Der zehnte Alpha-Literaturpreis

Drei ehemalige PreisträgerInnen

Drei ehemalige PreisträgerInnen

Clarissa Stadler, Malte Borsdorf

Clarissa Stadler, Malte Borsdorf

Hurrah, hurra, den Alpha gibt es schon zehn Jahr, 2010 wurde der erste an Thomas Stangl vergeben, ich habe durch die Zeitschrift “Buchkultur” davon erfahren, bin hingegangen, habe gesehen, da müßte man eigentlich eingeladen sein, aber trotzdem einen Platz bekommen und bin mit einigen Casino Mitarbeitern auch in ein  nettes Gespräch gekommen.

2011 als Anna Elisabeth Mayer den Preis gewonnen hat, habe ich hingeschrieben, mich angemeldet und um eine Einladung gebeten, keine Antwort bekommen und als ich hingegangen bin, wurde ich hinausgeschmissen, was mich, wie meine Leser wahrscheinlich wissen, ein bißchen traumatisierte, so daß ich mich erst zwei Jahre später traute, auf der “Buch Wien” die Verantwortlichen daruaf anzusprechen, weil es ja immer noch in der “Buchkultur” angekündet war.

Clarissa Stadler, Angela Lehner

Clarissa Stadler, Angela Lehner

Clarissa Stadler, Martin Peichl

Clarissa Stadler, Martin Peichl

Herr Leitgeb hat sich sehr lieb, um mich gekümmert und mir ab 2013 zeitgleich zu meinem sechzigsten Geburtstag eine Einladung verschafft und seither pendle ich Jahr für Jahr zum “Alpha” diesen Literaturpreis, wo es von der Haupbücherei unter Christian Jahl, eine Vorauswahl gibt und dann die Shortlist bei einer Gala vorgestellt und der Preis vergeben wird.

Zehn Preisträger, neun Frauen und ein Mann und fast alle prämierten Bücher habe ich bisher gelesen, da mir ja der Vater von Anna Elisabeth Mayer, als sie den “Priessnietz-Preis” gewonnen hat, ihr Buch “Fliegengewicht” zusandte und ich zu Iris Wolff “Als ob es regnet”, leider ob meiner über langen Leseliste noch nicht gekommen bin, aber heuer am Tisch mit einigen ehemaligen PreisträgerInnen nämlich Karin PeschkaMarie Luise Lehner und Iris Wolff gesessen bin, so daß es mir ihr Mann sehr zu lesen empfahl.

Preisübergabe

Preisübergabe

Aus der Longlist wurden heuer Angela Lehners “Vater unser”, die ja auf sämtlichen Preislisten steht und einige davon auch schon gewonnen hat, der mir bisher eher unbekannte Malte Borsdorf mit “Flutgebiet” und Martin Peichl “Wie man Dinge repariert” ausgewählt und Angela Lehner hat, wie eigentlich von mir erwartet, mit ihrem fulminantem Roman gewonnen.

Der Alfred, der mich ja zur Preisverleihung begleitet und schöne Fotos dazu macht, hat in einem “Falter-Artikel” über sie und Raphaela Edelbauer gelesen und beide Debutantinnen können ja am Montag beim “Österreichischen Buchpreis” gewinnen, ich wünsche beiden, deren Bücher mir ja sehr gefallen haben, alles Gute und freue mich über die beiden anderen Büücher, soferne ich zum Lesen komme, denn es geht ja alsbald weiter mit dem Preisregen, der mich in nächster Zeit erwartet oder an mir vorüber geht, bis es zur “Buch-Wien” geht, wo ich heute schon ein Mail mit sämtlichen Bloggerangeboten bekommen habe.

Und da dachte ich, ich wäre die einzige Bloggerin, die sich dafür interessiert. Wahrscheinlich weit gefehlt und ich gratuliere Angela Lehner herzlich zu dem “Alpha”, wünsche ihr für den “öst Debutpreis” alles Gute und bin gespannt, ob sie auf die Blogger Shortlist kommt, wo ich ja ein wenig mitstimmen kann.

Allerdings habe ich da noch keine Ahnung, wer sonst noch oder überhaupt dafür nominiert ist und bin daher gespannt und übrigens, wer es wissen will, die Frage, wie Eva Gruber aus München oder wo auch immer ausgerechnet ins OWS überstellt wurde, hat mir auch Angela Lehner nicht beantworten köpnnen. Nur gemeint, daß sie vielleicht eine Psychose hatte, der Psychiater und Jurysprecher Paulus Hochgatterer hat aber eine sehr schöne und auch sehr lange Laudatio für sie gehalten.

Radiophoner Gerstl-Abend

Die “Alte Schmiede” hat ja eine Hörspielschiene und so stellt Andreas Jungwirth viermal im Jahr radiphone Werke vor, früher hat das, glaube ich, Christiane Zintzen so gemacht und der heutige Abend war in drei Teilen Elfriede Gerstl gewidmet, die ja im April ihren zehnten Todestag hatte.

Das heißt so ganz stimmt das nicht, denn dem Hörspiel und dem Feature war nur der erste und der dritte Teil gewidmet, im zweiten performierten  Elfriede Gerstls Lebensmensch Herbert J. Wimmer zusammen mit Judith Nika Pfeifer eine “schnelle gerstl poesie revue”, das heißt, sie projezierten Fotos, die sie in Berlin und in Antwerpen aufgenommen haben, wo sie Passanten Gerstl-Texte in die Hand drückten, die dann in die Kamera läechelten, denn Elfriede Gerstl hat ja in den Sechzigerjahren eine Zeitlang in Berlin gelebt und beim literarischen Colloquium an einer Prosa-Werkstatt teigenommen, wo sie mit elf Männern unter Günter Grass sehr gelitten haben soll.

Im ersten Teil gab es aber die Wiederholung einer Tonspur die 2009 und 2019 gesendet wurde, von Eva Roither “Elfriede Gerstl. Erinnerungen an eine streitbare Dichterin”.

Da wurde die Kindheit der Dichterin, die ich ja sehr gut gekannt habe, weil sie nicht nur viel mit ihren Hut in Wien herumgegangen ist, sondern selber oft Gast in der “Alten Schmiede” war und einmal auch bei meinem literarischen Geburtstagsfest gelesen hat, erwähnt.

Elfriede Gerstl hat sich ja mit ihrer Mutter in der Nazi-Zeit in verschiedenen Wohnungen versteckt.

Elfriede Jelinek, Judith Bisinger, die Tochter, Herbert J. Wimmer und andere sind zu Wort gekommen und haben aus Elfriede Gerstls Leben und ihren literarischen Werdegang erzählt.

Nach dem Krieg hat sie sowohl Medizin, als auch Psychologie studiert. Dann ist sie, wie schon erwähnt, nach Berlin gegangen, beziehungsweise ist sie von dort hin- und hergependelt, weil ihr das Wohnungsamt sehr lang eine Gemeindewohnung verweigert hat und meinte sie könnte ihre Gedichte ja auch im Park oder im Cafe schreiben.

Sie hat Gerald Bisinger geheiratet, von ihm die Tochter Judith bekommen, mit der Enkeltochter habe ich ja im Juni bei der Lesetheateraufführung im Literaturhaus lang gesprochen, die teilweise von der Großmutter aufgezogen wurde.

Der Roman “Spielräume” ist entstanden, den “Rowohlt” ursprünglich herausgebeben wollte, was sich aber zerschlagen hat. Erfolg ist dann erst 1999 mit dem “Trakl- und dem “Friedpreis”, den ihr Elfriede Jelinek als Jurorin zuerkannt hat, gekommen.

2009 ist sie, wie schon erwähnt gestorben, “Droschl” hat dann ihr Gesamtwerk in vier oder fünf Bänden wiederaufgelegt. Es gab ein Symposium und Veranstaltungen in der “Alten Schmiede” und an anderen Orten und im dritten Teil wurde ein “Hörspieldialog” von Ruth Johanna Benrath unter dem Titel “GEH DICHT DICHTIG!” gesendet, wo Dörte Lyssewski, die Benrath-Texte, Gerti Drassl, die Gerstl Stimme sprach und eine Musikerin das Ganze auch noch musikalisch unterlegte.

War sehr spannend, wenn auch ein bißchen ungewöhnlich und ich bin nicht sicher, ob es Elfriede Gerstl gefallen hätte?

Vielleicht aber schon, war sie ja eine tolerante Frau, die nach ihren beiden Preisen sehr oft zu den Lesetheateraufführungen gekommen sind, wo die Frauen ihre Texte lasen und sie ihnen mit ihrer Anwesenheit, das Publikum und die Aufmerksamkeit brachte, was sie genau gewußt hat.

Vom Dramatik-Workshop zum Slam-B

Ich bin ja eine, wie ich immer schreibe, mit einem offenen Literaturgeschmack, von Peter Handke zu Sophie Kinsella sozusagen, schräg über den Tellerrand, nur eine Theatergeherin bin ich eigentlich nicht, das liegt wohl auch an meinem Hang zur Sprarsamkeit, beziehungsweise bin ich als Studentin jede Woche in die Oper, aber nur sehr selten ins Burgtheater gegangen.

Warum, weiß ich eigentlich nicht so genau, denn ich habe mich ja schon damals für Literatur interessiert und seit meiner Matura geschrieben, aber wahrscheinlich, weil ich schon damals eine Romanschreiberin war.

ich erinnere mich aber an einige sehr schöne “Professor Bernhardi” Aufführungen, eine im Residenztheater in München, als ich dort mit Sechzehn oder Siebzehn mit meinen Eltern und meiner Schwester, ein Wochenend lang war und wohl noch keine Ahung von Arthur Schnitzer hatte, dann eine im Burgtheater und eine sehr schöne Lesetheateraufführug habe ich auch einmal gesehen, aber ansonsten galt Theater interessiert mich nicht und wenn ich mal in den Schränken ein Theaterstück fand, habe ich es meistens zurückgelegt.

Aber man soll auch über seine Vorurteile hinwegkommen und so habe ich Stephan Teichgräber bezüglich seines Dramatikworkshops zuerst abgesagt, weil wir ja jede zweite Woche nach Harland fahren, dann bin ich aber mit dem Kalender zu ihm gegangen und wir haben uns vor zwei Wochen auch den Burgtheaterspielplan angesehen und ich habe, wenn man es so will, mein Theaterpensum, in der Ankündigung steht ja auch etwas, das man die Bereitschaft die Aufführungen zu besuchen, zum Workshop mitbringen soll, auch schon abgeleistet, denn im Rabenhof treten ja derzeit die “Staatskünstler” auf und die, Thomas Maurer, Robert Palfrader und Florian Scheuba waren, glaube ich, am Montag nach der Wahl, wo ja die Grünen wieder gewonnen haben, im “Leporello” oder in Morgenjournal und da haben sie offenbar, die besten fünf Minuten des Programms so zusammengeschnitten, daß ich die Vorstellung unbedingt sehen wollte.

So waren wir am Montag dort “Jetzt erst Recht”, hat die Vorstellung geheißen, aber wenn man, wie ich, sich die Diskussionen in  Oe 24 und auch die Videos von Martin Sellner im Internet anschaut, ist man da schon bestens informiert und, wie heißt das so schön, die Wirklichkeit überholt die Kabarettisten.

Ich war aber wieder mal im Theater, wenn auch nicht in der Burg und Stephan Teichgräber ist ja überhaupt am Centrope und den Spielplänen dort interessiert und so sind wir heute hauptsächlich ins “Arena-Theater”, nach Bratislava gegangen, was auch einen sehr interessanten Spielplan hat.

So wird dort der “Schwejk” aufgeführt, aber auch ein Stück namens “TISO”, das von einem slowakischen Präsidenten und den faschistischen Lagern handelt, die es in der Slowakei gegeben hat.

Danach bin ich zurück in meine Praxis, um eine Stunde zu machen und war dann unsicher, ob es sich noch ausgeht ins Literaturhaus zum Slam B zu gehen, weil man da ja um sieben vor der Tür stehen muß, um einen Platz zu bekommen.

Es ist sich aber ausgegangen und dort war ich jetzt ja schon lange nicht, habe aber trotzdem einige Dauerslamer erkannt, obwohl diesmal viele neue Anmeldungen waren und viel mehr als lesen konnten. So wurden von den neunzehn zwölf ausgelöst, Christian Schreibmüller war dabei und die Französin Nathalie Rouanet, die unter den Mamen Ann Air auftritt und einen sehr persönlichen Text hatte, der fast ein wenig an das Debut “Es ist Sarah”, erinnerte, aber nicht gewonnen hat.

Das Opferlamm, die Siegerin vom letzten Mal , das sogenannte Opferlamm hatte auch sehr schöne Texte. Einer handelte von den Sorgen einer Mutter mit nicht “normalen” Kindern, sondern solche mit ADHD oder dem Tourette-Syndrom.

In die Siegerrunde kamen, was mir nicht immer ganz nachvollziehbar war, was den applaus betraf, drei Frauen, die von Diana Köhle, diesmal ein Diadem aufgesetzt bekamen und in einem Jahr, am 9. Oktober wird der hunderste Slam mit einem großen Fest stattfinden, zu dem dann nur Sieger slamen dürfen.

Sabine Gruber im Gespräch

Im Literaturhaus gibt es eine Reihe im Zusammenhang mit dem Verein Neugermanistik, wo Alexandrea Millner und der Literaturwissenschaftler Wolfgang Straub sich einen Autor oder Autorin aussuchen und den oder die offenbar in Nahaufnahme besonders beleuchten und diesmal war die 1963 in Meran geborene “Veza Canetti Preisträgerin” Sabine Gruber beziehungsweise ihre zwei letzten Romane “Stillbach oder die Sehnsucht” und “Daldossi oder Das Leben des Augenblicks” an der Reihe, beide Bücher habe ich gelesen und Sabine Gruber kenne ich, glaube ich, noch von der Zeit, wo sie Sekretärin in der GAV war.

Beim “Tag der Freiheit des Wortes” haben wir einmal in Klagenfurt zusammen gelesen, ihren “Daldossi” habe ich vom Zeitpunkt der “Veza Canetti-Preisverleihung” verfolgt. Sie hat das Buch, das nicht allen gefallen hat, ja auch bei den O-Tönen vorgestellt und es ist 2016 auch der öst Bp gestanden.

Alexandra Millner, die ich ja erst vorige Woche als Präsidentin der H. C. Artmann Gesellschaft erleben konnte, hat ihren Kollegen Wolfgang Straub und seine Werke, er hat sich viel mit dem Thema Literatur und Reisen beschäftigt, lange und ausgführlich vorgestellt.

Dann kam eine Lesung aus beiden Büchern von Sabine Gruber und ein sehr ausführliches Gespräch darüber.

Die früheren Romane “Aushäusige”, “Die Zumutung” und “Über Nacht”, habe ich nicht gelesen, nur in verschiedenen Rundfunkbeiträgen darüber gehört und bei der Präsentation ihres letzten Gedichtbandes war ich sowohl in der “Gesellschaft” als auch in Krems bei der “Literatur und Wein”.

So habe ich die Auffrischung und das Eintauchtun und das germanistische Gespräch über Sabine Grubers Werke, die ich ja öfter bei Veranstaltungen sehe, sehr genoßen.

Es waren ein paar Jugendliche im Publikum, die wissen wollten, wie Sabine Gruber ihre Charakäte plant und dann, glaube ich, ein paar Bekannte der Autorin beziehungsweise der Germanisten.

Es gab einen Büchertisch und Gespräche beim Glas Wein und es war wieder ein  interessanter Abend, wo man, wie ja schon am Dienstag in der “Alten Schmiede” in etwas ältere Bücher gut eintauchen und darüber diskutieren konnte.

Vierte Debutpreislesung

Den österreichischen Buchpreis gibt es seit 2016, den deutschen seit 2005 den Schweizer seit 2008 und das typische für den österreichischen ist die Debutbreisschiene, da werden immer drei Debuts vorgestellt, die oft vorher schon im Sommer bei den O-Tönen zu hören waren und ein paar Tage oder Wochen vor der Preisverleihung und nach der Shortlistverkündung findet in der AK-Bibliothek eine Lesung der drei Debutanten statt.

2016 war ich nicht dabei, weil da zeitgleich, glaube ich, der “Veza Canetti- Preis” an Ilse Kilic im MUSA, das es in dieser Form ja nicht mehr gibt, vergeben wurde, sonst schon und heute ist auch meine Einladung zur öst Buchpreisverleihung am vierten Novemberi Casion Schwarzeberg gekommen.

Gelesen habe ich von der öst Bpliste noch immer nur das, was auch auf der deutschen Longlist  steht, da bin ich jetzt bei Buch fünfzehn und Angela Lehner eine der Debuttanten steht darauf,  hat auch den “Tumler-Debutpreis” gewonnen und steht auf der “Alpha-Shortlist”, die nächsten Mittwoch vergeben wird, da sind heuer bei mir offenbar beide postalische Einladungen, die vom “Alpha” und die vom öst Bp verloren gegangen, ich habe jetzt aber Einladungen und bei der Debutpreislesung in der Arbeiterkammerbibliothek war ich heute auch.

Marco Dinic, der 1988 in Wien geborene serbische Autor, der auch schon in Klagenfurt gelesen hat, steht mit seinen “Guten Tagen” auf der liste, seine O-Ton-Lesung habe ich versäumt und auch die in Leipzig, jetzt habe ich den jungen Mann, der zum Glückinicht nach seiner Einstellung zu Peter Handkes “Nobelpreis”, aber vielleicht hat er da eine andere Meinung als der gebürtige Bosnier Sasa Stanisic, nicht befragt wurde, aus seinem Buch lesen gehört, wo ein junger Mann zum Begräbnis seiner Großmutter nach Belgrad fährt und dort am Grab beziehungsweise am Friedhof eine seltsame Begegnung macht.

Die zweite Nominierte ist die 1987 in Klagenfurt geborene Angela Lehner, die mit ihrem Debut auf der Longlist des dbs stand, den “Franz Tumler- Literaturpreis” gewonnen hat, für den “Alpha” nominiert ist und jettz mit ihrem “Vater unser”, glaube ich, für die öst Debutschiene gute Chancen hat, aber was weiß man schon so genau?

Die dritte Nominierte ist die “Kremair und Scheriau-Literaturschiene” verantwortliche Tanja Raich, die 1986 in Meran geboren wurde und ihr Debut “Jesolo” bei “Blessing” herausgebracht hat, wo es um eine Schwangerschaft geht, ich habe daraus schon bei “Rund um die Burg”, ein Stück gehört und das Buch von Doris Klomstein bekommen, so daß ich es nicht extra anfragen mußte.

Das und das Buch von Marco Dinic muß ich noch lesen, aber bevor es so weit ist kommen ja noch fünf vom der deutschen Longlst dran und nach Basel fahren wir ja heuer auch zum Schweizer Buchpreis, aber dazwischen wird der öst vergeben und ich bin bespannt, wer ihn gewinnen wird, da habe ich weil ich davon ja erst das “Flüssige Land” und “Flammenwand” gleesen habe, noch keine Meinun, bei den Debuts würde ich auf AngelaLehner tippen,, bin aber gespannt, weil ich mich oft genug in meinen Voraussagungen verschätze.

Literarische und journalistische Gestaltung des Themas Transit

“Transit” ist ein 1948 auf Deutsch erschienener Roman, der berühmten DDR-Schriftstellerin Anna Seghers und er ist auch der Titel, der von Lydia Mischkulnig und Christa Zöchling gestalteten Reihe “Gesellschaftsräume  der Literatur”, wo die Beiden, die Literaturwissenschaftlerin und Herausgeberin der literarischen Beilage der “Furche” Brigitte Schwens-Harrant eingeladen haben, mit ihr über drei Bücher zu sprechen, die die Perspektive von flüchtenden Frauen schildern.

Marie NDiayes “Drei starke Frauen”, Jean-Marie le Clezios “Wüste” und Shumona Sinhars “Erschlagt die Armen”

Die ersten beiden Bücher, der in Frankreich lebendenen Autoren, habe ich gelesen, der Roman der 1973 in Kalkutta geborenen  Shumona Sinha war mir dagegen unbekannt.

Die 1963 in Klagenfurt geborenen Veza Canetti-Preisträgerin Lydia Mischkulnig von der ich ihren Erstling “Halbes Leben”, “Hollywood im Winter” und “Schwestern der Angst” gelesen haben, begann mit dem Buch der  1967 geborenen Marie NDiaye und erwähnte da besonders die dritte Geschichte, die der jungen Frau, die von ihren Verwandten nach Europa geschickt wird, sich dafür prostuiueren muß und offenbar dort nicht ankommt.

Die 1959 geborene “Profil-Journalistin” Christa Zöchling hatte dagegen mit dem Nobelpreisträger von 2008 Jean-Marie Gustave le Clezio und seinem Roman größere Schwierigkeiten, weil sie die Erlebnisse der Heldin Lalla in Marseille und ihre Rückkehr in die Wüste, als zu kitschig oder von einem Mann beschrieben gefunden hat.

Das dritte Buch, der mit bisher unbekannten Inderin, die in Paris als Dolmetscherin für Asylwerber gearbeitet hat, ist besonders interessant, weil er sich mit der Frage der Glaubwürdigkeit der Geschichten, die die Leute erzählen müßen, um Asyl zu erhalten, weil Armut allein ja nicht als Flüchtlingsgrund zählt, erfaßt, ein vor allem in Zeiten, wie diesen sehr heikles Thema, da die Rechten in ihren Blogs und Videos sich ja  darin überbieten, die Gewalttaten der Flüchtlinge, die sie für keine solchen halten aufzuzählen und sich von ihnen ausgenütz fühlen.

In Anschluß an die Diskussion, der drei Bücher kam die Gegenüberstellung eines Textes, der Schriftstellerin Lydia Mischkulnig, die sie für eine Kolumne in der “Furche” geschrieben hat,  wo es um vier afghanische Lehrilinge geht, die Angst hatten von der schwarz-blauen Regierung und den Maßnahmen von Minister Kickl abgeschoben zu werden.

Christa Zöchling hat darüber einen journalistischen Text im “Profil” erföfnet und daran wurde diskutiert, was der Unterschied zwischen einer Reportage und einem literarischen Text ist.

Der journalistische Text muß wahrhaftig sein, die Fiktion kann erfunden werden, lautet wahrscheinlich die naive Antwort. So einfach ist es wohl nicht und wenn man von den experimentellen Texten absieht, würde ich dabei gar keinen so besonderen Unterschied sehen, die ich mich ja auch mit dem Thema Flüchtlinge beschftigt habe und darüber sogar eine Trilogie geschrieben hat.

Im Literaturhaus hat es vor einigen Jahren auch einen eigenen Abend zum Thema Flucht und Migration gegeben, der sich von den üblichen literarischen Abenden insofern unterschieden hat, daß es ein paar Organistatoren und eine Kiste Bücher gegeben hat und das Publikum aufgefordert wurde, aus diesen oder auch aus eigenen zu lesen.

In der Lesekiste werden wohl Bücher aus der Exilbibliothek gelegen sein, also beispielsweise Anna Seghers “Transit”, die Leute, die sich zum Lesen meldeten, haben aber ihre eigenen Texte die sich mit der Fluchtgeschichte nach 2015 beschäftigt haben, so habe auch ich eine der Fatma Challaki-Szenen aus den “Sommerereginissen” gelesen und morgen wird es im Metro Kino mit einem Film von Christian Petzold über Anna Seghners “Transit” weitergehen.

Das werde ich aber versäumen, da gleichzeitig die Debutpreislesung des österreichischen Buchpreises in der Arbeiterkammer Bibliothek ist, ich habe aber “Transit” schon vor einigen Jahren gelesen, weil mich das Thema Flucht und Migration, sowohl was den zweiten Weltkrieg, als auch der gegenwärtigen Flüchtlingskrise und ihren Folgen ja sehr interessiert.

Von der GAV-GV zum Badeschiff

Erika Kronabitter, Eva Jancak © Erika Kronabitter

Erika Kronabitter, Eva Jancak © Erika Kronabitter

Dieses Wochenende sind ja nicht nur die Publikumstage auf der Frankfurter-Messe, sondern auch die Generalversammlung der Grazer Autorinnen Autoren, 1973 in Graz als Abspaltungsversuch vom damaligen PEN gegründet und immer noch der größte österreichische Autorenverein, den wir haben, auch wenn die Gründungsmitglieder fehlen und nicht mehr Ernst Jandl, der, glaube ich, zu Zeiten meiner Aufnahme Präsident war, H. C. Artmann, den ich kaum dort gesehen habe, aber auch Marie Therese Kerschbaumer, Gert Jonke, Elfriede Gerstl, Friederike Mayröcker,  etcetera, zu den Generalversammlungen kommen.

Ich habe, glaube ich, schon geschrieben, daß ich 1987 in die GAV aufgenommen wurde. 1986 habe ich das erste Mal eingereicht, damals gab es noch die Vollversammlung und die Generalversammlungen haben das ganze Wochenende, das heißt bis Samstagmittag, stattgefunden.

Josef Haslinger war der Generalsekretär, später Gerhard Kofer, Heidi Pataki lange die Präsidentin, Rolf Schwendter war das auch, dann kam Petra Ganglbauer und jetzt ist, welch Überraschung Ilse Kilic die Präsidentin, die zu Zeiten meiner Aufnahme, die Sekrretärin war.

Die Zeiten ändern sich, jetzt hat die GAV siebenhundert Mitglieder, die GVs finden im Oktober an einem Samstag statt und vorher gibt es am Freitag nachmittag seit einigen Jahren den kulturpolitischen Arbeitskreis, wo verschiedene kulturrelevanten Themen diskutiert werden.

Ruth Aspöck hat den, glaube ich, einmal eingeführt. Jetzt machen ihn Ilse Kilic und Christa Nebenführ und die Lesung der Mitglieder, die im letzten Jahr aufgenommen wurden, die es eine Zeitlang anschließend in der “Alten Schmiede” gab, gibt es auch nicht mehr.

Jetzt werden auch nur mehr alle zwei Jahre neue Mitglieder aufgenommen, so wurde heuer auch sehr lange über die Neuaufnahmen diskutiert.

Es gab viele Vetos, denn jedes Mitglied kann ein solches einlegen, wenn ihm ein Juryentscheid nicht gefällt, daher gibt es dann auch lange Diskussionen und Abstimmungen und die eingereichten Veranstaltungen. Inzwischen kann jedes Mitglied pro Jahr ein Veranstaltung einreichen und weil die Mitglieder mehr werden, die Subventionen aber gleichbleiben, gab es im letzten Jahr, wo keine neuen Mitglieder aufgenommen wurden, eine lange Diskussion darüber, was und wie eingespart werden kann.

Heuer gingen die Veranstaltungsvorschläge schneller vor sich, so daß nach den Berichten aus den Bundeslängern, denn wenn der Name auch “Grazer Autorenversammlung” heißt, gibt es in jeden Bundesland eine eigene Regionalversammlung, die ihre eigenen Veranstaltungen machen, noch Zeit für allfälliges war und da wurde über eine eventuelle Namensumänderung diskutiert, da das “Graz” im Namen vielleicht ein bißchen lästig und wiedersprüchig sein könnte.

Aber ich möchte nicht Mitglied einer “Allgemeinen österreichischen Autorenversammlung”, werden, denn die GAV, bei der ich ja schon sehr lange Mitglied bin, ist ein wichtiges Stück Identität für mich und man kann ja das “Gegründet in Graz!”, zusätzlich erklären.

Wird wohl so bleiben, zumindestens noch für die nächste Zeit, dann gab es wieder das Abendessen, diesmal im Cafe Prückl, wie im letzten Jahr, lange war es im Gasthaus Pfudl, aber diesmal hätte man sich wahrscheinlich aus Einsarungsgründen das Essen und das Trinken selber zahlen müßen und ich eße ja eigentlich nichts am Abend.

Erika Kronabitter, Christian Kargl © Erika Kronabitter

Erika Kronabitter, Christian Kargl © Erika Kronabitter

Zu Mittag war ich bei der “Nordsee” und habe mir eine mittlere Portion Fisch und Chips besorgt und mir nachher beim “Heindl” drei Maroni gekauft und außerdem hat mich die Gerlinde vom “Ohrenschmaus”, die ja dort nicht nur den “Preis” organisert, sondern auch Lesungen der Einreichenden schon lange ins Badeschiff am Donaukanal eingeladen, wo es das” Cafe Ohrenschmaus” gibt und da gab es heute ein Fest oder ein Party, jedenfalls spielte die Tschuschenkapelle oder ein Musiker davon und um halb sechs hat Erika Kronabitter ihr neues, bei der “Edition Taschenspiel” erschienenes Buch “Endlich Alles Richtig” vorgestellt, so daß ich, die ja die Erika schon beim Artmann-Symposium am Donnerstag und am Freitag gesehen habe, darauf angesprochen  und eigentlich gedacht habe, daß ich mit ihr von der Sitzung zum Badeschiff gehen könnte, denn der Donaukanal ist ja nicht weit von der “Alten Schmiede” entfernt.

Sie hatte aber ein Schreibcoaching und war gar nicht bei der GV obwohl sie Vorstandsmitglied ist, so bin ich nach der Verabschiedung durch die Präsidentin alleine hingegangen, bin gerade noch rechtzeitig zur Lesung gekommen, konnte auch einen Kaiserspitzer trinken, einen sehr guten Salat mit Grantäpfel und anderem und ein Stück Kuchen essen und dann noch mit der Erika mit einem Achterl Rot auf die sehr literarischen Woche anstoßen, in der ich viel in Wien erlebt habe und gar nicht nach Frankfurt gekommen bin und nächstes Jahr, das kann ich gleich anmerken, wird die GAV-GV wieder zeitgleich mit der Frankfurter-Buchmesse sein, also wird es vielleicht wieder etwas hektisch werden und bezüglich Leipzig, wo wir ja eigentlich immer regelmäßig fahren, gibt es das Problem auch, wenn auch vielleicht nicht mehr so regelmäßig, da es ja keine jährlichen Vollversammlungen mehr gibt und sich mein Messebesuch also höchstens mit der “Lyrik im März” schneidet was auch nichts macht, da ich ja keine Lyrik schreibe, sondern mich nur an die Großveranstaltungen erinnern kann, die in den Achtzigerjahren im NIG im Hörsaal eins, stattgefunden habe, wo Rolf Schwendter gelesen habe, Gerald Bisinger sich sein Begräbnis vorstellte, Ernst Jandl, Gerhard Kofler auf Deutsch und auf Italienisch, Friederike Mayröcker, Marie Therese Kerschbaumer und und und die GAV ist ein Stück von mir auch wenn ich selten nach Graz komme, die ich nicht missen will, aber einmal war dort auch eine Vollversammlung und Dietmar Füssel ein sehr engagiertes oberösterreichisches GAV-Mitglied, hat mir auch seinen neuen Gedichtband übergeben, so daß ich wieder genügend Lesestoff habe und mich auch demnächst wieder ein bißchen auf das blaue Sofa setzen werden, um herauszufiden, was ich während der Neuaufnahmediskussion und den Badeschifflesungen in Frankfurt versäumt habe.

H. C. Artmann in Berlin

Während sich die Literaturbegeisterten, Autoren, Blogger, Verleger, etcetera in Frankfurt tummeln oder sich vielleicht ein paar Unentwegte über das Netz auf das “Blaue Sofa” setzen, bin  ich ab Donnerstag in die Wien-Bibliothek in die Bartensteingasse gegangen, um mir dort das Internationale  Symposium “H.C. Artmann und Berlin” anzuhören.

Aufmerksame Leser, falls ich solche haben, werden jetzt vielleicht sagen, aber das gab es doch schon vor ein paar Jahren, daß du dorthin gepilgert bist und dir dort zwei Tage lang H. C. Artmann beziehungsweise seinen poetischen Akt angehört hast, beziehungsweise am Freitag früher weggegangen bist, um mit dem Alfred nach Göttweig hinauszufahren, wo, glaube ich, auch Rosa Pock, die Artmann Witwe, gelesen hat.

Ja, habe ich, aber H. C Artmann ist offenbar ein wichtiger österreichischer Autor, mit dem sich die Germanistik sehr beschäftigt, während sich die Lleute im Literaturcafe, was ich immer noch ein wenig seltsam finde, darüber streiten, ob Peter Handke eine Schlaftablette oder vielleicht doch ein würdiger Nobelpreisträger ist und es hat sich, glaube ich, auch seit dem ersten Symposium eine “H. C. Artmann Gesellschaft” gegründet, die sich jetzt mit H. C. Artmanns Berliner Jahren beschäftigt, denn der H. C., der 1921 in Wien-Breitensee geborenen Hans Carl Artmann, da gab es auch noch ein Symposium in den Breitenseer-Lichtspielen, der im zweiten Weltkrieg verwundet wurde, lebte von 1961 bis 1965 in Stockholm und ist dann nach Westberlin gegangen, wo er sich offenbar auch mit anderen Wiener Autoren mit Gerald Bisinger, Elfriede Gerstl, beispielsweise zusammengetan hat und auch mit Ernst Jandl und Friederike Mayröcker gelesen hat und diese Berliner Zeit wurde nun in der Bartensteingasse beleuchtet.

So gab es das erste Referat von der Mitveranstalterin Sonja Kaar, die über H. C. Artmann und Gerald Bisinger referierte und der 1999 verstorbene Gerald Bisinger, der in erster Ehe mit Elfriede Gerstl verheiratet war, hat mit mir auch einige Zeit in Berlin gelebt, ist dort im literarischen Colloquiim tätig gewesen, bis er wieder nach Wien zurückging, wo ich ihm, nachdem ich in die GAV aufgenommen wurde, kennenlernte und eigentlich ein Fan von ihm war, weil mir sein Gedichte “Ich sitze im Zug, trinke ein Glas Rotwein und denke an Karl August!”, die ja wahrscheinlich streng genommen keine sind, sehr gefallen.

Gerald Bisinger war, glaube ich, auch ein bißchen ein Fan von mir, zumindestens hat er ein paar Texte von mir in Ö1 und in der “Rampe” veröffentlicht und mir auch den Rat gegeben mein “Zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt” an “Residenz” zu schicken, was ich aber schon gemacht habe, so daß Jochen Jung über die zweite Zusendung eher verärgert war.

Daß er in Berlin war, habe ich zwar gewußt, in den sechziger Jahren war ich aber etwa fünfzehn und habe mich da noch nicht so sehr für Literatur interessiert.

Interessant war aber das zweite Referat, das in zwei Filmen, die österreichische Szene in Berlin und eine Lesung mit Friederike Mayröcker, Ernst Jandl und H. C. Artmann zeigte, die von Walter Höllerer moderiert wurde, die in einem Sprechgesang endete.

Interessant ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch, wer oder was die Wiender Gruppe ist?

Streng genommen gehörten, glaube ich, Friedrich Achleitner, der vor kurzem gesgtorben ist, Gerhard Rühm, H. C. Artmann, Konrad Bayer und Oswald Wiener, also fünf Personen dazu und es wird, glaube ich, gestritten, ob man Elfriede Gerstl, den Jandl und die Mayröcker auch dazu zählen soll oder nicht?

H. C. Artmann hat den Dialekt “med ana schwoazzn dintn” in die Literatur hineingebracht und in Berlin, glaube ich, sein “Dracula, Dracula” geschrieben. Die anderen Mitglieder sind aber, glaube ich, nicht so sehr wegen des Dialektes, sonder eher wegen der Sprachexperimente in die Literatur eingegangen.

Herbert J. Wimmer hat über Elfriede Gerstl und ihre Berliner Erfahrungen, sie hatte damals kein Geld und hat öfter ihre Wohnung, sprich die Untermietzimmer gewechselt, aber eine Zeitlang auch in der “Kleisstraße 35” wo auch Artmann wohnte, gelebt.

Es gab ein Referat über die Musik, denn H. C Artmann hat auch  mit dem Musiker Gerhard Lampersberg zusammengearbeitet, obwohl seine Oper  “Der Knabe mit dem Brokat” nicht aufgeführt worden ist und dann kam der in Amerika lebende Germanist Peter Pablisch an die Reihe, der, glaube ich, einen erweiterten Begriff der “Wiener Gruppe” hat und auch Peter Handke dazuzählt, die aber in Amerika verbreitet, berichtete darüber und hat dann die Fritzi angerufen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht kommen konnte und sie gefragt, ob sie sich an die Lesung in den Sechzigerjahren erinnern kann?

Sie konnte es und Rosa Pock, die Witwe, kam auch auf die Bühne und erzählte, daß sie den H. C. in Berlin kennengelernt hat. Gerhard Rühm mußte absagen. Dafür erschien aber, welch überraschung Oswald Wiener, den ich, glaube ich, noch nie live gesehen habe, der auch etwas über seine Beziehung zu dem H. C. etwas erzählen sollte.

Leider mußte ich die interessante Erinnerungsrunde verlassen, weil ich eine sechs Uhr Stunde hatte, die ich nicht verschieben konnte, so mußte ich auf das Brot und den Wein und das Gespräch mit der Angela und dem Josef verzichten, kann aber noch ein bißchen “Frankfurtsurfen” und aufs blaue Sofa gehen, um mir beispielsweise die “Aspekte-Preisverleihung” an Miku Sophie Kühmel, sowie den “Diogenes-Talk” anzusehen, bis es Morgen um neun weitergeht.

Am Freitag ist es dann mit Alexandra Millner, der Präsidentin der “Artmann-Gesellschaft”, die ja einmal Praktikantin in Annas Schule war, weitergegangen. Sie hat das “Artmannsche Universum” im “wackelatlas”, sprich in einem Film, den Artmanns Tochter Emily und seine Nicht kurz vor seinem Tod gedreht haben, vorgestellt und da kann ich mich gleich an eine GAV-Veranstaltung im AK-Theater, in den neunziger Jahren wahrscheinlich erinnern, wo der H C. in einem schönen weißen Anzug mit seinem Stock aufgetreten ist, im Dezember 2000 ist er, ein halbes Jahr nach Ernst Jandl und Arthur West gestorben. Da gab es dann eine Veranstaltung im Literaturhaus an die ich mich erinnern kann und in einem Film im Filmcasino bin ich auch gewesen.

Wie der aber geheißen hat, habe ich keine Ahung mehr. Beim Symposium ist es mit der Druckwerkstatt der Dichter in Rixendorf weitergegangen, die Uwe Bremer vorstellte und die nie in Rixendorf war.

Dann gab es eine Mittagspause und anschließend gab es noch eine Gesprächsrunde zu “Dracula, Dracula”, da bin ich aber schon in die “Alte Schmiede” gegangen, zum “Kulturpolitischen Arbeitskreis” der GAV, deren Präsident oder Generalssekretär H. C. Artmann, als er wieder nach Wien zurückgekommen ist,  ja einmal war.

Fast verpasste Buchmesse

Ich bin ja, das habe ich schon geschrieben, 2000 und 2002 in Frankfurt gewesen, in Leipzig fast jedes Jahr, weil wir ja Freunde dort haben, wo wir schlafen können, in Frankfurt nur die beiden Male, wo das Gastland 2000 Polen und 2002 Litauen war und wir einmal in Mainz und das andere Mal in Wiesbaden geschlafen haben und immer hin und hergefahren sind.

Als ich dann 2008 zu bloggen angefangen habe, habe ich fast zufällig entdeckt, daß man sich sehr viel, die blauen Sofa Videos beispielsweise, damals gab es aber auch so kleine feine Bloggerclips im Internet ansehen konnte, war begeistert und habe seither immer die Buchmesse in meinem Schlafzimmer im Bett oder sonstwo mehr oder regemmäßig verfolgt. MancheLeser werden sich über meinen Eifer gewundert haben und eine hat sich, glaube ich, auch gedacht, daß ich das Leben darüber versäume und eine andere oder war es dieselbe, hat mich aufgefordert doch mein Resume darüber abzugeben.

Nun ein Resume über ein Buchmesse auf der man gar nicht war, ist wahrscheinlich schwer zu geben, ich habe aber 2008 den spanischen Autor Rafael Chirbes für mich entdeckt, der sonst wahrscheinlich an mir vorbei gegangen wäre.

Interessant es es also für eine solche Literatur und Buchfantikerin, die ich bin, für mich allemal da aus der Ferne beizuwohnen, so habe ich meine Stunden gemacht, bin auch zu Literaturveranstaltungen gegangen, habe aber zwischendurch immer über Frankfurt gesurft und meine Kommentare darüber abgegeben.

Heuer könnte das anders, beziehungsweise knapper werden, denn heuer ist sehr viel los, war ich doch am Mittwochnachmittag, dem ersten Buchmessentag bei einer Fortbildungsveranstaltung bei der WGKK am Wienerberg und vorher hätte ich mich zwar ein paar Stunden auf das blaue Sofa setzen können und habe das auch vorgehabt, aber leider ist bei uns am Dienstagmittag das Internet ausgefallen und dann hatten wir bis Mittwochabend keines und da hatte ich mir noch nicht die Programme ausgedruckt.

Ich war zwar am Monttag zwischen der “Ohrenschmausjurysitzung” und den “Wilden Worten” den Live stream der “dBp-Preisverleihung” gesehen und mich da über Sasa Stanisics Peter Handke-Kritik sehr geärgert und auf dem Literaturcafe habe ich auch sehr viel kommentiert, weil es da einen Artikel gegeben hat, wo Handke als der “Größte Langeweiler genannt und mit einer Schlaftablette verglichen wurde” und da mußte ich natürlich wiedersprechen.

So bin ich erst am Mittwochabend als das Internet wieder ging, zu den Programmen und ein paar blaue Sofa-Videos gekommen und am Donnerstag und Freitag gibt es ein H. C. Artmann-Symposium in der Wien Bibliothek in der Bartensteingasse, am Freitagnachmittag ist dann Kulturpolitischer Arbeitskreis und am Samstag, die Generalversammlung der GAV und amSonntag, wo dann der Ehrenpreis des deutschen Buchhandels in der Paulskirche vergeben wird, ist das Sladky-Fototreffen, also knapp knapp und ich werde also, wie auch meine Leserin weiland wünschte, mein Leben leben, die literarischen Higlights in  Wien genießen und am Abend, wenn es sich ausgeht, mich ein bißchen auf das Sofa setzen und dann auch, wenn es sich ergibt, darüber bloggen.

Daß das Gastland Norwegen ist, könnte ich beispielsweise schreiben und das hat die Blogger ja schon vor zwei Jahren auf eine Lesereise durch das Land geschickt, mich natürlich nicht, aber ich habe einen Jon Fosse in meinem Badezimmer liegen und werde ihn aber  erst lesen, wenn ich mit dem deutschen, den österreichischen und den schweizer Buchpreis, also wahrscheinlich im Dezember fertig bin.

Sonst kenne ich von den Norwegern nur Jostein Gaardener und Karl Ove Knausgaard natürlich, der ja glaube ich auch die Eröffnungsrede hielt, von dem ich aber  noch nichts gelesen habe, nur einmal in der Schweiz vor einem Jahr ein Buch gefunden.

Die Buchpreisträger treten wahrscheinlich auf, Olga Tocarczuk und noch ein paar andere berühmte Autoren und Jurenka Jurk, die mir ja immer die Einladungen zu ihren Webinars schickt, macht dort, glaube ich, ein Schreibprojekt, wo zwei ihrer Schülerinnen einen Roman während der Messe schreiben.

Das kann man sich, glaube ich, auch per Livestream ansehen. Mal sehen, ob ich dazu komme, Wolfgang Tischer hat sein Programm und sicher vieles mehr.

Die kleinen feinen Videos, die mich im ersten Jahr so begeistert haben, gibt es, glaube ich, nicht mehr, aber mal sehen, wie es weiter geht und was ich so von der Messe, auf der ich ja nicht bin, mitbekomme, die sicher groß und riesig ist und vom deutschen Buchpreis warten ja auch noch sechs Bücher auf mich.

Alice Rühel-Gerstl und Leo Trotzky

Im “Doml”, der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur, wo ich ja seit zwei Jahren jeden Mittwoch und jetzt auch an den Freitagen Stephan Teichgräbers Workshops besuche, gibt es auch manchmal Vorträge oder Filmaufführungen in den verschiedensten Sprachen von den verschiedensten Wissenschaftlern gehalten, zu denen mich Stephan Teichgräber immer getreulich einlädt.

Die meisten sind mir davon zu speziell, bei einer Zeitschriftenpräsentation bin ich aber einmal gewesen und dann auch bei einem Vortrag über die slowenische Gegenwartsliteratur, wo ich neben Stephan Teichgräber, die einzige Gästin war, denn Stephan Teichgräber hat ja ein dichtes Programm, aber offenbar nicht den richtigen Verteiler oder auch nicht die richtigen Interessenten.

Aber auf diesem Vortrag war ich gespannt, hat doch Mechthild Podzeit- Lütjen, die Lyrikerin, die ich von der „Frauen lesen Frauen- Lesetheatergruppe“ kenne und die auch GAV-Mitglied ist und schon einmal bei Stephan Teichgräbers Festival gelesen hat, inzwischen auch Germanistik studiert und ihre Masterarbeit, wie das jetzt heißt.

Jetzt schreibt man ja nicht mehr sofort Dissertationen, wie zu den Zeiten, wo ich noch studiert habe über das „Exil im Exil durch Widerstand“, an anhand von Alice Rühel-Gerstel und Leo Trotzky geschrieben und ich, die ich mich ja sehr für die Exilliteratur interessiere, war sofort alamiert, denn der Name Alice Rühle-Gerstel war mir bekannt, obwohl ich ihn nicht sofort zuordnen konnte.

Interessanterweise war der Vortragssaal in der Spengergasse ähnlich, wie bei der Weihnachtsfeier vor zwei Jahren gut gefüllt und Mechthild Podzeit-Lütjen breitete gleich einen ganzen Bücherstapel aus, bevor sie auf ihre Masterarbeit zu sprechen kam, die auch im nöchsten Jahr, als Buch erscheinen wird und eines der Bücher „Der Umbruch oder Hanna und die Freiheit“, herausgegeben von “Fischer”, 1984 war mir bekannt, habe ich mir damals ja einige dieser Büchlein, die inzwischen in Harland in der Küche stehen, gekauft und wahrscheinlich auch gelesen und vor einigen Jahren, als ich nach Adrenne Thomas „Reisen sie ab Mademoiselle“, forschte, beziehungsweise, dieses Buch bei einem Flohmarkt gefunden habe und dann mehr über den Lebenslauf der Autorin wissen wollte, bin ich darauf gekommen, daß ich mir das Buch damals auch in dieser Exilverlagsausgabe kaufte, aber genauso darauf vergessen habe, wie auf Alice Rühle-Gerstl, die als Alice Gerstel 1994 in Prag geborene wurde, einen Otto Rühle heiratete, bei Alfred Adler eine Individualanalyse machte und dann mit ihrem Mann von Prag nach Deutschland ging und als dort die Nazis kamen, wieder flüchtete und irgendwann nach Mexiko kam, wo sie Leo Trotzky kennenlernte oder wieder traf und dort auch den Band „Kein Gedicht für Trotzky“, offenbar Tagebuchaufzeichnungen, über ihn geschrieben und herausgegeben hat.

Sehr genau hat das Mechthild Podzeit-Lütjen in ihrer Masterarbeit berbeitet, die angegeben Bücher zitiert, Gedichte daraus gelesen und auch den Suicid vom Freitod unterschieden, den Alice Rühle-Gerstel hat sich nach dem Tod ihres Mannes 1943 umgebracht, Trotzky ist früher ermordet wurde und zu einem Bruch zwischen den Exilanten ist es auch gekommen, der noch nicht so genau erforscht ist.

Interessant, interessant in das Leben einer, wie Mechthild Podzeit-Lütjen erwähnte, inzwischen fast vergessenen Frau, die auch als Erziehungswissenschaftlerin tätig war hineinzuforschen.

Vom „Umbruch“ gibt es inzwischen eine neue Ausgabe mit schönen Pragansichten und ich habe, die ich mich in diesem Jahr ja auch schon mit Erich Mühsam und im vorigen Semester auch mit der Revolutionsliteratur befaßt habe, wieder etwas gelernt.