Paar dazu passende Handschue auf ihrem Gabentisch. Sie konnte zufrieden sein und sich freuen, denn die würde sie gleich morgen ausprobieren, wenn sie mit Harland ins “Jazzland” gehen und mit ihm Joe Prohaskas und Doro Zelinkis Verlobung feiern würde. Was zwar keine wirkliche Überraschung war, aber doch ein bißchen aufregend, wie es auch die Nacht gewesen war, die sie in Harals Junggesellenwohnung verbracht hatte. Die groß war und geräumig und mit ihrer Studentenbude nicht im geringsten zu vergleichen, von der sie eben erst nach Hause gekommen war. Harald war in die Redaktion gefahren und hatte von dem Jahresrückblick gesprochen, an dem er arbeiten würde. Darin würde auch der Tote au Veras Klo und Joe Prohaskas Verlobung Erwähnung finden.

“Denn das interessiert die Welt, liebe Nika! Alles ist gut ausgegangen! Deine Schwester kann aufatmen und erleichtert sein!”, hatte er gesagt. So war es und die Geschenke, die dieses Weihnachtsfest mit sich gebracht hatten, waren auch nicht zu verachten! So konnte sie nicht klagen und sich nicht beschweren und würde morgen in der schwarzweiß gestreiften Hose und dem dazupassenden Pullover, das rote Mützchen auf dem Kopf, an Haralds Seite im “Jazzland” auftauchen, das Jessica ausgesucht hatte, die Widerlich Seidlers Worte, daß das Kaufhaus keine Kinderaufbewahrungsstelle sei, überhört hatte. Beziehungsweise auf ihrer Mutter ängstlichen Blick “Keine Sorge, Mama, ich bin in wichtiger Mission unterwegs! Da kann dein Chef nicht schimpfen” Muß ich doch für die Weihnachtsfrau ein Geschenk aussuchen!”, sagte und treffsicher auf die rote Strickmütze zeigte, die es in Roberta Meisels Abteilung zu finden gab.

“Probieren Sie die doch an, sie passt, wie angegossen!”, behauptete sie, als würe sie die beste Verkäuferin.

“Dann brauchen wir noch Handschuhe und die finden wir bei der Mama! Da kann dein Chef doch nichts dagegen haben, wenn die Weihnachtsfrau ihren Geschenkgutschein einlöst!”, hatte sie mit einem Blick auf Frau Meisel gesagt und der Mutter ängstliche Worte, daß die ihre Vorgesetzte sei, fröhlich überhört.

“Ich habe auch eine wichtige Aufgabe, denn ich muß für Onkel Max einkaufen, der Brot, Milch und Joghurt braucht, bin daher gleich verschwunden und störe nicht mehr länger!”, hatte sie noch ausgerufen und Frau Meisel war nichts übergeblieben, als süßlich zu bestätigen, daß Nika die Mütze gut stehen würde und zu Dragana Nikolic sagte sie, daß ihre Tochter ein liebes Mädchen sei.

“Siehst du, Mama!, hatte Jessi triumphierend ausgerufen und war mit einem wichtigen Gesicht weggerannt. Nika hatte sich bei Dragana Nikolic die passenden Handschuhe ausgesucht, die zwanzig Cent, die sie von ihrem Gutschein zurückbekommen hatte, eingesteckt und der Verkäuferin noch einmal “Alles Gute!”, gewünscht.

“Ihnen auch ein gutes neues Jahr!”, hatte die geantwortet und versichert, daß sie sich freue, wenn Nika wieder zu Ostern oder zu Weihnachten hier arbeiten würde”

“Aber ich weiß schon, es ist viel besser, bis dahin einen Job als Lehrerin oder Lektorin zu haben, aber das ist wahrscheinlich nicht so leicht!”, hatte sie noch zweifelnd hinzugefügt. Nika hatte “So ist es!”, geantwortet. Die Mütze und die Handschuhe gleich angezogen und war damit in Haralds Redaktion gefahren, um ih n abzuholen. Dann hatte sie die Nacht in seinem Junggesellenparadies verbracht und nun war sie nach Hause gekommen, um noch ein bißchen aufzuräumen, beziehungsweise sich auf Silvester einzustellen und überlegte, ob sie Ruth und Vera anrufen und ihnen von Joe Prohaskas Verlobung erzählen sollte? Das dann aber unterlassen, weil Laura Augustin bei ihr geläutet hatte und sich schüchtern erkiundigte, ob sie Lust habe, bei ihr eine Tasse Kaffee zu trinken?

“Habe ich, Frau Augustin, habe ich!”, hatte Nika fröhlich geantwortet, nach dem noch vorhandenen Weihnachtsstollen von Dragana Nikolic gegriffen und “Den Kuchen spendiere ich dazu!”, hinzugefügt.”

Die restlichen Mosaikstückchen wird man nach und nach hier  finden können und sind auch im Buch nachzulesen.

Doch noch ein Adventkalenderfenster

Da es mit dem Lesen meines Vicki Baum-Schwerpunkts doch nicht so schnell geht, kommt jetzt noch ein Kapitel, meiner “Nika, Weihnachtsfrau” oder, wie ich das ja immer nenne, dem dritten Teil meiner “Flüchtlingstrilogie”, im vorigen November während des “Nanowrimos” geschrieben.

Ein Adventkalender, von der Nika, Weihnachtsfrau, der Germanistikstudentin, die sich was dazu verdient, in dem sie im Dezember im roten Samtanzug und Mütze auf der Mariahilferstraße steht und aus einem Sack Zuckerln an Kinder und Flyer an Erwachsene verteilt und weil ich ja sehr schnell und sehr kurz im Schreiben bin, mußte ich es über den ganzen Dezember hinziehen, damit sich die fünfzigtausend Worte, die man ja beim “Nano” haben muß, zusammen kamen.

Ich wiederhole es vielleicht für meine neuen Leser. Die Idee über eine Weihnachtsfrau zu schreiben ist mir ja schon 2013 bei den “Dreizehn Kapitel” gekommen. Da gibt es schon eine “Weihnachtsfrau ” und ich habe im darauffolgenden Dezember, auch ein paar diesbezügliche Artikel geschrieben.

Zu der Nika ist es aber erst 2015 gekommen, obwohl ich in der Schreibgruppe 2014 auch schon einen solchen Text schrieb und weil man ja aus der Nika, die als mein, ich glaube, vierzigstes Selbstgemachtes erschienen ist, ja, wie man sieht auch sehr gut einen Blogroman machen kann, kam dann auch die Idee, immer wieder Kapitel aus dem Buch hineinzustellen.

So gibt es mit dem Probekapitel, wo man den 1. Dezember lesen kann, schon den 5., den 19. und den 25.

Eine Vorstudie mit einer anderen Perspektive gibt es zum 5. Dezember auch und am 17. Dezember habe ich das Buch im Vorjahr im “Read!!ingroom” vorgestellt und dazu passend, den ersten und den siebzehnten Kapteil gelesen.

Jetzt gibt es also auch noch den 29. Dezember und von Jahr zu Jahr kann und soll es mehr werden, bis man dann eines Tages vielleicht das ganze Buch hier finden kann, wenn ich nicht, so wie heuer, zuviel mit dem Auflesen meiner Bücherliste beschäftigt sein werde.

Hier noch die Links zur “Vorschau” und zur “Buchpromotion”, wo es ja immer die Schreibberichte und das Gewinnspiel, sowie die diesbezügliche Auflösung gibt und noch ein kleiner Hinweis, da das Buch im Jahr 2015 spielt, wo es auch geschrieben wurde, ist der 29. Dezember ein Dienstag.

“Dienstag, 29. Dezember

Es hatte nicht nur wahlweise Gulasch oder Gemüsestrudel und als Nachtisch wieder Weihnachtskekse gegeben, jeder Mitarbeiter hatte auch noch ein kleines Päckchen von der Assistentin des Direktors und von diesen  einen warmen Händedruck bekommen, in dem sich, wie erwartet, ein halbes Kilogramm Kaffee, ein Lebkuchenherz, sowie ein fünfzig Euro Gutschein befunden hatte. Widerlich Seidler war plötzlich wieder neben ihr gestanden und hatte genauso widerlich, wie immer “Na, da freuen Sie sich aber Frau Magister, zu ihr gesagt. Sie hatte sich nicht geirrt, aus dem Saulus war kein Paulus geworden, auch wenn er eine blonde Gattin hatte, die nett und freundlich schien, war er das so schnell nicht geworden. Denn er verkündete grinsend, daß sie überlegt hatten, ob sie nicht ihr als Weihnachtsfrau diese ehrenvolle Geschenkübergabe übergeben hätten sollen? Sie dann aber doch nicht damit belasten  hatten wollen, so daß Frau Nagy diese Aufgabe übernommen hatte und Nika dachte sich, daß das Kaufhaus da wohl sparsam sein und die zwei oder dreihundert Euro Gage, die sie dafür fordern hätte können, nicht zahlen wollte, deutete aber freundlich auf Jessica und sagte lächelnd, daß das nichts mache, weil sie schon Konkurrenz bekommen hätte.

“Das kleine Fräulein Nikolic, das, wie man hört, sehr häufig seine Mutter besuchen soll, obwohl wir keine Kinderaufbewahrungsstelle sind!”,  säuselte Widerlich Seidler, dann blickte er auf seine blonde Inge, die ihn wohl ein wenig strafend angesehen hatte, denn er räusperte sich und sagte schnell “Damit Sie mich nicht mißverstehen! Wir waren mit Ihrer Arbeit sehr zufrieden, Frau Magister und das habe ich in der Direktion auch gesagt, so daß ich Sie, wenn Sie das möchten,  für das nächste Jahr wieder vorschlagen werde und für Ostern suchen wir ein Osterhäschen!”, meinte er kichernd und machte den Eindruck, als ob er ihr auf den Po grapschen wollte, sich das aber, weil seine Inge zu ihnen hinübersah, nicht zu trauen schien und so lächelte sie wieder und sagte freundlich, daß sie es sich überlegen würde, aber bis dahin wahrscheinlich mit ihrem Studium fertig und vielleicht fix angestellt sei.

“Sonst natürlich gern!”

Er hatte sie angesehen, als würde er ganz sicher sein, zu Ostern und im nächsten Dezember eine arbeitslose Nika vorzufinden, die froh über den Häschen- oder Weihnachtsfrauenjob sein würde.

“Ich werde mich bei Ihnen melden und jetzt unterhalten Sie sich gut!”, sagte er süffisant und war zu seiner Inge zurückgegangen. Nika hatte das dann zwei Stunden mit Dragana Nikolic, Jessi Weihnachtsfrau und Rade Jovanovic getan, dann hatte sie ihr Geschenküäckchen genommen und war nach Hause gegangen. Das stand auf ihren Küchentisch, als der Wecker läutete und Nika sich ärgerte, daß sie ihn nicht abgeschalten hatte. War sie doch jetzt arbeitslos, beziehungsweise hatte sie noch immer Weihnachtsferien, brauchte nicht um sieben aufstehen und auf die Mariahilferstraße hetzen. Brauchte das vorläufig nie mehr tun. Sie hatte ihn aber selbst gestellt, weil sie einkaufen wollte, denn die Geschäfte hatten an den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester wieder geöffnet.  Sie konnte sich Reis, Milch, Kartoffeln und was sie sonst zum Leben brauchte, im Diskontmarkt an der Ecke besorgen und brauchte keinen überteuerten Bahnhofsupermarkt mehr aufsuchen. Und das hatte sie sich vorgenommen und so wollte sie aufstehen, den Kaffeeautomaten einschalten, den restlichen Schinken und die restlichen Kekse verzehren und dabei eine Liste erstellen, was sie besorgen mußte, um ihren Haushalt wieder in Schwung zu bringen. Das würde einige Zeit beanspruchen und wenn es sich dann noch ausging, konnte sie in ihr Kaufhaus schauen, Dragana Nikolic einen Kurzbesuch abstatten und dabei ihren fünfzig Euro Gutschein in ein Paar Handschuhe oder eine Mütze umwandeln, weil man die Feste, wie sie fielen, feiern sollte und zum offenen Bücherschrank hatte sie auch gehen wollen, fiel ihr ein, als sich ihr Handy meldete und sie Haralds fröhliche Stimme hörte, der ihr einen wunderschönen guten Morgen wünschte und sich erkundigte, ob sie schon wach und munter sei?

“Selbstverständlich, ich bin noch im Arbeitstrott und von diesem nicht so leicht wegzubekommen!”, antwortete sie fröhlich und wollte von ihm wissen, ob er gute Nachrichten hätte?”

“Habe ich, Nikalein, ganz besonder gute Neuigkeiten und zwei Fragen! Frage ein, was machst du heute Abend? Was bedeutet, daß ich wissen möchte, ob ich dich in mein Junggesellenparadies einladen darf, um dir das solche vorzustellen und Frage zwei, was machst du zu Silvester? Beziehungsweise will ich wissen, ob du Lust hast, diesen wieder  im “Jazzland” mit mir zu verbringen oder eigentlich nicht mit mir allein, denn du wirst es nicht glauben, Doro Zelinski hat uns eingeladen, weil sie dort Verlobung feiern will!”

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und wem jetzt das Ganze interessiert, der kann das Buch auch bei mir bestellen.

Die Karriere der Doris Hart

Jetzt komme ich doch, drei Tage vor Jahresende, dazu, meinen Vicki Baum-Schwerpunkt aufzulesen oder zumindest anzufangen und über die Jahre mitzunehmen, denn da haben sich ja bei meinen Bücherkastentouren nach und nach sehr viel Schmankerln, der 1888 in Wien geborenen und 1960 in Hollywood verstorbenen Autorin angesammelt, deren Namen ich aus dem Bücherkasten meiner Eltern kannte.

“Marion”, “Rendezvous in Paris”, “Hotel Shanghai” lag darin, was ich nach und nach gelesen habe und auf die Autorin aufmerksam wurde.

Und da ich kein Literaturlexikon zu Hause hatte, war es in “Vor-Wikipedia-Zeiten” gar nicht so einfach, an die entsprechenden Informationen heranzukommen, da in den alten Büchern meistens keine Bibografien und Inhaltsangabenstehen und ich so, was man heute gar nicht mehr glauben kann, mir einmal sogar von Konstanze Fliedl einen Lebenslauf schicken ließ.

Jetzt hat man sich an die Autorin aber, glaube ich, wieder erinnert, es gibt Bücher über sie, die ich aber nicht gelesen habe. Ich habe aber eine Sammlung ihrer Romane und so sind sechs davon auf meine 2016-Leseliste gekommen und ich schreibe, glaube ich, ja schon das ganze Jahr davon, daß es heuer einen Vicki Baum Schwerpunkt geben wird.

“Menschen im Hotel” und “Stud Chem Helene Willfüer” habe ich schon gelesen und bei einer diesbezüglichen Veranstaltung im Literaturhaus war ich auch einmal. Aber ab August war ich ja mit meinen dopptelten oder sogar dreifachen Buchpreisbloglisten beschäftigt, so daß ich am Ende schon alle Bücher, außer “Die Karriere  der Doris Hart” von meiner Liste herausstrich.

Ein paar andere der sechs geplanten Bücher werden sich aber wahrscheinlich doch noch ausgehen, obwohl die “Doris Hart”, 1936 geschrieben, ich habe ein altes “Ullstein-Taschenbuch” gefunden, nicht so leicht zu lesen war, da es aus zweihundert Seiten im Kleindruck bestand.

Die Handlung spielt zum größten Teil in Amerika, in New York, dort dorthin ist Vicki Baum, die sich in Wien, als Harfinistin ausbilden ließ und dann lange im “Ullsteinverlagshaus” arbeitete, in den Dreißigerahren emigriert.

Bei “Amazon” gibt es eine Rezension, ich weiß auch nicht, wieviele der vielen Kolportagen- oder “Asphaltromane”, wie es die Nazis nannten, noch aufgelegt sind, in den Bücherschränken findet man aber immer wieder, meist ältere Ausgaben, ihre Bücher und der Rezensent lobt, die “Menschen im Hotel” und “Liebe und Tod auf Bali”, steht auch auf meiner Liste und meint, hier hätte wohl das Honorar die Autorin dazu verführt einen Groschenroman zu schreiben, weil die Frauen ja so was lesen wollen und das Spiel, um Liebe und Moral, Anständigkeit und Unanständigkeit, das hier beschrieben, wird, ist auch sehr interessant und Vicki Baum ist, glaube ich, eine Meisterin viel zu sagen und gleichzeitig auch nichts.

Es beginnt jedenfalls in einer Galerie, da geht ein reiches amerikanisches Ehepaar hin,  sieht eine Skulptur und erkundigt sich nach dem Bildhauer, denn Juddy Bryant von ihrem Mann “Snob” genannt, will eine solche lebensgroß in ihrem Garten haben.

So fährt F.O Bryant in das Atelier des russischen Bildhauers, dem steht gerade Doris Hart nackt Modell, obwohl seine Skulpturen gar nicht gegenständlich sind, ein bißchen satriisch ist Vicki Baum offenbar auch.

F O Bryant, genannt, der Junior, denn einen Alten gibt es auch, verschaut sich natürlich in die nackte Frau und fährt sie dann in das deutsche Restaurant, wo sie mit kurzen Röckchen, die Schweinehaxenserviert, denn sie, die Tochter eines deutschen Arztes, ist unsterblich in Basil Nemiroff verliebt, der aber mit seinen Modellen nicht ins Bett geht, sie hat auch noch andere Pläne, sie will Sängerin werden und nimmt Unterrricht bei der alten Signora Salvatori, die ihr aber ihre Stimme verdirbt.

Der junge Bryant macht ihr den Hof und verschleppt sie in seine Villa zu einer wüsten Sexparty. Basil nun doch irgendwie eifersüchtig, geht zu seinem jüdischen Pfandleiher, der zwar gerade seinen Sabbat macht, löst aber doch seinen guten Anzug, seinen Samovar und seine Pistolen aus, fährt auch in das Haus und schießt Doris, die sie mit Bryant im Bett findet, in die Lunge.

Dort scheint zwar natürlich nichts Böses geschehen zu sein, er wird aber trotzdem zu zwischen zehn und fünfzehn Jahren verurteilt und Doris liegt monatelang im Spital. Zuerst zahlt der junge Bryant die Rechnung, als sie ihn abweist, kommt sie in den Massensaal und der alte Bryant zu ihr, um sie von seinem Sohn abzulösen.

Sie will zwar nichts von dem, nur Basil retten, den sie ins Gefängnis rührende Briefe schreibt, denn ein Mann, der so was macht, muß sie doch leben, denkt aber doch an ihre Karriere und da bezahlt ihr nun der alte Milliardär das Studium bei einem alten Sänger.

Köstlich werden da sie Szenen beschrieben, wie sie mit ihm und seinen anderen Schülern in einem Haushalt lebt und, um von ihm überhaupt aufgenommen werden, muß sie sich auch mit seinem Sekretär hochschlafen und sie tut das auch alles willfährig und voller Unschuld, freundet sich mit den anderen Schülern an, eine ist aus Wien, begleitet den alten Maestro abends in die Oper und als es, das Ganze beginnt 1927, ein Jahr später zum Börsenkrach kommt, stellt der Milliardär die Zahlungen ein.

Sie nimmt dann, als sie endlich singen darf, die erste Zeit darf sie ja nur schweigen  die Tonleitern trällern, eine Anstellung an. Singt Händel-Opern, hat auch Operretten im Repertoir, eine wüste Kreuzfahrt gibt es auch und besucht auch immer zwischendurch Basil im Gefängnis, versucht ihn von dort herauszubringen, denn lange hat man, als Sängerin mit einer halben Lunge ja nicht mehr Zeit.

Trotzdem bleibt ihr noch soviel, um die Karriere zu machen und selbst einen ganzen Hofstaat mit Sekretärin etcetera um sich zu haben, dann kommt der Krankheitsschub und mit ihrem Geld, sie hat den alten Bryant zwischendurch auch noch geheiratet, gelingt es ihr dann doch, ihn herauszuringen und mit ihm ein paar Tage auf einer tropischen Insel zu verbringen, bevor sie ihr Leben an seiner Seite aushaucht.

Kitschig würde man heute sagen und die heutigen ChickLits sind auch anders gestrickt.

Natürlich, selbstverständlich, trotzdem gelingt es Vicki Baum aber köstlich ein Zeitpanaorama zu zeichnen und auch das Schicksal oder die Not der kleinen Mädels eigentlich sehr liebevoll zu beschreiben, denen vielleicht gar nichts anderes überbleibt, als sich ihre Karriere oder auch nur ihren Lebensunterhalt zu erschlafen.

Bis ich 21 war

Jetzt noch das Weihnachtsbuch von vor zwei Jahren. Ela Angerers “Bis ich einundzwanzig war”, das die 1964 in geborene, die laut Klappentext, als Schriftstellerin, freie Autorin (was ist der Unterschied) und Fotografin, damals auch auf der “Buch-Wien” vorstellte, wo es dem Alfred wahrscheinlich aufgefallen ist.

Damals hatte ich von Ela Angerer keine Ahnung, inzwischen habe ich ihren fiktiven Roman gelesen und sie auch  in einer Diskussion mit unter anderen Peter Henisch in der “News-Lounge” über die österreichische Literatutur auf der heurigen “Buch-Wien” gehört, weil sie inzwischen auch eine Kolumne in der Zeitschrift “News” hat.

Das Debut ist laut Klappentext ein autobiografischer Roman und das Ela Angerer aus einer bürgerlichen Familie stammen könnte, ist mir schon bei den “Kometen”aufgefallen.

Um was geht es also in der Autobiografie, der um zehn Jahre jüngeren Autorin und Journalistin?

Um das grausliche Leben in der österreichischen Oberschicht, die Mutter, die eigentlich Künstlerin werden wollte, ließ sich vom Vater offenbar sehr jung, drei Kinder andrehen, betrügt ihn dann mit einem reichen “Cadillacfahrer” und zieht nach einigen Komplikationen mit den zwei Töchtern, der Sohn ist dem Franhzosen nicht zuzumuten, zuerst in ein Reihenhaus, es sind ja noch Alimente für dessen Familie zu zahlen, dann in ein Schloß, wo es ähnlich zugeht, wie es vorher war.

Nämlich Kindermädchen, Bügel- und Putzfrauen, die auf die Kinder aufpassen und den Haushalt schupfen, die Mutter steht zwar gegentlich in der Küche, um den Franzosen sechsgängige Menus zu bereiten, die vom Großvater dann mit “Votre Couisine est tres simple, mais bonne!”, gelangweilt kommentiert werden.

Ansonsten überläßt sie die Kinder den Kindermädchen und geht mit dem Göttergatten auf Reisen oder Bridgespielen, so daß, die dann, wenn kein Essen im Kühlschrank ist, in den Keller gehen und sich die französische Gänseleperpastete und den “Beluga-Kaviar”, der monatlich angeliefert werden, aufs harte Brot schmieren.

Wie schrecklich, könnte man in der Zeit der Achtundsechzigerjahre, wo die Portraits der RAF-Terroristen an der Schweizer Grenze ingen, wenn die Mutter mit der namenlosen Tochter dorthin einkaufen fuhr.

Reicht aber natürlich nicht für einen Roman, die übliche Vergewaltigung  durch den Großvater ist natürlich auch dabei und die Ich-Erzählerin fängt auch früh mit Drogen und  erotischen Spielechen, sowohl bei Männchen oder Weibchen an, schlecht nachts auf dem Haus, um sich in der Disko Heroin oder ist es noch LSD zu spitzen und die Mutter hat natürlich den Tablettencocktail, “Mothers little Helpers” im Badezimmer stehen, um immer frisch und fröhlich zu sein und kleine Nasen und Ohren braucht man auch, um an den Mann zu kommen, so werden diese plattgedrückt.

Einmal ist eine ältereKinderfrau dabei, als die Erzählerin einer Freunin Captagon mit Martini serviert, so daß, die dann flach am Boden liegt und die Betreuerin die Rettung holt.

Die Erzählerin täuscht eine Zehenverletzung vor, kommt dann aber mit Dreizehn oder Vierzehn doch in ein Internat. Zwei Schweizer, ein sehr katholisches und eines, wo arabische Prinzessinnen von ihren Tennislehrer begleitet werden, werden angeschaut. Sie kommt dann in eine billigere Erziehungsanstalt, macht auch dort ihre erotischen Erfahrungen mit manchen Lehrerinnen, die ihr Nachhilfeunterricht geben, fährt am Wochenende angeblich zur Großmutter nach Wien, in Wahrheit in in WG ihrer Jugendfreunde und das Alpha Tierchen Stella wird beim Klauen erwischt. Fünfhunderttausend Euro Schaden in den örtlichen Juweliergeschäften und die goldene Uhr der Erzählerin, die diese vom Stiefvater bekam, ist auch dabei. Sie zeigt, um sich zu retten, die Erzählerin wegen Drogendeals an, die wieder alle Spielchen braucht, um sich reinzuwaschen und zu siegen, was auch gelingt.

Sie will trotzdem heim ins stiefväterliche Schloß, beginnt ein Liebesspiel mit einem Cousin in einem Nobelhotel in Vendig, wohin sie mit ihren Eltern darf, bevor sie sich mit der Mutter verzankt und nach Paris ausbüchst.

Der Sinn des Lebens scheint ihr noch immer zu fehlen oder vielleicht hat sie ihn auch dort gefunden, denn wenn das Buch wirklich autobiografisch ist, hat ihn Ela Angerer ja bekommen.

Aber ich weiß schon, in Romanen ist alles übertrieben und nicht ganz wörtlich zu nehmen, Drogenkonsum ist ja auch verboten und Sex mit Minderjährigen auch. Aber natürlich kann man nur schreiben, was man erlebt hat, so wird das Leiden der wohlstandsverwahrlosten Oberschichtnugend nicht ganz erfunden sein und ich glaube auch, daß so ein Leben zwischen wechseldnen Kindermädchen und Putzfrauen und einer medikamentensüchtigen Mutter, die mit Omar Sharif Bridge spielen geht, sicher nicht ganz einfach ist.

Das von den Unterschichtjugendlichen, die kiffen, dealen oder klauen und dazwischen arbeitslos sind, ist es wahrscheinlich auch nicht, aber die bringen höchstwahrscheinlich keinen so fehlerfreie und grammatikalisch richtige Autogbiografie, ob erfunden oder echt zusammen, daß sie bei “Deuticke” verlegt wird, trotzdem frage ich mich , warum ein solcher Roman erscheint und warum ich ihn lese?

Nun ich habe ihn vor zwei Jahren zu Weihnachten bekommen und bin ja sehr interssiert an der österreichischen Gegenwartsliteratur, möchte am liebsten alles lesen und auch selber schreiben, was ich auch tue, aber leider offensichtlich nicht so gut und so interessant, daß es einem Verlag gefällt und mit dem Selbstgemachten ist es ja auch nicht so leicht, obwohl ja schon viele solche Bücher von mir erschienen sind.

Interessanterweise sind die “Amazon-Rezensionen”, die ich mir durchgeschaut habe, eher begeistert und sprechen davon, daß das Buch an die Erlebnisse der eigenen Jugend erinnert. Das habe ich bei den “Kometen” mehr  empfunden, obwohl ich ja zehn Jahre älter bin.

Hier würde ich schon ganz vorsichtig sagen, daß ich hoffe, daß nicht jede Jugend, so ausschaut und, daß ich eine solche auch nicht als sehr empfehlenswert und für vorbildhaft halten würde.

Elke Heidenreich hat sich ja in einer Fernsehdiskussion sehr über Michelle Steinbecks Debut empört und von “krankhaft” gesprochen, was ich eher für erfunden gehalten hätte. Hier wäre ich, wenn das wirklich alles autobiografisch ist, wahrscheinlich mehr besorgt und kann vielleicht froh sein, daß mir das erspart geblieben ist, auch wenn ich auf meine Bücher solche Reaktionen bekomme.

Chronik einer fröhlichen Verschwörung

Nun kommt ein Geburtstagsbuch vom vergangenen Jahr, Richard Schuberths Debutrom, den ich mir wünschte, weil ich ja wenigstens teilweise bei der Präsentation im Ost-Club war, der natürlich auch in dem Buch vorkommt, Robert Schindel war mit Sabine Gruber ebenfalls anwesend und der, habe ich mir zumindest am Anfang des Buches gedacht, könnnte das Urbild für den Ernö Katz sein, aber dann macht das fünfhundert Seiten Buch ja sehr rasante Sprünge, aber schön langsam, hübsch der Reihe nach, denn ich soll ja nicht so unverständlich schreiben.

Den 1968 Geborenen kenne ich, glaube ich, vom “Volksstimmefest”, ich bin auch irgendwie in seine Kartei gekommen, denn er schickt mir regelmäßig die Einladungen zu seinen Veranstaltungen. Er hat Essays und Theaterstücke geschrieben, “Wie Branca sich nach oben putzte” bespielsweise, aber auch das “Neue Wörterbuch des Teufels”, mit seinem 1915 erschienenen Debutroman, stand er im Vorjahr auf der Longlist des “Alphas”, heuer hat er auf den Ö- Tönen daraus gelesen und das Stück, was ich im Ost-Club daraus hörte, hat mir sehr gefallen, wohl wissend, daß Richard Schuberth mir wahrscheinlich  zu männlich aggressiv sein wird und er sehr viel über Sex schreibt und manches in dem Roman war schlichtweg so kitschig, daß man sich wundert, daß er bei “Zsolnay” erscheinen konnte.

Bei “Amazon” gibt es ein paar fünf Stern und eine ein Stern Rezension. Ich vergebe ja keine Sterne, Hauben oder Bücher, weil ich Bücher ja nicht verreißen möchte, hier könnte ich aber sowohl das eine, als auch das andere geben und das ist wahrscheinlich auch der Vorzug des Buchs.

Wieder schön der Reihe nach und die Handlung des Buches ist eigentlich sehr schnell erzählt und steht auch so am Klappentext.

Der siebzigjährige Jude und ehemalige Universitätsprofessor Ernö oder Ernst Katz fährt auf der Westbahnstrecke mit dem Zug nach Wien und ist stinkwütend, maßt sich da doch ein junger Autor namens Rene Mackensen, wie er in der Zeitung gelesen hat, einen Roman über das Leben Klara Sonnenscheins zu schreiben. Eine Wiener jüdin, die ein paar Jahre in einer Wohnung versteckt wurde, dann ein paar Monate in Mauthausen war und sich in den Sechzigerjahren in Belgien erhängte. Sie war Philosophin, hat Aphorismen und Haikus geschrieben, sowie Briefe an Ernst Katz zu dem sie irgendeine Beziehung hatte, Teile aus ihrem Werken sind den jeweiligen Kapiteln vorangestellt und die Aphorismen “Arschloch: Tunnel, in den die Karriereleiter führt und an desen Ende es kein Licht gibt”, beispielsweise, stammen wohl auch aus dem “Wörterbuch des Teufels.”

Im Zug lernt der Fluchende die siebzehnjährige Birgit oder Biggy Haunschmid aus St. Pölten kennen, die aus einer HTL geflogen ist und die nun bei ihm einzieht.

Er zahlt ihr alles, sie gibt das Geld auf seiner Kreditkarte mit vollen Händen aus und das ungleiche Paar zieht im ersten Drittel des Buches durch Wien herum, säuft und kifft und treibt allerhand seltsame Sachen, in dem sie beispielsweise verkleidet in den Ost-Club ziehen und dort Tischfußball spielen.

Dann schmieden sie ein Komplott, denn das Schreiben des Romans muß verhindert werden. So hetzen sie den armen Rene, der den Roman am Anfang gar nicht schreiben will, aber von seinem Agenten und Verleger Carsten Kempowski  und seiner älteren Geliebten Almuth, einer Literaturritikerin dazu gezwungen wird, mit gefälschten Wikipediaeinträgen und gefläschten Briefen zuerst nach Belgrad, dann sogar nach Tel Avic und als Mackensen Dr. Katz besuchen will, weil der ja eine Vorlesung über Klara Sonnenschein gehalten hat, spielt er ihm einen senilen inkontinenten alten Trottel vor, der ihm Unterricht in Hegels Werke geben will.

Man sieht ein sehr ungewöhnliches Buch, es wird geschnackselt und gevögelt und Birgit, die zu dem alten Philosophen natürlich nur eine unerotische Beziehung hat, betrügt ihn mit allen möglichen Sorten von Arabern. Sie zeigt ihm auch gruppendynamische Kniffe. Beispielsweise, daß sich alle Leute in der U-Bahn entschuldigen, wenn man ihnen auf die Zehen tritt. Dann kommt es zu einer Wende. Katz beginnt ein Verhältnis zu Mackensens Geliebter, Birigit eines mit Rene. Der alte Katz erleidet einen Schlaganfall, als er, das ist eine der kitschigen Szenen, im Cafe Landtmann eine rassige Frau küssen soll, um Almuth von ihm abzubringen.

Dann begeht er noch einen Selbstmordversuch. Biggy rast zu ihm ins Spital und dort, aber auch in einer Bar, wo inzwischen der betrunkene Mackensens herumhängt, erscheint Klara Sonnenschein allen drein und bringt Biggy platonisch oder nicht, mit dem alten Katz zusammen, bevor sie wieder ins Paradies entschwebt und der Epilog ist ein Kronenzeitung-Artikel, in dem über dem Live Ball berichtet wird, wo sich Abdulramahn Mackensen, der junge Dichter, hat während des Romans, nicht nur seine jüdischen Wurzeln entdeckt, sondern ist auch zum Islam konvertiert mit seinem schönen Freund befindet und einen tollen Roman, der aber ein ganz anderer, als der über Klara Sonnenschein ist, denn den, hat ihr Geist dem alten Katz verraten, wird natürlich Biggy verfassen, hat er auch geschrieben.

Wird man mir jetzt glauben, daß es ein sehr intellktuelles, höchst anspruchsvolles Buch ist, das sich mit Gott und der Welt und noch vielen anderen beschäftigt und das gar nicht so leicht zu lesen ist?

Es ist so manchmal und manchmal ist es, wie schon erwähnt wieder unerträglich kitschig. Mir zuviel harten Männersex und auch zu aggresssiv und die Stelle, wo Biggy in die Wohnung, wo Klara Sonnenschein, die von ihrem Verstecker natürlich auch mißbraucht wurde,  gelebt hat, einbricht und dann von den jetztigen Bewohnern, einem Juppiepärchen nicht nur fünfzehnausend Euro als auch noch ein Bild von Maria Lassing geschenkt bekommt, die “Identitären” würden das wohl “Ethno-Masochismus” nennen, habe ich vollends nicht verstanden.

Aber ich weiß schon, Richard Schuberth hat sich in seinem Debut ordentlich ausgetobt, alle Saiten gezogen und über alle Stränge gesprungen, irgendwie phaszinierend und sehr interessant.

Ein ungewöhnliches Buch, über eine “ungewöhnliche Freundschaft”, wie am Buchrücken steht, auf jeden Fall.

Eine Mischung zwischen E und U oder besser eine zwischen einem Porno und einem philosophischen Essay und das so etwas möglich ist und noch dazu bei “Zsolnay” erscheint und auch auf die “Longlist des Alphas” für das beste Debut kommt, ist auch sehr ungewöhnlich.

Wie schon geschrieben, ich habe das Buch sehr ambivalent gelesen und bin jetzt schon auf seinen nächsten Roman, von dem ich schon ein Stück lesen durfte, weil er damit einmal ein “Hans Weigel- Stipendium” bekam, sehr gespannt und ehe ich es vergesse, eine Satire auf den Literaturbetrieb ist das Ganze auch noch.

Weihnachten mit oder auch ohne Vicki Baum

Die letzte Woche hatte ich ja zwischen meinen Stunden schon so ein “neues Buchprogramm”. So bin ich am Dienstag nach meiner zehn Uhr Stunde zum Friseur gegangen und dann ins Literaturhaus, weil ich in letzter Minute doch noch daraufgekommen bin, daß es dort einen Flohmarkt gibt und habe zehn Bücher um fünf Euro nach Hause geschleppt, die zum größten Teil nicht, wie erwartet aus den österreichischen Klein-oder Mittelverlagen, wie “Haynon” oder “Residenz”, stammten, sondern eher etwas ältere Bücher aus deutschen Verlagen, wie etwa das von Nina Bussmann “Große Ferien”, Larissa Boehnmann “Das Glück der Zikaden”, Mathias Nawrat “Unternehmer ” oder  Pia Ziefles “Länger als sonst ist nicht für immer”, Bücher von Leuten, die beim  “Bachmannpreis” oder  gelesen haben oder die ich von den Blogs kenne, waren.

Am Mittwoch habe ich dann nach meiner dreizehn Uhr Kinderstunde, die Fenster geputzt und die Böden gesaugt und ein Weihnachtsgeschenk oder ein gewonnenes Buch ist auch gekommen, habe ich doch bei Marc Richters Gewinnspiel, den ich durch das “Debutpreisbloggen” kennenlernte, Markus Mitmannsgruber “Gegen die Zellen” gewonnen, ein Buch aus dem “Luftschacht-Verlag”, das er auf seine persönliche Shortlist setzte und das er mir sehr empfohlen hat.

Am Donnerstag hat es noch einen klinischen Mittag gegeben, ich habe überlegt, ob ich eine Schachtel Lebkuchen kaufen soll, dazu bin ich heuer irgendwie nicht gekommen, habe es dann aber gelassen, denn wenn ich noch einmal beim Literaturhaus zuschlage, bin ich mit meiner eher kleinen Weihnachtstasche, die ich einmal von einer Klientin bekommen habe und von der dauernd der Henkel abreißt, so bepackt, daß ich es nur schwer in meine Praxis schaffe, wo ich noch eine sechs Uhr Stunde hatte.

Am offenen Bücherschrank bin ich aber vorbeigekommen und dort lag gleich oben auf und gut sichtbar Stefan Thomes “Gegenspiel” von dem ich nicht wußte, ob ich es nichtschon hatte, es war aber der “Grenzgang” und Hans Platzgummer “Am Rand” ist auch dort gelegen. Das habe ich, da auf der LL des dBp schon gelesen, aber nur als PDF, also doch danach gegriffen und danach, ich glaube, so eine halbe Stunde vor Schluß noch einmal ins Literaturhaus und die mitgenommene Tragetasche vollgefüllt. Wann werde ich das alles lesen?

Bin ich jetzt ja endlich mit den Rezensionsexemplaren fertig, die ich seit Ende August ununderbrochen lese, habe Franzobels “Wiener Wunder”, das ich vor zwei Jahren bei der “Buch Wien” beim Bücherquiz bekommen habe, weil ich herausschrie, daß der eigentlich Stefan Griebl heißt und dadurch Günter Kaindelsdorfer, glaube ich, sehr nervte, denn Nadine Kegels “Eidechsenbuch” hatte ich schon in der Tasche und im Vorjahr glesen.

Als Nächstes stand das Debut von Richard Schuberth “Chronik einer fröhlichen Verschwörung”, das ich ich mir im Vorjahr zum Geburtstag wünschte am Programm und dann kommt schon Ela Angerers “Bis ich einundzwanzig war” am Programm, bevor ich zu Ende des Jahres vielleicht doch noch zu meinem Vicki Baum Schwerpunkt komme, von dem ich ja immer schreibe, ich aber die Bücher bis auf die “Karriere der Doris Hart” schon von meiner Leseliste geräumt habe.

Ich habe mir “Verpfändetes Leben” und “Zwischenfall in Lohwinckel” trotzdem nach Harland mitgenommen, wohin wir  am Abend gefahren sind.

Am Dienstag kommen wir nach Wien zurück und bleiben dort bis Donnerstagabend, obwohl ich nur jeweils am Vormittag ein paar Stunden habe, da warten dann noch drei Baum Bücher, die ich lesen kann und für meinen Roman recherchieren, kann ich  an den Nachmittagen auch.

Da bin ich ja immer noch ein wenig ratlos, weil das, was da in meinem Notizbuch steht, eigentlich schon eine Wiederholung ist und so ähnlich schon in meinen bisherigen selbstgemachten Büchern vorkommt, für die sich ja ohnehin keiner interessiert und womit ich nie auf eine Shortlist komme, denn Selfpupshing ist da ja immer streng ausgeschlossen.

Trotzdem habe ich am Freitag in Harland, nachdem ich von meiner Radfahrt nach Wilhelmsburg zurückgekommen bin, ein bißchen am Konzept gearbeitet, die wohnungslose Dorothea Wewerka ist ja der Felizitas Fee, der schönen Obdachlosen, ab der ich ja vor zehn oder schon fünfzehn Jahren gearbeitet habe, irgendwie sehr ähnlich, also die entsprechenden Bücher herausgesucht. In der “Viertagebuchfrau” steht ja was darin, also damit und mit dem “Stadtroman” und der “Reise nach Odessa” irgendwann in der Badewanne und ein bißchen weiß ich auch, wie es weitergehen könnte, allerdings wahrscheinlich nicht für einen ganzen Roman.

Aber ich habe vier Personen, für die ich den, einmal von Jacqeline Vellguth übernommenen Charatkerbogen ausgefüllt habe. Einen für dorothea Wewerka, dann gibt es ja die Therese Schwarzenberg, die Suizidätgefährdete, ihre Freundin, die Bibliothekarin Karoline Prohaska und den zweiundzwanzigjährigen Jusstudenten Fabian Hirschmann, Mitglied der Identitären, die auf das Burgtheater kletterten und aus Protest gegen Elfriede Jelinek von dort Flugblätter hinunterrassel ließen.

Die habe ich gefüllt und dann wieder ein paar Weihnachtsfilme angeschaut, irgendwie bin ich ja doch ein bißchen sentimental, beziehungsweise meine Leseliste, die ich im September entrümpelt habe, doch wieder mit den Harland- Büchern bis 2027 ergänzt. In Wien werde ich das dann auch machen, jeweils bins fünfzig Stück mit den Schmankerl, wie beispielsweise den zwanzig Stück vom Literaturhaus-Flohmarkt vollfüllen und als ich am vierundzwanzigsten durch das bißchen Schneee, das an der Traisen gelegen ist, zum Markt nach St. Pölten gefahren bin, bin ich auch in das irgendwie schon sehr tolle Ein Euro Geschäft am Rathausplatz gegangen und habe mir ein paar warme Patschen, um vier Euro rot mit weißen Herzerln für Harland und drei Notizbücker in die ich das Romankonzept notieren kann, mir sozusagen als Weihnachtsgeschenk gekauft.

Auf die Lebkuchen habe ich dann wieder vergessen, beziehungsweise darauf verzeichtet, weil die automatische Tür bei der “Schokothek” nicht gleich aufgegangen ist, obwohl draußen noch Waren standen, also hatten wir um fünf bei der Bescherung, bei der Oma vor dem Weihnachtsbaum nichts Süßes und keine Kekse.

Früher hat die ja der Opa in großen Mengen wochenlang gebacken. Diesmal gab es nur Aufschnitt und Geschenke und da habe ich vom Alfred wieder einmal einen Eva Rossmann Krimi bekommen.

Früher hat er mir die ja meistens zum Geburtstag oder zu Weihnachten geschenkt, dann hatte ich zwei Rezensionsexemplare und die darauffolgenden nicht mehr.

Jetzt aber wieder, also kann ich gleich 2017 damit anfangen, wenn ich mit der Vicki Baum fertig bin. Auf jeden Fall kommt das Buch auf diese Liste und jetzt gibt es noch zwei Weihnachtsfeiertage, dann drei halbe Praxistage, wo ich auch meine Abrechnung mache und zu Sylvester werden wir wieder einmal bei Hilde Schmölzer verbringen. Früher waren wir ja sehr oft bei ihr.

2012 ist dann der Opa gestorben und da wollte der Alfred die Oma nicht alllein lassen, vor drei Jahren waren wir dann in St., Pölten beim Robert und voriges Jahr bei der Ruth in Wien aber da sind wir schon vor Mitternacht wieder zurückgefahren.

Jetzt also wieder Sylvester mit Hilde Schmölzer, die ja im Jänner ihren achtzigsten Geburtstag mit einem Fest in der “Wien-Bibliothek” feiert und vor der Bescherung, habe ich noch eine zweite Szene bezüglich des neuen Werkes geschrieben.

Da werde ich weiterschreiben so gut ich kann, sehr motiviert bin ich ja nicht, weil ich auf meine Gewinnspiele oder auch so kaum Feedback bekomme also weit vom Fenster bin und auch angeblich oder auch tatsächlich nicht schreiben kann, ich werde aber weitermachen und die “Nika” habe ich am Dienstag, bevor ich zum Friseur gegangen bin, auch in den Wortschatz gestellt, jetzt gibt es den Christtageintrag vom vorigen Jahr und weil ja außer dem Richard Schuberth und der Ela Angerer noch sechs Vicki Baum Bücher in diesem Jahr zu lesen wären, werde ich wohl kaum zu einem neuen Eintrag kommen, weil es zu Sylvester ja auch den Jahresrückblick gibt.

Ich verlinke aber auf das Vorhandene und wem das Weiterlesen interessiert, der kann das Buch bei mir bestellen oder mir eine Rezension schreiben, obwohl es dafür ja fast schon wieder ein bißchen zu spät ist.

“Nika Weihnachtsfrau oder ein Dezember” 1 5 19 25

Wiener Wunder

Zu Weihnachten ein Krimi statt einem Weihnachtsbuch, die “Buch-Wien 2014” und Franzobel machten es möglich und das Wort Weihnachten oder, die schon aufgestellten Dekorationen, kommen in dem Buch auch vor, spielt er ja in Wien, Ende Oktober und jetzt weiß ichs endlich, der 1967 in Völklabruck geborene Stefan Griebl, “Bachmannpreisträger von 1995 und seit einigen Jahren auch “Ohrenschmaus-Juror” ist wie ist ein großartiger Schriftsteller, bisher war ich da eher skeptisch. Aber er kann schreiben, versucht sich in allen Genres und traut sich auch an einen oder sogar schon zwei Krimis, obwohl die, ja nicht als große Literatur gelten und ihm, wie ich hörte, der Verlag abgeraten haben soll.

Aber “Das Krimischreiben ist wie für einen Antialkoholiker die Entdeckung des Weins. Ein berauschender Genuss. Man kann sich nicht vorstellen, wie man es solange ohne ausgehalten hat!”, schreibt er am Buchrücken.

Eine Satire ist es natürlich auch, sprachlich exzellent und dennoch nicht hochgestochen und ein Genuß beim Lesen, vor allem für eine, die, wie ich, ja Schwierigkeiten beim Schreiben eines Krimis hat.

Ein Mord soll es nicht sein, also fallen bei meinen Krimiversuchen immer Äste von den Bäumen und erschlagen die Leichen und bis zum zweiten Drittel des Buches könnte man glauben, Franzobel hat mir  nach- beziehungsweise vorgemacht, wie das richtig gehen könnte, aber dann wird es, wie schon im Klappentext steht, alles anders und die Geschichte wendet sich und am Schluß wird es vollends parodistisch und man kann das Vergnügen merken, daß der Autor wohl beim Schreiben hatte.

Aber warum geht es eigentlich?

Um einen Kommisar Falt Groschen, Franzobel ist auch ein Meister der sprechenden Namen, so heißt der Journalist Walter Maria Schmierer und einen Dr. Döblinger gibt es auch, das ist der etwas doofe Untersuchungsrichter, mit Vornamen Answer, obwohl er niemals solche gibt und der Kommissar bekommt ein Mail, daß sich demnächst ein Sportler tot aufgefunden werden wird, ein als Selbstmord getaqrneter Mord und der Sportler ist ein Leichtatleht des Dopings überführt und nun aus dem Fenster gefallen und fünf Tatverdächtige ergeben sich auch gleich.

Der erste ist der Manager Stanek aus dessen Wohnung Edgar Wenninger fiel, dann seine Ehefrau Marion, die Groschen fast im Bett mit ihrem Trainer Oktavian Tulpian erwischt und dann noch den Sportreporter Walter Maria Schmierer und den Doppingfahnder Hanns  Hallux mit zwei “n” geschrieben.

Falt Groschen führt sie alle an der Nase herum, während er das Gefühl hat ständig beobachtet zu werden. Dann bestellt er die Fünf, die er, während er mit seiner Frau gemütlich am Donaukanal essen geht, überwachen läßt, er tut das nur, um seine Frau als Köder zu benützen, am nächsten Tag in die Tatortwohnung, dort erklärt er ihnen, daß sie alle ein Motiv hätten, es aber leider doch ein Selbstmord war, weil der Gedopte sich an ihnen rächen wollte.

“Wui!”, habe ich gedacht, so muß man es machen. Es geht aber weiter. Erstens gibt es da noch einen seltsamen Nachbarn, der Falt Groschen ständig über dem Weg läuft und dann wird Karl Stanek, genannt Spritzen-Chary auch noch mit einem Gewehr im Mund tot in der Wohnung aufgefunden.

Ein Wortspiel oder eine Behauptung, daß niemand freiwillig mit Schuhen und Wertsachen aus dem Fenster springt und es deshalb ein Mord war, während Spritzen-Charly sich ohne Schuhe in den Mund geschoßen hat, gibt es auch, Franzobel scheint wirklich über eine große Phantasie zu verfügen.

Aber dann entarnt Groschen noch seinen Beobachter, trifft einen alten Schnorrer und ehemaligen Bekannten wieder und der Mörder war ein genialer Einzelgänger. Ehemaliger Wenniger-Verehrer, weil er selbst wegen eines verkrüppelten Fußes nicht so schnell laufen konnte und den hat er nur, weil seine Mutter, in der ehemaligen DDR in der sie aufgewachsen ist, einem Zwangsdoping, während man das in Wien ständig verharmlost, “ohne Doping kein Sieg!”, unterzogen wurde und der nun von seinem Liebling enttäuscht ist.

Ein vertauschtes Biertr und einen nochmaligen Fenstersturz gibt es auch , bevor sich alles aufklärt und man einen rasanten Sprint durch die Krimiphantasien eines “Bachmannpreisträgers” gemacht hat.

Für die deutschen Leser seis verraten. Man erfährt sehr viel von Wien dabei, aber ich habe  auch nicht gewußt, daß es in der Taborstraße einen kupfernen Hirschen auf einem Dachvorsprung zu sehen gibt und eine kleine Satire würde ich annehmen, ist für die Deutschen auch noch eingebaut, obwohl “Zsolnay” ja ein österreichischer Verlag ist oder auch nicht wirklich, sondern nur die kleine Schwester oder  der kleine Bruder des großen “Hansers”, aber weil die deutschen Großverlage ja den österreichischen Autoren, wenn sie nicht so berühmt, wie Friederike Mayröcker oder Marlene Streeruwitz sind, alle österreichischen Ausdrucke umschreiben und aus einem Karifol einen Blumenkohl etcetera machen:

“Zum Kotzen finde ich das!”, sagt Falt Groschen seinen Verdächtigen “Zum Speiben verbessert er sich selbst. Seine Frau wies ihm immer wieder darauf hin, gefälligst österreichische Ausdrücke zu verwenden – und keine deutschen. Paradeiser statt Tomaten, Erdäpfel statt Kartoffeln, Spritzer statt Schorle, Krapfen statt Berliner…”

Köstlich, köstlich und wo hat der Oberösterreicher nur so gut Wienerisch gelernt?

Eine Buchempfehlung, die man vielleicht noch schnell der Mami oder der Schwiegermutter auf den Weihnachtstisch legen sollte. Eine, die für alle passt, für die, die sich nur für die hehre Literatur interessieren und keine Genres mögen, denn Franhzobel ist ja “Bachmannpreisträger”, hat auch den Bernhardschen-Jargon bestens drauf und ist, wie weiter auf dem Klappentext steht “Einer der populärsten österreichischen Schriftsteller” und für die, die sich unterhalten wollen und gerne Krimis lesen, ist es auch geeignet, denn es ist ja einer.

Einer in dem man viel von Wien erfährt, sprechende Namen findet, Spannung, aber auch Wissen über das Wien und seine Klischees. Es scheint aber auch, was das Dopingwesen betrifft, gut recherchiert zu sein, spannend, lustig, satirsch und wieder ein Beweis, daß man vielleicht auch Krimis lesen kann und solche schreiben, auch wenn man gegen Morde ist, aber nein-.

Denn es war ja ein Doppel- oder sogar ein Dreifachmord, aber der nicht wirklich und eine unterschobene Bierflasche des Komissars  hat es auch gegeben, also doch ein dritter Mord, aber den hat dann ein anderer fast ausgeübt.

Vom Vielschreiber gibt es inzwischen noch einen zweiten “Groschen-Krimi”, das Cover ist auch einem Groschenroman nachgebildet, den ich leider noch nicht gewonnen und auch nicht gefunden habe und bei der Vorstellung eines “Works in Progress” bin ich vor einem halben Jahr auch in der  “Alten Schmiede” gewesen und habe ihn auch bei anderen Lesungen schon gehört.

“Wiener Wunder” ist aber, glaube ich, das erste Buch das ich von ihm, der ja einmal auch, ganz klein, im “Fröhlichen Wohnzimmer” angefangen hat, gelesen habe.