Regelmäßig schreiben

Jetzt habe ich mit dem neuen Projekt “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman”, begonnen,  an dem ich schon seit Jahresbeginn plane und in den letzten drei Schreibgruppen oder auch in der letzten mit der Doris Kloimstein ein bißchen daran gearbeitet habe. In der Jänner bis März Schreibgruppen waren es aber die selben Romananfänge, die Magdalena geht vom Literaturhaus nach Hause und überlegt, je nach dem damaligen Thema, was soll ich jetzt in meiner Pension beginnen? Sieht das weiße Autor mit den drei Personen, damals waren es noch der Chirurg, der Psychiater und die Schwester Hildegard und es gab auch einen Psychiatrieaufenthalt, der Magdalena, von dem ich jetzt aber weg bin, während ich inzwischen den Momo Shalir und die Nastasja Stankic, den Nachbarn und die Supermarktkassiererin dazu bekommen habe und die Magda- Lena, die Tochter, die Flüchtingsbetreuerin in Graz ist und einen noch nicht so ganz klaren Konflikt mit ihrer Mutter hat, gibt es auch und ich habe in dem letzten halben Jahr nur sehr wenig an dem Projekt gearbeitet, denn da habe ich  hauptschlich neben meiner Praxis an der “Unsichtbaren Frau” korrigiert.

Dadurch hat es sich in der Invensivität natürlich verwischt und auch verändert und jetzt, da ich seit einer  Woche mit dem Korrigieren fertig bin, ich fürchte ich habe zwar wieder einen Fehler entdeckt, aber ich bekomme es, wenn der Alfred mit dem PDF fertig ist, ohnehin noch zum Korrigieren, bin ich, wie durch einen Wunder oder ausnahmsweise einen guten Zufall in einen Flow hineingekommen.

Denn das ist ja, glaube ich, mein Problem beim Schreiben, die Hemmung, ich habe es in den letzten Schreibartikel schon so beschrieben. Das Denken, es wird nicht, ich kann nicht, das ist nicht so gut, wie es soll, die mich am Hinsetzten und Beginnen hindert und ich habe dann meistens auch kein so gutes Gefühl sondern einen Widerwillen, obwohl ich den natürlich überwinde und auch schon sehr viel geschrieben habe, aber ich bin vielleicht doch nicht so dicht dabei, wie es sollte und das dürfte jetzt anders sein, denn die letzten Tage waren bezüglich Text sehr produktiv.

Da habe ich mich einmal vor einer guten Woche hingesetzt und das Konzept aufgeschrieben und das ziemlich sehr genau und dicht, dann mir die schon vorhandenen Textstellen und, die sich darauf beziehenden Textstellen ausgedruckt, die Charakterbögen für die Magdalena, die Magda, den Momo, die Nastasja und die Maria Mallatschek, das ist die demente Dichterin, die plötzlich konkret zu schreiben anfängt und vom Momo betreut wird, gemacht.

Wie weit der OA Rössler und die Sofia Böhm eine eigene Stimme bekommen ist, mir noch nicht ganz klar, denn ich bin ja keine Schneeflockenplanerin, sondern schreibe mir ein ungefähres Konzept, das diesmal recht dicht ist und hantle mich von Szene zu Szene weiter und mit der ersten habe ich am vorigen Samstag begonnen, das ist die Quintessenz, der drei Schreibgruppenvarianten könnte man so sagen, aber viel dichter und viel länger.

Die Magdalena geht vom Literaturhaus, wo sie bei einer Lesung von Mario Wurmitzers “Im Inneren Klavier”, denn das Buch habe ich am Freitag im Seedosenschrank gefunden, wow, nach Haus, sieht das Auto, denkt, was fange ich mit der Pension an, denkt an Magda in Graz und beschließt einen Roman zu schreiben, weil sie das immer schon gerne wollte, aber im Laufe ihres Berufslebens darauf vergessen hat. Das war eigentlich sehr dicht und dann ist noch etwas passiert, was ich im vorigen Artikel beschrieben habe. Ich habe von Jurenka Jjurk vom “Schreibfluß” nämlich eine Einladung zu einem Schreimanagementseminar bekommen. Die hat immer ein genaues Programm und ein Webinar dazu, das ich mir angehört habe. Daß ich eigentlich ganz gut im Zeitmangament bin, habe ich auch gewußt, aber wenn mir plötzlich eine Stunde ausfällt, ich denke, ich sollte jetztschreiben, aber nicht so richtig im Fluß bin, wird nichts daraus, beziehungsweise die Szene schlecht. Daß aber bei solchen Zweifeln ein Freewriting hilft, habe ich mir auch gedacht. Also habe ich mich zwischen dem Romanplanen ein bißchen mit Jurenka Jurks Projekt beschäftigt, die noch ein Webinar dazu hatte und  meint, weil sie ja wahrscheinlich hauptsächlich berufstätige Klienten hat, man sollte, um den Roman fertig zu kriegen, regelmäßig schreiben. Jeden Tag von fünf Minuten bis zu einer Stunde oder so und das ist es, was ich in den letzten Jahren eher nicht praktizierte. Da geht es ja so, ich habe immer das momentane Projekt und dann das nächste in Planung. Da mache ich, während ich am Alten korrigiere, Notizen in mein kleines derzeit graues Buch, dann bin ich mit dem Korrigieren fertig und ich fange mit dem Schreiben an, habe da im Buch die Szenenfolge und schreibe, die dann mehr oder weniger intensiv und störungsfrei hinunter, bin so zwischen vier, wenn ichs beim “Nano” tue oder sechs Wochen mit dem Rohkonzept fertig und dann korrigiere und korrigiere ich ein paar Wochen bis Monate lang, bis es soweit sitzt, daß ich es dem Alfred geben kann und konzipiere dann wahrscheinlich schon das nächste, schreibe also nichts.

Wenn man genau ist, könnte man sagen, ich schreibe, die sechs Wochen am Rohkonzept und das cirka ein bis zwei Mal im Jahr und den Rest plane oder korrigiere ich. Ich bin zwar immer, auch wegen dem Blog auf dem ich ja auch sehr viel über mein Schreiben und meinen Schreibprozeß schreiben, bei meinem Schreiben, aber täglich schreiben und wenn es auch nur die fünf Minuten sind, halte ich für mich für unmöglich, denn das wären dann die Seiten, die nachher wegkommen, aber irgendwie gehört, das wohl auch zum Schreibfluß und zu der Schreibarbeit dazu, wie Jurenka Jurk, glaube ich, in ihrem letzten Webinar so sagte, denn sie meint, auch das Recherchieren und das Planen ist ja Schreibarbeit und dann stimmt es wieder, denn irgendwie bin ich immer bei meinem Projekt entweder bei dem in Planung oder dem in Überarbeitung und wahrscheinlich befeuert durch das Webinar, habe ich das letzte Wochenende auch sehr viel geschrieben und es geht auch sehr gut, ich klopfe auf Holz und hoffe, daß es sich nicht so schnell ändert.

So habe ich dann am Sonntag, die erste Momo-Szene geschrieben, dann kam heute, die erste der Nastasja und dann noch eine mit der Magda-Lena und geplant habe ich vorläufig sieben. Die nächste wird dann die sein, wo die Magdalena zu schreiben beginnt, dann stellt sich die Maria Mallatschuk vor und erzählt ihrer Nichte Ruth, daß sieMatthes Enck, ihren früheren Verehrer, drei jahre älter, als sie, jetzt regelmäßig besucht und sie mit ihm auf einen Ball gehen wird “Aber der Tante ist doch schon fünfzehn Jahre tot!”, sagt entsetzt die Nichte und die Nastasja beschließt mit Phil Körner, dem tätowierten Liedermacher zu seinem Konzert ins Amerlinghaus zu gehen.

Zwanzigeinhalb Seiten, vier Szenen und 10250 Worte sind es schon. Der Konfklikt mit derMagda-Lena ist, wie beschrieben noch nicht so ganz klar und, wie das mit dem Roman werden wird, ob die Magdalena jetzt ihr Leben oder den Roman mit OA Rössler und Sofia Böhn hineinstellt, ist auch nicht so ganzu klar.

Ich habe aber ein gutes Gefühl, bin sehr motiviert, nehme mir vor dran zu bleiben und mich auch von dem “Du kannst es nicht oder es wird doch nicht so wie du es willst oder es wird sich wieder niemand dafür interessieren!”, aus dem Konzept bringen zu lassen. Ich schreibe so gut ich es kann und das schon über vierzig Jahre und sehr viel und wenn die Coming of AgeJungautorien ihr Sex und Crime in einem Schwung auf das Papier bringen, kann ich das mit meinen depressiven Frauen und der Realisitik höchstwahrscheinlich auch tun  und werde jetzt wahrscheinlich in der nächsten Zeit intensiv schreiben, zwar höchstwahrscheinlich doch nicht täglich, weil ich an den Praxistagen nicht so dazukommen werde und in der Schweiz wahrscheinlich auch nicht, aber das Konzept, um den Fahrplan nicht zu verlieren hilft, wahrscheinlich sehr und auch die täglichen Notizen, das weiter Planen und wenn ich eine Szene geschrieben habe, korrigiere ich sie zuerst mal durch und wenn ich dann, was immer wieder mal passiert, irgendwie stecke bleibe und nicht weiterkomme, korrigiere ich das Ganze von vorn und habe so höchstwahrscheinlich auch schon meine Schreibrituale, um im Schreibfluß zu bleiben, schließlich schreibe ich schon sehr lang und  auch sehr viel.

Zeitmanagement

Ich bin, glaube ich, eine, die sehr gut mit ihrer Zeit umgehen kann und auch sehr diszipliniert arbeitet. Trotzdem habe ich, was das Schreiben betrifft, wahrscheinlich immer noch mit einer Hemmung und dem “Das kannst du nicht!”, zu kämpfen. Wahrscheinlich ist es auch ein “Du darfst es nicht!”, was sich bei mir irgendwann einmal eingeprägt hat, obwohl ich meine Sachen eigentlich mag und eigentlich auch glaube, daß ich gut schreibe.

Da sind es eher, die anderen, die dann kommen und sagen, das ist es nicht und damit muß man, von wegen dem inneren Kritiker, auch einmal umgehen.

Ich versuche es natürlich unentwegt und  ein wenig stur, seit über fünfunfvierzig Jahren und denke auch immer, ich muß schreiben, zwinge mich dazu, dann wird es nicht, wie ich will, etcetera.

Das ist natürlich nach fünfundvierzig Jahren Schreiben und zehn Jahren Bloggen besser geworden, denn man kann ja sagen, ich beschäftige mich fortwährend damit und bin auch davon überzeugt, daß Übung den Meister macht und man, wenn man etwas kontinuierlich praktiziert, auch besser wird.

Da sind es wieder die anderen, die den Kopf schütteln und “Das stimmt nicht, du schaffst es nie!”, sagen, und so ist das Hinsetzen und anfangen oft ein Krampf. Ich spüre Widerwillen, muß mich dazu zwingen und es wird  nicht so, wie ich es wollte.

Das war glaube ich auch 2012, als ich zuerst “Paula Nebel” und dann die “Wiedergeborene” geschrieben habe, der Anlaß für die Krise, in die ich damals kam, die dann zum “Literaturgeflüster-Texte-Buch” führte und jetzt nach über vierzig Büchern fühle ich mich etwas ausgeschrieben.

Trotzdem schreibe ich weiter, bemühe mich was Neues zu schaffen und setze mich auch mit dem Prozeß des Schreibens intensiv auseinander. Da gehe ich ja zu den Schnupperseminaren des “Writersstudios” und im Laufe der Zeit haben auch einige Schreibtrainerinnen im Internet zu mir gefunden oder ich zu ihnen.

Eine sehr engagierte ist ja Annika Bühnemann, da habe ich ja mein zuletzt erschienenes Buch nach ihren Schreibimpulsen geschrieben und mir auch ein letzten “Nanowrimo” ein paar Schreibtips von ihr zuschicken lassen, obwohl ich ja eigentlich glaube, daß ich das Schreiben schon kann, beziehungsweise es in den letzten fünfundvierzigJahren erlernt habe, denn ich weiß natürlich, daß man es lernen muß.

Das kann  durch das learnig by doing oder durch Schreibseminare gehen und die sind in den letzten Jahren  auch, wie die Schwammerln aus dem Boden geschossen, weil auch viel autoren davon leben.

Als ich zu schreiben angefangen habe, hat es da noch kaum etwas gegeben. Da mußte man sich noch von der Muse küssen lassen oder das Handwerk selbst erlernen. Jetzt gibt es die verschiedensten Schreibschulen und Akademien und über Annika Bühnemann bin ich, glaube ich, zu den Webinaren von Jjulia K. Stein gekommen, die auch Videos macht und zum Beispiel beim letzten “Nanowrimo” jeden Tag etwas darüber erzählte.

Zu dieser Zeit hat auch Jurenka Jurk ihre Autorenmesse, die zeitgleich mit der “Buch-Wien” stattfand abgehalten,  so daß ich nicht wirklich intensiv zu den Videos gekommen bin, aber da hat sie das Thema Schreiben lernen von allen Seiten beleuchtet und dann auch einen Lehrgang zum Romanschreiben entwickelt, wo man mit ihr  in einem Jahr sein eigenes Buch entwickeln kann und als ich letzte Woche endlich mit dem Überarbeiten der “Unsichtbaren Frau” fertig war und dachte, daß ich jetzt wieder in eine Sommerschreibklausur bezüglich der “Magdalena Kirchberg” starten kam, habe ich einige Mails von ihr bekommen, in denen sie mich auf ihren Zeitmangementkurs für Autoren aufmerskam machte. Es gab ein Einführungswebinar, das ich mir angesehen habe und daraufhin mir Gedanken über mein eigenes Zeitmanagment beim Schreiben  machte, das ich ja eigentlich, wie schon erwähnt, für recht gut halte.

Aber ich bin auch eine Frau mit einem Brotberuf, für die das Schreiben nur zwischen den Stunden, in den Ferien, am Wochenende, etcetera, erfolgen kann. Da braucht man Disziplin, wie Jurenka Jurk in ihrem Webinar auch erwähnte, um sich hinzusetzen und die habe ich eigentlich. Es ist nur gleich der Kritiker da, der sagt, schon wieder nicht gut genug, so gut es vielleicht auch geworden ist.

Jurenka Jurk rät täglich zu schreiben, auch wenn man nur ein paar Minuten hat, um in den regelmäßigen Schreibfluß hineinzukommen.

Das klappt bei mir nicht ganz so, sondern ich habe im Gegenteil,  die Erfahrung gemacht, daß ich, wenn beispielsweise einmal ein Klient ausfällt und mein Gewissen sagt, jetzt setzt dich hin und fang an und es ist dann nicht wirklich die Zeit da, hineinzukommen, es  eine schlechte Szene wird.

Eine interessante Erfahrung habe ich auch beim dem Schreibmarathon des “Writersstudios” letzten November gemacht. Da habe ich an der “Unsichtbaren Frau” geschrieben und das ist eigentlich sehr gut gegangen. So kann ich diese “Writerretreats”, wo man sich in in die Kursräume setzt und alle schreiben vor sich hin, sehr empfehlen, weil das sehr motivierend und antreibend ist, aber man muß natürlich auf die eigenen Kräfte achten. Denn damals war sehr viel zu tun, ich hatte meine Abrechunung zu machen und am Samstag war ein langer Schreibtag mit einer Nachtschicht von sieben und elf. Da habe ich den ganzen Tag bleiben wollen und bis sieben auch sehr gut geschrieben. Nach sieben war auf einmal alles weg, ich bin leer gewesen und mir ist nichts mehr eingefallen. Ich bin nach Hause gegangen und am nächsten Tag wieder hin und habe weitergeschrieben.

Zum Schreiben braucht man viel Disziplin, die ich eigentlich auch habe, denn ich schreibe jetzt wieder weiter und fange etwas Neues an. Zwar wahrscheinlich wieder was von einer depressiven Frau, obwohl ich nicht so sicher bin, ob das die Magdalena Kirchberg wirklich ist. Sie geht jedenfalls in Pension, stellt fest, daß sie keine Freunde hat, sieht das Auto mit den drei Personen, die sie an ihre Hebamme und den Gynäkologen vor dreißig Jahren, als sie ihre Tochter Magfa geboren hat, erinnert, beschließt einen Roman  zu schreiben und und und….

Das ist nichts wirklich Neues, in der “Dora Faust” findet man vielleicht dieses Motiv, in der “Pensionsschockdepression” auch, aber auch die Großen der Literatur, die Midlifekrise-Männer, wie Philip Roth oder auch die die im letzten Jahr auf der Longlist des dBp standen, machen das auch und “schreiben immer den selben Roman, sein Leben lang” und dann wird es doch wieder etwas anderes und das habe ich auch bei der “Magdalena Kirchberg” vor und was das Zeitmanagement betrifft, habe ich vor, die Anregungen die ich durch Jurenka Jurks Webinar bekommen habe, auch intensiv zu nützen.

Jetzt ist es Ende Juli, ein Monat habe ich noch die Sommerfrischenwochenenden, wo  ich ja früher in eine intensive Schreibklausur gegangen bin. Das Konzept dazu habe ich mir schon vor ein paar Tagen notiert. Ich weiß so ungefähr was und worüber ich schreiben will, habe die erste szene  im Kopf, beziehungsweise sie auch schon bei drei Schreibgruppen mehr oder weniger angeschrieben.

Magdalena geht nach Hause, denkt jetzt bin ich in Pension, was fange ich da an, ich habe ja kaum Freunde , meine Tochter lebt in Graz, sieht das auto, beschließt einen Roman darüber zu schreiben und mein Roman beginnt.

Nicht neu, ich weiß, aber etwas wirklich Neues kann man wohl auch nicht wirklich schreiben. Aber vielleicht kann ich damit auffallen,  Erfolg haben, etcetera….

Was da für mich wichtig wäre, ein wenig besser mit der Hemung umzugehen, ein Vorsatz wäre, wenn ich anfangen will und die inneren Stimmen von “Ich mag und kann nicht!”, kommen, wirklich das Konzept und das leere Blatt herzunehmen und mit einem Freewriting zu konzipieren, was ich da jetzt schreiben will. Die Geschichte langsam wachsen lassen. Eine meiner Fallen wäre auch die Ungeduld, daß ich vielleicht wirklich den großen  Roman in einer Woche schreiben will, was natürlich nicht geht. So gesehen ist vielleicht das “Nanworimo” schreiben, wo man ja in einem Monat fertig sein soll, nicht ganz das Richtige für mich oder ich schon darüber hineweg.

Diesmal wirklich Zeit lassen,  den Roman kommen und sich entwickleln lassen, das nehme ich mir immer vor. Bisher ist es mir vielleicht noch nicht so ganz gelungen. Vielleicht geht es diesmal, ein wenig gelassener bin ich ja schon.

Habe die Einladung zu dem Zeitmangagementkurs also sehr konstruktiv gefunden und mir meine eigenen Gedanken darüber gemacht, in meinem Praxiszimmer auch ein kleines Zeitmanagementbüchlein gefunden, das einmal im “Wortschatz” oder einem der Schränke lag und ich habe auch einmal einen solchen Workshop gemacht, wo man sein Tempo bestimmen sollte und ich gemerkt habe. ich bin sehr schnell. Nun gut, soll so sein.

In den letzten Jahren, wo ich ungefähr drei Texte, die alle vielleicht nicht so ganz und wirklich fertig waren, pro Jahr geschrieben habe, hat der Alfred immer zu mir gesagt “Lass dir Zeit, sei nicht so schnell!”

Da habe ich immer ein bißchen schuldbewußt genickt, bin aber nicht wirklich langsamer geworden. Warum auch, es ist ja gut, daß ich so viel und dizipliniert schreibe. Schade, daß es niemanden auffällt. Aber eigentlich muß das auch nicht wirklich sein oder man kann halt nichts dagegen machen, wenn es so ist.

Den Roman also wachsen und kommen lassen, mal sehen, ob es mir diesmal gelingt? Ich bin sehr zuversichtlich und habe nachdem ich Anfang der Woche noch in Harland mein Rohkonzept notiert habe, am Mittwoch meine Rituale, wie Fensterputzen etcerta, in Wien erledigt. Denn damit starte ich immer gerne in ein neues Projekt. Ich habe auch diesmal ein paar Recherche, beziehungsweise Konsumtage vor, die ich eigentlich schon im Juni machen wollte, als ich Strohwitwe war, aber da war ich mit dem Korrigieren noch nicht fertig, so bin ich am letzten Montag in Wilhelmsburg mit dem Rad gewesen und am Freitag im Traisencenter. Da habe ich übrigens ein paar tolle Bücher in der Seedosen-Telefonzelle gefunden, habe jetzt noch den Gutschein für das Belvedere und in die Buchhandlung in der Seestadt will ich auch noch schauen. Aber dann kann ich Losstarten mit dem neuen Projekt und nach dem Urlaub in den Herbst hineinschreiben, solange ich dazu brauche.

Da raten die Schreibratgeberinnen sicher auch dazu sich Zeit zu lassen. Regelmäßig schreiben geht bei mir vielleicht nicht täglich, weil ich wahrscheinlich mehr als fünf Minuten brauche, um eine Szene hineinzukommen. Aber ein Konzept zu haben hilft und das hat sich bei mir schon angesammelt.

Mal sehen, wie es wird. Ich werde darüber berichten und würde mich über Feedbacks und Tips natürlich freuen.Schreibe aber auch gern für mich selbst vor mich hin, weil das, glaube ich, auch sehr hilfreich ist, eine eigene Struktur zu finden.

Konzepterstellung

Nachdem ich mit dem Korrigieren der “Unsichtbaren Frau” jetzt doch fertig geworden bin, habe ich mich über die Notizen gemacht, die ich mir, glaube ich, seit Jahresanfang oder sogar schon früher über mein nächstes Work in Progress mit dem Arbeitstitel “Magdalena Kirchberg schreibt einen Roman”, gemacht habe.

Da war ja die Ausgangslage, daß ich irgendwann vom Literaturhaus oder snostwo nach Hause gegangen bin und an der Kreuzung linke Wienzeile-Pilgramgasse ein Auto stehen gesehen habe und dachte über die Insaßen könnte ich einen Roman schreiben.

Dann habe ich in derJänner-, Feburar– und Märzschreibgruppe jeweils darüber geschrieben und weil ich inzwischen ja etwas anderes gemacht habe, nämlich meine Praxis, beziehungsweise an der “Unsichtbaren Frau” korrigiert, bin ich damit nicht recht weitergekommen, obwohl ich mir in mein graues Büchlein, das mir der Alfred in Lindau kaufte, als ich mit ihm und der Ruth um den Bodensee geradelt bin, schon sowas wie ein Konzept aufnotiert habe, was sich im Lauf der Zeit auch ein bißchen verändert hat.

Einmal war die Magdalena Kirchberg sechzig, dann fünfundsechzig und dann wieder siebzig, eine depressive Frau, wie ich ja schon einige in meinen Büchern habe, sie geht in Pension und will ihr Leben beziehungsweise ihre Depression online stellen,  war auch so eine Idee, die ich hatte.

Dann habe ich ihr eine Tochter angedichtet, Magda oder Lena, die in Graz Flüchtlingsbetreuerin oder Sozialhelferin ist, es gibt nur mehr Telefonkontakt, die Tochter könnte aber den Blog der Mutter lesen und wieder zu ihr finden.

Das waren so glaube ich die ersten Ideen, dann bin ich davon abgekommen oder habe darauf vergessen, weil soviel anderes zu tun war und ich mit dem Korrigieren beschäftigt und dann sind auch zwei andere Figuren hinzugekommen, nämlich der Heimhelfer Mohamed, der nicht so genannt werden will, der könnte Magdalenas Nachbar sein und ihr von einer seiner Klientinnen, einer erfolglosen realistischen Autorin, die im Verlauf ihrer Demenz plötzlich experimentell schreibt, von ihrer Nicht entdeckt wird und sich darüber ärgert, erzählt und von ihrer Supermarktkassiererin Nastasja St., die sich immer freundlich bei ihr erkundigt, wie es ihr geht?

Das alles habe ich mir hervorgeholt und durchgelesen, in der Mai Schreibgruppe, wo nur die Doris Kloimstein war, habe ich ja ein Stück von dem Mohamed Momo geschrieben und dann war das Konzept auf einmal da und ich habe es aufgeschrieben, erweitert, ergänzt, etcetera.

Die Magdalena Kirchberg wird fünfundsechzig sein, vom Beruf Physiotherapeutin und ihr Kassenvertrag läuft aus, sie geht in Pension und auch nach Hause, kommt beispielsweise an die Kreuzung Pilgramgasse, denn sie könnte ja wieder, wie viele meiner Figuren, der Einfachheit halber in der Margaretenstraße wohnen, vorbei, bleibt stehen, sieht ein Auto mit drei Personen, das war ja auch der Ausgangpunkt, wird an ihren Geburtshelfer und die Hebamme, die sie vor fünfdreißig Jahren im Wilhelminenspital hatte, erinnert. Der dritte Insaße und zweite Mann im Auto könnte ein Psychiater namens Matthes Enck sein und vorher hat sie sich schon gefragt, was sie in ihrer Pension anfgangen kann?

Ist sie doch etwas isoliert, weil die Tochter Magda Flüchtlingshelferin in Graz, die sie nur alle heiligen Zeiten einmal sieht, da fällt ihr einm daß sie im Gymnasium schreiben hat wollen, dann aber im Laufe ihres Lebens darauf vergessen hat, jetzt könnte sie es wieder tun und einen Roman schreiben über den Gynäkologen Rudolf Rössner, die Hebamme Sophia Böhm und den Psychiater Matthes Enck, wie der auf die Geburtsstation kommt, ist noch nicht so klar, das tut sie dann auch und variiert vielleicht auch die Figuren, wie ist mir noch nicht so klar.

Sie kommt aber in Kontakt mit dem fünfundzwanzigjährigen Momo Kalish, dem Heimhelfer aus Afghanistan, der neben ihr wohnt und der ihr von seinen Klienten, nämlich der besagten alten Schriftstellerin Maria Mallatschek erzählt und deren Bruder und Vater, der Nichte, die Lektorin ist und der Tante Werke auf einmal herausgibt, könnte der Psychiater Matthes Enck sein und mit ihrer Supermarktkassiererin Nastasja Stankic aus Serbien, die unter ihren Kunden einen Mann sucht, könnte sie auch in Kontakt kommen.

So weit, so what, das ist das vorläufige Grundkonzept, an dem ich nun in meinen Sommerfrischenwochenenden arbeiten werde.

Da habe ich wohl wieder das Problem, daß ich schon die kritischen Stimmen “Das ist ja nichts Neues!”, höre.

“Wieder eine depressive Frau!”, obwohl das die Magdalena Kirchberg gar nicht ist und auch die Idee mit der Psychose, die sie vielleicht vor fünfunddreißig Jahren und dem Helferwahn hatte, lasse ich jetzt weg, aber sonst ist das Konzept wohl so, wie in meinen anderen Büchern, aber das wird wohl auch so sein und gehört zu mir und meinem Schreiben.

Ob ich ein Jahr lang daran schreibe, wie ich das ja immer will und bei der “Unsichtbaren Frau” jetzt wohl auch gebraucht habe, aber da war das Rohkonzept auch in ein ein paar Wochen fertig, weiß ich nicht, habe aber wieder fest vor, mir Zeit zu lassen und an meinen Schwächen, die ich sicher noch oder überhaupt habe, zu arbeiten.

Da gebe ich ja wahrscheinlich immer zu schnell auf, wenn ich mich einmal an die Wand geschrieben habe, da daran zu bleiben, ist wohl eine Aufgabe an der ich mich schulen kann und ansonsten, wird es wohl wieder eine Eva Jancak werden, mit meiner Sprache, meiner Psychologie und so abgehoben, wie es für mich passt.

Mal sehen, wie es gelingt, wenn ich jetzt wieder in meine Sommerschreibwerkstatt gehe und mehr oder weniger rasch und problemlos aus dem Grundkonzept einen längeren oder kürzeren Roman, beziehungsweise Erzählung mache und professionelle Unterstützung hat sich mir auch angekündigt, habe ich doch in den letzten Tagen sowohl von Jurenka Jurk von “Schreibfluß”, als auch von der Schreibtrainerin Julia K. Stein Mails erhalten, die mich zu ihrem Schreibschulen und Schreibkursen eingeladen haben und Jurenka Jurk, mit der ich im Vorjahr durch ihre Autorenmesse in Kontakt gekommen bin, macht gerade einen Kurs zum Zeitmanagement für Autoren und da denke ich, daß ich eigentlich ohnehin sehr diszipliniert bin.

Aber früher und vielleicht auch jetzt, wenn ich mich dann vor den Laptop setze, sich immer wieder die Hemmung und die inneren Stimmen mit dem “Du kannst es nicht!”, melden. Da hilft gegen die Schreibunlust oder Hemmung wohl wirklich das weiße Blatt und das Freewriting und um sich klarzumachen, wo die Hemmung liegt, wenn ich da ein bißchen sorgfältiger arbeite und bei Schwierigkeiten dranbleiben, um sie aufzulösen kann das wirklich hilfreich sein und so habe ich zwar nicht vor diesen Kurs und auch keine Ausbildung zur Romanautorin zu machen, um meinen Roman, wenn ich ihn nach einem Jahr Kurs erarbeitet habe, dann vielleicht doch bei “Amazon” einzustellen, mir genügen da wohl meine eigenen Schreibberichte und das Selfpublishin,g wie ich es seit circa 2000 mache, seit ich die Verlagssuche aufgegeben habe, aber im Blog werde ich weiter über meine Schreibprozesse, Fortschritte und Rückschläge erzählen und wenn ich jemanden daran interessieren kann, wird mich das freuen.

Endlich fertig

Ich bin ja eine Mischung zwischen zwanghafter Genauigkeit und einer gewissen vielleicht auch legasthen bedingten Schlmpigkeit, wie ich immer schreibe und die Rechtschreibung ist mir eigentlich ganz ehrlich immer noch egal.

Immer noch ein bißchen, denn die lässige Lockerheit, wie als Schulmädchen in der Straßergasse, wo ich mich über die Verzweiflung meiner Deutschlehrerin amüsierte, mir wegen der Rechtschreibung nur ein “Minus sehr gut!”, geben zu können, habe ich schon längst nicht mehr und ich sitze schon seit Jahren nachdem der Rohentwurf meistens sehr schnell in vier bis sechs Wochen hinuntergeschrieben wurde, dann einige Monate über den Text und korrigiere und korrigiere, wahrscheinlich in der Vorstellung ihn endlich fehlerfrei hinzubekommen, wohl wissend, daß das wahrscheinlich ohnehin nicht gelingen kann und wenn, was hätte ich davon?

Die Sprache war mir und das ist wahrscheinlich auch nicht gut, nie so wichtig, wie das Erzählen, kommen ja die großen Sprachkünstler wie Friederike Mayröcker immer noch daher und verkünden stolz, daß ihnen der Inhalt nicht wichtig ist und die nicht so bekannten Sprachkünstler wie Hans Jörg Zauner reihen bis zur Unverständlichkeit Wort an Wort, kreiierenWortneuschöpfungen und erzählen nichts.

Ich will aber erzählen und bin dabei auch wahrscheinlich zu sehr an der Realität, das heißt zu wenig abgehoben und was mein letztes Work on Progress die “Unsichtbare Frau” betrifft, die vor kurzem ein zweites Mal an den Alfred abgegangen ist, damit er nochmals meine “s” und Fallfehler, die ich immer noch verweigere, korrigiert und ein PDF machen kann, woraus dann wiederum ein paar Monate später, aber hoffentlich noch in diesem Jahr mein fünfundvierzigstes “Selbstgemachtes” und das achtundvierzigste Buch überhaupt, denn da kommen ja noch die in der “Edition Wortbrücke” entstandenen “Hierarchien” und die beiden in “richtigen” und zum Teil großen Verlagen erschienenen beide Bücher über das Stottern hinzu.

Fünfundvierzig selbstgemachte Bücher, wui, auch wenn man schon über fünfundvierig Jahre literarisch schreibt ist das sehr viel und eigentlich sehr schade, daß ich damit so unbedachtet bleibe, was mich, obwohl ich das ja tapfer trotzig ignorieren und unentwegt weitermachte, wahrscheinlich doch dazu führt, daß ich mich inzwischen schon sehr ausgeschrieben fühle und immer öfter denke, das bringt ja ohnehin nichts!

Es wird dann zwar wieder eine Vorschau geben und wenn das Buch dann erschienen ist, einen Aufruf zu einer Leserunde, das heißt, ich vergebe fünf Bücher, so daß die daran Interessierte darüber in den Kommentaren dikutieren können. Aber die gibt es ja nicht sehr und das hat wahrscheinlich dazu geführt, daß ich in den letzten Jahren sehr viel und sehr schnell vor mich hingeschrieben.

2016 sind fünf Bücher erschienen, die ich zwar nicht alle im selbenJahr geschrieben habe, aber einige pro Jahr waren es in den letzten Jahren schon.

Wenn die “Unsichtbare Frau” noch heuer erscheint, ist es das zweite Buch 2018 , das erste im Jänner erschienen und das, im vorigen Mai und Juni geschrieben und ein paar Monate vorher konzipiert, ist eigentlich der Vorläufer der “Unsichtbaren Frau”, denn die Idee, da eine Blogfigur des Nachts zu Wladimir Putin oder Donald Trump zu schicken ist mir schon da gekommen und die Lilly Schmidt, die in den Blogeschichten noch Lily heißt ist ja die Tochter der Mathilde, deren Vorbild ich in der Pizzeria in der Margaretenstraße immer des Abends, wenn ich von der “Alten Schmiede” nach Hause gekommen bin, bei einem Glas Wein sitzen sah.

Dann ist in den Blogeschichten von der “Unsichtbaren Frau” nur kurz oder eigentlich gar nicht wirklich die Rede und so habe ich mich, glaube ich, nach der Sommerfrische 2017, als ich damals mit dem Korrigieren fertig war, an die “Unsichtbare Frau” gemacht, die Blogfigur der Lilly Schmidt.

Im September kann ich mich erinnern, habe ich angefangen mich auf Materialrecherchetour zu begeben und da waren wir ja Mitten im Wahlkampf und so ist die unsichtbare Frau eher zu einem Minister Basti als zu Donald Trump gekommen und das Schreiben des Rohtextes, mit dem ich im September begonnen habe, ist, wie ich mich erinnern kann, nicht so flüssig dahingegangen. Der Wahlkampf hat mich daran gehindert und abgelekt und so ist bald klar geworden, das wird doch ein Nanowrimo werden, obwohl ich ja schon im September mit dem Schreiben begonnen habe, mit dem Text der da entstanden ist, aber nicht sehr zufrieden war. Ende Oktober habe ich ihn zuerecht korrigiert, umgeändert, verbessert, so daß ich mit zwanzig Seiten oder zehntausend Worten zum Schreibmarathon des “Writers Studios” gegangen bin, denn da gab es ja zum fünfzehn Jahrjubiläum einen solchen und die erste Woche habe ich daran teilgenommen, geschrieben und geschrieben, dann kam die “Buch Wien”, mein Geburtstag, die “Poet Night” und noch einiges anderes, so habe ich mir am letzten Tag an dem ich dort war, ein Feedback geholt, das heißt, die Szene gelesen, die auch als Probekapitel auf die Website kommt, beziehungsweise beim Volksstimmefest gelesen wird und dann in der entsprechenden Anthologie, sofern es noch eine geben sollte, enthalten sein wird, denn jetzt ist erst, habe ich gerade erfahren, die von 2016 fertiggeworden und da ist da die Himmelgeschichte aus den “Berührungen” drinnen.

Ich habe nach dem Feedback im vorigen November aber wieder eine Woche zu schreiben aufgehört, bin auf die “Buch-Wien” gegangen und habe bei meinem Geburtstagsfest, die Szene aus dem “Bibliotheksgespenst” gelesen, dem dreiundvierzigsten Selbstgemachten, die dann auch in der “Linken- Wort- Anthologie 2017” enthalten sein sollte.

Als die “Buch-Wien” vorüber war, habe ich die fünfzigtausend Worte fertiggeschrieben, der Rohtext, den ich den Alfred gerade schickte, hat 44 982 Worte, es ist also sehr viel wegkorrigiert worden. Aber auch das ist nur sehr zögerlich geschehen und hat lange gedauert. Zuerst bin ich im Dezember einmal zu einem Writerretreat ins “Writerstudio” gegangen, weil man da ja einen Gutschein dafür bekam, wenn man über das Event berichtet hat, auf Facebook sollte man das tun, bei mir ist esauch so gegangen und da habe ich gedacht, fange ich mit dem Korrigieren an.

Das habe ich auch gemacht, leider war ich aber ein bißchen krank, so daß ich nur sehr langsam weitergekommen bin, aber meiner Tandempartnerin, die zufällerweise auch Psychologin war, die erste Minister Basti- Szene vorgelesen habe.

Und dann korrigieren und korrigieren, ich habe mir gedacht, ich mache es professionell und nennen es Retreat, habe mir da zu Weihnachten viel vorgenommen, war aber sehr unkonzentriert dabei und habe teilweise dazu Videos gehört, was wahrscheinlich nicht sehr effizient war.

Es war auch ein bißchen schwerig mit der Handlung, die ja, wie bei mir sehr oft, was wahrscheinlich aber als nicht sehr literarisch gilt, eng an die Wirklichkeit angelehnt war. Der Wahlkampf kommt vor, der Nobelpreis, die Krawalle auf der Frankfurter Buchmesse und ich habe vier Handlungsstränge.

Da ist einmal  Amanda Siebenstern, die Blogfigur der Lilly Schmidt, die nächtens zu Minister Basti geht, des Tages  “Deutsch als Fremdsprache-Kurse” an der Volkshochschule gibt und Proble damit hat, daß ihre Schülerinnen wegen des Vermummungsverbots dort hicht mehr erscheinen.

Dann gibt es die Lilly Schmidt und die Slavenka Jagoda aus Kosice oder Bratlisava, die ein Stipendium hat, um Lillys Blog zu erforschen und sie da in New York besucht, wo sie Kuratorim am österreichischen Kulturinstitut ist und es gerade eine Lesung mit Jonathan Franzen und Daniel Kehlmann gibt. Es gibt den Alfons Tratschke, der auf seinen Blog nach rechts reitet und Lilly und Slavenka, als linke Schwestern beschimpft und es gibt den Jonathan Larsen, Mitglied der schwedischen Akademie, die den nächsten Nobelpreisträger bestimmt, was er aber, da er gerade seine Frau verloren hat, nicht so gut kann und das zeitlich nicht durcheinander zu bringen, war nicht so leicht und hat einige Änderungsdurchgänge erfordert.

Ich korrigiere ja, wenn ich mit dem Rohtext fertig bin und geschaut habe, daß es so halbwegs passt, ja immer gern Szene für Szene durch und drucke mir das dann aus, was ich aber, wenn ich in Harland bin, nicht recht kann, weil ich  dort keinen Drucker habe.

So hat auch das sehr lang gedauert und ich war Ende Mail als der Alfred nach Amerika flog und ich dachte jetzt habe ich ein Monat zum Korrigieren, noch nicht damit fertig und dann habe ich im Juni korrigiert und korrigiert, wieder mal gedacht, ich wäre schon fertig, dem Alfred alles geschickt und am nächsten Tag wieder von vorne damit angefangen und gedacht, ich werde nicht und nicht damit fertig.

Denn irgendwie packt mich dann doch der Ehrgeiz, daß ich alles richtig machen will und lese laut, was ja eigentlich schon stimmen sollte, finde Fehler und Fehler und das hat diesmal besonders lang gedauert und ich habe besonders lang laut gelesen und eigentlich den Juni fazu nützen wollen, mit dem Recherchieren für das Nächste, an dem ich ja schon ein bißchen bei den letzten Schreibgruppen begonnen habe.

So weit kam es dann nicht und jetzt hat ja schon die Sommerfrische mit den verlängerten Wochenenden angefangen, die ich ab nun dazu benüzen kann, mit der Magdalena Kirchberg, die wahrscheinlich wieder eine depressive Frau ist, ein Auto sieht, das sie in ihre Vergangenheit führt, einen muslimischen Nachbarn hat, der nicht Mohamed heißen will und eine Supermarktkassierin, die Interessantes zu erzählen weiß , zu beginnen.

Das erste Sommerfrischenwochenende war ja dem Geburtstag der Oma und dem “Bachmannpreis” gewidmet, das zweite gab es neben dem Korrigieren, das übliche Programm, Samstag Markt, Sonntag Rudolfshöhe und am Montag sind wir nach Pernitz, beziehungsweise Muggendorf zum Martin und der Zahui hinausgefahren und sind mit ihren, was besonders schön war, die Myra Wasserfälle hinaufgeklettert und dieses war dem Hochschab gewidmet, so daß die Bühne wieder frei ist, wie ich es ja schon einmal oder sogar öfter machte, die Sommerfrische zum Recherchieren und dem neuen Roman zu widmen.

Ein schönes kleines Stadtschreiberbuch habe ich zwar nicht und, ob ich in Wilhelmsburg oder im Traisenpark viel bezüglich der Magdalena <kirchberg recherchieren kann, weiß ich auch nicht, muß aber erst die Entwürfe zusammensammeln, denn von der ursprünglichen Idee mit dem Psychiater, der Krankenschwester und dem Chirurgen bin ich ja schon wieder abgekommen.

Mal sehen, ich bin gespannt und natürlich immer noch entmutigt, denn wirklich wahrscheinlich, daß es diesmal klappt ist es ja nicht, aber aufgaben will und werde ich nicht. Also wieder eine depressive Frau, die sechs- oder siebenundvierzigste und ob ich den Rohentwurf im Sommer schaffe oder es wieder ein “Nanowrimo” wird, steht auch in den Sternen.

Dazwischen soll dann die unsichtbare Frau fertig werden, für die ich ja diesmal, was ich mir immer wünschte, wirklich ein Jahr gebraucht habe, ich lese am Volkstimmefest, die Nobelpreiszene und vielleicht gelingt mir der große Wurf oder bekomme auf den Blog doch ein wenig Interesse, wenn ich über meine Fortschritte schreibe. Die diesbezüglichen Schreibberichte wierd es ja wieder geben, mal sehen, ich bin gespannt.

Spaziergang durch den Neunten

Ich bin ja jetzt, wie im vorigen Jahr auch, seit zwei Wochen “Strohwitwe”, weil sich der Alfred ja mit dem Karl in den USA befindet und von dort fast täglich schöne Fotos schickt. So weiß ich, daß er kürzlich in einer Bibliothek in San Fransico war und sich jetzt im Yellostone Nationalpark befindet und ich befinde mich oder sollte das, neben  meiner täglichen Praxisroutine auf einem intensiven Korrigierretreat, um möglichst bald mit der “Unsichtbaren Frau” fertig zu werden und etwas Neues zu beginnen.

Im Vorjahr, wo der Alfred mit dem Karli in einem anderen teil der USA war, habe ich die “Besser spät als nie-Szenengeschichten” geschrieben und habe mit der Ruth den öffentlichen Raum erforscht, woraus sich, was mir damals gar nicht so bewußt war, dachte ich doch, das ist eine schöne Schreiberei und Ablenkung beziehungsweise Fingerübung, bevor ich mit meinem nächsten Jahrhundertromanprojekt beginnen kann,- eine schöne Veranstaltungs- und Veröffentlichungsreihe entwickelte, die im letzten April begonnen hat.

Denn die Ruth hat das Projekt bei der GAV eingereicht und dreimal drei Spaziergänge zu den jeweiligen Orten mit einer Lesung und einem kunstgeschichtlichen Exkurs von Robert Eglhofer geplant. Den ersten diesbezüglichen Spaziergang haben wir, wie schon erwähnt, im April gemacht und sind da vom Heldenplatz über die Schlüssel vom Servitenplatz zum Thuryhof gegangen und vorher hat es einige der Texte mit sehr schönen Fotos, die der Alfred im Februar machte, im “Hammer 95” der Zeitschrift der “Alten Schmiede” gegeben, die auch der Straßenzeitung “Augustin” beigelegt war.

Ja und da ist die Ruth mit der Leiterin der VHS des neunten  Bezirks ins Gespräch gekommen, die so einen Spaziergang durch den neunten Bezirk in ihrem Programm ankündigen wollte.

Da ist für den Spzaziergan der neunte November, der Tag meines fünfundsechzigsten Geburtstags, so daß wir nachher schön feiern,  Sekt trinken und Torte essen können. Wir haben aber nur zwei Objekte im neunten Bezirk beschrieben, in dem Folder von dem und mit dem wir ausgegangen sind, gibt es aber noch ein anderes Kunstwert, das zwar vielleicht nicht so ganz zu der Zeitgeschichte der zwei anderen passt, aber sehr schön und idyllisch anzusehen ist, denn am Zimmermannplatz an dem ich ja, seit es dort den offenen Bücherschrank gibt, der ja eigentlich auch ein Kunstwerk des öffentlichen Raumes ist, aber vom Künstler Frank Gasser initiiert wurde und daher nicht in dem KÖR-Folder enthalten ist, vorübergehe, wenn ich vom klinischen Mittag komme, gibt es auf der anderen Seite ein Projekt ohne Namen oder eigentlich einen Garten mit Brunnen, den die brasilianische Künstlerin Ines Lombardi gestaltete und der 2009 von Stadtrat Mailath-Pokorny eröffnet wurde und so bin ich heute früh aufgestanden und habe mit einer Bücherkastentour, weil sich das ja schön ausgegangen ist, weil ich sowohl am “Wortschatz”, als auch an dem in der Zieglergasse und dem in der Josefstädterstraße über den Frank Gasser sehr sauer war, weil ihn der Bezirk, ohne ihn zu fragen, einfach von ihm abgekupfert hat, vorüberkomme, wenn ich zum Zimmermannplatz will.

Interessant ist dabei vielleicht noch, daß ich in der Zieglergasse zwar ein abgegriffenes dünnes “Haymon-Bändchen” von Bernhard Aichner “Das Nötigste über das Glück fand”, aber erst am Zimmermannplatz, bei dem ich jetzt schon lange nicht mehr war, so richtig fündig wurde, denn dort gab es ein Reprortagebändchen vom “Augustin-Blattmacher Robert Sommer “Wie bleibt der Rand am Rand”, den ich in der letzten Woche dreimal gesehen habe und dann noch ein kleiner “Meeresroman” von Petri Tamminen aus der “Edition Mare”. Einen dicken Simmel gab es auch, aber den habe ich mir auf unseren Spaziergang durch den neunten Bezirk nicht mitgenommen und einen Roman von Carlos Ruiz Zafon, von dem ich nicht ganz sicher bin, ob ich ihn nicht schon habe?

Die Ruth ist schon auf einer der Bänke neben dem Schrank gesessen, wir sind zu dem Brunnen in dem verwunschenen Garten auf die  andere Seite hinübergegangen, den ich obwohl ich ja öfter über die Platz gegangen bin, nie gesehen habe und der wirklich ein idyllisch schönes Kunstwerk ist. Ein Stück Märchenlandschaft mitten in der Stadt zwischen AKH und St. Anna Kinderspital gelegen. Ein Steinbrunnen auf dem ein Kübel steht, dem gegenüber ein Rabe auf einem Holzscheit sitzt, aus dessen langen Schnabel sich der Wasserstrahl in den Kübel ergißt und das Ganze ist von dichten Büschen und Rosenhecken umgegeben.

Ein verwunsche Märchenlandschaft mitten in der Stadt sehr idyllisch und ich bin in der sommerlichen Vormittagshitze auf der gegenüberliegenden Bank gesessen und habe das Ganze begierig aufgeschrieben und dann sind wir, um die Zeit für unseren Spaziergang abzustoppen, noch zu den zwei anderen Kunstwerken des Neunten gegangen, beziehungsweise sind wir mit der Straßenbahn dorthin gefahren, weil wir ja nicht wissen, ob die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Spazierganges im November wirklich so weit gehen wollen oder können.

Sind also zuerst zum Thuryhof gegangen und haben den Recken mit dem Schwert angesehen, geschrieben und gelesen haben wir nicht, denn das haben wir ja schon getan und sind dann mit einer anderen Straßenbahn zur Grünetorgasse gefahren und haben uns auf die Bank vor den “Schlüßel gegen das Vergessen-Installation gesetzt und dann in den Straßengarten eines Restaurants in der Servitengasse um Mittag zu essen. Backhendlsalat und roter Spritzer ich, die Ruth hat es mit einer Kokussuppe und einem Eiscafe versucht und ich habe einen intensiven Sommervormittag im öffentlichen Raum verbracht und kann mich jetzt wieder meinem Korrigierprojekt widmen.

Bloomsday und Korrigierretreat

Am  sechzehnten Juni wird ja weltweit der “Bloomsday” gefeiert, der Tag an dem Leopold Bloom, 1904 oder 18 oder 20 durch Dublin ging, um seine Nierndln zu kaufen.

Ein Buch, das ich nicht gelesen habe, aber schon nahe daran war, es zu tun. Jedenfalls ist es, nachdem der Patrick es dem Alfred schenkte, lange im Harlander Badezimmer gelegen und als ich es beginnen wollte, hat es mir die Anna weggegtragen.

Inzwischen hat sie es mir wieder zurückgegeben, aber meine Leseliste ist ja lang und der “Ullysses” wie man so hört, ja  nicht sehr leicht zu lesen und sehr viele sind schon daran gescheitert.

Aber es gibt ja den “Bloomsday” wo überall auf der Welt der “Ullysses” gelesen oder Nierndln gebraten werden und ich habe dem Ersteres einmal, lang lang ists her, teilweise zugehört, als Rolf Schwendter noch mit dem Lesetheater einen diesbezüglichen Lesemarathon machte.

Einmal habe ich auch im Blog darüber geschrieben, das ist aber auch schon lange her und seither ist der Bloomsday irgendwie an mir vorbei gegangen und heuer sollte das ja überhaupt passieren, denn ja bin ich ja im Juni Strowitwe und habe an den Wochenenden eigentlich vor verbissen an meiner “Unsichtbaren Frau” zu korrigieren.

Ganz so wörtlich ist das zwar nicht zu nehmen, denn das letzte Wochenende habe ich ja ziemlich intensiv in den Breitenseer Lichtspielen zugebracht und da sozusagen ein schwarzes Artmann-Wochenende gefeiert. Aber ich habe vom “Aktonsradius Augarten” das Programm zugeschickt bekommen und da gesehen, daß es a am Samstag eine Bloomesday-Veranstaltung gibt.

“Ausgeschlossen!”, hate ich zuerst wieder gedacht und dann “Ich könnte doch eigentlich wieder einmal, denn das ist sicher auch sehr interessant und hebt die literarische Bildung!”

Dann habe ich meinen Einkauf schon am Freitag gemacht, als ich zum Poetry Slam ins Literaturhaus ging und heute schon ab Mittag intensiv korrigiert und korrigiert.

Da habe ich ja jetzt die dreiundneunzig Seiten beziehungsweise etwa fünfundvierzigtausend Worte, die ich jetzt habe, szeneweise durchkorrigerit. Dann in einem weiteren Durchgang die Ungereimtheiten, die das Ganze vom Inhalt beziehungsweise zeitlichen Verlauf noch hatte, durchgegangen und dann das Ganze an die dreimal laut gelesen und jetzt bin ich soweit, daß ich mich an die Feinheiten machen kann und beispielsweise entscheide, welche Worte ich unter Anführungszeichen, denn das liebe ich ja sehr zum Leidwesen meiner Leser setzte und welche nicht.

Einige Durchgänge werde ich wohl noch brauchen, habe aber das nächste Wochenende ganz zur Verfügung, da ich ja morgen mit der Ruth noch einmal den öffentlichen Raum erforsche und bin heute nach sechs zum Gaussplatz hinausmarschiert, wo ich schon sehr lange nicht mehr war.

Wien war voll im Fußballfieber und ich glaube eine Regenbogenparade hat es auch gegeben und das Lokal am Gaussplatz 11, auch sehr gefüllt und es war auch ein dichtes Programm angesagt, das sich von dem, was ich bezüglich Bloomsday gewohnt war, auch etwas unterschied, denn keine Marathonlesung in verteilten Rollen, sondern zuerst eine Einführung von Daniel Bauer und Daniel Syrovy, die erzählten, daß James Joyce zwar in Salzburg und in Feldkirch, aber nie in Wien gewesen ist und dieses angeblich auch nicht sehr geliebt haben soll, obwohl später andere Joyce Forscher erklärten, daß das Buch voller Wien-Anspielungen ist und dann kam eine Lesung in einer oberösterreichischen Übersetzung, die die beiden machten, wo eben der Leopold Bloom am Morgen aufsteht, seine Nirndln kaufen und später dann auch noch aufs Scheißhaus geht und eine Lesung einer irischen Gegenwartsautorin gab es auch und vorher noch einen Vortrag über James Joyce und seine Zeitgenossen und dann noch eine Diskussion mit der hiesigen James Joyce Gesellschaft, also sehr interessant.

Nur der Weg nach Haus war etwas anstrengend, denn die Stadt voll von Menschen, überall wurden die Fußballspiele übertragen und das irgendwer 2 zu 0 gewonnen hat, habe ich von Passanten auch gehört, habe aber keine Ahnung wer. Die Leute scheint es aber mehr als der Bloomsday und die Nirndln des Leopold Blooms erregt zu haben.

Zwei Duoveranstaltungen

Heute wieder nach einigen Stunden und zwei Befundbesprechung Utopie-Workshop mit Stephan Teichgräber im Doml, wo ich ja inzwischen seit einem Monat oder so mit ihm alleine bin und was meine Seite betrifft, die eineinhalb Stunden eher zum literarischen Plaudern als zur Werkanalyse benütze.

Aber ich habe mich darauf vorbereitet, habe ich ja am Donnerstag am Fronleichnahmstag meine Bibliothek durchgeputzt und sowohl den “Report der Magd”, als auch die “Rote Zora” gefunden und beide Bücher mit dem vom Jaroslav Rudis in den Workshop mitnehmen wollen und gestern im tschechischen Zentrum hätte ich ihm auch ein Buch über die tschechischen Verlage mitnehmen können, das dann aber dort geleassen und heute auch nur das Altmann-Buch, neben den Orwell, den ich ja immer mitnehme eingepackt, denn wir tun, seit wir zu zweit sind ja nicht mehr ganz so viel, sondern plaudern.

So habe ich Stephan Teichgräber erzählt, daß heuer Tanja Malartschuk beim “Bachmannpreis” lesen wird. Er hat es aber schon gewußt und sie auch einmal in Prag getroffen und hat auf der ukrainischen Seite ihre Werke gegooglet, weil mir erst nach und nach eingefallen ist, daß das Buch das ich von ihr gelesen habe “Biografie eines zufälligen Wunders” heißt.

Dann sind wir aber doch wieder zum Orwell gekommen, haben wieder festgestellt, daß die deutsche Übersetzung offenbar weniger poetische Vergleiche oderMetaphern hat, als die englische Originalausgabe und sind dann auf die “Kleine Grammatik gekommen, die es im Anhang gibt.

Orwell hat da ja eine besonder Sprache gefunden und Vergleiche mit Kemperers LTI liegen natürlich nahe, aber auch der Vergleich zu dem leichter lesen, wenn man alles verkürzt und die Frage wo und wie der Neusprech sinnvoll und nützlich oder das Gegenteil ist und auch der Vergleich zu der neuen Rechtschreibordnung.

Da zitiere ich ja immer gerne die Geschichte, wo ich einmal vor dem offenen Bücherschrank in der Zieglergasse stand. Eine Menge Nöstlinger oder andere “Jugend und Volk Bücher” aus den Siebzigerjahren, ganz schöne, lagen drinnen und draußen stand eine Frau mit einem Mädchen das gerne danach greifen wollte.

“Achtung!”, rief die Mutter.

“Pass auf das ist noch die alte Rechtschreibordnung!”

Und das Kind mußte zwangsläufig nachgeben. Ich habe mit der Mutter ein bißchen diskutiert und kann darüber nachdenken, ob das jetzt Leseförderung ist oder nicht und es war ein interessanter Workshop- Nachmittag.

Nächste Woche fällt es wieder aus, also haben wir noch ein paar Nachmittage, wo wir uns der Utopie des Neusprechs widmen können und ich ging in meine Praxis, machte eine Stunde und empfing dann, was ich ohnehin schon wußte, Doris Kloimstein zur Schreibgruppe. Denn Peter Czak, der die Gruppe eigentlich verschieben wollte, meldet sich derzeit nicht, Klaus Khittel schon und hat auch Interesse, aber leider keine Zeit, der Robert keine Zeit am Mittwoch und die Ruth diesmal einen anderen Termin.

Also haben wir wieder eine Flasche Wein getrunken uns sehr gut über den Literaturbetrieb, den Schmähungen und den Kränkungen, denen man in diesen ausgesetzt ist und noch über vieles anderes unterhalten und diesmal nichts geschrieben und ich kann denen, die an meinen Korrigierfortschritten interessiert sind, frohlockend vermelden, daß ich am Samstag und am Sonnstag da sehr produktiv gewesen bin.

Am Samstag war ich wie vorgenommen beim Friseur und habe ein wenig eingekauft, dann den Text szeneweise zu Ende korrigiert. Am Sonntag das Ganze einmal von vorn nach hinten durchgesehen und bin darauf gekommen, daß vieles noch nicht so passt.

Da habe ich ja auch zeitliche Probleme, denn wann wurde 2017 der Nobelpreiskanditat bekanntgegeben, vor oder nach Frankfurt und vor oder nach der Wahl+<ich glaube erst nachher. Daher mußte ich noch einiges umändern, aber sonst bemühe ich mich sehr zwischen meinen Stunden den Text nicht zu vernachläßigen, so daß ich möglichst bis Ende Jun,i wenn der Alfred wieder zurückkommt, damit fertig bin und mit frischen Plänen für das Neue in die Sommerfrischenwochenende starten kann.

Mal sehen wie es geht? Die Schreibgruppe habe wir einstweilen ad Acta gelegt, denn es kommt ohnehin die Sommerpause und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.

Vom Doml in die Schreibgruppe

Stephan Teichgräber hat dieser Tage wohl sehr viel zu tun, beginnt doch morgen das “Literarischer Lenz in Centrope XI-Festival” im Theaterbrettt in der Münzwardeingasse und so hat der heutige zwei Personen- Workshop schon um halb fünf geendet, da er etwas mit dem Techniker zu besprechen hatte und dorthin mußte.

Seit drei oder vier Wochen bin ich mit ihm ja allein und da geht das Erarbeiten des Skriptums auch besonders langsam vor sich, weil wir immer wieder literarische Gespräche einschalten, denn ich mag es ja zwischen meinen inzwischen recht dichten Stunden einmal in der Woche zwei Stunden Quatschen über Literatur einzuschalten, weil ich ja der Meinung bin, daß ich sehr viel davon verstehe, obwohl mir das nicht alle Leute glauben.

Am Sonntag bei der KritLit sehr wohl, da habe ich, glaube ich, einen Vortragenden sehr damit beeindruckt, als ich ihm erzählte, daß Johannes Urzidil sehr darunter gelitten hat, immer mit dem gleichnamigen sehr bekannten Fußballstar verwechselt zu werden und, daß Josef Hader Stefan Zweig in dem Film “Vor der Morgenröte” spielte und, daß die vorgetragene Textpassage aus der “Welt von Gestern” stammt.

Nun ja, wenn man sich über fünfundvierzig Jahre sehr intensiv mit Literatur beschäftigt, hat das seine Spuren und wenn das niemand merkt, ist das nicht so leicht zu verkraften, deshalb also seit einem Jahr das Mittwöchige Literaturworkshop das zu zweit oder zu dritt stattfindet.

Weil wir immer soviel  literarisch abschweifen geht es mit den zu analysierenden Texten auch nicht so schnell weiter. So sind wir immer noch bei den ersten Seiten von George Orwells “1984”, dem utopischen Klassiker, den ich einmal, lange lang ists her, wahrscheinlich in den Siebzigerjahren in der Wattgasse gefunden habe. Wahrscheinlich war das Buch im Besitz meiner Schwester, vielleicht auch in dem meines Vaters.Gekauft habe ich es mi,r glaube ich, nicht und ich habe es wahrscheinlich auch nicht geschenkt bekommen.

Ich habe es damals als literaturbegeisterte Psychologiestudentin wohl ziemlich unbedarft gelesen und keine Ahnung, daß es wahrscheinlich Orwells Verarbeitung des zweitens Weltkriegs war. Es hat mich aber tief beeindruckt und manche Sätze oder Phrasen daraus gelten inzwischen höchstwahrscheinlich als der Inbegriff der utopischen Literatur, das “Big brother is watching you” beispielsweise oder Sätze wie “KRIEG BEDEUTET FRIEDEN- REIHEIT IST SKLAVEREI – UNWISSENHEIT IST STÄRKE” – Verballhornungen, die man heute überall finden kann, wenn man sich über ein diktatorisches Vorgehen lustig machen will.

Ganz besonders interessant ist dabei wahrscheinlich, daß Stephan Teichgräber, die Metaphern und poetische Vergleichseinteilung aus dem englischen Original übernimmt. Wenn ich dazu aber die deutschen Sätze, die Übersetzung von Kurt Wagenseil nehme, stimmt vieles nicht mehr, sondern wurde literarisch ageschwächt.

Dann mußte ich in meine Praxis und danach sollte wieder einmal unsere Schreibgruppe sein, die ja auf Peter Czaks Wunsch vom Dienstag auf den Mittwoch verschoben wurde.

Das letzte Mal ist nur die Ruth gekommen und wir haben nichts geschrieben. Diesmal war Doris Kloimstein die einzige Gästin, obwohl der Robert und auch Peter Czak zugesagt haben.

Wir haben auf Alfreds Wunsch einen Text über das Alter geschrieben, der vielleicht in meinem nächsten Work on progress Einklang finden wird und werde auf Doris Kloimstein Wunsch noch einmal versuchen einen Termin am sechsten Juni zu fixieren, dann gebe ich es auf.

Denn ich kann ja schreiben und werde es höchstwahrscheinlich noch mit einem weiteren Werk versuchen, beziehungsweise im Juni, wenn der Alfred in Amerika ist, meine “Unsichtbare Frau” fertig  korrigieren.

Die dritte Schreibgruppenvariante

Heute also wieder Schreibgruppe, die unter einem ungünstigen Stern gestanden ist. Seit Februar 2017, seit das Cafe Fortuna, vormals Ludwig geschlossen wurde, finden ja die einmonatigen Schreibtreffs bei mir statt und seit die Kilics nicht mehr dabei sind, sind wir sechs Personen, Peter  Czak, der sich ja schon einmal krankheitshalber zurückgezogen hat, Klaus Khittl, Doris Klomstein aus St.Pölten, Ruth Aspöck, Robert Eglhofer und ich.

Im Jänner war Margit Heumann einmal Gast und die Schreibtreffen bei mir klappten immer erstaunlich gut, im Herbst 2016 noch im Cafe Ludwig waren sie ja ohne dem Peter eher schwach besucht und diesmal war das Treffen besonders wichtig, hatte Peter Czak ja um eine Verschiebung von Dienstag auf Montag gebeten, was ich mit der Gruppe besprechen wollte, er hat dann aber auch für heute abgesagt, die Ruth ist noch krank und der Robert hatte, obwohl er ja mit der Ruth zu Jasminka Derveaux Vortrag über dieLiteratur in Triest in den Pensionistenclub gehen sollte, eine Vorlesung und ist später gekommen. Er kann am Montag nicht, die Ruth auch nicht und zu dritt oder viert kann man ja eher keine Gruppenentscheidungen treffen.

Der Robert ist dann um sieben gekommen, obwohl wir die Treffen der St. Pöltner wegen auf sechs vorverlegt haben und als Thema habe ich, weil ich ja immer schon an meinem neuen Projekt arbeiten will, “Anfänge” vorgeschlagen, das war dem Klaus aber zu allgemein, so schlug die Doris ein seltenes Tier vor, das war dann wieder zu konkret, also einigten wir uns auf “Auschluß” weil der Doris vor kurzem etwas Derartiges passierte oder sie miterlebte und ich dachte, klar ich kann ja bezüglich meiner Magdalena Kirchberg über alles schreiben oder eigentlich auch über nichts, denn so wirklich weiß ich ja schon wieder nicht, über was ich jetzt schreiben will. Über eine Frau, die sich in ihrer Pension zuirückgezogen hat, die eine gleichnamige Tochter hat, ihr Leben ins Netz stellen will und am Abend vom Literaturhaus nach Hause geht und an der Kreuzug Ecke Hofmühlgasse-Pilgramgasse einen weißen BMW stehen sieht.

Das hatten wir nicht nur ein sondern sogar schon zweimal und für allle Kontrollfreas ich habe jetzt wirklich die selbe Szene dreimal geschrieben. Die Jänner und die Februarvariante gibt es oben zu sehen und, wie es weiter geht, werden wir vielleicht im April wissen und ebenfalls, wie und wann es mit der Schreibgruppe weitergeht, die ja jetzt schon sehr lang besteht und die eigentlich sehr lustig ist und zu der ich ja einmal nur dem Robert zuliebe als Gast hingehen und sie mir ansehen wollte.

“Ausschluß- ausgeschlossen- finito aus. Was sind denn das für Worte, die mir da durch den Kopf gehen, dachte Magdalena Kirchberg und seufzte aus. Sehr böse Worte, die an unangenehme Momente ihres Lebens erinnern konnten. An Ausschlußmomente- Kündigungserfahrungen-  und Abgrenzungen. Traumatische Ereignisse ihres Lebens, die sie geprägt hatten, noch prägen konnten und jetzt doch vorüber waren. Vorbei- finito- aus. Dabei hatte sie doch noch gar nicht mit ihrem Leben abgeschlossen, sondern war gerade erst einmal in Pension gegangen.

Ein Anfang also sozusogen, ein Neubeginn, eine neuen Lebensphase, in der sie sich gerade befand. Die sie seit Beginn des Monats angetreten hatte und auch genoß, weshalb ihr eigentlich unklar war, wieso sie sich ausgerechnet heute, als sie  von der Abendveranstaltung im Literaturhaus kommend, mit der Ausschlußfrage beschäftigte.

Ausschluß- ausgeschlossen- finito, aus, hatte sie gedacht, als sie den weißen BMW vorhin an der Kreuzung Wienzeile – Hofmühlgasse stehen sehen hatte und sie die Silouetten, der drei sich darin befindenden Personen, an Oberarzt Dr. Rössler von der Station 6B der psychiatrischen Universitätsklinik des  AKHs erinnert hatte und die sich im Fond befindende Frauengestalt erinnerte  an Schwester Hildegard. Was eigentlich ein Wahnsinn war und gänzlich unwahrscheinlich, denn ihr Aufenthalt auf Station 6B im AKH, war  dreißig Jahre her, so daß sich Dr. Rössler längst in Pension befinden mußte und die psychiatrische Krankenschwester Hildegard würde auch schon an die sechzig sein, während die  im Auto befindene Frauen zwischen zwanzig und dreißig gewesen war und sie sich also auf einer Reise in die Vergangenheit befand.

In ihre Vergangenheit, in eine unangenehme Phase ihres Lebens, an das sie das weiße Auto erinnert hatte. An eine schlimme Lebensphase, wo sie sich sehr ausgeschlossen, ausgegrenzt und abgeschoben gefühlt hatte, was zu dem damaligen Psychiatrieaufenthalt geführt hatte, der heute, da sie ihre Pension inzwischen angetreten hatte, lange schon vergessen war. Zumindest hatte sie das geglaubt. Das weiße Auto an der Kreuzung vor der sie auf das Grünwerden der Ampel gewartet hatte, hatte aber  alte Wunden wieder aufgerissen und sie eines anderen belehrt.

Magdalena Kirchberg hatte inzwischen ihre grüne Jacke ausgezogen und sie auf den Garderobenständer gehängt, danach die kleine Küche betreten. Hatte ein Glas von einem der offenen Regale genommen und sich Rotwein eingeschenkt. Einen tiefen Schluck genommen und danach, ein- beziehungsweise ausgeatmebnt. Sich zugeprostet und “Ausschluß- ausgeschlosen finito aus”, den Gedanken wiederholt, den sie seit einer halben Stunde ununderbrochen dachte und der nicht, obwohl er solange nicht vorhanden war, aus ihrem Kopf zu bekommen war.

In der Pension, das hatte sie sich schon  lange vorgenommen, würde sie sich ihrer Vergangenheit stellen und ihre Memoiren schreiben, beziehungsweise diese in Form eines Blogromans ins Internet stellen. Das hatte sie geplant und trotzdem, obwohl sie nun schon seit zwei Wochen Pensionistin war, noch nicht damit begonnen. Wahrscheinlich, weil es ihr nicht gelungen war, einen diesbezüglichen Anfang dafür zu finden. Was jetzt anders werden könnte, wie sie energisch dachte, als sie einen zweiten tiefen Schluck nahm und sich zuprostete. Ganz anders, denn wenn sie sie über ihren Ausschluß damals, die Ausgrenzung und Kränkung, die ihr einmal widerfahren war, schreiben wollte, könnte sie doch mit der Begegnung im weißen BMW mit Dr. Rössler, Schwester Hildegard und auch mit dem Unfallchirurgen Joachim Sandter, der eigentlich und ganz genau genommen, am Anfang ihrer Ausgrenzung stand, beginnen.”

Fotoshooting am Faschingswochenende

Hill Arches

Hill Arches

Mann auf dem Dach

Mann auf dem Dach

Ich bin ja mit der Ruth im vorigen Mai und Juni, als der Alfred in Amerika war und ich sozusagen Strohwitwe war, die verschiedenen Orte mit Kunst des öffentlichen Raumes abgeklappert und habe da mit ihr jeweils zwanzig Minuten lang einen Spontantext zu dem entsprechenden Kunstwerk geschrieben.

Denn da gibt es einen Folder und einen Verein, der sozusagen die öffentlichen Kunstwerke verwaltet und einen Plan aufgestellt hat, wo sie zu finden sind und ich war damals im Mai und Juni, wir sind gerade erst von unserer Radtour, unseren Geburtstagsgeschenk zu Ruths Siebziger vom Bodensee zurückgekommen und ich war in entsprechender Aufbruchsstimmung, denn das Bibliotheksgespenst im Rohtext fertig und was und wie fange ich jetzt mit meiner Idee von der einsam jeden Abend in einer Pizzeria sitzenden depressiven Frau an?

Da habe ich mir ja eine Rechercheauszeit verordnet, wo Ruths Pläne gerade richtig gekommen sind und Annika Bühnemann, die seit seinem Monat Muutter ist, hatte ja auch die Idee von der zehn Geschichtenchallenge im Monat Juni.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, höchstens das Spontanschreiben wäre der gemeisame Jänner und so habe ich im Mai und Juni sowohl die Texte nach Annikas Bühnemanns Schreibimpulsen, die inzwischen zu der Erzählung “Besser spät als nie” geworden sind, geschrieben, als auch die fünfzehn spontanen Kurztexte, als ich mit der Ruth an fünf Nach- oder Vormittagen durch Wien gewandert oder gefahren bin und die entsprechenden Projekte beschrieben habe.

Das war, glaube ich, zuerst nur als Revanche der Ruth für den Radurlaub gedacht, dann hat sie aber der Ehrgezeiz gepackt, sie hat die Texte bei der GAV eingereiht und drei Veranstaltungen geplant, wo jeweils drei Objekte abgewandert und die Texte vorglesen wurden. Da  die Leute von dem Verein, obwohl sie auch Führungen anbieten, nicht zu erreichen waren, haben wir Robert Eglhofer, der ja auch Kunstgeschichte studierte dazu gewonnen, zuerst eine Einführung zu den Objekten zu halten, bevor die Lesungen beginnen.

die GAV hat die Veranstaltung auf eine pro Jahr reduziert, so daß es wahrscheinlich auch 2019 und 2020 einen solchen Spaziergang geben wird.

Der erste findet am 18 April statt, da werden wir vom Ballhausplatz, wo es das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz gibt, in die Servitengasse zu den “Schlüßel des Vergessens”  fahren, wo es Schlüßel mit den Namen sämtlicher jüdischer Bewohner in einer Vitrine gibt, die vor 1938 in der Servitengasse gewohnt haben und dann noch zum Thuryhof, dem Gemeindebau mit der  1939 entstandenen Plastik von Alfred Crepanz mit der sich  Maria Theresea Litschauer kritisch auseinandersetzte.

Brandmayrgasse

Brandmayrgasse

Thuryhof

Thuryhof

Die Ruth ist dann noch auf die  Idee gekommenm eine Diskussionsveranstaltung über Denkmäler im MUSA anzubieten, so sind wir im August ins Kulturamt zu Julia Danielczyk gegangen, die von der Idee an sich sehr begeistert war, wir hätten aber selber einreichen und uns um die Finanzierung kümmern müßen, so habe ich den Direktor des MUSA und Ruth Kurt Neumann von der “Alten Schmiede” angeschrieben und der hat uns das Angebot gemacht, unsere Texte im “März-Hammer”, der Zeitschrift der “Alten Schmiede”, die auch dem “Augustin” beigeelgt ist anzubieten.

Dazu brauchen wir aber Fotos und die haben wir dieses Wochenende gemacht. So haben wir uns Samstag um zwei mit der Ruth am Karlsplatz getroffen, wo wieder der Mann mit dem Pfedekopf mit seiner Ziehharmonika saß, der inzwischen zwar wahrcheinlich unter das Vermummungsverbot fallen wird, aber vielleicht hat er eine Ausnahmegenehmigung und Henry Moores “Hill Arches” war natürlich der winterlichen Temperaturen wegen, es war auch sehr kalt, verdeckt. Der Alfred konnte aber, glaube ich, Fotos von der Umhülung machen. Dann ginf es in die U-Bahnstation zu  Peter Koglers Röhren und dann in die Rahlgasse zu dem “Mann auf dem Dach.

Danach war es nicht sehr weit zur Albertina und Alfred Hrdlickas “Mahnmal gegen Krieg und Faschismus”, wo wir ja im Mai unsere Spaziergänge begonnen haben. Das heißt, das stimmt nicht ganz, in der Rahlgasse bei Franz West “Gerngroßsäule” waren wir noch vorher und von der Albertina sind wir auf den Ballhausplatz, zu dem schon erwähnten “Mahnmal der Opfer der NS- Militärjustiz gewandert und haben unsere Fototour am Samstag beim Rathaaus beim Wortruba Denkmal abgeschloßen.

Dann wollte wir  in den Rathauskeller, uns aufwärmen und etwas trinken, dort war aber erst wieder ab achtzehn Uhr Betrieb. So sind wir die Florianigasse entlang bis zum “Tunnel” dem Studentenlokal, wo ich vor Jahrzenten einmal mit der Elfi  war, entlanggeschlendert und haben bei einem Glühwein unsere Sonntagsziele festgelegt, die zum größten Teil ein Gang durch das “Nazi-Wien” waren, nämlich zuererst zu der “Idylle” in der Brandmayrgasse. Dann ging es zu der zerstörten Synagoge in der Turnergasse, wo in dem kleinen Park vor dem Gemeindebau, der jetzt dort stehen, die Balken aufgebaut wurden, die auf die Zerstörung während des Novemberprogroms 1938 hinweisen.

Dann fuhren wir nochmals zu einem Gemeindebau, nämlich dem Thuryhof mit der völkischen Skulptur, die von Maria Theresia Litschauer transkribiert wurdeund in der Servitengasse vor der Kirche gab es das Gedenken an die Juden, die damals dort gewohnt haben und deportiert oder vertrieben wurden.

Dann fuhren wir in den Prater, wo wir zuerst in einem Lokal in die Hauptalle gegessen haben, um dann in die Moderne ab- und einzutauchen. Denn da gibt es ja die bemalten U-Bahnstelen bei der WU und bei der Station Aspern Nord die “Aspern-Affairs” von Stephan Huber.

Das war es oder auch nicht, denn auf den Folder gibt es noch viel mehr Kunstwerke, die wir nicht beschrieben haben und eines, ein außertourliches, nämlich die Bilder in der U-Bahnstation Mariahilferstraße haben wir zwar beschrieben, sie sind aber irgendwie nicht in Kurt Neumanns “Hammer-Plänen” enthalten.

Macht ja nichts, kann man alles nachholen, das eine und das andere. Wir haben ohnehin schon besprochen, was wir im Juni, wenn sich der Alfred wieder nach Amerika begeben wird, machen könnten.

Und um uns zu belohnen, sind wir dann noch eine Station weiter mit der U-Bahn in die Seestadt gefahren, wo ich ja auch schon im vorigen Juni war. Sind dort um den See und durch die Straßen marschiert und bei den dortigen offenen Bücherregalen, haben die Ruth und ich uns mit neuen Büchern eingedeckt, die dort in großer Menge auflagen.