Brief an Mathilda

Ich bin ja keine so besondere Freundin der Krimis des 1925 in Sizilien geborenen und im letzten Sommer in Rom verstorbenen Autors Andrea Camilleri, den meine Schwiegermutter sehr mochte.

Ein paar von ihnen habe ich gelesen, die ich aber als eher langatmig fand, ein paar weitere liegen in meinen Regalen und ungefähr vor einem Jahr gab es auch ein Camilleri Buch “Gewisse Momente” wo er von seinen Freunden und seinen Begegnungen schrieb und 2017 hat er in einem Brief an seine jüngste Urenkeltochter, damals keine vier, er über neunzig und fast blind geschrieben, in dem er ihr “Ein italinischen Leben” erklärte.

Was die Vierjährige mit dem Buch anfangen kann, weißich nicht.

“Kindler” hat es herausgegeben und mir geschickt und es ist ein schneller Durchgang durch sein Leben, er ist im Faschismus Mussolinis aufgewachsen, war mit zehn ein glühender Faschist und hat dem Duce sogar einen Brief geschrieben. Später hat er sich davon abgewendet, ist Kommunist geworden und in die Schule ist er seltsamerweise auch nicht gerne gegangen.

Obwohl er schon frühzeitig Bücher las, später in Rom Regie studierte, die Liebe seines Lebens Rosetta heiratete, von ihr drei Töchter und vier Enkelkinder hatte und als Schriftsteller nicht sehr schnell, aber mit seinen Krimis, die er eigentlich selber nicht leiden konnte, sehr berühmt geworden.

Er war auch immer ein politischer Mensch, ist aber nicht in die <politik gegangen und äußert der Keinen oder auch seinen erwachsenen <lesern, das, was er von der EU, der Korruption und der Migration hält.

Ein  interessantes Beispiel führt er diesbezüglich an, wie er vor einigen Jahren mit seiner Frau und einer seiner Töchter in Wien, das kunsthistorische Museum besuchte und dort plötzlich Nasenbluten bekam. Die Frau und die Tochter suchten ein Taxi, er saß offenbar im Freien herum, die lieben Wiener oder andere Personen rannten an ihm vorbei, nur ein Araber hat ihm geholfen, ihn als seinen Freund bezeichnet und den ihm offerierten Geldschein auch noch abgelehnt.

Später steht dann noch, daß keine Angst vor dem Tod hat, nur die seine Freunde und Familie zu verlieren und am Schluß fordert er die kleine Matilda noch auf, ihm von seinem Leben zu erzählen.

Eine interessante Idee so seine Memoiren zu veröffentlichen, da er aber viele Leser und wahrscheinlich noch mehr Leserinnen hat und das hundertfünfundzwanzig Büchlein auch leicht und schnell zu lesen ist, wird es auch erfolgreich werden.

Susanne Toth bei den wilden Worten

Susanne Toth

Susanne Toth

Die 1964  im Mittelburgenland geborene Susanne Toth habe ich, soweit ich mich erinnern kann, bei der “Poet Night” kennengelernt, wo sie, glaube ich, regelmäßig liest.

Dann habe ich einmal ihr bei der “Edition Lex Liszt 12” erschienenes Bändchen  “gebruchs/gut. Oberfläche” gefunden, wo man schon am Titel den experimentellen Sprachstil erkennen kann und sie im Vorjahr mindestens dreimal gehört, beim Kronabitter-Geburtstag, beim “DichtFest” in der “Alten Schmiede” und im Cafe Westend bei der von Luis Stabauer und Erika Kronabitter initiierten Lesereihe und da ist mir ihr Performstil aufgefallen und, daß sie auch auf Englisch gelesen hat und jetzt Gast bei den “Wilden Worten” aus dem Band “Wir sind” in dem, wie Richard Weihs einletete, nicht nur zweisprachige Texte, sondern auch Fotografien enthalten sind und man konnte dann gleich wieder Susanne Toths Performance bewundern, die musikalisch aufgetreten ist, bei manchen Texten aufgestanden ist, manches wiederholte, manchmal auch zwischendurch einiges erzählte, zum Beispiel, daß sie durch die englischen Sprache zu ihrem Schreiben gekommen ist und sehr beeidruckend war das Gedicht von dem wunderschönes Tod “Der Tod ist wunderschön”, was ja etwas was ist, was ich so noch nie gehört habe.

Richard Weihs

Richard Weihs

Anschließend wurde der  Vortragsstil sehr gelobt. Susanne Toth forderte zum Bücherkauf auf und ich habe mir wieder etwas Politisches mit der gesamten Farbenlehre, wo jetzt ja auch das Lila dazukommt, als Gedicht gewünscht und bei dem letzten vom Dezember kann ich mir überlegen, ob ich es für das “Fräulein No” verwendet ist, weil meine Obdachlose ja weiblich ist und aus dem “Fräulein No” ein “No Fräulein” geworden ist:

“Kurz vor fünf imNachtcafe

spricht der verwahrloste Obdachlose

mit bierausdünstenden Atemstößen

die bildhübsche Schauspielschülerin an:

No Fräulein, wia warat`s mit uns Zwaa?

Entgeistert blickt ihn da das Mädchen an:

“Ja was soll denn bitte sein mit uns Zwei´n?”

“No, eh nix”, grummelt da der alte Sandler.

“Nix für unguad – haum` S an Tschik fia mi?”

Thomas Northoff, der Conni, Ottwald John, Fritz Nußbaum, den ich auch vorige Woche im Literaturhaus getroffen habe und noch einige andere waren da.

Das kleine Wiener Orakel

Weiter geht es mit dem “HolzbaumVerlag”, da habe ich ja noch einiges auf Lager und zwar mit einer anderen, nämlich der Wienerischen  Seite, denn da gibts ja Bücher zum “Unnützen Wien Wissen”, “Wien in Cartoons”, “Schimpfen wie ein echter Wiener”, “Kaffee in Wien”, etcetera, sicher ein interessantes Büchlein, das von einer Hanna Jungwirth herausgegeben oder zusammengestellt wurde, das ich jetzt, wenn auch ein bißchen verspätet, gelesen, beziehungsweise durchgeblättert habe, denn Wahrsagen, Bleigießen oder auch das Orakel befragen, tut man ja am besten zu Silvester, ich komme jetzt erst dazu im “Wienerischen” oder in “Lingua vindobonesis”, die Wahrheit zu suchern und da zunächst einmal den Buchrücken zu lesen:

“Nicht im Wein, sondern im Wienerischen liegt die Wahrheit. Ob kleine Nichtigkeiten oder die großen Sinnfragen des Lebens – das kleine Wiener Orakel hat für alles einen Rat. Aber Vorsicht: Auch auf grantige und böse Antworten muß man sich gefasst machen, schließlich hat man es mit einem Wiener Orakel zu tun.”

Und auf den ersten Seiten gibts gleich eine Gebrauchsanweiseung.

“Orakeln auf Wienerisch – so funktioniert`s: Stelle eine Frage an das Orakel, die mit Ja oder nein beantwortet werden kann. Anschließend blätterst du durch das Büchlein (ohne dabei hineinzusehen, du kannst beim Blättern auch die Augen schließen) und öffnest es an einer beliebigen Stelle, die dir zusagt. Lies nun die Antwort – das Wiener Orakel hat gesprochen oder gegratelt”

Dann kommt das umkreiste Auge, das auf jeder linken Seite zu sehen ist und auf gehts, probieren wir es einmal:

Also “Wird die Regierung gut?”-“Trau di hoit”, ist die Antwort. Interessant.

Oder “Wie wird das Wetter heute? “Ned aufhoitn lassen?” heißt es hier.

Oder “Wird 2020 ein gutes Jahr?”- “Bessa wiads nimmer!” Man sieht es wird interessant.

Probieren wir es noch mit “Soll ich mich mehr anstrengen?” – “Goaned leiwand!”, sagt das Orakel und wenn ich mich noch fragenlos ein bißchen umblättere, kann ich noch”Jo sicha!” “Mochs ned”, “Heast,wos soi des?” und vieles andere finden, was ich meinen Lesern, wieder schade, daß der Silvester schon verbei ist, aber die Zukunft läßt sich ja immer befragen, sehr empfehlen kann.

Also auf ein Letztes: “Wie wirds mit “grün” in diesem Jahr in Wien?”- “Bessa wiads nimma!”, hat das Orakel da wieder mal gesagt. Also auf in die neue Regierung, in das neue linke Wien und nochmals in das neue Jahr, in dem wir ja schon ein bißchen drinnen sind!

Mit Links

Ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine gesellschaftspolitisch sehr engagierte und aktive Frau, die in einem der schönen Gemeindebauten, aus den dreißiger Jahren, erbaut aus den Mittel der Wohnbausteuer aufgewachsen, weil meine Eltern im World war II ausgebomt wurden und der Vater als aktives SPÖ-Mitglied Anspruch auf eine Gemeindewohnung hatte, die damals, wie ich glaube, ausschließlich den SPÖ-Mitglieder vorbehalten war, so daß ich die Partei als soziale Kontrolle erlebte, was mich veranslaßte, nie mehr mit einer ausnahme sie SPÖ zu wählen.

Die Ausnahme war Anfangs der achtziger Jahre, als ich da eine Zeitlang bei den “Kinderfreunden” arbeitete und die nur Parteimitglieder anstellten.

Als ich das erste Mal wählen durfte, so zwischen neunzehnund zwanzig, weil damals das Wahlalter, beziehungsweise die Großjährigkeit von einundzwanzig auf neunzehn herabgesetzt wurde und ich 1973 dazwischen war, habe ich, ich gebe es zu, als Prostest gegen meinen Vater, die ÖVP gewählt und mir damals auch die “Presse” öfter gekauft.

Mein Vater hatte die “Arbeiterzeitung” abonniert, die Mutter, die sozialistische “Frau”.

Das habe ich auch nur einmal getan und bin dann, glaube ich, sehr bald auf die KPÖ gestoßen, weil mich die Monika ja in den Bund der demokratischen Frauen bzw. in den “Arbeitskreis schreibender Frauen” brachte, die sich damals im” Rotpunkt” auf der Reinprechtsdorferstraße trafen.

Irgendwann habe ich dann auch die Grünen gewählt, bin aber bald wieder zur KPÖ zurückgekommen, lese ja auch schon seit vielen Jahren am Volksstimmefest und die Ausnahme war irgendwann in den Neunzigerjahren wahrscheinlich, als der Martin mich aufforderte, das zu tun, um den Haider-Aufstieg zu verhindern, damals war Caspar Einem Innenminister, ich habe ihm meine Vorzugsstimme gegeben, nachher war er es nicht mehr und ich habe mir geschworen, nie wieder.

Bis auf letztes Jahr, da habe ich kurz daran gedacht es zu tun, weil ich ja weil ich Anfang des Vorjahres von der GAV oder den IG-Autoren dazu aufgerufen, für den Rücktritt von Innenminister Kickl unterschrieben habe und da auf einer SPÖ-Seite gelandet bin, die mich einlud in die Partei einzutreten und mir später, als das Ibiza Video auftauchte und Neuwahlen ausgerufen wurden, Einladungen zu ihren Wahlveranstatlungen schickte, bei drei bin ich gewesen und habe auch kurz daran gedacht, vielleicht doch die SPÖ zu wählen, weil die KPÖ ja nichts bringt. Der Alfred hat begonnen sich sehr für die Grünen zu engagieren, Wahlzettel verteilt, etcetera und ich habe mich entschloßen, mit einem Gefühl, daß ich es vielleicht bereuen würde, die Grünen zu wählen.

Ob ich das bereuen soll, weiß ich noch nicht? Denn eigentlich, das habe ich ja heute dem Uli kommentiert, bin ich ja dafür, was Neues auszuprobieren und nur wer wagt gewinnt. Aber Kopftuchverbot bis vierzehn, Ausreisezentren und Sicherheitshaft sind eigentlich nicht das, was ich will, absolut nicht, aber gut, schauen wir uns an, wie es wird und dieses Wochenende wären wir wieder nach Harland gefahren, sind wir aber nicht, obwohl wir dort ein neues Bücherregal  aufzustellen haben, weil mich der Alfred auf eine Gründungsversammlung einer neuen neuen Linkspartei aufmerksam machte, zu der er gehen will, obwohl er sich ja nach wie vor für die Grünen engagiert und, obwohl er für die Wien – Wahl, die ja in diesemJahr stattfinden wird, wo alle schon nervös sind, gar nicht wählen darf weil, er ja in Niederösterreich seinen Hauptwohnsitz hat.

“Dann geh ich mit!”, habe ich gesagt und mich nicht recht ausgekannt, spalten sich die jetzt von der KPÖ ab oder wird es eine große Linkspartei geben, die dann fünf Gemeinderäte ins Rathaus bringen, die ich, das ist glaube ich, fix, wählen will und Kurto Wendt den ich von den Volksstimmefestlesungen kenne und der ja die Donnerstagsdemonstrationen organisierte, ist einer der Veranstalter oder Aufrufer und da kann ich mich auch erinnern, daß es auf der letzten Demo auf der ich war schon Arbeitsgruppen gegeben hat, die ein Programm erarbeitet haben, vielleicht hat sich da “Links-Wien” gegründet und nun gut, schauen wir uns das einmal an und weil wir ohnehin in Wien geblieben sind, konnte ich mir auch Stephans Teichgräber “Dramatiker-Workshop geben” und da mit ihm nach Sopron und nach Györ ins Theater gehen und in Sopron kann ich gleich verraten, gibt es ein literarisches Programm nämlich “Per Gynt” und ein Stück nach einem Roman von Sandor  Marai, während  in Györ Agatha Christie aufgeführt wird und, glaube ich, auch eine Dramatisierung eines Romans von Magda Szabo.

Dann bin ich also in die VHS Schwendtergasse hinausgewandert, wo die Gründungsversammlung stattfand und habe da schon vorher Mails bekommen, daß sich viel mehr Leute, als erwartet angmeldet haben und ungefähr zehn habe ich von diesen meist sehr  jungen Leute auch gekannt.  Das Logo war die Farbe Lila, die auf auf den Flyern und auf  der großen Bühne zu sehen war, auf der Grundsatzstatesments  abgegeben wurden, daß für ein sozales Wien, die freie Fahrt auf den Öffis, ein bedingungsloses Grundeinkommen, der Kampf gegen Rassismus, der Einsatz für die Frauen und ein leistbares Wohnen für Wien wichtig ist und bei der letzten Wahl habe ich, glaube ich, auch nicht die KPÖ, sonders das Bündnis “Wien anders” gewählt, das in fünf Bezirken Bezirksräte hat, einer davon ist Margareten, also hat meine Stimme, was bewirkt und ein paar dieser Bezirksräte waren auch da, ein paar Leute habe ich vom Volksstimmefest gekannt, aber eigentlich waren  nur sehr wenige Bekannte da und ob es nun, da um eine  neue Einheitspartei oder um eine Abspaltung  geht, ist mir nicht so ganz klargeworden, ich werde es aber  herausbekommen, da ich bei der Wien-Wahl, die es im wahrscheinlich im Oktober geben wird, eine linke Partei wählen möchte, obwohl ich mich entschlossen habe, am Samstag nicht mehr in den fünfzehnten Bezirk zu gehen, um die weiteren Ziele in Kleingruppenarbeit zu eräutern und am Abend eine große Party zu feiern, sondern mich in einem “Writersretreat” und einem möglichst intensiven Korrigiertag “Meinem Schreiben und meinen Büchern” zu widmen, was mir ja auch sehr wichtig ist und von der anderen Seite kann ich vermelden, hat  sich  eine neue Bewegung gegründet, die sich “Die “Österreicher” nennt und gegen das Linke kämpfen will, so daß es politisch in diesem Jahr wohl noch sehr spannend wird.

Mondgezeiten

Den 1958 in Wels geborenen und in Ried im Innkreis als Bibliothekar, Schriftsteller und politischer Aktivist lebendern Dietmar Füssel kenne ich schon lang. Kennengelernt habe ich ihn, glaube ich, 1987 als ich in Linz bei diesem “Max von der Grün-Preis”, den er, nicht ich, gewonnen hat, zu einer Art Schreibwerkstatt eingeladen wurde und dann als ich bloggte bin ich auf seine Website mit den monatlichen Gewinnspielen seiner Bücher bekommen, habe mich, wie es meiner Art entspricht, eifrig beteiligt und einiges gewonnen, so daß ich nicht alle, aber viele seiner zahlreichen Bücher gelesen habe und mich wenn man so will, als Dietmar Füssel Spezialistin bezeichnen kann.

“Einen schrägen Vogel”!”, hat ihn, glaube ich, einer meiner Leserinnen die mich eine Zeit sehr wohlwollend verfolgte, genannt und das ist er sicher auch in sehr vielfältigen Genres.

Die Satire ist sicher eine davon, Dietmar Füssel, der schräge Typ, der auch immer Videos zur politischen Situation ins Netz stellt. Es gibt Krimis, historische Romane, Kinderbücher, aber auch Lyrik und als er mir im Oktober während der  GAV-GV  seinen neuesten Lyrikband “Mondgezeiten” in die Hand drückte, habe ich mir auch schränges erwartet und wurde, wie das halt so ist und es sich daher immer wieder lohnt, genau hinzuschauen, überrascht, denn es ist zwar nicht so besonders rhythmisch und musikalisch, sondern wahrscheinlich eher monoton wiederholend, dafür aber besonders eindringlich, was da auf den achtzig Seiten des kleinen Büchleins aus dem “Mitgift-Verlag”,  den ich im Dezember im “Buchquartier” kennenlernte und auch Dietmar Füssels-Lyrikband bewundern konnte, steht.

Eindringlich und nachdenklich und sehr zu emepfehlen, sich in diese Seite des Füsselschen Schaffens einzulesen. Ich weiß gar nicht, ob es diese Gewinnspiele noch gibt, wenn kann ich aber sehr empfehlen, sich zu beteiligen oder sich das Büchlein anderwertig zu besorgen.

“Während  um uns alles kühler wird, ziehen wir schwermütig westwärts”, heißt es auch gleich melancholisch im ersten Gedicht.

Und “Haus und Seele” ist scheinbar widersprüchig und regt zum Nachdenken an:

“Die Tür trägt die Inschrift: “Dies ist keine Tür” Und alle Wände sind Spiegel in denen keine Seele sich spiegelt.”

In diesem Sinne geht es gleich weiter im “Feuer frißt Schatten”:

“Feuer frisst Schatten, Wo viel Schatten, da kein Feuer, Wo viel Feuer da kein Schatten.”

Die Angst vor dem Sterben, das Älterwerden, die Sinnlosigkeit des Lebens, sind  ständige Themen, die immer wieder auftaucht und das Politische wird, wenn auch kurz, auch gestreift:

“Der siebte Staat heißt Österreich und Österreich ist wüstengleich”, wie immer man sich das deuten mag.

“Die Weisheit des Alters” ist ein Thema und wie schon erwähnt “Die Vergänglichkeit”

“Bemessen ist unsere Zeit: Nur junge, sehr junge Menschen bauen an mehreren Türmen” oder

“Im Winter meines Lebens”

“Im Winter meines Lebens – denn  auf den Sommer folgt kein Herbst – ist jeder Schritt mit Schmerz verbunden, wie bei der kleinen Meerjungfrau.”

Bei dem “Demenzgedicht”

“Die nutzlosen Alten, gefangen im Ein-Zimmer-Layrinth ihrer Demenz  – Leben in Pflegeheimen gewickelt, gefüttert, bewacht  – Ein Leben ohne Erinnerung ein Leben ohne Leben” – würde ich ihn widersprechen und meinen, daß ein Leben in der Vergangenheit und ein sich mit dem Damals und den damals Lebenden beschäftigten,  auch sinnvoll sein kann, auch wenn es von außen betrachtet, vielleicht nicht so aussieht und dann würde ich noch gerne wissen, was mit dem “Psychopomp, der den Weg von diesem Seits in Jenes weist”, gemeint ist.

Sehr beeindruckend das Gedicht “Information”

Buchstaben fallen aus Büchern und werden durch Bilder ersethzt.

Bücher fallen von Regalen und werden durch Bildschirme ersetzt.

Bildung fällt bodentief und wird durch Information ersetzt.

Etwas über Ausländer gibt es es natürlich auch:

“Unerwünschte Menschen aus unerwünschten Ländern mit unerwünschten Sitten und unerwünschten Glauben”, das vielleicht der FPÖ sehr zu emfpehlen ist und am Schluß wird es dann doch versöhnlich und wieder hoffnungsvoll:

“Das Leben jedoch ist geduldig. Alles beginnt. Alles begann. Alles wird beginnen.”

In diesem Sinn, auf ins neue Jahr mit hoffentlich viel Lyrik und neuen oder auch alten Lesestoff und ich bin sehr neugierig, was ich von Dietmar Füssels lyrischen oder auch satirischen Schaffen noch alles hören und lesen werde.

PS-Politsch schreiben

Ilse Kilic, Kaska Bryla, Eva Schörkhuber, Carolin Krah

Ilse Kilic, Kaska Bryla, Eva Schörkhuber, Carolin Krahl

Das neue Jahr hat begonnen und ist in seine zweite Woche eingetreten, wo die literarischen Veranstaltungen, “AS”, Literaturhaus, Gesellschaft für Literatur, beginnen. Kafkas “Brief an den Vater”  in der Herrengasse, josef Winkler in der AS, politisch schreiben mit Ilse Kilic und ich bin einige male zwischen AS und Literaturhaus hin und hergeschwankt, bis ich mit dem Alfred in das Literaturhaus gegangen bin und dort erst so richtig mitbekommen habe, daß da diese linke feministische Zeitschrift vorgestellt wurde, die ich von der KritLit kenne.

Das Literaturhaus war trotz der AS Konkurrenz sehr voll, Ruth Aspöck, Sabine Scholl, Jessica Beer, alle da und die in Leipzig und, ich glaube, noch wo angesiedelte Zeitschrift,”PS-politisch schreiben”, die im Kollektiv aus jungen engagierten Frauen bestehen, wurde von der in Polen geborenen kaska bryla moderiert, die 2018, glaube ich, bei den “Exil- Preisen” gewonnen hat und deren erstes Buch demnächst bei “Residenz” erscheinen wird.

Es gibt inzwischen die fünfte Nummer der Zeitschrift, die immer ein bestimmtes Thema und einen literarischen Teil hat, Eva Schörkhuber und Carolin Krahl vom Autorenkollektiv lasen ihre Essays, Ilse Kilic war für den literarischen Teil eingeladen, dann gab es eine lange Diskussion über den Sinn der Zeitschrift, die den Sinn des Literaturbetrieb  und das Konkurrenzverhalten hinterfragen will und ob das wirklich politisch ist und den Titel der Zeitschrift rechtfertig, Ilse Kilic stellte das “Fröhliche Wohnzimmer” vor, die das ja schon vor zwanzig Jahre versuchte.  Wein und Knabbereien gab es auch.

Vom “Plan dein Romanjahr-Kurs” zum Workshop zur Gegenwartsliteratur

Das neue Jahr hat  begonnen, die neue grün-türkise Regierung wurde angelobt, die literarischen Veranstaltungen werden auch bald anfangen.

Die Romanjahrplanung hat das schon, denn, daß ich da mit dem zweiten “Literaturgeflüsterbuch” über “Mein Schreiben- meine Bücher” fertig werden will, ist klar.

Da bin ich jetzt wieder bei Seite hundertneunzig  und kann nur hoffen, es im nächsten, übernächsten oder auch fünfzehnten bis zwanzigsten Durchgang zu schaffen, während Jurenka Jurks Minikurs zur Vorbereitung für ihren Romanjahrlehrgang in den vierten Tag gestartet ist.

Fünf Tage dauert der Kurs und bei Tag drei und vier sollte ich einschätzen, wie weit forgeschritten ich mich bei meinen “Figuren”, bei der “Heldenreise”, beim “Plotten”, bei der “Szenengestaltung”, bei den “Dialogen”, dem “Show not tell”, dem “Überarbeiten” und der “Vermarktung” halte.

Gute Fragen, die wenigstens für mich, gar nicht so leicht auf den mitgeschickten Arbeitsblättern zu beantworten sind. Ich denke aber, wenn ich mit dem “Schreibe-Buch” fertig bin und zum “Fräulein No” hinüberwechsle, werde ich die hunder t Rohseiten oder knapp fünfzigtausend Worte, die ich da habe, nach einem weiteren Durchgang, auf ihre Fehler und Schwächchen abklopfen.

Jede Szene daraufhin untersuchen, was noch nicht passt, um sie dann entsprechend zu bearbeiten. Beim “Dialoge schreiben” schreibe ich ja immer, bin ich nicht so gut, obwohl ich gar nicht so sicher bin, ob das noch stimmt.

Der Text wäre, wenn ich Jurenka Jurk richtig verstanden habe, eher Plot-, denn Figurenzentriert, weil ich ja mehrere Handlungsstränge, beziehungsweise mehrere Protagonisten habe, die das ganze abwechselnd aus ihrer Perspektive erzählen. Und beim Antogonisten hapert es ja immer  bei mir, da habe ich wohl noch nicht richtig herausbekommen, wozu ich den brauche?

Beim Roman Anbieten oder Vermarkten habe ich ja inzwischen mein Konzept, also das fertige, fünfzigmal gedruckte Buch nach einer Vorschau auf meinen Blog vorstellen, ein Gewinnspiel und eine Leserunde ausrufen, die, ich weiß schon, nicht so richtig funktioniert und beim nächsten Projekt vielleicht wirklich mal versuchen, das ganze Mal im Voraus zu planen und schauen, wie weit ich damit komme, was aber vielleicht schwierig wird, wenn ich Ende Oktober damit fertig bin und wieder sage, so jetzt starte ich plotlos “No plot, no problem!” in den “Nanwowrimo”, mal sehen.

Aber ich habe in den ersten Tagen des neuen Jahrs, als ich vor einer Woche wieder nach Wien zurückgekommen bin, noch etwas anderses gemacht, nämlich meine Bücher geordnet, beziehungsweise Vea Kaisers “Blasmusikpopp” gesucht, weil ich das ja auf meiner 2020 Leseliste habe, das Buch aber noch nicht auf dem Badezimmerstapel liegt. Ansonsten habe ich bis jetzt in diesem Jahr schon elf Bücher gelesen und bevor jetzt jemand aufschreit, es waren sechs eher dünne “Holzbaum-Bändchen” dabei, Dietmar Füssels ebenfalls recht dünnes Gedichtbändchen und dann neben Olga Tokarczuks eher umfangreichen Buch noch drei weitere dünne Bücher, ich bin aber mit den mitgeschleppten 2019 Bücher fast fertig und könnte jetzt noch die Bücher, die ich von der “Buch-Wien” als Rezensionsexemplare bekommen habe, sowie zwei der Geburtstagsbücher lesen und da ist ja Dirk Stermanns “Hammer” dabei, auf den ich bei Stephans Teichgräber “Centrope Workshop der Gegenwartwliteratur” aufmerksam wurde und da habe ich noch zwei Bücher auf meiner Leseliste die ich demnächst lesen will, nämlich Radka Denemarkovas “Ein herrlicher Flecken Erde” und Jaroslav Rudis “Winterbergs letzte Reise”, beide Bücher passen zum Tschechien- Schwerpunkt der letzten Leipziger Buchmesse, stehen aber nicht auf Stephans Teichgräbers Centrope-Liste, der sich bei Radka Denemarkova ja für die “Stunden aus Blei” entschieden hat, die die Autorin auch bei seinem letzten Centrope-Festival vorstellte.

So bin ich heute Nachmittag wieder mit dem “Stermann” in die Spengergasse gepilgert. Stephan Teichgräber hat aber auch einen Gegenwartsliteraturstapel, der ein bißchen anders als meiner ist und hat für heute Tonio Schachingers “Nicht wie ihr”ausgesucht, weil er sich ja für Fußball interessiert.

Ich weniger, habe das Buch aber, glaube ich, schon in September gelesen, weil es ja bezüglich des dBps sogar auf die Shortlist gekommen ist, so habe ich mit ihm wieder die ersten Seiten durchanlysiert, bin daraufgekommen, daß auf Seite fünfmal das Wort “Bugatti” steht und habe noch einige andere diesbezügliche Erkenntnise gemacht, während ich mir heute Morgen bezüglich meiner Leseliste dachte, daß ich, wenn ich so weitermache, jetzt bald zu meinerm Backlistlesen komme und, daß ich da heuer vielleicht wieder mit den vorgenommenen Büchern fertig werde.

In den zwei letzten Jahren habe ich das nicht geschafft, weil so viele Neuerscheinungen, diesmal habe ich mich aber mit dem Bestellen zurückgehalten, während ich also schon Pläne machte, sind wieder einige Angebote gekommen, so daß ich es wahrscheinlich doch nicht schaffen werde.

Aber mal sehen, ich bin wieder gespannt, was sowohl meine Lese- also auch meine Romanfahrpläne betrifft und werde demnächst in die Badewanne gehen, um das zwölfte 2020 Buch, nämlich Jörg-Uwe Albigs “Zornfried” auszulesen, von dem ich Ende November beim “Fried Festival” hörte und, daß mich seines Themas wegen sehr interessierte, auch wenn es nicht zur “Gegenwartliteratur es Centropes”, weil von deinem deutschen Autor, zählt.

Die neue Regierung

Jetzt wieder etwas Politisches, ich bin ja, wie ich immer schreibe, eine sehr politische Frau, was sich auch in meinen Büchern ausdrückt, die ich regelmäßig oder Auszüge daraus am Volksstimmefest vorstelle, ich habe gegen schwarz-blau eins im Jahr 2000 geschrieben und demonstriert, habe bei den “Widerstandslesungen”, die es damals von El Awadalla und Traude Korosa organisiert, gelesen und die 1956 in Nickelsdorf geborene Elfriede Awadalla, die ich im “Arbeitskreis schreibender Frauen” kennengelernt habe, wollte ja auch 2016 für die Bundesprädisdenwahl kanditieren und die Bundespräsidentenwahl, wo Alexander van der Bellen und Norbert Hofer gegeneinander antraten und, die dann auch wiederholt werden mußte, hat mich auch sehr interessiert.

Da ist dann ja auch schon mein dritter und, wie sich herausstellte eher rechter Dauerkritiker Uli aufgetreten, dessen Blog ich dann auch einige Zeit verfolgte und dann gabs 2017 eine vorgezogene Neuwahl und kurz danach, natürlich von Präsident van der Bellen angelobt, eine eine neue diesmal türkis-blaue Regierung, in der “Unsichtbaren Frau” habe ich über die Wahl geschrieben, die von den Rechten dieses Landes, als die beste aller Zeiten gelobt wurde.

Die Linken und die Grünen sahen das etwas anders und so hat es seit Oktober 2018 auch wieder Donnerstagsdemonstrationen gegeben, bei einigen bin ich mitgegangen, nicht bei allen und durch meinen Sturz bedingt, im März 2019 konnte ich das auch einige Zeit nicht, kann mich aber erinnern, daß es mich sehr ärgerte, daß die neuen GAV- Jour fixes immer an einen Donnerstag angesiedelt waren.

“Da ist die Demo!”, habe ich gesagt und, als ich dann erfuhr, daß der nächste im Frühjahr 2019 angesetzt war, “Dann gibt es die Demos wahrscheinlich nicht mehr!”

“Da ist die Regierung schon weg!”, hat Ilse Kilic geantwortet, was ich nicht glaube, als ich aber im Mai auf die “KritLit” gegangen bin, habe ich am Morgen in den Nachrichten von diesem Ibiza-Video erfahren, das seither Österreich und die halbe Welt erregte, zur Regierungsumbildung und Neuwahlen führte, wo die Grünen wieder gewonnen haben.

Der Alfred hat sich sehr stark dafür eingesetzt, ich ein bißchen weniger.

Bei der Wahlparty bin ich aber auch gewesen und jetzt wird es eine grün- türkis Regierung geben, die bald angelobt werden wird und sie sich, wie man hört, auch für das Kopftuchverbot bis vierzehn, die Sicherheitshaft, etcetera, also keine grünen Themen, eisetzen, dafür aber ein großes Umweltministerium bekommen wird.

“Herbert Kickl kann sich freuen!”, vloggt der Politvlogger Gerald Grosz und die Identitären fürchten sich vor der neuen grünen Justizminsterin Alma Zadic.

Man hört also sehr widersprüchiges und ich bin, ohnehin immer sehr pessimistisch, gespannt, was sich jetzt tut in dem schönen Österreich und wünsche den Grünen wirklich sehr, daß sich, wie sie es ja auf ihren Versammlungen versprochen haben, ihre Handschrift durchsetzt. Österreich wird das sicher brauchen, auch wenn die Rechten dagegen sind und gegen “Fridays for Future” hetzen.

Eine neue Linkspartei, die bei den Wien Wahlen antreten will, soll sich dieses Wochenende auch gründen, ich werde darüber berichten.

Zum neuen Romanschreibjahr

Ich bin ja, auch meine Leser mir das nicht glauben und mich für eine Hobbyautorin halten, absolut keine Schreibanfängerin. Nicht sehr erfolgreich ja, aber absolut schreiberfahren, da ich das ja nun schon seit fast fünfzig Jahre kontinuierlich betreibe und auch schon in der Volksschule am Wochenende Ausätze schrieb, die ich dann meiner Lehrerin, einer Frau Theresia Keiler zeigte und in der Hauptschule ein Krippenstück, daß ich mich dann nicht der Lehrerin, Frau Else Linser, zu zeigen traute, fast fünzig selbstgemachte Bücher, bald zwölf Jahre “Literaturgeflüster”, meine Leser wissen das ebenfalls und ich beschäftige mich auch kontiniuierlich mit der Kunst des Schreibens, gehe mehrmals in der Woche zu literarischen Veranstaltungen, lese sehr viele Bücher, die ich darauf hin abklopfe, was da besser als das meine ist, habe da erst vor kurzem Gustav Ernst Schreibratgeber durchstudiert und mache derzeit wieder, wie im vorigen Jahr Jurenka Jurks Mini – Kurs “Plan dein Romanjahr 2020”, die tut das höchstwahrscheinlich,  um Teilnehmer für ihre “Romanschule”, die sie ab Jänner wieder anbietet, zu gewinnen, ich tue es aus Interesse und Lust am Schreiben, profitiere aber sicherlich damit, hat sich doch daraus im letzten Jahr mein “Zweites Literaturgeflüster BuchMein Schreiben meine Bücher” entwickelt, das aus den Schreibartikel, die im Blog seit 2008 oder seit 2012, um genauso zu sein, entstanden sind und den Probekapitel der siebeununzwanzig Bücher, die ich herausgegeben habe, seit es das “Literaturgeflüster” gibt, an dem ich seit Juni letztes Jahres mehr oder weniger lustlos korrigiere.

Denn eigentlich ist ja jeder Artikel, jedes Kapitel schon fertig, das heißt veröffentlicht, aber der Teufel liegt auch hier, wie wahrscheinlich überall, im Detail, also an den Beistrichen, den Anführungszeichen und den doppelten Wortwiederholungen, die sich ja doch hin und wieder eingeschlichen haben. Außerdem scheine ich über ein veraltetes oder defektes Schreibprogramm zu verfügen, so bleiben, die einkopierten Texte immer  an bestimmten Stellen hängen und die Seitenzahl stimmt dann nicht und am Freitag habe ich mir überhaupt einen Hund eingebaut, daß ich schon gedacht habe, ich könnte wieder von vorne anfangen oder ich werde nie damit fertig, dabei wartet ja schon mein siebenter “Nanowrimo”, seit Ende November auf das Korrigeren und da habe ich mir ja auch vorgenommen, mir beim Überarbeiten Jurenka Jurks Romanfahrplan oder Gustav Ernsts “Romane schreiben-Buch” vorzunehmen, um das Ganze vielleicht doch einmal so spannend zu machen, daß es meine Leser interessiert, ich einen Verlag finde, auf eine Buchpreisliste komme, etcetera, was ich mir vielleicht wünsche und dann auch wieder nicht, denn ich schicke ja nicht mehr zu Verlage, stelle die Bücher auch nicht bei “Amazon” ein, sondern lasse sie ja bekanntlich seit 2000 fünfzigmal drucken und mache dann seit einigen Jahren auf meinen Blog ein Gewinnspiel und rufe zu einer Leserunde aus, bei der sich keiner meldet, für mich aber trotzdem sehr wichtig ist, weil ich mein Schreiben, was ich als meinen “Vorlaß” bezeichnen würde, wenigstens auf dieser Art und Weise präsentieren kann.

Jetzt habe ich mich wieder gefangen, das Ganze seit letzten Freitag ein paar Mal ausgedruckt, zwei Schachteln Papier dabei verbraucht. Jetzt stimmt es wieder und ich hoffe in ein paar Durchgängen so weit fertig damit zu sein, daß ich es dem Alfi zur Formatierung übergeben und mich den “Fräulein No” widmen kann und dieses dann vielleicht bis Oktober oder November fertig korrigieren kann, daß ich dann vielleicht beim nächsten “Nanowrimo” das “Heldenreisemodell” vielleicht doch endlich einmal anwenden kann.

Und während ich das schreibe, beziehungsweise mich die letzten Tage durch meine zweihundertsechzig oder zweihundertsiebzig Seiten quälte, schickt Jurenka Jurk jeden Tag ein Arbeitsblatt, wo man sich über seine Motivation zum Schreiben und seinen diesbezüglichen Status quo klarwerden kann. Gestern gab es ein diesbezügliches Webinar am Abend, heute ein Video dazu und die Arbeitsblätter habe ich auch nicht so wirklich ausgefüllt, sondern bisher nur eher überflogen, denn ich weiß ja eigentlich, wie wichtig mir das Schreiben ist?

“Sehr!”, würde ich sagen und ich habe auch eine Arbeitshaltung und für 2020 auch den Plan, das “Mein Schreiben-meine Bücher-Buch”- fertigwerden lassen, dann auf dem Blog eine Leserunde machen, wo sich vielleicht ein paar Leute melden, aber das kann ich ja nicht beeindlußen.

Ich werde es aber ein bißchen ausschicken, an den ORF, an die “Alte Schmiede”, an die Frau Danielcyck, etcetera, dann am “Fräulein No” arbeiten und wenn noch Zeit bleibt, für das nächste Buch, wo ich noch wirklich keine Ahnung habe, ob ich noch ein einundfünfzigsten oder so, schreiben will, ein bißchen genauer recherchieren.

Warum ich schreibe, weiß ich eigentlich auch nicht so genau.

Um mich selbst zu verwirklichen, wahrscheinlich, was immer das auch heißt. Um mich auszudrücken, um der Nachwelt was zu hinterlassen, was jetzt schon ein bißchen pathetisch klingt, aber durch meine Bücher werde ich sicher Spuren hinterlassen und man kann alles nachlesen.

Das zum gestrigen Arbeitsblatt, das heutige beschäftigt sich mit der Frage, was ich zur Verwirklichung meiner Pläne noch alles brauchen würde? Und da ist wahrscheinlich, das sogenannte “Handwerkzeug” gemeint, daß ich mir durch die Buchung des Kurses aneignen könnte.

Da bin ich mir gar nicht so sicher, was mir da  noch fehlt, denn durch die vielen Probeseminare, die ich schon absolvierte, den Schnuppertagen beim Writersstudio, den Schreibratgebern, weiß ich eigentlich, wie man einen Romn schreiben soll.

Meine fallen dann trotzdem nicht so auf. Woran liegt es? An der Spannung und den Rechtschreibfehlern und, daß es mir nicht so gelingt, das Interesse meiner Leser zu erschaffen, würde ich meinen und könnte auf das Blatt unter dem Punkt, was ich noch brauche, mehr Aufmerksamkeit, mehr Leser, einen Verlag, einen Förderer, einen Preis vielleicht, hineinschreiben oder vielleicht auch nur eine etwas größere Leserunde auf dem Blog mit einer etwas größeresn Diskussion.

Das ist das, was ich mir wünsche, aber selbst wahrscheinlich nicht herstellen kann. Aber eines ist mir sicher wieder durch dieses Webinar gelungen, meine Pläne klarer vor mir zu sehen, habe ich ja, wie, ich glaube, ein gutes Zeitmanagement und habe die Hemmung und die inneren und die äußeren Kritiker jetzt auch so weit im Griff, daß ich mich am Schreiben nicht mehr hindern lasse und da hilft mir das “Literaturgeflüster” und wenn mir in den letzten Jahren, seit ich blogge oder auch schon länger, etwas gelungen ist, dann das, daß ich selbstgewußter geworden ist.

Resignierter bezüglich es mangeldens Feedback und daß es mir nicht und nicht gelingt, natürlich auch, aber eigentlich ist mir das auch schon egal, auch wenn das jetzt sicher etwas mißverständlich klingt und mißverstanden werden kann und, was ich schön finde, ist auch was sich alles bezüglich des Schreibens in den letzten dreißig vierzig Jahren verändert hat.

Als ich angefangen habe, habe ich  irgendwann gehört, das erste Mal war es in der “Alten Schmiede”, als da einer sein selbstgemachgtes Heftchen vorstellte, daß man das nie und niemmer und unter keinen Umständen selber machen kann.

Das hat sich, wenn auch nur vielleicht qualitativ und an der Oberfläche geändert, es gibt die Selfpublisher, die ganze Hallen in Leipzig und in Frankfurt füllen, wie ich immer schreibe, die aber auch keine Buchpreise gewinnen und wenn dann nur ganz bestimmte, für sie gemachte und es gibt das “Writersstudio”, wo Leute, die gern schreiben und auch das Geld haben sich so einen Kurs oder ein Retreat zu leisten und es gibt Jurenka Jurk, die bei ihren “Webinaren” ja, glaube ich, über tausend Teilnehmer hat, die alle schreiben wollen, sich ihren Traum dazu mehr oder weniger erlauben und das fertige Buch, wenn es das wird, dann auch sehr leicht bei “Amazon” oder sonst veröffentlichen können.

Es schreiben also jetzt sicher viel mehr Leute, als früher und brauchen das auch nicht mehr wirklich nur für die Schublade tun. Sie können sich das Handwerk, das man sicher braucht, auch leicht in einem Kurs oder einer Romanschule erkaufen, bekommen dann auch das entsprechende konstruktive Feedback, an dem hat es ja mir früher gemangelt und das finde ich sehr schön.

Ob dann wirklich viele Leute diese vielen Bücher lesen, da wäre ich sehr skeptisch, ich lese aber viel, bin an vielen interessiert, habe jetzt erst meine Debutempfehlungen abgegeben und werde, wenn ich mit diesen Artikel fertig bin, wieder mein Schreibe-Manuskript vornehmen, bei dem ich vor kurzem bis auf Seite hundertfünzig ohne einen Fehler zu finden, vorangekommen bin.

Dann mich auf die restlichen Arbeitsblätter, Videos und Webinare konzentrieren, das am Donnerstag werde ich wohl auslassen, weil ich da wahrscheinlich in die “Alte Schmiede” oder ins Literaturhaus gehe und so mit meinem Schreiben, in mein Romanjahr 2020 starten, wo es hoffentlich zwei Bücher geben wird, mein “Vorlaßbuch” und mein “Fräulein No” und, ob ich dann schreitechnisch in Pension gehe, was ich ja altersmäßig könnte oder es noch einmal oder jetzt doch mit der “Heldenreise” oder etwas anderen probiere, wird man sehen, ich bin jedenfalls gespannt.

Zum Bloggerdebutpreis 2019

Und hier kommt sie, meine Begründung für das Bloggerdebut von 2019, womit ich mich in den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr auseinandergesetzt habe, denn da habe ich ja  drei Bücher der von Janine Hasse, Bozena Anna Badura und Sarah Jäger ausgesuchten Shortlist gelesen und mir ein bißchen den Kopf darüber zerbrochen, wie ich das mit meiner Punktvergabe halten soll?

Katharina Mevissen “Ich kann dich hören” habe ich ja schon im Februar gelesen und Angela Lehners “Vater unser” im Oktober im Rahmen meines deutschen Buchpreisbloggens, ist sie da ja auf der Longlist gestanden und dann noch auf der des österreichischen Debutpreis, den sie dann auch gewonnen hat.

Von der Longlist, die ja aus achtzig Titel bestanden hat, habe ich zwanzig Bücher, also ein Viertel gelesen und hatte, als die Shortlist im November bekanntgegeben wurde, schon meine Vorstellung, was ich gerne darauf hätte.

Ein Buch hat es davon geschafft, zwei hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon gelesen und die drei anderen waren mir bis dahin eher unbekannt, obwohl ich Martin Peichls “Wie man Dinge repariert” zusammen mit Malte Borsdorf “Flut” schon auf dem Badezimmerstapel liegen hatte, weil sie ja mit Angela Lehner auch auf der “Alpha-Shortlist” gestanden sind.

Jetzt habe ich alle Shortlistbücher gelesen und habe auch meine Entscheidung getroffen, die mir diesmal leichter gefallen ist, weil ich nicht wie im Vor- und im Vorvorjahr ein Buch hatte, dem ich gerne auch noch einen Punkt gegeben hätte, was ich aber nicht drufte.

Diesmal habe ich die Punktereihung im Kopf hätte aber, was ich hiermit tun möchte, gerne eine andere gegeben, da mir von den zwanzig gelesenen Büchern

Anna Lehners “Vater unser”

Raphaela Edelbauers “Das flüssige Land” und

Marco Dinic “Die Guten Tage” am besten gefallen haben und ich darunter

Emaneul Maess “Gelenke des Lichts” und

Karin Köhler “Miroloi” gereiht hätte.

Geht aber nicht, also voila, hier meine Bewertung:

Fünf Punkte für Angela Lehner, weil “Vater unser”, das ja in diesem Herbst schon viele Preise gewonnen hat, ein sehr ungewöhnliches erfrischendes Buch mit einem sehr ungewöhnlichen rotzigen Tonfall ist, das mir wirklich gut gefallen hat und ich das OWS, in das man wahrscheinlich, wenn man angeblich einen Kindergarten überfallen hat, nicht aus Bayern oder Kärnten  eingeliefert wird, noch einmal ein bißchen anders kennenlernen konnte.

Drei Punkte für Nadines Schneiders “Drei Kilomekter”, weil mich diese  leise Erzählung, auch wenn sie manchmal ein paar zu geläufige Metaphern hat, sehr beeindrucken konnte und ich mir ein  klares Bild von dem Rumänien im Sommer 1989 und dem was damals dort geschehen ist, von einer damals noch nicht Geborenen geschildert, machen konnte und schließlich

einen Punkt für Martin Peichls Statusmeldungen und Kurzepisoden mit denen er in einem sehr biergeschwängerten Ton ohnen großen Plot und Handlung, aber mit einer sehr schönen Sprache von der ich mir sehr viele Sätze und Wendungen angestrichen habe, vom Leben und Leiden eines Dreißigjährigen zwischen Schreiben, Kindheit und eben diesem Bier erzählt.

Jetzt kann ich meinen Lesern nur empfehlen möglichst viele der Debuts zu lesen, um sich ein eigenes Bild von den Büchern zu machen.

Und nun zur Entscheidung der dreizehnköpfigen Jury, genauer auf der Debutpreisseite nachzulesen, gewonnen hat also, was mich sehr freut Nadine Schneider mit ihren “Drei Kilometern”, die auch auf der Schätzstelle hochvertreten war, dann als zweitgereihte Angela Lehners “Vater unser”, die sich sicher etwas ärgern wird, aber im letzten Jahr schon sehr gewonnen hat und wenns so bleibt, wie es war, auch zur Preisverleihung eingeladen werden wird, danach was mich etwas überrascht, Katharina Mevissen mit “Ich kann dich hören”, weil mich das Buch Anfang des Jahres ja nicht so beeindruckt hat. Marttin Peichl, dessen Debut mir ja auch sehr gefallen hat, folgt und last not least Ana Marwans “Weberknecht”, der vom Verlag ja als das beste Debut des Jahres beworben wurde.

Die Entscheidungen der anderen Blogger gibt es auf ihren Seiten und ich würde nun noch gerne das Buch von Hannic Jan Federer finden oder geschenkt bekommen, das ich ja gerne auf der Shortlist gehabt hätte und Malte Borsdorf “Flut” muß ich auch noch lesen.