Fünfzig Jahre GAV feiern

Wir leben ja in einem Jubiläumsjahr. Am vierundzwanzigsten Mai feiere ich mein fünfzigstes Maturajubiläum und da habe ich sehr euphorisch beschlossen, ab nun zu schreiben und Psychologie ,zu studieren. Das habe ich auch getan. Eine Geschichte, die wahrscheinlich stark von meinen Deutschunterricht inspiriert war, geschrieben und habe mir auch überlegt, wie ich schreiben will. Das literarische Wien von 1973 war ja sehr experimentell.

So kann ich mich erinnern, daß ich in eine Buchhandlung gegangen bin, dort ein Buch von Gerd Jonke aufgeschlagen habe und eigentlich ziemlich ratlos war. Aber ja kurze Sätze, Punkte und Bindestriche. Das habe ich nicht lange beibehalten und den Sommer habe ich sowohl mit einem Work Camp im Westpark Hospital als auch im Gartenhäuschen meiner Eltern am Almweg verbracht.

Da habe ich im Radio Andreas Okopenko “Lexikonroman” in Fortsetzung gehört und Michael Scharangs “Charly Trakor” und irgendwann stand ich am Klo. In der Küche lief das Radio und da hörte ich “Die Grazer Autorenversammlung hat sich gegründet!”

Damit habe ich auch nicht viel anfangen können und wahrscheinlich keine Ahnung gehabt, daß ich da einmal Mitglied werde.

Aber wie war das 1973 mit der österreichischen Literatur. Da gab es den PEN, der von alten konservativen Männern dominiert wurde und die jungen aufstrebenden, wie die schon erwähnten, wie H. C. Artmann, Peter Turrini, Peter Handke, Ernst Jandl und Friederike Mayröcker außen vor ließen.

Die ließen sich das, weil sie langsam anfingen in deutschen Verlagen verlegt zu werden, nicht gefallen, fuhren nach Graz in das Forum Stadtpark, denn das war damals das literarische Eldorado. Achtundfünzig Autoren wurden, glaube ich, eingeladen. Achtunddreißig sind gekommen. Die GAV wurde gegründet und hat sich langsam zum größten österreischischen Schriftstellerverein etabliert und hat eigentlich mit Graz außer der Gründung nicht viel zu tun, denn 1975 wurde schon das erste Büro in der Wiener Schwertgasse bezogen und ich bin 1978 oder 1979 i n den “Arbeitskreis schreibender Frauen” gekommen und habe da langsam langsam von der GAV gehört. Die Elfriede Haslehner und noch einige andere waren wahrscheinlich früher dran als ich.n

Ich habe, glaube ich, 1986 mein Aufnahmeansuchen gestellt und wurde ein Jahr später aufgenommen. Damals war, glaube ich, Ernst Jandl Präsident und Josef Haslinger ,der Generalsekretär und für mich ist die GAv sehr wichtig.

Auch wenn ich da ein wenig außen vor stehe. Aber von 2002 und dann von 2003 bis 2009 den “Tag der Freiheit des Wortes, den Gerhard Kofler, der nach Josef Haslinger Generalsekretär war, glaube ich, unter den Tisch fallen lassen wollteieß. Eine Zeitlang habe ich auch die Frauenlesung “Die Mittleren” veranstaltet und zweimal war ich in der Aufnahmejury und gehe ziemlich regelmäig zu den Generalversammlungen, zu den Arbeitskreisen zu den Jour fixes und so feiern wir beide ich und die GAV heuer unser fünfzigjähriges Jubiläum, was sich ja irgendwie auch verbinden läßt.

Ich schreibe ein paar Jubel- oder eher Jammerartikel.

Warum bin ich nicht erfolgreich? Warum werde ich übersehen?, die dann der Uli wieder “Weil Sie es nicht können und uneinsichtig sind!” kommentier! und am vierundzwanzigsten, wo ich mit dem Alfred höchstwahrscheinlich den Main entlang rade, erscheint, der “Fünfzig Jahre-Artikel” und die GAV tut das dieses Woche.

Blöderweise tut sie das parallel mit der KritLit,so daß man sich wieder zweiteilen müßte. Aber teilweise liegen die Veranstaltungsorte nebeneinander, so daß man hin und her switschen kann. Am Freitag und am Samstag wird das in der Kundstankstelle und in der Brunnenpassage sein. Am Dnnerstag hat das Büro zu einem Stadtspaziergang geladen und der hat in der schon erwähnten Schwergasse begonnen, wo das erst GAV-Büro war. Da versammelten sich zwanzig bis dreißig GAV- Mitglieder und auch andere, denn die Veranstaltung war ja öffentlich und Ilse Kilic,, die als ich in die GAV gekommen bin, dort Sekretärin war und Josef Haslinger erzählten, das was ich schon beschrieben habe.

Die zweite Station war die “Alte Schmiede”, denn da gab es von Anfang an Verbindungen. Kurt Neumann, der glaube ich 1975 die “AS” begründet hat und Gerhard Jaschke der nach Gerhard Kofler Generalsekretär war, erzählten von den Symposien, die die GAV in Verbindung mit der AS von 1979 bis 1991 veranstaltet hat.

Die waren damals ziemlich bombastisch, fanden zum Teil auch im Konzerthaus statt, Erich Fried, Karin Struck und andere damalige Berühmtheit sind aufgetreten. Die dritte Station und da bin ich mit der Ruth, die ja im GAV-Vorstand ist und, glaube ich, länger, als ich, dort Mitglied ist, in die Rasumovskygasse, wo sich das Büro seit 1988 befindet, hinmarschiert und das ist interessant. Denn das Büro befindet sich in dem Haus in dem Robert Musil einmal lebte, zwar nicht in derselben Wohnung, sondern einen Stock darüber, aber die Musil Gesellschaft wollte dort eine Musil Wohnung haben und hat sich dann nicht sehr darum gekümmert, so ist die GAV dort eingezogen und führt die Besucher, die sich mit Musil beschäftigen wollen auch herum, was ich interessante finde, da ich mir Robert Musil, den Schöpfer des “Mannes ohne Eigenschaften” eigentlich nicht als GAV-Mitglied vorstellen kann.

Es ist aber einer gekommen, der den “Tag der offenen Tür” dafür nützte sich die MusilWohnung anzuschauen. Die anderen GAV-Mitglieder waren wohl am Austausch interessiert. Es gab Wein, Bier und Brötchen. Margot Koller habe ich gesehen, Wally Redtenbacher, den Jopa , der auch seine Eltern mitbrachte, Christl Greller,Jörg Pieringer, Ilse Kilic, die, derzeit, glaube ich, die Präsidentin ist und morgen geht es mit einer öffentlichen Vollversammlung weiter, die in der Kulturtankstelle in der Grundmanngasse ein paar Gassen von der Brunnenpassage entfernt, stattfand. Da gab es eine große Ausstellung, Bilder von Anton Blitzstein, den ich, glaube ich, in die GAV gebracht habe, Gerhard Jaschkes “Feribords” und die Autorenbilder der Eva-Maria Geisler waren ausgestellt und ein paar Filmaufnahmen gab es auch zu sehen.

Dann begann die Vollversammlung. Ilse Kilic eröffnete und es ging zuerst um die prekäre Frage, wie das mit der GAV und dem PEN und den Unverträglichkeitsparagraphen ist. Ruth Aspöck hielt da ein Eingagnsstatement, in dem sie sich für die Beibehaltung aussprach. Roland Innerhofer, der, glaube ich, ein Buch über die GAV geschrieben hat und einmal auch Generalsekretär war, wiederholte die Historie und nach einer Pause ging es, um die Veränderung des Schreib- und Leseverhaltens der letzten fünzig Jahre.

Da haben wir ja schon bei dem Vernetzngstreffen vor ein paar Wochen im Literaturhaus einiges gehört, was Ilse Kilic wiederholte und ich auch miterlebt habe.

Jetzt schreiben mehr Leute und lesen weniger. Das Veröffentlichen ist leicht, denn man kann es selber machen. Aber die Leute lesen nur mehr dreieinhalb Bücher im Jahr. Vor ein paar Jahren habe ich noch acht oder neun gehört und Jörg Piringer erklärte uns dann, wie das mit der künstlichen Intelligenz ist und wie gut oder schlecht sie Texte schreiben kann? Das war es dann und die Versammlung schloss nach ein paar Stunden mit dem Aufruf nun die KritLit zu besuchen, was ich auch tat und mich dabei mit einer Kollegin gut unterhielt.

Am Samstag ist es mit der sogenannten Stationenlesung an verschiedenen Orten in der Grundsteingasse weitergegangen. Das heißt, da wurden zwanzig Autoren ausgewählt, die zwanzig Minuten lesen druften und da hat die Ruth schon am Freitag erwähnt, daß sich der GAV-Vorstand davon ausgenommen hat.

Das ist sicher positiv und demokratisch, noch besser wäre aber gewesen, wenn man sich dafür melden hätte können, denn ich wurde natürlich nicht ausgewählt und dann gab es noch einen Film mit “Fünfzig Lesungen zu fünfzig Jahre GAV”, den der August Bisinger machte und den man in der “Kunsttankstelle” ansehen konnte. Da war ich auch nicht dabei. Also nur Publikum, bin aber getreulich von der KritLit, wo ich den Samstag verbracht habe, um fünf zur “Kunsttankstelle” marschiert, da die Lesungen dort von Julia Danielcyck eröffnet wurde.

Das war sehr feierlich und es sind auch eine Menge GAV Kollegen und andere Besucher gekommen. Bis sieben konnte man etwas trinken oder sich die Ausstellung und die Videos ansehen. Da habe ich ein bißchen in die Lesung von Julian Schutting hineingehört und mir dann das andere Video zu “Dreißig Jahre GAV,” auch von August Bisinger gemacht, angesehen und das war interessant.

Denn da lasen Friederike Mayröcker, Walter Pilar und wahrscheinlich achtundzwanzig andere, zum Teil in einem Garten. Man sah Schlangen und Einchhörnchen, sowie die Portraits der Eva-Maria Geisler, zum anderen Teil ging es um eine Lesung im Literaturhaus, an die ich mich nicht erinnern kann, daß ich da gewesen bin, habe mich aber, glaube ich, kurz im Publikum gesehen.

Da kann ich mich nur an eine Lesung im AK-Theater erinnern, wo noch H. C. Artmann aufgetreten ist, das war aber wahrscheinlich das fünfundzwanzigste Jubiläum.

Gelesen habe ich da natürlich nicht, sondern die damalige Größen von denen einige, wie der Werner Herbst, der Helmut Eisendle, die Elfriede Gerstl, die Heidi Pataki schon gestorben sind und interessant ist auch, daß es, ich habe zwar nicht den ganzen Film gesehen, bei den Lesenden nur drei Frauen waren, denn um sieben bin ich in die Galerie Wechselstrom gegangen, die der Kulturtankstelle gegenüberlag und da haben Julian Schutting, Margret Kreidl, Mila Haugova aus Bratislava, die zweimal bei meinen “Tagen der Freiheit des Wortes” gelesen hat, Bettina Balaka und O.P. Zier gelesen. Die anderen Stationen waren die “masc Foundation”, in der Grundsteingasse 40, der offene Bücherschrank, Ecke Brunnengasse, wo ich schon einmal gelesen habe und “woodlab”,Nummer 14.

Leider haben die Lesungen gleichzeitg stattgefunden. Man mußte sich also entscheiden, was man hören wollte. Fritz Widhalm hat sich auch noch am Gürtelbogen als Dj betätigt.

Das habe ich aber ausgelassen und damit, daü ich in der “Kunsttankstelle” noch kurz mit Rudi Lasselsberger und Alexandra Millner , unterhielt, beziehungsweise an den anderen Stationen, wo aus der “masc foundation” lauter Jubel kam, vorbeiging, die GAV-Feiern abeschlossen und kann sagen, daß es sehr intensive Tage waren, ich interessante Begegnungen hatte und Erinnerungen wieder auflebten, weil mir die GAV sehr wichtig und mein Einstieg in den Literaturbegtrieb ist, obwohl ich da, wie ich wieder merkte, sehr abseits stehe.

Spaziergang zum Zentralfriedhof

Ich bin ja, wie ich immer schreibe eine Stadtflaneurin oder begnadete Spaziergängerin, die alles zu Fuß geht und so wenig, wie möglich die Öffis nimmt. Das hat sich im letzten jahr durch meinen Unfall ein wenig geändert, jetzt muß ich wegen Corona beziehungsweise Maskenpflicht wieder, aber so lange Spaziergänge sind jetzt eigentlich ohnehin nicht mehr, da ja kaum Veranstaltungen, an der Tagesordnung.

Früher habe ich meine Psychologenkollegin Irmgard G. gelegentlich in Hütteldorf besucht und bin hin und hermarschiert und dann war ich in den letzten Jahren ein paar Mal bei einem Begräbnis am Zentralfriedhof.

Bei dem der Heidi Pataki bin ich gewesen, bei der Elfriede Gerstl, bei der Friedl Hofbauer, zuletzt vor mehr als zwei Jahren bei dem der Ingrid Wald, aber da habe ich vorher so viel Stunden gehabt, daß sich das Gehen nicht ausgegangen ist und nachher die Lesung in der “Alten Schmiede” und auch sonst bin ich hin und wieder ein paar Stationen zwischendurch mit der Straßenbahn gefahren, denn das Gehen ist ja, noch dazu wenn man bald siebzig wird, anstrengend, hätte ich mir wahrscheinlich normalerweise gedacht und zwischen durch ein paar Erholungsstationen eingelegt, geht als Maskenverweigerin in Corona-Zeiten aber nicht und so bin ich heute Vormittag losmarschiert, weil ich vorige Woche die Benachrichtigung bekommen habe, daß mein lieber Psychologenkollge Wolfram Huber am zweiundzwanzigsten Juli seinem Krebs erlegen ist und mit dem Wolfram, der nach dem Fall der Mauer aus der DDR nach Österreich gekommen ist, war ich ja jahrelang in der Vertragspsycholgengruppe.

Die Gruppe gibt es nicht mehr. Ich habe auch izwischen keinen Kassenvertrag für Psychodiagnostik und der Wolfram ist auch schon vor einigen Jahren in Pension gegangen da hat er sich der Bertha von Suttner zugewandt und wollte über sie ein Buch herausbringen, das ist, glaube ich, unfertig geblieben und das letzte Mal habe ich vor Weihnachen vom Wolfram etwas gehört. Da wollten wir uns treffen, dazu ist es dann nicht mehr gekommen.

Aber ich bin heute losmarschiert, habe mir sozusagen einen Recherchetag mit Friedhofsbesuch gemacht und das war ja auch schon einmal so, als ich nach Grinzing hinausmarschiert bin um Andreas Okopenko die letzte Ehre zu geben.

“Du brauchst drei Stunden!”, hat der Alfred zu mir gesagt und weil ich schon lange nicht mehr dort war und mir auch Zeit lassen wollte beziehungsweise keine Stunden hatte, bin ich vor elf losmarschiert.

Leider war das Wetter nicht so besonders schön und es hat leicht geregnet. Ich hatte meine gelbe Regenjacke an, was insofern nicht so unpassend war, als daß Wolframs Frau Brigitte mir geschrieben hat, daß Wolfram, weil ein fröhlicher Mensch sich bunte Kleider wünschte.

So bunt ist es dann nicht gewesen. Bei mir und auch bei den anderen nicht und ich habe gesehen, daß ich wahrscheinlich schon, um zwölf draußen bin, um halb drei wars angesagt, eine Station im EKZ-Simmering gemacht, mein Notizbuch herausgenommen und mir das Maskentreiben angesehen. In Einkaufszentren darf man ja ohne, in Supermärkten nicht und, wie ist das wenn ich mir beim “Ströck” oder bei der Nordsee” von der Theke etwas holen will?

Habe ich nicht, denn es war ja ein Leichenschmaus oder kleiner Imbiß angesagt, habe aber viele Masken gesehen und weil elfter Bezirk auch viele Frauen, die dazu noch ein Kopftuch hatten. Der Uli würde jetzt sicher toben, war aber nicht da und ich bin etwa eine dreiviertel Stunde sitzen geblieben, habe in mein Buch eingetragen und mir das weitere Konzept für das “Notizbuch” überlegt. Da habe ich ja das Ganze die siebzehn Szenen, die ich schon habe, zwei Seiten kürzer gemacht, habe aber noch immer kein wirkliches Konzept, beziehungsweise Handlungsplan.

Mal sehen, kommt vielleicht noch, interessant war das Einkaufserlebnis im August 2020 mit Vermummung trotzdem und am Zentralfriedhof war ich immer noch eine Stunde zu früh, habe mir gedacht “Uje, uje, was mach ich da, wenn die mich ohne Maske nicht hineinlassen?”, habe aber dann gesehen, es gibt ein Kurcafe Oberlaa, bezwiehungsweise eine Filiale der berühmten Konditorei und mich auf einen Kaffee und ein Croissant hineingesetzt.

Es gibt inzwischen, ich war schon länger nicht da, denn die Verabschiedung der Ingrid Wald fand ja in der Feuerhalle gegenüber statt, sogar ein Museum und davon hat mir eine Klientin erzöhlt, denn die war auch auf einem Begräbnis dort, hatte aber ihre M<maske vergessen und hat sie sich dann dort gekauft.

Das tat ich natürlich nicht, sondern habe mir die Halle eins gesucht und geschaut, ob ich jemanden kenne, außer den Psychologiekollegen wohl kaum, obwohl ich ja zweimal beim Wolfram eingeladen war.

Es standen dann auch ein paar mir unbekannte Personen vor der Halle, die Silvia, die ich eigentlich erwartet hätte oder die Brigitte G. aber nicht und so bin ich, als ich gesehen habe, daß alle ihre Masken herausgezogen haben, draußen geblieben, beziehungsweise habe mich wieder auf die Bank gesetzt, habe dann die Pfarrerin mit dem Kreuz einmarschieren gesehen und das Auto vorfahren, das später den Sarg transportierte, ein Friedhofsgärtner ist auf seinem Fahrrad gekommen und hatte eine offensichtliche Putzfrau begrüßt, interessant, interessant, die Beobachtungen, für mein rotbraunkariertes Notizbuch kann ich es wohl nicht brauchen und dann kamen schon die Trauergäste und ich habe die Petra Rau und die Gertraud Müller entdeckt und bin mit ihnen bis zum Grab marschiert.

Statt Erde gab es Rosenblüten in den Sarg zu werfen und der Imbiß hat im Concordia Schlößel stattgefunden, wo ich auch nach dem Begräbnis der Ingrid Wald und der Friedl Hofbauer war. Danach zurück durch das mehr oder weniger maskierte Wien, habe von meinem lieben Kollegen Abschied genommen und vielleicht ein paar Impressionen gehabt, die ich für mein Projekt verwenden kann.

Die Füße tun mir jetzt weh und zwei Bücher, habe ich in einer Schachtel vor der Schule in der Schäffergasse auch gefunden, darunter war ein Novellenband des Nobelpreisträgers von 1910, Paul Heyse und von dem habe ich einmal bei einem Ebner-Eschenbach-Symposium gehört, wo der der Wolfram auch war.

Fotoshooting am Faschingswochenende

Hill Arches

Hill Arches

Mann auf dem Dach

Mann auf dem Dach

Ich bin ja mit der Ruth im vorigen Mai und Juni, als der Alfred in Amerika war und ich sozusagen Strohwitwe war, die verschiedenen Orte mit Kunst des öffentlichen Raumes abgeklappert und habe da mit ihr jeweils zwanzig Minuten lang einen Spontantext zu dem entsprechenden Kunstwerk geschrieben.

Denn da gibt es einen Folder und einen Verein, der sozusagen die öffentlichen Kunstwerke verwaltet und einen Plan aufgestellt hat, wo sie zu finden sind und ich war damals im Mai und Juni, wir sind gerade erst von unserer Radtour, unseren Geburtstagsgeschenk zu Ruths Siebziger vom Bodensee zurückgekommen und ich war in entsprechender Aufbruchsstimmung, denn das Bibliotheksgespenst im Rohtext fertig und was und wie fange ich jetzt mit meiner Idee von der einsam jeden Abend in einer Pizzeria sitzenden depressiven Frau an?

Da habe ich mir ja eine Rechercheauszeit verordnet, wo Ruths Pläne gerade richtig gekommen sind und Annika Bühnemann, die seit seinem Monat Muutter ist, hatte ja auch die Idee von der zehn Geschichtenchallenge im Monat Juni.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, höchstens das Spontanschreiben wäre der gemeisame Jänner und so habe ich im Mai und Juni sowohl die Texte nach Annikas Bühnemanns Schreibimpulsen, die inzwischen zu der Erzählung “Besser spät als nie” geworden sind, geschrieben, als auch die fünfzehn spontanen Kurztexte, als ich mit der Ruth an fünf Nach- oder Vormittagen durch Wien gewandert oder gefahren bin und die entsprechenden Projekte beschrieben habe.

Das war, glaube ich, zuerst nur als Revanche der Ruth für den Radurlaub gedacht, dann hat sie aber der Ehrgezeiz gepackt, sie hat die Texte bei der GAV eingereiht und drei Veranstaltungen geplant, wo jeweils drei Objekte abgewandert und die Texte vorglesen wurden. Da  die Leute von dem Verein, obwohl sie auch Führungen anbieten, nicht zu erreichen waren, haben wir Robert Eglhofer, der ja auch Kunstgeschichte studierte dazu gewonnen, zuerst eine Einführung zu den Objekten zu halten, bevor die Lesungen beginnen.

die GAV hat die Veranstaltung auf eine pro Jahr reduziert, so daß es wahrscheinlich auch 2019 und 2020 einen solchen Spaziergang geben wird.

Der erste findet am 18 April statt, da werden wir vom Ballhausplatz, wo es das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz gibt, in die Servitengasse zu den “Schlüßel des Vergessens”  fahren, wo es Schlüßel mit den Namen sämtlicher jüdischer Bewohner in einer Vitrine gibt, die vor 1938 in der Servitengasse gewohnt haben und dann noch zum Thuryhof, dem Gemeindebau mit der  1939 entstandenen Plastik von Alfred Crepanz mit der sich  Maria Theresea Litschauer kritisch auseinandersetzte.

Brandmayrgasse

Brandmayrgasse

Thuryhof

Thuryhof

Die Ruth ist dann noch auf die  Idee gekommenm eine Diskussionsveranstaltung über Denkmäler im MUSA anzubieten, so sind wir im August ins Kulturamt zu Julia Danielczyk gegangen, die von der Idee an sich sehr begeistert war, wir hätten aber selber einreichen und uns um die Finanzierung kümmern müßen, so habe ich den Direktor des MUSA und Ruth Kurt Neumann von der “Alten Schmiede” angeschrieben und der hat uns das Angebot gemacht, unsere Texte im “März-Hammer”, der Zeitschrift der “Alten Schmiede”, die auch dem “Augustin” beigeelgt ist anzubieten.

Dazu brauchen wir aber Fotos und die haben wir dieses Wochenende gemacht. So haben wir uns Samstag um zwei mit der Ruth am Karlsplatz getroffen, wo wieder der Mann mit dem Pfedekopf mit seiner Ziehharmonika saß, der inzwischen zwar wahrcheinlich unter das Vermummungsverbot fallen wird, aber vielleicht hat er eine Ausnahmegenehmigung und Henry Moores “Hill Arches” war natürlich der winterlichen Temperaturen wegen, es war auch sehr kalt, verdeckt. Der Alfred konnte aber, glaube ich, Fotos von der Umhülung machen. Dann ginf es in die U-Bahnstation zu  Peter Koglers Röhren und dann in die Rahlgasse zu dem “Mann auf dem Dach.

Danach war es nicht sehr weit zur Albertina und Alfred Hrdlickas “Mahnmal gegen Krieg und Faschismus”, wo wir ja im Mai unsere Spaziergänge begonnen haben. Das heißt, das stimmt nicht ganz, in der Rahlgasse bei Franz West “Gerngroßsäule” waren wir noch vorher und von der Albertina sind wir auf den Ballhausplatz, zu dem schon erwähnten “Mahnmal der Opfer der NS- Militärjustiz gewandert und haben unsere Fototour am Samstag beim Rathaaus beim Wortruba Denkmal abgeschloßen.

Dann wollte wir  in den Rathauskeller, uns aufwärmen und etwas trinken, dort war aber erst wieder ab achtzehn Uhr Betrieb. So sind wir die Florianigasse entlang bis zum “Tunnel” dem Studentenlokal, wo ich vor Jahrzenten einmal mit der Elfi  war, entlanggeschlendert und haben bei einem Glühwein unsere Sonntagsziele festgelegt, die zum größten Teil ein Gang durch das “Nazi-Wien” waren, nämlich zuererst zu der “Idylle” in der Brandmayrgasse. Dann ging es zu der zerstörten Synagoge in der Turnergasse, wo in dem kleinen Park vor dem Gemeindebau, der jetzt dort stehen, die Balken aufgebaut wurden, die auf die Zerstörung während des Novemberprogroms 1938 hinweisen.

Dann fuhren wir nochmals zu einem Gemeindebau, nämlich dem Thuryhof mit der völkischen Skulptur, die von Maria Theresia Litschauer transkribiert wurdeund in der Servitengasse vor der Kirche gab es das Gedenken an die Juden, die damals dort gewohnt haben und deportiert oder vertrieben wurden.

Dann fuhren wir in den Prater, wo wir zuerst in einem Lokal in die Hauptalle gegessen haben, um dann in die Moderne ab- und einzutauchen. Denn da gibt es ja die bemalten U-Bahnstelen bei der WU und bei der Station Aspern Nord die “Aspern-Affairs” von Stephan Huber.

Das war es oder auch nicht, denn auf den Folder gibt es noch viel mehr Kunstwerke, die wir nicht beschrieben haben und eines, ein außertourliches, nämlich die Bilder in der U-Bahnstation Mariahilferstraße haben wir zwar beschrieben, sie sind aber irgendwie nicht in Kurt Neumanns “Hammer-Plänen” enthalten.

Macht ja nichts, kann man alles nachholen, das eine und das andere. Wir haben ohnehin schon besprochen, was wir im Juni, wenn sich der Alfred wieder nach Amerika begeben wird, machen könnten.

Und um uns zu belohnen, sind wir dann noch eine Station weiter mit der U-Bahn in die Seestadt gefahren, wo ich ja auch schon im vorigen Juni war. Sind dort um den See und durch die Straßen marschiert und bei den dortigen offenen Bücherregalen, haben die Ruth und ich uns mit neuen Büchern eingedeckt, die dort in großer Menge auflagen.