Der Sommer meiner Mutter

Buch siebzehn der dBpliste ist das zweite das sich mit der Mondlandung vor fünfzig Jahren, im Juli 1969 beschäftigt, offenbar hat dieses Ereignis, die mittelalten und mittelberühmten Schriftsteller sehr geprägt und ich finde es sehr interessant, die beiden Bücher zu vergleichen.

Der 1960 geborene Ulrich Woelk, der Physik und Philosophie in Tübingen studierte, geht es kleinbürgerlicher an, als Norbert Scheuringer, der seine Mondlandungsgeschichte viel dramatischer mit Folterungen in einem Erziehungsheim, einer ausgebrochene Mörderin, dem gesamten Jahrhundert und dann das Berühmtwerden eines Genies in Amerika und dessen Scheitern schildert.

Held und Erzähler ist auch hier ein Kind, der elfjährige Tobi, der in einer sehr bürgerlichen Umgebung in einem Vorort von Köln aufwächst. Der Vater ist Ingenieur, die Mutter, wie sich das damals wohl gehörte, Hausfrau, die immer auch bei Grillfesten in ihrem Garten pastellfarbene Kostüme trägt und die erste Szene ist schon sehr eindrucksvoll.

Da fährt die Mutter mit dem Sohn in die Stadt, um ihm eine Jeans zu kaufen. Das ist damals hochmodern, dafür in einen Jeans-Store zu gehen und sich seine Levis und Wranglers selber auszusuchen und die Mutter verblüfft den Kleinen mit der Frage, ob sie sich nicht auch eine kaufen soll?

Was ihn verwirrt und er auch ablehnt, seine Muttter soll so etwas nicht tun, sie macht es dann vorerst auch nicht. Es ist aber bezeichnet für die Veränderung und den Roman, der ja schon mit dem verhängnisvollen Satz beginnt “Im Sommer 1969, ein paar Wochen nach der ersten benannten Mondlandung nahm sich meine Mutter das Leben.”

Der Veränderung sollen weitere folgen, in das Nachbarhaus aus dem ein alter Mann hinausgestorben ist, zieht ein Paar mit ihrer fast zwei Jahre älteren Tochter ein.

Rosa, nach der Rosa Luxemburg benannt, und die Nachbarn sind Kommunisten. Der Vater Professor an der Uni, wo er sich mit Adorno und der Psychoanalyse beschäftigt. Die Mutter Frau Leinhard übersetzt englische Kriminalromane.

Das will Tobis Mutter auch tun. Der Vater ist dagegen, seine Frau hat das nicht nötig. Frau Leinhard vermittelt aber und so kommt es vor, daß es zu Mittag kein Essen gibt und sich Vater und Sohnemann ihre Brote selber streichen müßen.

Der Vater kauft der Mutter aber trotzdem ein Auto zum Geburtstag und es macht einen Augenblick lang auch den Anschein, als würden die Paare sich gegenseitig verlieben und einen Partnertausch vollziehen, während Tobi, der für die Raumfahrt schwärmt, Rosa näher kommt und mit ihr die ersten Sexspielchen erlebt.

Die Mondlandung kommt immer näher, die beiden Familien schauen sie sich im Haus des Onkel Harthmuth an, dessen Frau Mechthild heimlich trinkt, das sind so die kleinen Milieuschulderungen, die Ulrich Woelk seinen Protagonisten naiv erleben läßt.

Richtig, der hat noch seine Eltern dabei erlauscht, daß der Vater mehr Sex von der Mutter wollte, sie ihm den verweigert und der Kleine versteht das alles nicht so richtig und erfährt nur, daß die Mutter schuld ist, daß er keine Geschwister hat.

Später belauscht er die Mutter noch einmal. Das eine Mal wollte er sich  Batterien aus der Küche holen. Das zweite Mal sich die <mondlandung im Fernsehen ansehen. Da erwischt er aber die beiden Frauen beim Sex und die Katastrophe beginnt. Der Mond wurde bemannt, die beiden Männer ziehen aus. Rosa geht nach England mit ihrem Vater und Tobis Vater verheiratet sich drei Jahre nach dem Selbstmord der Mutter, die es nicht aushielt, daß ihr Sohn nach dem was er gesehen hatte, nicht zu ihr wollte, noch einmal.

Ist das weniger dramatischer, als das, was Norbert Scheuringer in seinem fünfhunderter Seiten Buch schildert?

Wahrscheinlich realistischer, obwohl die Frauenliebe in dem kleinbürgerlichen Milieu der Sechzigerjahre auch fast schockartig wirkt, während es normal gewesen wäre, wenn der Vater seine Frau mit der Nachbarin betrogen hätte.

Mir hat das Buch, glaube ich, besser gefallen, weil es, glaube ich, realistischer ist. In der Rezeption ist es, glaube ich, nicht so gut weggekommen und eindrucksvoll natürlich, wie sehr die mittelalten und mehr oder weniger berühmten Schriftsteller von der Mondlandung vor fünfzig Jahren beeindruckt wurden.

Von der Online-Autorenmesse zum siebenten Nanowrimo

Jetzt kommt, während ich noch immer an meinem zweiten “Literaturgeflüsterbuch Mein Schreiben – meine Bücher” sitze und korrigiere, jetzt bin ich zum laut Lesen übergegangen, um die Fehlerteuflchen aufzuspühren, während ich bisher immer “You tube videos” mitglaufen ließ und eher auf die Beistriche achtete, wieder etwas Schreibtechnisches, beziehungsweise ein Bericht über mein Schreiben, denn der November ist angeborochen und da schreiben mittlerweile eine halbe Million oder sind es schon mehr Hobby– oder sonstige Autoren, bis in den Literaturbetrieb ist es, glaube ich, noch nicht hineingedrungen und hat da wohl auch Schwierigkeiten, die sogenannten Qualitätsschwellen zu durchdringen, einen Mona tlang einen Roman mit fünfzigtausend Worten. Eine Idee, die aus Amerika kommt, um den dortigen Schreiberlingen, die Schwellenangst zu nehmen und ich habe 2009 das erste Mal mitgeschrieben, dann 2012, 2013, 2014 und 2015 noch einmal.

Das letzte Mal 2017, weil ich ja im letzten Jahr schon am ersten November mit der “Magdalena Kirchberg” fertig war und heuer bin ich mit dem “Schreibbuch” ja auch noch nicht fertig, die Idee zum “Fräulein No” steht aber schon in den Notizbüchern und weil man das Korrigieren ja gut unterbrechen kann und das laut den Schreibratgebern  auch soll, um besser auf die eigenen Schwächen draufzukommen, werde ich das tun und jetzt versuchen im November wieder, diesmal das siebente Mal ein Rohkonzept aufzustellen, dieses dann, um den Schreibratgebern zu gefallen oder erst das “Literaturgeflüsterbuch” fertig zu machen, wieder liegen lassen und dann, wenn das “Schreibbuch” beim Alfred ist, vielleicht mit der “Heldenreise” versuchen, das Ganze mein achtundvierzigstes selbstgemachtes Werk, glaube ich, spannender zu machen, denn das will ich ja, obwohl ich eigentlich nicht mehr glaube, daß mir das jemals gelingt.

Und der Monat November ist für mich eigentlich auch ein ungünstiger Zeitpunkt für ein solches Projekt, weil die “Buch-Wien”, mein Geburtstag, wo es ja immer das literarische Geburtstagsfest gab, dann kommt die “Literatur im Herbst” im “Odeon”, der “Fried-Preis” und und…, wie soll man da 1600 Worte pro Tag schaffen.

Geduld, liebe Kritiker, ich habe das bisher sechsmal geschafft und war oft, ja ich gebe zu, ich habe manchmal ein bißchen vorgeschrieben, schon nach ein paar Tagen mit dem Rohkonzept fertig.

Heuer habe ich nicht vorgeschrieben, bin ich ja noch am Korrigieren des “Schreibebuchs” und weiß auch nicht so genau, ob ich es wirklich schaffe, denn am Montag wird ja der “Österreichische Buchpreis” vergeben, wo ich beim Lesen erst bei den deutschen Buchpreisbüchern bin, dann beginnt am Mittwoch die “Buch-Wien”, am Donnerstag fahren wir nach Basel zur “Buch-Basel”, das Geburtstagsfest lasse ich heuer aus, aber die Programme für die “Literatur im Herbst” und den “Fried-Preis” hängen schon in meinem Praxiszimmer und ich korrigiere ja derzeit auch meine Schreibartikel, wo immer steht, ich fühle mich ein wenig ausgeschrieben und weiß nicht, ob ich noch Ideen zu was Neuem habe.

Nun, die Idee von dem Fräulein No, der Schauspielschülerin, die bei ihrer Großmutter und deren Hund in einer verfallenen Villa in Grinzig lebt, ist mir, glaube ich, im vorigen Dezember gekommen, als ich zur Weinverkostung des Herrn Fischers fuhr und da einer junge Frau beim Telefonieren mit ihrer Großmutter zu zuhörte, der sie aufgeregt mitteilte sie wäre in der Schauspielschule aufgenommen worden.

Und da gibt es noch den Ulrich Blumenbach, der ist Arzt, hatte eine Psychose, wurde gerade aus der Reha entlassen und hat von der Ärztekammer nahegelegt bekommen, in Pension zu gehen, nachdem ihm die Krankenkassa seinen Vertrag kündigte.

Ich weiß nicht, genau ob das heute noch geht, er denkt aber darüber nach, als er durch die Stadt spaziert, im Nachtcafe landent, wo Fräulein No oder Nolanthe nebenbei jobbt und ihn dort, die Gerti Schuster, die elegant gekleidete und gutgeschminkte Obdachlose,die ihre Geschichte hat und vielleicht die war, die gefilmt wurde, als sie eine Kopftuchfrau gefilmt wurde und dort verkehrt, fröhlich mit einem “Willkommen im Club!”, begrüßt.

So viel habe ich schon an Plot und das habe ich vor, in den nächsten Wochen möglichst schwungvoll hinunterzuschreiben, egal ob ich bis Dezember brauche, bis ich den Rohtext habe, denn der Alfred hat mir  schon angedeutet, daß dieses Wochenende sehr viel zu tun ist: Nüße aufzuklauben, den Garten  rechnen, die Oleander in den Keller hinunterzustellen, so daß ich erst am Abend schreiben kann und nächste Woche komme ich wahrscheinlich überhaupt nicht dazu und ich weiß auch nicht, ob es nach dem “Schreibebuch” und dem “Fräulein No”, noch etwas von mir geben wird, denn das “Literaturgeflüsterschreibebuch” ist ja eigentlich mein literarischer Abgesang oder könnte es sein, wenn ich das Buch dann im nächsten oder übernächsten Jahr, alles wohlgeordnet, noch einmal an das Literaturhaus, den Ö1, die GAV und dem Gerhard Ruiss schicke und beim “Fräulein No” anmerke, daß das wahrscheinlich nichts Neues ist und wieder in dem Stil geschrieben, den ja niemand interessiert, weil sich ja niemand auf meine Leserunden meldet, etcetera.

Nun ja, ganz so naiv und unbedarft bin ich ja nicht, was den Literaturbetrieb betrifft, wie vielleicht manche meiner Leser glauben, denn ich beschäftige mich schon sehr lange damit, weiß, daß immer wenigerLeute lesen und dafür immer mehr schreiben oder sich dafür interessieren und dann boomen die Schreibratgeber und die Schreibcoaches und vor allem im Internet kann man da heutzutage einen Tip nach dem anderen meist kostenlos bekommen.

Das war früher anders, da gab es die “Schule des Schreibens” und da habe ich mich ein paar Mal angemeldet und begierig in die “Fünzehn goldenen Regeln”, die es da gab, hineingelauscht, heute gibt es das “Writersstudio”, mit den jährlichen Schuppertagen, die ich dieses Jahr versäumte und es gibt Annika Bühnemann, Julia K.Stein, Jurenka Jurk, das sind deutsche Schreibtrainerinnen, die mir regelmäßig Infos zu ihrenProgrammen schicken und Jurenka Jurk vom Bodensee, die vor zwei Jahren das erste Mal eine Online Autorenmesse veranstaltete, wo sie, glaube ich, über zwanzig Schreibcoaches,  Autoren, etcetera, zum Thema Schreiben interviewete, die man sich kostenlos einen Tag lang ansehen oder als Messepaket unbegrenzt kaufen konnte, ist da besonders aktiv, macht sie doch das ganze Jahr kostenlose Webinare zu ihrer Romanschule, wo man das Romanschreiben, wie sie meint, veröffentlichungsreif, erlernen kann.

Nun, das Veröffentlichen ist, seit es das Selfpublishing gibt, kein Problem mehr, habe ich ja auch schon fast fünfzig Bücher veröffentlicht, mein Problem ist das Vermarkten und das Gesehen werden.

Ich habe aber immer brav in ihre Webinare hineingeschnuppert und jetzt gibt es wieder pünktlich kurz vor der “Buch Wien” die nächche Autorenmesse, die am sechundzwanzigsten Oktober angefangen hat und bis Anfang November weitergeht.

Da kann man sich jeden Abend drei Videos ansehen, wo Autoren aus ihrem Nähkästchen plaudern, da hat sich ja Anna Basena durch das Schreiben von Groschenromanen ihr Studium in Hildesheim verdient.

Ich dachte zwar, daß die Groschenromane jetzt eher maschinell geschrieben werden. Anna Basena hat aber sogar einen Ratgeber darüber verfaßt. Es gibt Ratschläge von einer NLP- Trainerin, wie man mit seinem inneren Kritiker spricht, Ratschläge, wie man Figuren schafft und die “Heldenreise” anwendet und und bis hin zu Steuerprobleme oder die leidige Frage, ob jetzt ein Verlag oder das Selfpublshing besser ist?

Wenn man da nur die Wahl hätte! Ich habe sie nicht, schnuppere aber, so weit ich es schaffe, in dieInterviews hinein und da wird auch der “Nanowrimo” erwähnt, beziehungsqeise gibt es ein Interview von Jenny Karpe, das ist eine junge Studentin, die sich ein halbes Jahr oder so auf ihren Fantasyroman vorbereitete und dann das Ganze in drei Tagen hinuntergeschrieben hat.

Darüber habe ich ja erst kürzlich mit Gustav Ernst diskutiert, als der in der “Gesellschaft” seinen neuen Schreibratgeber vorgestellt hat und wurde da von den Zuhörern, die vielleicht von der “Sprachkunst” kamen, etwas mißverstanden, als sie glaubten, daß ich das so mache oder behaupten will, daß das geht.

Geht wahrscheinlich auch, aber bei einem Roman in drei Tagen ist die Qualitätsfrage wahrscheinlich immer das Streitthema, obwohl es sich auch da genau wie beim”Nanowrimo”, nur um das Rohkonzept handelt, da man später so lange überharbeitet, bis das Ganze steht.

Nun, das werde ich jetzt mit dem “Fräulein No”probieren und sehen, wie es dann mit meinem Schreiben weitergeht?

Ob das “Schreibbuch” schon mein Opus Magnum ist oder ob es nachher noch einen achten oder neunten “Nano” geben wird?

Mal sehen, noch sind wir  nicht so weit!